{"id":6076,"date":"2021-10-26T16:21:18","date_gmt":"2021-10-26T14:21:18","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=6076"},"modified":"2021-10-26T16:21:18","modified_gmt":"2021-10-26T14:21:18","slug":"festtags-wort-freiheits-rede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/festtags-wort-freiheits-rede\/","title":{"rendered":"Festtags-Wort? Freiheits-Rede!"},"content":{"rendered":"<h3>Predigt zum Reformationssonntag 31.10.2021 | Gal. 5, 1-6 | Thomas Schlag |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>was k\u00f6nnte man sich zu diesem Reformationsfest mehr w\u00fcnschen als einen tiefsinnigen und wortgewaltigen Text aus der Feder bzw. dem angespitzten Schilfrohr des diktierenden Apostels Paulus. Und so sollen seine Festtags-Worte hier sogleich zu Geh\u00f6r gebracht werden:<\/p>\n<p><em>1 Zur Freiheit hat uns Christus befreit! Steht also fest und lasst euch nicht wieder in das Joch der Knechtschaft einspannen. 2 Seht, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts n\u00fctzen. 3 Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden l\u00e4sst, dass er verpflichtet ist, alles, was das Gesetz verlangt, zu tun. 4 Ihr, die ihr im Gesetz Gerechtigkeit finden wollt, habt euch von Christus losgesagt, aus der Gnade seid ihr herausgefallen! 5 Denn im Geist und aus Glauben warten wir auf die Erf\u00fcllung unserer Hoffnung: die Gerechtigkeit. 6 In Christus Jesus gilt ja weder Beschnittensein noch Unbeschnittensein, sondern allein der Glaube, der sich durch die Liebe als wirksam erweist.<\/em><\/p>\n<p>Nun, stellen wir uns f\u00fcr einen Moment und \u00fcber die Zeiten hinweg vor, dass Paulus selbst heute seine Worte vortragen w\u00fcrden. Und imaginieren wir, dass nicht die Galater, sondern wir selbst die unmittelbaren Adressaten w\u00e4ren: Tr\u00e4fe der Apostel dann eigentlich \u201emit dem ganzen Gewicht seiner Pers\u00f6nlichkeit\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> den heutigen reformatorischen Festanlass? Gel\u00e4nge es ihm, auch uns, wie seinerzeit die Galater, als \u201eeine Gemeinschaft von Pneumatikern\u201c anzusprechen und so als \u201eAdressaten des gesetzesfreien Christusevangeliums\u201c zur\u00fcckzugewinnen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Oder gelingt der Sprung \u00fcber die Zeiten hinweg doch nicht und bleibt alle \u00dcbersetzungsleistung angesichts der Tatsache der h\u00f6chst fremden kulturellen Erbschaft prinzipiell fragw\u00fcrdig?<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Reden zu einem bestimmten Festanlass sind ja ohnehin eine gef\u00e4hrliche Angelegenheit: Oftmals sind sie ohnehin zu lange. Manche Festredner bringen die Dinge nicht auf den Punkt und kommen nicht auf den Punkt. Auch wenn Anfang und Schluss noch einigerma\u00dfen gelungen sein k\u00f6nnen, bem\u00fchen sich Redende und H\u00f6rende oftmals durch den ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten \u201eMittelteil\u201c. In anderen F\u00e4llen strotzt die Rede vor schr\u00e4gen Metaphern, die gebogen werden, bis sie brechen. Oder im wieder anderen Fall wird mit unverhohlener Kennergeste das neueste Kalenderblatt-Gedicht eingespielt. Im schlimmsten Fall kommt es zu leicht anz\u00fcglich-peinlichen Anspielungen, die den Organisatoren die Schwei\u00dfperlen auf die Stirn treiben.<\/p>\n<p>Nun ist auf der anderen Seite nat\u00fcrlich festzuhalten, dass die \u00f6ffentliche Rede zum entsprechenden Anlass ein hohes Kulturgut ist. Man m\u00f6chte sich ja kaum vorstellen, dass eine feiernde Gesellschaft ganz ohne Wortbegleitung auskommt. Und so bleiben gelungene Reden noch lange \u00fcber den eigentlichen Anlass hinaus in bester Erinnerung. Das ist oftmals just dann der Fall, wenn diejenigen, deren \u201eSache \u201c das \u00f6ffentliche Reden nicht ist, die oftmals viel pr\u00e4gnanteren, spontanen und wirklich zu Herzen gehenden Worte finden als dies der wohlfeil-gedrechselten Tischrede des akademisch Gebildeten zu gelingen vermag.