{"id":5901,"date":"2021-10-12T12:16:21","date_gmt":"2021-10-12T10:16:21","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=5901"},"modified":"2021-10-12T12:21:23","modified_gmt":"2021-10-12T10:21:23","slug":"prediger-119-10-121-2a-3-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/prediger-119-10-121-2a-3-7\/","title":{"rendered":"Prediger 11,9-10; 12,1-2a.3-7"},"content":{"rendered":"<h3>Verherrlichung der Jugend? Hoffnung \u00fcber den Tod hinaus! | 20. Sonntag nach Trinitatis | 17.10.2021 | Prediger 11,9-10; 12,1-2a.3-7 | verfasst von Dr. Rainer Stahl |<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDie Gnade unseres Herrn Jesus Christus,<\/p>\n<p>die Liebe Gottes<\/p>\n<p>und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes<\/p>\n<p>sei mit Euch allen!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserin, lieber Leser!<\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das h\u00e4tten wir vielleicht nicht erwartet: Wirklich, es gibt in unserer Bibel eine Aussage, die die Jugend verherrlicht, sie als etwas Erstrebenswertes anpreist, sie als die eigentlich einzige Lebensspanne identifiziert, in der wir uns freuen k\u00f6nnten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eFreue dich, junger Mann \/ junge Frau an deiner Jugend<\/p>\n<p>und lass es deinem Herzen \/ deinem Verstand gut sein in den Tagen deiner Jugendbl\u00fcte.<\/p>\n<p>Und geh auf den Wegen deines Herzens \/ deines Verstandes und in der Sicht deiner Augen.<\/p>\n<p>Und wisse,<\/p>\n<p>dass dich Gott \u00fcber dies alles kommen lassen wird ins Gericht.<\/p>\n<p>Und lasse fernbleiben Gram von deinem Herzen \/ deinem Verstand<\/p>\n<p>und lasse vor\u00fcberziehen das B\u00f6se an deinem Fleisch,<\/p>\n<p>denn die Jugend und das Schwarzhaar sind nichtig.<\/p>\n<p>Und gedenke deines Sch\u00f6pfers in den Tagen deiner Jugendbl\u00fcte<\/p>\n<p>solange noch nicht gekommen sind die Tage des B\u00f6sen<\/p>\n<p>und eingetroffen sind Jahre, von denen du sagen wirst: \u00bbKeinen Gefallen habe ich an ihnen\u00ab,<\/p>\n<p>solange sich noch nicht verfinstert haben die Sonne und das Licht und der Mond und die Sterne [\u2026]\u201c<\/p>\n<p>(11,9-10; 12,1-2a).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Denn das Gedicht, mit dem unser Buch abschlie\u00dft, beginnt eigentlich mit Vers 9 von Kapitel 11, also mit Worten, die wir nicht unterschlagen sollten. Au\u00dferdem habe ich in meiner \u00dcbersetzung bewusst dem jungen Mann, von dem im hebr\u00e4ischen Original wie von einem zu einer Elitetruppe Berufenen geredet wird, noch die junge Frau zur Seite gestellt. Nat\u00fcrlich konnten sich die Denker der Jahre 230 bis 200 vor Christus, aus deren Jerusalemer Gespr\u00e4chsschule unser Buch hervorgegangen war<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a>, nicht vorstellen, dass in der Anrede auch die Frauen zu ber\u00fccksichtigen seien \u2013 aber wir k\u00f6nnen uns Gott sei Dank unser Leben, unsere Gesellschaft, unser Nachdenken \u00fcber Gl\u00fcck und Ungl\u00fcck im Leben ohne sie nicht mehr vorstellen! Das besonders angesichts der aktuellen Entwicklungen in Afghanistan, in denen wieder durchgesetzt werden soll, was zum Beispiel um die Wende vom dritten zum zweiten Jahrhundert vor Christus Normalit\u00e4t war! Vor diesem gro\u00dfen Hintergrund habe ich schon in diesem biblischen Wort alle benannt \u2013 damit sich auch heute alle angesprochen f\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alle Menschen, egal welcher geschlechtlichen Identit\u00e4t, sind angesprochen: