{"id":5698,"date":"2021-08-30T11:17:30","date_gmt":"2021-08-30T09:17:30","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=5698"},"modified":"2021-08-30T11:18:48","modified_gmt":"2021-08-30T09:18:48","slug":"predigt-zu-1-mose-11-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zu-1-mose-11-24\/","title":{"rendered":"Predigt zu 1. Mose 1,1- 2,4"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Das Wunder der Sch\u00f6pfung | 29. August 2021&nbsp; | Predigt zu 1. Mose 1,1- 2,4 | verfasst von Frank Jehle |&nbsp;<\/strong><\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Ich beginne meine Predigt mit einem pers\u00f6nlichen Erlebnis. Wegen der Hitze schliefen wir im Juni mit offenem Fenster. Und einmal, ziemlich genau morgens um vier, wurde ich geweckt. F\u00fcr mein Empfinden unmittelbar vor unserem Schlafzimmer sang eine Nachtigall, laut, abwechslungsreich und sch\u00f6n. Einschlafen konnte ich nicht mehr. F\u00fcr einen Moment \u00fcberlegte ich mir, ob ich das Fenster nicht schliessen solle. Aber warum? Das Konzert einer Nachtigall ist eher selten. Und es ist geradezu etwas wie ein Wunder.<\/p>\n<p>Wie ich im Internet nachgelesen habe, sind Nachtigallen Zugv\u00f6gel. Den Winter verbringen sie in Afrika. Und wenn sie ihm Fr\u00fchling zur\u00fcckkommen, fangen die m\u00e4nnlichen Tiere mitten in der Nacht sofort an zu singen. Sie locken damit Weibchen an. Wenn eines gefunden ist, stimmt dieses in den Gesang mit ein. Und wenn dann Junge da sind, m\u00fcssen auch sie schon fr\u00fch das Singen lernen.<\/p>\n<p>Der Gesang der Nachtigall ist reich, wohlt\u00f6nend, \u00fcberaus komplex, verschiedenartig, unvorhersehbar und fantasievoll. Er besteht aus Strophen dicht gereihter Einzel- oder Doppelt\u00f6ne. Es kommen sowohl gezwitscherte und gefl\u00f6tete Laute vor, Tonrepetitionen sowie trillerartige und in der Kehle geschlagene Bildungen, deren Intervall-Umfang ganz verschieden sein kann (z. B. Terz, Quarte usw.). Die Stimme hat einen gro\u00dfen Umfang, hohe T\u00f6ne oder Passagen wechseln sich mit solchen einer tiefen oder mittleren Lage ab. Auch die Dynamik ist sehr variabel und wechselt von leisen zu lauten Passagen, manchmal auch in Crescendo-Effekten. Neben schnellen und schnellsten Koloraturen von einem scheinbar fr\u00f6hlichen oder gar witzigen Ausdrucksgehalt kommen auch langgezogene T\u00f6ne mit besonders wohlklingender Stimme und Tonwiederholungen vor, die klagend oder sehns\u00fcchtig wirken.<\/p>\n<p>Nachtigallm\u00e4nnchen erlernen ihren Gesang w\u00e4hrend der fr\u00fchen Jugend von benachbarten V\u00f6geln und beherrschen zwischen 120 und 260 unterschiedliche Strophentypen, die meistens zwei bis vier Sekunden lang sind. Das extrem umfangreiche Repertoire ist damit unter den europ\u00e4ischen Singv\u00f6geln fast einzigartig.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Das habe ich im Internet gelesen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Zunehmend war ich dieser Sommernacht nicht etwa gest\u00f6rt, sondern fasziniert. Und es kam mir die biblische Sch\u00f6pfungsgeschichte in den Sinn:<\/p>\n<p>Noch einmal:<\/p>\n<p><em>\u00abUnd Gott schuf die grossen Seetiere und alle Lebewesen, die sich regen, von denen das Wasser wimmelt, nach ihren Arten und alle gefl\u00fcgelten Tiere nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und f\u00fcllt das Wasser im Meer, und die V\u00f6gel sollen sich mehren auf der Erde. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein f\u00fcnfter Tag.\u00bb<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Das Kapitel, dem dieses Zitat entnommen ist, haben wir als Schriftlesung ganz geh\u00f6rt. Und hier in unserem Kreis muss ich ja wohl nicht ausf\u00fchren, dass es sich bei der Sch\u00f6pfungsgeschichte am Anfang der Bibel nicht um einen naturwissenschaftlichen Tatsachenbericht handelt. Es ist ein hoch symbolischer Text. Die ihn geschrieben haben, betrachten den ganzen Kosmos, \u00abHimmel, Erde, Luft und Meer\u00bb. Und sie kommen aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Was f\u00fcr eine F\u00fclle!