{"id":8238,"date":"2022-05-17T14:20:00","date_gmt":"2022-05-17T12:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=8238"},"modified":"2022-05-25T08:34:03","modified_gmt":"2022-05-25T06:34:03","slug":"lukas-115-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-115-13\/","title":{"rendered":"Lukas 11,5-13"},"content":{"rendered":"\r\n<h3 class=\"has-medium-font-size\">Dreiklang | Rogate | 22.05.2022 | Lk 11, 5-13 | Elisabeth Tobaben |<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und Jesus sprach zu ihnen: Wenn jemand unter euch einen Freund hat und ginge zu ihm um Mitternacht und spr\u00e4che zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, und der drinnen w\u00fcrde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die T\u00fcr ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, dann wird er doch wegen seines unversch\u00e4mten Dr\u00e4ngens aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf. Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empf\u00e4ngt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange f\u00fcr den Fisch biete? Oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion daf\u00fcr biete? Wenn nun ihr, die ihr b\u00f6se seid, euren Kindern gute Gaben geben k\u00f6nnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! (basisbibel)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Gut, dass der Telefon-Joker Bescheid wusste, sonst w\u00e4re das schiefgegangen f\u00fcr die Kandidatin bei \u201eWer wird Million\u00e4r\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Zugegeben: die Aufgabe war ziemlich knifflig, es war glaube ich auch schon die 125.000 \u2013Euro \u2013 Frage, und G\u00fcnter Jauch wollte von ihr eine Erkl\u00e4rung haben f\u00fcr den Begriff: \u201eQuasimodogeniti\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Fast w\u00e4re sie wie gesagt gestolpert \u00fcber \u201ewie die neugeborenen Kindlein\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die einzelnen Namen der Sonntage im \u00f6sterlichen Festkreis, also zwischen dem Osterfest und Pfingsten, klingen auch schwierig f\u00fcr jemanden, der sich da nicht so auskennt, aber wenn man sie einmal nebeneinanderlegt, h\u00f6rt sich das fast an, wie ein Programm.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Namen zeichnen n\u00e4mlich einfach den Weg der nach\u00f6sterlichen Gemeinde nach:\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>die in der Osternacht frisch Getauften erleben Christus als den guten Hirten (1. Sonntag nach Ostern, \u201eMisericordias Domini\u201c). Und sie werden dann in dem Dreiklang aufgefordert: Jubilate &#8211; Kantate &#8211; Rogate: Jubelt, singt und betet!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>An jedem dieser Sonntage geht es im Grunde um die Beziehung zu Gott, jeweils mit einem etwas anderen Schwerpunkt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Denn wie das bei einem Dreiklang so ist, mal kann man den einen Ton nach oben setzen, mal den anderen, und schon wirkt der Zusammenklang v\u00f6llig anders.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Heute nun also der Schwerpunkt: Rogate! Betet!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Jetzt k\u00f6nnte man erwarten, dass an solch einem Sonntag eine theologische Abhandlung \u00fcber das Gebet auf dem Programm st\u00fcnde.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Oder noch besser eine Anleitung: Wie macht man das mit dem Beten, vielleicht auch noch m\u00f6glichst Erfolg versprechend oder nach dem beliebten Muster: \u201eBeten leicht gemacht\u201c?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Stattdessen erz\u00e4hlt das Lukasevangelium Geschichten zum Thema.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ob und wie ich mit einem Menschen rede oder auf ihn h\u00f6re, das hat ganz viel mit der Beziehung zu tun, in der wir zueinanderstehen, sagen diese Geschichten.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das ist bei Gott nicht anders.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Lukas schreibt \u00fcbrigens f\u00fcr Menschen, die nicht aus der j\u00fcdischen Gemeinde kommen, also auch nicht dieselben Erfahrungen mitbringen mit dem Beten, nicht dieselben kennen, die sie zusammen sprechen oder singen konnten wie die Psalmen etwa.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Text, der so auch nur bei Lukas \u00fcberliefert ist, enth\u00e4lt ganz grunds\u00e4tzlichen Anfragen, nicht anders als die, die heutige von Menschen auch gestellt werden k\u00f6nnten:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eBeten? Was soll denn das \u00fcberhaupt? Wozu soll ich denn beten?