{"id":8498,"date":"2022-06-21T09:03:53","date_gmt":"2022-06-21T07:03:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=8498"},"modified":"2022-06-21T09:07:25","modified_gmt":"2022-06-21T07:07:25","slug":"jona-3-1-10-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jona-3-1-10-3\/","title":{"rendered":"Jona 3, 1-10"},"content":{"rendered":"<h3>Gottes erbarmende Umkehr | 2.So. n. Trinitatis | 26.06.2022 | Jona 3,1-10 | Klaus Wollenweber |<\/h3>\n<p>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen<\/p>\n<p>(es ist von mir angedacht, als alttestamentliche Epistel in der Eingangsliturgie den Text Jona 3, 1-3 in der Luther-\u00dcbersetzung von 2017 zu lesen. Deshalb hier zu Beginn der Predigt eine \u00dcbertragung von Dietrich Steinwede aus \u201eIm Zeichen des Jona\u201c)<\/p>\n<p>Gott spricht zu Jona, ein zweites Mal: \u201eSteh auf! Nach Ninive! Rufe es aus \u00fcber dieser Stadt: B\u00f6se seid ihr alle!\u201c<\/p>\n<p>Und Jona steht auf \u2013 nach Ninive. Er kommt in die Stadt. Sie ist riesig gro\u00df. Und Jona geht einen Tag lang hinein. Und Jona ruft: \u201eNoch vierzig Tage. Dann geht ihr unter! Gott wei\u00df, ihr seid b\u00f6se. Gott will euch alle vernichten!\u201c<\/p>\n<p>Und da geschieht es in Ninive: Die Menschen h\u00f6ren. Sie b\u00fc\u00dfen. Sie h\u00f6ren auf Jona. Sie trauen Gott. Sie gehen in Sack und Asche.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig von Ninive steht auf. Er legt seinen Mantel ab. Er kleidet sich in einen Sack. Er setzt sich in die Asche.<\/p>\n<p>Er sagt seinen Boten: \u201eRuft es aus: Jeder soll Bu\u00dfe tun, Mensch und Tier! Und kehret um. Und betet zu Jonas Gott. Vielleicht wird dieser Gott uns verzeihen, dass wir nicht sterben m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Gott sieht: Sie kehren alle um. Sie kleiden sich in Sack und Asche. Die Menschen von Ninive tun Bu\u00dfe. Da kommt Erbarmen \u00fcber Gott. Er sagt: \u201eSie kehren ja alle um. Es soll ihnen nichts geschehen!\u201c<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>da gab es vor einigen Tagen bei uns eine hei\u00dfe Diskussion in Verbindung mit dem Ukrainekrieg und dem Thema \u201eDas B\u00f6se im Menschen \u2013 die t\u00f6tende Gewalt von Mensch gegen Mensch\u201c. Als ich auf den christlichen Gott hinwies, der seit der Kreuzigung Christi endg\u00fcltig Gewalt und T\u00f6ten als Unrecht verk\u00fcndet und ein Gott des Lebens ist, erlebte ich massiven verbalen Widerstand: \u201eH\u00f6r mir doch auf mit Gott! Sieh doch die vielen Kriege in mehreren L\u00e4ndern. Sieh doch die Verbrecher Putin, Assad, Erdogan und wie sie alle hei\u00dfen. Gott l\u00e4sst alles zu. Geh mir mit Gott aus den Augen!\u201c In meiner Betroffenheit und ersten Sprachlosigkeit fiel mir die biblische Geschichte von Jona ein.\u00a0 Von ihm wird erz\u00e4hlt, dass er Gott aus den Augen gehen wollte; er wollte mit ihm nichts zu tun haben. Au\u00dferdem geh\u00f6rte er zu den Menschen, die am liebsten vor Problemen weglaufen. Statt mit dem g\u00f6ttlichen Auftrag nach Osten, nach Ninive, zu gehen, wandte er sich nach Westen und wollte mit einem Schiff bis zum Ende der Welt fahren. Nur weg von Gott, von religi\u00f6sen Auftr\u00e4gen. Was er nicht ahnte, dass Gott einem Menschen nachgeht, dass er ihn nicht allein l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Sie, liebe Gemeindeglieder, haben wahrscheinlich diese Jona-Novelle schon mal gelesen oder davon geh\u00f6rt: Gott l\u00e4sst einen Sturm aufkommen; schlie\u00dflich wollen die heidnischen Seeleute den Gott des Jona bes\u00e4nftigen und werfen Jona \u00fcber Bord ins Meer. Aber Jona ertrinkt nicht, wird von einem Fisch verschlungen, bittet Gott um Rettung und Leben und wird von dem Fisch an Land gespien. Nun bekommt Jona noch einmal denselben Auftrag. Wir haben diesen biblischen Abschnitt eben geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Sowohl die Gr\u00e4ueltaten, die in Ninive geschehen, als auch die Stadt Ninive selbst werden \u00fcberdimensional gro\u00df und weit geschildert. Wegen der dort ver\u00fcbten Untaten und Ungerechtigkeiten verk\u00fcndet Jona diesen heidnischen Menschen das vernichtende Gerichtsurteil Gottes.