Hier sind wir als Jugendliche angesprochen, als solche, denen ihre Jahre wirklich gefallen, sind wir angesprochen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dazu darf ich einen Gang des Nachdenkens einschieben, denn unser biblisches Wort ist ja nicht naiv: Alle, die ihre Jugendzeit genie\u00dfen \u2013 wir alle, als wir unsere Jugendzeit genossen \u2013, haben trotz aller Freude immer die Verantwortung im Blick zu behalten, der wir nie entkommen k\u00f6nnen: die Verantwortung f\u00fcr die Folgen unseres Verhaltens, die Verantwortung \u00fcber uns hinaus f\u00fcr die Menschen neben uns:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deshalb auch habe ich den \u00f6fter vorkommenden Begriff \u201elew\u201c, der \u201eHerz\u201c bedeutet, auch mit dem Begriff \u201eVerstand\u201c wiedergegeben. Denn nach den Anschauungen der damaligen Denker war das Herz nicht nur \u00bbOrt\u00ab des Gef\u00fchls, sondern auch des Verstehens. Schon dadurch wird auf die Verantwortung angespielt, die den Verfassern unseres Gedichtes wichtig ist.<\/p>\n<p>Deshalb ist der folgende Satz so wichtig: \u201elasse vor\u00fcberziehen das B\u00f6se an deinem Fleisch\u201c (11,10b). Dazu darf ich fragen: Welches Ma\u00df an Verantwortung nehmen diejenigen wahr, die mit ihren hochgez\u00fcchteten Autos Rennfahrten unternehmen und dabei in Kauf nehmen, dass sie Unbeteiligte \u00fcberfahren, ja: t\u00f6ten? Welches Ma\u00df an Verantwortung nehmen diejenigen wahr, die sich immer wieder Alkoholexzessen ergeben, die sich von Drogen abh\u00e4ngig gemacht haben und ihr Leben der Beschaffung von diesen Drogen widmen?<\/p>\n<p>Diese und andere Gefahren hatte unser Gedicht schon in folgende Zeile zusammengefasst: \u201eUnd wisse, dass dich Gott \u00fcber dies alles kommen lassen wird ins Gericht\u201c (11,9d-e) \u2013 in die Pflicht, Rechenschaft abzulegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim mehrmaligen Lesen und Durchdenken unseres Predigtwortes kam bei mir sehr schnell die Frage auf, was eigentlich gepredigt werden k\u00f6nnte, was die Botschaften dieses biblischen Wortes sein k\u00f6nnten. Aber hatten wir eben nicht schon die erste Botschaft gefunden? \u00dcbrigens \u2013 das darf ich als bewusster Lutheraner unterstreichen \u2013 in dieser besonderen Abfolge:<\/p>\n<p>Erst \u201eEvangelium\u201c: Werdet der Chancen Eurer Jugendzeit bewusst. Sie kommen in dieser Weise nie mehr wieder!<\/p>\n<p>Dann \u201eGesetz\u201c: Vergesst nie Eure Verantwortung f\u00fcr Euch und f\u00fcr Eure Mitmenschen!<\/p>\n<p>Unser biblisches Wort will uns das Leben nicht madig machen, denn dieses \u201eGesetz\u201c ist keine Spa\u00dfbremse! Aber es warnt uns, trotz aller Freude nicht \u00fcber die Str\u00e4nge zu schlagen. Es weist uns auf diejenige Freude hin, die Bestand und Zukunft haben wird.<\/p>\n<p>Das alles w\u00e4re doch eine wichtige Botschaft, die zu h\u00f6ren sich wirklich lohnt! Halten Sie also Ma\u00df zwischen Freude und Begeisterung und dann Verantwortung und R\u00fccksicht!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was aber sagt unser biblisches Wort noch? Je mehr ich \u00fcber dieses Wort nachdenke, desto mehr empfinde ich, dass es jetzt die geh\u00f6rte Grundbotschaft vertiefen will, den Ernst der Botschaft hervorheben will, die Entschiedenheit seiner Botschaft unterstreichen will. Dabei wendet sich unser biblisches Wort den anderen Menschenaltern zu, besonders dem Alter:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eAn dem Tag, an dem zittern die Bewacher des