{"id":7795,"date":"2022-04-11T18:46:00","date_gmt":"2022-04-11T16:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=7795"},"modified":"2022-04-14T11:47:01","modified_gmt":"2022-04-14T09:47:01","slug":"markus-161-8-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-161-8-4\/","title":{"rendered":"Markus 16,1-8"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Ostern, Gegensatz zum t\u00e4glichen Erleben | Ostersonntag | 17.04.2022 | Mk 16,1-8 | Ulrich Nembach |<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde,\u00a0<br>\u201eDas gibt es nicht. \u2013 Doch, das gibt es!\u201c So kann unser heutiger Predigttext \u00fcberschrieben werden. H\u00f6ren Sie selbst! Der Text steht im Markusevangelium im 16. Kapitel, die Verse 1ff:\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>1.<\/p>\n\n\n\n<p><em>1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende \u00d6le, um hinzugehen und ihn zu salben.&nbsp;<br>2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr fr\u00fch, als die Sonne aufging.&nbsp;<br>3 Und sie sprachen untereinander: Wer w\u00e4lzt uns den Stein von des Grabes T\u00fcr?&nbsp;<br>4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggew\u00e4lzt war; denn er war sehr gro\u00df.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Fraueninitiative, bestehend aus drei Frauen, wird aktiv nach Jesu Tod. Sobald sie k\u00f6nnen, starten sie fr\u00fchmorgens. Nach unserer Zeitrechnung ist das der Sonntagmorgen. Am Sonnabend konnten sie nichts unternehmen, weil dieser Tag ein Sabbat, ein Tag absoluter Ruhe war. Sie kaufen wohlriechende \u00d6le, um Jesu Leichnam zu salben. Sie wollen das tun, was man damals einem lieben Toten schuldig war. Der zeitliche und finanzielle Aufwand ist kein Hindernis f\u00fcr die Drei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie unterwegs sind, merken sie, dass sie etwas \u00fcbersehen haben, etwas Wichtiges. Jesus wurde begraben in einer aus dem Fels gehauenen H\u00f6hle, und vor der liegt ein gro\u00dfer und schwerer Stein. Ihn wegzurollen ist zu schwer f\u00fcr sie. Sie \u00fcberlegen, wer ihnen helfen kann. Sie \u00fcberlegen und gehen weiter. So kommen sie zum Grab. Da bemerken sie eine angenehme \u00dcberraschung. Der Stein ist weggerollt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das gibt es doch nicht. Das ist eigentlich unm\u00f6glich. Am Sabbat konnte niemand hierher zum Grab gekommen sein und jetzt auch nicht. Sie waren fr\u00fchmorgens gekommen. Das gibt es nicht. Und doch, das gab es.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So geht es auch weiter. Die Frauen gehen ins Grab. Die Gr\u00e4ber waren damals gro\u00df. Was sehen sie dort?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen J\u00fcngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes wei\u00dfes Gewand an, und sie entsetzten sich.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein junger Mann sitzt im Grab. Die Frauen sind entsetzt. Gleich noch einmal: Das gibt es nicht, und doch gibt es das.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ehe sie reagieren k\u00f6nnen, werden sie angesprochen. Der junge Mann sagt zu ihnen:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>6 Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die St\u00e4tte, wo sie ihn hinlegten.&nbsp;<br>7 Geht aber hin und sagt seinen J\u00fcngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galil\u00e4a; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Mann erkennt ihr Entsetzen und spricht sie freundlich an. Sie brauchen keine Angst zu haben. Jesus ist nicht hier. Das sehen sie. Deshalb sagt der junge Mann gleich, was geschehen ist.&nbsp;<em>Er, Jesus von Nazareth, ist auferstanden.<\/em>&nbsp;Was? Er ist auferstanden, sagt er. Das gibt es doch nicht. Tot ist tot.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben das Tot-ist-tot zurzeit tagt\u00e4glich. Die Zeitungen und Fernsehnachrichten sind voll von Todesmeldungen infolge von Corona. Es werden nur noch die Zahlen genannt, weil seit der letzten Meldung wieder soundso viele Menschen verstorben sind. Die Toten der Ukraine werden nicht einmal gez\u00e4hlt; ihre Anzahl l\u00e4sst sich konkret kaum oder gar nicht erfassen. Aber sie werden geh\u00f6rt. Das Blut eines Get\u00f6teten schreit zu Gott von der Erde. So hei\u00dft es einmal in der Bibel (Gen. 4,&nbsp;10).