<\/p>\n<p>Um zu mir selbst zur\u00fcckzukommen: Gerade die Coronakrise hat es mit sich gebracht, dass meine Frau und ich oft spazieren gingen. Und immer neu staunten wir \u00fcber den Reichtum der Natur. In einem Teich neben dem Wenigerweiher oberhalb von St. Georgen entdeckten wir im Fr\u00fchling vor einem Jahr zwei Blessh\u00fchner. Zun\u00e4chst bauten sie im Schilf ein Nest. Und dann wurden Eier ausgebr\u00fctet. Nachdem die Jungv\u00f6gel ausgeschl\u00fcpft waren, wurden sie sowohl von der Mutter als auch vom Vater liebevoll ern\u00e4hrt. Und bald konnten sie auch schwimmen, zuerst eher zaghaft und dann in immer weiteren Kreisen. Am Anfang z\u00e4hlten wir acht. Doch dann wurden es weniger, weil einzelne Rauv\u00f6geln zum Opfer fielen. Die Natur hat auch einen grausamen Aspekt. Und sie ist verschwenderisch. Und dann noch etwas: In diesem Fr\u00fchling war das Blessh\u00fchnerpaar wieder da. Und wieder bauten sie ein Nest. Und wieder gab es Junge, in diesem Jahr allerdings nur zwei oder drei.<\/p>\n<p>Noch einmal die Sch\u00f6pfungsgeschichte in der Bibel:<\/p>\n<p><em>\u00abUnd Gott schuf die grossen Seetiere und alle Lebewesen, die sich regen, von denen das Wasser wimmelt, nach ihren Arten und alle gefl\u00fcgelten Tiere nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und f\u00fcllt das Wasser im Meer, und die V\u00f6gel sollen sich mehren auf der Erde. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein f\u00fcnfter Tag.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>Ganz wichtig daran d\u00fcnkt mich, dass der Mensch \u2013 der Mann und die Frau \u2013 nach 1.Mose 1 zwar die Krone der Sch\u00f6pfung ist, Gottes Ebenbild, sein Sachwalter auf der Erde. Aber der Mensch ist nicht allein. Auch die, wie wir meinen, \u00abunvern\u00fcnftige\u00bb Kreatur ist von Gott geschaffen worden, und sie hat ein Recht auf Leben. Und sie ist auch nicht einfach f\u00fcr den Menschen da. Die Nachtigall, die vor unserem Fenster singt, tut es ja nicht f\u00fcr uns. Und auch die Blessh\u00fchner beim Wenigerweiher oberhalb von St. Georgen haben ihr eigene Welt und ihren eigenen Sinn. Es ist ihnen v\u00f6llig gleichg\u00fcltig, ob es uns gibt oder nicht und was wir von ihnen denken.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, etwas vom Allerwichtigsten und Bleibendsten an der Sch\u00f6pfungsgeschichte in der Bibel d\u00fcnkt mich der weite Horizont. Und fast unwillk\u00fcrlich kommt mir Albert Schweitzers ber\u00fchmte Wendung \u00abEhrfurcht vor dem Leben\u00bb in den Sinn.<\/p>\n<p>Vor Jahren habe ich seine Erz\u00e4hlung, wie er zu dieser Wendung gekommen sei, schon einmal zitiert, und ich m\u00f6chte mich wiederholen.<\/p>\n<p>Im September 1915 wurde Schweitzer in Afrika zu einer Patientin gerufen, 200 Kilometer stromaufw\u00e4rts. \u00abAls einzige Fahrgelegenheit fand [er] einen gerade in Abfahrt begriffenen kleinen Dampfer [&#8230;].\u00bb Und so erz\u00e4hlt er selbst:<\/p>\n<p><em>\u00abLangsam krochen wir den Strom hinauf, uns m\u00fchsam zwischen den Sandb\u00e4nken [&#8230;] hindurchtastend. Geistesabwesend sass ich auf dem Deck [und arbeitete an einem Buch]. Am Abend des dritten Tages, als wir bei Sonnenuntergang gerade durch eine Herde Nilpferde hindurchfuhren, stand urpl\u00f6tzlich, von mir nicht geahnt und nicht gesucht, das Wort \u2039Ehrfurcht vor dem Leben\u203a vor mir.\u00bb \u2013 \u00abIch bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.\u00bb<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><strong>[3]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Wenn ich unter anderem am Morgen in der \u00abNeuen Z\u00fcrcher Zeitung\u00bb lese, stosse ich im Feuilleton fast regelm\u00e4ssig auf Artikel, die uns weismachen wollen: Heute glaubten \u00abwir mehrheitlich\u00bb ohnehin \u00abnicht mehr an Gott\u00bb.