{"id":6508,"date":"2021-12-18T10:27:43","date_gmt":"2021-12-18T09:27:43","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=6508"},"modified":"2021-12-19T17:06:33","modified_gmt":"2021-12-19T16:06:33","slug":"predigt-zu-micha-5-1-4a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zu-micha-5-1-4a\/","title":{"rendered":"Predigt zu Micha 5, 1 \u2013 4a"},"content":{"rendered":"<h3>Heiligabend | 24. 12. 2021 | Predigt zu Micha 5, 1 \u2013 4a | verfasst von Susanna Kschamer |<\/h3>\n<p>Die Gnade unseres Herren Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen!<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Bethlehem \u2013 wenn ich diesen Namen h\u00f6re, steht sofort ein inneres Bild vor meinen Augen: Maria, Josef und das Kind in der Krippe. Ein Feuer sorgt im Dunkel der Nacht f\u00fcr W\u00e4rme und Licht. Der Stall ist \u00e4rmlich, aber er strahlt Geborgenheit aus. Eine Insel des Heils und des Friedens in einer unheilen Welt voller Mauern und Gr\u00e4ben. Ja, mehr noch: Das ist erst der Beginn: von hier aus sollen sich der Frieden und Gerechtigkeit \u00fcber die ganze Welt ausbreiten. Der Stern steht \u00fcber dem Stall, die Engel singen auf den Feldern, und der Himmel steht offen.<\/p>\n<p>Es ist kein Zufall, dass Bethlehem als Geburtsort Jesu gilt. Obwohl der Ort so klein war \u2013 so richtig Provinz &#8211; , war er als Geburtsort von K\u00f6nig David bekannt: Gott schickte den Propheten Samuel nach Bethlehem zu einem Mann namens Isai um dort einen Nachfolger f\u00fcr K\u00f6nig Saul zu finden und den dann zum K\u00f6nig zu salben. Einer von Isais S\u00f6hnen sollte es werden. Allerdings fiel Gottes Wahl nicht auf einen der gro\u00dfen gutaussehenden \u00e4lteren S\u00f6hne. Es wurde der allerj\u00fcngste, der erst noch vom Feld geholt werden und sich vorher noch gr\u00fcndlich waschen musste, denn damit hatte niemand gerechnet. \u201eEin Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.\u201c, war die Begr\u00fcndung f\u00fcr die Wahl des kleinen David.<\/p>\n<p>Aus dem kleinen Jungen wurde dann sp\u00e4ter der gro\u00dfe K\u00f6nig David, der Jerusalem eroberte und zur Hauptstadt machte. Mit ihm sollte eine ewige Dynastie beginnen. Seit dem Ende des j\u00fcdischen K\u00f6nigtums bleibt die Hoffnung auf den k\u00fcnftige Messias, der den Willen Gottes endg\u00fcltig verwirklichen wird: Er wird ein Nachkomme Davids aus Bethlehem sein.<\/p>\n<p>Ich lese die Verhei\u00dfung aus dem Buch Micha im 5. Kapitel, Vers 1 \u2013 4a. In der \u00dcbersetzung der Basisbibel<\/p>\n<p><em>Du aber, Betlehem Efrata, bist zu klein, um zu den Landst\u00e4dten Judas zu z\u00e4hlen. Doch aus deiner Mitte soll einer kommen, der Herrscher sein wird in Israel. Seine Wurzeln reichen zur\u00fcck bis in die Urzeit, seine Herkunft steht von Anfang an fest. \u2013 Darum wird die Not nur so lange anhalten, bis eine Frau das Kind zur Welt gebracht hat. Dann wird der Rest seiner Br\u00fcder heimkehren zu den Menschen in Israel. \u2013 Er wird auftreten und sein Volk weiden. Dazu gibt ihm der Herr die Kraft und die Macht. Sie liegt in dem Namen des Herrn, seines Gottes. Dann wird man wieder sicher im Land wohnen k\u00f6nnen. Denn seine Macht reicht bis zum Rand der Welt. Er wird sich f\u00fcr den Frieden stark machen. <\/em><\/p>\n<p>DieseWorte waren auch den\u00a0 ersten \u2013 zumeist j\u00fcdischen &#8211; Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4nger Jesus bekannt und sie waren bald davon \u00fcberzeugt, dass Jesus von Nazareth dieser ersehnte Messias ist. (Messias hei\u00dft \u00fcbrigens \u00fcbersetzt\u201eder Gesalbte\u201c und auf Griechisch \u201eChristos\u201c) . Seither beziehen Christinnen und Christen auch die Worte von Micha auf Jesus \u2013 J\u00fcdinnen und Juden sehen das anders. Auf die Verhei\u00dfung von Micha hoffen wir aber zusammen.