{"id":9060,"date":"2002-03-07T19:50:00","date_gmt":"2002-03-07T18:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9060"},"modified":"2025-04-22T17:35:54","modified_gmt":"2025-04-22T15:35:54","slug":"jesaja-54-7-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-54-7-10\/","title":{"rendered":"Jesaja 54, 7-10"},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"color: #000099;\">&#8222;Worauf Verla\u00df ist&#8230;&#8220; | L\u00e4tare | <\/span><span style=\"color: #000099;\">10. M\u00e4rz 2002 | Jesaja 54, 7-10 | <\/span><span style=\"color: #000099;\">Stefan Knobloch |<\/span><\/h3>\n<p><em>7 Nur eine kleine Weile habe ich dich verlassen,<\/em><br \/>\n<em>doch mit gro\u00dfem Erbarmen hole ich dich heim.<\/em><br \/>\n<em>8 Einen Augenblick nur verbarg ich vor dir mein<\/em><br \/>\n<em>Gesicht in aufwallendem Zorn;<\/em><br \/>\n<em>Aber mit ewiger Huld habe ich Erbarmen mit dir,<\/em><br \/>\n<em>spricht dein Erl\u00f6ser, der Herr.<\/em><br \/>\n<em>9 Wie in den Tagen Noachs soll es f\u00fcr mich sein:<\/em><br \/>\n<em>So wie ich damals schwor,<\/em><br \/>\n<em>da\u00df die Flut Noachs die Erde nie mehr<\/em><br \/>\n<em>\u00fcberschwemmen wird,<\/em><br \/>\n<em>so schw\u00f6re ich jetzt, dir nie mehr zu z\u00fcrnen<\/em><br \/>\n<em>und dich nie mehr zu schelten.<\/em><br \/>\n<em>10 Auch wenn die Berge von ihrem Platz weichen<\/em><br \/>\n<em>und die H\u00fcgel zu wanken beginnen &#8211;<\/em><br \/>\n<em>meine Huld wird nie von dir weichen<\/em><br \/>\n<em>und der Bund meines Friedens nicht wanken,<\/em><br \/>\n<em>spricht der Herr, der Erbarmen hat mit dir.<\/em><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte es sich leichtmachen am heutigen Sonntag, am Sonntag\u00a0L\u00e4tare. Gut, wenn es von uns erwartet wird, gewisserma\u00dfen\u00a0liturgisch erwartet wird, dann wollen wir keine Spielverderber sein,\u00a0dann lassen wir eben Freude aufkommen! Geradezu auf Befehl! \u00c4hnlich\u00a0den inszenierten Aufforderungen der n\u00e4rrischen Tage zu einem dreifach\u00a0donnernden Hellau oder Alaf, auf wen oder was auch immer. Wir k\u00f6nnten\u00a0es uns also leichtmachen und das Spektakel des Sonntags L\u00e4tare\u00a0an uns vor\u00fcberziehen lassen und w\u00fcrden schunkelnd, aber eben\u00a0nicht ernstgemeint mitnehmen, was uns Jes 54,7-10 sagt: da\u00df alles\u00a0irgendwie gut werde, da\u00df Gott schon daf\u00fcr sorge, da\u00df\u00a0sich alles zum Guten wende. Ganz so, wie er es damals zu Zeiten des\u00a0Deuterojesaja getan zu haben scheint.<\/p>\n<p>W\u00fcrden wir unsere Jes-Stelle im Stil der Schunkellieder aufnehmen,\u00a0wonach ja alles wieder gut werde, h\u00e4tten wir das Wesentliche an\u00a0ihr \u00fcbersehen, h\u00e4tten wir uns um das Eigentliche gedr\u00fcckt.\u00a0Fragen wir also danach, was die Stelle wirklich meint. So k\u00f6nnte\u00a0sie auch uns treffen.