{"id":7549,"date":"2022-04-05T10:00:00","date_gmt":"2022-04-05T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=7549"},"modified":"2022-04-08T14:50:55","modified_gmt":"2022-04-08T12:50:55","slug":"johannes-171-8-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-171-8-2\/","title":{"rendered":"Johannes 17,1-8"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Glaubenswege | Palmarum | 10.04.22 | Joh 17,1-8 | Benedict Schubert |<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vorbemerkung:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die traditionelle Bild- und Symbolsprache f\u00fcr Palmsonntag kommt im Text nicht vor, den die Perikopenordnung uns vorlegt. Ich wollte sie in der Auslegung auch nicht in den Text eintragen, sondern sie in der Liturgie aufnehmen. Die Gemeinde singt vor dem Eingangsgebet die ersten drei Strophen vom Adventslied \u00abDein K\u00f6nig kommt in niedern H\u00fcllen\u00bb (RG 371\/EG 14); die Kantorei antwortet auf das Gebet mit \u00abTr\u00f6stet, tr\u00f6stet mein Volk\u00bb von E.K.N\u00f6ssler.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwillinge werden getauft. F\u00fcr die Taufliturgie verwende ich das Motiv des Einzugs. Doch dann kommt der Verk\u00fcndigungsteil mit der Predigt. Die Kantorei antwortet mit der Vertonung eines an Johannes 8,51 anlehnenden Worts (<em>Wahrlich, wer an mich glaubt, wir den Tod nicht sehen, von nun an bis in Ewigkeit).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>So wie nach Joh 17 der eigentliche Leidensweg von Jesus beginnt, lassen wir den Palmsonntag hinter uns: Nach den F\u00fcrbitten wird die Abendmahlsliturgie vom Passionslied strukturiert: \u00abDu gingst, o Heiland, hin f\u00fcr uns zu sterben\u00bb (RG 448 \/ Melodie EG 81, Text von). Weil das Lied sich nicht im EG findet, hier der Text von Johann Andreas Cramer<\/p>\n\n\n\n<p>1. Du gingst, o Heiland, hin, f\u00fcr uns zu leiden,\/ erwarbst uns allen deines Himmels Freuden\/ und starbst, vom Fluche und von allem B\u00f6sen\/ uns zu erl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Das sollen deine J\u00fcnger nie vergessen:\/ Wir sind, die wir von einem Brote essen,\/ aus einem Kelche trinken, deine Glieder,\/ Schwestern und Br\u00fcder.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Dein heilig Mahl gebietet den Gemeinen,\/ durch einen Geist mit dir sich zu vereinen,\/ dass unter einem Hirten eine Herde\/ aus allen werde.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Wir sind mit einem Opfer losgekaufet;\/ wir alle sind auf einen Tod getaufet,\/ dass jeder nun mit gleichem Ernst und Triebe\/ den andern liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Wenn wir in Frieden beieinander wohnten,\/ Gebeugte st\u00e4rkten und die Schwachen schonten,\/ dann w\u00fcrden wir den letzten heilgen Willen\/ des Herrn erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>6. Ach, dazu m\u00fcsse deine Lieb uns dringen.\/ Du wollest selbst, o Herr, dies Werk vollbringen,\/ dass unter einem Hirten eine Herde\/ aus allen werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Strophe wird vor der Einleitung zum Abendmahl gesungen, 2+3 vor dem Gebet, 4 anstelle des \u00abSanctus\u00bb, dann folgen die restlichen Eile der Liturgie, wobei das Unser Vater von der Kantorei auf Ukrainisch in einer Vertonung durch Rihards Dubra gesungen wird. 5+6 singen wir als Schlusslied vor Sendung und Segen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Predigt:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n\n\n\n<p>die Zeit steht still in diesem Abschnitt des Johannesevangeliums. Der Evangelist unterbricht die dramatische Bewegung, die Jesus immer tiefer ins Leiden und schliesslich in den Tod f\u00fchrt. Er l\u00e4sst alles in der Schwebe \u2013 wie wenn wir als Leserinnen oder H\u00f6rer den Atem anhalten sollten zwischen dem Entschluss