{"id":9047,"date":"2002-02-07T19:49:59","date_gmt":"2002-02-07T18:49:59","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9047"},"modified":"2025-04-19T14:51:48","modified_gmt":"2025-04-19T12:51:48","slug":"jesaja-58-2-9a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-58-2-9a\/","title":{"rendered":"Jesaja 58, 2-9a"},"content":{"rendered":"<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Die gereimte Faschingspredigt | <\/span><\/b><b><span style=\"color: #000099;\">Estomihi | <\/span><span style=\"color: #000099;\">10. Februar 2002 | Jesaja 58, 2-9a | Hansj\u00f6rg Biener |<br \/>\n<\/span><\/b><\/h3>\n<p><b>0. Jesaja 58,2-9a<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Warum&#8220;, so fragt einst Israel, \/ &#8222;ist Gott bei uns denn\u00a0nicht zur Stell,<br \/>\nwenn seinem Volk es schlecht ergeht \/ und alles fast schon ist zu sp\u00e4t.&#8220;<br \/>\nAls Antwort auf so manche Plage \/ gab&#8217;s offizielle Fastentage.<br \/>\nDoch Israel war unzufrieden, \/ wenn diesen kein Erfolg beschieden:<br \/>\n&#8222;Wir rufen Gottesdienste aus, \/ doch Gott ist scheinbar au\u00dfer\u00a0Haus.<br \/>\nWir sind doch alle angetreten, \/ warum h\u00f6rt Gott nicht unser Beten?<br \/>\nWir schreiben uns ein Fasten vor \/ und finden doch nicht Gottes Ohr.<br \/>\nWir machen uns in Demut klein, \/ &#8211; warum will Gott nicht mit uns sein?&#8220;<\/p>\n<p><em>&#8222;Sie suchen mich t\u00e4glich und begehren, meine Wege zu wissen, als w\u00e4ren sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen h\u00e4tte. Sie fordern von mir Recht, sie begehren, da\u00df Gott sich nahe. Warum fasten wir, und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib, und du willst&#8217;s nicht wissen? Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Gesch\u00e4ften nach und bedr\u00fcckt alle eure Arbeiter. Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der H\u00f6he geh\u00f6rt\u00a0werden soll. Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf h\u00e4ngen l\u00e4\u00dft wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der Herr Wohlgefallen hat? Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: La\u00df los, die du mit Unrecht gebunden hast, la\u00df ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedr\u00fcckst, rei\u00df jedes Joch weg! Brich dem Hungrigen dein Brot, und, die im Elend ohne Obdach sind, f\u00fchre ins Haus! Wo du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht\u00a0deinem Fleisch und Blut. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenr\u00f6te, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschlie\u00dfen. Dann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.&#8220; (Jesaja 58,2- 9a)<\/em><\/p>\n<p><b>1. &#8222;Gott sei mit uns&#8220; &#8211; der Wunsch damals und heute <\/b><\/p>\n<p>Damit scheint nun erst einmal klar, \/ das Fasten nicht ganz ernsthaft\u00a0war.<br \/>\nSo jedenfalls, sieht&#8217;s der Prophet, \/ dem es um echten Glauben geht.<br \/>\n&#8222;Habt Ihr ein Recht, zu Gott zu flehn, \/ wenn er muss so viel Unrecht\u00a0sehn?<br \/>\nGott zieht Ihr Menschen vor Gericht, \/ nur Euer Unrecht seht Ihr nicht.<br \/>\nIhr k\u00f6nnt nicht in den Tempel rennen \/ und Euren Alltag davon trennen.<br \/>\nWer andre Menschen schwer bedr\u00fcckt, \/ sich selbst vor Gott ins Unrecht\u00a0r\u00fcckt.<br \/>\nEs kann nicht fromm im Tempel sein, \/ wer vor der T\u00fcr schl\u00e4gt\u00a0gottlos drein,<br \/>\nwer dann im Alltag Messer wetzt \/ und r\u00fccksichtslos sein Ziel durchsetzt.<\/p>\n<p>Wollt Ihr durch Gott Ver\u00e4ndrung sehn, \/ muss es auch Euch um Bessrung\u00a0gehn.<br \/>\nGott will von Euch ein andres Fasten: \/ Ihr sollt die armen Leut entlasten.<br \/>\nWer hungrig ist, soll etwas essen \/ und seine Not schon bald vergessen.<br \/>\nWenn ihr ihm helft zur\u00fcck ins Leben, \/ soll es nicht Wucherzinsen\u00a0geben.<br \/>\nEs sieht Euch Gott in Gnaden an, \/ wenn jemand wieder lachen kann,<br \/>\nweil Ihr bei einer Lebenslast \/ ihm hilfreich unter Arme fasst.<br \/>\nEntzieh dich nicht Deim Fleisch und Blut! \/ Versorge Deine Eltern gut,<br \/>\nund wenn Du Kinder hast gemacht, \/ dann gib auf ihre Zukunft Acht.&#8220;<\/p>\n<p>Doch auch bei uns liegt Fr\u00f6mmigkeit \/ im Streit mit Alltagswirklichkeit.<br \/>\nMan meint, es muss auf allem Tun \/ von selber auch ein Segen ruhn.<br \/>\n&#8222;Ich will doch nur mein St\u00fcck vom Gl\u00fcck \/ und weiche keinen\u00a0Schritt zur\u00fcck.<br \/>\nIch will&#8217;s&#8220;, sagt man und ist gekr\u00e4nkt, \/ wenn Gott nicht seinen\u00a0Segen schenkt.<br \/>\nGing&#8217;s fr\u00fcher um die harte Faust, \/ man heute noch ganz anders haust.