{"id":6069,"date":"2021-10-25T09:16:00","date_gmt":"2021-10-25T07:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=6069"},"modified":"2021-10-26T13:17:27","modified_gmt":"2021-10-26T11:17:27","slug":"meditation-uebers-glaubensbekenntnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/meditation-uebers-glaubensbekenntnis\/","title":{"rendered":"\u00dcber das Glaubensbekenntnis"},"content":{"rendered":"<h3>Eine andere Predigt \u00fcber das Glaubensbekenntnis (aus dem D\u00e4nischen) | 22. Sonntag nach Trinitatis | Von Anders Kj\u00e6rsig |<\/h3>\n<p><em>Eine andere Predigt f\u00fcr den 22. Sonntag nach Trinitatis. Keine Textpredigt, sondern eine Predigt \u00fcber die Dreieinigkeit selbst. Eine Meditation \u00fcber das Glaubensbekenntnis Satz f\u00fcr Satz, Abschnitt f\u00fcr Abschnitt \u2013 mit anderen Worten, neuen Worten, die die alten Worte zum Leuchten bringen sollen. Das jedenfalls ist mein Anliegen. Ob es gelungen ist, soll der Leser bzw. der H\u00f6rer entscheiden. In D\u00e4nemark geh\u00f6rt nach alter Tradition die Entsagung noch immer zum Glaubenskenntnis.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir entsagen dem Teufel und allen seinem Werken und seinem Wesen<\/em><\/p>\n<p>Das Wesen des Teufels ist es, gegen das Gute zu wirken. Er ist das Gegenst\u00fcck zum Guten. Ihm entsagen wir. Entsagen ist das Gegenteil von Vers\u00f6hnen. Wir versuchen uns mit unserem N\u00e4chsten zu vers\u00f6hnen, wenn die Beziehung gest\u00f6rt ist. Wir versuchen uns mit unserem Gott zu vers\u00f6hnen, wenn der Zweifel und die Verzweiflung an uns nagt. Wir k\u00f6nnen uns nicht mit dem vers\u00f6hnen, dem wir entsagen.&nbsp; Entsagen hei\u00dft Abstand halten, mit der Hilfe Gottes das auf Abstand halten, was das Gottesverh\u00e4ltnis und das menschliche Leben st\u00f6rt. Wir entsagen dem Teufel, dem Satan, dem Versucher, dem Antichrist. Und all den anderen Namen des Teufels.&nbsp; Wir entsagen all seinen Werken und all seinem Wesen, der konkreten Art und Weise, in der er die Wirklichkeit und das menschliche Leben bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.<\/p>\n<p><em>Wir glauben an Gott, den Vater, den Allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde.<\/em><\/p>\n<p>Allm\u00e4chtig! Dann ist man gro\u00df, gr\u00f6\u00dfer, am gr\u00f6\u00dften. Nichts ist da dr\u00fcber oder darunter oder daneben.&nbsp; Der Allm\u00e4chtige ist au\u00dferhalb des Universums, jenseits von Big Bang, er, der alles i Gang gesetzt hat \u2013 die Zeit, den Raum und die Schwerkraft, die Galaxen und die Rotation der Planeten, selbst die Relativit\u00e4t des Universums hat in ihm seinen Ursprung. So gro\u00df ist der Gott, an den wir glauben. Jedoch ist der Abstand zwischen ihm und uns nicht gr\u00f6\u00dfer, als dass wir ihn unseren Vater nennen k\u00f6nnen. Er ist nicht nur Herr, Sch\u00f6pfer und allm\u00e4chtiger Gott, er ist auch Vater, bei uns gegenw\u00e4rtig in Gebet und Lobgesang &#8211; und damit nicht au\u00dfer Reichweite. Das zeigt er uns, indem er uns seinen Sohn schenkt \u2026<\/p>\n<p><em>Wir glauben an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn<\/em><\/p>\n<p>Der Allm\u00e4chtige und der Eingeborene! Sie sind zwei, aber doch eins und einig: Vater und Sohn. Da sind nicht mehrere S\u00f6hne und keine anderen V\u00e4ter. Man denke sich einen Vater, so allm\u00e4chtig, dass er seine Macht mit dem Sohn teilen will. Men denke sich einen Vater so allm\u00e4chtig, dass er nicht nur seine Macht mit dem Sohn teilen will, sondern den Sohn seine Macht zeigen lassen will durch einen Willen zur Unabh\u00e4ngigkeit. Man denke sich einen Vater so allm\u00e4chtig, dass er nicht nur seinen Sohn seine Macht durch einen Willen zur Ohnmacht erweist, sondern eben aus dieser Position dem Sohn das Recht gibt, sich Herr zu nennen. Nur der gr\u00f6\u00dfte Gott tut so etwas. Nur der gr\u00f6\u00dfte Vater handelt so. Vater und Sohn sind also einig in einer gewissen Verschiedenheit; der Sohn wird empfangen, um ein Leben in Zeitlichkeit und Verg\u00e4nglichkeit zu leben .,..