{"id":6420,"date":"2021-12-16T10:13:56","date_gmt":"2021-12-16T09:13:56","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=6420"},"modified":"2021-12-16T10:16:41","modified_gmt":"2021-12-16T09:16:41","slug":"predigt-zu-lukas-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zu-lukas-12\/","title":{"rendered":"Predigt zu Lukas 1+2"},"content":{"rendered":"<h3>Maria ahntest du es? | 4. Advent | 19.12.2021 | Predigt zum Gospelsong \u00abMary, did you know\u00bb mit Texten aus Lukas 1+2 | verfasst von Barbara Pfister |<\/h3>\n<p><strong><em>Gospelsong zur Predigt<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Maria, ahntest du, dass dein kleiner Sohn, einst \u00fcber Wasser gehen wird?<br \/>\nHast du es geahnt, dass dein kleiner Sohn unsre Kinder retten wird,<br \/>\ndass dein Kind, dem du Leben gabst, dir neues Leben gibt,<br \/>\ndein Kind, das du getragen, dich einmal tragen wird?<\/em><\/p>\n<p><em>Maria, ahntest du, dass durch deinen Sohn die Blinden sehend werden?<br \/>\nHast du es geahnt, dass durch deinen Sohn Sturm und Wellen schweigen,<br \/>\ndass dein Kind mit den Engeln wohnt, wo Gott selber thront?<br \/>\nUnd wenn du ihn k\u00fcsst, dann k\u00fcsst du in Gottes Angesicht.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Blinden sehn, die Tauben h\u00f6rn, die Toten stehen auf. Der Lahme geht, der Stumme spricht und preist den Herrn der Herrn.<\/em><\/p>\n<p><em>Maria ahntest du, dass durch deinen Sohn die ganze Welt gemacht ist?<br \/>\nHast du es geahnt, dass durch deinen Sohn die V\u00f6lkerwelt regiert wird?<br \/>\nAhntest du, dass dein kleiner Sohn als Lamm die S\u00fcnde tr\u00e4gt?<br \/>\nDenn das Kind auf deinem Arm ist Gott der Herr!<\/em><\/p>\n<p><em>(Text und Melodie: Mark Lowry\/Buddy Greene; Deutsch: Heiko Br\u00e4uning; Originaltitel: Mary, Did You Know; 1991 Word Music Inc.; Rechte f\u00fcr D,A,CH: CopyCareDeutschland, D-71087 Holzgerlingen)<\/em><\/p>\n<p><strong>Predigt<\/strong><\/p>\n<p><em>Maria, ahntest du, wen du da auf deinen Armen h\u00e4ltst?<\/em><\/p>\n<p>Eine spannende Frage, welche uns dieser Gospelsong stellt. Weder das Lied noch die Bibel beantwortet eindeutig, was Maria zu diesem Zeitpunkt \u00fcber ihren Sohn wusste. R\u00fcckblickend auf ihr Leben h\u00e4tte sie die Frage wohl mit \u00abja\u00bb und \u00abnein\u00bb beantwortet. \u00abNein\u00bb, sie wusste nicht im Detail, was mit ihrem Sohn in Zukunft geschehen wird \u2013 weder um die H\u00f6hen seiner Wunder, noch um die Tiefen seines Leidenswegs, die sie an seiner Seite miterleben wird. Und doch wusste sie bereits einiges.<\/p>\n<p>Als J\u00fcdin wusste sie, dass Gott einmal den Messias schicken wird. Einer, durch den Gott uns Menschen nahekommt, wie wir es im Eingangswort geh\u00f6rt haben. Auch wusste sie, dass dieser die herrschenden Verh\u00e4ltnisse auf den Kopf stellen wird, indem er Wunden verbinden, Kranke heilen, Gefangene befreien und S\u00fcnden vergeben wird, so, dass unsere Beziehung untereinander und mit Gott wieder heil werden kann. Zudem wird er aus der Sippe des grossen K\u00f6nigs David kommen.<br \/>\nDieser Messias wird der lang ersehnte Retter sein. Das wusste Maria.