{"id":9010,"date":"2021-02-07T19:49:56","date_gmt":"2021-02-07T19:49:56","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9010"},"modified":"2022-08-09T18:56:46","modified_gmt":"2022-08-09T16:56:46","slug":"jesaja-52-7-10-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-52-7-10-2\/","title":{"rendered":"Jesaja 52, 7-10"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger<br \/>\nPredigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">4<\/span><span style=\"color: #000099;\">.<br \/>\nAdvent, 23. Dezember 2001<br \/>\nPredigt \u00fcber Jesaja 52, 7-10, verfa\u00dft von Christian Zippert<br \/>\n<\/span> <\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>(7) Wie lieblich sind auf den Bergen die F\u00fc\u00dfe der Freudenboten,<br \/>\ndie da Frieden verk\u00fcnden, Gutes predigen, Heil verk\u00fcndigen,<br \/>\ndie da sagen zu Zion: Dein Gott ist K\u00f6nig!<br \/>\n(8) Deine W\u00e4chter rufen mit lauter Stimme und r\u00fchmen miteinander;<br \/>\ndenn alle Augen werden es sehen, wenn der Herr nach Zion zur\u00fcckkehrt.<br \/>\n(9) Seid fr\u00f6hlich und r\u00fchmt miteinander, ihr Tr\u00fcmmer Jerusalems;<br \/>\ndenn der Herr hat sein Volk getr\u00f6stet und Jerusalem erl\u00f6st.<br \/>\n(10) Der Herr hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller V\u00f6lker,<br \/>\ndass aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.&#8220;<\/p>\n<p>Wie sch\u00f6n, eine gute Nachricht zu bekommen! Wir haben uns Sorgen<br \/>\num einen Menschen gemacht, an dem uns viel liegt. Wir h\u00f6ren, dass<br \/>\nes ihm gut geht. Wir haben Schmerzen und f\u00fcrchten, es ist etwas B\u00f6sartiges.<br \/>\nWir h\u00f6ren, dass es so schlimm nicht ist. Wir haben uns M\u00fche<br \/>\ngegeben mit einer Aufgabe und zweifeln an unserem Erfolg. Wir h\u00f6ren,<br \/>\ndass sie gelungen ist. Wie sch\u00f6n ist das! Unglaublich sch\u00f6n!<\/p>\n<p>So auch die Nachricht, um die es Jesaja geht: Israel sitzt in der Verbannung,<br \/>\nfern der Heimat in Babylon. Fern auch von Gott, im Elend, fast hoffnungslos.<br \/>\nDie M\u00e4nner haben Arbeit, die Familien ihr Auskommen. Das Leben geht<br \/>\nweiter, wie man so sagt. Aber da ist keine Freude am Leben, kein lohnendes<br \/>\nZiel vor Augen. Alle M\u00fche scheint sinnlos. Und Gott schweigt.<\/p>\n<p>Aber einer sieht mehr als die anderen. Er hat Hoffnung. Und mit seiner<br \/>\nHoffnung will er sie anstecken. Er glaubt an Gott, an seine Liebe zu Israel.<br \/>\nUnd diesen Glauben will er mitteilen. Er spricht von der Heimkehr nach<br \/>\nJerusalem, als sei sie schon im Gang: Ein Bote eilt dem Zug des Volkes<br \/>\nvoraus. Er verk\u00fcndet Frieden. Er sagt zu Zion: Dein Gott ist K\u00f6nig.<br \/>\nDie W\u00e4chter der zerst\u00f6rten Stadt sehen ihn kommen. Sie h\u00f6ren,<br \/>\nwas er sagt und brechen in Jubel aus. Und der Jubel zieht immer weitere<br \/>\nKreise. Die in den Tr\u00fcmmern Zur\u00fcckgebliebenen, ja, die Tr\u00fcmmer<br \/>\nselbst, sagt der Prophet, stimmen mit ein. Und schlie\u00dflich alle<br \/>\nMenschen auf Erden, weil sie sehen: Gott hat sich \u00fcber sein Volk<br \/>\nerbarmt.