<\/p>\n<p>Dazu ist allerdings vorausgesetzt, da\u00df wir uns f\u00fcr einen\u00a0Augenblick in die damalige geschichtliche Situation hineinversetzen,\u00a0nicht um uns an sie zu verlieren, sondern um aus ihr Aktualisierungen\u00a0f\u00fcr uns zu vernehmen. Geschichtlich befinden wir uns mit Jes 54,7-10\u00a0in den letzten Jahren des sogenannten Babylonischen Exils, etwa in den\u00a0Jahren 550 bis 540 vor Christus. Gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung\u00a0Jerusalems und Judas waren bis auf einige Reste der armen Landbev\u00f6lkerung\u00a0gut drei\u00dfig Jahr vorher nach Babylon verschleppt worden. Zur\u00fcckgeblieben\u00a0war ein zerst\u00f6rter Tempel, eine dezimierte Stadt \u00e4hnlich Kabul\u00a0in Afghanistan oder Grosny in Tschetschenien. Da tritt in Babylon ein\u00a0Prophet auf, den wir geschichtlich gar nicht n\u00e4her greifen k\u00f6nnen,\u00a0der in die hoffnungslose Lage der Verschleppten hinein das Unglaubliche\u00a0und nicht mehr Erhoffte ansagt: Gott werde ihr Schicksal wenden, er\u00a0habe von seinem Zorn abgelassen, er werde Erbarmen gegen\u00fcber seinem\u00a0Volk walten lassen. Der geschichtliche Hintergrund dieser mutigen Ansage\u00a0d\u00fcrfte in der Tatsache zu vermuten sein, da\u00df im Erstarken\u00a0des Perserk\u00f6nigs Kyros ein m\u00e4chtiger Gegner Babylons erstand,\u00a0auf den die Verschleppten eine gewisse Hoffnung gesetzt haben m\u00f6gen.<\/p>\n<p>In diese durchaus ambivalente Situation hinein sto\u00dfen wie Fanfarent\u00f6ne\u00a0die Worte des Propheten. Sie sind kunstvoll gebaut. Sie scheinen darum\u00a0zu wissen, wie schwer es den Exilierten fallen mu\u00dfte, an eine\u00a0neue Perspektive ihres Lebens, an eine Zukunft in Jerusalem zu glauben,\u00a0dessen gesamte religi\u00f6s-kultische, kulturelle und soziale Infrastruktur\u00a0in Tr\u00fcmmern lag. In drei Ans\u00e4tzen will Jes 54,7-10 das Ohr\u00a0der Exilierten finden.<\/p>\n<p>&#8222;Nur f\u00fcr eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch\u00a0mit gro\u00dfem Erbarmen hole ich dich heim. Einen Augenblick nur verbarg\u00a0ich vor dir mein Gesicht in aufwallendem Zorn, aber mit ewiger Huld\u00a0habe ich Erbarmen mit dir, spricht dein Erl\u00f6ser, der Herr.<\/p>\n<p>Durch den Mund des Propheten spricht Gott selbst. Zun\u00e4chst f\u00e4llt\u00a0der &#8211; wie man daf\u00fcr in der Fachsprache sagt &#8211; sogenannte &#8222;Parallelismus\u00a0membrorum&#8220; der Satzkonstruktion auf. Der zweite Satz sagt inhaltlich\u00a0nichts wesentlich Anderes als der erste. Dieser Parallelismus will die\u00a0Ansage als verl\u00e4\u00dflich und glaubhaft hinstellen. Bedeutsam\u00a0ist dabei das auff\u00e4llige Ungleichgewicht der kleinen Weile des\u00a0Sich-Abwendens Gottes und seines gewisserma\u00dfen nur einen Augenblick\u00a0lang w\u00e4hrenden Zornes auf der einen und seines gro\u00dfen Erbarmens\u00a0und seiner ewigen Huld auf der anderen Seite. Der &#8222;Zorn Gottes&#8220;\u00a0&#8211; eine Formulierung, die uns nicht gefallen mag, die nicht unser offenes\u00a0Ohr treffen d\u00fcrfte &#8211; ist in der Tat nach der Struktur des Satzes\u00a0vernachl\u00e4ssigbar, nicht der Rede wert. Nicht am vor\u00fcbergehenden\u00a0Abgewandtsein Gottes soll sich das Volk orientieren und nicht an Gottes\u00a0kurz aufwallendem Zorn. Das z\u00e4hle alles nicht, das habe im Grunde\u00a0nie gez\u00e4hlt. Was z\u00e4hlt, sei Gottes gro\u00dfes Erbarmen und\u00a0seine ewige Huld.