{"id":9064,"date":"2021-02-07T19:49:57","date_gmt":"2021-02-07T19:49:57","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9064"},"modified":"2022-08-08T19:45:17","modified_gmt":"2022-08-08T17:45:17","slug":"hebraeer-13-12-14-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-13-12-14-3\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 13, 12-14"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger<br \/>\nPredigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">Judika (5. Sonntag der Passionszeit)<\/span><span style=\"color: #000099;\">,<br \/>\n17. M\u00e4rz 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber Hebr\u00e4er 13, 12-14, verfa\u00dft von J\u00f6rg<br \/>\nWegner<br \/>\n<\/span> <\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>eingezogen ist er in Jerusalem noch unter Hosiannarufen.<br \/>\nMan hat ihm quasi den roten Teppich ausgebreitet, damit er und sein Reitesel<br \/>\nsich nicht die F\u00fc\u00dfe staubig machen.<br \/>\nJesus &#8211; empfangen wie ein K\u00f6nig. Dann rausgeschmissen vor die Tore<br \/>\nder Stadt, weil sich keiner an ihm die H\u00e4nde dreckig machen wollte.<\/p>\n<p>Tja, der hat halt unsere Erwartungen nicht erf\u00fcllt, sagen die einen.<\/p>\n<p>Der ist unseren Interessen zuwider gewesen, bekennen die anderen.<br \/>\nIrgendwann war die Luft raus aus der Sensation, sagen die, die allem Neuen<br \/>\nhinterherlaufen.<br \/>\nDer hat den Leuten religi\u00f6se Flausen in den Kopf gesetzt, sagen die<br \/>\nH\u00fcter von Tempelwahrheit und Autorit\u00e4tsglauben.<\/p>\n<p>Jesus endet bei denen, mit denen er sich zeitlebens abgegeben hat: den<br \/>\nS\u00fcndern, Huren, Dieben, Ehebrecherinnen, Betr\u00fcgern und Verkr\u00fcppelten.<\/p>\n<p>H\u00e4tte er sich doch ein bisschen mehr arrangiert. Er hat es halt<br \/>\n\u00fcbertrieben mit seiner Rede von Gnade und Freiheit und Barmherzigkeit.<\/p>\n<p>Nun seht ihn euch an. Guckt hin und seht, in welcher Schmach er endet.<br \/>\nAu\u00dferhalb der Gesellschaft, vor den Toren der Stadt endet seine<br \/>\nGeschichte. Wir sind fertig mit ihm. Wer sollte dem noch nachlaufen. Wo<br \/>\nwerden seine Anh\u00e4nger bleiben, wenn sie merken, auf was sie sich<br \/>\nda eingelassen haben. Wie die Hasen werden sie laufen und sich verkriechen.<\/p>\n<p>Jesu Geschichte scheint den Bach runter zu gehen.<br \/>\nUnd mit ihm die ersten Menschen, die auf ihn ihre Hoffnung gesetzt haben.<br \/>\nZweifel nagt in den Herzen der ersten Gemeinden. Ist es nicht besser zu<br \/>\nden Fleischt\u00f6pfen des Glaubens zur\u00fcckzukehren als auch noch<br \/>\nzu Kreuze zu kriechen da draussen vor der Stadt?<\/p>\n<p>Drei Verse nur des Hebr\u00e4erbriefes ringen darum zu verstehen, was<br \/>\nhinter dem traurigen Ende des Jesus aus Nazareth steht:<\/p>\n<p>13:12 Deshalb hat auch Jesus, um durch sein eigenes Blut das Volk zu<br \/>\nheiligen, au\u00dferhalb des Tores gelitten.<br \/>\n13:13 La\u00dft uns also zu ihm vor das Lager hinaus ziehen und seine<br \/>\nSchmach auf uns nehmen.<br \/>\n13:14 Denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt, sondern wir<br \/>\nsuchen die k\u00fcnftige.<\/p>\n<p>Wenn ich es b\u00f6se meinte, k\u00f6nnte ich sagen, das hier sei ein<br \/>\nselbstm\u00f6rderischer Aufruf einiger Unverbesserlicher. Die wollen nicht<br \/>\nwahrhaben, dass das mit Jesus nichts war.<br \/>\nF\u00fcr den sollte man keinen Pfifferling mehr geben, sonst endet man<br \/>\ngenauso.<br \/>\nBleibt lieber wieder innerhalb eurer alten Mauern. Gesch\u00fctzt durch<br \/>\ndie alten Gewohnheiten und gesellschaftlichen Konventionen. Begebt euch<br \/>\nlieber nicht auf das Glatteis der Botschaft Jesu. Ihr k\u00f6nntet hinschlagen<br \/>\nund einbrechen wie er.<\/p>\n<p>Das sind die Worte des Briefs aber gerade nicht, eine Durchhalteparole.<br \/>\nDenn da wird nicht versucht das alles, was geschieht, sch\u00f6n zu reden,<br \/>\num die Leute bei der Stange zu halten.