<\/p>\n<p>Und wie ist das nun also mit dem apostolischen Gru\u00dfwort, in den heutigen Tag hineingesprochen? Zu lange und schon gar nicht auf den Punkt? Oder dann doch pr\u00e4gnant, von Herzen und somit von nachhaltiger, erinnerungsw\u00fcrdiger Bedeutung?<\/p>\n<p>Diese Frage ist alles andere als belanglos. Denn gerade am heutigen Festtag ist damit zu rechnen, dass Kirche eine etwas weitere \u00d6ffentlichkeit herstellt als zu den gew\u00f6hnlichen Zeiten des Jahres. Vielleicht findet der eine oder die andere den Weg in die Kirche, weil heute Besonderes geboten wird. Dass das Erinnerungsdatum des reformatorischen Neubeginns in diesem Jahr auf einen Sonntag f\u00e4llt, gibt dem Anlass sein besonders glanzvolles und stimmiges Erscheinungsbild. Landauf, landab finden heute am Reformationstag \u201ebesondere Gottesdienste\u201c statt. In musikalischer H\u00f6chstform, mit intensiver Gestaltungsfreude und \u2013 so steht \u00fcberall zu hoffen \u2013 mit entsprechender Gemeindebeteiligung. Der \u00f6ffentliche Protestantismus zeigt sich heute von seiner besten Seite: kulturpr\u00e4gend, gesellschaftsrelevant, anschaulich, und hoffentlich auch wortm\u00e4chtig. Und fraglos sind damit die vielen Gottesdienste und Gemeinden am heutigen Tag besonders eindr\u00fccklich und stark miteinander verbunden und vernetzt.<\/p>\n<p>Und nun also dieser elementar herausfordernde Text des Paulus, den manche Ausleger wohl ganz zu Recht in den Horizont eines \u201eEntweder-Oder\u201c stellen: Knechtschaft und Sklaverei unter dem Gesetz oder Freiheit aus dem Evangelium \u2013 so lauten dann die Alternativen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und tats\u00e4chlich findet sich in diesen wenigen Versen wie in einem Extrakt die gesamte paulinische Gottes-, Menschen- und Weltdeutung wieder. Aber ist das heute noch nach innen in die eigene Gemeindewirklichkeit und auch nach au\u00dfen in den weiteren \u00f6ffentlichen Lebenshorizont vermittelbar oder ist wie im oben angedeuteten Beispiel eher mit Peinlichkeiten zu rechnen? Tats\u00e4chlich stehen die paulinischen Worte nicht wenig sperrig in der Festtagslandschaft und bed\u00fcrfen im wahrsten Sinn des Wortes der plausiblen Aufschl\u00fcsselung:<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich w\u00e4re es jetzt wesentlich, die damaligen historisch-theologischen Hintergr\u00fcnde des Briefs an die Galater ins Spiel zu bringen \u2013 gerade dort, wo es um die Frage des Gesetzesgehorsams geht. Tats\u00e4chlich erschlie\u00dft sich auch in diesem Fall der \u201eMittelteil\u201c dieses Textes uns heutigen H\u00f6renden nur noch schwer. Und es bedarf schon geh\u00f6riger theologischer Kenntnis, um die paulinischen Ausf\u00fchrungen zum Beschnittensein nicht nur und schon gar nicht prim\u00e4r als medizinische Anweisung zu verstehen.<\/p>\n<p>Luther selbst bringt in seiner Vorrede zum Galaterkommentar in wunderbar elementarer Weise Genese und Geltung des Briefes auf den Punkt: \u201eDie Galater waren durch S. Paulum zu dem rechten Christenglauben \/ und ins Euangelium von dem Gesetz gebracht. Aber nach seinem Abschied kamen die falschen Apostel \/ die der rechten Apostel J\u00fcnger waren \/ und wandten die Galater wider umb \/ das sie gleubten \/ Sie m\u00fcsten durch des Gesetzes werck selig werden \/ Vnd theten sunde \/ wo sie nicht des Gesetzes werck hielten \/ Wie Act. xv. auch etliche zu Jerusalem hohe Leute furgaben.\u201c. In der Tat geht es um einen formidablen \u201eEntweder-Oder\u201c-Streit. Aber l\u00e4sst sich das angesichts aktueller politischer, gesellschaftlicher und religi\u00f6ser Polarisierungen so zum neuerlichen Thema machen oder ist damit nicht sogleich der auf Vers\u00f6hnung gestimmte Festtag in seinen Grundfesten gef\u00e4hrdet?