{"id":5471,"date":"2021-07-20T20:14:27","date_gmt":"2021-07-20T18:14:27","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=5471"},"modified":"2021-07-20T20:14:27","modified_gmt":"2021-07-20T18:14:27","slug":"predigt-zu-prediger-3-1-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zu-prediger-3-1-8\/","title":{"rendered":"Predigt zu Prediger 3, 1-8"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00abDoch in der Mitten, liegt holdes Bescheiden.\u00bb | 25. Juli 2021 | Predigt und Gottesdienst zu Predigers Salomo 3, 1-8\u00a0 |\u00a0 verfasst von Frank Jehle<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und von unserem Herrn und Bruder Jesus Christus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00abIch aber, HERR, hoffe auf dich<\/p>\n<p>und spreche: Du bist mein Gott!<\/p>\n<p>Meine Zeit steht in deinen H\u00e4nden.\u00bb<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, mit diesem Psalmvers im vertrauten Wortlaut der Lutherbibel begr\u00fcsse ich alle herzlich. Ich freue mich auf und \u00fcber diesen Gottesdienst. Sie wissen es wohl: Es ist der zweite in einer dreigliedrigen Reihe zum Buch des Predigers Salomo im Alten Testament. Barbara Signer hat heute vor einer Woche damit angefangen. (Heute hat sie \u00fcbrigens das Amt der Lektorin \u00fcbernommen.) Elisabeth Weber wird die Reihe am 8. August beenden. Das Motto der ganzen Reihe lautet: \u00abDenke an deinen Sch\u00f6pfer in deinen Jugendtagen.\u00bb<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wilfried Schnetzler hat uns eben mit seinem Orgelspiel begr\u00fcsst und auf den Gottesdienst eingestimmt. Ich bitte ihn nun, unser erstes Lied zu begleiten, Strophen aus dem unvergesslichen Sommergesang von Paul Gerhardt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindelied 538,1\u20133 und 8: \u00abGeh aus, mein Herz, und suche Freud.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lasst uns aufstehen und beten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grosser und guter Gott, als deine Gemeinde stehen wir vor dir. Aus der Welt unseres Alltags haben wir Vieles mitgebracht, Erfreuliches und Belastendes. Und jetzt strecken wir unsere H\u00e4nde nach dir aus. Wir suchen Ermutigung und Halt, neue Kraft, um gest\u00e4rkt in den Alltag zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Rede du in dieser Stunde selbst zu uns. Gib uns deinen guten Geist. Lass uns auch Gemeinschaft erfahren. In der Stille legen wir unsere pers\u00f6nlichen Anliegen vor dich hin. \u2026 Grosser und guter Gott, Vater unseres Herrn und Bruders Jesus Christus, wir danken dir f\u00fcr deine Gegenwart und daf\u00fcr, dass du in deiner Liebe f\u00fcr deine Sch\u00f6pfung da bist. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Lesung h\u00f6ren wir den wohl bekanntesten Abschnitt aus dem Buch des Predigers Salomo 3, die Verse 1\u20138 aus dem dritten Kapitel:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab3,1 F\u00fcr alles gibt es eine Stunde,<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit gibt es f\u00fcr jedes Vorhaben unter dem Himmel:<\/em><\/p>\n<p><em>2 Zeit zum Geb\u00e4ren<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Sterben,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit zum Pflanzen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Ausreissen des Gepflanzten,<\/em><\/p>\n<p><em>3 Zeit zum T\u00f6ten<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Heilen,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit zum Einreissen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Aufbauen,<\/em><\/p>\n<p><em>4 Zeit zum Weinen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Lachen,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit des Klagens<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit des Tanzens,<\/em><\/p>\n<p><em>5 Zeit, Steine zu werfen,<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit, Steine zu sammeln,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit, sich zu umarmen,<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit, sich aus der Umarmung zu l\u00f6sen,<\/em><\/p>\n<p><em>6 Zeit zum Suchen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Verlieren,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit zum Bewahren<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Wegwerfen,<\/em><\/p>\n<p><em>7 Zeit zum Zerreissen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum N\u00e4hen,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit zum Schweigen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Reden, <\/em><\/p>\n<p><em>8 Zeit zum Lieben<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Hassen,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit des Kriegs<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit des Friedens.