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Blut der Vielen, die seit Wochen in der Ukraine get\u00f6tet werden, schreit laut. So laut, dass auch wir es h\u00f6ren, 1700 km entfernt. Die ganze Welt h\u00f6rt es und starrt entsetzt auf die Gr\u00e4ber, wo \u00c4cker zu Friedh\u00f6fen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Friedh\u00f6fe sprechen eine deutliche Sprache, unmissverst\u00e4ndlich, seit Menschengedenken. Und nun, am Ostermorgen, soll es damit nichts sein? Das gibt es doch nicht! \u201eSeht hin\u201c, sagt der junge Mann zu den Frauen, \u201edoch, das gibt es\u201c, und er gibt ihnen dazu einen Auftrag mit auf den Weg. Sie sollen Jesu J\u00fcngern berichten und die Begegnung der J\u00fcnger mit ihm vorbereiten. Toll! Also, das ist\u00a0<em>Auferstehung?!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>2.<\/p>\n\n\n\n<p>Was hei\u00dft das heute? Wie begehen wir Ostern in Zeiten von Krieg und Corona? Die kirchlichen Oberen sagen wie immer: Ostern ist das h\u00f6chste christliche Fest. Im Mittelalter sah man es ganz genauso. Darum kam etwa der deutsche Kaiser Otto der Gro\u00dfe (912-973) immer wieder zu Ostern auf seine Burg in Quedlinburg, um dort das Fest geb\u00fchrend feiern zu k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was hei\u00dft Ostern in der Zeit von Corona und Krieg? Lassen Sie mich mit einem Bild antworten. Ein Friedhof kommt mir heute vor wie ein Bahnhof, an dem Endstation ist. Der Zug f\u00e4hrt ein, aus dem Lautsprecher ert\u00f6nt der Ruf: Bitte alle aussteigen, der Zug endet hier! Ostern aber \u2013 und das ist entscheidend \u2013 bezeichnet den Umbau des Bahnhofs. Der Bahnhof Endstation ist zu einem Umsteigebahnhof geworden. Wir \u2013 Sie, ich \u2013, wir verlassen den Zug \u201aIrdisches Leben\u2018 und steigen ein in einen neuen Zug. Dieser Zug f\u00e4hrt ins \u201aEwige Leben\u2018.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserem Alltag erkennen wir dies nicht. Wir sehen nur den Bahnhof als Endstation. Wir stehen an der Bahnstrecke und sehen, dass viele Z\u00fcge fahren, ja, dass Schnelltrassen gebaut werden. Nur so k\u00f6nnen all die Toten aus der Ukraine abtransportiert werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Den Frauen am Ostermorgen ging es nicht anders. Sie kannten den Bahnhof nur als Endstation und haben sich eilig auf den Weg gemacht, um Jesus die letzte Ehre zu erweisen. Als dann alles anders war, als sie es erwartet hatten, und sich alles \u00e4nderte, waren sie entsetzt. Sie meinten: Das gibt es doch gar nicht. Der junge Mann, den sie antrafen, musste ihnen die Situation erkl\u00e4ren:&nbsp;<em>Er ist auferstanden, er ist nicht hier<\/em>. Im Bild: Jesus war umgestiegen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist wahrhaftig Grund zur Freude. Das ist Ostern. \u201eErschienen ist der herrlich Tag\u201c (EG 106) singen wir mit den Worten und der Melodie (1560) von Nikolaus Herman. Er reihte sich ein in die Linie derer, die wie Otto der Gro\u00dfe Ostern in besonderer Weise feiern und mit den kirchlichen Oberen heute sagen: Ostern ist das h\u00f6chste christliche Fest.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer trotzdem noch Zweifel hat und meint, das gibt es nicht, der h\u00f6re: Doch, das gibt es. Es ist (vgl. Joh. 14, 6. 19)&nbsp;<em>die Wahrheit und das Leben,&nbsp;<\/em>bekr\u00e4ftigt durch Jesu Wort:&nbsp;<strong><em>Denn ich lebe, und ihr sollt auch leben<\/em><\/strong>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Amen\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>(Eine Fortschreibung der Osterpredigt von 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;<\/p>\n\n\n\n<p>Ulrich Nembach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostern, Gegensatz zum t\u00e4glichen Erleben | Ostersonntag | 17.04.2022 | Mk 16,1-8 | Ulrich Nembach | Liebe Gemeinde,\u00a0\u201eDas gibt es nicht. \u2013 Doch, das gibt es!\u201c So kann unser heutiger Predigttext \u00fcberschrieben werden. H\u00f6ren Sie selbst! Der Text steht im Markusevangelium im 16. 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