<\/p>\n<p>Doch dass sie diesen Wendepunkt der Geschichte miterleben wird, davon hatte sie wohl keine Ahnung, als der Bote Gottes hereinplatzte. Wir haben es in der Dialoglesung aus dem Lukasevangelium geh\u00f6rt, dass bereits vorgeburtlich einiges \u00abnicht mit rechten Dingen\u00bb zu und her ging, jedenfalls \u00fcberhaupt nicht so, wie man sich eine gelungene Familienplanung vorstellt. Da war kein Kinderwunsch. Die Frohbotschaft des Engels war ein Schock. Marias Zukunftspl\u00e4ne wurden unangenehm durchkreuzt. Sie war verlobt, wollte Josef heiraten, aber erst sp\u00e4ter Kinder haben. Doch jetzt kommt alles anders. Maria h\u00e4tte mit Entr\u00fcstung auf diese erste Gottesbegegnung reagieren k\u00f6nnen: \u00abSuch dir gef\u00e4lligst eine andere f\u00fcr deine Pl\u00e4ne, Gott! Die passen nicht in mein Lebenskonzept!\u00bb Oder kopfsch\u00fcttelnd \u00fcber diese Unm\u00f6glichkeit lachen: \u00abEin schlechter Witz, Gott, was du dir da ausgedacht hast! Das glaubt dir keiner.\u00bb<\/p>\n<p>Magst du \u00fcber die Jungfrauengeburt denken, was du willst und sie bildhaft, historisch oder biologisch auslegen. Sie ist uns bleibt eine Zumutung f\u00fcr unseren Verstand. Und trotzdem passt sie f\u00fcr mich sehr gut an diese Stelle und ich m\u00f6chte sie nicht aus dem Glaubensbekenntnis herausstreichen, weil sie Gottes geheimnisvolle, freie Gnade so deutlich zum Leuchten bringt. Maria konnte es h\u00f6chstens ahnen, doch wir, die wir die gesamte Bibel schriftlich vorliegen haben, erkennen durch diesen Anfang: Mit Jesus beginnt Gott eine neue Sch\u00f6pfung! Die Parallelen vom Werden Jesu und dem Werden der Sch\u00f6pfung, wie es uns am Anfang der Bibel berichtet wird, sind offensichtlich. Gott rief die Welt durch sein Wort ins Dasein und sein Geist, die Lebenskraft, kommt \u00fcber die Urflut. Derselbe Sch\u00f6pfergeist soll nun auch \u00fcber Maria kommen und sie \u00ab\u00fcberschatten\u00bb. Der \u00abSchatten des Allm\u00e4chtigen\u00bb ist ein Bild, das bereits im Alten Testament zeigt, dass hier Gottes Hand im Spiel und der Allm\u00e4chtige am Werk ist. So wie Gott die Welt ins Dasein rief, ruft er nun seinen Sohn in die irdische Existenz im Leib von Maria. Was da geschieht sprengt den Rahmen unseres Denkens und unserer Welt: Gott schafft ohne menschliches Mitwirken einen neuen Anfang \u2013 Jesus unseren Erl\u00f6ser!<\/p>\n<p>Maria konnte es nur erahnen, aber wir k\u00f6nnen es deutlich sehen: Gott macht den ersten Schritt auf uns Menschen zu. Er spricht auch zu dir, der du genauso ein unbedeutender, gew\u00f6hnlicher Mensch bist wie Maria: \u00abBegnadete! Begnadeter! Ich, dein Gott, bin mit dir! Es ist meine Gnade, die dich rettet. Aus eigener Kraft und mit menschlichen M\u00f6glichkeiten kannst du dies nicht bewirken.\u00bb Durch das Kommen der lebensschaffenden Kraft Gottes wird nicht nur Gottes Sohn Mensch sondern auch wir Menschen Gottes S\u00f6hne und T\u00f6chter. Diese neue Identit\u00e4t wird uns allein von Gott geschenkt, ohne menschliche Mitwirkung. Und doch will Gott uns nicht ohne uns retten. Er wartet auf unsere Antwort. Wie f\u00e4llt diese aus? Antwortest du ebenso mutig wie Maria: <em>Ich will mich Gott ganz zur Verf\u00fcgung stellen. Alles soll so geschehen, wie du es mir gesagt hast. (Lk 1,38 Hfa)<\/em><\/p>\n<p>Alles von Gott zu erwarten, ohne sich von den eigenen Unm\u00f6glichkeiten blockieren zu lassen, darin ist mir Maria ein Glaubensvorbild. Glauben zeigt sich auch bei uns, in unserem \u00abJa\u00bb zu Gottes Willen