<\/p>\n<p>Ich finde die Worte von Micha wunderbar um Weihnachten besser zu verstehen: Hier z\u00e4hlt nicht, was vor Augen ist: Nicht das gro\u00dfe pr\u00e4chtige Jerusalem mit seinem Tempel und all den Pal\u00e4sten. Dort haben die Weisen aus dem Morgenland nur den machtbesessenen, skrupellosen Herodes gefunden. Der Stern steht aber \u00fcber einem kleinen Haus im kleinen Bethlehem, und die Sterndeuter bringen ihre kostbaren Gaben einem machtlosen kleinen Kind. Bei ihm finden sie Gottes Macht und Heiligkeit. Gegen allen Augenschein wird dieses Kind Licht ins Dunkel bringen. Es wird ein gerechter Herrscher sein, der f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden sorgt. Kein Despot, dem es um seine eigene Macht geht. Er wird der Not ein Ende machen, wird f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der Menschen sorgen, wie ein Hirte f\u00fcr seine Schafe. Er wird die Heimatlosen wieder nach Hause bringen. Und wird\u00a0 f\u00fcr Frieden sorgen &#8211; weltweit. All das war nicht auf den ersten Blick zu sehen, aber Gott sieht das Herz an.<\/p>\n<p>Immer noch sehen wir mit unseren Augen wenig von diesem Frieden. Wir sehen die bis zu 8 Meter hohe Mauer zwischen Jerusalem und Bethlehem, weil es nach wie vor nicht gelungen ist, Frieden zwischen Israelinnen und Pal\u00e4stinenserinnen zu schaffen. Und das ist nur eine Mauer von vielen: Da sind Mauern innerhalb von zerstrittenen Familien und Nachbarschaften, zwischen Armen und Reichen oder Menschen mit verschiedenen Weltanschauungen, die Mauern, die die Coronapandemie in unsere Welt bringt. Mauern in den vielen Krisengebieten, zwischen dem industriellen Norden und dem globalen S\u00fcden und unz\u00e4hlige mehr. Nicht alle diese Mauern kann man mit den H\u00e4nden ber\u00fchren, aber zu \u00fcbersehen ist keine.<\/p>\n<p>Dennoch zeugen das kleine Bethlehem in der Verhei\u00dfung des Micha und auch die Weihnachtsgeschichte davon, dass diese Mauern nicht alles sind. Dass die Rettung nicht aus den Machtzentren kommt. Dass die Wurzeln des Messias bis in die Urzeit reichen und damit auch in die andere Richtung bis zu Vollendung der Welt. Dass Gottes Frieden und Gottes Zukunft weiter reichen als unsere Augen sehen k\u00f6nnen. Dorthin, wo sich Gerechtigkeit und Frieden k\u00fcssen. In die Welt Gottes, der in unsere Herzen sieht. Und unser Herz immer wieder f\u00fcr diese Welt \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Euch und Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Anmerkung<\/strong><\/em>: Wegen der Pandemie wird die Predigt wird in kurz gehaltenen Gottesdienst in unseren Kirchen und an verschiedenen Standorten von einem \u201eWeihnachtsmobil\u201c herab gehalten. Au\u00dferdem wird sie in einem kleinen Heftchen \u201eWeihnachtsgottesdienst f\u00fcr zuhause\u201c abgedruckt, das ab dem 23.12. 2021 zum Mitnehmen an verschiedenen Orten ausliegt<\/p>\n<p>Aks Lied danach geh\u00f6rt dazu:<\/p>\n<p>O Bethlehem, du kleine Stadt, wie stille liegst du hier, du schl\u00e4fst, und goldne Sternelein ziehn leise \u00fcber dir. Doch in den dunklen Gassen das ewge Licht heut scheint f\u00fcr alle, die da traurig sind und die zuvor geweint.<\/p>\n<p>Des Herren heilige Geburt verk\u00fcndet hell der Stern, ein ewger Friede sei beschert den Menschen nah und fern; denn Christus ist geboren, und Engel halten Wacht, dieweil die Menschen schlafen die ganze dunkle Nacht.<\/p>\n<p>O heilig Kind von Bethlehem, in unsre Herzen komm, wirf alle unsre S\u00fcnden fort und mach uns frei und fromm! Die Weihnachtsengel singen die frohe Botschaft hell: Komm auch zu uns und bleib bei uns, o Herr Immanuel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiligabend | 24. 12. 2021 | Predigt zu Micha 5, 1 \u2013 4a | verfasst von Susanna Kschamer | Die Gnade unseres Herren Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen! 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