\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>So weit unsere Lesung. Selig sind, die Gottes Wort h\u00f6ren und bewahren. Amen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Gemeindelied 71: \u00abLaudate omnes gentes.\u00bb Lasst uns diese Taiz\u00e9lied viermal auf Lateinisch singen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Student lernte ich vor bald 60 Jahren das Schauspiel \u00abEin Mann f\u00fcr alle Jahreszeiten\u00bb \u00fcber den englischen Humanisten Thomas Morus kennen, das dann auch verfilmt wurde.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> \u00abEin Mann f\u00fcr alle Jahreszeiten!\u00bb Ein Mann nicht nur f\u00fcr die guten, sondern auch f\u00fcr die belastenden Tage! In Anlehnung an diese Formulierung m\u00f6chte ich die j\u00fcdische und christliche Bibel \u00abEin <em>Buch<\/em> f\u00fcr alle Jahreszeiten\u00bb nennen, ja sogar \u00abEin Buch f\u00fcr alle <em>Tages<\/em>zeiten\u00bb \u2013 frei nach der ber\u00fchmten Stelle im Buch des Predigers Salomo, dem heute verschiedene Ausschnitte als Predigttext entnommen sind. Wir haben das Gedicht eben als Schriftlesung ungek\u00fcrzt geh\u00f6rt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00ab3,1 F\u00fcr alles gibt es eine Stunde,<\/p>\n<p>und Zeit gibt es f\u00fcr jedes Vorhaben unter dem Himmel:<\/p>\n<p>2 Zeit zum Geb\u00e4ren<\/p>\n<p>und Zeit zum Sterben, usw.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Bibel ist ein vielstimmiges Buch, sozusagen ein unendliches Gespr\u00e4ch. Die Stimmen gehen hin und her, rein schon, wenn man die Form betrachtet: Lieder, Bekenntnisse, Gebote, Erz\u00e4hlungen, Gebete, Fl\u00fcche, Sprichw\u00f6rter, Prophetenworte usw. Und auch inhaltlich wogt das Gespr\u00e4ch auf und ab. Zuweilen kommt es auch zum Streit, zum Beispiel wenn wir an die Freundesreden im Buch Hiob und an das Jammern des Leidgepr\u00fcften denken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist ein Unterschied, ob ich im Neuen Testament ein Evangelium oder einen Brief das Apostels Paulus lese \u2013 oder im Alten Testament die Geschichte vom Auszug aus \u00c4gypten oder nun eben das Predigerbuch. Dieses vertritt eine in der ganzen j\u00fcdischen und christlichen Bibel v\u00f6llig einmalige Position. Bereits im Altertum gab es Stimmen, die das Buch aus der Bibel streichen wollten, es sei zu nihilistisch und zu zynisch. Ich denke aber: Es ist gut, dass es neben vielen anderen auch diese Stimme in der Bibel gibt. Es ist der Teil der hebr\u00e4ischen Bibel, der als letzter entstand, gegen das Jahr 200 vor unserer Zeitrechnung in Jerusalem. Der uns dem Namen nach nicht bekannte Verfasser war so etwas wie ein freischaffender j\u00fcdischer Philosoph. Er geh\u00f6rte zur Oberschicht, war hoch gebildet und sammelte einen Gespr\u00e4chskreis um sich. Das Buch des Predigers ist eine Art Lehrvortrag. Mindestens teilweise spielte der Sprechende eine Rolle. Wie ein Schauspieler schl\u00fcpfte er in das Kost\u00fcm des sagenhaften K\u00f6nigs Salomo, der im 10. Jahrhundert vor Christus lebte, also 700 Jahre fr\u00fcher. Dieser war wegen seiner Weisheit ber\u00fchmt, auch wegen seines Reichtums \u2013 und (man mag dar\u00fcber l\u00e4cheln) wegen seiner vielen Frauen (700 Hauptfrauen und 300 Nebenfrauen!).<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Verfasser des Predigerbuchs denkt in der von ihm angenommenen Rolle als K\u00f6nig Salomo laut \u00fcber den Sinn des Lebens nach:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab2,4 Ich vollbrachte grosse Werke: Ich baute mir H\u00e4user, ich pflanzte mir Weinberge.<\/em><\/p>\n<p><em>5 Ich legte mir G\u00e4rten an und Haine und pflanzte darin Fruchtb\u00e4ume jeglicher Art.<\/em><\/p>\n<p><em>6 Ich machte mir Wasserteiche, um aus ihnen den Wald zu tr\u00e4nken, voller spriessender B\u00e4ume.<\/em><\/p>\n<p><em>7 Ich kaufte Sklaven und Sklavinnen und besass auch im Haus geborene. Auch Herden, Rinder und Schafe hatte ich mehr als alle, die vor mir in Jerusalem waren.<\/em><\/p>\n<p><em>8 Auch h\u00e4ufte ich mir Silber an und Gold und den Besitz von K\u00f6nigen und L\u00e4ndern. Ich verschaffte mir S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen und die Lust der M\u00e4nner: Frauen und nochmals Frauen.<\/em><\/p>\n<p><em>9 So wurde ich gr\u00f6sser und reicher als jeder, der vor mir in Jerusalem war. Auch blieb mir meine Weisheit erhalten.<\/em><\/p>\n<p><em>10 Und was immer meine Augen begehrten, verwehrte ich ihnen nicht. Keine Freude versagte ich meinem Herzen. Mein Herz freute sich nach all meiner M\u00fche, und das war mein Teil nach all meiner M\u00fche.