{"id":8433,"date":"2022-06-07T11:35:46","date_gmt":"2022-06-07T09:35:46","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=8433"},"modified":"2022-06-07T13:22:53","modified_gmt":"2022-06-07T11:22:53","slug":"roemer-11-32-36","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-11-32-36\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 11, 32-36"},"content":{"rendered":"<h3>Gott schreibt Geschichte mit Menschen und V\u00f6lkern | Trinitatis | 12.06.2022 | R\u00f6m 11,32-36 | Paul Wellauer |<\/h3>\n<p>Psalmgebet im Wechsel Psalm 93 | Der Herr ist K\u00f6nig | Die Bibel nach Martin Luther, 2017**) |<\/p>\n<p>I 1\u00a0Der HERR ist K\u00f6nig und herrlich gekleidet; der HERR ist gekleidet und umg\u00fcrtet mit Kraft.<br \/>\nFest steht der Erdkreis, dass er nicht wankt.<\/p>\n<p>II 2\u00a0Von Anbeginn steht dein Thron fest; du bist ewig.<\/p>\n<p>I 3\u00a0HERR, die Fluten erheben, die Fluten erheben die Stimme, die Fluten erheben ihr Brausen.<\/p>\n<p>II 4\u00a0M\u00e4chtiger als das Tosen grosser Wasser,<br \/>\nm\u00e4chtiger als die Wellen des Meeres ist der HERR in der H\u00f6he.<\/p>\n<p>I 5\u00a0Deine Zeugnisse sind wahrhaftig und gewiss;<br \/>\nHeiligkeit ist die Zierde deines Hauses, HERR, f\u00fcr alle Zeit.<\/p>\n<p>I+II AMEN<\/p>\n<p>Lesung Altes Testament | Hiob 42,1-6 | Hiobs letzte Antwort an den Herrn| Die Z\u00fcrcher Bibel, 2007***)<\/p>\n<p>1\u00a0Da antwortete Hiob dem HERRN und sprach:<\/p>\n<p>2\u00a0Ich weiss, dass du alles vermagst. Nichts, was du willst, ist dir unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>3\u00a0Wer behauptet ohne Einsicht, mein Walten sei finster? Darum habe ich vorgebracht, was ich nicht verstehe, was zu wunderbar ist f\u00fcr mich und was ich nicht begreife.<\/p>\n<p>4\u00a0H\u00f6re, und ich will reden, ich will dich fragen, und du lehre mich!<\/p>\n<p>5\u00a0Vom H\u00f6rensagen hatte ich von dir geh\u00f6rt, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen.<\/p>\n<p>6\u00a0Darum gebe ich auf und tr\u00f6ste mich [1 M\u00f6glich ist auch die \u00dcbersetzung: &#8222;Darum widerrufe ich und bereue &#8230;&#8220;] im Staub und in der Asche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lesung Predigttext Neues Testament | R\u00f6mer 11,32-36| Die Z\u00fcrcher Bibel, 2007***)<\/p>\n<p>32 Denn Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um allen seine Barmherzigkeit zu erweisen.<\/p>\n<p>33\u00a0O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergr\u00fcndlich sind seine Entscheidungen und unerforschlich seine Wege!<\/p>\n<p>34\u00a0Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?<\/p>\n<p>35\u00a0Wer hat ihm etwas geliehen, und es m\u00fcsste ihm von Gott zur\u00fcckgegeben werden?<\/p>\n<p>36\u00a0Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist alles. Ihm sei Ehre in Ewigkeit, Amen.<\/p>\n<p><em>Selig ist jeder Mensch, der Gottes Wort h\u00f6rt, in seinem Herzen bewahrt und danach handelt. Amen<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, liebe Br\u00fcder und Schwestern, verbunden in der Gnade und Liebe Gottes<\/p>\n<ol>\n<li>Gott schreibt Menschengeschichten<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zu den sch\u00f6nsten Aufgaben im Pfarramt z\u00e4hle ich die Geburtstagsbesuche bei Gemeindegliedern, die 80, 90 oder gar 100 Jahre alt werden. Ich finde es faszinierend, wenn sie aus ihrem Leben erz\u00e4hlen, insbesondere von Kindheits- und Jugenderfahrungen, die weit vor meiner Geburt liegen. Sie berichten, wie sie die Kriegs- und Nachkriegsjahre erlebt haben, welche Ver\u00e4nderung der erste Telefonanschluss in der Nachbarschaft