<\/p>\n<p>Es ist sicher nicht abwegig, wenn wir uns heute die unmenschlichen Gr\u00e4ueltaten vor Augen halten, die uns die Medien immer wieder aus Syrien zeigten und ebenso in den vergangenen mehr als 120 Tagen aus der Ukraine. Menschenrechtsverletzungen \u2013 so bezeichnen wir es heute. Und christliche Menschen in der ganzen Welt beten in ihrer Hilflosigkeit um Frieden, um Einsicht der politisch und diplomatisch agierenden Personen. Wir hoffen manchmal auf eine g\u00f6ttliche Macht, die unsere Ohnmacht in eine Aktion oder Reaktion wandelt. Dabei halten wir fest an unserem Bild von dem Gott der Gerechtigkeit und Wahrheit und fragen uns, ob wir Gott noch Einfluss auf das Handeln z.B. von Putin zutrauen. Wenn dieser dem christlich-orthodoxen Glauben nahesteht, warum hat er nicht die Einsicht in das g\u00f6ttliche Verbot des T\u00f6tens? Warum bringt er seine eigenen christlichen Br\u00fcder und Schwestern ans Kreuz und missachtet so eindeutig den Willen Gottes zum Leben im unterschiedlichen Miteinander?<\/p>\n<p>Auf diese Warum-Fragen finde ich keine Antwort. Aber ich w\u00fcnschte mir so einen Jona heute, der z.B. in der Gro\u00dfstadt Moskau einwandert und den Leuten mit nur einem Satz sachlich, k\u00fchl und klar verk\u00fcndet: \u201eEs sind noch vierzig Tage, so werdet ihr \u00fcblen Machthaber alle untergehen!\u201c In der biblischen Novelle wird erz\u00e4hlt, dass das Unm\u00f6gliche m\u00f6glich wird. Die Leute von Ninive lachten nicht \u00fcber diese bedrohlichen Worte oder wiesen alles als Fake News, als Unsinn, von sich. Nein! Die Heiden h\u00f6rten auf die Drohung des Gottes von Jona, riefen ein Fasten aus und zogen den Sack zur Bu\u00dfe an. Erstaunlich schnell und unkompliziert: die heidnischen Menschen glaubten an das Wort des Gottes von diesem israelischen Menschen, &#8211; und zwar nicht nur einige Leute, sondern alle, Gro\u00df und Klein \u2013 egal, ob aus Einsicht oder aus Angst. Ja noch mehr: Auch der K\u00f6nig von Ninive stieg von seinem Thron, h\u00fcllte sich in Sack und Asche und erlie\u00df sogar einen k\u00f6niglichen Befehl, dass Mensch und Vieh fasten und den Gott Jonas anrufen sollen. Alle sollten von ihren Bosheiten ablassen und ihre H\u00e4nde von Frevel befreien. \u201eWer wei\u00df, ob Gott nicht umkehrt und es ihn reut.\u201c \u00dcberhaupt keine Gewissheit bestimmt den Befehl des K\u00f6nigs, sondern allein die Hoffnung auf eine Wende \u2013 auch auf eine Umkehr bei Gott!<\/p>\n<p>Wie einzigartig w\u00e4re es, wenn die kriegf\u00fchrenden Machthaber sich den K\u00f6nig von Ninive zum Vorbild n\u00e4hmen! Zu sch\u00f6n, um wahr zu sein! Wer von uns hat denn noch eine Ahnung, noch eine Hoffnung auf eine Wende? Wir sind eher dem Jona \u00e4hnlich, der von dem Wort Gottes, von dem Untergang Ninives \u00fcberzeugt ist. Wir denken an weitere Zerst\u00f6rung, an noch viele Tote, an einen Sieger und einen Verlierer, an ungez\u00e4hlte Tage des Unheils. Auch Politiker und Politikerinnen denken eher dar\u00fcber nach, wie die Machthaber ihr Gesicht wahren und zu Verhandlungen kommen k\u00f6nnen, als dass sie auf eine Wende im Sinne der Jona-Erz\u00e4hlung oder \u00c4hnliches hoffen. Uns sollte bewusst sein, dass auch die Tage r\u00fccksichtsloser Gewaltanwendung, eigens\u00fcchtigen Sicherheitsstrebens und vergeltungss\u00fcchtiger Lieblosigkeit vor Gott gez\u00e4hlt sind. Unsere Zeit ist gez\u00e4hlte Zeit.