<\/p>\n<p><em>empfangen durch den Heiligen Geist<\/em>, <em>geboren von der Jungfrau Maria<\/em><\/p>\n<p>Und direkt in eine verworrene und brennende Welt geworfen, wie ein Dreieck in einem Glasperlenspiel, das nicht richtig hineinpasst, und das von Anfang an als ein Fremdelement wirkt, ein Zeichen des Widerspruchs, ein Mysterium, dass Ansto\u00df erregt und Missverst\u00e4ndnisse bewirkt und sich nie durchschauen l\u00e4sst: Gott und Mensch, Himmel und Erde, allm\u00e4chtig und ohnm\u00e4chtig, gro\u00df und klein und all das in ein und derselben Person. Alle Widerspr\u00fcche t\u00fcrmen sich auf: Empfangen im Geist und geboren vom Fleisch, ein Licht im Dunkel, das den Qualen und dem Schmerz der Finsternis ausgesetzt ist, weil die Finsternis es nicht annahm \u2026<\/p>\n<p><em>gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes<\/em><\/p>\n<p>So weit unten im Nicht-Seienden, im eigenen Reich des Todes, dass keiner folgen kann mit anderem als Gott selbst. Gelitten unter Pontius Pilatus \u2013 hier sieht man das B\u00f6se in ein System gebracht. Ein Reich, das Menschen umbringt, die nichts anderes getan haben, als den Willen des himmlischen Vaters in Wort und Tat zu vergegenw\u00e4rtigen, so ein Reich hat man auch vorher und nachher erlebt. Der Sohn durchlebt all den Schmerz, die Folter und die Gewalt, die sich denken lassen, und schlie\u00dflich stirbt er am Kreuz unter R\u00e4ubern und Dieben, w\u00e4hrend die Henker ihre H\u00e4nde rundum waschen und durch einander rufen: Kreuzigt ihn!<\/p>\n<p><em>am dritten Tage auferstanden von den Toten<\/em><\/p>\n<p>Um sich erst den N\u00e4chsten und dann allen zu zeigen. Das ist das Wunder, das ist der Kern vom Wesen des Christentums selbst. Ohne Auferstehung keine Hoffnung und keine Predigt. Was sollte man sagen, wenn das nicht gesagt werden k\u00f6nnte. Dann w\u00e4re nichts mehr zu sagen. Dann w\u00e4re Gott nicht mehr der Gott des Lebens, auch nicht des Todes, sondern nur ein zuf\u00e4lliger Gott, der nie allm\u00e4chtig und der Herr \u00fcber Leben und Tod sein k\u00f6nnte. Auferstehung hei\u00dft aufstehen und hinausgehen auch dort, wo man weder stehen noch &nbsp;gehen kann. Christus ist auferstanden und aufgefahren \u2026<\/p>\n<p><em>aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allm\u00e4chtigen Vaters<\/em><\/p>\n<p>Nun sind Vater und Sohn zusammen. Sie sind untrennbar und einig \u00fcber den Gang der Welt. Wo sie sitzen, wei\u00df niemand. Der Sohn ist in den Himmel gefahren, aber wie soll der Himmel den Vater und den Sohn beherbergen, wenn er nicht einmal den Vater allein erfassen kann? Es geht also nicht um die Frage, wo sie sind, sondern dass sie sind, Sein haben und gegenw\u00e4rtig sind als Macht in dem, was ist \u2026<\/p>\n<p><em>von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten<\/em><\/p>\n<p>Alles wird schlie\u00dflich gerichtet. Kein Wesen entgeht dem Gericht. Der Mensch ist die Konsequenz seines Tuns, und die steht fest. Die Konsequenzen des Tuns sind unverr\u00fcckbar, und nichts ist vergessen beim dreieinigen Gott.&nbsp; Aber obwohl nichts vergessen ist, kann alles vergeben werden. Es besteht ein Unterschied zwischen Vergessen und Vergeben. Weil wir einen Gott der Liebe haben, ist die Vergebung st\u00e4rker als das Gericht. Deshalb sollen wir uns dar\u00fcber freuen, dass Vater und Sohn Richter sind \u00fcber alle unsere Taten, so dass wir nicht einander in alle Ewigkeit verdammen \u2026<\/p>\n<p><em>Wir glauben an den Heiligen Geist<\/em><\/p>\n<p>Der die Stimme selbst ist. Wo der Sohn das Himmlische mit dem Irdischen verbindet, Gott und Mensch verbindet, verbindet der Heilige Geist das, was \u00fcber die Zeiten hinausreicht.&nbsp; Der Heilige Geist hebt die Zeitlichkeit und die Chronologie auf zugunsten der stets m\u00f6glichen Gegenwart der Ewigkeit.&nbsp; Vater und Sohn sind heute genauso gegenw\u00e4rtig wie damals, weil der Heilige Geist das Wort am Leben erh\u00e4lt, so dass es noch immer seinen Lauf nimmt \u2026<\/p>\n<p><em>die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen<\/em><\/p>\n<p>Ohne Kirche keine christliche Praxis. Hier begegnet sich die Gemeinschaft der Heiligen, damit der Geist die Taten und Worte des Sohnes auf Erden weitergeben und den allm\u00e4chtigen Gott daf\u00fcr preisen und loben kann \u2026<\/p>\n<p><em>Vergebung der S\u00fcnden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben<\/em><\/p>\n<p>Befreie uns von all dieser Zerrissenheit, die seit dem Morgen der Zeiten in der Sch\u00f6pfung war: Schisma, Verzweiflung, Verschlossenheit und S\u00fcnde. Lass nicht den Tod Herr sein \u00fcber Leib und Seele bei uns. Wir sind verg\u00e4nglich, aber wir sollen im Lichte der Auferstehung niemals die Hoffnung auf ein ewiges Leben aufgeben. Einmal werden wir schauen von Angesicht zu Angesicht. Wir werden nicht k\u00f6rperlos, sondern wir werden Menschen ohne S\u00fcnde \u2026<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Pastor Anders Kj\u00e6rsig<\/p>\n<p>5881 Sk\u00e5rup Fyn<\/p>\n<p>Email: ankj(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine andere Predigt \u00fcber das Glaubensbekenntnis (aus dem D\u00e4nischen) | 22. Sonntag nach Trinitatis | Von Anders Kj\u00e6rsig | Eine andere Predigt f\u00fcr den 22. Sonntag nach Trinitatis. Keine Textpredigt, sondern eine Predigt \u00fcber die Dreieinigkeit selbst. 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