{"id":9014,"date":"2021-02-07T19:49:56","date_gmt":"2021-02-07T19:49:56","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9014"},"modified":"2022-08-10T13:58:06","modified_gmt":"2022-08-10T11:58:06","slug":"1-timotheus-316-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-timotheus-316-3\/","title":{"rendered":"1. Timotheus 3,16"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger<br \/>\nPredigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">Christvesper, 24. Dezember<br \/>\n2001<br \/>\nPredigt \u00fcber 1. Timotheus 3,16, verfa\u00dft von Dorothea Zager<br \/>\n<\/span> <\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a href=\"#anm\"><b>Hilfen zum Text und zur Predigt<\/b><\/a><\/p>\n<p>&#8222;Gro\u00df ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des<br \/>\nGlaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen<br \/>\nden Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in<br \/>\ndie Herrlichkeit.&#8220;<\/p>\n<p><i>I. Das Geheimnis<\/i><br \/>\nEs wird uns immer ein Geheimnis bleiben, was in jener Nacht geschah, liebe<br \/>\nGemeinde. Wer kam da zu uns, in dieser Nacht, die wir Weihnachten nennen?<br \/>\nWer war er, dieses Kind im Stall? Wer war er dieser Wanderprediger aus<br \/>\nGalil\u00e4a? War er ein Mensch? War er Gott selbst? Wir wissen es nicht<br \/>\nwirklich.<\/p>\n<p>Es wird uns immer ein Geheimnis bleiben, warum dieser Jesus dieses Leben<br \/>\nso und nicht anders gelebt hat. Warum diese Demut? Warum diese D\u00fcrftigkeit<br \/>\nder Geburt? Warum die Qual seines Leidens? Warum dieser Tod? Wir wissen<br \/>\nes nicht wirklich.<\/p>\n<p>Es wird uns immer ein Geheimnis bleiben, was am Ostermorgen geschah und<br \/>\nwarum noch immer &#8211; selbst nach 2001 Jahren &#8211; Menschen an ihn glauben,<br \/>\nzu ihm beten, ihr Leben nach ihm ausrichten. Wir wissen es nicht wirklich.<\/p>\n<p>Und es wird uns immer ein Geheimnis bleiben, was es mit dieser merkw\u00fcrdigen<br \/>\nWiederkunft auf sich hat, auf die wir hoffen &#8211; oder die wir vielleicht<br \/>\nf\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Vollt\u00f6nend beginnt der Lobgesang auf Christus im 1. Timotheusbrief<br \/>\nmit dem Jubel: &#8222;Jedermann muss es bekennen: Es ist ein gro\u00dfes<br \/>\nGeheimnis des Glaubens.&#8220; Wir w\u00fcrden es heute vielleicht ein<br \/>\nwenig anders sagen, den Mund vielleicht nicht ganz so voll nehmen: Wir<br \/>\nm\u00fcssen es bekennen, ja zugeben und anerkennen: Es ist wahrlich ein<br \/>\ngro\u00dfes Geheimnis um diesen Jesus! Viele Fragen um diesen Mann von<br \/>\nNazareth. Und vieles verstehen wir nicht.<\/p>\n<p>Einzig den Grund, <i>warum<\/i> dies alles geschah, den k\u00f6nnen wir<br \/>\nerkennen: Der Grund f\u00fcr all dieses Handeln Gottes ist die Liebe.<\/p>\n<p>Christus kam, weil Gott es nicht mehr ertragen konnte, ja weil Gott<br \/>\nes auch nicht mehr dulden wollte, dass die Menschen sich so weit von Gott<br \/>\nund voneinander entfernt hatten. Da war Unglaube, der die Menschen von<br \/>\nGott trennte. Da war Schuld, die die Menschen untereinander entzweite.