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Besonders provozierend schrieb kurz vor Weihnachten 2020 der \u00f6sterreichische Erfolgsschriftsteller Daniel Kehlmann, indem er sich zum Satz verstieg, wenn Gott wirklich tot w\u00e4re, w\u00e4re dies \u00abbei Gott [\u2026] keine schlechte Nachricht\u00bb, wir w\u00e4ren dann endlich und wirklich frei.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Wenn ich mit diesem Daniel Kehlmann sprechen k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich ihn fragen: Was meinen Sie, Herr Kehlmann, denn eigentlich mit der Vokabel \u00abGott\u00bb? Stellen Sie sich darunter einen riesigen alten Mann mit Bart mit drohendem Zeigefinger und grimmigen Augen irgendwo hoch oben \u00fcber den Wolken vor? In diesem Fall bin ich fast mit Ihnen einverstanden. F\u00fcr mich steht die Vokabel \u00abGott\u00bb aber f\u00fcr etwas ganz anderes. Nichts, was existiert, verdankt sich sich selbst. Wir verdanken uns nicht uns selbst. Gott ist f\u00fcr mich das Geheimnis der F\u00fclle des Lebens und der Liebe. Mit Jesus in der Bergpredigt im Matth\u00e4usevangelium:<\/p>\n<p><em>\u00abSchaut auf die V\u00f6gel des Himmels: Sie s\u00e4en nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen \u2013 euer himmlischer Vater ern\u00e4hrt sie. [\u2026] Lernt von den Lilien auf dem Feld, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht, ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen.\u00bb<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><strong>[6]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir hier etwas anderes als staunen?<\/p>\n<p>Es geht um das grosse Geheimnis, das alles umgreift und h\u00e4lt und tr\u00e4gt, ein Du, mit dem wir reden d\u00fcrfen. Es geht darum, dass wir diese Welt als ein grosses Geschenk wahrnehmen, f\u00fcr das wir Ehrfurcht empfinden, dankbar sind und demgegen\u00fcber wir uns zu Achtsamkeit und Behutsamkeit gerufen wissen.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Damit diese Predigt nicht zu kopflastig wird, stelle ich an den Schluss ein Bild, \u00fcber das wir meditieren k\u00f6nnen \u2013 begleitet von Orgelkl\u00e4ngen \u2013 und das uns die F\u00fclle der Sch\u00f6pfung in ihrer Pracht vor die Augen h\u00e4lt. Es braucht keinen Kommentar, da es f\u00fcr sich selbst spricht. Gemalt hat es der B\u00fcndner Giovanni Giacometti.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5699\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bildschirmfoto-2021-08-30-um-10.56.42-295x300.jpg\" alt=\"\" width=\"295\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bildschirmfoto-2021-08-30-um-10.56.42-295x300.jpg 295w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bildschirmfoto-2021-08-30-um-10.56.42-12x12.jpg 12w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Bildschirmfoto-2021-08-30-um-10.56.42.jpg 552w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/p>\n<p>Wenn ich dieses Bild sehe, kann ich nur noch sagen: Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Liturgie<\/h3>\n<p>Musik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und von unserem Herrn und Bruder Jesus Christus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1 Lobe den HERRN, meine Seele.<\/p>\n<p>HERR, mein Gott, du bist so gross.<\/p>\n<p>In Hoheit und Pracht bist du gekleidet,<\/p>\n<p>2 der du dich h\u00fcllst in Licht wie in einen Mantel,<\/p>\n<p>der den Himmel ausspannt wie ein Zelt,<\/p>\n<p>3 der im Wasser seine Gem\u00e4cher baut,<\/p>\n<p>der Wolken zu seinem Wagen macht,<\/p>\n<p>auf Fl\u00fcgeln des Sturms dahinf\u00e4hrt [\u2026].<\/p>\n<p>6 Mit der Urflut bedecktest du [die Erde] wie mit einem Kleid,<\/p>\n<p>hoch \u00fcber den Bergen standen die Wasser. [\u2026]<\/p>\n<p>8 Sie stiegen an Bergen hinan und sanken in T\u00e4ler hinab,<\/p>\n<p>an den Ort, den du ihnen bestimmt hast. [\u2026]<\/p>\n<p>10 Quellen [schickst du] in die T\u00e4ler,<\/p>\n<p>zwischen den Bergen fliessen sie dahin.<\/p>\n<p>11 Sie tr\u00e4nken alle Tiere des Feldes,<\/p>\n<p>Wildesel stillen ihren Durst.