und unserer Bereitschaft sein Werkzeug zu sein, um Jesus in diese Welt hineinzubringen. Nicht zu jeder Zeit in ihrem Leben erkannte Maria den Willen Gottes so deutlich. Sp\u00e4ter, als Jesus bereits ein erwachsener Mann war lesen wir, dass ihn seine Familie von seinem \u00f6ffentlichen Wirken abhalten wollte, weil sie dachten, er h\u00e4tte den Verstand verloren (Vgl. Mk 3,21). Doch statt auf seine Mutter und Geschwister zu h\u00f6ren, sagt Jesus provokativ zu denen, die dabeistehen und ihm nachfolgen: <em>\u00bbWer ist meine Mutter, und wer sind meine Geschwister? [\u2026] Wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.\u00ab (Mk 3,33+35 NG\u00dc)<\/em><\/p>\n<p>Harte Worte gegen\u00fcber der leiblichen Mutter und doch irgendwie ganz in ihrem Sinn. Doch davon konnte Maria w\u00e4hrend ihrer Schwangerschaft noch nichts wissen, sondern es nur erahnen, was ihr Loblied (Magnifikat) und all das, was Elisabeth zu ihr sagt, zeigen.<\/p>\n<p>Elisabeth ahnte, dass der, welcher bald auf die Welt kommen wird, ein M\u00e4chtiger, ja Gott selbst in menschlicher Gestalt ist. Sie nennt ihn \u00abmein Herr\u00bb \u2013 kyrios. Ein Ehrentitel, den die R\u00f6mer dem Kaiser gaben und die Juden allein Gott vorenthielten. Maria ahnt, dass durch das Kind, das in ihr heranw\u00e4chst, Gott sein Versprechen seit Generationen nun einl\u00f6sen wird: Er zeigt sein Erbarmen auf noch nie dagewesene Weise, nimmt sich seinem Volk an und wendet die Machtverh\u00e4ltnisse auf Erden. Ahnte Maria, dass ihr Kind der Messias sein wird? Wir wissen es nicht mit Sicherheit. Jedenfalls wusste sie und Josef, was zu tun war, als das Kind auf die Welt kam: Sie gaben ihm den Namen Jesus, das bedeutet: Gott rettet. Der Engel hatte beiden im Voraus diesen Auftrag gegeben.<\/p>\n<p>Zur Best\u00e4tigung dieses Wissens schickte Gott gleich noch ein drittes Mal einen Engel los \u2013 diesmal zu den Hirten, um ihnen zu sagen: <em>\u00abEuch ist heute ein Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids!\u00bb (Lk 2,11 ELB) <\/em>Das sind Worte mit Sprengkraft! Stellen wir uns vor, der Engel h\u00e4tte Aram\u00e4isch, die Sprache dieser Hirten gesprochen, dann w\u00fcrde diese Ank\u00fcndigung dem Inhalt nach lauten: \u00abHeute wurde euch ein Retter geboren, dieser ist der langersehnte Messias, Gott selbst!\u00bb<\/p>\n<p>\u2013 oder vielleicht auch \u00abGott, der mit uns und unter uns ist\u00bb und all das ist in der Davidsstadt geschehen.<\/p>\n<p>Nach dem Besuch der Hirten lesen wir: <em>\u00abMaria bewahrte all diese Worte und erwog sie ihn ihrem Herzen.\u00bb (Lk 2,19 ELB)<\/em> Haben ihr die Hirten nicht nur best\u00e4tigt, dass ihr Kind ein Retter ist, sondern auch gesagt, dass es sich dabei um den Messias, Gott der mitten unter uns ist, handelt? Oder wie es im Lied heisst: <em>Maria, hast du es geahnt, dass das Kind auf deinem Arm Gott der Herr ist?<\/em><\/p>\n<p>Erst zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter wurde Marias Vorahnung best\u00e4tigt, als ihr pubertierender Sohn sie in Angst und Schrecken versetzte. Auf einer Pilgerreise kehrte er nicht mehr mit seinen Eltern heim, sondern blieb allein zur\u00fcck im Tempel in Jerusalem. Als Maria ihm nach tagelangem Suchen Vorw\u00fcrfe macht mit den Worten: <em>\u00abWie konntest du uns dies antun? Dein Vater und ich haben dich verzweifelt gesucht.