von Jesus, aufzubrechen in den Garten, und dem Moment, in dem er und seine Schar tats\u00e4chlich hinausgehen in die Nacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes beschreibt die Fusswaschung, wo die anderen Evangelisten vom Abendmahl berichten. Er schreibt von der Verunsicherung unter denen, die mit Jesus waren. Und er schreibt, wie Jesus sie tr\u00f6stet und beruhigt, wie er ihnen einen Horizont er\u00f6ffnet, ihnen verspricht, dass sie Zukunft haben. Vom Frieden redet Jesus, den er zur\u00fcckl\u00e4sst, aber auch davon, dass und wie die Seinen weiterf\u00fchren werden, was er selbst angefangen hat. Jesus spricht ihre \u00c4ngste an und macht dem verzagten Haufen Mut. Das klingt alles nach Schlusswort, nach Verm\u00e4chtnis, erst recht, da Jesus mit der schlichten Aufforderung schliesst: \u00abSteht auf, lasst uns von hier aufbrechen!\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das l\u00e4sst erwarten, dass sie das auch unverz\u00fcglich tun; tats\u00e4chlich geschieht es aber erst viel sp\u00e4ter. Stattdessen redet Jesus weiter, wie wenn er nicht soeben zum Aufbruch geblasen h\u00e4tte. Er redet ohne \u00dcberleitung, ohne Erkl\u00e4rung oder Begr\u00fcndung \u00fcber drei lange Kapitel. Eben: Die Zeit steht still.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Wort vom Weinstock wird der neue Redeblock er\u00f6ffnet, \u00fcber die Beziehung zwischen Jesus und denen, die mit ihm gehen und auf ihn h\u00f6ren. Jesus legt dar, wie diese Beziehung sich gestalten soll, wenn er einmal nicht mehr leibhaftig da ist. Lebendig bleibt die Freundschaft, die Liebe durch den Beistand, die \u00abTr\u00f6sterin\u00bb, die im himmlischen Windstoss und Auflodern die Seinen ergreifen, erf\u00fcllen, heilen und ver\u00e4ndern wird. Noch einmal redet Jesus schliesslich von der Angst, die die Seinen in der Welt mit guten Gr\u00fcnden haben. Doch sie k\u00f6nnen und sollen getrost sein, schliesslich hat Jesus die Welt \u00fcberwunden (16,33).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Hier setzt der Text ein, der uns dieses Jahr f\u00fcr den Palmsonntag vorgelegt ist, die ersten Verse von Kapitel 17. Jesus hat lange zu den Seinen gesprochen. Jetzt \u00e4ndert er seine Blickrichtung und sein Gegen\u00fcber:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>17&nbsp;<em><sup>1<\/sup><\/em><em>So redete Jesus, und er erhob seine Augen zum Himmel und sprach:<br>Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.&nbsp;<br><sup>2<\/sup>Denn du hast ihm Macht gegeben \u00fcber alle Sterblichen, damit er alles, was du ihm gegeben hast, ihnen gebe: ewiges Leben.&nbsp;<br><sup>3<\/sup>Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzig wahren Gott, erkennen&nbsp;<br>und den, den du gesandt hast, Jesus Christus.<br><sup>4<\/sup>Ich habe dich auf Erden verherrlicht, indem ich das Werk vollendet habe, das zu tun du mir aufgetragen hast.&nbsp;<sup>5<\/sup>Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.<br><sup>6<\/sup>Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.&nbsp;<sup>7<\/sup>Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.&nbsp;<sup>8<\/sup>Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.&nbsp;<\/em>[Neue Z\u00fcrcher Bibel]<\/p>\n\n\n\n<p>Grossartig klingt das alles, unbescheiden, masslos. Ich vergleiche Texte gerne mit R\u00e4umen \u2013 unser Abschnitt kommt mir vor wie ein Prunkgemach; da gl\u00e4nzt alles, Sch\u00f6nheit blitzt auf und wird hundertfach gespiegelt. Ich stehe voller Ehrfurcht und weiss nicht, ob ich mich n\u00e4hern, diesen Raum \u00fcberhaupt betreten darf. Die \u00abHerrlichkeit\u00bb, die Sch\u00f6nheit Gottes l\u00e4sst mich verstummen. Ich stehe ehrf\u00fcrchtig still und bestaune den gewichtigen Glanz, der sich vom Ewigen auf Jesus gelegt hat und von ihm zur\u00fcckgestrahlt wird&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass