{"id":5917,"date":"2021-10-11T17:11:00","date_gmt":"2021-10-11T15:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=5917"},"modified":"2021-10-12T17:16:04","modified_gmt":"2021-10-12T15:16:04","slug":"predigt-zu-matthaeus-221-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zu-matthaeus-221-14\/","title":{"rendered":"Predigt zu Matth\u00e4us 22,1-14"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Um Antwort wird gebeten | 20. Sonntag nach Trinitatis | 17.10.2021 |&nbsp; <\/strong>Matth\u00e4us 22,1-14 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfassst von Poul Joachim Stender |<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwei Schritte nach zur\u00fcck und zehn Schritte voran. Das klingt nach einem Tanz. Aber oft kann man kolossale Fortschritte machen, indem man einige Schritte zur\u00fccktritt. Zurzeit gibt es viele Leute in D\u00e4nemark, die das Gef\u00fchl haben, dass das Leben zu hektisch ist. Viele zappen sich voneinander, indem sie st\u00e4ndig auf ein Handy starren oder einen Computer oder irgendeinen Fernsehschirm. Und deshalb k\u00f6nnte es eine Idee sein, dass man zwei Schritte zur\u00fcck macht hin zu der Langsamkeit, die unsere Gesellschaft jahrzehntelang gepr\u00e4gt hat, wo man darum bem\u00fcht war, sich von Angesicht zu Angesicht zu begegnen und nicht \u00fcber Facebook oder Instagram. Experten warnen. Smartphones und Tablets sind \u00e4u\u00dferst sch\u00e4dlich f\u00fcr unser Familienleben. In vieler Hinsicht sind das ja zwei Schritte r\u00fcckw\u00e4rts in einer Kirche zu sitzen und Texte zu h\u00f6ren, die zweitausend Jahre alt sind, Lieder zu singen, die dreihundert Jahre alt sind und einen Mann oder eine Frau zu sehen in einem Gewand, das vor f\u00fcnfhundert Jahren modern war. Aber was man in der Kirche h\u00f6rt, das bedeutet zwei Schritte zur\u00fcck zu alten Werten, aber zehn Schritte voran zu einem Leben mit mehr Inhalt.<\/p>\n<p>Der Text der Predigt hat die \u00dcberschrift: Die k\u00f6nigliche Hochzeit. Und es geht u.a. um das j\u00fcngste Gericht und das Himmelreich. Gott wird heute darauf reduziert, ein unglaublich netter und verst\u00e4ndnisvoller Gott zu sein. Er schickt uns alle direkt zum Fest im Himmel, so wie einige D\u00e4nen meinen, dass alle Fl\u00fcchtlinge aus aller Welt direkt festen Aufenthalt in D\u00e4nemark bekommen sollten. Die Grenze zwischen der Ewigkeit und der Erde wird wie das Schengen-Abkommen. Keine Passkontrolle. Es w\u00e4ren zwei Schritte zur\u00fcck, vom J\u00fcngsten Gericht zu reden als dem Tag, wo Gott uns daf\u00fcr richten wird, wie wir unser Leben gelebt haben. Aber das w\u00fcrde zehn Schritte voran bedeuten zu einem mehr intensiven Leben hier auf Erden miteinander. Im Augenblick haben wir hier in D\u00e4nemark so etwas, was man eine Container-Gerechtigkeit nennen k\u00f6nnte. Wir k\u00f6nnen uns unanst\u00e4ndig betragen gegen\u00fcber der Familie, uns betrinken das ganze Wochenende. Das ist ok. Hauptsache wir denken daran, die leeren Flaschen den Pfadfindern zu \u00fcberlassen oder im Flaschen-Automaten auf den Knopf zu dr\u00fccken, der auf einen guten Zweck hinweist. Wir brauchen unsere alte Mutter nicht im Pflegeheim zu besuchen. Wichtig ist, dass wir \u00f6kologisch essen und keine Eier von Batterieh\u00fchner kaufen. Wir k\u00f6nnen unser Leben mit immer mehr Konsum f\u00fcllen. Nur m\u00fcssen wir daran denken, unsere alten Kleider im Secondhandladen abzuliefern, damit die Armen in der Welt etwas davon haben. Wenn wir aber zwei Schritte zur\u00fcck mac en zum Gedanken an das Gericht, wo wir uns daf\u00fcr verantworten sollen, wie wir unser Leben gelebt haben, dann machen wir zehn Schritte nach vorn, weil wir in unserem Alltag und uns selbst mit den liebenden Augen Gottes sehen. Wir glauben, dass wir im guten Recht sind. Aber wir merken, dass das nicht in Ordnung ist, was wir tun. Mit anderen Worten: Wir werden durch das Gericht uns selbst bewusst und beginnen deshalb \u2013 hoffentlich, uns danach zu richten.