<\/p>\n<p>12 An ihren Ufern wohnen die V\u00f6gel des Himmels,<\/p>\n<p>aus dem Gezweig erschallt ihre Stimme.<\/p>\n<p>13 Von seinen Gem\u00e4chern aus [tr\u00e4nkst du] die Berge,<\/p>\n<p>von der Frucht deiner Werke wird die Erde satt. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, mit diesen Versen aus dem wunderbaren Sch\u00f6pfungspsalm 104 im Alten Testament begr\u00fcsse ich alle herzlich. Wie immer freue ich mich auch heute auf und \u00fcber diesen Gottesdienst, in dem es um das Wunder der Sch\u00f6pfung geht, besonders passend am Ende des Sommers. Lasst uns auch mit unserem ersten Lied noch einmal beim Sommer bleiben, beim Sommergesang von Paul Gerhardt, aus dem wir bereits im letzten von mir gestalteten Gottesdienst im Juli gesungen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindelied 537,1\u20133 und 8: \u00abGeh aus, mein Herz, und suche Freud.\u00bb Wilfried Schnetzler (Imelda Natter) hat uns an der Orgel bereits festlich eingestimmt, und er (sie) wird uns jetzt begleiten. Ich danke ihm (ihr) herzlich daf\u00fcr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lasst uns aufstehen und beten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grosser und guter Gott, Vater unseres Herrn und Bruders Jesus Christus, der Sommer neigt seinem Ende zu. In den vergangenen Wochen haben &nbsp;wir die Gewalten der Natur vielf\u00e4ltig erfahren: Hitze, N\u00e4sse, Hagel, \u00dcberschwemmungen, aber auch herrliche Sommertag in den Bergen oder an einem See \u2013 oder wieder auch am Meer. Die Natur l\u00e4sst uns staunen und zeigt uns unsere Grenzen. Wir haben nicht alles im Griff, und das ist wohl gut. Lass uns in diesem Gottesdienst auf neue Gedanken kommen. Rede du selbst zu uns.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor dir denken wir nicht nur an uns selbst, sondern auch an viele Abwesende, unsere Lieben und auch andere, Menschen, die du h\u00e4ltst und tr\u00e4gst und die ohne dich nicht leben k\u00f6nnten, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Beh\u00fcte deine ganze Sch\u00f6pfung. In der Stille legen wir pers\u00f6nliche Gedanken vor dich hin. \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grosser und guter Gott, Vater unseres Herrn und Bruders Jesus Christus, wir danken dir f\u00fcr diesen Gottesdienst. Nimm deinen Heiligen Geist nicht von uns. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gelesen von Ulrich Leicht (Peter Stanzel), dem ich herzlich danke, h\u00f6ren wir die Sch\u00f6pfungsgeschichte am Anfang der hebr\u00e4ischen Bibel.1. Mose 1 und die ersten vier Verse des zweiten Kapitels.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>1,1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.<\/em><\/p>\n<p><em>2 Und die Erde war w\u00fcst und \u00f6de, und Finsternis lag auf der Urflut, und der Geist Gottes bewegte sich \u00fcber dem Wasser.<\/em><\/p>\n<p><em>3 Da sprach Gott: Es werde Licht! Und es wurde Licht.<\/em><\/p>\n<p><em>4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Und Gott schied das Licht von der Finsternis.<\/em><\/p>\n<p><em>5 Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag.<\/em><\/p>\n<p><em>6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste inmitten des Wassers, und sie scheide Wasser von Wasser.<\/em><\/p>\n<p><em>7 Und Gott machte die Feste und schied das Wasser unter der Feste vom Wasser \u00fcber der Feste. Und so geschah es.<\/em><\/p>\n<p><em>8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag.<\/em><\/p>\n<p><em>9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einen Ort, dass das Trockene sichtbar werde. Und so geschah es.<\/em><\/p>\n<p><em>10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war.<\/em><\/p>\n<p><em>11 Und Gott sprach: Die Erde lasse junges Gr\u00fcn sprossen: Kraut, das Samen tr\u00e4gt, und Fruchtb\u00e4ume, die Fr\u00fcchte tragen auf der Erde nach ihrer Art, in denen ihr Same ist. Und so geschah es.