<br \/>\nDie Aussichten sind gerade nicht rosig: La\u00dft uns also zu ihm vor<br \/>\ndas Lager hinaus ziehen und seine Schmach auf uns nehmen.<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zu dem, was gemeint ist, liegt in den Worten &#8222;au\u00dferhalb<br \/>\ndes Tores&#8220; und &#8222;vor das Lager&#8220;.<\/p>\n<p>Wie sieht&#8217;s bei denen aus, die innerhalb bleiben? Damals waren die St\u00e4dte<br \/>\nmit sch\u00fctzenden Mauern umgeben. Das strahlte Sicherheit aus. Alles<br \/>\nwar geregelt. Die Gesellschaft schied sich fein \u00fcberschaubar in Oben<br \/>\nund Unten. Priester und weltliche Machthaber nahmen den Menschen das Denken<br \/>\nab. So kann man auch leben, zumindest solange man sich zufrieden gibt<br \/>\nund nicht aneckt, wenn einem was nicht passt.<\/p>\n<p>Welcher Mensch sucht nicht nach einem angenehmen Leben? Wer hat schon<br \/>\nLust, alles immer zu hinterfragen?<br \/>\nWer findet die Kraft, die Probleme der Menschheit st\u00e4ndig l\u00f6sen<br \/>\nzu wollen? Ich jedenfalls nicht!<\/p>\n<p>Jesus aber hat sein Leben darin verzehrt. Er hat immer neu Mauern niedergerissen,<br \/>\ndie Menschen zwischen Menschen hochgezogen haben. Er wollte immer wieder<br \/>\ndie Tore aufrei\u00dfen, hinter denen die Menschen sich und ihre Gewohnheiten<br \/>\nverbarrikadiert haben.<\/p>\n<p>Und wenn wir seine Botschaft heute noch ernst nehmen, sp\u00fcren wir,<br \/>\nwie er immer noch an all dem r\u00fcttelt.<br \/>\nDann kommt auch uns der Gedanke, diesen Mann am besten au\u00dferhalb<br \/>\nunserer Mauern und Tore zu verweisen.<\/p>\n<p>Drei Verse Bibel muten uns das andere zu. Verweist Jesus nicht aus eurem<br \/>\nLeben, nur weil er eben unbequem ist. Verlasst die Mauern. Macht hoch<br \/>\ndie T\u00fcr, das Tor &#8230; nicht um Jesus einzulassen, sondern um ihm vor<br \/>\ndie Tore zu folgen. Haltet dem schmachvollen Anblick stand. Da erkennt<br \/>\nihr etwas vom Zustand der Menschen.<\/p>\n<p>Aber ihr lernt auch etwas von Freiheit und Hoffnung, von neuem Atem und<br \/>\nneuem Licht, wie ihr es innerhalb des Gewohnten nie finden werdet.<\/p>\n<p>Das ist das Baumaterial zu der zuk\u00fcnftigen Stadt, die euch Heimat<br \/>\ngeben wird, doch ohne Mauern und Tore auskommt, weil dort die Menschen<br \/>\nohne Angst sich begegnen, sich Freiheit gew\u00e4hren, sich der Gerechtigkeit<br \/>\nverpflichten und die Liebe zum Ma\u00df erhoben haben.<\/p>\n<p>Auf den letzten Seite der Bibel wird die Stadt uns als gro\u00dfe Vision<br \/>\nvor die Augen gestellt. Sie kann Architektur unseres Lebens bestimmen,<br \/>\nund selbst die Schmach findet darin ihr Ziel und ihr Ende:<\/p>\n<p>21:2 Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus<br \/>\ndem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich f\u00fcr<br \/>\nihren Mann geschm\u00fcckt hat.<br \/>\n21:3 Da h\u00f6rte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die<br \/>\nWohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und<br \/>\nsie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.<br \/>\n21:4 Er wird alle Tr\u00e4nen von ihren Augen abwischen : Der Tod wird<br \/>\nnicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine M\u00fchsal. Denn was<br \/>\nfr\u00fcher war, ist vergangen.<br \/>\n21:5 Er, der auf dem Thron sa\u00df, sprach: Seht, ich mache alles neu.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b>Pfr. J\u00f6rg Wegner<br \/>\n<a href=\"mailto:Ev.Andreasgemeinde@t-online.de\">E-Mail: Ev.Andreasgemeinde@t-online.de<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Judika (5. Sonntag der Passionszeit), 17. M\u00e4rz 2002 Predigt \u00fcber Hebr\u00e4er 13, 12-14, verfa\u00dft von J\u00f6rg Wegner Liebe Gemeinde, eingezogen ist er in Jerusalem noch unter Hosiannarufen. 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