<\/p>\n<p>Wir greifen nur schwer die Bedeutungstiefe, die in diesen Worten &#8211;\u00a0hebr\u00e4isch &#8222;rachamim&#8220; f\u00fcr gro\u00dfes Erbarmen und\u00a0&#8222;chesed&#8220; f\u00fcr ewige Huld, mitschwingt. Dem Wort &#8222;rachamim&#8220;\u00a0liegt das Wort &#8222;rechem&#8220;, Mutterscho\u00df, zugrunde. &#8222;Rachamim&#8220;,\u00a0hier von Gott ausgesagt, verweist auf die zarte, naturverbundene, emotionale\u00a0Liebe der Mutter zu ihrem Kind. Gottes Liebe, so dr\u00fcckt es der\u00a0Prophet aus, sei der z\u00e4rtlichen, fast verletzbaren m\u00fctterlichen\u00a0Liebe vergleichbar. Das kann in der Situation des Exils bei den Verschleppten\u00a0nicht ohne weiteres auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Ihre reale\u00a0Alltagserfahrung sprach B\u00e4nde dagegen, da\u00df Gott sich ihrer\u00a0m\u00fctterlich liebevoll annehmen werde. Daran konnte doch gar nichts\u00a0sein.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns mag sich beim Stichwort &#8222;rechem&#8220; f\u00fcr Mutterscho\u00df\u00a0und &#8222;rachamim&#8220; f\u00fcr zarte m\u00fctterliche Liebe vor dem\u00a0Hintergrund aktueller gesellschaftsethischer Diskurse die Problematik\u00a0der Stammzellenforschung, des Embryonenverbrauchs, des therapeutischen\u00a0Klonens melden. Bei manchen vielleicht auch die Sorge, da\u00df es\u00a0in unserer Gesellschaft angesichts hoher Abtreibungszahlen und geschlechtlicher\u00a0Promiskuit\u00e4t um die Kinderfreundlichkeit schlecht bestellt sei.\u00a0Ich sage, das k\u00f6nnte unsere Gedankenassoziation sein, wenn uns\u00a0Jes 54,7-10 auf die emotional tiefe Liebe der Mutter zu ihrem Kind hinweist.\u00a0Nur denke ich &#8211; trotz mancher Einw\u00e4nde; und ich erweise mich darin\u00a0vielleicht als unverbesserlicher Optimist &#8211; ,da\u00df auch heute entgegen\u00a0einer in der Gesellschaft vermuteten anderen Tendenz die Liebe und Sorgfalt\u00a0dieser Mutter zu ihrem Kind nach wie vor von einer solchen Intensit\u00e4t\u00a0ist, da\u00df wir uns dar\u00fcber nicht den Kopf zerbrechen sollten.\u00a0Diese Liebe kann nach wie vor mit guten Gr\u00fcnden als Symbol der\u00a0Liebe Gottes zu den Menschen stehen.<\/p>\n<p>Unser Problem allerdings d\u00fcrfte sein &#8211; anders als bei den Exilierten\u00a0in Babylon &#8211; , da\u00df wir unser Leben von vornherein kaum noch aus\u00a0seiner Beziehung zu Gott definieren und deuten. Uns scheint &#8211; wenn ich\u00a0das so ungesch\u00fctzt und gewisserma\u00dfen fahrl\u00e4ssig ungenau\u00a0so sagen darf &#8211; nicht viel zu fehlen, wenn uns Gott fehlt. Doch denke\u00a0ich, scheint es mehr so, als da\u00df es wirklich so ist. Wenn wir\u00a0genauer hinsehen, d\u00fcrfte sich auch aus dem Text unseres Lebens\u00a0eine ausgesprochene, vielleicht auch verdeckte Gottesbed\u00fcrftigkeit\u00a0zeigen, so da\u00df auch uns in unserer gewi\u00df ganz anderen Situation\u00a0gegen\u00fcber der der Exilierten in Babylon eine solche Zusage, wie\u00a0sie uns in Jes 54,7-10 entgegenkommt, gewisserma\u00dfen auf die Spr\u00fcnge\u00a0helfen kann.