\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Ist das nicht wunderbar? F\u00fcr viele wohl \u00fcberraschend geht es aber folgendermassen weiter:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab2,11 Doch als ich alle meine Werke ansah, die meine H\u00e4nde vollbracht hatten, und alles, was ich mit M\u00fche und Arbeit geschaffen hatte, siehe, da war alles nichtig und ein Greifen nach Wind, und es gab keinen Gewinn unter der Sonne.\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die Wendung \u00aballes ist nichtig und ein Greifen nach Wind\u00bb wird im Predigerbuch wie ein Leitmotiv immer von neuem gebraucht. Liebe Gemeinde, Sie fragen jetzt vielleicht: \u00abUnd um diese Botschaft zu h\u00f6ren, gehen wir am Sonntagmorgen in die Kirche? Ist das nicht viel zu pessimistisch?\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe \u00fcber diese Frage nachgedacht, und ich kam zum folgenden Schluss: Es ist dies zwar nicht die einzige Stimme in der Bibel, und an einem anderen Sonntag oder bei einer anderen Gelegenheit muss auch ganz anderes gepredigt werden. Aber doch: Als eine Stimme unter anderen ist die Stimme des Predigers gerade f\u00fcr die heutige Zeit aktuell. Sie stellt Fragen an Positionen, die heute oft vertreten werden. Ich denke an den Machbarkeitswahn. \u00abWir haben alles im Griff.\u00bb Im Bereich der christlichen Theologie denke ich auch an Stimmen, die gelegentlich so auftreten, als ob sie Gott in die Karten geschaut h\u00e4tten. Oder ich denke an moralisierende Stimmen, die dergleichen tun, ganz exakt zwischen gut und b\u00f6se unterscheiden zu k\u00f6nnen, und f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, hoch pr\u00e4zis das Richtige nicht nur zu wissen, sondern dementsprechend auch zu handeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein historisches Beispiel: Maximilien de Robespierre, genannt \u00abder Unbestechliche\u00bb, war einer der Protagonisten der Franz\u00f6sischen Revolution. Er wollte gewissermassen das Paradies auf Erden einf\u00fchren. Um dieses hehre Ziel zu erreichen, wurden alle, die diesem wirklich oder auch nur vermeintlich im Weg standen, mitleidlos gek\u00f6pft. Nach relativ kurzer Zeit fiel dann auch Robespierre selbst der Guillotine zum Opfer. \u00abDie Revolution frisst ihre Kinder.\u00bb \u2013 Aus neuerer Zeit k\u00f6nnte man an Josef Stalin erinnern oder an Pol Pot in Kambodscha. Wer das Himmelreich auf Erden schaffen will, baut an der H\u00f6lle.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber lassen wir das! Kleine Robespierres gibt es zuhauf, wohl auch heute unter uns und ziemlich sicher auch in uns selbst. Wer w\u00fcrde sich nicht manchmal \u00fcbersch\u00e4tzen? Und hier d\u00fcnkt mich das Buch des Predigers ein gutes Gegengift. Es wendet sich gegen Allmachtphantasien und fordert uns zur Bescheidenheit auf. \u00abDenn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde.\u00bb (5,1) Es ist dies ein Bibelspruch, den besonders der junge Karl Barth h\u00e4ufig zitierte. \u00abDenn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde.\u00bb Der Verfasser des Predigerbuchs war ein exakter Beobachter. Indem er die Wirklichkeit des menschlichen Lebens und Zusammenlebens genau betrachtete, nahm er viel jedenfalls auf den ersten Blick Ungereimtes war. H\u00f6ren wir ihn nochmals selbst:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab8,16 Als ich mir vornahm, Weisheit zu verstehen und das Treiben zu betrachten, das auf der Erde geschah \u2013 bei Tag und bei Nacht g\u00f6nnt man seinen Augen keinen Schlaf \u2013, 17 sah ich das ganze Werk Gottes: dass der Mensch das Geschehen unter der Sonne nicht begreifen kann. Auch wenn der Mensch sich abm\u00fcht zu suchen, so findet er doch nicht. Und wenn der Weise behauptet, es zu verstehen, so kann er es doch nicht begreifen. [\u2026] 9,2 [\u2026] Dasselbe Geschick trifft den Gerechten und den Frevler, den Guten und Reinen und den Unreinen, den, der opfert, und den, der nicht opfert; den Guten wie den S\u00fcnder [\u2026].\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Offensichtlich verh\u00e4lt es sich nicht so, dass es den Guten gut und den Schlechten schlecht geht. Der Prediger teilt mit, dass er einmal erlebt hatte, dass ein \u2013 wie er sich ausdr\u00fcckt \u2013 \u00abFrevler\u00bb ein ehrenvolles Staatsbegr\u00e4bnis erhielt, w\u00e4hrend solche, die \u00abRecht getan hatten\u00bb, in die Verbannung geschickt wurden. (8,10)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist der Ratschlag;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab7,16 Sei nicht \u00fcbergerecht, und gib dich nicht gar zu weise. Warum willst du scheitern?