ich alles verstanden h\u00e4tte, was mir in den \u00fcberw\u00e4ltigenden Begriffen entgegenkommt, die Jesus verwendet, bilde ich mir gar nicht ein. Der Text beh\u00e4lt seine Fremdheit \u2013 wie wenn er mir als erstes eine un\u00fcberbr\u00fcckbare Distanz vermitteln wollte. Dort, in der H\u00f6he, im Himmel, ist Gott \u2013 ich aber geh\u00f6re unten hin, zu denen, die die Z\u00fcrcher Bibel als \u00abdie Sterblichen\u00bb bezeichnet. Die Lutherbibel, die ich sonst ja sehr liebe, beschr\u00e4nkt sich auf das harmlose Wort \u00abMensch\u00bb, die Bibel in gerechter Sprache schreibt von \u00aballen Gesch\u00f6pfen\u00bb. Johannes dagegen hat urspr\u00fcnglich drastisch formuliert: Der Sohn habe Macht \u00fcber \u00aballes Fleisch\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer immer den Klang der Sprache dieses Evangelisten etwas im Ohr hat, denen wird bewusst sein, dass Johannes wiederholt den Begriff \u00abFleisch\u00bb verwendet \u2013 und zwar gerne an Stellen, wo er uns irritiert, fast ein bisschen peinlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist wom\u00f6glich durchaus beabsichtigt. Wir sollen irritiert sein. Es soll uns nicht wohl sein als Gesch\u00f6pfe, als \u00abFleisch\u00bb, denn das ist f\u00fcr Johannes die an die Erde gebundene, verg\u00e4ngliche Existenz. Sobald Fleisch nicht mehr einen lebenden K\u00f6rper meint, verrottet es. Wenn wir nicht Wege finden, es zu konservieren, f\u00e4ngt es rasch an zu faulen.<a href=\"applewebdata:\/\/FC08F220-806C-4BF9-94BC-7BD6D23CD098#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Ja, \u00abFleisch\u00bb sind wir Sterblichen. Unser Leben ist st\u00e4ndig vom Sterben bedroht. Gleichzeitig \u2013 und das wiegt schwerer \u2013 haben wir Menschen einen eigent\u00fcmlichen Hang, den Tod zu suchen und zu bringen; das wird uns dieser Tage ja auf schreckliche Weise vor Augen gef\u00fchrt. Wie kann jemand auf so hemmungslose Weise Tod und Elend \u00fcber Tausende bringen wollen? \u00abFleisch\u00bb \u2013 das bedeutet auch die Blutspur der Gewalt, die sich durch die Menschheitsgeschichte zieht, und die wir nun beklemmend in naher Nachbarschaft beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil ich, weil wir \u00abFleisch\u00bb sind, haben wir kein Recht und keine M\u00f6glichkeit, den lichtdurchfluteten Raum der Sch\u00f6nheit Gottes zu betreten; wir geh\u00f6ren da schlicht nicht hin. Wir&nbsp;<em>geh\u00f6rten da nicht hin<\/em>, wenn Jesus uns nicht betend, in seiner wachen Kommunikation mit Gott, Zugang verschafft h\u00e4tte:&nbsp;<em>Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche. Denn du hast ihm Macht gegeben \u00fcber alle Sterblichen,&nbsp;<\/em>\u00fcber alles Fleisch,&nbsp;<em>damit er alles, was du ihm gegeben hast, ihnen gebe: ewiges Leben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind nicht f\u00fcr das Verrotten und Verfaulen bestimmt, uns ist das Leben zugesagt, und zwar&nbsp;<em>ewiges Leben<\/em>. Uns ist Leben geschenkt, das nicht mehr vom Tod definiert ist. Es l\u00e4sst sich nicht mehr vom Tod und der Todesangst bestimmen. Es bringt nicht mehr Tod. Es besch\u00e4digt nicht mehr, was leben und lieben will. Es ist Leben, in dem die Liebe bl\u00fcht, in dem das Vertrauen uns Boden unter die F\u00fcsse gibt, in dem die Hoffnung Zukunft schafft.