{"id":7120,"date":"2022-02-22T12:48:00","date_gmt":"2022-02-22T11:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=7120"},"modified":"2022-02-25T12:50:42","modified_gmt":"2022-02-25T11:50:42","slug":"predigt-zu-lukas-1831-43-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zu-lukas-1831-43-2\/","title":{"rendered":"Predigt zu Lukas 18,31-43"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Estomihi | 27.2.22 | Lukas 18,31-43 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfasst von Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen | <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der letzte Sonntag vor den Fasten, Fasching. In D\u00e4nemark wird das auch in einem lutherischen Land gefeiert, Kinder klingeln an den T\u00fcren, bitten um S\u00fc\u00dfigkeiten und singen ein Faschingslied, das alle kennen.&nbsp; Weihnachten und Fasching, das sind f\u00fcr Kinder die gro\u00dfen Feste. Es gibt Geschenke und S\u00fc\u00dfigkeiten, man verkleidet sich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn das Kind sich entschieden hat, geht man los, um die ganz richtigen Sachen zu finden. Ein Besuch im Spielzeugladen, im Stoffgesch\u00e4ft, vielleicht im Altwarenladen, dann zur\u00fcck an die N\u00e4hmaschine, man kann es kaum erwarten, die neuen Kleider anzuziehen. Endlich kommt der Tag, wo alle Einzelteile gesammelt werden, und man ist ein Indianer, Ritter, Clown oder ein Ninja.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df, einige werden sagen, das ist lange her, nun ist das ganze Jahr Fasching. Ich glaube, sie haben Recht. F\u00fcr uns Erwachsene ist das ganze Jahr Fasching. Sind wir nicht auch hinter den Sachen her, die uns das Gef\u00fchl geben, jetzt sind wir voll ausger\u00fcstet? Dies hier ist etwas, was mir Kraft gibt und die Welt um mich ver\u00e4ndern kann. Das ist nat\u00fcrlich zu viel verlangt, dass man das f\u00fcr irgendeiner Duftkerze f\u00fcr einen Euro erwarten kann. Aber kennt Ihr nicht das Gef\u00fchl, oder bin es nur ich, der sein ganzes Vertrauen auf etwas Falsches setzt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich Kind war, hatte ich einmal ein Kost\u00fcm als Ninja und begann zu glauben, dass ich ein Ninja war. Als mich einer der gro\u00dfen Jungen dann auslachte, nahm ich den Kampf mit ihm auf, nur um herauszufinden, ob ich immer noch trotz aller Anstrengungen nur ein kleiner Rotzjunge aus den kleinen Klasen war, den man verpr\u00fcgeln konnte. Seitdem habe ich mein Vertrauen darin gesetzt, dass die Gerechtigkeit Gottes einen dieser Qu\u00e4lgeister treffen wird, die es in jeder Schule zu geben scheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das heutige Evangelium stellt dieses Denken infrage. Denn nicht nur ich und alle Menschen in der langen Geschichte werden Niederlagen, Hohn und Verfolgungen hinnehmen m\u00fcssen. Das Evangelium sagt in der Tat, dass der Sohn Gottes geschlagen, bespuckt und ausgepeitscht und schlie\u00dflich get\u00f6tet werden wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Evangelium steht jedoch die Hoffnung im Vordergrund, wenn es hei\u00dft: <em>Und am dritten Tage wird er auferstehen. <\/em>Wer diese Worte kennt, wei\u00df dass sie bedeuten: Genug ist genug. Der Sohn Gottes und alle die, die in seinem Namen verfolgt worden sind und denen Unrecht widerfahren ist, werden Wiedergutmachung erfahren oder jedenfalls die Verhei\u00dfung von Wiedergutmachung. Denn dass etwas in der Welt besser geworden ist, das kann ja schwer zu sehen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind ja noch immer gen\u00f6tigt, uns Schutzkleidung anzulegen, wenn wir hinaus in die Welt gehen. Da sind die, die spucken, einige werden uns sicher auch verh\u00f6hnen, und weiter weg werden sie dich auch t\u00f6ten, wenn du dich nicht besch\u00fctzt. Die Welt ist nicht so, wie wir uns das w\u00fcnschen k\u00f6nnten. Und wenn&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; du das nicht meinst, so erkl\u00e4re mir, warum du die T\u00fcr zugeschlossen hast, ehe du in die Kirche gingst. Was sich dennoch ver\u00e4ndert hat, ist der Glaube daran: Genug ist genug, und das ist die Hoffnung, die wir am Leben erhalten sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Blinde am Wege h\u00e4lt die Hoffnung am Leben, denn er hat einen Traum, dass alles anders sein k\u00f6nnte. Er wei\u00df nicht, wo er hinschauen soll, aber er wei\u00df, wen er erreichen soll. Man denke, wenn das du oder ich w\u00e4ren, die das erlebten, was der Blinde zu sehen bekam, dass unser Ruf um Hilfe pl\u00f6tzlich geh\u00f6rt wird, und Jesus steht vor uns und sagt: <em>Was willst du, dass ich f\u00fcr dich tun soll?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine M\u00f6glichkeit darum zu beten, der zu werden, der wir vielleicht schon immer sein wollten? Der Ninja, der immer ein Ass im \u00c4rmel hat und die Probleme aller Welt l\u00f6sen kann?&nbsp; Der Mann im Evangelium hat ein Problem, und daf\u00fcr bittet er um Hilfe. Er sagt: <em>Herr, dass ich sehen kann<\/em>. Und nun kann er sich pl\u00f6tzlich in der physischen Welt orientieren und ein anderes Leben f\u00fchren als das Leben, das darin bestand, am Wege zu sitzen und darauf zu warten, dass sich jemand seiner erbarmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Pointe in deinem und meinem Leben kommt nun. Denn es geht nicht um das, was wir wichtig finden, dass der Mann wieder sehen kann, oder dass du oder ich mit Jesus so ein Faschingserlebnis haben, bei dem wir all das werden k\u00f6nnen, wovon wir nur getr\u00e4umt haben. Das Evangelium ist nicht das Erlebnis eines neuen Stils und neuer M\u00f6glichkeiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Evangelium ist die Hoffnung, in der der Mann immer gelebt hat, dass Jesus die Welt ver\u00e4ndern kann und das tun wird, wenn er vorbeikommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr Wortwechsel schlie\u00dft n\u00e4mlich damit, dass Jesus sagt: <em>Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. <\/em>Den Glauben daran, dass Jesus die L\u00f6sung ist, hatte der Blinde schon lange vor uns anderen gesehen. Der Blinde hatte ihn die ganze Zeit gesehen und wartete nur darauf, dass Jesus vorbeikommen und seinen Ruf h\u00f6ren w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Evangelium sagt zu dir: Setze dein Vertrauen auf Jesus, wenn du ein anderes Leben haben willst, vielleicht entdeckst du wie der Blinde, dass du schon immer mehr sehend warst, als du wusstest. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pastor Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DK-5000 Odense<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">E-Mail: lrl(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Estomihi | 27.2.22 | Lukas 18,31-43 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | verfasst von Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen | Der letzte Sonntag vor den Fasten, Fasching. 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