\u00bb<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht war dies der Grundfehler Robespierres, dass er \u00fcbergerecht sein wollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger ich mich mit dem Buch des Predigers besch\u00e4ftigte und auch Fachliteratur dazu las, desto mehr faszinierte mich diese biblische Schrift \u2013 als eine Stimme unter andern. Ich h\u00f6rte einen Ruf zu mehr Zur\u00fcckhaltung und Bescheidenheit heraus. Immer neu betont der Prediger auch, dass wir nicht verdriesslich sein sollen. Und wo uns die M\u00f6glichkeit dazu geben ist, sollen wir das Angenehme durchaus geniessen und auch aktiv in der Welt sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein letztes Ausschnitt aus dem Buch des Predigers Salomo:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab5,17 Sieh, was ich Gutes sah: Es ist sch\u00f6n, zu essen und zu trinken und Gutes zu geniessen f\u00fcr all die M\u00fche und Arbeit unter der Sonne in der ganzen Zeit seines Lebens, die Gott einem gegeben hat. Das steht einem jeden zu als sein Teil.<\/em><\/p>\n<p><em>18 Auch wenn Gott einem Menschen Reichtum und Verm\u00f6gen gibt und ihm gestattet, davon zu essen und seinen Teil davonzutragen und sich zu freuen an dem, wof\u00fcr er sich abgem\u00fcht hat, so ist das ein Geschenk Gottes.\u00bb \u2013 \u00ab11,6 Am Morgen s\u00e4e deinen Samen, und am Abend lass deine Hand nicht ruhen; denn du weisst nicht, was gedeihen wird, ob dieses oder jenes oder ob beides gleich gut ger\u00e4t.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich schliesse meine Predigt mit einem Gedicht des schw\u00e4bischen Dichterpfarrers Eduard M\u00f6rike, von dem ich annehme, dass er das Buch des Predigers genau gelesen und sich zu Herzen genommen hatte, sonst h\u00e4tte er nicht so schreiben k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00abHerr, schicke was du willt,<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Liebes oder Leides;<\/em><\/p>\n<p><em>Ich bin vergn\u00fcgt, dass beides<\/em><\/p>\n<p><em>Aus deinen H\u00e4nden quillt.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Wollest mit Freuden <\/em><\/p>\n<p><em>Und wollest mit Leiden<\/em><\/p>\n<p><em>Mich nicht \u00fcbersch\u00fctten!<\/em><\/p>\n<p><em>Doch in der Mitten,<\/em><\/p>\n<p><em>Liegt holdes Bescheiden.\u00bb<\/em><a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dazu sage ich: Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alles, was uns bewegt, fassen wir zusammen, indem wir gemeinsam das Gebet sprechen, das Jesus uns gelehrt hat und durch das wir mit Christinnen und Christen aller Zeiten und L\u00e4nder verbunden sind:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unser Vater im Himmel!<\/p>\n<p>Geheiligt werde dein Name.<\/p>\n<p>Dein Reich komme.<\/p>\n<p>Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.<\/p>\n<p>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/p>\n<p>Und vergib uns unsere Schuld,<\/p>\n<p>wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/p>\n<p>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung,<\/p>\n<p>sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/p>\n<p>Denn dein ist das Reich und die Kraft<\/p>\n<p>und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindelied 554,1\u20133 und 6: \u00abDer du die Zeit in H\u00e4nden hast.\u00bb (Dieses Lied von Jochen Klepper wurde bereits heute vor einer Woche gesungen. Lasst uns nochmal daraus singen, weil es so gut zur Spiritualit\u00e4t des Buchs des Predigers Salomo im Alten Testament passt.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mitteilungen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindelied 332: \u00abVerleih uns Frieden gn\u00e4diglich.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von guten M\u00e4chten wunderbar geborgen<\/p>\n<p>erwarten wir getrost, was kommen mag.<\/p>\n<p>Gott ist bei uns am Abend und am Morgen<\/p>\n<p>und ganz gewiss an jedem neuen Tag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gott segne euch und beh\u00fcte euch. Gott lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber euch und sei euch gn\u00e4dig. Gott wende euch sein Antlitz zu und gebe euch und auch mir Frieden. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ps 31,15f. Lutherbibel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Kohelet 12,1, dieses und die folgenden biblischen Zitate aus der Z\u00fcrcher Bibel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Robert Bolt: A Man for All Seasons. London 1960.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> 1K\u00f6n 11,3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Frank Jehle: Wer das Himmelreich auf Erden schaffen will, baut an der H\u00f6lle. Artikel in NZZ vom 02.02.2021, Seite 29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Eduard M\u00f6rike: S\u00e4mtliche Werke I. Stuttgart 1954, S. 151.<\/p>\n<p>Frank Jehle, Pfr. Dr. theol.