\u201c, fragen ja viele, wenn sie nicht gar sagen, dass sie das Thema \u00fcberhaupt f\u00fcr sich schon abgehakt h\u00e4tten.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eLohnt sich das, h\u00f6rt mich denn einer \u201eda oben\u201c?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und vor allem: \u201eWas hab\u2018 ich denn davon? Bekomme ich das, worum ich bitte?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und wenn nicht, ist es dann nicht ganz zwecklos?\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ein Grundschullehrer erz\u00e4hlte einmal, dass er in mit seiner 2. Klasse \u00fcber das Beten gesprochen habe.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und weil er wissen wollte, ob die Kinder irgendwelche Voraussetzungen oder Kenntnisse mitbr\u00e4chten f\u00fcr dieses Thema, fragte er sie: \u201eWie ist das denn bei euch zu Hause? Erz\u00e4hlt doch mal, betet ihr da auch, vorm Schlafengehen oder vor dem Essen vielleicht?\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und ein M\u00e4dchen sagt ganz eifrig: \u201eJa klar, ich bete immer morgens, wenn ich zur Schule muss, dass ich auch heil ankomme, weil ich da \u00fcber diese breite Stra\u00dfe muss mit dem vielen Verkehr.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und dann fragt der Lehrer einen Jungen, der bislang etwas schweigsam gewesen war: \u201eUnd du, wie ist das bei dir, betest du auch manchmal?\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und der Kleine sagte: \u201eN\u00f6, eigentlich nicht. Ich geh ja auch immer durch die Unterf\u00fchrung!\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ganz unfreiwillig hat das Kind da eine weit verbreitete typische Einstellung wiedergegeben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Beten, denken viele Menschen, f\u00e4ngt da an, wo ich selber aus eigener Kraft nichts (mehr) machen kann.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das ist dann geb\u00fcndelt in so einem Satz, den wir in schweren Augenblicken manchmal sagen: \u201eDa hilft jetzt nur noch Beten&#8230;\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Aber solange es irgendwie geht, nehme ich lieber alles selbst in die Hand!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mit dem Erfolg, dass sich diese Grenze m\u00f6glicherweise immer weiter hinausschiebt, von der ab ich Beten f\u00fcr n\u00f6tig halte. Denn je mehr ich erreiche, je mehr ich wei\u00df und kann, Kr\u00e4fte und F\u00e4higkeiten entwickle, desto weniger glaube ich, Hilfe und Unterst\u00fctzung zu brauchen, durch das Beten oder auch sonst.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und dann kommt leicht die weit verbreitete Meinung dabei heraus: Beten ist was f\u00fcr kleine Kinder und alte Leute, und vielleicht noch f\u00fcr solche, die mit sich und der Welt nicht zurechtkommen und mit dem Leben nicht fertig werden. Die m\u00f6gen es ja n\u00f6tig haben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Beziehung zu anderen Menschen ist oft ein guter Spiegel f\u00fcr unsere Beziehung zu Gott, so sieht das Lukas.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Stellen Sie sich doch bitte mal einen Moment lang vor, Sie w\u00fcrden auch mit den Menschen, mit denen Sie t\u00e4glich zu tun haben, mit der Familie, mit Freundinnen und Freunden, Kollegen und Kolleginnen auch nur dann reden, wenn Sie was von denen wollen oder wenn Sie alleine nicht mehr klarkommen!\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Schon allein die Vorstellung ist absurd, kein Mensch w\u00fcrden darauf kommen! Und falls doch, m\u00fcsste man eine ernsthafte psychische St\u00f6rung vermuten. Wo wir ein solches Verhalten bei jemand bemerken, w\u00fcrden uns sofort auffallen, dass da irgendwie was ganz grundlegend nicht in Ordnung sein muss in dieser Familie oder diesem Betrieb oder Team.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nat\u00fcrlich ist es wichtig f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch, sich mitzuteilen, den \/die anderen teilnehmen zu lassen an dem, was einen bewegt und besch\u00e4ftigt.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es ist wichtig, sich auszutauschen, Fragen zu stellen, gegenseitiges Interesse zu bekunden.,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und: nat\u00fcrlich auch zuzuh\u00f6ren!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wieso sollte das ausgerechnet bei Gott anders sein?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nat\u00fcrlich geh\u00f6rt auch zum Gespr\u00e4ch mit Gott das H\u00f6ren dazu. H\u00f6ren auf das, was Gott uns zu sagen hat. Wie kann das gelingen, auf Gott zu h\u00f6ren?