Hauses&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>\u2013 zittern die Arme,<\/em><\/p>\n<p>und sich kr\u00fcmmen die M\u00e4nner der Kraft&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>\u2013 sich kr\u00fcmmen die Beine,<\/em><\/p>\n<p>und ohne Arbeit sind die M\u00fchlensklavinnen,<\/p>\n<p>weil sie wenige geworden sind,&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>\u2013 die Z\u00e4hne verloren gehen,<\/em><\/p>\n<p>und sich verfinstert haben, die durch die Fenster sehen&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>\u2013 die Sehkraft der Augen erlahmt,<\/em><\/p>\n<p>und verschlossen sind die Doppelt\u00fcren zur Stra\u00dfe\u201c&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<em>\u2013 sich die H\u00f6rkraft der Ohren verliert.<\/em><\/p>\n<p>(12,3-4a).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als dieses Gedicht geschrieben worden war, gab es ja alles noch nicht, was wir nutzen k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>Medikamente, die Beschwerden wirklich lindern \u2013 au\u00dfer damals f\u00fcr Reiche die Hoffnungen auf Linderungen der Schmerzen in B\u00e4dern, wie f\u00fcr Herodes den Gro\u00dfen im Bad bei den warmen Quellen von Kallirrhoe nord\u00f6stlich des Toten Meeres im Jahr 4 vor Christus.<\/p>\n<p>Die gute Versorgung durch Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte, die es f\u00fcr uns gibt.<\/p>\n<p>Die modernen Brillen und Augenoperationen: ja, die M\u00f6glichkeiten k\u00fcnstlicher Linsen und die R\u00fcckg\u00e4ngigmachung der Abl\u00f6sung der Netzhaut.<\/p>\n<p>Das Ausgleichen der Abschw\u00e4chung des Geh\u00f6rs durch H\u00f6rger\u00e4te von unterschiedlichsten Firmen.<\/p>\n<p>Die Rollatoren, mit denen auch Menschen mit unsicheren und schwachen Beinen doch gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber das hier Angedeutete muss ich gar nicht hinausgreifen. Aber ich m\u00f6chte doch die M\u00f6glichkeiten der Transplantationsmedizin andeuten:<\/p>\n<p>Die Transplantation einer Niere (dabei denken wir an unseren Bundespr\u00e4sidenten, der mit einer seiner Nieren seiner Frau geholfen hatte \u2013 denken also an die Hilfe von Lebenden zu Lebenden);<\/p>\n<p>die Transplantation sogar des Herzens (dabei denken wir also an Lebenschancen, die auch Tote geben k\u00f6nnen).<\/p>\n<p>Ich habe in meinem Leben einmal eine Hornhaut von einem anderen Menschen erhalten, der vor der Entnahme seiner Hornhaut nat\u00fcrlich schon tot war. In meinem konkreten Fall kann ich trotzdem nicht besser sehen, aber diese Erfahrung hat mich dazu gebracht, auch aus Glaubensgr\u00fcnden f\u00fcr Transplantationen zur Verf\u00fcgung zu stehen. Seit vielen Jahren steckt in meiner Brieftasche ein Organspendeausweis. Gerade als Theologe verstehe ich die Gegnerschaft gegen Organspenden nicht. Wozu braucht Gott meine gestorbenen \u00dcberreste, um mich zu ewigem Leben aufzuerwecken?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vertiefen darf ich diese Position, indem ich auf einen gemeinsamen evangelisch\/r\u00f6misch-katholischen Text aus dem Jahre 1990 \u2013 also auf eine schon recht alte \u00dcbereinkunft \u2013 verweise: \u201eWir wissen, da\u00df unser Leben Gottes Geschenk ist, das er uns anvertraut hat, um ihm die Ehre zu geben und anderen Menschen zu helfen. Diese Bestimmung unseres Lebens gilt bis zum Sterben, ja m\u00f6glicherweise \u00fcber den Tod hinaus. [&#8230;] Wer darum f\u00fcr den Fall des eigenen Todes die Einwilligung zur Entnahme von Organen gibt, handelt ethisch verantwortlich, denn dadurch kann anderen Menschen geholfen werden, deren Leben aufs h\u00f6chste belastet oder gef\u00e4hrdet ist. [&#8230;] Aus christlicher Sicht ist die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod ein Zeichen der N\u00e4chstenliebe und Solidarisierung mit Kranken und Behinderten.