{"id":7814,"date":"2022-04-19T18:40:00","date_gmt":"2022-04-19T16:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=7814"},"modified":"2022-05-04T15:33:27","modified_gmt":"2022-05-04T13:33:27","slug":"kolosser-212-15-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/kolosser-212-15-3\/","title":{"rendered":"Kolosser 2,12-15"},"content":{"rendered":"\r\n<h3>Mit Christus begraben und auferweckt |\u00a0Quasimodogeniti | 24.04.2022\u00a0|\u00a0Kol 2,12-15\u00a0| Johannes L\u00e4hnemann |<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Kolosser 2,12-15<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>12 Mit Christus seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. 13 Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den S\u00fcnden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle S\u00fcnden. 14 Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war; aus dem Wege hat er ihn ger\u00e4umt und an das Kreuz geheftet. 15 Er hat die M\u00e4chte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie \u00f6ffentlich zur Schau gestellt und \u00fcber sie triumphiert \u2013 in Christus<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im Verlauf des Kirchenjahres erleben wir in diesen Wochen von Passion und Ostern, was die Mitte unseres Glaubens ausmacht: Wir haben Jesus durch sein Leiden und Sterben begleitet bis hin zu seiner Auferstehung. Mit ihm sind wir den Weg gegangen vom Tod zum neuen Leben, von der Verzweiflung zu neuer Hoffnung, von Angst und Verzagtheit zu neuem Mut. Der heutige Sonntag zeigt, wo diese Erfahrungen in unserem Leben als Christinnen und Christen wie in einem Kristallisationspunkt zusammenkommen. \u201eQuasimodogeniti\u201c hei\u00dft dieser Sonntag \u2013 \u201eWie die neugeborenen Kindlein\u201c. Er erinnert an das, was uns in der Taufe geschenkt wurde: die Befreiung von allem Belastenden, die Zusage von Gottes Schutz und Begleitung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Um die Bedeutung der Taufe, ja \u00fcberhaupt was es bedeutet, ein Christ bzw. eine Christin geworden zu sein, geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Es ist kein einfacher Text, und um ihn zu verstehen, m\u00fcssen wir uns einmal hinein begeben in die Stadt Koloss\u00e4 im Westen Kleinasiens, m\u00fcssen die junge Christengemeinde dort besuchen und uns die Probleme vor Augen f\u00fchren, mit denen sie zu k\u00e4mpfen hat. Ich kenne den Text sehr gut, weil ich \u00fcber den Kolosserbrief meine Doktorarbeit geschrieben habe.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Koloss\u00e4 war eine Stadt im Westen Kleinasiens, in der heutigen T\u00fcrkei. Sie lag an einem Nebenfluss des M\u00e4ander, an einer wichtigen Handelsstra\u00dfe von den gro\u00dfen St\u00e4dten am Mittelmeer in den Orient. Sie hatte Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der reichen r\u00f6mischen Provinz Asien, und sie war erf\u00fcllt von einem vielf\u00e4ltigen religi\u00f6sen Leben der verschiedensten Kulte und Gottesverehrung. Hierher war ein Mitarbeiter des Paulus gekommen, Epaphras, und hatte die Botschaft von Gottes Liebe, die er in Jesus Christus in einzigartiger Weise hat lebendig werden lassen, gebracht. Es entsteht eine kleine Gemeinde. Sie w\u00e4chst und zeichnet sich aus durch beispielhaftes Zusammenleben, durch Glaube, Liebe und Hoffnung. Daf\u00fcr wird sie im Kolosserbrief gelobt. Aber es gibt ein gro\u00dfes Problem. Es sind in der Gemeinde Leute aufgetreten, die behaupten: Es reicht nicht aus, dass ihr euch von Christus mit Gott vers\u00f6hnen lasst, dass durch ihn eure S\u00fcnden vergeben sind. Diese Leute\u00a0\u00a0wecken Zweifel in der Gemeinde: Kann man sich ganz auf Christus verlassen, darauf, dass von ihm die S\u00fcnden vergeben sind? Reicht das aus? Nein, sagen diese Leute: Es gibt noch andere M\u00e4chte in der Welt, die euer Schicksal lenken \u2013 es sind Engel, Gottheiten, der Mond und die Gestirne, geheime Kr\u00e4fte. Denen muss man dienen, f\u00fcr die muss man sich in geheimen Zeremonien einweihen lassen, um wirklich an der F\u00fclle des G\u00f6ttlichen Anteil zu haben. Dazu m\u00fcssen viele Vorschriften befolgt werden: Bestimmte Speisen d\u00fcrfen nicht anger\u00fchrt werden, besondere Festtage m\u00fcssen eingehalten werden, den K\u00f6rper muss man kasteien. Manches erinnert dabei an die Verschw\u00f6rungstheorien unserer Zeit, die auch wie ein Geheimwissen verbreitet werden. \u201ePhilosophen\u201c nannten sich damals diese Leute, und sie traten mit gro\u00dfem Selbstbewusstsein auf. Sie haben die vermeintlich tiefere Einsicht in die Welt, und mit ihrem aufgeblasenen Auftreten verunsichern sie die junge Gemeinde zutiefst.