<\/p>\n<p>Speicherstrasse 56<\/p>\n<p>9000 St. Gallen<\/p>\n<p>Telefon 071 244 32 90<\/p>\n<p><a href=\"mailto:Frank.jehle@unisg.ch\">frank.jehle@unisg.ch<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gottesdienst in St. Laurenzen am 25. Juli 2021: \u00abDoch in der Mitten, liegt holdes Bescheiden.\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und von unserem Herrn und Bruder Jesus Christus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00abIch aber, HERR, hoffe auf dich<\/p>\n<p>und spreche: Du bist mein Gott!<\/p>\n<p>Meine Zeit steht in deinen H\u00e4nden.\u00bb<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, mit diesem Psalmvers im vertrauten Wortlaut der Lutherbibel begr\u00fcsse ich alle herzlich. Ich freue mich auf und \u00fcber diesen Gottesdienst. Sie wissen es wohl: Es ist der zweite in einer dreigliedrigen Reihe zum Buch des Predigers Salomo im Alten Testament. Barbara Signer hat heute vor einer Woche damit angefangen. (Heute hat sie \u00fcbrigens das Amt der Lektorin \u00fcbernommen.) Elisabeth Weber wird die Reihe am 8. August beenden. Das Motto der ganzen Reihe lautet: \u00abDenke an deinen Sch\u00f6pfer in deinen Jugendtagen.\u00bb<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wilfried Schnetzler hat uns eben mit seinem Orgelspiel begr\u00fcsst und auf den Gottesdienst eingestimmt. Ich bitte ihn nun, unser erstes Lied zu begleiten, Strophen aus dem unvergesslichen Sommergesang von Paul Gerhardt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindelied 538,1\u20133 und 8: \u00abGeh aus, mein Herz, und suche Freud.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lasst uns aufstehen und beten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grosser und guter Gott, als deine Gemeinde stehen wir vor dir. Aus der Welt unseres Alltags haben wir Vieles mitgebracht, Erfreuliches und Belastendes. Und jetzt strecken wir unsere H\u00e4nde nach dir aus. Wir suchen Ermutigung und Halt, neue Kraft, um gest\u00e4rkt in den Alltag zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Rede du in dieser Stunde selbst zu uns. Gib uns deinen guten Geist. Lass uns auch Gemeinschaft erfahren. In der Stille legen wir unsere pers\u00f6nlichen Anliegen vor dich hin. \u2026 Grosser und guter Gott, Vater unseres Herrn und Bruders Jesus Christus, wir danken dir f\u00fcr deine Gegenwart und daf\u00fcr, dass du in deiner Liebe f\u00fcr deine Sch\u00f6pfung da bist. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Lesung h\u00f6ren wir den wohl bekanntesten Abschnitt aus dem Buch des Predigers Salomo, die Verse 1\u20138 aus dem dritten Kapitel:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab3,1 F\u00fcr alles gibt es eine Stunde,<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit gibt es f\u00fcr jedes Vorhaben unter dem Himmel:<\/em><\/p>\n<p><em>2 Zeit zum Geb\u00e4ren<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Sterben,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit zum Pflanzen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Ausreissen des Gepflanzten,<\/em><\/p>\n<p><em>3 Zeit zum T\u00f6ten<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Heilen,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit zum Einreissen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Aufbauen,<\/em><\/p>\n<p><em>4 Zeit zum Weinen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Lachen,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit des Klagens<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit des Tanzens,<\/em><\/p>\n<p><em>5 Zeit, Steine zu werfen,<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit, Steine zu sammeln,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit, sich zu umarmen,<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit, sich aus der Umarmung zu l\u00f6sen,<\/em><\/p>\n<p><em>6 Zeit zum Suchen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Verlieren,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit zum Bewahren<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Wegwerfen,<\/em><\/p>\n<p><em>7 Zeit zum Zerreissen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum N\u00e4hen,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit zum Schweigen<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Reden, <\/em><\/p>\n<p><em>8 Zeit zum Lieben<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit zum Hassen,<\/em><\/p>\n<p><em>Zeit des Kriegs<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 und Zeit des Friedens.\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>So weit unsere Lesung. Selig sind, die Gottes Wort h\u00f6ren und bewahren. Amen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Gemeindelied 71: \u00abLaudate omnes gentes.