<\/p>\n<p>Doch erst noch einmal zu unserem Text. &#8222;Chesed&#8220;, Huld war\u00a0das andere Wort, mit dem der Prophet die Aufmerksamkeit seiner H\u00f6rer\u00a0gewinnen wollte. Unsere Aufmerksamkeit d\u00fcrfte er damit wohl nicht\u00a0finden. In unseren Ohren klingt Huld antiquiert, es ist aus unserem\u00a0Sprachschatz wie verschwunden. Schade drum, denn &#8222;chesed&#8220;\u00a0sch\u00e4rft das, was bereits mit &#8222;rachamim&#8220; ant\u00f6nte,\u00a0noch an. &#8222;Chesed&#8220;, Huld meint nicht einfach ein allgemeines\u00a0Wohlwollen, das aber f\u00fcr den konkreten Lebensalltag folgenlos bliebe.\u00a0&#8222;Chesed&#8220; meint das konkrete Eingreifen in eine konkrete Situation,\u00a0so da\u00df sie sich wendet und zum Besseren, ja zum \u00fcberreich\u00a0Besseren f\u00fchrt. &#8222;Chesed&#8220;, von Gott ausgesagt, meint also,\u00a0da\u00df sein alles zum Guten, ja zum Besten wendendes Eingreifen gewisserma\u00dfen\u00a0sein, Gottes, Wesen ausmacht. Eine ungeschuldete F\u00fclle \u00fcberkommt\u00a0da den Menschen, eine F\u00fclle, dergegen\u00fcber sich ein Sechser\u00a0im Lotto oder ein Millionengewinn wie Peanuts ausn\u00e4hmen.<\/p>\n<p>Wird uns das nicht allm\u00e4hlich zu aufdringlich, wovon da der Prophet\u00a0redet? Hat er nicht l\u00e4ngst jeden Bezug zum realen Leben verloren?\u00a0Vertr\u00f6stungen solcher Art &#8211; in ihrer Wertlosigkeit als &#8222;religi\u00f6se&#8220;\u00a0Vertr\u00f6stungen l\u00e4ngst enttarnt &#8211; kommen bei uns nicht mehr\u00a0an. Sitzen wir dann aber nicht mit den Exilierten in Babylon exakt in\u00a0einem Boot? Auch ihnen d\u00fcrfte der Glaube an die Worte des Propheten\u00a0schwergefallen sein. Sie sind von der Verl\u00e4\u00dflichkeit seiner\u00a0Worte noch nicht \u00fcberzeugt. Deshalb setzt er &#8211; f\u00fcr die Verschleppten\u00a0in Babylon ebenso wie f\u00fcr uns &#8211; ein zweites Mal argumentativ an.\u00a0Durch seinen Mund verweist Gott auf die Tage des Noach, auf die verheerende\u00a0Flut und auf den Schwur Gottes damals, nie mehr in dieser Weise zu z\u00fcrnen.\u00a0Und das N\u00e4mliche gelte jetzt den Exilierten. Und weil es sie offenbar\u00a0noch immer nicht \u00fcberzeugt, setzt der Prophet ein drittes Mal an\u00a0und \u00fcberschl\u00e4gt sich dabei f\u00f6rmlich in seiner Argumentation:<\/p>\n<p>&#8222;Auch wenn die Berge von ihrem Platz weichen und die H\u00fcgel\u00a0zu wanken beginnen &#8211; meine Huld wird nie von dir weichen und der Bund\u00a0meines Friedens nicht wanken, spricht der Herr, der Erbarmen hat mit\u00a0dir.&#8220;<\/p>\n<p>H\u00fcgel kommen gelegentlich ins Wanken, und wir werden Zeugen, wie\u00a0unter Schlamm-, Lava- oder Erdmassen nach Erdbeben Menschen begraben\u00a0werden. Aber Berge weichen nicht leicht von ihrem Platz. Und selbst\u00a0diesen unwahrscheinlichsten Fall angenommen &#8211; bei Gott wird dieser unwahrscheinlichste\u00a0Fall nie eintreten, da\u00df seine \u00dcberf\u00fclle gew\u00e4hrende\u00a0Zuwendung zu den Menschen je ins Wanken komme. Gottes &#8222;chesed&#8220;\u00a0und seine &#8222;rachamim&#8220; stehen.