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Dem setzt Paulus oder m\u00f6glicherweise einer seiner besten Sch\u00fcler, der den Brief im Sinne des Paulus verfasst hat, eine Botschaft entgegen: In Christus ist euch alles gegeben. In ihm habt ihr nicht nur die Vers\u00f6hnung mit Gott, nein, er ist der Herr der Welt, \u00fcber allen M\u00e4chten und Gewalten, die die Menschen beherrschen wollen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das ist der Hintergrund f\u00fcr den Abschnitt aus dem Kolosserbrief, der unser heutiger Predigttext ist, und dem wir uns jetzt genauer zuwenden wollen.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es sind drei Hauptbotschaften, die wir aus ihm h\u00f6ren k\u00f6nnen, und die sich auch auf unser Leben beziehen lassen:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Euch ist neues Leben geschenkt!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ihr k\u00f6nnt in der Freiheit des Glaubens leben!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ihr k\u00f6nnt den Todesm\u00e4chten entgegentreten und die Auferstehungskr\u00e4fte st\u00e4rken!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Euch ist neues Leben geschenkt<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Paulus schreibt: \u201eMit Christus seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den S\u00fcnden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle S\u00fcnden.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Paulus macht den Gl\u00e4ubigen in Koloss\u00e4 klar:\u00a0\u00a0Indem ihr den Glauben an Christus angenommen habt, seid ihr gleichsam in seinen Weg hineingenommen \u2013 seid mit ihm begraben, seid mit ihm auferweckt. Alles, was euch belastet, was euer Leben beschwert hat, ist versunken wie in einem Grab. Euer Leben ist neu geworden. Zwar ist das neue Leben in seiner ganzen F\u00fclle noch bei Gott verborgen. Aber ihr seid hineingestellt in einen Hoffnungsraum, der offen bleibt, auch wenn euer Leben und eure Zukunft noch von b\u00f6sen M\u00e4chten bedroht ist. Das sagen wir ja auch gegenw\u00e4rtig einem Kind zu, das wir zur Taufe bringen.\u00a0Wir stellen es unter den Schutz Gottes, der ihm Leben schenken will weit \u00fcber die Grenzen unseres eigenen Lebens hinaus. Das gibt dem Kind wie allen, die sich Jesus anvertrauen, eine gro\u00dfe Freiheit. Deshalb gilt auch das Zweite:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ihr k\u00f6nnt in der Freiheit des Glaubens leben!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Paulus schreibt: \u201eEr hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war; aus dem Wege hat er ihn ger\u00e4umt und an das Kreuz geheftet.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Was ist mit dem Schuldbrief gemeint? Wir m\u00fcssen ihn wohl verstehen als ein Dokument, das die Gegner des Paulus in Koloss\u00e4 in der Hand hielten und auf dem verzeichnet war, was alles die Menschen schuldig zu tun sind, um wirklich an der F\u00fclle des G\u00f6ttlichen teilhaben zu k\u00f6nnen. Dieser Schuldbrief war offenbar mit vielen Forderungen versehen: \u201eDu musst\u201c, \u201edu musst\u201c, \u201edu darfst nicht\u201c, \u201edu darfst nicht\u201c. Das passt auch f\u00fcr unsere Zeit. Es erinnert uns etwa daran, was die Werbung mit uns macht: dass uns st\u00e4ndig vorgehalten wird, was wir alles tun m\u00fcssen, um gesund, gl\u00fccklich, ber\u00fchmt, erfolgreich zu sein: sei es im Aussehen, sei es in der Fitness, sei es im Beruf, sei es in der Freizeit, sei es im Urlaub und auf Reisen, sei es in dem, was wir alles besitzen: \u201eMein Haus\u201c, \u201eMein Auto\u201c, \u201emeine Segelyacht\u201c. Das wird manchmal zu einer Ersatzreligion, zu einem Glauben an den Erfolg, an die eigene Leistung. Christus hat diese Leistungsreligion erledigt. Was uns fordert, was uns \u00fcberfordert, ist von ihm gleichsam ans Kreuz geheftet. Und nun sind wir frei, uns von dem st\u00e4ndigen \u201eDu musst\u201c knechten zu lassen, frei dazu, die Liebe Jesu entsprechend zu leben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Was das bedeutet, steht im 3. Kapitel des Kolosserbriefes (3,12-14): \u201eSo zieht nun an als die Auserw\u00e4hlten Gottes, als seine Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt einander, wenn jemand Klage hat gegen den anderen; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! \u00dcber alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.