<br \/>\nWir haben heute viel mehr Waffen \/ und k\u00f6nnen viel mehr Ungl\u00fcck\u00a0schaffen.<br \/>\n&#8222;Gott, sei mit uns&#8220;, es w\u00e4re sch\u00f6n, \/ w\u00fcrd dies\u00a0auch in Erf\u00fcllung gehn.<br \/>\nDie Menschen liegen Gott im Ohr, \/ doch er h\u00e4lt uns den Spiegel vor.<\/p>\n<p><b>2. &#8222;Gott sei mit uns&#8220; in der Welt&#8230;<\/b><\/p>\n<p><b>2.0<br \/>\n<\/b> Wo man beansprucht gutes Recht \/ geht es den andern meistens schlecht.<\/p>\n<p>Man kann doch immer Gr\u00fcnde finden, \/ um seine Ziele zu begr\u00fcnden.<br \/>\nBesonders \u00fcbel ist es schon, \/ kommt Schlechtes her mit Religion.<br \/>\nAuch wer sich selbst sieht recht-geleitet, \/ manch B\u00f6ses in der Welt\u00a0verbreitet.<br \/>\nMan ruft den Namen Gottes an \/ und meint, es w\u00e4r damit getan,<br \/>\nwenn Gott man in dem Munde f\u00fchrt \/ und Glaube so zum Werkzeug wird.<br \/>\nWo man beschw\u00f6rt die Schicksalsmacht, \/ bricht bald herab die dunkle\u00a0Nacht.<br \/>\n&#8222;Gott sei mit uns&#8220;, sagt mancher Mann, \/ und fasst das Koppelschloss\u00a0fest an.<\/p>\n<p><b>2.1 Kein Land f\u00fcr Frieden<br \/>\n<\/b> So war es, als am deutschen Wesen \/ sollt Deutschland und die Welt\u00a0genesen.<br \/>\nF\u00fcr Juden war das ganz fatal, \/ von S\u00fcdfrankreich bis zum Ural.<br \/>\nAls Antwort auf den Massenmord, \/ wollt man zur\u00fcck an jenen Ort,<br \/>\nden Gott seit jeher h\u00e4tt versprochen \/ und seinen Bund doch nicht\u00a0gebrochen.<br \/>\n&#8222;Wir wollen nie mehr Opfer sein \/ und richten einen Staat uns ein.&#8220;<br \/>\nMan will zur\u00fcck, das ist bekannt \/ nach Israel, ins Heilge Land.<br \/>\nDie UNO hat sich stets gedacht, \/ es w\u00e4r das Beste, wenn man macht<br \/>\naus dem Gebiet zwei eigne Staaten, \/ doch waren viele schlecht beraten.<\/p>\n<p>Gleich mehrfach brach schon los der Krieg \/ und endete mit Israels Sieg.<br \/>\nDoch nur den Frieden auch gewinnt, \/ wer mit Vers\u00f6hnung auch beginnt.<br \/>\nHa\u00df und Gewalt nur produziert, \/ wer fremden Glauben provoziert.<br \/>\nWo man auf heilgen Boden geht, \/ der gro\u00dfe \u00c4rger gleich ansteht.<br \/>\nDen Funken hat Sharon gelegt, \/ als er sich zur Moschee bewegt<br \/>\nund sagt: &#8222;Das hier ist mein Gebiet.&#8220; \/ Die Intifada er nicht\u00a0sieht,<br \/>\ndie seither tobt in Israel, \/ das stets mit Panzern ist zur Stell.<br \/>\nWo weiter zuschl\u00e4gt blanker Wahn, \/ kein Mensch mehr friedlich leben\u00a0kann.<\/p>\n<p><b>2.2 Die Bitterkeit des Islamismus<br \/>\n<\/b> In vielen L\u00e4ndern dieser Welt \/ man es neu mit dem Glauben h\u00e4lt.<br \/>\nIn fr\u00fchern Jahren nahm man an, \/ was von uns aus dem Westen kam.<br \/>\nDoch f\u00fchlen viele sich belogen \/ und um ihr Lebensrecht betrogen.<br \/>\nDer Westen ist nicht Leitkultur, \/ weil er gebracht hat Leiden nur.<br \/>\nEr hat die Erde ausgeraubt \/ und \u00d6ko-Sch\u00e4tze aufgeklaubt<br \/>\nund umgekehrt ganz ungeniert \/ den Giftm\u00fcll wieder exportiert.<br \/>\nUnd weil der Westen s\u00e4kular, \/ nahm man der Welt den Glauben gar.<br \/>\nDoch ist der letzte Kraft zum Leben, \/ wenn es denn geht ums \u00dcberleben.<\/p>\n<p>So wurde er jetzt neu entdeckt, \/ und viele Leute sind erweckt.<br \/>\nOsama bl\u00e4st zum Halali \/ und trifft die USA wie nie.<br \/>\nDas Pentagon? Das Wei\u00dfe Haus? \/ Die Ziele sucht genau er aus.<br \/>\nUnd weil der Westen liebt das Geld, \/ wird&#8217;s World Trade Center umgef\u00e4llt.<br \/>\nEs zeigt Osama seine Macht, \/ wenn&#8217;s Flugzeug in den Turm reinkracht.<br \/>\nschickt viele Menschen in den Tod \/ und bringt damit nur neue Not.<br \/>\nEr zieht aus in den Heilgen Krieg \/ und proklamiert hier Gottes Sieg.<br \/>\n&#8222;Gott ist mit mir&#8220;, so denkt er sich \/ und irrt sich doch wohl<br \/>\nf\u00fcrchterlich.<\/p>\n<p><b>2.3 Der Gegenterror des Westens<br \/>\n<\/b> Bush ruft die Welt zum Kreuzzug auf, \/ und die Gewalt nimmt weiter\u00a0Lauf.<br \/>\nEs g\u00e4be eine bessre Welt, \/ wenn man die Terroristen stellt,<br \/>\nund auch die Bundeswehr ist da, \/ f\u00e4hrt B\u00f6\u00f6tchen vor Somalia.<br \/>\nSelbst wenn der Sieg f\u00e4llt in den Scho\u00df, \/ ist doch die Zahl\u00a0der Opfer gro\u00df.<br \/>\n&#8222;Gott will es&#8220;, riefen einst Kreuzritter, \/ f\u00fcr alle andern\u00a0wurd es bitter.<br \/>\nDamit der Weg sich wirklich lohnt, \/ wird keiner in der Stadt verschont,<br \/>\nso dass man dann in Jesu Stadt \/ auch Christen hingemetzelt hat.<br \/>\nIn Deutschland hat man&#8217;s schon erkannt \/ und &#8222;Kreuzzug&#8220; zum\u00a0Unwort ernannt.<\/p>\n<p>Man nennt das jetzt &#8222;kollateral&#8220;, \/ wenn einen Falschen trifft\u00a0die Qual.