{"id":5648,"date":"2021-08-17T17:23:21","date_gmt":"2021-08-17T15:23:21","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=5648"},"modified":"2021-08-17T17:23:21","modified_gmt":"2021-08-17T15:23:21","slug":"predigt-ueber-markus-731-37","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-ueber-markus-731-37\/","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Markus 7,31\u201337"},"content":{"rendered":"<h3>Sie loben Gott mit entfesselten Zungen | Predigt \u00fcber Markus 7,31\u201337 | 12. So. n. Trinitatis 22.8.21 | von Manfred Mielke |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>dem freundlichen Kellner, der uns vor dem Fr\u00fchst\u00fcck zunickt, sagen wir spontan: \u201eJa, Kaffee!\u201c Er serviert ihn uns und legt zwei Befragungskarten daneben. Ich schaue irritiert drauf, er sagt was Unverst\u00e4ndliches. Da sehe ich, dass das eine Liste mit Wahlm\u00f6glichkeiten ist, darunter: gekochtes Ei, Spiegelei, Omelette oder R\u00fchrei. Mir f\u00e4llt es wie Schuppen von den Augen: Der Kellner ist geh\u00f6rlos; dass wir unsere W\u00fcnsche ankreuzen, hilft ihm und uns. (\u00dcbrigens war das Fr\u00fchst\u00fcck vorz\u00fcglich, ein guter Start f\u00fcr die n\u00e4chste Fahrradetappe.)<\/p>\n<p>Jesu Begegnung mit einem Geh\u00f6rlosen gestaltete sich allerdings erheblich anders. Der Evangelist Markus berichtet: <strong>Jesus ging fort von Tyrus, durchquerte das Dorf Sidon am Ufer des Galil\u00e4ischen Meeres und zog weiter, mitten hinein in die Dekapolis, die Region der \u201eZehn St\u00e4dte\u201c. Dort brachten sie zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten ihn, dass er die Hand auf ihn lege. Jesus nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und ber\u00fchrte seine Zunge mit Speichel. Er sah auf zum Himmel und seufzte und sprach dann zu ihm: \u201eHefata!\u201c, das hei\u00dft: \u201eTu dich auf!\u201c Sogleich taten sich seine Ohren auf und die Fessel seiner Zunge l\u00f6ste sich, und er redete richtig. Jesus gebot ihnen, sie sollten&#8217;s niemandem sagen. Je mehr er&#8217;s aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. Und sie wunderten sich \u00fcber die Ma\u00dfen und sprachen:<\/strong> <strong>Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er h\u00f6rend und die Sprachlosen redend. <\/strong>(Markus 7,31\u201337)<\/p>\n<p>Da begegnen sich zwei, die sich vorher nicht kannten. Beide kommen sich n\u00e4her. Die Heilung selbst geschieht abseits, dennoch geh\u00f6ren viele Menschen drumherum, ja eine ganze Region. Markus berichtet davon mit weitem Blickwinkel, aber er nimmt uns auch mit hinein in die abgeschirmte Situation der beiden. Der taubstumme Mann l\u00e4sst sich von seinen Nachbarn zu Jesus bringen. Bisher werden seine Ohren und sein Mund viele erfolglose Heilungsversuche erlitten haben. Mit Gestocher und Gezerre, mit hei\u00dfem \u00d6l und aggressiven Kr\u00e4utern (1), mit Beschw\u00f6rungen und Verw\u00fcnschungen. In der Antike zeigte sich im Sprechen, dass der Mensch eine begabte Seele hat, deswegen galten Geh\u00f6rlose als geistlose, lethargische Existenzen. Der Apostel Paulus schrieb ja: \u201eDer Glaube kommt aus der Predigt.