&nbsp; Recycling bezieht sich auch darauf, den Menschen wieder zu gebrauchen, den man geheiratet hat, und ihn nicht gleich durch einen anderen zu ersetzen. Recycling bedeutet auch, dass uns Gott nach unserem Tod wieder braucht f\u00fcr das Fest in seinem Reich, <em>wenn<\/em> wir an diesem fest teilnehmen wollen.<\/p>\n<p>Nun ist es so, dass niemand mit zur himmlischen Party kraft eigener Verdienste kommt. Jesus starb am Kreuz und stand auf von den Toten, um uns Zugang zu diesem Fest zu geben. Nur er allein ist unser Pass, unsere Boardingcard, unsere Eintrittskarte zum Reich Gottes. Der Sohn Gottes gibt uns die Festkleider, die in der Erz\u00e4hlung von der Hochzeit des K\u00f6nigssohnes erw\u00e4hnt werden \u2013 nicht wir selbst. Gottes Wirken betrifft nicht nur die Frommen, die T\u00fcchtigen, die Tugendhaften, die Richtigen. Sein Territorium ist so gro\u00df, dass Platz f\u00fcr alle ist, die mit ihm zu tun haben wollen. Als einige M\u00fctter mit ihren Kindern zu Jesus kamen, wurden sie durch die J\u00fcnger zur\u00fcckgehalten, die nicht meinten, dass Kinder in den Kreis um Jesus geh\u00f6rten. Aber Jesus wurde zornig und sagte: \u201eLasst die Kinder zu mir kommen\u201c. Als eine kanaan\u00e4ische Frau Jesus aufforderte, ihre Tochter zu heilen, versuchte die J\u00fcnger wieder, den Kreis um Jesus zu schlie\u00dfen. Aber Jesus \u00f6ffnete den Kreis und lie\u00df sie teilhaben an seinem Reich. Der Bereich Gottes ist enorm. Und wir werden \u00fcberrascht sein, wer mit uns dabei sein wird bei dem himmlischen Festmahl, so wie viele enorm \u00fcberrascht sein werden, uns zu sehen. Aber <em>wenn<\/em> wir nicht bei diesem Fest dabei sein wollen, sozusagen die Festkleider ausziehen, dann sollen wir auch nicht damit rechnen, dabei sein zu k\u00f6nnen. Die Entscheidung liegt bei uns, so wie es auch an uns liegt, ob unser Leben hier auf Erden ein Fest sein soll. Wir folgen einem auferstandenen Erl\u00f6ser, und das bedeutet, dass er uns unabl\u00e4ssig ruft aus all den Gr\u00e4bern, in denen wir enden k\u00f6nnen. Und wir k\u00f6nnen in Gr\u00e4bern enden von Stress und Sorgen oder Jagd nach mehr Geld. Allzu viele von uns sind tot, ehe sie tot sind. Aber es gibt auch ein Fest vor dem Fest im Reich Gottes. Und an diesem Fest und dem Fest des Reiches Gottes k\u00f6nnen wir teilnehmen, wenn wie die Einladung annehmen. U.A.w.g, um Antwort wird gebeten. So steht es in dienstlichen Briefen von Beh\u00f6rden. Das gilt auch hier. Nehmen wir die Einladung zum Fest hier auf Erden und dem fest im Himmel an oder nicht.&nbsp; U.A.w.g. Um Antwort wird gebeten. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pastor Poul Joachim Stender<br \/>\nDK 4060 Kirke S\u00e5by<br \/>\npjs(at)km.dk<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um Antwort wird gebeten | 20. Sonntag nach Trinitatis | 17.10.2021 |&nbsp; Matth\u00e4us 22,1-14 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfassst von Poul Joachim Stender | &nbsp; &nbsp; Zwei Schritte nach zur\u00fcck und zehn Schritte voran. Das klingt nach einem Tanz. Aber oft kann man kolossale Fortschritte machen, indem man einige Schritte zur\u00fccktritt. 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