<br \/>\nDa war \u00dcberheblichkeit und Selbstgerechtigkeit, die die Menschen<br \/>\nstolz und zugleich einsam machte. Die Menschen glaubten, Gott nicht mehr<br \/>\nzu brauchen.<\/p>\n<p>Und die wenigen, die diese Kluft zwischen Leben und Glauben, zwischen<br \/>\nMenschen und Gott erkannten und als schmerzlich empfanden, taten genau<br \/>\ndas Falsche: Sie fingen an, sich zum Gottgehorsam zu zwingen. Sie erhoben<br \/>\ndas Gesetz \u00fcber die Menschlichkeit und das Recht \u00fcber die Liebe.<br \/>\nUnd so hofften sie, eine Br\u00fccke erzwingen zu k\u00f6nnen zu Gott,<br \/>\ndurch Glaubensleistungen und unerbittlichen Rechtsspruch. Es ist ihnen<br \/>\nnicht gelungen, wie wir sp\u00e4ter aus so vielen Streitgespr\u00e4chen<br \/>\nJesu mit den Pharis\u00e4ern und Schriftgelehrten entnehmen k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Gesetzestreuen blieben Gott genauso fern wie die Gottlosen.<\/p>\n<p>Da machte sich Gott selbst auf den Weg. Der Br\u00fcckenschlag, der den<br \/>\nMenschen nicht gelingen wollte, ging jetzt von Gott aus. Gott kam zu den<br \/>\nMenschen. <i>Wie<\/i> es geschah, wird uns immer ein Geheimnis bleiben,<br \/>\naber <i>warum<\/i> es geschah, das sagt uns das Neue Testament in jeder<br \/>\nseiner Zeilen. Es geschah aus Liebe: Also hat Gott die Welt geliebt, dass<br \/>\ner seinen eigenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren<br \/>\nwerden, sondern das ewige Leben haben (Joh 3,16).<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde am Christfest, genauso geht es doch auch uns!<br \/>\nEs gibt ein Meer von Menschen, denen Gott und seine Kirche egal sind &#8211;<br \/>\nselbst an einem Abend wir heute. Da ist Unglaube und Desinteresse, die<br \/>\nviele Menschen unserer Zeit von Gott trennt. Da ist Schuld, die uns Menschen<br \/>\nuntereinander entzweit. Da ist \u00dcberheblichkeit und Selbstgerechtigkeit,<br \/>\ndie uns Menschen stolz und zugleich sehr einsam macht. Viele Menschen<br \/>\nglauben, Gott nicht mehr zu brauchen, mehr sogar als damals zur Zeit Jesu.<\/p>\n<p>Und wir, die diese Kluft als schmerzlich empfinden? Tun wir das Richtige?<br \/>\nSind wir werbende, freundliche, herzenswarme Christen, die wir durch unser<br \/>\nHandeln und durch unser Reden ein glaubhaftes Zeugnis ablegen von unserer<br \/>\nLiebe zu Gott? Das darf bezweifelt werden, Ihr Lieben. Es gelingt uns<br \/>\nnicht immer, gute Zeugen zu sein, und Br\u00fccken zu bauen zu denen,<br \/>\ndie wir erreichen wollen!<\/p>\n<p>Also auch uns &#8211; und das ist das Wunderbare und das Tr\u00f6stliche an<br \/>\nder weihnachtlichen Botschaft &#8211; also auch uns gilt diese Entscheidung<br \/>\nGottes: Wenn es uns Menschen es nicht gelingt, zu Gott zu kommen, dann<br \/>\nkommt Gott eben zu uns.