\u201c Ein Leben. das teilhat am Liebesweg Jesu Christi, dazu kann uns der Glaube frei machen.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Osterbotschaft, die unser Text enth\u00e4lt, reicht aber noch weiter, \u00fcber ein beispielhaftes Zusammenleben in unserer Gemeinde, unserer Gemeinschaft hinaus. Es reicht in die gesellschaftliche, ja die weltweite Verantwortung hinein. Die M\u00e4chte und Gewalten, die uns immer wieder versklaven wollen, werden von Jesus Christus her entlarvt; ihnen wird ihre G\u00fcltigkeit abgesprochen. Das ist der Zielpunkt unseres heutigen Predigttextes. Paulus schreibt:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eEr (Gott) hat die M\u00e4chte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie \u00f6ffentlich zur Schau gestellt und \u00fcber sie triumphiert \u2013 in Christus.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>F\u00fcr uns bedeutet das:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ihr k\u00f6nnt den Todesm\u00e4chten entgegentreten, ihr k\u00f6nnt die Auferstehungskr\u00e4fte st\u00e4rken!\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im Licht des neuen Lebens, das die Osterbotschaft in Jesus aufleuchten l\u00e4sst, k\u00f6nnen wir dagegen angehen, dass uns die Todesm\u00e4chte, die uns gegenw\u00e4rtig angreifen, l\u00e4hmen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Woran wir gegenw\u00e4rtig besonders leiden, l\u00e4sst sich wohl mit drei Schlagworten umrei\u00dfen:\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die menschengemachte Zerst\u00f6rung unseres Planeten, seit 2 Jahren die Corona-Pandemie und jetzt der Krieg in der Ukraine. Jede dieser drei gro\u00dfen Krisen k\u00f6nnten uns mutlos machen. Alle drei Krisen fordern uns heraus. Sie fordern uns auf, Solidarit\u00e4t mit der leidenden Natur und den leidenden Menschen zu \u00fcben, sie fordern uns auf, pers\u00f6nlich und als Gemeinschaft Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Gl\u00fccklicherweise gibt es viele Beispiele daf\u00fcr, dass wir in unseren Gemeinden und in unserer Gesellschaft nicht in L\u00e4hmung erstarren, sondern dass unendlich viele Menschen sich einsetzen und aktiv werden, um die Not zu lindern und Hoffnungszeichen zu setzen, \u00fcber die Grenzen der Religionen und der V\u00f6lker hinaus.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am Runden Tisch der Religionen in Deutschland, an dem ich mitarbeite und an dem Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Glaubensgemeinschaften zusammenarbeiten \u2013 Juden, Christen, Muslime, Buddhisten und Anh\u00e4nger der Baha\u2019i-Religion \u2013 haben wir in den vergangenen Wochen eine Erkl\u00e4rung zum Ukraine-Krieg erarbeitet. Wir weisen darauf hin, dass wir in diesen Wochen zur gleichen Zeit die gro\u00dfen Feste unserer Religionen feiern, die s\u00e4mtlich mutmachende Botschaften enthalten. Wir stehen dabei in der Tradition des Kolosserbriefes, in dem die Gemeinde in Koloss\u00e4 aufgefordert wird, weiter zu wachsen an Erkenntnis und Weisheit. Als Gl\u00e4ubige aus den verschiedenen Religionen haben wir gelernt, gemeinsam das zu sagen, was wir angesichts dieses bedr\u00fcckenden Krieges sagen und tun k\u00f6nnen \u2013 und wenden uns dabei auch gegen diejenigen, die religi\u00f6se Motive in dieser Auseinandersetzung missbrauchen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Diese Erkl\u00e4rung m\u00f6chte ich an das Ende dieser Predigt stellen:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Dem Frieden verpflichtet<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Erkl\u00e4rung des Runden Tisches der Religionen in Deutschland*\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>zum Krieg in der Ukraine<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Diese Wochen sind in unseren Religionen eine zentrale Festzeit: Pessach im Judentum, Ostern im Christentum, Ramadan im Islam, Neujahr im Buddhismus, Ridvan in der Baha\u2019i-Religion. Jedes Fest enth\u00e4lt eine Heilsbotschaft: Pessach die Freiheitsbotschaft der Torah, Ostern die Lebensbotschaft des Evangeliums, Ramadan die Friedensbotschaft des Koran, die Verbundenheit alles Existierenden im Buddhismus, das Ridvan-Fest &#8211; die Verk\u00fcndigung der Einheit der Menschheit.