\u00ab (Lk 2,48 NG\u00dc) <\/em>Da antwortet ihr der Sohn:<em> \u00bbWarum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?\u00ab (Lk 2,49 NG\u00dc) <\/em>Nun hat er es mit eigenen Worten best\u00e4tigt. Nicht seinen irdischen Eltern gilt seine engste Verbundenheit, sondern seinem himmlischen Vater, Gott. Schmerzlich wird Mari bewusst: Ihr Sohn ist nicht nur ein Teil ihrer Familiengeschichte und damit der irdischen Menschheitsgeschichte, sondern er kommt von ausserhalb, von Gott her \u2013 in diese Welt hinein. Marias Ahnung war auch jetzt noch kein gesichertes Wissen. Denn ern\u00fcchternd steht zum Abschluss dieser Episode:<em> \u00abDoch sie [Maria und Josef] verstanden nicht, was er damit meinte.\u00bb (Lk 2,50 NG\u00dc)<\/em><\/p>\n<p>In beiden Situationen, nach dem Gespr\u00e4ch mit den Hirten gleich nach der Geburt und mit ihrem Teenager im Tempel, steht dieselbe Reaktion von Maria: <em>\u00abSie bewahrte all diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.\u00bb (Lk 2,19+51 ELB) <\/em>Maria w\u00e4gt innerlich ab, \u00fcberlegt hin und her und bewegt die leise Ahnung wer ihr Sohn denn sei &#8211; bis sich acht Tage nach der Geburt ein weiteres Puzzlest\u00fcck zu ihrer Ahnung hinzuf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Da trifft Maria mit ihrem Neugeborenen im Tempel auf Simeon, einen alten Mann, der seine Lebenstage lang am Versprechen Gottes festhielt, dass er nicht sterben werde, bevor er den Messias, die Rettung Gottes, mit eigenen Augen gesehen haben wird. Maria und Josef h\u00f6ren, wie Simeon Gott daf\u00fcr preist, dass er dies heute endlich erleben darf. Doch Maria und Josef \u00abverwunderten sich \u00fcber das, was von ihrem Kind gesagt wurde.\u00bb (Lk 2,33 SCH)<\/p>\n<p>Diese Verwunderung treffen wir sp\u00e4ter in den Evangelien sehr oft an. N\u00e4mlich immer dann, wenn Jesus ein Wunder tut \u2013 eine unerkl\u00e4rliche, geheimnisvolle Tat, die \u00fcber die menschlichen M\u00f6glichkeiten hinausgeht. Von denen gibt es recht viele und fast jede dieser Taten provoziert eine kontroverse Einsch\u00e4tzung der Identit\u00e4t von Jesus. Die Leute fragen sich: <em>\u00bbWer ist das, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?\u00ab (Mt 8,27 NG\u00dc)<\/em><\/p>\n<p>Beim ersten seiner Wundertaten ist Maria live mit dabei. Es geschieht auf einem Hochzeitsfest, als der Wein ausgegangen und die Gastgeber verzweifelt sind, sagt Maria zu ihnen: <em>\u00abWas immer er [Jesus] euch befiehlt, das tut!\u00ab (Joh 2,5 Hfa)<\/em> Sie nehmen sich ihr Rat zu Herzen und erleben, wie Jesus zum ersten Mal \u00f6ffentlich seine Macht beweist. Aufgrund dieses Erlebnisses setzen einige Menschen ihr Vertrauen auf Jesus. Maria weckte durch ihre mutige Glaubensaussage den Glauben in andern. Ich denke, sie konnte mit solch einer grossen Gewissheit und Selbstverst\u00e4ndlichkeit sagen: \u00ab<em>Was immer er [Jesus] euch befiehlt, das tut!\u00ab<\/em>, weil sie ahnte, dass Gott durch ihr Sohn wirkt und sie bereits fr\u00fcher mehrfach erlebt hatte, <em>\u00abdass f\u00fcr Gott nichts unm\u00f6glich ist.\u00bb (Lk 1,37 NG\u00dc)<\/em> Doch eigentlich sind wir immer noch mit Maria bei Simeon im Tempel.