\u201c Daraus folgerte der Kirchenvater Augustinus: \u201eWer nicht h\u00f6ren kann, kann auch nicht glauben.\u201c Er \u00e4nderte seine Meinung aber, nachdem er auf dem Marktplatz in Mailand einen Taubstummen in Geb\u00e4rdensprache (2) beobachtet hatte. (Bestimmt servierte der dem Kirchenvater danach ein leckeres R\u00fchrei, aber das ist nicht \u00fcberliefert.)<\/p>\n<p>Der Taubstumme, den sie zu Jesus brachten, war zwar taub, aber nicht stumm. Markus h\u00f6rt ihn \u201enur mit M\u00fche redend\u201c, das ist positiv formuliert. Die Bibel h\u00e4lt fest: Der Mann ist geh\u00f6rlos, aber nicht lautlos. Luthers (3) \u00dcbersetzung \u201etaubstumm\u201c (4) spricht ihm sowohl das H\u00f6ren wie auch das Sprechen ab. Das brandmarkt die Betroffenen und verleitet oft ihre Mitmenschen, passiv zu bleiben. (Es ist wie zwischen uns und dem Kellner. Als wir dann normal sprachen, verstanden wir seine Laut.ma.le.rei erheblich besser.)<\/p>\n<p>Der Geh\u00f6rlose und Jesus, beide kannten sich aus. Jesus mehr in den Mose-Geboten zur Vorbeugung und Reinheit, der Geh\u00f6rlose mehr in Hausmitteln und heidnischen Ritualen. Es gab in Kleinasien hochbegabte Wander\u00e4rzte, aber auch Quacksalber, und jeder, der Karriere machen wollte (5), verwies auf originelle Wundertaten. Die Nachbarn des Sprachbehinderten wollen, dass sich bei ihm und auch f\u00fcr sie etwas \u00e4ndert. Sie ergreifen die Initiative und erbitten zumindest eine Handauflegung von Jesus. Wie wird sich Jesus in diesem antiken Therapeuten-Sortiment aufstellen? Er l\u00e4sst sich von den Bittstellern in Pflicht nehmen, aber er handelt nicht wie ein Marktschreier. Nach der Heilung befiehlt er allen das Stillschweigen, vor der Heilung nimmt er ihn beiseite; in beidem nimmt sich Jesus zur\u00fcck. Er will keine weiteren Kunden gewinnen, er sucht und arrangiert die Einzelbegegnung.<\/p>\n<p>So begegnen sich zwei, die nicht viel voneinander wissen. Der Mann bittet ihn nicht um Heilung \u201em\u00fchselig sprechend\u201c und auch Jesus befragt ihn nicht anhand einer Checkliste. Schon im gemeinsamen Zur-Seite-Gehen entsteht Vertrauen, das weiter anw\u00e4chst. <strong>\u201eJesus nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und ber\u00fchrte seine Zunge mit Speichel.\u201c<\/strong> Wortlos f\u00fchlt Jesus mit seinen Fingern die Stille in seiner Taubheit und gibt symbolisch den Geh\u00f6rgang frei. Damit erfasst Jesus das tiefsitzende Leid des Mannes und entmachtet die D\u00e4monen, die damals als Verursacher galten. Vertrauensvoll \u00f6ffnet daraufhin der Geh\u00f6rlose seinen Mund und l\u00e4sst zu, dass Jesus Speichel auf seine Zunge tupfen kann. Daf\u00fcr hatte Jesus zuerst seinen Mund aufgemacht. Das Vertrauen zwischen beiden w\u00e4chst hin und her. Der Mann f\u00fchlt sich ganzheitlich ber\u00fchrt, aber noch nicht wirklich geheilt. Normal w\u00e4re, dass der fremde Heiler ihm etwas verordnet, doch Jesus nimmt sich f\u00fcr etwas anderes Zeit<strong>. \u201eEr sah auf zum Himmel und seufzte.