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Begriff der \u00abEwigkeit\u00bb, vermute ich, taucht bei vielen zun\u00e4chst die Vorstellung einer ins Unendliche weitergezogenen Zeitachse auf. Sie sehen vor sich das Gleis der Zeit, auf dem wir durchs Leben fahren. Dieses Gleis zieht sich gradlinig ins Unendliche weiter, weil es nicht mehr am Prellbock des Todes endet, wo wir mehr oder wenig abrupt, aber jedenfalls endg\u00fcltig zum Stehen kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ewigkeit bedeutet jedoch, dass die Zeit aufgehoben wird. Wir folgen nicht mehr einer Lebenslinie, wir werden befreit davon, ihr folgen zu m\u00fcssen \u2013 manche ja so lange, dass sie es m\u00fcde werden und des Lebens endg\u00fcltig satt sind. Wir werden vielmehr in einen unvorstellbar anderen Zustand versetzt. Ewiges Leben ist die ganz andere Art von Leben, die Johannes in seinem Evangelium beschreibt. Sie ist um Gottes Willen m\u00f6glich, denn \u2013 in den Worten aus dem Prolog des Evangeliums:&nbsp;<em>Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit&nbsp;<\/em>(Joh 1,14a). Die Ewigkeit ist hereingebrochen in die Zeit und breitet sich in ihr aus.<a href=\"applewebdata:\/\/FC08F220-806C-4BF9-94BC-7BD6D23CD098#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Und uns wird ewiges Leben geschenkt, indem wir&nbsp;<em>von oben geboren werden aus Wasser und Geist&nbsp;<\/em>(3,3-5).<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Evangelisten ist entscheidend: Das ewige Leben ist nicht das, was dann kommt, wenn wir einmal gestorben sind. Ewiges Leben ist das Leben, das Jesus Christus gelebt hat; und er beruft, befreit und bef\u00e4higt uns dazu. Unser sterbliches Leben, unser Leben \u00abim Fleisch\u00bb verwandelt sich allm\u00e4hlich, zusehends in dieses Leben von himmlischer, g\u00f6ttlicher, ewiger Qualit\u00e4t. F\u00fcr dieses Leben bedeutet der Tod nicht mehr das Ende. Um es mit dem Pauluswort zu sagen, das ich jeweils zitiere, wenn ich diejenigen nenne, von denen wir Abschied genommen haben:&nbsp;<em>Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir nun leben oder sterben, wir geh\u00f6ren dem Herrn&nbsp;<\/em>(R\u00f6m 14,8). Diese Zugeh\u00f6rigkeit wird uns durch&nbsp;<em>durch Wasser und Geist<a href=\"applewebdata:\/\/FC08F220-806C-4BF9-94BC-7BD6D23CD098#_ftn3\"><sup><strong>[3]<\/strong><\/sup><\/a>&nbsp;<\/em>geschenkt<em>:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wasser: In der Gemeinschaft der Getauften entdecken wir sie. Wir \u00fcben das ewige Leben miteinander ein. Wir fragen einander, wie es sich lebt und gestaltet, und wir unterst\u00fctzen einander in Zweifeln, in Unsicherheiten, wenn wir die Orientierung verlieren. Im gegenseitigen Austausch, in der Gemeinschaft leben wir es immer leichter und selbstverst\u00e4ndlicher. Ella und Amalia werden das hoffentlich auch einmal entdecken und f\u00fcr sich in Anspruch nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Geist: Das ewige Leben ist zugleich das \u00fcberraschende, nie zu kontrollierende Geschenk der g\u00f6ttlichen Geistkraft, die wie der Wind weht, wo und wie sie will (3,8). Wir k\u00f6nnen uns im ewigen Leben nicht einrichten; es steht nicht zu unserer Verf\u00fcgung, nicht in unserer Macht und unter unserer Kontrolle. Aber wir erfahren es als die himmlischen Momente \u2013 oft dann, wenn wir sie nicht erwartet h\u00e4tten. Es l\u00f6st sich eine Verkrampfung. Wir finden das richtige Wort. Wir schliessen Frieden nach langem Streit. Wir werden ber\u00fchrt und geheilt. Wir verstehen einander, uns selbst oder Gott so, dass unser Herz leicht wird. Wir schweigen und h\u00f6ren die Stimme, die alles zurechtbringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und alle diese Erfahrungen verbinden sich so, dass ich&nbsp;<em>den einzig wahren Gott, erkenne und den, den Gott gesandt hast, Jesus Christus.<\/em>&nbsp;Dass ich Dinge zu begreifen anfange und sogar Worte finde, um dar\u00fcber mit anderen zu sprechen, ist dabei nicht einmal das Wichtigste. Wo die Bibel von \u00aberkennen\u00bb redet, geht es um mehr als das gedankliche Erfassen. \u00abErkennen\u00bb bedeutet N\u00e4he, Intimit\u00e4t, eine tiefe Vertrautheit, eine liebevolle Verbindung.