<\/p>\n<p>Da mag es uns nicht mehr l\u00e4nger halten: Bitte, wo stehen sie denn?\u00a0Au\u00dfer auf Papier auf den Seiten der Bibel? Wo stehen sie wirklich?\u00a0Wo bew\u00e4hren sie sich? Wo ist auf sie wirklich Verla\u00df? Angesichts\u00a0der Auseinandersetzungen unserer Tage zwischen Hamas, Dschihad und Hisbullah\u00a0und Israel?<\/p>\n<p>Wir verf\u00fcgen hier \u00fcber keine Antwort. Aber da\u00df wir\u00a0\u00fcber eine solche Antwort nicht verf\u00fcgen, ist kein Beweis daf\u00fcr,\u00a0da\u00df an der Rede von Gottes Zuwendung und Liebe nichts sei, da\u00df\u00a0man das alles vergessen k\u00f6nne. Das ist vielmehr der indirekte Hinweis\u00a0darauf, da\u00df daran etwas ist! Unser Leben ist gr\u00f6\u00dfer\u00a0als unsere W\u00fcnsche, als unsere Vorstellungen und Visionen. Unser\u00a0Leben ist auf mehr angelegt als darauf, in den Ma\u00dfen des von uns\u00a0Erreichbaren und Erreichten aufzugehen. Ich denke, wir haben solange\u00a0noch kaum mit Gott zu tun, so lange wir in ihm nur den Erf\u00fcllungsgehilfen\u00a0unserer W\u00fcnsche und Sehns\u00fcchte s\u00e4hen. Da\u00df er uns\u00a0gewisserma\u00dfen ein &#8222;Lichtlein&#8220; schicken m\u00fcsse, wenn\u00a0es dunkel wird. Ohne an das Gemeinte, sagen wir besser, an das im Glauben\u00a0Erahnte und Bejahte letztlich heranzukommen, darf man wohl sagen, da\u00df\u00a0uns Gott offenbar unerkannt zur Seite ist und mit uns geht, auch wenn\u00a0sich dabei f\u00fcr uns nichts lichtet, wenn sich nichts l\u00f6st,\u00a0wenn sich nichts tut. Er ist wohl oft schon die tragende Kraft unseres\u00a0Lebens, wo uns die Kr\u00e4fte verlassen haben! Es ist etwas dran, da\u00df\u00a0unser Leben eine Tiefe hat, an die wir nicht herankommen, \u00fcber\u00a0die wir nicht verf\u00fcgen, aus der uns aber die eigentliche Wahrheit\u00a0unseres Lebens entgegenkommt, Gottes oft unerkannte und nur erahnte\u00a0Liebe und Zuwendung.<\/p>\n<p>Die Worte aus Jes 54,7-10 k\u00f6nnen auch uns ermutigen, wieder Wurzeln\u00a0zu schlagen in einem Glauben, der h\u00e4lt und tr\u00e4gt, wo nichts\u00a0Haltgebendes und Zukunftsf\u00e4higes mehr vermutet wird. Die Exilierten\u00a0in Babylon haben sich auf diesen Glauben eingelassen &#8211; wenn auch sicherlich\u00a0schweren Herzens und gegen bleibende Bedenken. Auch wir sollten uns\u00a0im Glauben auf den Gott des Erbarmens einlassen. Denn &#8222;der Bund\u00a0meines Friedens wird nicht wanken, spricht der Herr.&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Stefan Knobloch<br \/>\nJohannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz, Fachbereich Katholische Theologie<br \/>\nSaarstra\u00dfe 21 D-55099 Mainz<br \/>\nTel.\/Fax: 0 61 31 \/ 39 22 743<br \/>\n<a href=\"mailto:pastoralunimz@hotmail.com\">pastoralunimz@hotmail.com<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Worauf Verla\u00df ist&#8230;&#8220; | L\u00e4tare | 10. 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