\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eStellt euch vor, ihr habt einen Freund&#8230;&#8220; erz\u00e4hlt Lukas.\u00a0Das geh\u00f6rt sicher zu den wichtigsten Eigenschaften der Freundschaft, dass man sich auf diesen Freund verlassen kann.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>So wie in dieser Geschichte:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mitten in der Nacht macht sich da einer auf den Weg.\u00a0\u00a0Ihm sind die Vorr\u00e4te ausgegangen, er kann das absolut heilige Gebot der orientalischen Gastfreundschaft nicht erf\u00fcllen, einen pl\u00f6tzlich angekommenen Gast nicht bewirten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das war damals sehr viel schlimmer, als es sich vermutlich in unseren nordeurop\u00e4ischen Ohren des 21. Jahrhunderts anh\u00f6rt. Heute ist zumindest in den Gro\u00dfst\u00e4dten oder den Tourismusgebieten die praktische L\u00f6sung ganz einfach: Irgendwo hat immer ein Gesch\u00e4ft ge\u00f6ffnet, oder man taut halt was auf, oder es gibt eben nichts.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das ist in dieser Geschichte, und im \u00fcbrigen in orientalischen L\u00e4ndern, bis heute schlicht v\u00f6llig undenkbar! Das geht gar nicht!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mitten in der Nacht steht also einer vor dem Haus seines Freundes. Vielleicht hat der ja noch was an Lebensmitteln da? Die ganze Geschichte l\u00e4uft im Grunde eine einzige gro\u00dfe Frage hinaus: Wie wird sich dieser Freund verhalten? Und eigentlich steht die Antwort schon von vornherein an fest: Er\u00a0<em>wird<\/em>\u00a0helfen, weil sein Freund diese Hilfe braucht!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>So wie Lukas Jesus diese Geschichte erz\u00e4hlen l\u00e4sst, musste das jedem sofort einleuchten.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und das, obwohl das f\u00fcr diesen Freund mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Man muss sich ein damaliges orientalisches Haus vorstellen. Zur Stra\u00dfe gibt es nur eine T\u00fcr, die in der Regel mit einem schweren Balken verriegelt ist.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die T\u00fcr \u00f6ffnen &#8211; das macht nat\u00fcrlich einen Heidenl\u00e4rm. Und das Haus besteht nur aus einem Raum, in dem die ganze Familie schl\u00e4ft. Wenn jemand mitten in der Nacht die T\u00fcr aufwuchtet, werden alle wach, die Frauen regen sich auf, die Kinder kriegen Angst und das Baby schreit &#8230;\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Trotzdem: Dieser Freund\u00a0<em>wird<\/em>\u00a0helfen, ganz einfach, weil er sein Freund ist.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eStellt euch vor, ihr habt einen Freund&#8230;&#8220;\u00a0Jesus erz\u00e4hlt diese Geschichte so, dass wir uns unvermittelt in Gedanken in einer Beziehung wieder finden.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Aber nicht in irgendeiner Beziehung, sondern in unserer Beziehung zu Gott: Mit Gott ist das n\u00e4mlich so wie mit diesem Freund: Auf ihn ist Verlass, unbedingt.\u00a0Genau so, sagt Jesus hier, ist Gott f\u00fcr uns, so wie dieser Freund, der mitten in der Nacht aufsteht, so wie dieser Freund, der keine M\u00fche scheut. Nicht ganz weit weg, nicht unber\u00fchrt von unserem Leben, sondern einer, der unsere Bitten und Fragen h\u00f6rt.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine zweite Beispielgeschichte spitzt die Sache, finde ich, noch ganz sch\u00f6n zu!\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eWo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange f\u00fcr den Fisch biete? Oder wenn er um ein Brot bittet, ihm einen Stein geben, oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion daf\u00fcr biete?\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Steine und Skorpione? Das ist nun wirklich so eindeutig und drastisch, dass jeder sagen muss: da geh\u00f6rt nat\u00fcrlich sofort das Jugendamt eingeschaltet, denn so ein Verhalten w\u00e4re kriminell und man m\u00fcsste von Kindeswohlgef\u00e4hrdung sprechen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mindestens liegt eine Vernachl\u00e4ssigung vor, denn Steine kann man nat\u00fcrlich nicht essen, und im Hinblick auf Giftschlagen und Skorpione kann man sogar von einem Mordanschlag sprechen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es sind in seiner Geschichte fast immer die Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, die Jesus auf den Kopf stellt: nat\u00fcrlich w\u00fcrde sich normalerweise kein Vater so verhalten, dass er sein Kind gef\u00e4hrdet; Nat\u00fcrlich w\u00fcrde sich normalerweise kein Freund so verhalten, dass er den Freund in einer Notlage wegschickt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und der f\u00fcr die Zuh\u00f6rer unerwartete und \u00fcberraschende R\u00fcckschluss: Warum also sollte Gott das tun?