<\/em><\/p>\n<p><em>12 Und die Erde brachte junges Gr\u00fcn hervor: Kraut, das Samen tr\u00e4gt nach seiner Art, und B\u00e4ume, die Fr\u00fcchte tragen, in denen ihr Same ist, je nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war.<\/em><\/p>\n<p><em>13 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter Tag.<\/em><\/p>\n<p><em>14 Und Gott sprach: Es sollen Lichter werden an der Feste des Himmels, um den Tag von der Nacht zu scheiden, und sie sollen Zeichen sein f\u00fcr Festzeiten, f\u00fcr Tage und Jahre,<\/em><\/p>\n<p><em>15 und sie sollen Lichter sein an der Feste des Himmels, um auf die Erde zu leuchten. Und so geschah es.<\/em><\/p>\n<p><em>16 Und Gott machte die zwei grossen Lichter, das gr\u00f6ssere Licht zur Herrschaft \u00fcber den Tag und das kleinere Licht zur Herrschaft \u00fcber die Nacht, und auch die Sterne.<\/em><\/p>\n<p><em>17 Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, damit sie auf die Erde leuchten,<\/em><\/p>\n<p><em>18 \u00fcber den Tag und die Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Und Gott sah, dass es gut war.<\/em><\/p>\n<p><em>19 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag.<\/em><\/p>\n<p><em>20 Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigen Wesen, und V\u00f6gel sollen fliegen \u00fcber der Erde an der Feste des Himmels.<\/em><\/p>\n<p><em>21 Und Gott schuf die grossen Seetiere und alle Lebewesen, die sich regen, von denen das Wasser wimmelt, nach ihren Arten und alle gefl\u00fcgelten Tiere nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war.<\/em><\/p>\n<p><em>22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und f\u00fcllt das Wasser im Meer, und die V\u00f6gel sollen sich mehren auf der Erde.<\/em><\/p>\n<p><em>23 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein f\u00fcnfter Tag.<\/em><\/p>\n<p><em>24 Und Gott sprach: Die Erde bringe Lebewesen hervor nach ihren Arten: Vieh, Kriechtiere und Wildtiere, je nach ihren Arten. Und so geschah es.<\/em><\/p>\n<p><em>25 Und Gott machte die Wildtiere nach ihren Arten, das Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere auf dem Erdboden, nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war.<\/em><\/p>\n<p><em>26 Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns \u00e4hnlich. Und sie sollen herrschen \u00fcber die Fische des Meers und \u00fcber die V\u00f6gel des Himmels, \u00fcber das Vieh und \u00fcber die ganze Erde und \u00fcber alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen.<\/em><\/p>\n<p><em>27 Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.<\/em><\/p>\n<p><em>28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und f\u00fcllt die Erde und macht sie untertan, und herrscht \u00fcber die Fische des Meers und \u00fcber die V\u00f6gel des Himmels und \u00fcber alle Tiere, die sich auf der Erde regen.<\/em><\/p>\n<p><em>29 Und Gott sprach: Seht, ich gebe euch alles Kraut auf der ganzen Erde, das Samen tr\u00e4gt, und alle B\u00e4ume, an denen samentragende Fr\u00fcchte sind. Das wird eure Nahrung sein.<\/em><\/p>\n<p><em>30 Und allen Wildtieren und allen V\u00f6geln des Himmels und allen Kriechtieren auf der Erde, allem, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alles gr\u00fcne Kraut zur Nahrung. Und so geschah es.<\/em><\/p>\n<p><em>31 Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.<\/em><\/p>\n<p><em>2,1 Und so wurden vollendet Himmel und Erde und ihr ganzes Heer.<\/em><\/p>\n<p><em>2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte.<\/em><\/p>\n<p><em>3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte Gott von all seinem Werk, das er durch sein Tun geschaffen hatte.<\/em><\/p>\n<p><em>4 Dies ist die Geschichte der Entstehung von Himmel und Erde, als sie geschaffen wurden.<\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><em>So weit unsere Lesung. Selig sind, die Gottes Wort h\u00f6ren und bewahren. Amen.<\/em><\/p>\n<h4><em>&nbsp;Predigt<\/em><\/h4>\n<p><em>Gemeindelied 12,1\u20133 und 6: \u00abDie Himmel r\u00fchmen des Ewigen Ehre.