{"id":9043,"date":"2021-02-07T19:49:56","date_gmt":"2021-02-07T19:49:56","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9043"},"modified":"2023-02-07T11:08:22","modified_gmt":"2023-02-07T10:08:22","slug":"apostelgeschichte-169-15-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apostelgeschichte-169-15-2\/","title":{"rendered":"Apostelgeschichte 16,9-15"},"content":{"rendered":"<h3><b><span style=\"color: #000099;\">G\u00f6ttinger\u00a0Predigten im Internet\u00a0hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Sexagesimae, 3. Februar 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber Apostelgeschichte 16,9-15, verfa\u00dft von Prof. Dr.\u00a0Karl Rennstich<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p>Vor\u00fcberlegungen (nach der Predigt)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Was ist eine Vision? ANTOINE DE SAINT- EXUP\u00c8RY beschreibt in pr\u00e4gnanter K\u00fcrze und Klarheit, was eine Vision bedeutet und was sie erreichen will:<\/p>\n<p>&#8222;Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen; sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. (Evangelisches Gesangbuch, S. 756) Ein &#8222;Schiff, das sich Gemeinde nennt&#8220;, will Paulus bauen. Er ist getrieben von der Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer von Menschen, die das Evangelium noch nicht geh\u00f6rt haben. Das ist sein Lebensziel.<\/p>\n<p>Eine Vision steht am Anfang dieses wichtigen Schrittes: &#8222;Da fuhren wir von Troas ab und kamen (&#8230;) nach Philippi, das ist eine Stadt des ersten Bezirks von Mazedonien, eine r\u00f6mische Kolonie. Wir blieben aber einige Tage in dieser Stadt. Am Sabbattag gingen wir hinaus vor die Stadt an den Flu\u00df, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen&#8220;.<\/p>\n<p>Einen Mann hatte Paulus im Traum gesehen; Frauen traf er &#8222;vor der Stadt am Flu\u00df, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte&#8220;. Die Leiterin hei\u00dft Lydia. Der Name verr\u00e4t ihre Biographie. Sie kommt aus Lydien, aus der Stadt Thyatira, nicht unweit der Stadt aus der auch Paulus kommt. Lydia ist eine &#8222;Ausl\u00e4nderin&#8220;. Sie war Unternehmerin und geh\u00f6rte zu den &#8222;t\u00fcchtigen Frauen&#8220;, die wir aus der Geschichte bis heute kennen. Chatija, des Propheten Mohammeds erste Frau, war eine solche. Sie erm\u00f6glichte Mohammed, den sie als 15 Jahre \u00e4ltere Frau heiratete, die Muse zum Nachdenken in den H\u00f6hlen, in denen er dann &#8222;Gesichter&#8220; hatte, die wir im Koran nachlesen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Lydia handelte mit dem teuren Luxusartikel Purpur. Thyatira war nach Offenbarung 2,18f ber\u00fchmt wegen seiner Purpurindustrie. Der Handel war ein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft. Lydia war eine wohlhabende und unabh\u00e4ngige Frau. Aber sie glaubte nicht an das Geld. Sie war eine Suchende. Das war der Grund, warum sie drau\u00dfen vor der Stadt am Flu\u00df betete. Eine Synagoge konnte es nicht gewesen sein, denn es waren nur Frauen dort. Zur Synagoge geh\u00f6ren (mindestens) zehn M\u00e4nner, um einen Gottesdienst feiern zu k\u00f6nnen. Sie wird &#8222;Gottesf\u00fcrchtige&#8220; genannt. Sie hatte Sympathie f\u00fcr den j\u00fcdischen Glauben, aber sie war selber keine J\u00fcdin. An der Gebetsst\u00e4tte h\u00f6rte sie Paulus zu.