\u201c<\/strong> Ein Heiler, der seufzt? Ich erlebte zu Beginn der Pandemie, wie meine \u00c4rztin mitten im Gespr\u00e4ch seufzte. Aber nicht \u00fcber mich, sondern \u00fcber die Liste der wartenden Patienten, die sie nebenbei auf ihrem Monitor sah. Mit einem Scherz holte ich sie wieder ab.<\/p>\n<p>Jesus seufzt auch &#8211; allerdings in einem Gebet. Ich denke mir dieses Gebet als Jesu Fallbesprechung mit Gott; und im Seufzen schwingt er mit ein in die Schwingungen seines Gegen\u00fcbers. (6) Seufzen war bisher dessen seelische Muttersprache. Jetzt aber h\u00f6rt er mit seinen Augen und sp\u00fcrt, was er alsbald selber kann: Seufzen und dabei beten. Jesus schlie\u00dft an sein Beten und Seufzen eine Aufforderung an. \u201e<strong>Jesus sah auf zum Himmel und seufzte und sprach dann zu ihm in seiner Muttersprache: \u201eHefata!\u201c, das hei\u00dft: \u201eTu dich auf!\u201c <\/strong>(7) Er sagt das zu ihm als Menschen: \u201eTu dich auf!\u201c Er sagt nicht zu seinen behinderten Organen: \u201eTut euch auf!\u201c Zuerst heilt Jesus den ganzen Menschen, der \u00f6ffnet sich und seine Sinnesorgane werden neu. \u201e<strong>Sogleich taten sich seine Ohren auf und die Fessel seiner Zunge l\u00f6ste sich, und er redete richtig.\u201c <\/strong>Was f\u00fcr ein Durchbruch, was f\u00fcr eine Entfesselung! Raus aus dem Stummfilm und hinein in die W\u00f6rter und S\u00e4tze. Er h\u00f6rt sich selber reden, und alle attestieren: Das ist korrekt, das macht Sinn, wir verstehen. (8) Er beginnt Melodien zu singen, deren Vibrationen er schon immer sp\u00fcrte. Was f\u00fcr eine neue Frische in den Familienbeziehungen und der Nachbarschaft! Er kann jeden mit Namen ansprechen und allen von seiner Heilung erz\u00e4hlen. (9) Doch dazu baut Jesus eine Nachrichtensperre ein &#8211; f\u00fcr ihn und f\u00fcr alle Nachbarn. \u201e<strong>Er gebot allen, sie sollten&#8217;s niemandem sagen. Je mehr er&#8217;s aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. Und sie gerieten v\u00f6llig au\u00dfer sich und sprachen:<\/strong> <strong>Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er h\u00f6rend und die Sprachlosen redend.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Markus l\u00e4sst Jesu Schweige-Befehl so stehen, berichtet aber auch umgehend vom zivilen Ungehorsam der Bev\u00f6lkerung. Sie halten sich den Mund zu f\u00fcr eigene Formulierungen, jedoch behelfen sie sich mit Zitaten aus dem Alten Testament. \u201e<strong>Er hat alles wohl gemacht\u201c <\/strong>&#8211; das steht im Sch\u00f6pfungsbericht. \u201e<strong>Die Tauben macht er h\u00f6rend und die Sprachlosen redend\u201c <\/strong>&#8211; das ist Jesajas Utopie f\u00fcr die Heilszeit. (10) Jesus will keinen pers\u00f6nlichen Ruhm, doch kennen in der quirligen Region (11) einige die Hebr\u00e4ische Bibel. Mit diesen zwei Bibel-Zitaten idolisieren sie nicht Jesus, sondern betten sein Handeln ein in Gottes Sch\u00f6pferkraft und Heilszeit. Ihr Bekenntnis macht ihnen die Heilung zug\u00e4nglich, deren direkte Augen- und Ohrenzeugen sie ja nicht waren. (12) Hier best\u00e4tigt sich, was wir auch bei uns wissen: Wunder bewirken nicht den Glauben, aber der Glaube f\u00fchrt uns zu Wundern.