<\/p>\n<p>Ob die Verbannten in Babylon ihm geglaubt haben? Gewiss nicht alle, vielleicht<br \/>\nnicht einmal viele. Wie konnten sie auch? Was ihnen vor Augen war, sprach<br \/>\ngegen ihn. Und doch hat er Recht behalten mit seiner Hoffnung: Im Jahr<br \/>\n538 erlaubte der K\u00f6nig der Perser, Kyros, die Heimkehr. Dabei ging<br \/>\nes freilich viel bescheidener zu als gedacht und ertr\u00e4umt. Und die<br \/>\nFreude \u00fcber die Heimkehr wich bald der Ern\u00fcchterung, der Entt\u00e4uschung.<br \/>\nUnd nicht lang danach neuer Not, neuem Elend, neuer Unterdr\u00fcckung.<\/p>\n<p>Den Persern folgten die Griechen, den Griechen die R\u00f6mer. Aber die<br \/>\nHoffnung war nicht zu unterdr\u00fccken. Das Wort des Propheten hielt<br \/>\nsie wach, bis es sich von neuem erf\u00fcllte: Unter der Herrschaft der<br \/>\nR\u00f6mer, zur Zeit des Kaisers Augustus, wird er geboren; zur Zeit seines<br \/>\nNachfolgers Tiberius erhebt er die Stimme: Ein neuer Bote, der &#8222;Frieden<br \/>\nverk\u00fcndigt, Gutes predigt, Heil verk\u00fcndet&#8220;. Jesus tritt<br \/>\nauf &#8211; zun\u00e4chst auf den Bergen Galil\u00e4as, dann auch in Jerusalem,<br \/>\nder &#8222;Hochgebauten&#8220; Stadt, die bald f\u00fcr Jahrhunderte in<br \/>\nSchutt und Asche sinken sollte.<\/p>\n<p>Er sagt: &#8222;Die Zeit ist erf\u00fcllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen.<br \/>\nKehrt um und glaubt an das Evangelium!&#8220; (Markus 1,15). Mit Worten<br \/>\nund Taten macht er anschaulich, was &#8222;Reich Gottes&#8220; bedeutet:<br \/>\n&#8222;Blinde sehen und Lahme gehen, Auss\u00e4tzige werden rein und Taube<br \/>\nh\u00f6ren, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt, und<br \/>\nselig ist, wer sich nicht an mir \u00e4rgert&#8220; (Matth\u00e4us 11,5f.).<br \/>\nWieder sind es wenige, die glauben. Und viele, sehr viele, die &#8222;sich<br \/>\n\u00e4rgern&#8220;, die Ansto\u00df nehmen. Sie wollen ihn nicht h\u00f6ren,<br \/>\nbringen ihn zum Schweigen. Er stirbt am Kreuz mit den Worten: &#8222;Mein<br \/>\nGott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?&#8220; (Matth\u00e4us 27,46).<br \/>\nEine gro\u00dfe Hoffnung wird mit ihm begraben, scheint es.<\/p>\n<p>So scheint es auch denen, die bis zuletzt an ihn geglaubt hatten. Sie<br \/>\nsitzen hinter verschlossenen T\u00fcren und denken: Es ist aus. Da tritt<br \/>\ner ein &#8211; durch die verschlossenen T\u00fcren &#8211; und sagt: &#8222;Friede<br \/>\nsei mit euch.&#8220; Mit den Augen des Herzens sehen sie: Der Gestorbene<br \/>\nlebt. Unfassliche Freude! Noch einmal h\u00f6ren sie: &#8222;Friede sei<br \/>\nmit euch.&#8220; Und dann: &#8222;Wie mich der Vater gesandt hat, so sende<br \/>\nich euch!&#8220; (Johannes 20,21). Sie h\u00f6ren es und handeln danach.<br \/>\nErstaunlich rasch hat ihre Botschaft &#8222;aller Welt Enden&#8220; erreicht.