<br \/>\nEs hatten viele einen Schaden \/ bei dieser Hatz auf den bin Laden.<br \/>\nDie Taliban war eine Plage, \/ da gibt es sicher keine Frage,<br \/>\ndoch fragt sich, ob Afghanistan \/ ist heute so viel besser dran.<br \/>\nSelbst wenn man f\u00fchrt gerechte Kriege, \/ erringt man schnell nur\u00a0Pyrrhus-Siege.<br \/>\nVom Paradies trennen uns Welten, \/ will man den Terror so vergelten,<br \/>\nbringt keinen Frieden in das Land, \/ steht letztlich da mit leerer Hand.<br \/>\nOsama fiel die Flucht nicht schwer, \/ ist er doch schlie\u00dflich Milliard\u00e4r.<\/p>\n<p><b>2.0<br \/>\n<\/b> &#8222;Gott will&#8217;s&#8220;, so meinte wohl Sharon. \/ &#8222;Gott will&#8217;s&#8220;\u00a0sagt sich im selben Ton,<br \/>\nOsama, den jetzt jeder kennt. \/ &#8222;Gott will&#8220;, sagt auch der Pr\u00e4sident,<br \/>\n&#8222;dass ich den Krieg als Antwort w\u00e4hle \/ und jage ihn aus seiner\u00a0H\u00f6hle.&#8220;<br \/>\nSie halten Gottes Fahne hoch \/ und meinen dann, es m\u00fcsste doch<br \/>\ngrad mit dem Teufel dann zugehn, \/ wenn sie nicht auch Erfolge sehn.<br \/>\nSie glauben, sie sind fromme Leute, \/ und sind des Wahnsinns fette Beute.<br \/>\nWenn&#8217;s geht um Selbstgerechtigkeit \/ sind Mord und Totschlag niemals weit,<br \/>\nDoch ist nicht Gott dabei der Herr,\/ das Argument f\u00e4llt mir nicht<br \/>\nschwer.<\/p>\n<p>Ob Jude, Muslim oder Christ, \/ der eine Gott uns wichtig ist.<br \/>\nMit diesem Gott sich nicht entschuldigt, \/ wer eigentlich dem Kriegsgott\u00a0huldigt.<br \/>\nIst Gott, der Sch\u00f6pfer dieser Welt, \/ der sie uns Tag f\u00fcr Tag\u00a0erh\u00e4lt,<br \/>\ndenn wirklich daran intressiert, \/ dass man die andren massakriert?<br \/>\nSo scheint es mir besonders dreist, \/ wenn f\u00fcr Gewalt man auf Gott\u00a0weist.<br \/>\nGanz offenbar daneben liegt, \/ wer in die Heilgen Kriege zieht,<br \/>\nsorgt nur daf\u00fcr, dass Menschen hassen \/ und freien Lauf dem B\u00f6sen\u00a0lassen.<br \/>\nWer Unrecht will mit Gott begr\u00fcnden, \/ der steigert unermesslich\u00a0S\u00fcnden.<\/p>\n<p><b>3. &#8230;und bei uns<\/b><\/p>\n<p><b>3.0<br \/>\n<\/b> Dass es bei uns kaum besser steht, \/ wird klar, wenn Ihr auf Deutschland\u00a0seht.<br \/>\nEs gab geschichtliche Erfahrung \/ der tiefen Einsicht neue Nahrung,<br \/>\ndass alles Trachten irref\u00fchrt, \/ wenn&#8217;s nicht durch Gott gebunden\u00a0wird.<br \/>\n&#8222;So wahr Gott helfe&#8220;, in dem Streben \/ l\u00e4sst sich&#8217;s in\u00a0Deutschland ganz gut leben.<br \/>\nDamit nicht Falsches wird getrieben \/ hat man&#8217;s ins Grundgesetz geschrieben,<br \/>\ndass man vor Gott will nun versprechen, \/ die Menschenw\u00fcrde nicht\u00a0zu brechen.<br \/>\nNur dumm, dass sie doch dann und wann \/ doch angetastet werden kann.<br \/>\nDrum zieh ich jetzt auch aus die Linie \/ zu Arbeit, Armut und Familie<\/p>\n<p><b>3.1 Arbeit<\/b><br \/>\nEs ist die Arbeitslosigkeit \/ das gro\u00dfe Thema dieser Zeit.<br \/>\nShareholder value nennt man&#8217;s dreist, \/ wenn Arbeitern die T\u00fcr man\u00a0weist<br \/>\nAls Spitze gilt und als geschickt, \/ wer Menschen auf die Stra\u00dfe\u00a0schickt.<br \/>\nDabei liegt Wert doch nicht in Sachen, \/ viel mehr in denen, die was machen,<\/p>\n<p>dass Menschen haben t\u00e4glich Brot \/ und sie nicht st\u00fcrzen in\u00a0die Not.<br \/>\nEs wettet mancher B\u00f6rsenhai \/ und f\u00fchlt sich von Verpflichtung\u00a0frei<br \/>\nauf Kurse und auf manchen Preis, \/ stimmt der noch nicht, wird ihm nicht\u00a0hei\u00df.<br \/>\nEs wird gedreht, es wird getrickst. \/ Der kleine Mann denkt sich: &#8222;Verflixt.<br \/>\nAn diese Leut geht man nicht hin, \/ versteuert nicht deren Gewinn.&#8220;<\/p>\n<p>Wenn Geld an B\u00f6rsen man verbrennt, \/ man dies die &#8222;neue Wirtschaft&#8220;\u00a0nennt.<br \/>\nEs kommt der Abschwung irgendwann \/ und trifft dann auch den kleinen Mann,<br \/>\nwenn gro\u00dfe und auch kleine Leute \/ nur suchen eine fette Beute.<br \/>\nWenn Aktien fallen in den Keller \/ sehn sie nicht einen roten Heller.<br \/>\nWie soll man f\u00fcr die Zukunft sorgen, \/ wenn man nicht wei\u00df,\u00a0wo stehn sie morgen.<br \/>\nKursst\u00fcrze hin, Kursschwankung her, \/ wie`s weitergeht, wei\u00df\u00a0keiner mehr<br \/>\nEs schweigt der Makler ganz betreten. \/ St\u00fcrzt ab der Kurs, hilft\u00a0nur noch beten.<br \/>\nHat man zuvor noch profitiert, \/ wird Gott als Anker aktiviert.<\/p>\n<p><b>3.2 Die Armut in der einen Welt<\/b><br \/>\nWie soll Gott seinen Segen legen, \/ wenn er doch eigentlich ist gegen<br \/>\nall die Ausbeutung in der Welt, \/ wo mancher nur die Euros z\u00e4hlt.