<\/p>\n<p>Jetzt zeigt sich, mit welcher Absicht Markus erz\u00e4hlt. Jesus reist auf einer \u201eh\u00f6chst merkw\u00fcrdigen Zickzacklinie\u201c (13) in das Gebiet, in dem es einen \u00fcppigen Religionsmix gibt. Dort heilt er sozusagen im Au\u00dfendienst und verbittet sich dennoch Publicity. Aber die Menschen feiern, indem sie sich in \u00fcberbordender Ausgelassenheit Bibelverse zurufen &#8211; sozusagen mit entfesselten Zungen. (Bestimmt hat Jesus das mit einem resignierenden Seufzer zugelassen, aber der ist nicht \u00fcberliefert.)<\/p>\n<p>Markus erz\u00e4hlt uns das so, weil er uns mitnehmen will in die Ausbreitung des Heils, des Jubels, der Genesung. Die Heilung erz\u00e4hlt er kurz und intim, das Schweigebot und den erfindungsreichen Jubel zitiert er w\u00f6rtlich und wegweisend. Was die k\u00f6nnen, hilft auch uns. Gegen ein immer hektischeres Verdrehen von Fakten und gegen eine naive Gl\u00e4ubigkeit in Fake News stellen wir uns zunehmend taub und blind und stumm. Aber wir beherrschen auch jenes heilsame Schweigen, das wir unter uns intuitiv vereinbaren. Und wir beteiligen uns beim Ausrufen unverf\u00e4lschter Wahrheiten, das wir neu lernen. (14) So tut es gut, wenn in den aktuellen Flut- und Feuergebieten Helferinnen und Helfer andere tr\u00f6sten, indem sie zuh\u00f6rend schweigen und mit geliehener Sprache tr\u00f6sten. Mit einer Liedzeile, einem Segenswunsch, einem Psalmvers. Auch mit einem Seufzen, eingebettet in ein Gebet. Und oft hilft eine Geb\u00e4rde, die ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Heilung mitsamt des Jubelausbruchs ist f\u00fcr uns und f\u00fcr alle Helfenden eine anschauliche Ermutigung, dass wir uns in \u00e4hnliche Situationen hineinwagen. Und wenn wir den Blickwinkel weiten auf alle Momente, in denen wir tr\u00f6sten und Genesung begleiten, dann zeigen Jesu Ma\u00dfnahmen eine interessante Abfolge auf. Er nimmt den Geh\u00f6rlos-Stammelnden beiseite, er ber\u00fchrt mit seinen Fingerkuppen seine wunden Punkte, er gewinnt sein Zutrauen, er betet und seufzt und spricht seinem Patienten zu, sich zu \u00f6ffnen. \u201eDas Ineinander von therapeutischem Handeln, Gebet und Zuspruch hat f\u00fcr (uns als) \u2026 Gemeinde modellhafte Bedeutung.\u201c (15) Mit allen, die daran mitarbeiten und es an sich erfahren haben, singen wir: <strong>\u201e<\/strong><strong>Dank f\u00fcr deinen Trost, o Herr, Dank selbst f\u00fcr die schlimmen Stunden, da im aufgew\u00fchlten Meer sinkend schon ich Halt gefunden. Du h\u00f6rst auch den stummen Schrei, gehst im Dunkeln nicht vorbei.\u201c <\/strong>(16) Amen<\/p>\n<p>(1) Kranken Rindern wurde Falscher Nieswurz in die Ohren gesteckt; vgl Wikipedia: Geschichte der Geh\u00f6rlosen; vgl auch Tina Turner als \u201eAcid Queen\u201c im Film der Rockoper \u201eTommy\u201c. (2) vgl. Wikipedia Geschichte; ebd: Geb\u00e4rdensprechende werden \u201eals stumm wahrgenommen, wenn das Gegen\u00fcber die Geb\u00e4rdensprache nicht versteht.