{"id":7099,"date":"2022-02-23T22:18:57","date_gmt":"2022-02-23T21:18:57","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=7099"},"modified":"2022-03-02T19:28:41","modified_gmt":"2022-03-02T18:28:41","slug":"predigt-zu-markus-831-38","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zu-markus-831-38\/","title":{"rendered":"Markus 8,31-38"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Aufbruch zum Frieden | Estomihi | <strong>27.02.22<\/strong> | Mk 8,31-38 | Katharina Wiefel-Jenner | <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und Jesus fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den \u00c4ltesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und get\u00f6tet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um, sah seine J\u00fcnger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh hinter mich, du Satan! Denn du meinst nicht, was g\u00f6ttlich, sondern was menschlich ist.<\/em>   <\/p>\n\n\n\n<p><em>Und er rief zu sich das Volk samt seinen J\u00fcngern und sprach zu ihnen: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben behalten will, der wird&#8217;s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird&#8217;s behalten. Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele ausl\u00f6se? Wer sich aber meiner und meiner Worte sch\u00e4mt unter diesem ehebrecherischen und s\u00fcndigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn sch\u00e4men, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.<\/em>      <\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Lieben,<\/p>\n\n\n\n<p>seit Monaten steigt die Spannung. Haarfeine Risse im Zusammenhalt der J\u00fcngerschaft werden sichtbar. Die J\u00fcnger verstehen nicht wirklich, was er will. Es wird Zeit, dass er sich der entscheidenden Auseinandersetzung stellt. Jerusalem wartet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufbruch in Caesarea Philippi. Hier kann man sich einen \u00dcberblick verschaffen. Caesarea ist weit genug entfernt vom Zentrum des Glaubens. Hier kann man noch einmal alles planen, seine Truppen zusammenziehen, mit Argumenten an die \u00d6ffentlichkeit gehen und dann den entscheidenden Zug nach Jerusalem beginnen. So gehen K\u00f6nige vor. Die Eroberer dieser Welt starteten von hier aus ihre Feldz\u00fcge, um sich die Herzensstadt Gottes zu unterwerfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufbruch in Caesarea Philippi. Hier ist der Ort f\u00fcr letzte strategische Unterrichtungen. Er ist der Messias. Er ist Christus. Endlich ist das gekl\u00e4rt. Er hat es nicht mehr abgestritten, dass er der Christus ist. Wenn er in Jerusalem ankommt, dann gibt es keinen Zweifel mehr. Er wird als Messias ins Zentrum des wahren Glaubens und der falschen Politik kommen. Er wird das Zeitalter der Wahrheit einleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Spannung liegt in der Luft. Vor dem Aufbruch macht er noch eine wichtige Ansage. Die letzte Klarstellung ist der Paukenschlag: \u201eDer Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den \u00c4ltesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und get\u00f6tet werden und nach drei Tagen auferstehen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die J\u00fcnger sind irritiert. Er muss sich t\u00e4uschen. Der Messias wird nicht leiden. Er wird vielmehr die Besatzungstruppen vertreiben. Er darf gar nicht leiden und darf auf keinen Fall get\u00f6tet werden. Er ist der Messias. Petrus versucht es im Vertrauen, nimmt ihn beiseite, will das Gesagte wieder einfangen, spricht mit ihm, als sei er nicht bei Verstand. Die Anspannung steigt. Petrus ist der Anf\u00fchrer der J\u00fcnger. Aber das Entscheidende versteht er nicht. Der engste Vertraute hat M\u00fche die Mission des Menschensohns zu erkennen. Petrus denkt, wie alle denken: wenn man die Gewaltherrscher und L\u00fcgner vertreiben will, dann gibt es in dieser Welt nur den Weg der Gewalt. Aber das ist nicht der Weg des Messias. Der Menschensohn bricht von Caesarea auf, um Frieden zu bringen und nicht Krieg. Er wird nicht, wie die Eroberer vor ihm und die Gewaltherrscher nach ihm, Truppen zusammenziehen, die Stadt umstellen und sie belagern. Er wird nicht mit Schwertern, berittenen Soldaten und schwerem Gesch\u00fctz in Jerusalem einfallen. Der Messias wird seinen Frieden nicht durch Krieg, Truppenaufm\u00e4rsche oder Kriegsdrohung bringen. Ein Frieden, der durch Waffen entsteht, tr\u00e4gt den Keim neuer Gewalt in sich. Der Menschensohn wird Frieden schaffen, so wie ihn die Propheten angek\u00fcndigt haben. Das Recht wird wie Wasser str\u00f6men und die Gerechtigkeit nie versiegen. Der Menschensohn wird daf\u00fcr leiden. Er wird zum Opfer der Machtpolitik werden. Er wird nach diplomatischen Verhandlungen hinter den Kulissen und orchestriertem Volkszorn am Kreuz enden.