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Was in der Ukraine gegenw\u00e4rtig geschieht, steht diesen Botschaften diametral entgegen: ein brutaler Angriffskrieg, Bombardements mit ihren Zerst\u00f6rungen ganzer St\u00e4dte und dem Tod tausender ziviler und milit\u00e4rischer Opfer, Angst und Schrecken f\u00fcr Millionen Menschen, die gr\u00f6\u00dfte Fluchtbewegung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, in den letzten Tagen auch die Bilder schwerwiegender Kriegsverbrechen.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir fordern, dass die v\u00f6lkerrechtswidrige Aggression sofort beendet wird und Wege zu einem gerechten Frieden beschritten werden. Alle Angriffe \u2013 insbesondere auf die Zivilbev\u00f6lkerung \u00ad\u2013 sind sofort einzustellen. Unsere religi\u00f6sen Traditionen lehren uns, das Leben zu achten und zu sch\u00fctzen. Wir sind der festen \u00dcberzeugung, dass ein Angriffskrieg niemals religi\u00f6s gerechtfertigt werden darf.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Unsere Solidarit\u00e4t gilt allen notleidenden Ukrainerinnen und Ukrainern. Als Religionsgemeinschaften in Deutschland setzen wir uns gemeinsam daf\u00fcr ein, dass die vielen Gefl\u00fcchteten eine menschenw\u00fcrdige Aufnahme finden. Dabei kn\u00fcpfen wir an die Erfahrungen der Jahre 2015\/2016 an: Dank des starken Engagements von Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft konnten seinerzeit viele Herausforderungen bew\u00e4ltigt werden. Heute stehen wir erneut in der Pflicht, schutzsuchenden Menschen ein Willkommen in unseren Gemeinden zu bieten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Was k\u00f6nnen wir tun?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir unterstreichen die Verantwortung der Religionen, f\u00fcr Frieden einzustehen, Hass zu \u00fcberwinden und an jedem Ort der Welt die Herzen zusammenzuf\u00fchren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir bitten und beten f\u00fcr die Kinder, die Frauen und die M\u00e4nner, die get\u00f6tet und verletzt werden und die aus ihrer Heimat fliehen m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir bitten und beten f\u00fcr die Soldatinnen und Soldaten auf beiden Seiten, die zum K\u00e4mpfen gezwungen sind \u2013 die einen, weil ihre F\u00fchrung sie in einen Angriffskrieg schickt, die anderen, weil sie ihre Heimat verteidigen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir bitten und beten f\u00fcr ihre Familien, die geliebte Menschen bei den K\u00e4mpfen verloren haben und verlieren<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir denken an unsere Geschwister im Glauben in der Ukraine und in Russland. Im Krieg verlieren wir alle, und die Folgen werden noch viele Jahre lang sp\u00fcrbar sein. Wir bitten insbesondere um Kraft f\u00fcr die Religionsgemeinschaften in Russland, aufzustehen gegen den Krieg und f\u00fcr den Frieden einzutreten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir vertiefen die Verbindungen zu den Menschen in der Ukraine und in Russland auf allen Wegen, auf denen es m\u00f6glich ist.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir leisten konkrete Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Menschen aus der Ukraine: sei es durch Nothilfe im Krisengebiet oder durch die Aufnahme und Begleitung von Gefl\u00fcchteten in Deutschland.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir bitten und beten f\u00fcr die Politiker und Politikerinnen in der Welt. M\u00f6gen sie zu klugen Entscheidungen kommen und in ihrem Engagement nicht nachlassen, um den Krieg zu beenden und eine globale Katastrophe abzuwenden. M\u00f6gen sie die Weisheit besitzen, einen gerechten und nachhaltigen Weg zum Frieden zu finden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>*Der Runde Tisch der Religionen in Deutschland ist ein Gremium aus Vertretern der Religionsgemeinschaften in Deutschland (www.runder-tisch-der-religionen.de). Ihm geh\u00f6ren an:\u00a0<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>aus der evangelischen Kirche: Bisch\u00f6fin Kirsten Fehrs (Hamburg), Bischof em. Prof. Dr. Martin Hein (Kassel), Dr. Detlef G\u00f6rrig (Hannover);<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>aus der katholischen Kirche: Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg), Dr. Timo G\u00fczelmansur (Frankfurt), Dr. Alexander Kalbarczyk (Bonn);<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>aus der orthodoxen Kirche: Prof. Dr. Assad Elias Kattan (M\u00fcnster);<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>aus