\u201c<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und damit sind wir bei der Schlusspassage unseres Bibelwortes. Dort wird wohl nicht von Auferweckung in christlichem Sinn geredet. Aber es wird eine daf\u00fcr wichtige Grundlage gelegt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDenn gehend ist der Mensch zu seinem ewigen Haus. [\u2026]<\/p>\n<p>Und zur\u00fcckgekehrt ist der Staub auf die Erde, wie er war,<\/p>\n<p>und der Atem \/ der Geist zur\u00fcckkehrt zu Gott, der ihn gab\u201c<\/p>\n<p>(12,5f.7a-c).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was in die Erde gelegt wird, wird Staub, ist Staub. F\u00fcr die Reichen damals galt: Sie wurden in ein Felsengrab gelegt. Aber etwa ein Jahr sp\u00e4ter, wenn alles Organische verwest war, wurden die Knochen (die nat\u00fcrlich auch organisch sind) in einer tieferen Felsh\u00f6hle gesammelt. Damit waren sie f\u00fcr das Verstehen jener Menschen aus ihrem menschlichen Blick hinausgegeben, ja sogar entsprechend ihrer Ahnungen von Gott auch aus dessen Blick und Macht hinausgefallen.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> Aber der Gestorbenen Atem, ihr Geist \u2013 der war nicht verloren, der war zu dem \u201egegangen\u201c, der ihn gegeben hatte, zu Gott! Also: Unser Atem, unser Geist \u2013 der wird nicht verloren gehen, der wird \u201egehen\u201c zu dem, der ihn gab, zu Gott!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mir ist eine Vorstellung sehr wichtig: Der Name, die Identit\u00e4t jedes Menschen wird von Gott erinnert. In dieses Erinnern darf ich mich \u2013 Rainer \u2013 vertrauensvoll fallen lassen. Das ist ja das Wesentliche, was ich \u201eGott\u201c nennen kann: So wie ich mich seinem Sch\u00f6pfungshandeln verdanke, so wei\u00df ich mich bei ihm aufgehoben und bewahrt: Er wei\u00df mich weiterhin, denn zu ihm, \u201eder ihn mir gab\u201c, wird mein Atem, mein Geist zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus der l\u00e4ngst vergangenen Zeit der Deutschen Demokratischen Republik habe ich mir eine Erfahrung bewahrt: Die Kommunisten haben immer an den Gr\u00e4bern gesagt, dass sie die verstorbene Person in Erinnerung behalten w\u00fcrden. Aber das ist doch keinerlei Hoffnung: Dass selbst sterbliche Menschen die Erinnerung an einen Gestorbenen bewahren w\u00fcrden. Wie weit reicht das Erinnerungsverm\u00f6gen von Menschen? Wenn wir wirklich ein Erinnerungsverm\u00f6gen an verstorbene Menschen denken wollen, dann m\u00fcssen wir <u>Gott denken<\/u> \u2013 und <u>Gott glauben<\/u>. Denn nur Gott ist die Macht, die jede einzelne Person erinnern wird. Deshalb glaube ich weiterhin an Gott. Deshalb lade ich Sie jetzt ein, Gott zu glauben:<\/p>\n<p>Denn zu ihm ist der Atem, ist der Geist jeder verstorbenen Person gewechselt, zu dem n\u00e4mlich, \u201eder ihn gab\u201c!<\/p>\n<p>Zu ihm wird Ihr Atem, Ihr Geist einmal wechseln, zu dem n\u00e4mlich, \u201eder ihn gab\u201c!<\/p>\n<p>Zu ihm wird mein Atem, mein Geist einmal wechseln, zu dem n\u00e4mlich, \u201eder ihn gab\u201c!<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eUnd der Friede Gottes,<\/p>\n<p>der h\u00f6her ist als unsere Vernunft,<\/p>\n<p>bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Rainer Stahl<\/p>\n<p>Erlangen<\/p>\n<p><a href=\"mailto:rainer.stahl.1@gmx.de\">rainer.stahl.1@gmx.