<\/p>\n<p>Um hier zumindest Entlastendes einzuwerfen: Entscheidend an der Argumentation in Kap. 5 \u2013 und es ist in der Tat eine h\u00f6chst engangierte Argumentation \u2013 sind V1 und V5-6 als Anfang und Ende. Der Einschub in V 2-4 ist ein damals kontextuell h\u00f6chst notwendiges Innehalten angesichts theologischer Unsicherheit, das aber vom Anfang lebt und auf das Ende zuf\u00fchrt. In der antiken Rhetorik braucht es sozusagen die Betonung des Gegenteils und die Abgrenzung, damit die Hauptidee umso klarer strahlen kann.<\/p>\n<p>Wie \u201erettet\u201c man also den im Anfang und im Schluss steckenden Kern dieser Botschaft in die Gegenwart hinein \u2013 ohne zum einen das Wesentliche zu verpassen und ohne sich zum anderen in theologischen Abstraktheiten zu verlieren? Dieser Herausforderung ist schon deshalb nicht leicht zu begegnen, weil sp\u00e4testens mit Vers 5 zentrale und essentielle Aspekte angesprochen sind, durch die die reformatorische Theologie ihr Grundprogramm entwickeln und immer wieder auf neue Weise pr\u00fcfen konnte: \u201eDenn im Geist und aus Glauben warten wir auf die Erf\u00fcllung unserer Hoffnung: die Gerechtigkeit\u201c. Kein Wunder, dass Luther formuliert: \u201eDies Epistel an die Galater ist mein Epistel, der ich mich vertraut habe, meine K\u00e4the von Bora.\u201c<\/p>\n<p>Damit steht jetzt die Relevanz dieser Freiheits-Rede f\u00fcr die heutigen und gegenw\u00e4rtigen Festtags-Zeiten un\u00fcbersehbar vor Augen: Tats\u00e4chlich deutet Paulus die Bekehrung der Galater, ihre \u201eHinwendung zum Christus-Glaube\u201c, als ein Befreiungsgeschehen.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Und interessant ist dabei, dass durchaus politische Analogien mit im Spiel sind. Ja noch mehr: tats\u00e4chlich l\u00e4sst sich hier so etwas wie ein spezifisch christliches Verst\u00e4ndnis von Autonomie finden: \u201eChristliche Autonomie ist \u2026 f\u00fcr Paulus nicht Gesetzlosigkeit, sondern Freiheit von Heteronomie sowie das Recht und die Pflicht gleicherma\u00dfen, nach dem \u201aGesetz Christi\u2018 zu leben.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Freiheit ist damit im Vergleich mit neuzeitlich-politischen Vorstellungen immer r\u00fcckgebunden an die geschenkte Freiheit von Gott her. Die Freiheit, die Paulus im Sinn und Herz hat, kommt nicht aus uns selbst \u2013 wir m\u00fcssen zu ihr befreit werden. In theologischem Sinn gilt: Keine Befreiung ohne vorhergehende Freiheitszusage. Das ist insofern theologisch konsequent, als nat\u00fcrlich auch der Glaube selbst nicht ohne seine grundlegende Passivit\u00e4t gedacht werden kann. Der Wille des Menschen muss also stets \u2013 wie Luther anschaulich formuliert \u2013 \u201edurch den Heiligen Geist ver\u00e4ndert und liebkosend anges\u00e4uselt\u201c werden.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Diese \u00f6ffentlich protestantische Freiheits-Rede gilt es am heutigen Festtag ins Bewusstsein zu bringen. Und dass sich damit zugleich eine h\u00f6chst kreative utopische Idee verbindet, kann nicht deutlich genug gesagt werden: Die Gestaltwerdung Christi im Menschen (vgl. Gal 4,19) \u201ebezeichnet kein Programm, sondern die Notwendigkeit des Aufbruchs in noch nicht verwirklichte Zukunft.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Wem k\u00e4me also an diesem Reformationssonntag der Freiheitsruf nicht leicht \u00fcber die Lippen? Nun scheint sich einmal die Zunge schwerelos zu l\u00f6sen, denn hier darf man unbedingte Zustimmung erwarten. Vollm\u00e4chtig darf es schon sein \u2013 gerade wenn es um die Freiheit geht. All die theologischen und existenziellen Grossbegriffe des Paulus geben eine eindeutige Richtung vor: \u201eIm Geist\u201c\u2026 \u201eaus Glauben\u201c \u2026 \u201edie Erf\u00fcllung\u201c \u2026 \u201eunserer Hoffnung\u201c \u2026 \u201edie Gerechtigkeit\u201c. Und dem setzt dann der n\u00e4chste Vers mit seinem Verweis auf \u201edie Liebe\u201c die Krone auf. Ein Text also voller theologischer Essenz und gleichzeitiger existenzieller Bedeutsamkeit. Paulus mag abstrakt klingen, er bringt die Dinge gleichwohl fundamental auf den Punkt \u2013 und doch bleibt dem heutigen H\u00f6rer die Aufgabe des eigenen Durchbuchstabierens deshalb nicht erspart. Zur Freiheitszusage geh\u00f6rt auch die Zumutung, den eigenen Freiheitsgeist im Zusammenspiel mit anderen freien Geistern zum Vorschein zu bringen.