der\u00a0<\/em><em>muslimischen Glaubensgemeinschaft:\u00a0<\/em><em>Dr. Zekeriya Altu\u011f (DITIB, K\u00f6ln), Ahmad Aweimer (Zentralrat der Muslime in Deutschland, Bochum), Burhan Kesici (Islamrat f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland, Berlin);\u00a0<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>vom Zentralrat der Juden in Deutschland: Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama (Berlin);<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>vom Nationalen Geistigen Rat der Bah\u00e1&#8217;i: Dr. Nicola Towfigh (M\u00fcnster);<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>von der Deutschen Buddhistischen Union: Dr. Carola Roloff (Hamburg).<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer: Dr. Franz Brendle (Stuttgart)<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>Stellv. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer: Prof. Dr. Johannes L\u00e4hnemann (Goslar)<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/www.runder-tisch-der-religionen.de\/stellungnahmen\"><em>https:\/\/www.runder-tisch-der-religionen.de\/stellungnahmen<\/em><\/a><em>\u00a0(abgerufen am 18. April 2022)<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>Aktuelle Ver\u00f6ffentlichung: F. Brendle (Hg.): \u201eGeschwisterlich und solidarisch \u2013 zum Auftrag der Religionen in Zeiten der Krise\u201c (EB-Verlag Dr. Brandt, Berlin 2021).<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&#8212;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Prof. em. Dr. Johannes L\u00e4hnemann, Goslar,\u00a0<a href=\"mailto:johannes@laehnemann.de\">johannes@laehnemann.de<\/a><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Johannes L\u00e4hnemann (geb. 1941) hatte von 1981-2007 den Lehrstuhl f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des Ev. Religionsunterrichts an der Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg inne. Er lebt im Ruhestand in Goslar. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Interreligi\u00f6ser Dialog, Interreligi\u00f6ses Lernen, Religionen und Friedenserziehung. Er ist Vorsitzender der N\u00fcrnberger Regionalgruppe der\u00a0<em>Religionen f\u00fcr den Frieden<\/em>, Mitglied am Runden Tisch der Religionen in Deutschland und Mitglied der internationalen Kommission\u00a0<em>Strenghtening Interreligious Education\u00a0<\/em>der internationalen Bewegung\u00a0<em>Religions for Peace\u00a0<\/em>(RfP).\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Seine Autobiografie ist erschienen unter dem Titel \u201eLernen in der Begegnung. Ein Leben auf dem Weg zur Interreligiosit\u00e4t.\u201c G\u00f6ttingen (Vandenhoeck &amp; Ruprecht) 2017.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Predigt wird\u00a0\u00a0\u00a0in der romanischen Neuwerkkirche Goslar gehalten.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Liedempfehlungen: EG 155,1-4 (Herr Jesu Christ, dich zu uns wend), 384,1+4 (Lasset uns mit Jesus ziehen),\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>209,1-4 (Ich m\u00f6cht\u2018, dass einer mit mir geht)\u00a0<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Christus begraben und auferweckt |\u00a0Quasimodogeniti | 24.04.2022\u00a0|\u00a0Kol 2,12-15\u00a0| Johannes L\u00e4hnemann | Kolosser 2,12-15 12 Mit Christus seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. 13 Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":7802,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,1,157,853,114,225,349,3,109,718],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-7814","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kolosser","category-aktuelle","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-johannes-laehnemann","category-kasus","category-nt","category-predigten","category-quasimodogeniti"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7814","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7814"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7814\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7936,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7814\/revisions\/7936"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7802"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7814"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=7814"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=7814"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=7814"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=7814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}