{"id":9076,"date":"2002-03-07T19:49:58","date_gmt":"2002-03-07T18:49:58","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9076"},"modified":"2025-04-23T14:23:32","modified_gmt":"2025-04-23T12:23:32","slug":"grusswort-zum-osterfest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/grusswort-zum-osterfest\/","title":{"rendered":"2. Korinther 5,15"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><span style=\"color: #000099;\">Gru\u00dfwort zum Osterfest | <\/span><span style=\"color: #000099;\">31. M\u00e4rz 2002 | 2. Kor 5,15 | Georg Kretschmar |<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\">Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! So gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nsich die Christen seit \u00e4ltester Zeit am Osterfest. So gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nauch ich Euch, liebe Schwestern und Br\u00fcder in unseren Gemeinden.<br \/>\nWir wollen uns miteinander unter das Wort des Apostels Paulus an die Gemeinde<br \/>\nin Korinth stellen:<br \/>\n&#8222;Christus ist darum f\u00fcr alle gestorben, damit, die da leben,<br \/>\nhinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der f\u00fcr sie gestorben<br \/>\nund auferstanden ist&#8220; (2.Kor.5,15).<\/p>\n<p>Das neue, das wahre Leben gibt es nicht ohne den Tod. Das gilt f\u00fcr<br \/>\nJesus Christus und das gilt f\u00fcr uns. F\u00fcr uns gilt, was der Apostel<br \/>\nPaulus an die R\u00f6mer geschrieben hat: &#8222;Der Tod ist der S\u00fcnde<br \/>\nSold&#8220; (R\u00f6m.6,23). Mit dem Sterben Jesu Christi am Kreuz hat<br \/>\nes eine andere Bewandtnis. Er starb nicht f\u00fcr Seine, sondern f\u00fcr<br \/>\nunsere S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Ein Sterben f\u00fcr einen anderen, das gibt es auch in unserer Welt<br \/>\nheute. Wir alle kennen Geschichten davon, da\u00df etwa ein Mensch in<br \/>\neinem \u00fcberf\u00fcllten Rettungsboot noch Platz f\u00fcr einen anderen<br \/>\nmachte, dadurch, da\u00df er selbst in die Fluten sprang, ohne Aussicht<br \/>\nzu \u00fcberleben. Erst j\u00fcngst ging durch die Zeitungen der Bericht<br \/>\nvon einem Vater, der zuerst seine Kinder aus einem brennenden Haus holte,<br \/>\nund dann umkam, als er auch noch seine Frau retten wollte. Diesen Kindern<br \/>\nwird das Bild ihrer Eltern, besonders des Vaters, ihr Leben hindurch vor<br \/>\nAugen stehen. Da\u00df Jesus Christus f\u00fcr uns starb, da\u00df wir<br \/>\nleben k\u00f6nnen, ist allein Grund, Sein Bild immer im Herzen zu tragen.<\/p>\n<p>Aber Er ist eben nicht nur f\u00fcr uns, sondern f\u00fcr alle gestorben,<br \/>\nans Kreuz gegangen. Doch die Br\u00fccke zwischen Seinem Sterben und Auferstehen<br \/>\nund unserem Leben ist das Evangelium und unser Glaube. F\u00fcr alle ist<br \/>\nJesus Christus gestorben, das neue Leben ist uns geschenkt im Glauben,<br \/>\ndurch die heilige Taufe, in der Gemeinschaft der Heiligen, der Kirche,<br \/>\nauf die Vollendung im Reiche Gottes hin.<\/p>\n<p>Aber dar\u00fcber denkt der Apostel Paulus in diesem Satz aus dem Brief<br \/>\nan die Korinther nicht ausdr\u00fccklich nach. Er zeigt nicht auf den<br \/>\nHimmel, sondern auf die Erde. Es geht um unser Leben heute, nicht darum,<br \/>\nwas am Ende auf uns wartet. Wie Er f\u00fcr uns gestorben und auferstanden<br \/>\nist, so sollen wir, die durch Ihn leben k\u00f6nnen, nun f\u00fcr Ihn<br \/>\nleben.<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, wir Christen sind immer zwei Versuchungen<br \/>\nausgesetzt. Entweder wir schauen nur in den Himmel und vergessen dar\u00fcber<br \/>\nunsere Aufgaben in unserer Zeit und Welt, oder wir vergessen, da\u00df<br \/>\nwir unseren Alltag nur bestehen k\u00f6nnen, weil der Himmel \u00fcber<br \/>\nuns offen ist, weil wir vom Kreuz und der Auferstehung Jesu Christi und<br \/>\ndamit im Heiligen Geiste leben d\u00fcrfen. Es ist jetzt \u00fcber ein<br \/>\nJahrzehnt vergangen, da\u00df ich mit einem Kreis \u00e4lterer, tapferer<br \/>\nBr\u00fcder in der Stadt zusammensa\u00df, die heute Astana hei\u00dft.