<br \/>\nUnd der in Jerusalem aufgebrochene Jubel hat um sich gegriffen &#8211; \u00fcber<br \/>\nalle Grenzen hinweg. \u00dcberall in der Welt haben Menschen in Jesus<br \/>\nden &#8222;Christus&#8220;, den &#8222;K\u00f6nig&#8220; erkannt. Und dadurch<br \/>\nim Elend Trost gefunden, einen Weg aus der Gefangenschaft in die Freiheit<br \/>\nentdeckt. Bis heute ist diese Bewegung in Gang.<\/p>\n<p>Irgendwann, irgendwo hat das Wort der in Jesus Christus begr\u00fcndeten<br \/>\nHoffnung auch uns erreicht. Und wenn es uns einmal ergriffen hat, dann<br \/>\nl\u00e4sst es uns nicht wieder los. Auch wenn es in Zeiten der Angst und<br \/>\nder Resignation seine Macht zu verlieren scheint. Es gibt sie ja immer<br \/>\nwieder, diese Zeiten &#8211; aus pers\u00f6nlichen und aus politischen Gr\u00fcnden.<br \/>\nDann gehen wir unserer Arbeit nach wie die Verbannten in Babylon &#8211; ohne<br \/>\nHoffnung auf Auswege. Dann sitzen wir wie die J\u00fcnger im kleinen Kreis<br \/>\nhinter verschlossenen T\u00fcren und fragen uns: Wer sind wir, dass wir<br \/>\ngegen das grenzenlose Elend in der Welt oder auch nur in unserer n\u00e4chsten<br \/>\nUmgebung angehen k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Wie gut, wenn uns in solcher Lage ein Wort anspricht und in Bewegung<br \/>\nbringt. Wie die Verbannten in Babylon das Wort des Propheten Jesaja: &#8222;Wie<br \/>\nlieblich sind auf den Bergen die F\u00fc\u00dfe der Freudenboten, die<br \/>\nda Frieden verk\u00fcndigen ..&#8220; Wie die J\u00fcnger in Jerusalem<br \/>\ndas Wort des Auferstandenen: &#8222;Friede sei mit euch. Wie mich der Vater<br \/>\ngesandt hat, so sende ich euch.&#8220; Es ist sch\u00f6n, eine gute Nachricht<br \/>\nzu bekommen; es ist auch sch\u00f6n, eine gute Nachricht zu \u00fcberbringen!<\/p>\n<p>Wie das aussehen k\u00f6nnte? Wir versuchen, einem Menschen, der sich<br \/>\nverlassen f\u00fchlt, zu zeigen, dass wir ihn verstehen und in seiner<br \/>\nEigenart annehmen. Wir versuchen, einem Menschen, der mit einer Aufgabe<br \/>\nnicht zurechtkommt, praktisch zu helfen und sagen ihm damit ohne Worte:<br \/>\nDu bist nicht allein! und: Du schaffst es! Wir versuchen, einem Menschen,<br \/>\nder trauert, wenigstens anzudeuten, dass wir auch angesichts des Todes<br \/>\nan die Liebe Gottes glauben k\u00f6nnen. Die Weihnachtsfeiertage, die<br \/>\nletzten Tage des alten Jahres und die ersten Tage des neuen Jahres werden<br \/>\nuns manche Gelegenheit geben f\u00fcr solche Versuche. Gott wird sie segnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Bischof em. Prof. Dr. Christian Zippert<br \/>\nMarburg-Michelbach<br \/>\nTelefon: (06420) 821873<br \/>\nTelefax: (06420) 821875<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 4. Advent, 23. Dezember 2001 Predigt \u00fcber Jesaja 52, 7-10, verfa\u00dft von Christian Zippert (7) Wie lieblich sind auf den Bergen die F\u00fc\u00dfe der Freudenboten, die da Frieden verk\u00fcnden, Gutes predigen, Heil verk\u00fcndigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist K\u00f6nig! 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