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[1951 geboren, Studium der Theologie in Jena, Assistent im Alten Testament, 1981 ordiniert, Pfarrer der Ev.-Luth. Kirche in Th\u00fcringen, zwei Jahre lang Einsatz beim Lutherischen Weltbund in Genf, dann Pfarrer in Altenburg, Alttestamentler an der Kirchlichen Hochschule in Leipzig, Referent des Th\u00fcringer Landesbischofs in Eisenach, seit 1998 Dienst f\u00fcr den Martin-Luther-Bund (das lutherische Diasporawerk) in Erlangen, seit 2016 im Ruhestand.]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a>&nbsp;&nbsp; Hier muss ich andeuten, dass ich 2004 \/ 2005 f\u00fcr eine Vorbereitungskonferenz in Th\u00fcringen zu den Bibelwochentexten der Bibelwoche 2005\/2006 aus dem Buch Prediger intensiv gearbeitet hatte. Jetzt sei nur kurz darauf hingewiesen, dass der Bezug zu \u201eSalomo\u201c \u2013 \u201ePrediger Salomos\u201c \u2013 nat\u00fcrlich eine redaktionelle Identifikation darstellt, ist doch z.B. auch das Hebr\u00e4isch dieses Buches viel j\u00fcnger als das Hebr\u00e4isch, das Salomo 600 Jahre fr\u00fcher gesprochen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Bei der Vorbereitung auf jene Konferenz in Th\u00fcringen waren z.B. folgende Arbeiten wichtig:<\/p>\n<p>Renate Brandscheidt: Weltbegeisterung und Offenbarungsglaube. Literatur-, form- und traditionsgeschichtliche Untersuchung zum Buch Kohelet, Trierer Theologische Studien 64, Trier 1999.<\/p>\n<p>Jetzt leben. Sieben Texte aus Kohelet, mit Einf\u00fchrung und Auslegungen von Franz-Josef Ortkemper, Redaktion: Rosemarie Micheel und Waldemar Wolf, Texte zur Bibel 21, Neukirchen-Vluyn 2005.<\/p>\n<p>Als j\u00fcngere Literatur nenne ich noch:<\/p>\n<p>Alain B\u00fchlmann: Kohelet, in: Einleitung in das Alte Testament. Die B\u00fccher der Hebr\u00e4ischen Bibel und die alttestamentlichen Schriften der katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen, hg. von Thomas R\u00f6mer, Jean-Daniel Macchi und Christophe Nihan, Z\u00fcrich 2013, S. 605-613.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a>&nbsp; \u201eOrgantransplantationen. Erkl\u00e4rung der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gemeinsame Texte 1, Hannover und Bonn 1990, S. 22-23.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a>&nbsp;&nbsp; Hierzu sei ein wichtiger Aufsatz zu den beiden Silberr\u00f6llchen, die in Ketef Hinnom s\u00fcdlich der Altstadt Jerusalems gefunden worden waren, genannt: Angelika Berlejung: Ein Programm f\u00fcrs Leben. Theologisches Wort und anthropologischer Ort der Silberamulette von Ketef Hinnom, Zeitschrift f\u00fcr die alttestamentliche Wissenschaft (ZAW) 120, 2008, S. 204-230. Ich zitiere hier: \u201eZwischen den einzelnen Stadien des Todes eines Menschen muss genauer differenziert werden, da nach vorderorientalisch-pal\u00e4stinischer Vorstellung ein Mensch mit Tod\/Grab\/Unterwelt verschiedene Stadien der postmortalen Existenz durchlief. In die Existenzform des Toten im Grab w\u00e4hrend seiner Verwesungszeit reichte die portative Gottespr\u00e4senz der Amulette sehr wohl, in die der Unterwelt jedoch nicht hinein. [\u2026] Die Antwort, die wir in Ketef Hinnom vor uns haben, ist f\u00fcr das 6.\/5. Jh. v.Chr. eindeutig. Sie lautet unter den auf das Grab (!) eingeschr\u00e4nkten Bedingungen: JA!\u201c (a.a.O., S. 228 und 230).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verherrlichung der Jugend? Hoffnung \u00fcber den Tod hinaus! | 20. 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