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte Petrus besser zugeh\u00f6rt, w\u00e4re ihm aufgefallen, dass sein Protest vergeblich sein w\u00fcrde. Gegen Gott kann Petrus nicht ankommen. Der Menschensohn MUSS leiden. Ein g\u00f6ttliches Muss f\u00fchrt den Menschensohn in sein Leiden. Die Friedensmission des Messias wird nicht durch Gewalt erfolgreich sein, aber durch Gewalt l\u00e4sst sie sich auch nicht aufhalten. Petrus will noch nicht preisgeben, was er sich politisch vom Messias verspricht. Aber hier, in Caesarea, wird er in seine Grenzen verwiesen und allen anderen wird im gleichen Atemzug erkl\u00e4rt, was aus dem folgt, was Petrus noch nicht wahrhaben will.<\/p>\n\n\n\n<p>Caesarea Philippi ist der Ort f\u00fcr die letzten strategische Anweisungen. Der Menschensohn gibt keine Befehle. Er erkl\u00e4rt, was auf dem Weg nach Jerusalem wichtig ist. Der Menschensohn wird und will nicht allein nach Jerusalem gehen. Er weist niemanden zur\u00fcck. Alle k\u00f6nnen sich ihm anschlie\u00dfen, aber sie sollen seine Anweisungen f\u00fcr den Weg h\u00f6ren und sich befolgen. Wer zum Gefolge des Messias geh\u00f6ren will, wird ganz und gar zu seinem Menschen, lebt die Ideale des Menschensohns. Nur so wird sich die Friedensmission des Messias erf\u00fcllen. Wer ihm nachfolgt, scheut sich nicht, die Worte des Messias nachzusprechen und sie weiterzugeben. Die, die sich dem Menschensohn anschlie\u00dfen, sind im Herzen bereit, alles f\u00fcr ihn herzugeben. Sie tragen das gleiche Zeichen wie er. Sie nehmen das Kreuz und sie tragen es als Erkennungszeichen. Sie bleiben beim Menschensohn, wenn andere sich \u00fcber ihn lustig machen. Sie reden Worte des Friedens. Sie sind unverbesserliche Optimisten und gehen jedes Risiko ein. Sie suchen nicht das Ihre, sie rechnen das B\u00f6se nicht zu. Sie freuen sich an der Wahrheit, sie ertragen alles, sie dulden alles. Sie geh\u00f6ren zum Menschensohn und sind dazu berufen, mit ihm zusammen aufzubrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine besondere Zeit naht. Die Herrscher dieser Welt reden vom Frieden und r\u00fcsten ihr Gefolge mit Waffen aus. Sie b\u00fcrden Lasten auf, verbreiten Angst, ziehen eine Blutspur durch die Welt. Treten das Recht mit F\u00fc\u00dfen. Es wird Zeit, dass der Messias sein Gefolge ausr\u00fcstet, sein Kreus tr\u00e4gt und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach str\u00f6mt. Die Zeit ist da. Jesus ist in Caesarea Philippi. Petrus ist bei ihm. Seine J\u00fcnger sind bei ihm. Menschen, die sich mit Hunger und Ungerechtigkeit nicht abfinden wollen, sind bei ihm. Menschen, die dem Frieden nachjagen, Menschen, die Gott suchen, sind bei ihm. Wir sind bei ihm. Wir schlie\u00dfen uns an. Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem. Seht, wir sind mit dabei auf Jesu Weg von Caesara nach Jerusalem. Wir werden Jesus begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aufbruch naht. Wir haben Jesu Aufforderungen im Ohr. Wir haben Jesu Worte im Herzen. Wir haben Jesu Leben vor Augen. Wir wissen, wie er in Jerusalem triumphal empfangen wurde. Wir leiden mit Petrus, der ihn verriet. Wir glauben, dass sein Frieden die Welt verwandelt. Wir bekennen, dass Jesus der Christus ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist Zeit. Brechen wir mit Jesus zum Frieden auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen.<\/p>\n\n\n\n<p>___<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Katharina Wiefel-Jenner<\/p>\n\n\n\n<p>Berlin<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"mailto:wiefel_jenner@hotmail.com\">wiefel_jenner@hotmail.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Katharina Wiefel-Jenner, geb. 1958, Pfarrerin i.R., bildet als Dozentin f\u00fcr Liturgik und Homiletik Ehrenamtliche f\u00fcr den Verk\u00fcndigungsdienst aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufbruch zum Frieden | Estomihi | 27.02.22 | Mk 8,31-38 | Katharina Wiefel-Jenner | Und Jesus fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den \u00c4ltesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und get\u00f6tet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen. Und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":7092,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[37,1,157,853,114,674,559,349,373,3],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-7099","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-markus","category-aktuelle","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-estomihi","category-kapitel-08-chapter-08-markus","category-kasus","category-katharina-wiefel-jenner","category-nt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7099","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7099"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7099\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7233,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7099\/revisions\/7233"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7092"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7099"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7099"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7099"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=7099"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=7099"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=7099"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=7099"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}