<\/p>\n<p>Dass eine solche biblisch grundierte Freiheits-Rede so wirkm\u00e4chtig wie folgenreich ist, mag man an den Zeilen der Autorin und Aktivistin Marianne Williamson best\u00e4tigt finden (die man \u00fcbrigens sp\u00e4ter f\u00e4lschlicherweiser Nelson Mandela zuschrieb): \u201eUnsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzul\u00e4nglich sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich m\u00e4chtig sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten \u00e4ngstigt. Wir fragen uns: \u201aWer soll ich sein \u2013 brillant, gro\u00dfartig, talentiert und fabelhaft?\u2018 Tats\u00e4chlich: Wer bist Du, dass Du das nicht sein solltest? Wenn du dich klein machst, ist der Welt nicht gedient. Es hat nichts Erleuchtetes, sich so klein zu machen, dass sich andere in deiner N\u00e4he nicht unsicher f\u00fchlen. Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit, die in uns ist, zu manifestieren. Sie ist nicht nur in uns, sie ist in jedem. Wenn wir unser eigenes Licht leuchten lassen, geben wir anderen unbewusst die Erlaubnis, das Gleiche zu tun. Wenn wir von Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch auch andere.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Sei es jener biblische, sei es dieser poetische Text: Beide verweisen darauf, dass die Konsequenzen solcher Freiheits-Rede im Einzelfall des eigenen Lebens noch keineswegs abschlie\u00dfend oder alternativlos gekl\u00e4rt sind. Die Tiefendimension des paulinischen Agape-Verst\u00e4ndnisses zeigt sich in einer sch\u00f6nen \u00dcbersetzungsdifferenz des Schlusssatzes V.6 zwischen Luther-Bibel: \u201eder Glaube, der durch die Liebe t\u00e4tig wird\u201c und Z\u00fcrcher Bibel: \u201eallein der Glaube, der sich durch die Liebe als wirksam erweist.\u201c Zwischen T\u00e4tig-werden und Wirksamkeits-Erweisung liegt mehr als nur ein \u00dcbersetzungsunterschied: Es er\u00f6ffnet sich vielmehr ein ganzes Feld unterschiedlicher Deutungsm\u00f6glichkeiten dessen, wie man sich den Zusammenhang von Glaube und Liebe im besten Fall vorstellen kann. Manches wird sich an uns und mit uns ereignen, zu anderem werden wir uns durchringen und aufschwingen m\u00fcssen. Das jeweils Notwendige mit aller gewissenhaften Vernunft pr\u00fcfen zu d\u00fcrfen und pr\u00fcfen zu k\u00f6nnen \u2013 und dabei die Komplexit\u00e4ten des Lebens nicht \u00fcberspielen zu m\u00fcssen \u2013 ist ebenfalls wesentlicher Teil dieser g\u00f6ttlichen Freiheitsgabe.<\/p>\n<p>Eine solche je individuell gegebene Deutungsvielfalt steht der \u00f6ffentlichen protestantischen und hoffentlich immer wahrhaftigen Freiheits-Rede im Jahr 2021 jedenfalls bestens zu Gesicht. Dies trifft erst recht dann zu, wenn von dieser Freiheit gesagt ist, dass es diese \u201enicht etwa erst zu gewinnen, sondern nur noch zu wahren und nun auch zu leben gi1t.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Zweifellos sind auch Paulus\u2018 Worte von dieser Art befreiter und befreiender, gesellschaftssensibler und utopisch ausgerichteter Wirksamkeit. Und so k\u00f6nnte man sich f\u00fcr den heutigen Reformationssonntag wohl tats\u00e4chlich keinen besseren Redner und keine aufschlussreicheren Worte als die an die Galater vorstellen. Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Prof. Dr. Thomas Schlag ist der Herausgeber der G\u00f6ttinger Predigten im Internet. Er ist Professor f\u00fcr Praktische Theologie mit den Schwerpunkten Religionsp\u00e4dagogik, Kirchentheorie und Pastoraltheologie an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich. Zudem ist er Vorsitzender der Leitung des Zentrums f\u00fcr Kirchenentwicklung (ZKE) und Direktor des Universit\u00e4ren Forschungsschwerpunkts &#8222;Digital Religion(s). Communication, Interaction and Transformation in the Digital Society&#8220;.