{"id":6528,"date":"2021-12-19T11:57:54","date_gmt":"2021-12-19T10:57:54","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=6528"},"modified":"2021-12-20T12:22:15","modified_gmt":"2021-12-20T11:22:15","slug":"6528-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/6528-2\/","title":{"rendered":"Predigt zu Titus 2,11-14"},"content":{"rendered":"<h3>Von der Nacht, in der Hirten unsere Lehrmeister werden\u00a0 | Christnacht 2021 | 24.12.21 | Predigt zu Titus 2,11-14 | verfasst von Katharina Wiefel-Jenner |<\/h3>\n<p><em>Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und erzieht uns, dass wir absagen dem gottlosen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben\u00a0und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des gro\u00dfen Gottes und unseres Heilands, Jesus Christus, der sich selbst f\u00fcr uns gegeben hat, damit er uns erl\u00f6ste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig w\u00e4re zu guten Werken.<\/em><\/p>\n<p>Kommt! H\u00f6rt! Der Lobgesang der Engel klingt in der Ferne. Als die Stille der Nacht am geheimnisvollsten war, brach Gott sein Schweigen. Als die Dunkelheit undurchdringbar war, erblickte das Kind das Licht der Welt. Seht! Da liegt es. Wir m\u00fcssen es uns ansehen. Es liegt in einer Futterkrippe. Den Atem der Tiere hat es im Ohr. Es liegt auf Heu und auf Stroh, in Windeln gewickelt und eingeh\u00fcllt in Marias staunenden Blick. Es ist das Kind der Maria. Es ist unser Kind. F\u00fcr uns ist das Kind der Maria geboren. Kommt! Seht! In der Mitte dieser Nacht ist es geboren.\u00a0 <em>Erschienen ist die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.<\/em><\/p>\n<p>Folgen wir der heilsamen Gnade Gottes in dieser Nacht! Endlich ist sie erschienen. In der einen Nacht als der Morgenstern endlich aufging, hat sich alles ver\u00e4ndert. Die Hirten hatten jede Nacht darauf gewartet, dass Gottes Verhei\u00dfungen wahr werden. In dieser Nacht haben sie von den Engeln gelernt, wie die Herrlichkeit Gottes klingt. Die heilsame Gnade Gottes h\u00fcllte sie in dieser besonderen Nacht in Sternenlicht und zeigte ihnen, wie sie sich gegen die Einfl\u00fcsterungen aus ihren Albtr\u00e4umen und Nachtgespinsten wehren k\u00f6nnen. Sie mussten treu bleiben und f\u00fcrsorglich. Sie mussten die Schwachen vor den Starken sch\u00fctzen. Sie mussten gerecht teilen. Sie sollten aufeinander achten und f\u00fcreinander einstehen. Die heilsame Gnade Gottes hat sie gelehrt, mit der Liebe zum Kind die Verlockungen des Unrechts abzuweisen. Die Engel auf dem Feld haben ihnen in den h\u00f6chsten T\u00f6nen das Lied von Gottes Gerechtigkeit vorgesungen und in der Nacht haben sie ein f\u00fcr alle Mal ergriffen, wie der Friede aussieht. So zart und fein wie das Kind. Aber auch so elend, nackt und blo\u00df, wie das Kind in seinem Krippelein. In dieser Nacht sahen sie ihre Zukunft. Das Kind der Maria war ihre Zukunft. Es hat die T\u00fcr zum sch\u00f6nen Paradeis wieder aufgeschlossen. Sie mussten nicht l\u00e4nger warten.<\/p>\n<p>Heute Nacht zeigt die heilsame Gnade Gottes nun uns die Zukunft. Sie will, dass wir in die Schule der Hirten gehen. Sie sind unsere n\u00e4chtlichen Freunde und Lehrmeister. So schickt sie uns in dieser Nacht nach Bethlehem. Wenn wir ihren Lehren folgen, ver\u00e4ndert uns diese Nacht. Das Herz werden wir wie die Hirten auch in K\u00e4lte und Finsternis offenhalten. Den Fl\u00fcgelschlag der Engel werden wir wie sie mit wachen Sinnen sp\u00fcren. Das kleine, neugeborene Kind macht in dieser geheimnisvollen Nacht aus uns bessere Menschen. Es macht uns zu Menschen, die wie Hirten treu f\u00fcr die Sch\u00f6pfung sorgen und wachsam f\u00fcr den Ruf der Engel sind. Es macht uns zu Menschen, die wie Maria staunen. Zu Menschen, die wie Josef besonnen handeln und gerecht denken. Die Geburt des Kindes macht uns zu Bewohnern Bethlehems, die wenigstens einen kleinen Raum f\u00fcr das Kind freihalten. Mit der Geburt des Kindes werden wir zu den B\u00fcrgerinnen Bethlehems, die Maria Obdach geben, obwohl sie nichts von Gottes Pl\u00e4nen ahnen. Damit wir bessere Menschen werden, daf\u00fcr ist das Kind in der Mitte dieser Nacht geboren. Damit wir von aller Ungerechtigkeit erl\u00f6st sind, liegt das kleine Kind in der Krippe und die Engel verk\u00fcndigen den Hirten und uns gro\u00dfe Freude. Das ist Gottes Weihnachtsgeschenk f\u00fcr die Welt.