\u00bb Lasst uns diese Taiz\u00e9lied viermal auf Lateinisch singen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Student lernte ich vor bald 60 Jahren das Schauspiel \u00abEin Mann f\u00fcr alle Jahreszeiten\u00bb \u00fcber den englischen Humanisten Thomas Morus kennen, das dann auch verfilmt wurde.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> \u00abEin Mann f\u00fcr alle Jahreszeiten!\u00bb Ein Mann nicht nur f\u00fcr die guten, sondern auch f\u00fcr die belastenden Tage! In Anlehnung an diese Formulierung m\u00f6chte ich die j\u00fcdische und christliche Bibel \u00abEin <em>Buch<\/em> f\u00fcr alle Jahreszeiten\u00bb nennen, ja sogar \u00abEin Buch f\u00fcr alle <em>Tages<\/em>zeiten\u00bb \u2013 frei nach der ber\u00fchmten Stelle im Buch des Predigers Salomo, dem heute verschiedene Ausschnitte als Predigttext entnommen sind. Wir haben das Gedicht eben als Schriftlesung ungek\u00fcrzt geh\u00f6rt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00ab3,1 F\u00fcr alles gibt es eine Stunde,<\/p>\n<p>und Zeit gibt es f\u00fcr jedes Vorhaben unter dem Himmel:<\/p>\n<p>2 Zeit zum Geb\u00e4ren<\/p>\n<p>und Zeit zum Sterben, usw.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Bibel ist ein vielstimmiges Buch, sozusagen ein unendliches Gespr\u00e4ch. Die Stimmen gehen hin und her, rein schon, wenn man die Form betrachtet: Lieder, Bekenntnisse, Gebote, Erz\u00e4hlungen, Gebete, Fl\u00fcche, Sprichw\u00f6rter, Prophetenworte usw. Und auch inhaltlich wogt das Gespr\u00e4ch auf und ab. Zuweilen kommt es auch zum Streit, zum Beispiel wenn wir an die Freundesreden im Buch Hiob und an das Jammern des Leidgepr\u00fcften denken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist ein Unterschied, ob ich im Neuen Testament ein Evangelium oder einen Brief das Apostels Paulus lese \u2013 oder im Alten Testament die Geschichte vom Auszug aus \u00c4gypten oder nun eben das Predigerbuch. Dieses vertritt eine in der ganzen j\u00fcdischen und christlichen Bibel v\u00f6llig einmalige Position. Bereits im Altertum gab es Stimmen, die das Buch aus der Bibel streichen wollten, es sei zu nihilistisch und zu zynisch. Ich denke aber: Es ist gut, dass es neben vielen anderen auch diese Stimme in der Bibel gibt. Es ist der Teil der hebr\u00e4ischen Bibel, der als letzter entstand, gegen das Jahr 200 vor unserer Zeitrechnung in Jerusalem. Der uns dem Namen nach nicht bekannte Verfasser war so etwas wie ein freischaffender j\u00fcdischer Philosoph. Er geh\u00f6rte zur Oberschicht, war hoch gebildet und sammelte einen Gespr\u00e4chskreis um sich. Das Buch des Predigers ist eine Art Lehrvortrag. Mindestens teilweise spielte der Sprechende eine Rolle. Wie ein Schauspieler schl\u00fcpfte er in das Kost\u00fcm des sagenhaften K\u00f6nigs Salomo, der im 10. Jahrhundert vor Christus lebte, also 700 Jahre fr\u00fcher. Dieser war wegen seiner Weisheit ber\u00fchmt, auch wegen seines Reichtums \u2013 und (man mag dar\u00fcber l\u00e4cheln) wegen seiner vielen Frauen (700 Hauptfrauen und 300 Nebenfrauen!).<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Verfasser des Predigerbuchs denkt in der von ihm angenommenen Rolle als K\u00f6nig Salomo laut \u00fcber den Sinn des Lebens nach:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab2,4 Ich vollbrachte grosse Werke: Ich baute mir H\u00e4user, ich pflanzte mir Weinberge.<\/em><\/p>\n<p><em>5 Ich legte mir G\u00e4rten an und Haine und pflanzte darin Fruchtb\u00e4ume jeglicher Art.<\/em><\/p>\n<p><em>6 Ich machte mir Wasserteiche, um aus ihnen den Wald zu tr\u00e4nken, voller spriessender B\u00e4ume.<\/em><\/p>\n<p><em>7 Ich kaufte Sklaven und Sklavinnen und besass auch im Haus geborene. Auch Herden, Rinder und Schafe hatte ich mehr als alle, die vor mir in Jerusalem waren.<\/em><\/p>\n<p><em>8 Auch h\u00e4ufte ich mir Silber an und Gold und den Besitz von K\u00f6nigen und L\u00e4ndern. Ich verschaffte mir S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen und die Lust der M\u00e4nner: Frauen und nochmals Frauen.<\/em><\/p>\n<p><em>9 So wurde ich gr\u00f6sser und reicher als jeder, der vor mir in Jerusalem war. Auch blieb mir meine Weisheit erhalten.<\/em><\/p>\n<p><em>10 Und was immer meine Augen begehrten, verwehrte ich ihnen nicht. Keine Freude versagte ich meinem Herzen. Mein Herz freute sich nach all meiner M\u00fche, und das war mein Teil nach all meiner M\u00fche.\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Ist das nicht wunderbar? F\u00fcr viele wohl \u00fcberraschend geht es aber folgendermassen weiter:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab2,11 Doch als ich alle meine Werke ansah, die meine H\u00e4nde vollbracht hatten, und alles, was ich mit M\u00fche und Arbeit geschaffen hatte, siehe, da war alles nichtig und ein Greifen nach Wind, und es gab keinen Gewinn unter der Sonne.