bedeutete, das erste Fernsehger\u00e4t oder das erste eigene Auto. Bald jeder Jugendliche im Teenageralter tr\u00e4gt heute sein Mobiltelefon mit sich und kann sich kaum vorstellen, dass die Grosseltern f\u00fcr ein Telefongespr\u00e4ch zu einem Nachbarn gehen mussten. In wenigen Jahrzehnten ver\u00e4nderte sich so Vieles, wie kaum je zuvor. Mir helfen solche Begegnungen, unsere schnelllebige Zeit in gr\u00f6sseren Zusammenh\u00e4ngen zu sehen: Wie lebten unsere Vorfahren vor 100 und mehr Jahren? Welches waren ihre gr\u00f6ssten Sorgen und Herausforderungen? Wie haben sie ihr Leben gestaltet, wie haben sie Glauben, Kirche, das gesellschaftliche Miteinander erlebt? Bei solchen Gespr\u00e4chen und \u00dcberlegungen w\u00e4chst in mir Dankbarkeit f\u00fcr alle Fortschritte, die seither medizinisch, sozial und technisch m\u00f6glich waren. Und auch Ehrfurcht schwingt mit f\u00fcr die Generationen, die unter weit schwierigeren Rahmenbedingungen ihr Leben bew\u00e4ltigen mussten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Gott schreibt Heilsgeschichte<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Apostel Paulus erz\u00e4hlt uns im Abschnitt aus dem R\u00f6merbrief, \u00fcber den wir heute nachdenken, zwar nicht von Geburtstagsbesuchen bei Betagten, aber Ehrfurcht und Dankbarkeit, Staunen und das Nachdenken \u00fcber die grossen Zusammenh\u00e4nge des Lebens und Glaubens bestimmen seine Ausf\u00fchrungen. Seine S\u00e4tze sind der Abschluss von drei Kapiteln des R\u00f6merbriefes (Kapitel 9-11), in denen Paulus zur\u00fcckblickt auf Gottes Geschichte mit dem Volk Israel. \u00dcber Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg hat Gott dem j\u00fcdischen Volk seine Treue, G\u00fcte und Barmherzigkeit immer und immer wieder gezeigt. Er hat das Volk erw\u00e4hlt, befreit, gef\u00fchrt, gesegnet, ihm Land und Nachkommenschaft verheissen und geschenkt. F\u00fcr ihr Zusammenleben hat er dem Volk durch Mose seine Gebote und Weisungen gegeben, in schwierigen Momenten haben Richter und Propheten im Namen Gottes gesprochen und gewirkt, so dass es auch in bedr\u00e4ngten Zeiten immer einen Ausweg gab. Gott hat mit seinem ersterw\u00e4hlten Volk Geschichte geschrieben, Heilsgeschichte.<\/p>\n<p>Und nun hat sich Gott seinem Volk und der ganzen Welt in ganz besonderer und einzigartiger Weise gezeigt in seinem Sohn Jesus Christus, der von einigen Juden als der erwartete Messias wahrgenommen wird: Der Erl\u00f6ser, der den Menschen Gnade und Gerechtigkeit schenkt, jenseits ihrer Gesetzesfr\u00f6mmigkeit und Werkgerechtigkeit. Als guter, gelehrter, frommer Jude hat Paulus diese neue Lehre zun\u00e4chst vehement bek\u00e4mpft, die Anh\u00e4nger von Jesus verfolgt und ins Gef\u00e4ngnis stecken lassen. Erst als er selbst eine besondere pers\u00f6nliche Begegnung mit dem auferstandenen Jesus Christus hat, \u00e4ndert er seine Meinung um 180 Grad und wird vom Verfolger zum Verfechter der christlichen Lehre. Paulus w\u00fcnscht sich nichts mehr, als dass seine Volksgenossen auch den \u00abneuen Glauben\u00bb annehmen. Zu Beginn der drei Kapitel dr\u00fcckt er dies recht drastisch aus: \u00abJa, ich w\u00fcnschte, selber verflucht und von Christus getrennt zu sein, anstelle meiner Br\u00fcder, die zum gleichen Volk geh\u00f6ren, &#8230;\u00bb R\u00f6mer 9,3 Paulus w\u00e4re bereit, sein pers\u00f6nliches Heil, sein ewiges Leben, seine Rettung daf\u00fcr zu opfern, damit das j\u00fcdische Volk das Evangelium von Jesus Christus annehmen w\u00fcrde. Es bricht ihm fast das Herz, dass wenige seinem Beispiel folgen und den Glauben an Jesu Gnade finden.