<\/p>\n<p>Der alte Greis h\u00e4lt den Neugeborenen im Arm und spricht prophetische Worte zu Maria: <em>\u00bbGott hat dieses Kind dazu bestimmt, die Israeliten vor die Entscheidung zu stellen: ob sie zu Fall kommen oder gerettet werden. Durch ihn setzt Gott ein Zeichen, gegen das sich viele auflehnen werden. So sollen ihre innersten Gedanken an den Tag kommen. Du aber wirst um dieses Kind viele Schmerzen leiden m\u00fcssen; durch dein Herz wird ein scharfes Schwert dringen.\u00ab (Lk 2,34f Hfa)<\/em><\/p>\n<p>Hiermit spricht Simeon eine Vorahnung \u00fcber das letzte Wegst\u00fcck aus, das Maria mit ihrem Sohn gehen wird. Die einen lehnen sich gegen ihn auf und kommen zu Fall, w\u00e4hrend die andern ihr Vertrauen auf ihn setzen und gerettet werden. An ihm scheiden sich die Geister. Entweder stimmt es nicht, was Jesus sagt und er weiss es &#8211; dann ist er ein L\u00fcgner, der Menschen absichtlich hinters Licht f\u00fchrt. Oder es stimmt nicht, was er sagt, doch er tut es unwissend, weil er sich in sich selbst t\u00e4uscht \u2013 dann ist er ein Spinner. Oder aber es stimmt, was er sagt, und er beweist durch seine Taten, dass er wirklich der Messias, Gottes Sohn und Retter ist.<\/p>\n<p>Wer ist er f\u00fcr dich? Ein L\u00fcgner, ein Spinner oder der Retter?<\/p>\n<p>Maria war dabei, als ihr Sohn, als L\u00fcgner wegen Gottesl\u00e4sterung, zum Tode verurteilt wurde. \u00a0Sie h\u00f6rte zu, als er als Spinner verspottet wurde: <em>\u00abWenn du [wirklich] Gottes Sohn bist, dann hilf dir selbst und steig herab vom Kreuz!\u00ab (Mt 27,40 NG\u00dc)<\/em> Ich bin sicher, dass sie in diesem Moment wusste, dass sich nun die Worte Gottes, die Simeon ihr zugesprochen hatte, erf\u00fcllten. Ein Schwert durchdrang ihr Herz, als sie ihren Sohn sterben sah. Doch sie blieb stehen unter dem Kreuz. Ich ahne, dass sie sich nun sicher war und zusammen mit dem r\u00f6mischen Hauptmann bekannte: <em>\u00bbDieser Mensch ist wirklich Gottes Sohn gewesen!\u00ab (Mt 27,54 Hfa)<\/em> Oder wie es im Lied heisst: <em>Maria, ahntest du, dass dein Sohn uns retten wird? Dass er als Lamm die S\u00fcnde tr\u00e4gt? Und dass dein Kind, dem du das Leben gabst, dir neues Leben gibt?<\/em><\/p>\n<p>Ahnen heisst ja ein undeutliches Wissen von etwas haben \u2013 ungewiss gewiss sein. In dieser Spannung stehen auch unser Glaube und unsere Hoffnung \u2013 sie sind ungewiss gewiss. Wir haben eine volle Zustimmung zu etwas, was wir nicht sehen.<\/p>\n<p>Deshalb mag ich die Pieta Skulpturen, die den vom Kreuz abgenommene Sohn auf dem Schoss seiner Mutter liegend abbilden. Voll Trauer beugt sich Maria \u00fcber ihn und ist doch von wachem Erwarten erf\u00fcllt. Voll wacher Erwartung auf Gottes Ankunft! Richtig adventlich. In ihrem Blick liegt Hoffnung!<\/p>\n<p>Dies Mal nicht auf die Geburt, sondern auf die \u00dcberwindung von Leid und Tod durch die<\/p>\n<p>Auferstehung. Darum ahne ich, dass Maria uns heute, am 4. Advent zurufen w\u00fcrde: \u00abAhnt nicht nur, sondern hoffet, glaubet und erwartet es \u2013 unser Herr ist nahe!\u00bb<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>VDM Barbara Pfister<br \/>\nBubikon<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:barbara_pfister@gmx.ch\">barbara_pfister@gmx.ch<\/a><\/p>\n<p><em>Barbara Pfister, geb. 1977, Pfarrerin Stellvertreterin in der ev. ref. Kirche Wetzikon (Z\u00fcrich) seit September 2020. Diese Predigt wurde im Gospelgottesdienst zum 4. Advent gehalten. Der Gottesdienst wir jeweils mit einem Liturgieteam aus Chormitgliedern gestaltet.