\u201c ebd: \u201eDie Kirche gew\u00e4hrte Geh\u00f6rlosen zwar im 5. Jahrhundert die\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taufe\">Taufe<\/a>, jedoch erst im 11. Jahrhundert die\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ehe\">Heirat<\/a>, im 13. Jahrhundert die\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beichte\">Beichte<\/a>\u00a0und im 16. Jahrhundert die M\u00f6glichkeit, das\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=M%C3%B6nchsgel%C3%BCbde&amp;action=edit&amp;redlink=1\">M\u00f6nchsgel\u00fcbde<\/a>\u00a0abzulegen.\u201c Nach Aude de Saint Loup: \u201eDarstellungen Tauber im westeurop\u00e4ischen Mittelalter\u201c, 1993; (3) Luther predigte am 6.8.1545 in Merseberg: Das Reich Gottes ist \u201eein H\u00f6r-Reich, nicht ein Seh-Reich\u201c bei Bernd Janowski: Konfliktgespr\u00e4che S.86 Anm.133; (4) \u201eDer Begriff taubstumm beinhaltet also einen nicht vorhandenen Mangel.\u201c Wikipedia; (5) Auch Vespasian heilte einen Blinden \u201eoris excremento\u201c vgl. Joachim Gnilka EKK-Kommentar S.297; (6) anders M. Schewe in evangelisch.de am 23.8.2015: \u201eOft gen\u00fcgte ihm ein einziger Satz, ein blo\u00dfer Befehl, und der Kranke war gesund. Bei dem Taubstummen dagegen muss sich Jesus richtig anstrengen.\u201c \u00a0(7) Es klingt wie ein Mantra; \u201ebei Markus verliert es diese Bedeutung, indem es \u00fcbersetzt wird\u201c Gnilka S.298; (8) \u201eIch begann, die deutsche Sprache zu dehnen, ohne um Erlaubnis zu bitten. Sie ist keine Leihgabe, sie geh\u00f6rt zu mir.\u201c K\u00fcbra G\u00fcm\u00fcsay: Sprache und Sein, S.30; (9) Israel war eine \u201eErz\u00e4hlgemeinschaft\u201c Janowski Anthropologie S.276; (10) Gen 12,31 LXX und Jes 35,5 &#8211; worauf Vers 6 folgt: \u201eDann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird frohlocken.\u201c (11) Der sog. J\u00fcdische Krieg (66-70 nChr.) zwang viele zur Flucht in die \u00fcberwiegend griechisch\/\u201earabische\u201c Dekapolis; vgl Claus Humbert, Predigtmeditationen S.339; (12) Th. Bomann meint, dass \u201edie Griechen das Dasein sehend, die Hebr\u00e4er h\u00f6rend und empfindend erlebten\u201c nach Janowski Anthropologie S.287; (13) Gnilka S.296; (14) Politikerb\u00fccher sind meist \u201eLull-und-lall-B\u00fccher\u201c; Volker Rieble, zur Plagiatsdiskussion, zitiert im Spiegel Nr 32, 7.8.2021, S.20; (15) W. Klaiber, dBNT-Kommentar S.143; (16) J\u00fcrgen Henkys EG 383,2<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Lieder:<\/p>\n<p>EG 383 Herr, Du hast mich anger\u00fchrt<\/p>\n<p>EG 236 Ohren gabst Du mir<\/p>\n<p>EG 072 O Jesu Christe, wahres Licht<\/p>\n<p>Kommt, atmet auf, ihr sollt leben (P. Strauch; Feiert Jesus 1)<\/p>\n<p>Ich rede, wenn ich schweigen sollte (K. Rommel; Lebenslieder 228)<\/p>\n<p>Hoffnung wider alle Hoffnung (tvd 229)<\/p>\n<p>F\u00fcrbitten, ggf als Diakonisches Gebet:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du Gott, der Du alles wohlgemacht,<\/p>\n<p>wehre unseren Tendenzen, andere Menschen als M\u00e4ngelwesen zu sehen und zu behandeln. Lass uns Fingerspitzengef\u00fchl entwickeln im Miteinander und uns zur\u00fccknehmen zugunsten ihrer Chancen.