<\/p>\n<p>Paulus kommt zum Schluss, dass dies nicht nur menschliche Ursachen hat, sondern Gott ist es, der entscheidet, wen er erw\u00e4hlt oder verstockt: \u00abEs liegt also nicht an jemandes Wollen oder M\u00fchen, sondern an Gott, der sein Erbarmen zeigt.\u00bb (R\u00f6mer 9,16.18)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Gott schreibt V\u00f6lkergeschichte<\/li>\n<\/ol>\n<p>Stattdessen sind es fremde V\u00f6lker, die sich von dieser neuen Botschaft ansprechen und retten lassen: \u00abWas folgt nun daraus? Die V\u00f6lker, die der Gerechtigkeit nicht nachgejagt sind, sie haben Gerechtigkeit erlangt &#8211; eine Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.\u00bb (9,30) Israel st\u00f6sst sich am \u00abStein des Anstosses\u00bb (R\u00f6mer 9,31-32), eine Mehrheit kann sich nicht vorstellen, dass einer wie Jesus der Messias sein soll. Sie bleiben auf ihrem vertrauten Weg: Das j\u00fcdische Volk, Paulus\u2019 Br\u00fcder und Schwestern, bem\u00fchen sich sehr um Gerechtigkeit, doch \u00abZiel und Ende des Gesetzes n\u00e4mlich ist Christus, zur Gerechtigkeit f\u00fcr jeden, der glaubt.\u00bb (R\u00f6mer 10,4) \u00a0Paulus findet beim Propheten Jesaja Hinweise daf\u00fcr, dass andere V\u00f6lker Gottes Heil und Hoffnung auch oder sogar eher finden als das eigene Volk: \u00abUnd Jesaja hat die K\u00fchnheit zu sagen: Ich wurde gefunden bei denen, die nicht nach mir suchten, ich habe mich gezeigt denen, die nicht nach mir fragten.\u00bb (R\u00f6mer 10,20) F\u00fcr Paulus ist aber klar: Gott hat sein Volk, das er zuvor erw\u00e4hlt hat, nicht verstossen. (R\u00f6mer 11,2a) Wie in vielen fr\u00fcheren Krisenzeiten hat Gott \u00abeinen Rest\u00bb aus Gnade erw\u00e4hlt und gerettet, die \u00fcbrigen sind verstockt. (R\u00f6mer 11,5-10) L\u00e4ngerfristig wird diese \u00abVerstockung\u00bb, dieser \u00abSchaden\u00bb des Volkes Israel zum \u00abGewinn\u00bb f\u00fcr die anderen V\u00f6lker: Ihnen wird die frohe Botschaft gepredigt, sie finden zum Glauben, zur Gnade, zum Heil. \u2013 Und dies kann umgekehrt wiederum dem Volk Israel dienen, indem Paulus und andere sie damit eifers\u00fcchtig machen, um \u00abeinige von ihnen zu retten\u00bb. (R\u00f6mer 11,14) Mit einem alttestamentlichen Bild f\u00fcr das Volk Israel, dem \u00d6lbaum (vgl. Jesaja 11,16), will Paulus deutlich machen, wie Gottes urspr\u00fcngliches Volk und die neuen V\u00f6lker miteinander verbunden sind: Die neuen V\u00f6lker werden wie wilde Zweige in den urspr\u00fcnglichen \u00d6lbaum Gottes eingepfropft, neben und an Stelle der bisherigen Zweige. Das soll die Dazugekommenen nicht \u00fcberheblich, sondern dem\u00fctig machen, denn \u00abNicht du tr\u00e4gst die Wurzel, sondern die Wurzel tr\u00e4gt dich!\u00bb (R\u00f6mer 11,18b) Oder in anderen Worten: Unser christlicher Glaube wurzelt in der Geschichte Gottes mit seinem ersterw\u00e4hlten Volk. Wir sollen dieses Volk, seine Geschichte und seinen Glauben ehren und achten, auch wenn es den Messias in Jesus Christus (noch) nicht erkennt.<\/p>\n<p>Und dann setzt Paulus zu einer Zukunftsaussicht an, in welcher nach allen \u00fcbrigen V\u00f6lkern auch das Volk Israel sich dem Evangelium und Heil von Jesus Christus zuwendet und Rettung erf\u00e4hrt.\u00a0 \u00abDenn unwiderrufbar sind die Gaben Gottes und die Berufung.\u00bb (R\u00f6mer 11,29) Gott hat das Volk Israel erw\u00e4hlt, dies ist nicht r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Auch wenn sie von Paulus als \u00abUngehorsame\u00bb wahrgenommen und deklariert werden: Sie werden Barmherzigkeit von Gott erhalten. \u00abDenn Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um allen seine Barmherzigkeit zu erweisen.