<\/p>\n<p><i>II. Die Menschwerdung<\/i><br \/>\nEs wird uns ein Geheimnis bleiben, wie es zugegangen ist, das Gott uns<br \/>\nin Jesus begegnet ist. Die einen m\u00f6gen an eine Jungfrauengeburt glauben,<br \/>\nandere daran, Jesus sei sozusagen von Gott adoptiert worden in der Taufe;<br \/>\nes m\u00f6gen noch so viele Menschen den Versuch unternehmen, das &#8222;Wie&#8220;<br \/>\ndes Kommens Gottes in Christus zu erkl\u00e4ren. Es wird uns immer unerkl\u00e4rlich<br \/>\nbleiben. Die Frage nach dem &#8222;Warum&#8220; aber, die k\u00f6nnen wir<br \/>\nbeantworten: Es ist die Liebe Gottes zu uns. Darum wendet er sich uns<br \/>\nzu. Damals in der Geburt Jesu, heute mit jedem Mal, wo uns dieses Kommen<br \/>\nverk\u00fcndigt und gepredigt wird. Die Liebe Gottes kommt. Auch zu uns.<br \/>\nAuch zu mir. Auch zu einem jedem von Ihnen.<\/p>\n<p><i>III. Die Rechtfertigung<\/i><br \/>\nGenauso wird es uns ein Geheimnis bleiben, wie es zugegangen ist, dass<br \/>\ndieser eine Mensch Jesus die S\u00fcndenvergebung hat Wahrheit werden<br \/>\nlassen. Wir wissen es: Durch seine Predigt, durch sein Handeln und durch<br \/>\nseinen Tod am Kreuz hat er Vergebung in die Tat umgesetzt und Menschen<br \/>\nbis auf den heutigen Tag von der Last der Gesetzlichkeit befreit. Jesus<br \/>\nsprach nicht nur von der Liebe zum Feind, und von der Seligkeit derer,<br \/>\ndie barmherzig und friedfertig sind, sondern er setzte sie auch in die<br \/>\nTat um: Er setzte sich auch tats\u00e4chlich mit denen an einen Tisch,<br \/>\ndie wegen ihrer Fehler von anderen gemieden wurde. Er bewahrte die Frau<br \/>\nvor dem Tod durch Steinigung, die in den Augen der Gerechten des Todes<br \/>\nschuldig war. Er lie\u00df Gel\u00e4hmte vor Freude tanzen und Trauernde<br \/>\nwieder lachen. Er machte selbst am Sabbat Kranke gesund, obwohl man es<br \/>\nihm verbieten wollte. Und er lie\u00df Menschlichkeit vor Recht ergehen.<br \/>\nBis auf den heutigen Tag vertrauen Menschen diesem Jesus ihre Schuld und<br \/>\nihr Unverm\u00f6gen an und wissen: Schuld ist vor Gott vergeben, Unverm\u00f6gen<br \/>\nwandelt er in Kraft. &#8222;Wie&#8220; ihm dies gelungen ist, wird uns immer<br \/>\nunerkl\u00e4rlich bleiben. Die Frage nach dem &#8222;Warum&#8220; aber,<br \/>\ndie k\u00f6nnen wir beantworten: Es ist die Liebe Gottes zu uns, die die<br \/>\nBefreiung von unserer Schuld m\u00f6glich macht. Darum wendet er sich<br \/>\nuns zu. Damals in der Predigt und in den Taten Christi, heute mit jedem<br \/>\nMal, wo wir von ihm in der Bibel lesen, in der Predigt von ihm h\u00f6ren,<br \/>\nim Abendmahl mit ihm Gemeinschaft haben. Die Vergebung der Schuld wird<br \/>\nwahr. Auch f\u00fcr uns. Auch f\u00fcr mich. Auch f\u00fcr jeden von Ihnen.<\/p>\n<p><i>IV. Der Glaube<\/i><br \/>\nEs wird uns letztlich auch immer ein Geheimnis bleiben, wie es geschehen<br \/>\nkonnte, dass die Predigt des zun\u00e4chst so unscheinbaren Wanderpredigers<br \/>\naus Nazareth um die Welt ging und seine Botschaft die Menschenherzen erreichte<br \/>\nvon einem Ende der Erde bis zum anderen. Wie konnte es geschehen, dass<br \/>\nso viele Menschen an Jesus glaubten? Als einen Esel am Kreuz &#8211; so hatten<br \/>\nr\u00f6mische Steinzeichner Jesus in Karikaturen verh\u00f6hnt. Wie konnte<br \/>\nman nur an einen solchen schwachen Menschen glauben, der sich hinrichten<br \/>\nl\u00e4sst und sich nicht wehrt?