<br \/>\nWarum soll Gott zu denen halten, \/ die seine Welt nicht gut verwalten,<br \/>\ndie gar nicht sehn, was er gegeben, \/ und beuten aus das fremde Leben.<br \/>\nDamals war&#8217;s fremde Muskelkraft, \/ und heute man noch andres schafft.<br \/>\nWo einst der Sklave sichtbar war, \/ sind heut die Opfer unsichtbar.<br \/>\nSie leben in der Dritten Welt, \/ wo grad noch \u00dcberleben z\u00e4hlt.<br \/>\nDie Vierte Welt zahlt unsre Kosten, \/ und steht ganz auf verlornem Posten.<\/p>\n<p>Die Zinsen sind fest ausgemacht. \/ Die Schulden dr\u00fccken, dass es\u00a0kracht<br \/>\ndie armen L\u00e4nder dieser Welt. \/ Der Westen schreibt nicht ab das\u00a0Geld.<br \/>\nMan will&#8217;s den \u00c4rmsten nicht erlassen. \/ Das k\u00f6nnen viele gar\u00a0nicht fassen,<br \/>\ndie in der Kirche engagiert \/ schon ahnen, wohin Unrecht f\u00fchrt.<br \/>\nWenn \u00f6ffnet sich die Wohlstandsschere, \/ gereicht&#8217;s dem Westen nicht\u00a0zur Ehre.<br \/>\nIn L\u00e4ndern gro\u00dfer Schuldenlast \/ man das Regime der Weltbank\u00a0hasst.<br \/>\nEs sehn die Armen einen Krieg \/ in solcher Wirtschaftspolitik.<br \/>\nWas lange w\u00e4hrt, wird nicht auch gut. \/ Was lange g\u00e4rt, wird<br \/>\nschlie\u00dflich Wut.<\/p>\n<p><b>3.3 Familie<\/b><br \/>\nNach Regeln des Zusammenlebens \/ sucht leider man zu oft vergebens.<br \/>\nEs schw\u00e4chelt die soziale Bindung, \/ fehlt der Familie die Begr\u00fcndung.<br \/>\nWird auf die Treu nichts mehr gegeben, \/ soll jeder wie ein Luder leben.<br \/>\nDie Fernsehsender machen Quoten \/ mit diesem Stoff und andren Zoten.<br \/>\nAm Nachmittag wird ungebeten \/ ein jeder Schwachsinn breitgetreten.<br \/>\nUnd wenn es geht auf Mitternacht \/ wird Null-Hundert-Neunzig 666 gebracht.<br \/>\nDoch geht die Liebe nicht mehr richtig, \/ ist auch der Sex nicht mehr\u00a0so wichtig.<\/p>\n<p>Ein neuer Weg ist eingel\u00e4utet, \/ wie man die Menschen noch ausbeutet.<br \/>\nEs wird geforscht, es wird geklont, \/ egal ob sich der Aufwand lohnt.<br \/>\nMan hat die Stammzellen entdeckt, \/ das Leben wird noch mehr verzweckt.<br \/>\nDer eine Embyro wird leben, \/ der andre Forschern \u00fcbergeben.<br \/>\nWer nicht mit forscht, gilt als Versager. \/ Dein Bruder &#8211; dein Ersatzteillager.<br \/>\nVor diesem Mehrling graut mir schon: \/ ein B\u00fcbchen, M\u00e4dchen\u00a0und ein Klon<br \/>\n&#8222;Gott im Himmel hat an allen \/ seine Lust, sein Wohlgefallen;<br \/>\nkennt auch dich und hat dich lieb, \/ kennt auch dich und hat dich lieb.&#8220;<br \/>\n(Wei\u00dft du, wieviel Sternlein stehen&#8230; EG 511,3)<\/p>\n<p><b>3.0<\/b><br \/>\nEs geht nicht nur ums Kritisieren. \/ Gott will uns bessre Wege f\u00fchren.<br \/>\nMan kann die Welt und Gott nicht trennen, \/ nicht einerseits den Heilgen\u00a0nennen<br \/>\nund andrerseits die andern qu\u00e4len. \/ Wer Segen will, der muss auch\u00a0w\u00e4hlen.<br \/>\nGerechtigkeit in dieser Welt \/ ist, was f\u00fcr Gott und Menschen z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>An Gott gebunden muss man wagen, \/ auch mal ein klares Wort zu sagen.<br \/>\nEs m\u00fcssen alle sich benehmen \/ und nicht dem andern Leben nehmen.<br \/>\nEs sprachen h\u00e4ufig die Propheten: \/ Ihr sollt nicht nur mit Worten\u00a0beten,<br \/>\nes muss auch passen Euer Tun. \/ Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Dr. Hansj\u00f6rg Biener<br \/>\nNeulichtenhofstr. 7<br \/>\n90461 N\u00fcrnberg<br \/>\n<a href=\"mailto:Hansjoerg.Biener@asamnet.de\">Hansjoerg.Biener@asamnet.de<\/a><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger<br \/>\nPredigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">Estomihi<\/span><span style=\"color: #000099;\">,<br \/>\n10. Februar 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber Jesaja 58, 2-9a, verfa\u00dft von Hansj\u00f6rg Biener<br \/>\nDie gereimte Faschingspredigt<\/span> <\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>0. Jesaja 58,2-9a<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Warum&#8220;, so fragt einst Israel, \/ &#8222;ist Gott bei uns denn<br \/>\nnicht zur Stell,<br \/>\nwenn seinem Volk es schlecht ergeht \/ und alles fast schon ist zu sp\u00e4t.&#8220;<br \/>\nAls Antwort auf so manche Plage \/ gab&#8217;s offizielle Fastentage.<br \/>\nDoch Israel war unzufrieden, \/ wenn diesen kein Erfolg beschieden:<br \/>\n&#8222;Wir rufen Gottesdienste aus, \/ doch Gott ist scheinbar au\u00dfer<br \/>\nHaus.<br \/>\nWir sind doch alle angetreten, \/ warum h\u00f6rt Gott nicht unser Beten?<br \/>\nWir schreiben uns ein Fasten vor \/ und finden doch nicht Gottes Ohr.<br \/>\nWir machen uns in Demut klein, \/ &#8211; warum will Gott nicht mit uns sein?