\u00bb (R\u00f6mer 11,31)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Gott schreibt Geschichte \u2013 \u00fcber unser Verstehen und Erfassen hinaus<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mit den Worten, die wir in der Lesung geh\u00f6rt haben, schliesst Paulus seine Gedanken zu seinem Volk ab. Er ist \u00fcberw\u00e4ltigt von Gottes grossen Pl\u00e4nen, von Gottes Weisheit und Erkenntnis. Und er gesteht sich und allen Leserinnen und Zuh\u00f6rern zu: Gottes Wege sind unerforschlich, zu hoch f\u00fcr unseren Verstand, unsere Einsicht! Paulus ist sich auf Grund seiner fundierten theologischen Ausbildung und seiner Lebenserfahrung gewohnt, komplexe Sachverhalte und Fragen aufzuschl\u00fcsseln und zu erkl\u00e4ren. Doch hier streckt er seine argumentativen Waffen, legt sein Kopfwissen bei Seite und begegnet Gott mit dem Staunen und der Ehrfurcht eines Menschen, der einsieht, dass Gott weit gr\u00f6sser ist, als er mit seinem menschlichen Verstand erfassen oder erahnen kann.<\/p>\n<p>Statt Antworten und Argumenten bleiben ihm Fragen und Sprachlosigkeit.<\/p>\n<p>Paulus zitiert S\u00e4tze von Hiob und Jesaja, die am Ende ihres Rechtens und Lamentierens mit Gott \u00e4hnliche Einsichten machen durften: Denn \u00bbwer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen\u00ab? (Jesaja 40,13) Oder \u00bbwer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm zur\u00fcckgeben m\u00fcsste?\u00ab (Hiob 41,3) (R\u00f6mer 11,34-35)<\/p>\n<p>Und als Schlussakkord und Zusammenfassung seiner Erl\u00e4uterungen zu Gottes Heils- und V\u00f6lkergeschichte jubelt Paulus: \u00abDenn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist alles. Ihm sei Ehre in Ewigkeit, Amen.\u00bb (R\u00f6mer 11,36)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Lass Gott deine Geschichte weiterschreiben<\/li>\n<\/ol>\n<p>Auf dem Nachhauseweg von den am Anfang erw\u00e4hnten Geburtstagsbesuchen frage ich mich jeweils: Welche grossen Linien erkenne ich im Leben der Person, die ich besucht habe? Was war f\u00fcr ihr Leben pr\u00e4gend, erf\u00fcllend, bestimmend? Wie hat sie Herausforderungen bew\u00e4ltigt? Was wird in nachfolgenden Generationen von ihrer Liebe und ihren Werten weiterleben?<\/p>\n<p>Unter diesen Blickwinkeln k\u00f6nnten wir auch Paulus\u2019 Ausf\u00fchrungen \u00fcber Gottes Geschichte mit seinem ersterw\u00e4hlten Volk, seiner Geschichte mit den V\u00f6lkern und mit uns betrachten.<\/p>\n<p>Die grossen Linien, die Gottes Weg mit seinem ersten und allen weiteren V\u00f6lkern pr\u00e4gt, sind Treue und Gnade, Barmherzigkeit und Freiheit, weise Regeln und Liebe, seine N\u00e4he und eine Grossz\u00fcgigkeit in allen Dingen, die immer wieder in Staunen versetzen kann. Gott denkt und zeichnet in grossen Linien \u2013 vergisst aber kein Detail und keinen Menschen.<\/p>\n<p>Pr\u00e4gend f\u00fcr die Geschichte der Menschen mit Gott war dagegen, dass sich die Menschen stetig auflehnten, abwendeten, verstockt und unbelehrbar zeigten. Paulus vermutet, dass dies von Gott selbst beeinflusst wird. (Vgl. \u00a0R\u00f6mer 9,18)<\/p>\n<p>Damit die Menschen und V\u00f6lker die daraus entstehenden Herausforderungen bew\u00e4ltigen konnten, hat Gott immer wieder Menschen berufen und begabt, welche auf Gottes Wege hinwiesen und zur\u00fcckf\u00fchrten. Auch Paulus ist einer dieser Berufenen und Begabten. Seine Not teilt er mit vielen anderen vor ihm: Viele wollen nicht h\u00f6ren und einsehen, was Gott f\u00fcr sie bereith\u00e4lt. Stattdessen haben sie tragische Konsequenzen zu tragen.