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Verbindung ist da, daf\u00fcr dankt Jesus seinem Vater. Er verl\u00e4sst sich darauf, dass diejenigen, die er um sich geschart hat, eingetreten und jetzt daheim sind im hellen Raum der Sch\u00f6nheit, des Lichtglanzes, der Herrlichkeit Gottes \u2013 so wie er selbst. Jesus vertraut auch darauf, dass nichts und niemand diese Verbindung wird l\u00f6sen k\u00f6nnen, auch nicht das, was ja sogleich folgen wird, wenn alles wieder in Bewegung kommt, und er seinen Weg bis zum Kreuz gehen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Von ihnen, die um ihn sind, sagt Jesus im Gebet:&nbsp;<em>Du hast sie mir aus der Welt gegeben. Sie waren dein, und mir hast du sie gegeben.&nbsp;<\/em>Wir h\u00f6ren es und geh\u00f6ren dazu, was immer auch geschieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Pfr. Dr. Benedict Schubert, geb. 1957, reformierter Pfarrer an der Peterskirche in Basel nach mehreren Jahren im Dienst der evangelisch-reformierten Kirche in Angola und bei mission 21 \u2013 evangelisches missionswerk basel, sowie Lehrauftrag im Fach aussereurop\u00e4isches Christentum an der Universit\u00e4t Basel; mit seiner Frau zusammen leitet er das \u00abTheologische Alumneum\u00bb, ein Wohnheim f\u00fcr Studierende aller Fakult\u00e4ten, sie sind beide seit ihrer Gr\u00fcndung Mitglieder der Communit\u00e4t Don Camillo.<\/p>\n\n\n\n<p>Basel<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Benedict Schubert<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"about:blank\">benedict.schubert@erk-bs.ch<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FC08F220-806C-4BF9-94BC-7BD6D23CD098#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe auch Ps 90, 5f; 103, 15f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FC08F220-806C-4BF9-94BC-7BD6D23CD098#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe die 2. Strophe des Lieds von Arno P\u00f6tzsch (Es ist ein Wort ergangen \u2013 RG 259\/ EG 590): \u00abDas Wort hat Gott gesprochen\/ hinein in diese Zeit.\/ Es ist hereingebrochen\/ im Wort die Ewigkeit.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FC08F220-806C-4BF9-94BC-7BD6D23CD098#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Die Kommentare sind sich nicht einig, ob das Wasser sich tats\u00e4chlich auf die Taufe bezieht, oder ob das Wasser Bild sei f\u00fcr den Geist (\u00ab\u2026durch das Wasser das der Geist ist\u00bb). Es ist also m\u00f6glich, dass ich hier etwas in den Text hineinlese; ich meine aber, gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glaubenswege | Palmarum | 10.04.22 | Joh 17,1-8 | Benedict Schubert | Vorbemerkung: Die traditionelle Bild- und Symbolsprache f\u00fcr Palmsonntag kommt im Text nicht vor, den die Perikopenordnung uns vorlegt. Ich wollte sie in der Auslegung auch nicht in den Text eintragen, sondern sie in der Liturgie aufnehmen. Die Gemeinde singt vor dem Eingangsgebet die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":7605,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,1,157,229,853,114,366,349,3,699,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-7549","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-johannes","category-aktuelle","category-beitragende","category-benedict-schubert","category-bibel","category-deut","category-kapitel-17-chapter-17","category-kasus","category-nt","category-palmsonntag","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7549"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7549\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7607,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7549\/revisions\/7607"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7549"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=7549"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=7549"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=7549"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=7549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}