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Sie suchen mich t\u00e4glich und begehren, meine Wege zu wissen,<br \/>\nals w\u00e4ren sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das<br \/>\nRecht seines Gottes nicht verlassen h\u00e4tte. Sie fordern von mir Recht,<br \/>\nsie begehren, da\u00df Gott sich nahe.<br \/>\nWarum fasten wir, und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren<br \/>\nLeib, und du willst&#8217;s nicht wissen?<br \/>\nSiehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Gesch\u00e4ften<br \/>\nnach und bedr\u00fcckt alle eure Arbeiter. Siehe, wenn ihr fastet, hadert<br \/>\nund zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so<br \/>\nfasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der H\u00f6he geh\u00f6rt<br \/>\nwerden soll.<br \/>\nSoll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man<br \/>\nsich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf h\u00e4ngen l\u00e4\u00dft<br \/>\nwie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten<br \/>\nnennen und einen Tag, an dem der Herr Wohlgefallen hat?<br \/>\nDas aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: La\u00df los, die<br \/>\ndu mit Unrecht gebunden hast, la\u00df ledig, auf die du das Joch gelegt<br \/>\nhast! Gib frei, die du bedr\u00fcckst, rei\u00df jedes Joch weg! Brich<br \/>\ndem Hungrigen dein Brot, und, die im Elend ohne Obdach sind, f\u00fchre<br \/>\nins Haus! Wo du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht<br \/>\ndeinem Fleisch und Blut.<br \/>\nDann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenr\u00f6te, und deine<br \/>\nHeilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor<br \/>\ndir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschlie\u00dfen.<br \/>\nDann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist,<br \/>\nwird er sagen: Siehe, hier bin ich.&#8220; (Jesaja 58,2- 9a)<\/p>\n<p><b>1. &#8222;Gott sei mit uns&#8220; &#8211; der Wunsch damals und heute <\/b><\/p>\n<p>Damit scheint nun erst einmal klar, \/ das Fasten nicht ganz ernsthaft<br \/>\nwar.<br \/>\nSo jedenfalls, sieht&#8217;s der Prophet, \/ dem es um echten Glauben geht.<br \/>\n&#8222;Habt Ihr ein Recht, zu Gott zu flehn, \/ wenn er muss so viel Unrecht<br \/>\nsehn?<br \/>\nGott zieht Ihr Menschen vor Gericht, \/ nur Euer Unrecht seht Ihr nicht.<br \/>\nIhr k\u00f6nnt nicht in den Tempel rennen \/ und Euren Alltag davon trennen.<br \/>\nWer andre Menschen schwer bedr\u00fcckt, \/ sich selbst vor Gott ins Unrecht<br \/>\nr\u00fcckt.<br \/>\nEs kann nicht fromm im Tempel sein, \/ wer vor der T\u00fcr schl\u00e4gt<br \/>\ngottlos drein,<br \/>\nwer dann im Alltag Messer wetzt \/ und r\u00fccksichtslos sein Ziel durchsetzt.<\/p>\n<p>Wollt Ihr durch Gott Ver\u00e4ndrung sehn, \/ muss es auch Euch um Bessrung<br \/>\ngehn.<br \/>\nGott will von Euch ein andres Fasten: \/ Ihr sollt die armen Leut entlasten.<br \/>\nWer hungrig ist, soll etwas essen \/ und seine Not schon bald vergessen.<br \/>\nWenn ihr ihm helft zur\u00fcck ins Leben, \/ soll es nicht Wucherzinsen<br \/>\ngeben.<br \/>\nEs sieht Euch Gott in Gnaden an, \/ wenn jemand wieder lachen kann,<br \/>\nweil Ihr bei einer Lebenslast \/ ihm hilfreich unter Arme fasst.<br \/>\nEntzieh dich nicht Deim Fleisch und Blut! \/ Versorge Deine Eltern gut,<br \/>\nund wenn Du Kinder hast gemacht, \/ dann gib auf ihre Zukunft Acht.&#8220;<\/p>\n<p>Doch auch bei uns liegt Fr\u00f6mmigkeit \/ im Streit mit Alltagswirklichkeit.<br \/>\nMan meint, es muss auf allem Tun \/ von selber auch ein Segen ruhn.<br \/>\n&#8222;Ich will doch nur mein St\u00fcck vom Gl\u00fcck \/ und weiche keinen<br \/>\nSchritt zur\u00fcck.<br \/>\nIch will&#8217;s&#8220;, sagt man und ist gekr\u00e4nkt, \/ wenn Gott nicht seinen<br \/>\nSegen schenkt.<br \/>\nGing&#8217;s fr\u00fcher um die harte Faust, \/ man heute noch ganz anders haust.<br \/>\nWir haben heute viel mehr Waffen \/ und k\u00f6nnen viel mehr Ungl\u00fcck<br \/>\nschaffen.<br \/>\n&#8222;Gott, sei mit uns&#8220;, es w\u00e4re sch\u00f6n, \/ w\u00fcrd dies<br \/>\nauch in Erf\u00fcllung gehn.<br \/>\nDie Menschen liegen Gott im Ohr, \/ doch er h\u00e4lt uns den Spiegel vor.<\/p>\n<p><b>2. &#8222;Gott sei mit uns&#8220; in der Welt&#8230;<\/b><\/p>\n<p><b>2.0<br \/>\n<\/b> Wo man beansprucht gutes Recht \/ geht es den andern meistens schlecht.<\/p>\n<p>Man kann doch immer Gr\u00fcnde finden, \/ um seine Ziele zu begr\u00fcnden.<br \/>\nBesonders \u00fcbel ist es schon, \/ kommt Schlechtes her mit Religion.<br \/>\nAuch wer sich selbst sieht recht-geleitet, \/ manch B\u00f6ses in der Welt<br \/>\nverbreitet.