{"id":7478,"date":"2022-03-23T12:12:45","date_gmt":"2022-03-23T11:12:45","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=7478"},"modified":"2022-03-23T13:45:55","modified_gmt":"2022-03-23T12:45:55","slug":"automatisch-gespeicherter-entwurf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/automatisch-gespeicherter-entwurf\/","title":{"rendered":"Predigt zu 2. Mose 2,9-18"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Hoffnungsbrot als Vorgeschmack auf den Himmel |\u00a0L\u00e4tare |\u00a027. 3.22 | 2. Mose 2,9-18; Johannes 6,24\u201435\u00a0|\u00a0verfasst von Tine Illum\u00a0| <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir in D\u00e4nemark morgens Mohnbr\u00f6tchen essen, hei\u00dfen sie \u201eBirkes\u201c, das ist im Grunde die ganze Erz\u00e4hlung des heutigen Predigttextes.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort \u201eBirkes\u201c kommt aus dem Hebr\u00e4ischen und bedeutet \u201eSegen\u201c. Ein Segen, der gro\u00dfz\u00fcgig ausgestreut wird \u2013 wie auf den Br\u00f6tchen. So ist unser Leben grundlegend. So ist Leben, wenn es so ist, wie es sein soll. Darum geht es heute.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Segen \u2013 Hoffnung \u2013 Mut, das ist ein Dreiklang in unserem Glauben und unserem Leben. Und jeden einzigen Tag k\u00f6nnen wir sehen, was das Gegenteil ist: Eine furchtsame, mutlose und hoffnungslose Verdammnis.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa ist Krieg. Das ist eine furchtbare Wahrheit, deren Zeugen wir sind. Und wir kommen nicht in die Kirche, ohne dies alles mit hineinzutragen. Das sollen wir auch nicht. Der Gottesdienst soll uns nicht gegen die Wirklichkeit abschotten. Er soll uns das Brot und die Hoffnung des Lebens geben, so dass wir Mut und Kraft bekommen, ein Leben zu leben, wo Segen, Hoffnung und Mut unser Lebensstil sind. Unser christlicher Lebensstil.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Zeit, wo unheilige Allianzen zwischen Macht und Kirche in Russland geschmiedet werden, m\u00fcssen wir in den westlichen Kirchen zwei Dinge tun.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsre H\u00e4upter beugen, in uns selbst gehen und wissen und erz\u00e4hlen, dass wir das auch kennen. Dass Kirchen ihrer Berufung nicht gerecht werden. Stattdessen m\u00fcssen wir dagegen protestieren, dass Machtmissbrauch und Verfolgung ein Teil der D\u00e4monie des Krieges werden \u2013 das geschieht nicht nur anderswo. Das ist auch ein Teil von uns und unserer Geschichte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wir m\u00fcssen aufstehen und unsere Stimme erheben. So wie viele mutige Menschen und andere orthodoxe Christen in dieser Zeit hingehen und den Krieg in der Ukraine nicht legitimieren, und sich lautstark von der Leitung der orthodoxen Kirche in Moskau distanzieren &#8211; und genauso deutlich von den L\u00fcgen und der Gewalt des Pr\u00e4sidenten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um des Lebens willen. Um der Menschen willen. Ganz gleich wer sie sind und wo sie sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wir m\u00fcssen Hoffnung und Lebensmut ausstrahlen. In der Gastfreiheit gegen\u00fcber Fl\u00fcchtlingen erfahren wir Hoffnung in dieser Zeit. Hoffnung in der Phantasie, W\u00e4rme und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, wo man Suppe austeilt an der polnischen Grenze und Wohnungen einrichtet f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge in einem d\u00e4nischen Dorf. Hoffnung in Gebeten und Lichtern, die angez\u00fcndet werden. Brosamen der Hoffnung. Segen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lasst mich an einer ganz anderen Stelle beginnen. N\u00e4mlich einem Sonnabend, wo man f\u00fcr die ganze Woche einkauft. Das kleinste der M\u00e4dchen ging umher ganz f\u00fcr sich in dem gro\u00dfen Gesch\u00e4ft, w\u00e4hrend ihr Vater den Einkaufswagen f\u00fcllte. Nach der Heimkehr erz\u00e4hlte sie freudestrahlend, dass die so viel Vorgeschmack bekommen habe. Was wir anderen Geschmacksproben nennen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie wurde davon nicht satt, bekam nur etwas auf einer Gabel, wie man das ja tut. Aber es war ein himmlischer Happen \u2013 ein Vorgeschmack. Und zugleich eine Verhei\u00dfung, dass dies nur der Anfang ist \u2013 einmal w\u00fcrde es viel mehr geben. Aber der Vorgeschmack ist eine kraftvolle Freude in sich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist das, was mit uns Erwachsenen geschieht? Ja, dar\u00fcber haben wir gerade eine Geschichte geh\u00f6rt, als wir h\u00f6rten, wie Gott sein Volk versorgte, das in der W\u00fcste ging und sich beschwerte. \u201eWann sollen wir essen?