<\/p>\n<p>Wir wissen nicht, wie es geschah, dass die Begeisterung f\u00fcr Jesu<br \/>\nMission die Entt\u00e4uschung \u00fcber seinen Tod \u00fcberdauerte. Wir<br \/>\nwissen nicht, wie es m\u00f6glich war, dass die J\u00fcnger ihre anf\u00e4ngliche<br \/>\nFurcht besiegten und wieder hinausgingen unter die Menschen, predigten,<br \/>\nbezeugten, Worte und Taten der Liebe vollbrachten. Wir wissen nicht, woher<br \/>\nauch sp\u00e4ter all die Menschen \u00fcber Jahrhunderte hinweg die Kraft<br \/>\nhergenommen haben, f\u00fcr ihren Glauben einzustehen, f\u00fcr ihren<br \/>\nGlauben gro\u00dfartige Liebeswerke zu gr\u00fcnden, f\u00fcr ihren Glauben<br \/>\nnotfalls in den Tod zu gehen. Auch hier ist die Frage nach dem &#8222;Wie&#8220;<br \/>\nnicht zu beantworten. Die Kraft und der Geist und die Unersch\u00fctterlichkeit<br \/>\nvieler, vieler mutiger und glaubw\u00fcrdiger Christen bleibt uns unerkl\u00e4rlich.<br \/>\nDie Frage nach dem &#8222;Warum&#8220; aber, die k\u00f6nnen wir beantworten:<br \/>\nEs ist wiederum die Liebe Gottes zu uns, die uns die Herzen \u00f6ffnet<br \/>\nund uns glauben l\u00e4sst. Uns. Mich. Jeden von Ihnen.<\/p>\n<p><i>V. Die Vollendung<\/i><br \/>\nLetztendlich geht es uns genauso mit der Frage nach Jesu Wiederkunft und<br \/>\nden Fragen nach dem Weltende. Es wird uns immer ein Geheimnis bleiben,<br \/>\nwo Jesus jetzt eigentlich ist &#8211; ob der nach seiner Himmelfahrt den Engeln<br \/>\nerschienen ist, wie es der 1. Timotheusbrief vermutet, ob er irgendwo<br \/>\nin der Herrlichkeit Gottes auf seine Wiederkunft wartet. Wie und wann<br \/>\ner wiederkommt &#8211; alles das wird uns unerkl\u00e4rlich und unbeantwortet<br \/>\nbleiben. Die Frage nach dem &#8222;Warum&#8220; aber, die k\u00f6nnen wir<br \/>\nbeantworten: Gottes Liebe wird es nicht zulassen, dass unsere Welt und<br \/>\nunsere Menschheit untergeht, die von Jahr zu Jahr bedrohlicher am Abgrund<br \/>\nvon Gewalt, Krieg und Terror entlang taumelt. Er, der diese Welt in Liebe<br \/>\nerschaffen hat, der den Regenbogen als Zeichen seiner Treue in die Wolken<br \/>\ngesetzt hat, der in seinem Sohn Jesus Christus mitten unter uns Menschen<br \/>\ngekommen ist, der wird &#8211; dessen bin ich mir ganz sicher! &#8211; unserer Erde<br \/>\nauch ein gutes Ende verleihen. Liebe Gemeinde, Jesu Liebe liegt tief in<br \/>\nunseren Herzen. Und wirkt dort, so wie sie schon seit 2000 Jahren in Menschenherzen<br \/>\ngewirkt hat und sie zu unz\u00e4hligen kleinen und gro\u00dfen Taten<br \/>\nder Liebe angetrieben hat. Wohl den Menschen, der diese Liebe in sich<br \/>\nwach h\u00e4lt bis zum Ende.<\/p>\n<p><i>VI. Das Geschenk Gottes<\/i><br \/>\nSo ist es eigentlich &#8211; bei allen Geheimnissen, die Jesu Geburt, Jesu Lehren<br \/>\nund Wirken, seinen Tod und seine Auferstehung umgeben &#8211; bei all diesen<br \/>\nGeheimnissen eigentlich ganz einfach, ihm zu begegnen:<\/p>\n<p>Wenn wir von seiner Liebe h\u00f6ren in einer Predigt,<br \/>\nwenn wir von seinen Liebesworten und seinen Liebestaten in der Bibel lesen,<br \/>\noder wenn wir seine Liebe sp\u00fcren in der Gemeinschaft mit anderen<br \/>\nChristen; dann begegnen wir ihm.