<br \/>\nMan ruft den Namen Gottes an \/ und meint, es w\u00e4r damit getan,<br \/>\nwenn Gott man in dem Munde f\u00fchrt \/ und Glaube so zum Werkzeug wird.<br \/>\nWo man beschw\u00f6rt die Schicksalsmacht, \/ bricht bald herab die dunkle<br \/>\nNacht.<br \/>\n&#8222;Gott sei mit uns&#8220;, sagt mancher Mann, \/ und fasst das Koppelschloss<br \/>\nfest an.<\/p>\n<p><b>2.1 Kein Land f\u00fcr Frieden<br \/>\n<\/b> So war es, als am deutschen Wesen \/ sollt Deutschland und die Welt<br \/>\ngenesen.<br \/>\nF\u00fcr Juden war das ganz fatal, \/ von S\u00fcdfrankreich bis zum Ural.<br \/>\nAls Antwort auf den Massenmord, \/ wollt man zur\u00fcck an jenen Ort,<br \/>\nden Gott seit jeher h\u00e4tt versprochen \/ und seinen Bund doch nicht<br \/>\ngebrochen.<br \/>\n&#8222;Wir wollen nie mehr Opfer sein \/ und richten einen Staat uns ein.&#8220;<br \/>\nMan will zur\u00fcck, das ist bekannt \/ nach Israel, ins Heilge Land.<br \/>\nDie UNO hat sich stets gedacht, \/ es w\u00e4r das Beste, wenn man macht<br \/>\naus dem Gebiet zwei eigne Staaten, \/ doch waren viele schlecht beraten.<\/p>\n<p>Gleich mehrfach brach schon los der Krieg \/ und endete mit Israels Sieg.<br \/>\nDoch nur den Frieden auch gewinnt, \/ wer mit Vers\u00f6hnung auch beginnt.<br \/>\nHa\u00df und Gewalt nur produziert, \/ wer fremden Glauben provoziert.<br \/>\nWo man auf heilgen Boden geht, \/ der gro\u00dfe \u00c4rger gleich ansteht.<br \/>\nDen Funken hat Sharon gelegt, \/ als er sich zur Moschee bewegt<br \/>\nund sagt: &#8222;Das hier ist mein Gebiet.&#8220; \/ Die Intifada er nicht<br \/>\nsieht,<br \/>\ndie seither tobt in Israel, \/ das stets mit Panzern ist zur Stell.<br \/>\nWo weiter zuschl\u00e4gt blanker Wahn, \/ kein Mensch mehr friedlich leben<br \/>\nkann.<\/p>\n<p><b>2.2 Die Bitterkeit des Islamismus<br \/>\n<\/b> In vielen L\u00e4ndern dieser Welt \/ man es neu mit dem Glauben h\u00e4lt.<br \/>\nIn fr\u00fchern Jahren nahm man an, \/ was von uns aus dem Westen kam.<br \/>\nDoch f\u00fchlen viele sich belogen \/ und um ihr Lebensrecht betrogen.<br \/>\nDer Westen ist nicht Leitkultur, \/ weil er gebracht hat Leiden nur.<br \/>\nEr hat die Erde ausgeraubt \/ und \u00d6ko-Sch\u00e4tze aufgeklaubt<br \/>\nund umgekehrt ganz ungeniert \/ den Giftm\u00fcll wieder exportiert.<br \/>\nUnd weil der Westen s\u00e4kular, \/ nahm man der Welt den Glauben gar.<br \/>\nDoch ist der letzte Kraft zum Leben, \/ wenn es denn geht ums \u00dcberleben.<\/p>\n<p>So wurde er jetzt neu entdeckt, \/ und viele Leute sind erweckt.<br \/>\nOsama bl\u00e4st zum Halali \/ und trifft die USA wie nie.<br \/>\nDas Pentagon? Das Wei\u00dfe Haus? \/ Die Ziele sucht genau er aus.<br \/>\nUnd weil der Westen liebt das Geld, \/ wird&#8217;s World Trade Center umgef\u00e4llt.<br \/>\nEs zeigt Osama seine Macht, \/ wenn&#8217;s Flugzeug in den Turm reinkracht.<br \/>\nschickt viele Menschen in den Tod \/ und bringt damit nur neue Not.<br \/>\nEr zieht aus in den Heilgen Krieg \/ und proklamiert hier Gottes Sieg.<br \/>\n&#8222;Gott ist mit mir&#8220;, so denkt er sich \/ und irrt sich doch wohl<br \/>\nf\u00fcrchterlich.<\/p>\n<p><b>2.3 Der Gegenterror des Westens<br \/>\n<\/b> Bush ruft die Welt zum Kreuzzug auf, \/ und die Gewalt nimmt weiter<br \/>\nLauf.<br \/>\nEs g\u00e4be eine bessre Welt, \/ wenn man die Terroristen stellt,<br \/>\nund auch die Bundeswehr ist da, \/ f\u00e4hrt B\u00f6\u00f6tchen vor Somalia.<br \/>\nSelbst wenn der Sieg f\u00e4llt in den Scho\u00df, \/ ist doch die Zahl<br \/>\nder Opfer gro\u00df.<br \/>\n&#8222;Gott will es&#8220;, riefen einst Kreuzritter, \/ f\u00fcr alle andern<br \/>\nwurd es bitter.<br \/>\nDamit der Weg sich wirklich lohnt, \/ wird keiner in der Stadt verschont,<br \/>\nso dass man dann in Jesu Stadt \/ auch Christen hingemetzelt hat.<br \/>\nIn Deutschland hat man&#8217;s schon erkannt \/ und &#8222;Kreuzzug&#8220; zum<br \/>\nUnwort ernannt.<\/p>\n<p>Man nennt das jetzt &#8222;kollateral&#8220;, \/ wenn einen Falschen trifft<br \/>\ndie Qual.<br \/>\nEs hatten viele einen Schaden \/ bei dieser Hatz auf den bin Laden.<br \/>\nDie Taliban war eine Plage, \/ da gibt es sicher keine Frage,<br \/>\ndoch fragt sich, ob Afghanistan \/ ist heute so viel besser dran.<br \/>\nSelbst wenn man f\u00fchrt gerechte Kriege, \/ erringt man schnell nur<br \/>\nPyrrhus-Siege.<br \/>\nVom Paradies trennen uns Welten, \/ will man den Terror so vergelten,<br \/>\nbringt keinen Frieden in das Land, \/ steht letztlich da mit leerer Hand.<br \/>\nOsama fiel die Flucht nicht schwer, \/ ist er doch schlie\u00dflich Milliard\u00e4r.