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, liebe Gemeinde, oftmals sind wir selbst in unserem Denken und Handeln an das Bild von dem Glauben an einen Gott gebunden, der Gerechtigkeit \u00fcbt und sich an die Einhaltung seiner Ank\u00fcndigungen h\u00e4lt. Die Jona-Novelle provoziert bei uns etwas m\u00e4rchenhaft Unglaubliches, n\u00e4mlich lebendige Hoffnung auf den Gott des Lebens: \u201eGott reut das \u00dcbel, das er angek\u00fcndigt hatte, und tut es nicht!\u201c Gott ist nicht abh\u00e4ngig von unseren menschlichen Vorstellungen und unseren gesellschafts-politischen Denkweisen. Unsere religi\u00f6sen Wunschtr\u00e4ume sind f\u00fcr Gott nicht der Ma\u00dfstab seines freien Handelns. Er sieht die ver\u00e4nderte Verhaltensweise der heidnischen Leute in Ninive und zeigt nun ihnen gegen\u00fcber Erbarmen. Gott \u00e4ndert seine Haltung. Die Wende ist eingel\u00e4utet. Gott erbarmt sich nicht nur des Volkes Israel, sondern sein Erbarmen gilt allen V\u00f6lkern. Damit ist eine Weite des Horizontes angesprochen, die jeden absolut setzenden Wahrheitsanspruch durchbricht. Gott ist nicht nur ein Gott Israels.<\/p>\n<p>In der christlichen Glaubenstradition ist diese Jona-Erz\u00e4hlung meist als Vorbote auf die Hinwendung Jesu Christi zu allen V\u00f6lkern verstanden worden. Dennoch wird in der christlichen Glaubenstradition in der Verk\u00fcndigung h\u00e4ufig der Absolutheitsanspruch betont und hervorgehoben und somit die Ausweitung des Erbarmens und der Liebe Gottes auf die Heiden, bzw. heidnischen V\u00f6lker verneint und abgelehnt. Wenn Sie, liebe Gemeinde, die Jona-Novelle weiterlesen, dann sto\u00dfen Sie direkt auf diese das Erbarmen Gottes ausschlie\u00dfende Einstellung: Jona \u00e4rgert sich und ist tief entt\u00e4uscht, dass nicht das eintritt, was er verk\u00fcndet hat, und dass Gott sich auch der Heiden in Ninive erbarmt. Nein, das passte nicht zu seinem Glauben; das wollte er nicht wahrhaben. Was Gott ank\u00fcndigt, muss seiner Meinung nach geschehen. Gott kann sich nicht \u00e4ndern; Gott kann nicht etwas gereuen; er kann sich nicht erbarmen; er wird unglaubw\u00fcrdig; was er ank\u00fcndigt, muss geschehen. Lieber mit dem Kopf durch die Wand, als eine Ver\u00e4nderung zulassen.<\/p>\n<p>Und genau dieses Erbarmen Gottes ist das Kennzeichen der frohen Botschaft: das Erbarmen nicht nur mit dem Volk Israel, sondern ebenso mit anderen V\u00f6lkern. Dies ist die hoffende christliche Botschaft, auch wenn wir zur Zeit nicht wissen, wie sich diese frohe Botschaft im Blick auf den Ukrainekrieg und andere Kriege in unserer Welt auswirkt. In jedem Fall ist es eine Botschaft, die Jesus seinen J\u00fcngern mitgegeben hat und die f\u00fcr die J\u00fcnger mit dem Pfingstereignis praktisch umgesetzt wurde. Denn sie verk\u00fcndeten damals pl\u00f6tzlich diese Botschaft Christi in vielen Sprachen vieler V\u00f6lker. Bis heute kann in fast allen L\u00e4ndern der unterschiedlichen Kontinente die Verk\u00fcndigung des Erbarmens Gottes gelesen und geh\u00f6rt werden. Diese lebendige Hoffnung in \u00fcber 200 Sprachen und Dialekten kann von keinem Machthaber zerbombt werden. Mit dieser Glaubensgewissheit k\u00f6nnen wir in die neue, uns von dem Gott des Erbarmens geschenkte Woche gehen. Gott bleibt allen Windungen unseres Lebens auf der Spur.<\/p>\n<p>Der Friede Gottes, welcher h\u00f6her ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserm Herrn. Amen<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Lied EG Nr. 293\u00a0 Lobt Gott, den Herrn, ihr Heiden all<\/p>\n<p>Lesenswert ist von Klaus-Peter Hertzsch \u201eDer ganze Fisch war voll Gesang\u201c.<\/p>\n<p>Hier der Ausschnitt zu Jona 3:<\/p>\n<p>Und sprach zu ihm: \u201eNun aber geh\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Er zog den Purpurmantel aus<\/p>\n<p>Auf schnellstem Weg nach Ninive!\u201c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 und schickte seinen Koch nach Haus.<\/p>\n<p>Da ging er los und floh nicht mehr.