\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die Wendung \u00aballes ist nichtig und ein Greifen nach Wind\u00bb wird im Predigerbuch wie ein Leitmotiv immer von neuem gebraucht. Liebe Gemeinde, Sie fragen jetzt vielleicht: \u00abUnd um diese Botschaft zu h\u00f6ren, gehen wir am Sonntagmorgen in die Kirche? Ist das nicht viel zu pessimistisch?\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe \u00fcber diese Frage nachgedacht, und ich kam zum folgenden Schluss: Es ist dies zwar nicht die einzige Stimme in der Bibel, und an einem anderen Sonntag oder bei einer anderen Gelegenheit muss auch ganz anderes gepredigt werden. Aber doch: Als eine Stimme unter anderen ist die Stimme des Predigers gerade f\u00fcr die heutige Zeit aktuell. Sie stellt Fragen an Positionen, die heute oft vertreten werden. Ich denke an den Machbarkeitswahn. \u00abWir haben alles im Griff.\u00bb Im Bereich der christlichen Theologie denke ich auch an Stimmen, die gelegentlich so auftreten, als ob sie Gott in die Karten geschaut h\u00e4tten. Oder ich denke an moralisierende Stimmen, die dergleichen tun, ganz exakt zwischen gut und b\u00f6se unterscheiden zu k\u00f6nnen, und f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, hoch pr\u00e4zis das Richtige nicht nur zu wissen, sondern dementsprechend auch zu handeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein historisches Beispiel: Maximilien de Robespierre, genannt \u00abder Unbestechliche\u00bb, war einer der Protagonisten der Franz\u00f6sischen Revolution. Er wollte gewissermassen das Paradies auf Erden einf\u00fchren. Um dieses hehre Ziel zu erreichen, wurden alle, die diesem wirklich oder auch nur vermeintlich im Weg standen, mitleidlos gek\u00f6pft. Nach relativ kurzer Zeit fiel dann auch Robespierre selbst der Guillotine zum Opfer. \u00abDie Revolution frisst ihre Kinder.\u00bb \u2013 Aus neuerer Zeit k\u00f6nnte man an Josef Stalin erinnern oder an Pol Pot in Kambodscha. Wer das Himmelreich auf Erden schaffen will, baut an der H\u00f6lle.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber lassen wir das! Kleine Robespierres gibt es zuhauf, wohl auch heute unter uns und ziemlich sicher auch in uns selbst. Wer w\u00fcrde sich nicht manchmal \u00fcbersch\u00e4tzen? Und hier d\u00fcnkt mich das Buch des Predigers ein gutes Gegengift. Es wendet sich gegen Allmachtphantasien und fordert uns zur Bescheidenheit auf. \u00abDenn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde.\u00bb (5,1) Es ist dies ein Bibelspruch, den besonders der junge Karl Barth h\u00e4ufig zitierte. \u00abDenn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde.\u00bb Der Verfasser des Predigerbuchs war ein exakter Beobachter. Indem er die Wirklichkeit des menschlichen Lebens und Zusammenlebens genau betrachtete, nahm er viel jedenfalls auf den ersten Blick Ungereimtes war. H\u00f6ren wir ihn nochmals selbst:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab8,16 Als ich mir vornahm, Weisheit zu verstehen und das Treiben zu betrachten, das auf der Erde geschah \u2013 bei Tag und bei Nacht g\u00f6nnt man seinen Augen keinen Schlaf \u2013, 17 sah ich das ganze Werk Gottes: dass der Mensch das Geschehen unter der Sonne nicht begreifen kann. Auch wenn der Mensch sich abm\u00fcht zu suchen, so findet er doch nicht. Und wenn der Weise behauptet, es zu verstehen, so kann er es doch nicht begreifen. [\u2026] 9,2 [\u2026] Dasselbe Geschick trifft den Gerechten und den Frevler, den Guten und Reinen und den Unreinen, den, der opfert, und den, der nicht opfert; den Guten wie den S\u00fcnder [\u2026].\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Offensichtlich verh\u00e4lt es sich nicht so, dass es den Guten gut und den Schlechten schlecht geht. Der Prediger teilt mit, dass er einmal erlebt hatte, dass ein \u2013 wie er sich ausdr\u00fcckt \u2013 \u00abFrevler\u00bb ein ehrenvolles Staatsbegr\u00e4bnis erhielt, w\u00e4hrend solche, die \u00abRecht getan hatten\u00bb, in die Verbannung geschickt wurden. (8,10)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist der Ratschlag;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab7,16 Sei nicht \u00fcbergerecht, und gib dich nicht gar zu weise. Warum willst du scheitern?