<\/p>\n<p><b>2.0<br \/>\n<\/b> &#8222;Gott will&#8217;s&#8220;, so meinte wohl Sharon. \/ &#8222;Gott will&#8217;s&#8220;<br \/>\nsagt sich im selben Ton,<br \/>\nOsama, den jetzt jeder kennt. \/ &#8222;Gott will&#8220;, sagt auch der Pr\u00e4sident,<br \/>\n&#8222;dass ich den Krieg als Antwort w\u00e4hle \/ und jage ihn aus seiner<br \/>\nH\u00f6hle.&#8220;<br \/>\nSie halten Gottes Fahne hoch \/ und meinen dann, es m\u00fcsste doch<br \/>\ngrad mit dem Teufel dann zugehn, \/ wenn sie nicht auch Erfolge sehn.<br \/>\nSie glauben, sie sind fromme Leute, \/ und sind des Wahnsinns fette Beute.<br \/>\nWenn&#8217;s geht um Selbstgerechtigkeit \/ sind Mord und Totschlag niemals weit,<br \/>\nDoch ist nicht Gott dabei der Herr,\/ das Argument f\u00e4llt mir nicht<br \/>\nschwer.<\/p>\n<p>Ob Jude, Muslim oder Christ, \/ der eine Gott uns wichtig ist.<br \/>\nMit diesem Gott sich nicht entschuldigt, \/ wer eigentlich dem Kriegsgott<br \/>\nhuldigt.<br \/>\nIst Gott, der Sch\u00f6pfer dieser Welt, \/ der sie uns Tag f\u00fcr Tag<br \/>\nerh\u00e4lt,<br \/>\ndenn wirklich daran intressiert, \/ dass man die andren massakriert?<br \/>\nSo scheint es mir besonders dreist, \/ wenn f\u00fcr Gewalt man auf Gott<br \/>\nweist.<br \/>\nGanz offenbar daneben liegt, \/ wer in die Heilgen Kriege zieht,<br \/>\nsorgt nur daf\u00fcr, dass Menschen hassen \/ und freien Lauf dem B\u00f6sen<br \/>\nlassen.<br \/>\nWer Unrecht will mit Gott begr\u00fcnden, \/ der steigert unermesslich<br \/>\nS\u00fcnden.<\/p>\n<p><b>3. &#8230;und bei uns<\/b><\/p>\n<p><b>3.0<br \/>\n<\/b> Dass es bei uns kaum besser steht, \/ wird klar, wenn Ihr auf Deutschland<br \/>\nseht.<br \/>\nEs gab geschichtliche Erfahrung \/ der tiefen Einsicht neue Nahrung,<br \/>\ndass alles Trachten irref\u00fchrt, \/ wenn&#8217;s nicht durch Gott gebunden<br \/>\nwird.<br \/>\n&#8222;So wahr Gott helfe&#8220;, in dem Streben \/ l\u00e4sst sich&#8217;s in<br \/>\nDeutschland ganz gut leben.<br \/>\nDamit nicht Falsches wird getrieben \/ hat man&#8217;s ins Grundgesetz geschrieben,<br \/>\ndass man vor Gott will nun versprechen, \/ die Menschenw\u00fcrde nicht<br \/>\nzu brechen.<br \/>\nNur dumm, dass sie doch dann und wann \/ doch angetastet werden kann.<br \/>\nDrum zieh ich jetzt auch aus die Linie \/ zu Arbeit, Armut und Familie<\/p>\n<p><b>3.1 Arbeit<\/b><br \/>\nEs ist die Arbeitslosigkeit \/ das gro\u00dfe Thema dieser Zeit.<br \/>\nShareholder value nennt man&#8217;s dreist, \/ wenn Arbeitern die T\u00fcr man<br \/>\nweist<br \/>\nAls Spitze gilt und als geschickt, \/ wer Menschen auf die Stra\u00dfe<br \/>\nschickt.<br \/>\nDabei liegt Wert doch nicht in Sachen, \/ viel mehr in denen, die was machen,<\/p>\n<p>dass Menschen haben t\u00e4glich Brot \/ und sie nicht st\u00fcrzen in<br \/>\ndie Not.<br \/>\nEs wettet mancher B\u00f6rsenhai \/ und f\u00fchlt sich von Verpflichtung<br \/>\nfrei<br \/>\nauf Kurse und auf manchen Preis, \/ stimmt der noch nicht, wird ihm nicht<br \/>\nhei\u00df.<br \/>\nEs wird gedreht, es wird getrickst. \/ Der kleine Mann denkt sich: &#8222;Verflixt.<br \/>\nAn diese Leut geht man nicht hin, \/ versteuert nicht deren Gewinn.&#8220;<\/p>\n<p>Wenn Geld an B\u00f6rsen man verbrennt, \/ man dies die &#8222;neue Wirtschaft&#8220;<br \/>\nnennt.<br \/>\nEs kommt der Abschwung irgendwann \/ und trifft dann auch den kleinen Mann,<br \/>\nwenn gro\u00dfe und auch kleine Leute \/ nur suchen eine fette Beute.<br \/>\nWenn Aktien fallen in den Keller \/ sehn sie nicht einen roten Heller.<br \/>\nWie soll man f\u00fcr die Zukunft sorgen, \/ wenn man nicht wei\u00df,<br \/>\nwo stehn sie morgen.<br \/>\nKursst\u00fcrze hin, Kursschwankung her, \/ wie`s weitergeht, wei\u00df<br \/>\nkeiner mehr<br \/>\nEs schweigt der Makler ganz betreten. \/ St\u00fcrzt ab der Kurs, hilft<br \/>\nnur noch beten.<br \/>\nHat man zuvor noch profitiert, \/ wird Gott als Anker aktiviert.<\/p>\n<p><b>3.2 Die Armut in der einen Welt<\/b><br \/>\nWie soll Gott seinen Segen legen, \/ wenn er doch eigentlich ist gegen<br \/>\nall die Ausbeutung in der Welt, \/ wo mancher nur die Euros z\u00e4hlt.<br \/>\nWarum soll Gott zu denen halten, \/ die seine Welt nicht gut verwalten,<br \/>\ndie gar nicht sehn, was er gegeben, \/ und beuten aus das fremde Leben.<br \/>\nDamals war&#8217;s fremde Muskelkraft, \/ und heute man noch andres schafft.<br \/>\nWo einst der Sklave sichtbar war, \/ sind heut die Opfer unsichtbar.<br \/>\nSie leben in der Dritten Welt, \/ wo grad noch \u00dcberleben z\u00e4hlt.<br \/>\nDie Vierte Welt zahlt unsre Kosten, \/ und steht ganz auf verlornem Posten.<\/p>\n<p>Die Zinsen sind fest ausgemacht. \/ Die Schulden dr\u00fccken, dass es<br \/>\nkracht<br \/>\ndie armen L\u00e4nder dieser Welt. \/ Der Westen schreibt nicht ab das<br \/>\nGeld.