<\/p>\n<p>Wie Lydia war auch Paulus ein Gesch\u00e4ftsmann. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als &#8222;Zeltmacher&#8220;. Er tat das ganz bewu\u00dft, denn er wollte nicht mit denen verwechselt werden die damals (wie heute noch) mit Religion Geld verdienten. Zu den Reisenden auf r\u00f6mischen Stra\u00dfen und Schiffen geh\u00f6rten auch wandernde Philosophen, Kyniker, Wundert\u00e4ter und Priester. Angesichts der vielen anderen Wandermoralisten versuchten die fr\u00fchchristlichen Prediger, sich von ihnen zu distanzieren und einen besseren Eindruck zu vermitteln. (1Thess 2 und 2Kor 11) mit solchen Unterscheidungen auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Der Herr tat Lydia das Herz und den Sinn auf; so wurde sie zu einer &#8222;Erl\u00f6sten voller Lachen&#8220; (Psalm 126). &#8222;Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie n\u00f6tigte uns&#8220;.<\/p>\n<p>Die Zelle im Leib der Kirche ist der Hauskreis. Die ersten Kirchen waren nach dem Vorbild des Hauses gebaut. Sind die Zellen krank, dann leidet der ganze der Leib Kirche. &#8222;Macht mir die Gemeinden stark&#8220; ermunterte der w\u00fcrttembergische Bischof Martin Haug die Kirche in den 1950er Jahren auf Grund seiner Erfahrungen im Kirchenkampf.<\/p>\n<p>Wenn die ( Zellen) Hauskreise der Kirche sterben, dann wird bald der Leib Kirche wie ein toter Walfisch nur noch an der Oberfl\u00e4che des gesellschaftlichen Weltmeeres fluten &#8211; ohne Leben, aufgeblasen und \u00fcbel riechend! Aus Purpurh\u00e4ndlerinnen, die drau\u00dfen vor der Stadt am Flu\u00df beten, werden dann purpurgewandete M\u00e4nner in Pal\u00e4sten, wohlbeh\u00fctet und gut abgeschirmt vom Volk. Sie sitzen nicht mehr am runden Familien- Tisch, sondern auf dem Katheder, der das Gotteshaus zur Kathedrale machte.<\/p>\n<p>&#8222;Gesichter&#8220; sind wirkungsm\u00e4chtig. Vor der Praxis (prattein- mit den H\u00e4nden arbeiten) steht das &#8222;Sehen&#8220; (theorein). Ein &#8222;Gesicht&#8220; steht nach dem Glauben der Griechen am Anfang von Europa: Fern von Griechenland (Griechische Sagen. Die sch\u00f6nsten Sagen des klassischen Altertums von Gustav Schwab. Dtv junior Taschenbuch. M\u00fcnchen 1983. 6) , in Phoinikien herrschte K\u00f6nig Agenor \u00fcber die Seest\u00e4dte Tyrus und Sidon. Dort wuchs die wundersch\u00f6ne Tochter namens Europa heran. Europa, deren Sch\u00f6nheit \u00fcberall in den angrenzenden Landen gepriesen wurde, war stets inmitten ihrer sch\u00f6nen Gespielinnen die Sch\u00f6nste und lieblichste. Tief betr\u00fcbt wegen eines Traumes schritt die sch\u00f6ne Europa eines Tages mit ihren Freundinnen hinaus zum Spiel. Asien, so hatte ihr getr\u00e4umt, der m\u00e4chtige Erdteil, in dem ihres Vaters Reich lag, stand vor ihr in der Gestalt einer sch\u00f6nen Frau und breitete die Arme \u00fcber sie, um sie vor dem Griff einer Fremden zu sch\u00fctzen. &#8222;La\u00df mir mein Kind!&#8220; rief Asia bittend, &#8222;denn ich bin es doch, die es zur Welt gebracht und aufgezogen hat! La\u00df mir meine geliebte Tochter!