<em> Erschienen ist die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.<\/em><\/p>\n<p>Herbei! Kommt! Nehmen wir das Kind in Empfang. Es ist unser Kind, unser Christkind. Gott hat es uns geschenkt, damit uns die Liebe rettet. Wir werden durch die Liebe des Kindes gerettet. Wir werden durch unsere Liebe zu ihm heil. Wenn wir das Kind betrachten, weicht das, was uns in der Dunkelheit verzweifeln l\u00e4sst. Das Weinen verstummt, wenn wir dem Atem des Kindes lauschen. Sehen wir unser Kind mit Freuden an, verblassen unsere Narben. Wir sollen unser Christkind in die Arme schlie\u00dfen, es k\u00fcssen und in den Schlaf singen. Das Kind braucht unsere Liebe und wir brauchen das Kind. Mit seiner Hilfe werden wir neu erlernen, wie die Welt von der Liebe zehrt. Durch das Kind lernen wir, wie sehnlich Gott unsere Liebe sucht. Mehr m\u00fcssen wir in dieser Nacht nicht lernen. Aber auch nicht weniger. Dr\u00fccken wir das Kind vorsichtig an unser Herz. Sp\u00fcrt ihr, wie sehr sich Gott nach unserer Heilung sehnt? Ohne unser Christkind k\u00f6nnten wir es nicht entdecken, wie sehns\u00fcchtig Gott auf unsere Liebe wartet. Stillen wir Gottes Sehnsucht. Antworten wir der Liebe des Kindes! Kommt! Denn die heilsame Gnade Gottes ruft. Die Hirten, Maria, Josef, die Engel und die ganze Sch\u00f6pfung rufen: <em>Kommt und lasst uns Christus ehren.<\/em><\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p>Dr. Katharina Wiefel-Jenner<\/p>\n<p>Berlin<\/p>\n<p><a href=\"mailto:wiefel_jenner@hotmail.com\">wiefel_jenner@hotmail.com<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Katharina Wiefel-Jenner, geb.1958, Pfarrerin i.R., bildet als Dozentin f\u00fcr Liturgik und Homiletik Ehrenamtliche f\u00fcr den Verk\u00fcndigungsdienst aus.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Nacht, in der Hirten unsere Lehrmeister werden\u00a0 | Christnacht 2021 | 24.12.21 | Predigt zu Titus 2,11-14 | verfasst von Katharina Wiefel-Jenner | Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und erzieht uns, dass wir absagen dem gottlosen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6523,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[52,1,157,546,114,647,349,373,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-6528","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-titus","category-aktuelle","category-beitragende","category-christnacht","category-deut","category-kapitel-02-chapter-02-titus","category-kasus","category-katharina-wiefel-jenner","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6528","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6528"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6528\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6531,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6528\/revisions\/6531"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6523"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6528"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6528"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6528"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=6528"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=6528"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=6528"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=6528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}