\u00bb<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht war dies der Grundfehler Robespierres, dass er \u00fcbergerecht sein wollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger ich mich mit dem Buch des Predigers besch\u00e4ftigte und auch Fachliteratur dazu las, desto mehr faszinierte mich diese biblische Schrift \u2013 als eine Stimme unter andern. Ich h\u00f6rte einen Ruf zu mehr Zur\u00fcckhaltung und Bescheidenheit heraus. Immer neu betont der Prediger auch, dass wir nicht verdriesslich sein sollen. Und wo uns die M\u00f6glichkeit dazu geben ist, sollen wir das Angenehme durchaus geniessen und auch aktiv in der Welt sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein letztes Ausschnitt aus dem Buch des Predigers Salomo:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00ab5,17 Sieh, was ich Gutes sah: Es ist sch\u00f6n, zu essen und zu trinken und Gutes zu geniessen f\u00fcr all die M\u00fche und Arbeit unter der Sonne in der ganzen Zeit seines Lebens, die Gott einem gegeben hat. Das steht einem jeden zu als sein Teil.<\/em><\/p>\n<p><em>18 Auch wenn Gott einem Menschen Reichtum und Verm\u00f6gen gibt und ihm gestattet, davon zu essen und seinen Teil davonzutragen und sich zu freuen an dem, wof\u00fcr er sich abgem\u00fcht hat, so ist das ein Geschenk Gottes.\u00bb \u2013 \u00ab11,6 Am Morgen s\u00e4e deinen Samen, und am Abend lass deine Hand nicht ruhen; denn du weisst nicht, was gedeihen wird, ob dieses oder jenes oder ob beides gleich gut ger\u00e4t.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich schliesse meine Predigt mit einem Gedicht des schw\u00e4bischen Dichterpfarrers Eduard M\u00f6rike, von dem ich annehme, dass er das Buch des Predigers genau gelesen und sich zu Herzen genommen hatte, sonst h\u00e4tte er nicht so schreiben k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00abHerr, schicke was du willt,<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Liebes oder Leides;<\/em><\/p>\n<p><em>Ich bin vergn\u00fcgt, dass beides<\/em><\/p>\n<p><em>Aus deinen H\u00e4nden quillt.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Wollest mit Freuden <\/em><\/p>\n<p><em>Und wollest mit Leiden<\/em><\/p>\n<p><em>Mich nicht \u00fcbersch\u00fctten!<\/em><\/p>\n<p><em>Doch in der Mitten,<\/em><\/p>\n<p><em>Liegt holdes Bescheiden.\u00bb<\/em><a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dazu sage ich: Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alles, was uns bewegt, fassen wir zusammen, indem wir gemeinsam das Gebet sprechen, das Jesus uns gelehrt hat und durch das wir mit Christinnen und Christen aller Zeiten und L\u00e4nder verbunden sind:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unser Vater im Himmel!<\/p>\n<p>Geheiligt werde dein Name.<\/p>\n<p>Dein Reich komme.<\/p>\n<p>Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.<\/p>\n<p>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/p>\n<p>Und vergib uns unsere Schuld,<\/p>\n<p>wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/p>\n<p>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung,<\/p>\n<p>sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/p>\n<p>Denn dein ist das Reich und die Kraft<\/p>\n<p>und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindelied 554,1\u20133 und 6: \u00abDer du die Zeit in H\u00e4nden hast.\u00bb (Dieses Lied von Jochen Klepper wurde bereits heute vor einer Woche gesungen. Lasst uns nochmal daraus singen, weil es so gut zur Spiritualit\u00e4t des Buchs des Predigers Salomo im Alten Testament passt.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mitteilungen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindelied 332: \u00abVerleih uns Frieden gn\u00e4diglich.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von guten M\u00e4chten wunderbar geborgen<\/p>\n<p>erwarten wir getrost, was kommen mag.<\/p>\n<p>Gott ist bei uns am Abend und am Morgen<\/p>\n<p>und ganz gewiss an jedem neuen Tag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gott segne euch und beh\u00fcte euch. Gott lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber euch und sei euch gn\u00e4dig. Gott wende euch sein Antlitz zu und gebe euch und auch mir Frieden. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Frank Jehle, Pfr. Dr. theol.<\/p>\n<p>Speicherstrasse 56<\/p>\n<p>9000 St. Gallen<\/p>\n<p>Telefon 071 244 32 90<\/p>\n<p><a href=\"mailto:Frank.jehle@unisg.ch\">frank.jehle@unisg.ch<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ps 31,15f. Lutherbibel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Kohelet 12,1, dieses und die folgenden biblischen Zitate aus der Z\u00fcrcher Bibel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Robert Bolt: A Man for All Seasons. London 1960.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> 1K\u00f6n 11,3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Frank Jehle: Wer das Himmelreich auf Erden schaffen will, baut an der H\u00f6lle. Artikel in NZZ vom 02.02.2021, Seite 29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Eduard M\u00f6rike: S\u00e4mtliche Werke I. Stuttgart 1954, S. 151.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abDoch in der Mitten, liegt holdes Bescheiden.\u00bb | 25. 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