<\/p>\n<p>Mit ihnen beten wir: \u00d6ffne unsre Ohren, dass wir dein Sch\u00f6pferwort h\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du Gott, der Du alles wohlgemacht,<\/p>\n<p>wir treten in F\u00fcrbitte ein f\u00fcr alle Langzeit-Erkrankten, die mit ihrer Situation schwer hadern; wir bitten Dich f\u00fcr die Toten in den Flutgebieten und f\u00fcr die verunsicherten \u00dcberlebenden.<\/p>\n<p>Mit ihnen beten wir: \u00d6ffne unsre Ohren, dass wir dein Sch\u00f6pferwort h\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du Gott, der Du alles wohlgemacht,<\/p>\n<p>wir beten gegen die vielsagende (oder: ohrenbet\u00e4ubende) Stummheit vieler Verantwortlicher. Wir beten gegen den Krach der Republik und der Marktschreier. Bewirke in allen Wahl-Kandidaten einen unerschrockenen Mut zur Zukunft.<\/p>\n<p>Mit ihnen beten wir: \u00d6ffne unsre Ohren, dass wir dein Sch\u00f6pferwort h\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du Gott, der Du alles wohlgemacht,<\/p>\n<p>wir gef\u00e4hrden den Globus, den Du uns anvertraut hast. Wir brauchen Heilung, Innovationen und Bescheidenheit. Wir wollen nicht wahrhaben, wie viele Klimafl\u00fcchtlinge sich auf den Weg zu uns machen.<\/p>\n<p>Mit ihnen beten wir: \u00d6ffne unsre Ohren, dass wir dein Sch\u00f6pferwort h\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du Gott, der Du alles wohlgemacht,<\/p>\n<p>wir beten f\u00fcr Israel, den Libanon und Pal\u00e4stina. Wir beten gegen die Kriegsgewinnler und die ideologischen Weltm\u00e4chte, die dort sich austoben. Und f\u00fcr die, die sich friedlich engagieren, f\u00fcr \u201eSalam\u201c und \u201eShalom\u201c.<\/p>\n<p>Mit ihnen beten wir: \u00d6ffne unsre Ohren, dass wir dein Sch\u00f6pferwort h\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du Gott, der Du alles wohlgemacht,<\/p>\n<p>lehre uns, L\u00fcgen totzuschweigen und diszipliniere uns, dass wir keine Fake News verbreiten. Lass uns unseren Mitmenschen im Kummer nahe sein und gib uns den Mut zu einer Geb\u00e4rde, die ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Mit ihnen beten wir: \u00d6ffne unsre Ohren, dass wir dein Sch\u00f6pferwort h\u00f6ren. Amen<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Manfred Mielke, Pfarrer der EKiR im Ruhestand, geb 1953, verheiratet, 2 S\u00f6hne. Sozialisation im Ruhrgebiet und in Freikirchen. Studium in Wuppertal und Bonn (auch Soziologie). Mitarbeit bei Christival und Kirchentagen. Partnerschaftsprojekte in Ungarn und Ruanda. Musiker und Arrangeur.<\/p>\n<p>Mielke, Manfred, Pfarrer i.R.<\/p>\n<p><a href=\"mailto:Manfred.Mielke@ekir.de\">Manfred.Mielke@ekir.de<\/a><\/p>\n<p>Am Bosserhof 13 a<\/p>\n<p>46519 Alpen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie loben Gott mit entfesselten Zungen | Predigt \u00fcber Markus 7,31\u201337 | 12. So. n. Trinitatis 22.8.21 | von Manfred Mielke | Liebe Gemeinde, dem freundlichen Kellner, der uns vor dem Fr\u00fchst\u00fcck zunickt, sagen wir spontan: \u201eJa, Kaffee!\u201c Er serviert ihn uns und legt zwei Befragungskarten daneben. Ich schaue irritiert drauf, er sagt was Unverst\u00e4ndliches. 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