<br \/>\nWir sprachen \u00fcber die neuen M\u00f6glichkeiten und Aufgaben f\u00fcr<br \/>\nunsere Gemeinden. Und nach meiner Erinnerung endete jeder Gespr\u00e4chsgang<br \/>\nmit einem Satz, der etwa lautete: Dar\u00fcber brauchen wir uns eigentlich<br \/>\nkeine Sorgen zu machen, der Herr wird ja ganz bald wiederkommen, dann<br \/>\ner\u00fcbrigen sich alle Fragen. Heute sind diese Br\u00fcder alle seit<br \/>\nJahren ausgewandert. Gott wird ihnen auch in Deutschland Aufgaben gegeben<br \/>\nhaben. Aber wenn der Apostel Paulus schreibt, da\u00df wir hinfort, also<br \/>\nals Gl\u00e4ubige und Getaufte, nicht mehr uns selbst, sondern f\u00fcr<br \/>\nChristus, unseren Erl\u00f6ser, zu leben haben, dann sieht der Apostel<br \/>\nuns doch im Dienst Jesu Christi hier, f\u00fcr unsere Welt, in die Er<br \/>\nuns gestellt hat. Letztlich geht es dabei um alle Menschen, f\u00fcr die<br \/>\neben unser Herr ans Kreuz ging. Ihnen sind wir das Evangelium schuldig.<br \/>\nDabei geht es nat\u00fcrlich nicht darum, Christen anderer Kirchen in<br \/>\nunsere Gemeinschaft hineinzuziehen. Aber unsere Mitmenschen, unsere Nachbarn<br \/>\nund Freunde sollten uns absp\u00fcren, da\u00df wir in der Osterfreude<br \/>\nleben, da\u00df wir Jesus Christus geh\u00f6ren und nicht immer zuerst<br \/>\nan uns selbst denken.<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder, liebe Schwestern, versuchen wir es doch einmal, die<br \/>\nMenschen um uns, die Menschen, in deren Kreis uns Gott gestellt hat, immer<br \/>\nals Gesch\u00f6pfe Gottes zu sehen, f\u00fcr die Jesus Christus gestorben<br \/>\nund auferstanden ist &#8211; wie f\u00fcr uns. Nat\u00fcrlich gibt es auch ganz<br \/>\nschwierige Mitmenschen &#8211; der 1. Petrusbrief schreibt von &#8222;wunderlichen<br \/>\nHerren&#8220; (1.Petr.2,18). Wir sind keine Sklaven mehr, vielleicht k\u00f6nnten<br \/>\nwir an &#8222;Vorgesetzte&#8220; denken. Wenn wir nicht uns selbst leben,<br \/>\nsondern Jesus Christus geh\u00f6ren, werden wir unbefangener und zuversichtlicher<br \/>\nmit allen Menschen umgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn wir nicht uns selber leben, sondern unserem Retter Jesus Christus,<br \/>\ndann erhalten wir auch Augen, die N\u00f6te und Probleme unserer Mitmenschen<br \/>\nsehen. Es gibt bei uns schon viele Gemeinden, in denen Kranke besucht<br \/>\nwerden und Menschen in Not nach Kr\u00e4ften geholfen wird. Wenn dieser<br \/>\nDienst st\u00e4rker organisiert ist, sprechen wir von &#8222;Diakonie&#8220;.<br \/>\nSicher steht dabei die eigene Gemeinde im Vordergrund; aber Jesus Christus<br \/>\nstarb f\u00fcr alle Menschen und deshalb sind wir es ihnen allen schuldig,<br \/>\nSeine Liebe auszustrahlen und weiterzugeben. Da\u00df wir nicht uns selbst<br \/>\nleben, sondern Dem, Der uns gerettet hat, darf bei einem jungen Menschen<br \/>\nbis in die Berufswahl hineinwirken. Wir brauchen viel mehr ausgebildete<br \/>\nPrediger und Predigerinnen, Pastoren und Pastorinnen. Vielleicht will<br \/>\ndein Herr gerade Dich f\u00fcr einen solchen Dienst! Es gab Zeiten und<br \/>\ndie Gegenden, in denen jede Gemeinde es sich zur Ehre gerechnet hat, aus<br \/>\nihrer Mitte einen jungen Menschen f\u00fcr den kirchlichen Dienst gewinnen<br \/>\nzu k\u00f6nnen. Das w\u00fcrde bei uns gar nicht gehen, so viele Ausbildungspl\u00e4tze<br \/>\nh\u00e4tten wir in den Regionalen Kirchen und der Gesamtkiche gar nicht<br \/>\nanzubieten. Aber da\u00df wir Christus geh\u00f6ren, kann, ja mu\u00df<br \/>\nsich in jedem Beruf und auch im Leben einer Familie zeigen.<\/p>\n<p>Da\u00df wir uns nicht selber zu leben brauchen, schenkt Zuversicht<br \/>\nund Freude. Weil Christus auferstanden ist und wir zu Ihm geh\u00f6ren,<br \/>\nja mehr: Sein Eigentum sind, k\u00f6nnen wir mit Dankbarkeit, Freude und<br \/>\nZuversicht unser Leben f\u00fchren.<\/p>\n<p>Der auferstandene Herr segne Euch alle und st\u00e4rke Euren Glauben!<br \/>\nIn diesem Glauben und im Dienst verbunden,<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Euer Erzbischof<br \/>\nD. Georg Kretschmar<\/b><br \/>\n<b>ELKRAS (Ev.-luth. Kirche in Ru\u00dfland, der Ukraine, in Kasachstan<br \/>\nund Mittelasien)<br \/>\nSt. Petersburg<br \/>\n<\/b> <a href=\"mailto:kanzlei@elkras.org\"><b> E-Mail: kanzlei@elkras.org<\/b><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gru\u00dfwort zum Osterfest | 31. M\u00e4rz 2002 | 2. Kor 5,15 | Georg Kretschmar | Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! So gr\u00fc\u00dfen sich die Christen seit \u00e4ltester Zeit am Osterfest. So gr\u00fc\u00dfe auch ich Euch, liebe Schwestern und Br\u00fcder in unseren Gemeinden. 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