<\/p>\n<p>Was bleibt von den Werten und der Liebe, die Paulus der christlichen Gemeinde in Rom und der Christenheit seither weitergegeben hat? Die Beantwortung dieser Frage bietet Stoff f\u00fcr eine ganze Predigtreihe \u2013 und f\u00fcr die ganz pers\u00f6nliche \u00dcberlegung: Welche Einsichten f\u00fcr meine pers\u00f6nliche Glaubensgeschichte verdanke ich den Briefen von Paulus? Welche seiner S\u00e4tze sind f\u00fcr meine Geschichte mit Gott erhellend, befruchtend, ermutigend?<\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich nehme ich aus dem heutigen Abschnitt den alles zusammenfassenden Schlusssatz mit: (R\u00f6mer 11,36) \u00abDenn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist alles. Ihm sei Ehre in Ewigkeit, Amen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>&#8212;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alternative Lesungen Altes Testament<\/strong><\/p>\n<p>Jesaja 40,12 \u2013 31 Der Gott Israels ist unvergleichlich<\/p>\n<p>Jesaja 55,6-13 Gottes wunderbarer Weg<\/p>\n<p><strong>&#8212;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alternative Psalmgebete<\/strong><\/p>\n<p>Psalm 8 Was ist der Mensch ERG 107*) \/ Die Herrlichkeit Gottes und die Gr\u00f6sse des Menschen ERG 108*) oder LUT2017**)<\/p>\n<p>Psalm 19 Der Himmel erz\u00e4hlt die Herrlichkeit Gottes ERG 110*) \/ Gottes Herrlichkeit in seiner Sch\u00f6pfung und in seinem Gesetz LUT2017**)<\/p>\n<p>Psalm 145 Gottes ewige G\u00fcte**) Dein ist das Reich***)<\/p>\n<p><strong>&#8212;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Liedvorschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p>ERG 56 K\u00f6nig ist der Herr<\/p>\n<p>ERG 162 Gott ist gegenw\u00e4rtig<\/p>\n<p>ERG 244 Brunn alles Heils<\/p>\n<p>ERG 346Bewahre uns Gott<\/p>\n<p>ERG 408 Dies ist der Tag, den Gott gemacht<\/p>\n<p>ERG 509 Komm, o komm, du Geist des Lebens<\/p>\n<p>ERG 529 Laudato Si<\/p>\n<p>RW 23 Du grosser Gott<\/p>\n<p>RW52 Anker in der Zeit<\/p>\n<p>RW 77 Lebensgrund<\/p>\n<p>*) ERG = Gesangbuch der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich 1998<\/p>\n<p>RW = R\u00fcckenwind, Lieder f\u00fcr den Gottesdienst, Hrsg. Evang Landeskirche des Kantons Thurgau, Theologischer Verlag, Z\u00fcrich 2017<\/p>\n<p>**) Die Bibel nach Martin Luthers \u00dcbersetzung, revidiert 2017, \u00a9 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.<\/p>\n<p>***) Die Z\u00fcrcher Bibel, Ausgabe 2007, \u00a9 Friedrich Reinhard Verlag Basel, &amp; Theologischer Verlag, Z\u00fcrich<\/p>\n<p><strong>&#8212;<\/strong><\/p>\n<p>Pfr. Paul Wellauer, Bischofszell, Schweiz<\/p>\n<p>E-Mail: paul.wellauer@internetkirche.ch<\/p>\n<p>Web: <a href=\"http:\/\/www.internetkirche.ch\/\">www.internetkirche.ch<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.internetkirche.ch\/livestream\">www.internetkirche.ch\/livestream<\/a><\/p>\n<p>Paul Wellauer, geb. 1967, Pfarrer und Mitglied im Kirchenrat der evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, Schweiz. Seit 2009 in Bischofszell-Hauptwil, 1996-2009 in Z\u00fcrich-Altstetten, davor 1993-1996 Seelsorger und Projektleiter in der Stiftung Sozialwerke Pfr. Ernst Sieber, Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Fotos: \u00a9 Paul Wellauer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gott schreibt Geschichte mit Menschen und V\u00f6lkern | Trinitatis | 12.06.2022 | R\u00f6m 11,32-36 | Paul Wellauer | Psalmgebet im Wechsel Psalm 93 | Der Herr ist K\u00f6nig | Die Bibel nach Martin Luther, 2017**) | I 1\u00a0Der HERR ist K\u00f6nig und herrlich gekleidet; der HERR ist gekleidet und umg\u00fcrtet mit Kraft. 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