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Hans-Joachim Eckstein, Christus in euch. Von der Freiheit der Kinder Gottes. Eine Auslegung des Galaterbriefes. G\u00f6ttingen 2017, 155.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Susanne Schewe, Die Galater zur\u00fcckgewinnen. Paulinische Strategien in Galater 5 und 6, G\u00f6ttingen 2005.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Paul Ricoeur, Vom \u00dcbersetzen. Herausforderung und Gl\u00fcck des \u00dcbersetzens, Berlin 2016.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Hans-Joachim Eckstein, Christus in euch. Von der Freiheit der Kinder Gottes. Eine Auslegung des Galaterbriefes. G\u00f6ttingen 2017, 155ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Michael Wolter, Paulus. Ein Grundriss seiner Theologie, G\u00f6ttingen, 3. \u00fcberarbeitete Aufl. 2021, 375.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Michael Wolter, Paulus. Ein Grundriss seiner Theologie, G\u00f6ttingen, 3. \u00fcberarbeitete Aufl. 2021, 377.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> So in De servo arbitrio, WA 18, 634, 37f., zit. bei Christiane Tietz, Der Glaube \u2013 sein Charakter, seine Nachbar- und Gegenbegriffe aus systematisch-theologischer Perspektive, in: Friedrich W. Horn (Hg.), Glaube, T\u00fcbingen 2018, 153.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ernst K\u00e4semann, Paulinische Perspektiven, T\u00fcbingen, 3. Aufl. 1993, 59.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Im Original: \u201eOur deepest fear is not that we are inadequate. Our deepest fear is that we are powerful beyond measure. It is our light, not our darkness, that most frightens us. We ask ourselves, \u201aWho am I to be \u2013 brilliant, gorgeous, talented, and fabulous?\u2018 Actually, who are you not to be? Your playing small doesn&#8217;t serve the world. There is nothing enlightened about shrinking so small that others won&#8217;t feel insecure around you. We were born to make manifest the glory that is within us. It&#8217;s not just in us, it&#8217;s in everyone. As we let our own light shine, we unconsciously give others permission to do the same. As we are liberated from fear, our presence automatically liberates others.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> So Gerhard Ebeling, zit. in: Peter von der Osten-Sacken, Der Brief an die Gemeinden in<\/p>\n<p>Galatien, Stuttgart 2019, 241.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zum Reformationssonntag 31.10.2021 | Gal. 5, 1-6 | Thomas Schlag | Liebe Gemeinde, was k\u00f6nnte man sich zu diesem Reformationsfest mehr w\u00fcnschen als einen tiefsinnigen und wortgewaltigen Text aus der Feder bzw. dem angespitzten Schilfrohr des diktierenden Apostels Paulus. Und so sollen seine Festtags-Worte hier sogleich zu Geh\u00f6r gebracht werden: 1 Zur Freiheit hat [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6049,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[44,1,157,120,114,121,584,349,3,109,125,642],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-6076","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-galater","category-aktuelle","category-beitragende","category-bes_gelegenheiten","category-deut","category-festtage","category-kapitel-05-chapter-05-galater","category-kasus","category-nt","category-predigten","category-reformationsfest","category-thomas-schlag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6076","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6076"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6076\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6077,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6076\/revisions\/6077"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6076"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=6076"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=6076"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=6076"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=6076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}