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alles, was uns bewegt, fassen wir zusammen, indem wir gemeinsam das Gebet sprechen, das Jesus uns gelehrt hat und durch das wir mit Christinnen und Christen aller Zeiten und L\u00e4nder verbunden sind:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unser Vater im Himmel!<\/p>\n<p>Geheiligt werde dein Name.<\/p>\n<p>Dein Reich komme.<\/p>\n<p>Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.<\/p>\n<p>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/p>\n<p>Und vergib uns unsere Schuld,<\/p>\n<p>wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/p>\n<p>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung,<\/p>\n<p>sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/p>\n<p>Denn dein ist das Reich und die Kraft<\/p>\n<p>und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindelied 530,1\u20136: \u00abHimmel, Erde, Luft und Meer.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mitteilungen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindelied 332: \u00abVerleih uns Frieden gn\u00e4diglich.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von guten M\u00e4chten wunderbar geborgen<\/p>\n<p>erwarten wir getrost, was kommen mag.<\/p>\n<p>Gott ist bei uns am Abend und am Morgen<\/p>\n<p>und ganz gewiss an jedem neuen Tag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gott segne euch und beh\u00fcte euch. Gott lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber euch und sei euch gn\u00e4dig. Gott wende euch sein Antlitz zu und gebe euch und auch mir und der ganzen Welt Frieden. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Gek\u00fcrzt nach Wikipedia am 6. Juli 2021.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Gen 1,21\u201323.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Frank Jehle: Bei offenen Kirchenfenstern. Predigten im Radio und an der Universit\u00e4t. Z\u00fcrich 2008, S. 57. Zitate aus Albert Schweitzer: Aus meinem Leben und Denken. Hamburg 1959, S. 132f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Alexander Grau. Erl\u00f6st wird nur, wer Grenzwerte einh\u00e4lt.\u00bb NZZ, Dienstag, 6. Juli 2021, S. 32.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Daniel Kehlmann: Was bleibt von der Religion? NZZ, Freitag, 18. Dezember 2020, S. 32.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Mt 6,29\u201329.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Fotografiert im B\u00fcndner Kunstmuseum in Chur von F. J. am 20. Juni 2021.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wunder der Sch\u00f6pfung | 29. August 2021&nbsp; | Predigt zu 1. Mose 1,1- 2,4 | verfasst von Frank Jehle |&nbsp; Liebe Gemeinde! Ich beginne meine Predigt mit einem pers\u00f6nlichen Erlebnis. Wegen der Hitze schliefen wir im Juni mit offenem Fenster. Und einmal, ziemlich genau morgens um vier, wurde ich geweckt. F\u00fcr mein Empfinden unmittelbar [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5667,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,511,1,2,157,114,507,100,215,349,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-5698","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-genesis","category-13-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-at","category-beitragende","category-deut","category-frank-jehle","category-kapitel-1","category-kapitel-2-chapter-2-genesis","category-kasus","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5698"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5698\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5701,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5698\/revisions\/5701"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5698"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=5698"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=5698"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=5698"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=5698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}