&#8220;<\/p>\n<p>Die unerbittliche Fremde jedoch entri\u00df der Widerstrebenden die Jungfrau und f\u00fchrte Europa davon mit den beruhigenden Worten: &#8220; Sei unbesorgt, du Sch\u00f6ne, denn einer herrlichen Zukunft trage ich dich entgegen! Dem Weltenbeherrscher selber, so ist vom Geschick bestimmt, sollst du zu eigen sein!&#8220; Zeus , von den Pfeilen des Liebesgottes Eros getroffen, war in unstillbarer Liebe zu der sch\u00f6nen Jungfrau Europa entbrannt. &#8222;Nur List kann helfen&#8220;, sagte sich der liebestolle Zeus. Zeus verwandelte sich in ein kraftvollen Stier und schlich sich in die Herde Agenors, die durch den G\u00f6tterboten Hermes in Richtung auf die im Kreise ihrer Gespielinnen tanzende Europa getrieben wurde. &#8222;Wie herrlich ist er anzuschaun!&#8220; rief voller Begeisterung die sch\u00f6ne Europa und reichte dem seltensch\u00f6nen Stier eine Strau\u00df voll duftiger Blumen, bekr\u00e4nzte ihn und schwang sich unter den fr\u00f6hlichen Zurufen der M\u00e4dchen auf den R\u00fccken des Stieres. Schnell glitt das Paar durch Felder und Wiesen durch die Wellen des Meeres weit in eine fernes Land. Dort im fernen Lande stand pl\u00f6tzlich an Stelle des entschwundenen Stieres ein gottgleicher Mann vor ihr und sprach: &#8222;Sei unbesorgt und ohne Furcht, du sch\u00f6ne Jungfrau!&#8220;<\/p>\n<p>Europa ist heute das gr\u00f6\u00dfte Missionsgebiet der Erde. Die Gro\u00dfmacht Religion ist, wie kaum je zuvor, ein wichtig zu nehmender Faktor in dieser Welt. W\u00e4hrend au\u00dferhalb unseres Kontinents die Mission von Europ\u00e4ern an Bedeutung verliert, wird Europa in 20 bis 40 Jahren zum offenen, umk\u00e4mpften religi\u00f6sen Markt werden. Islam und Buddhismus, neue Esoterik und alter Aberglaube werden vor allem &#8211; beg\u00fcnstigt durch religi\u00f6se Toleranz, einen missionarischen Tummelplatz finden &#8211; wie kaum sonst auf der Welt.<\/p>\n<p>Die heiligen Tiere der Kelten, der B\u00e4r und der Stier, stehen vor dem Allterheiligsten der kapitalistischen Gottesh\u00e4user namens B\u00f6rse. Stier steht f\u00fcr &#8222;Hausse&#8220;, das Steigen der Aktien und der B\u00e4ren f\u00fcr &#8222;Baisse&#8220;, das Fallen der Aktien. Mammon ist Sinnbild f\u00fcr den gierigen Gott. Der Stiergott verk\u00f6rpert die m\u00e4nnliche Potenz.<\/p>\n<p>Guy Kawasaki, einer der erfolgreichsten Inovations-Wirtschaftsmanager unserer Zeit, versteht den Begriff Evangelisation im Zusammenhang mit dem, was wir heute global Marketing nennen. Markt hie\u00df bei den Griechen Agora, Sie ist der Mittelpunkt der Polis. Manager sind nach Kawasaki Evangelisten. Marketing, Management und Selling, hei\u00dfen bei Kawasaki Evangelisation. Er betont: &#8222;Die Mund zu Mund Propaganda einer anerkannten Pers\u00f6nlichkeit ist wirkungsvoller als die meisten Verkaufstechniken durch Anzeigen&#8220;.