<br \/>\nWenn wir seine Liebe weitergeben, und im Schenken, im Lieben und im Verzeihen<br \/>\nselbst reich und gl\u00fccklich werden, dann begegnen wir ihm.<br \/>\nWenn wir lieben, wird unser Licht leuchten unter den Menschen, so wie<br \/>\ndie hellen Kirchenfenster heute Abend tr\u00f6stlich hinausleuchten in<br \/>\nunser Dorf (in unsere Stadt). Und man wird erkennen &#8211; ob man der Kirche<br \/>\nnun nahe steht oder nicht: Es wird immer ein Geheimnis bleiben, welchen<br \/>\nWeg und wohin unsere Kirche und unsere Welt noch gehen wird, was aber<br \/>\ndiese gro\u00dfe Christengemeinde zusammenh\u00e4lt seit so vielen Jahren<br \/>\nund auch heute am Vorabend des Christfestes 2001, das wird zu sp\u00fcren<br \/>\nsein, \u00fcberall, wo heute unsere Lieder klingen und unsere Glocken<br \/>\nzu h\u00f6ren sind: Gottes Liebe wird uns wieder neu geschenkt &#8211; heute<br \/>\nAbend und an jedem neuen Tag, der kommen wird.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p>Lieder, die dem Christus-Hymnus inhaltlich entsprechen:<br \/>\nEG 3: Gott, heilger Sch\u00f6pfer aller Stern<br \/>\nEG 5: Gottes Sohn ist kommen<br \/>\nEG 27: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich<br \/>\nEG 36: Fr\u00f6hlich soll mein Herze springen<br \/>\nEG 42: Dies ist der Tag, den Gott gemacht<br \/>\nEG 56: Weil Gott in tiefster Nacht erschienen<\/p>\n<p><b><a name=\"anm\"><\/a>Verstehenshilfen zum Text<\/b><br \/>\nDer Christushymnus Tim 3,16 besteht aus sechs parallel gebauten Zeilen,<br \/>\nderen jede mit einem (im griechischen gleich auslautenden) Passiv beginnt,<br \/>\ndas ein Handeln Gottes beschreibt. Je zwei Zeilen bilden ein Gegensatzpaar:<br \/>\nFleisch &#8211; Geist; Engelm\u00e4chte &#8211; V\u00f6lker; Welt &#8211; Lichtglanz. Jedes<br \/>\nder drei Gegensatzpaare stellt Irdisches und Himmlisches einander gegen\u00fcber<br \/>\nund zwar in chiastischer Reihenfolge (Irdisches &#8211; Himmlisches; Himmlisches<br \/>\n&#8211; Irdisches; Irdisches &#8211; Himmlisches) Dadurch werden drei zeitlich aufeinanderfolgende<br \/>\nVorg\u00e4nge der Offenbarung Gottes in Jesus Christus in hymnischer Form<br \/>\nverherrlicht &#8211; entsprechend dem altorientalischen Zeremoniell bei der<br \/>\nThronbesteigung des K\u00f6nigs: 1. der neue K\u00f6nig erh\u00e4lt in<br \/>\nfeierlicher Sinnbildhandlung g\u00f6ttliche Eigenschaft (Erh\u00f6hung);<br \/>\n2. der nunmehr vergottete K\u00f6nig wird dem Kreis der G\u00f6tter vorgestellt<br \/>\n(Pr\u00e4sentation); 3. danach erst wird ihm die Herrschaft \u00fcbertragen<br \/>\n(Inthronisation).<\/p>\n<p>Diesem Schema eines altorientalischen Thronbesteigungszeremoniells folgt<br \/>\nauch der Hymnus 1. Tim 3,16:<br \/>\n1. Die Erh\u00f6hung: Die Gemeinde bekennt sich zu Jesus Christus als<br \/>\ndem, der &#8222;im Fleisch offenbart&#8220; und &#8222;im Geist gerechtfertigt&#8220;<br \/>\nwurde.<br \/>\n2. Die Pr\u00e4sentation vor der himmlischen und irdischen Welt: Die Engel<br \/>\nbeten den zum Himmel auffahrenden an, was seine Entsprechung auf der Erde<br \/>\nfindet in der Verk\u00fcndigung des Evangeliums unter den V\u00f6lkern.