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Er nahm nicht Schuh noch Fingerring,<\/p>\n<p>Viel Tag und N\u00e4chte wandert` er.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 weil er im Sack und barfu\u00df ging.<\/p>\n<p>Er kam ans Tor und ging hinein.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sein Herold rief mit H\u00f6rnerklang:<\/p>\n<p>Die Stadt war gro\u00df, er war allein.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eBefehl: Ihr sollt drei Tage lang<\/p>\n<p>Und trotzdem fasste er sich Mut,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 bedenken in der ganzen Stadt,<\/p>\n<p>hielt seine Predigt, kurz und gut,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 was Jona euch gepredigt hat,<\/p>\n<p>und rief auf Pl\u00e4tzen und auf Stra\u00dfen,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 was jeder B\u00f6ses hat getan<\/p>\n<p>wo Leute standen oder sa\u00dfen:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 und wie er\u00b4s besser machen kann.<\/p>\n<p>\u201eNoch vierzig Tage, spricht der Herr,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ihr sollt die Kleider und das Essen,<\/p>\n<p>dann gibt es Ninive nicht mehr.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ja selbst einmal das Vieh vergessen.<\/p>\n<p>Die Stadt ist gro\u00df. Die Stadt ist sch\u00f6n.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ihr sollt in H\u00e4usern und in H\u00fctten<\/p>\n<p>Was b\u00f6se ist, muss untergehn.\u201c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 den Herrn um sein Erbarmen bitten.<\/p>\n<p>Die Leute, wie man denken kann,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vielleicht ist es noch nicht zu sp\u00e4t,<\/p>\n<p>die h\u00f6rten das mit Schrecken an.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 dass unsre Stadt nicht untergeht.\u201c<\/p>\n<p>Sie hatten nie daran gedacht\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Und Gott sah aus von seiner H\u00f6h<\/p>\n<p>und schliefen nicht die n\u00e4chste Nacht.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 und sah auf die Stadt Ninive<\/p>\n<p>Und morgens war die Lust dahin,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 und sah die traurigen Gestalten<\/p>\n<p>die sch\u00f6nen Kleider anzuziehn.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 und sprach: \u201eIch will die Stadt erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Sie zogen einfach S\u00e4cke \u00fcber\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Da waren alle Leute froh<\/p>\n<p>und eine alte Sch\u00fcrze dr\u00fcber.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 und ihre Tiere ebenso.<\/p>\n<p>Es sang kein Mensch ein frohes Lied mehr.<\/p>\n<p>Sie hatten keinen Appetit mehr.<\/p>\n<p>Sie a\u00dfen nicht. Sie tranken nicht.<\/p>\n<p>Sie dachten nur ans Strafgericht.<\/p>\n<p>Und als der K\u00f6nig das erfuhr,<\/p>\n<p>erschrak er auch und nickte nur.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bischof em. Klaus Wollenweber<\/p>\n<p>Bonn<\/p>\n<p>E-Mail: <a href=\"mailto:Klaus.Wollenweber@posteo.de\">Klaus.Wollenweber@posteo.de<\/a><\/p>\n<p>Viele Jahre Gemeindepfarrer in der Ev. Keuzkirchengemeinde Bonn; ab 1988 theologischer Oberkirchenrat in der Ev. Kirche der Union (EKU) Berlin ( heute: Union Ev. Kirchen (UEK) in Hannover ); ab 1995 Bischof der \u201eEv. Kirche der schlesischen Oberlausitz\u201c mit dem Amtssitz in G\u00f6rlitz \/ Nei\u00dfe\u00a0 (heute: \u201eEv. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz\u201c (EKBO) ); seit 2005 im Ruhestand wohnhaft in Bonn. H\u00e4ufig aktiv in der Vertretung von Pfarrerinnen und Pfarrern in Bonn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gottes erbarmende Umkehr | 2.So. n. Trinitatis | 26.06.2022 | Jona 3,1-10 | Klaus Wollenweber | Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. 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