<\/p>\n<p>Der j\u00fcdische Schriftsteller, Essayist, Literaturkritiker und Wissenschaftler Walter Benjamin sah im Kapitalismus eine neue Religion und nannte sie die &#8222;moderne Volksreligion Europas, das real existierende Christentum&#8220; am Ende des 2o. Jahrhunderts. Die Kennzeichen sind das Geld als g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t; die religi\u00f6se Struktur des Kapitalismus sei deutlich zu erkennen: Geldverdienen, Herstellen von Waren, verkaufen, kaufen und besitzen geh\u00f6ren zum eigentlichen Vollzug dieser neuen Religion. Alle Tage sind nun &#8222;heilige Tage&#8220;. Es gibt keine &#8222;Ruhetage der Besinnung&#8220;. Damit h\u00e4ngt zusammen ein neues Verst\u00e4ndnis von Schuld und Schulden. Die universale Verschuldung wird zur Grundlage des neuen Glaubens. Die neue Religion Kapitalismus macht Schulden zum neuen Weltgesetz, in das das Menschenschicksal einbezogen wird. Man betet zum unpers\u00f6nlichen Geld. Diese neue Religion missioniert heute global und fordert alle anderen Religionen ganz neu heraus. Sie kennt keine Bitte: Vergib uns unsere Schuld&#8220;. Sie vergibt ihren Schuldner nicht, sondern verdient an den Schulden solange wie m\u00f6glich, koste es was es wolle.<\/p>\n<p>Franst die Kirche im alten Europa aus? Franse ist feminin. Das Wort kommt aus dem Lateinischen fimbria und bedeutet seit Cicero Troddel am Gewand. Das Franzband wird zum Ledereinband nach franz\u00f6sischer Art. Die Verpackung wird nun wichtiger als der Inhalt. Aus der Franse entwickelte sich &#8222;Franzose&#8220;; das bedeutet &#8222;elegant, kultiviert&#8220;. Man lebt so &#8222;wie Gott in Frankreich!&#8220; Der biblische Gott ist wenig gefragt in Frankreich!<\/p>\n<p>Tr\u00e4ume sind wirkungsm\u00e4chtig! Wenn Christen keine Tr\u00e4ume mehr haben verkommen sie schnell zur &#8222;modernen Volksreligion Europas&#8220;. Am Anfang stand der Glaube (pistis) einer t\u00fcchtigen Gesch\u00e4ftsfrau, die mehr wollte als den unpers\u00f6nlichen Geldgott.<\/p>\n<p>&#8222;Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie n\u00f6tigte uns.&#8220;<\/p>\n<p>Auch unerf\u00fcllte Tr\u00e4ume sind wirkungsm\u00e4chtig. Deshalb lasset uns tr\u00e4umen wie Martin Luther King: &#8222;Ich tr\u00e4ume davon, dass eines Tages der Krieg ein Ende nehmen wird, dass die M\u00e4nner ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spie\u00dfe zu Sicheln machen, dass kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und nicht mehr kriegen lernen wird (&#8230;) Ich tr\u00e4ume noch immer davon, dass wir mit diesem Glauben imstande sein werden, den Rat der Hoffnungslosigkeit zu vertagen und neues Licht in die Dunkelkammern des Pessimismus zu bringen. Mit diesem Glauben wird es uns gelingen, den Tag schneller herbeizuf\u00fchren, dann dem Frieden auf erden ist. Es wird ein ruhmvoller Tag sein, die Morgensterne werden miteinander singen und alle Kinder Gottes vor Freude jauchzen&#8220;.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dogmatische und homiletische Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Das Evangelium kennt keine Grenzen. In der Geschichte der Ausbreitung des christlichen Glaubens seit nunmehr 2000 Jahren begegnen uns Frauen und M\u00e4nner, die in ihrem Leben m\u00fchsam lernen mu\u00dften, geographische, soziale, kulturelle und sprachliche Grenzen zu \u00fcberschreiten. Am Anfang steht meistens ein &#8222;Gesicht&#8220; (Erscheinung, Vision).