<br \/>\nMan will&#8217;s den \u00c4rmsten nicht erlassen. \/ Das k\u00f6nnen viele gar<br \/>\nnicht fassen,<br \/>\ndie in der Kirche engagiert \/ schon ahnen, wohin Unrecht f\u00fchrt.<br \/>\nWenn \u00f6ffnet sich die Wohlstandsschere, \/ gereicht&#8217;s dem Westen nicht<br \/>\nzur Ehre.<br \/>\nIn L\u00e4ndern gro\u00dfer Schuldenlast \/ man das Regime der Weltbank<br \/>\nhasst.<br \/>\nEs sehn die Armen einen Krieg \/ in solcher Wirtschaftspolitik.<br \/>\nWas lange w\u00e4hrt, wird nicht auch gut. \/ Was lange g\u00e4rt, wird<br \/>\nschlie\u00dflich Wut.<\/p>\n<p><b>3.3 Familie<\/b><br \/>\nNach Regeln des Zusammenlebens \/ sucht leider man zu oft vergebens.<br \/>\nEs schw\u00e4chelt die soziale Bindung, \/ fehlt der Familie die Begr\u00fcndung.<br \/>\nWird auf die Treu nichts mehr gegeben, \/ soll jeder wie ein Luder leben.<br \/>\nDie Fernsehsender machen Quoten \/ mit diesem Stoff und andren Zoten.<br \/>\nAm Nachmittag wird ungebeten \/ ein jeder Schwachsinn breitgetreten.<br \/>\nUnd wenn es geht auf Mitternacht \/ wird Null-Hundert-Neunzig 666 gebracht.<br \/>\nDoch geht die Liebe nicht mehr richtig, \/ ist auch der Sex nicht mehr<br \/>\nso wichtig.<\/p>\n<p>Ein neuer Weg ist eingel\u00e4utet, \/ wie man die Menschen noch ausbeutet.<br \/>\nEs wird geforscht, es wird geklont, \/ egal ob sich der Aufwand lohnt.<br \/>\nMan hat die Stammzellen entdeckt, \/ das Leben wird noch mehr verzweckt.<br \/>\nDer eine Embyro wird leben, \/ der andre Forschern \u00fcbergeben.<br \/>\nWer nicht mit forscht, gilt als Versager. \/ Dein Bruder &#8211; dein Ersatzteillager.<br \/>\nVor diesem Mehrling graut mir schon: \/ ein B\u00fcbchen, M\u00e4dchen<br \/>\nund ein Klon<br \/>\n&#8222;Gott im Himmel hat an allen \/ seine Lust, sein Wohlgefallen;<br \/>\nkennt auch dich und hat dich lieb, \/ kennt auch dich und hat dich lieb.&#8220;<br \/>\n(Wei\u00dft du, wieviel Sternlein stehen&#8230; EG 511,3)<\/p>\n<p><b>3.0<\/b><br \/>\nEs geht nicht nur ums Kritisieren. \/ Gott will uns bessre Wege f\u00fchren.<br \/>\nMan kann die Welt und Gott nicht trennen, \/ nicht einerseits den Heilgen<br \/>\nnennen<br \/>\nund andrerseits die andern qu\u00e4len. \/ Wer Segen will, der muss auch<br \/>\nw\u00e4hlen.<br \/>\nGerechtigkeit in dieser Welt \/ ist, was f\u00fcr Gott und Menschen z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>An Gott gebunden muss man wagen, \/ auch mal ein klares Wort zu sagen.<br \/>\nEs m\u00fcssen alle sich benehmen \/ und nicht dem andern Leben nehmen.<br \/>\nEs sprachen h\u00e4ufig die Propheten: \/ Ihr sollt nicht nur mit Worten<br \/>\nbeten,<br \/>\nes muss auch passen Euer Tun. \/ Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Dr. Hansj\u00f6rg Biener<br \/>\nNeulichtenhofstr. 7<br \/>\n90461 N\u00fcrnberg<br \/>\n<a href=\"mailto:Hansjoerg.Biener@asamnet.de\">Hansjoerg.Biener@asamnet.de<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gereimte Faschingspredigt | Estomihi | 10. Februar 2002 | Jesaja 58, 2-9a | Hansj\u00f6rg Biener | 0. Jesaja 58,2-9a &#8222;Warum&#8220;, so fragt einst Israel, \/ &#8222;ist Gott bei uns denn\u00a0nicht zur Stell, wenn seinem Volk es schlecht ergeht \/ und alles fast schon ist zu sp\u00e4t.&#8220; Als Antwort auf so manche Plage \/ gab&#8217;s [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15001,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22,1,2,727,157,120,114,674,156,271,155,349,1138,109,1116],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-9047","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-jesaja","category-aktuelle","category-at","category-archiv","category-beitragende","category-bes_gelegenheiten","category-deut","category-estomihi","category-fasching-fastnacht-fasnacht","category-hansjoerg-biener","category-kapitel-58-chapter-58-jesaja","category-kasus","category-lyrik","category-predigten","category-predigtformen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9047","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9047"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9047\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22957,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9047\/revisions\/22957"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15001"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9047"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9047"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9047"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=9047"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=9047"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=9047"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=9047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}