<\/em><\/p>\n<p><strong>Liedvorschl\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n<p>Mary, did you know \/ Maria ahntest du (Feiert Jesus! 2)<br \/>\nGo tell it on the mountains (reformiertes Gesangbuch der Schweiz 431)<br \/>\nO du fr\u00f6hliche (reformiertes Gesangbuch der Schweiz 409)<\/p>\n<p>Magnificat-Lieder:<br \/>\nMeine Seele erhebt ihn (reformiertes Gesangbuch der Schweiz 586)<br \/>\nHoch hebt der Herr mein Herz (reformiertes Gesangbuch der Schweiz 1)<br \/>\nGottes Lob wandert (reformiertes Gesangbuch der Schweiz 2)<\/p>\n<p><strong>Kontext: <\/strong><\/p>\n<p><em>\u00abFreut euch, der Herr ist nahe!\u00bb (Phil 4,4f)<\/em> als Leitwort \u00fcber dem 4. Advent, ein Mariensonntag auch f\u00fcr evangelische Christen.<\/p>\n<p><strong>Schriftlesung als Dialog:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lukas 1,26-38 <\/strong>(Lektorin, Engel, Maria)<br \/>\n<strong>Lukas 1,39-45 <\/strong>(Lektorin, Maria, Elisabeth)<br \/>\n<strong>Lukas 1,46-55<\/strong> (Maria, Gemeinde lesen im Wechsel) \uf0e0 Psalmengebet der Gemeinde<br \/>\n<strong>Lukas 2,1-7<\/strong> gek\u00fcrzt (Lektorin)<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcrbitte <\/strong><em>(in CH Mundart)<\/em><strong>:<\/strong><\/p>\n<p>Ewige Gott,<\/p>\n<p>du hesch dich entschiede, dich z begr\u00e4nze und in eusi Ziit und Verg\u00e4gnlichkeit ine z cho.<\/p>\n<p>Mir danked dir, dass du eus Mensche n\u00f6ch cho bisch dur Jesus Chrischtus.<\/p>\n<p>Du h\u00e4sch dir e gw\u00f6hnlichi Frau usgsuecht zum de Sohn Gottes i die W\u00e4lt ine z tr\u00e4ge, h\u00e4sch sie mit dim Geischt usgr\u00fcschtet f\u00fcr die Ufgab und dur sie s Unm\u00f6gliche m\u00f6glich gmacht.<\/p>\n<p>Mir bitted dich, dass du mit dim Sch\u00f6pfergeist au in eus w\u00fcrksch<br \/>\nund mir erfahre ch\u00f6nd, wie du Unm\u00f6glichs m\u00f6glich machsch.<\/p>\n<p>Hilf eus, mit de gliche Bereitschaft din Wille z tue, wies d Maria gmacht het,<br \/>\nau denn, wenn du mit dim Plan eusi Pl\u00e4n durchr\u00fczisch.<\/p>\n<p>Gib eus de n\u00f6tigi Muet, Glaube und Wille, dass au mir dich immer wieder neu uf d W\u00e4lt bringed.<br \/>\nIn e W\u00e4lt ine, wo au h\u00fct na gliich fescht en Retter brucht.<\/p>\n<p>Setz du dini Macht dure, will mir w\u00fcssed, dass du mit Erbarme regiersch.<br \/>\nSt\u00fcrz die M\u00e4chtige vom Thron, wo susch ihri Macht missbruchd.<br \/>\nGib dene e Stimm wo ihne s Muul gstopft wird und richt die uf, wo Chlii ghalte werded.<\/p>\n<p>Nimm de Riiche das ew\u00e4g, wo sie zum Verschw\u00e4nde verf\u00fcert<br \/>\nund f\u00fcll de Hungernde ihri H\u00e4nd mit Guetem.<\/p>\n<p>Zeig dis Erbarme de Liidende, din Trost de Truurende, dis Heil de Chranke und dini Rettig de Hilflose.<\/p>\n<p>St\u00e4rk euse Glaube, dass mir von ere schwache Ahnig<br \/>\nzun ere hoffnigsvolle Erwartig dure dringe ch\u00f6nd.<br \/>\nSo, dass es au in eusne Herze ine Advent cha werde.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maria ahntest du es? | 4. Advent | 19.12.2021 | Predigt zum Gospelsong \u00abMary, did you know\u00bb mit Texten aus Lukas 1+2 | verfasst von Barbara Pfister | Gospelsong zur Predigt Maria, ahntest du, dass dein kleiner Sohn, einst \u00fcber Wasser gehen wird? 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