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Er ist f\u00fcr euch so wie der Freund und der Vater der Geschichte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nun denken wir \u00fcber diesen Text in der \u00f6sterlichen Festzeit nach, auf dem Weg auf Pfingsten zu. Da m\u00fcssen wir zum Schluss noch gezielt den letzten Vers der Geschichte ins Spiel bringen: \u201eWieviel eher wird der Vater vom Himmel her, denen den Heiligen Geist geben, die ihn darum bitten.\u201c Das klingt wie ein Ziel, auf das alles zusteuert: Die Bitte um den Heiligen Geist. Der Dreiklang jubelt, singt, betet \u00f6ffnet sich nach vorn, gipfelt im pfingstlichen Brausen.\u00a0\u00a0Diese Bitte ist allerdings offenbar nicht ganz ungef\u00e4hrlich, denn der Heilige Geist wird als Geist der Kraft beschrieben, sicherlich, auch als Tr\u00f6ster und als Geist der Liebe. Aber immer gehen damit auch gewaltigen Ver\u00e4nderungen einher! Wer l\u00e4sst sich denn freiwillig auf so etwas ein? Bittet gar noch darum?\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Zu Pfingsten werden wir h\u00f6ren, wie der Heilige Geist alles durcheinanderwirbelt. In der Frage, wie man denn das Wirken des Geistes erleben k\u00f6nne, ist die Pfingstgeschichte allerdings geradezu ostfriesisch-n\u00fcchtern. Bevor das Brausen kommt, das Rauschen, der Sturm und alle vom Geist bewegt werden, hei\u00dft es schlicht: \u201eSie waren alle beieinander an einem Ort.\u201c\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Dreiklang \u201eJubilate, Kantate, Rogate\u201c kommt wundersch\u00f6n in unseren alten Pfingstliedern zusammen und wird zur Bitte um den Heiligen Geist:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eTr\u00f6ster der Betr\u00fcbten, Siegel der Geliebten,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Geist voll Rat und Tat.\u00a0\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Starker Gottesfinger, Friedens\u00fcberbringer,\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Licht auf unserm Pfad.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Gib uns Kraft und Lebenssaft.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Lass uns deine teuren Gaben zur Gen\u00fcge haben.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Amen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&#8212;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Elisabeth Tobaben<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&#8212;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Liedvorschl\u00e4ge f\u00fcr Rogate 22. Mai 2022<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>EG 135, 1 und 3-5 Schm\u00fcckt das Fest mit Maien<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>V. 2 nach der Predigt<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>EG 562 Vater unser im Himmel<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>EG\u00a0\u00a0114, 1-3, 7+11 Wach auf, Mein Herz, die Nacht ist hin<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>EG\u00a0\u00a0EG 423, 1- Herr, h\u00f6re, Herr erh\u00f6re (K\u00f6nnte mit den F\u00fcrbitten kombiniert werden)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>EG 433 Hevenu shalom<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dreiklang | Rogate | 22.05.2022 | Lk 11, 5-13 | Elisabeth Tobaben | Und Jesus sprach zu ihnen: Wenn jemand unter euch einen Freund hat und ginge zu ihm um Mitternacht und spr\u00e4che zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8236,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[38,1,157,853,114,847,607,349,3,109,361],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-8238","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lukas","category-aktuelle","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-elisabeth-tobaben","category-kapitel-11-chapter-11-lukas","category-kasus","category-nt","category-predigten","category-rogate"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8238"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8338,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8238\/revisions\/8338"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8238"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=8238"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=8238"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=8238"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=8238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}