<br \/>\n3. Die Thronbesteigung: Die Thronbesteigung Christi umfasst Himmel und<br \/>\nErde: Auf der Erde ergreifen die Menschen Christus im Glauben; im Himmel<br \/>\nwird Christus in die Herrlichkeit aufgenommen.<br \/>\n(vgl. JOACHIM JEREMIAS, Die Briefe Timotheus und Titus (NTD 4), G\u00f6ttingen<br \/>\n1976, S. 27-29.)<\/p>\n<p><b>Verstehenshilfen zum Aufbau der vorliegenden Predigt<\/b><br \/>\nDie inhaltliche Gliederung des Christushymnus&#8216; in 1. Tim. kann nicht ohne<br \/>\nNot streng homiletisch auf die Predigt \u00fcbertragen werden. Darum habe<br \/>\nich das erste Themenpaar &#8222;Menschwerdung&#8220; und &#8222;Rechtfertigung&#8220;<br \/>\nauseinandergenommen und getrennt voneinander meditiert. Im Gegensatz dazu<br \/>\nhabe ich die Erscheinung vor den Engeln, die Predigt und den Glauben gemeinsam<br \/>\nverhandelt und das letzte, eschatologische Thema f\u00fcr sich genommen.<br \/>\nM.E. kann nur auf diesem Wege dieser schwierige und gehaltvolle Hymnus<br \/>\nden H\u00f6rern\/innen in der kurzen Zeitspanne einer Predigt nahegebracht<br \/>\nwerden.<\/p>\n<p>I. Das Geheimnis<br \/>\nAuslegung von &#8222;Gro\u00df ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis<br \/>\ndes Glaubens.&#8220;<br \/>\nII. Die Menschwerdung<br \/>\nAuslegung von &#8222;Er ist offenbart im Fleisch&#8220;<br \/>\nIII. Die Rechtfertigung<br \/>\nAuslegung von &#8222;gerechtfertigt im Geist&#8220;<br \/>\nIV. Der Glaube<br \/>\nAuslegung von &#8222;erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt<br \/>\nin der Welt&#8220;<br \/>\nV. Die Vollendung<br \/>\nAuslegung von &#8222;aufgenommen in die Herrlichkeit.&#8220;<br \/>\nVI. Das Geschenk Gottes<br \/>\nB\u00fcndelung der Gedanken<\/p>\n<p><b>Dorothea Zager, Wachenheim<br \/>\n<a href=\"mailto:DWZager@t-online.de\">E-Mail: DWZager@t-online.de<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Christvesper, 24. Dezember 2001 Predigt \u00fcber 1. Timotheus 3,16, verfa\u00dft von Dorothea Zager Hilfen zum Text und zur Predigt &#8222;Gro\u00df ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8543,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[50,1,727,545,114,1007,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-9014","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-1-timotheus","category-aktuelle","category-archiv","category-christvesper","category-deut","category-kapitel-03-chapter-03-1-timotheus","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9014","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9014"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9014\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12924,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9014\/revisions\/12924"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9014"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9014"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9014"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=9014"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=9014"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=9014"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=9014"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}