<\/p>\n<p><strong>Gesichter und Visionen in der Bibel<\/strong><\/p>\n<p>Erscheinungen (Gesichter, Tr\u00e4ume und Visionen) haben ihren festen Platz in der biblischen Geschichte. So lesen wir in 2. Mose 3,3: &#8222;Da sprach er (Mose): Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt&#8220;. Mit dieser Erscheinung beginnt der lange Marsch aus der grausamen Unterdr\u00fcckung in \u00c4gypten zur Freiheit in Kanaan. In der Mitte des Langen Marsches zur Freiheit, zeigte eine neue Erscheinung am Sinai &#8222;wo es lange gehen soll&#8220;. Die Zehn Gebote wurden zur Wegweisung des Lebens und gipfeln in der Aufforderung: &#8222;Lass dir die Sehnsucht nicht ausreden!<\/p>\n<p>Am Anfang der neutestamentlichen Geschichte hatte Zacharias eine Erscheinung im Tempel: &#8222;Und er winkte ihnen und blieb stumm&#8220;. (Lk 1,22) Jesus gebot seinen drei Begleitern, nachdem sie vom Berg der Verkl\u00e4rung hinabgestiegen waren in die Niederungen des Alltags: &#8222;Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist&#8220;. Auch im Zusammenhang mit der Auferstehung Jesu ist von einer Erscheinung die Rede: &#8222;Sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe (&#8230;) Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!&#8220; (Lk 24,23+36)<\/p>\n<p>Auch die erste schwerwiegende Entscheidung der fr\u00fchen Kirche wurde durch eine Erscheinung vorbereitet: der r\u00f6mische Offizier Kornelius &#8222;hatte eine Erscheinung um die neunte Stunde am Tage und sah deutlich einen Engel Gottes bei sich eintreten; der sprach zu ihm: Kornelius! (&#8230;) Als aber Petrus noch ratlos war, was die Erscheinung bedeute, die er gesehen hatte, siehe, da fragten die M\u00e4nner, von Kornelius gesandt, nach dem Haus Simons und standen an der T\u00fcr. (Apg 10,3, 17,19). Die Vision wird dann gedeutet: &#8222;Ich sah etwas wie ein gro\u00dfes leinenes Tuch herabkommen, an vier Zipfeln niedergelassen vom Himmel; das kam bis zu mir&#8220;. So wurde der Weg frei gemacht f\u00fcr die Mission unter den (Heiden) V\u00f6lkern. Eine Erscheinung ebnete den Weg zur n\u00e4chsten Grenz\u00fcberschreitung des Evangeliums nach Europa: &#8222;Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus Mazedonien stand da und bat ihn: Komm her\u00fcber nach Mazedonien und hilf uns! Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Mazedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen. (Apg 16,9+10) Theophanien werden im Neuen Testament nicht bezeugt. Dagegen sind im Zusammenhang mit dem Kommen Jesu, der Versuchung, der Passion, der Auferstehung Erscheinungen von Engeln erw\u00e4hnt. In Vorberichten finden wir Offenbarungstr\u00e4ume, aber niemals wird der Auferstandene im Traum erlebt, sondern es wird von Gesichtern berichtet. Gott wird nicht sichtbar, sondern offenbar (Michaelis, THWb, V, 370). Wichtig ist die Erfahrung der Person des Auferstandenen. Diese Begegnung mit der Person des Gekreuzigten und Auferstandenen f\u00fchren zu Glauben, Verpflichtung, Zeugnis und Sendung.<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Prof. Dr. Karl Rennstich<br \/>\n<a href=\"mailto:kwrennstich@gmx.de\">E-Mail: kwrennstich@gmx.de<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger\u00a0Predigten im Internet\u00a0hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Sexagesimae, 3. Februar 2002 Predigt \u00fcber Apostelgeschichte 16,9-15, verfa\u00dft von Prof. Dr.\u00a0Karl Rennstich Vor\u00fcberlegungen (nach der Predigt) Liebe Gemeinde! Was ist eine Vision? 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