\u201c fragen sie Moses und Aron, und: \u201eWir sind durstig\u201c, und: \u201eWir k\u00f6nnen genauso gut nach \u00c4gypten zur\u00fcckkehren \u2013 da gibt es jedenfalls genug zu essen\u201c.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn Gott ihnen genug gibt \u2013 genug, so dass jeder einzelne satt wird, klagen sie weiter. F\u00fcr sie ist das n\u00e4mlich nicht Vorgeschmack und Hoffnung auf mehr. Eher die letzten Kr\u00fcmel, die die Sorge darum hervorbringt, ob wir morgen satt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erz\u00e4hlung der alten Israeliten ist die, dass sie vierzig Jahre in der W\u00fcste leben mussten, um daraus zu lernen. Sie sollten nicht lernen, dass es egal war, ob ihnen Brot und Wasser fehlten. Sie sollten vielmehr lernen, dass Brot und Wasser nicht genug war. Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern auch von den Worten aus dem Munde Gottes. Von seinem Segen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist es deshalb, dass wir Jesus ein anderes mal sagen h\u00f6ren, dass wir wie Kinder werden sollen, von dem leben sollen, was uns gegeben wird, im Vertrauen darauf, dass es nicht nur genug ist, es ist heilig und ein Vorgeschmack, eine Verhei\u00dfung und eine Hoffnung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir die Erz\u00e4hlungen aus der Bibel heute h\u00f6ren, ist es ja ganz deutlich, dass uns die Sorge bedr\u00fcckt, kein Brot zu haben, kein Leben und keine Zukunft zu haben. Diese Sorge gibt es, und sie ist real. Das ist die f\u00fcr Jesus. Und das ist sie f\u00fcr seine Zeit. Das ist sie f\u00fcr die Menschen heute. Wenn wir Augen im Kopf haben und ein Herz in uns, dann k\u00f6nnen wir es sehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und was h\u00e4lt sie \u00fcberhaupt am Leben in den belagerten St\u00e4dten in der Ukraine, wo ihnen Brot und Wasser und vieles andere fehlt? Das ist die Hoffnung \u2013 die Hoffnung darauf, dass es Leben und Zukunft gibt, Gerechtigkeit und Freiheit. F\u00fcr sie selbst und die Generationen nach ihnen. Und weil es diese Hoffnung gibt, k\u00e4mpfen sie f\u00fcr das, worauf sie hoffen. Beten und hoffen und arbeiten und k\u00e4mpfen. Hoffnung und t\u00e4gliches Brot. Das, was Leben und Kr\u00e4fte verleiht. Ein Vorgeschmack auf die Zukunft, auf die sie nun nur hoffen und von der sie tr\u00e4umen, um die sie beten und f\u00fcr die sie k\u00e4mpfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einigen von denen, die an diesem Sonntag in der Kirche sind, haben sicher einmal Luthers Kleinen Katechismus gelernt. Hier erz\u00e4hlt er, was jedes Gebet im Vaterunser bedeutet. H\u00f6ren wir, was er vor 500 Jahren gesagt hat zu der Bitte: \u201eUnser t\u00e4gliches Brot gib uns heute\u201c:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eGott gibt das t\u00e4gliche Brot auch ohne unsere Bitte alles b\u00f6sen Menschen, aber wir bitten in diesem Gebet, dass er\u2018s uns erkennen lasse und wir mit Danksagung empfangen unser t\u00e4gliches Brot. Was hei\u00dft denn t\u00e4gliches Brot? Alles, was not tut f\u00fcr Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede , Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eGib uns\u201c, beten wir. Alles, was wir zum Leben brauchen. Und gibt, dass wir das alles dankbar empfangen. Es dankbar weitergeben, t\u00e4gliches Brot f\u00fcr andere sein \u2013 Hoffnung und Segen sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kommt nicht von selbst. Das ist gekommen und kommt zu uns von Gott. In Christus, der sagt: \u201eIch bin das Brot des Lebens\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daran sollen wir denken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und damit wir es nicht vergessen oder nicht daran zweifeln, damit es eine lebendige verwandelnde Wirklichkeit f\u00fcr uns heute ist, damit es uns ins Blut geht \u2013 sagt er heute zu uns. Esst es! Das ist das Brot des Lebens. Trinkt es! Das ist der Becher des Heils. Schmeckt uns seht, dass Gott g\u00fctig ist! Glaubt und lebt es! Amen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pastorin Tine Illum&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DK-6091 Bjert&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Email: ti(at)km.dk&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hoffnungsbrot als Vorgeschmack auf den Himmel |\u00a0L\u00e4tare |\u00a027. 3.22 | 2. Mose 2,9-18; Johannes 6,24\u201435\u00a0|\u00a0verfasst von Tine Illum\u00a0| Wenn wir in D\u00e4nemark morgens Mohnbr\u00f6tchen essen, hei\u00dfen sie \u201eBirkes\u201c, das ist im Grunde die ganze Erz\u00e4hlung des heutigen Predigttextes.&nbsp; Das Wort \u201eBirkes\u201c kommt aus dem Hebr\u00e4ischen und bedeutet \u201eSegen\u201c. 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