{"id":9081,"date":"2021-02-07T19:49:56","date_gmt":"2021-02-07T19:49:56","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9081"},"modified":"2022-08-09T18:24:26","modified_gmt":"2022-08-09T16:24:26","slug":"jesaja-40-26-31-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-40-26-31-2\/","title":{"rendered":"Jesaja 40, 26 &#8211; 31"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger<br \/>\nPredigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">Quasimodogeniti (1. Sonntag nach Ostern),<br \/>\n7. April 2002<br \/>\nJesaja 40, 26 &#8211; 31, verfa\u00dft von Ulrich Braun<\/span><\/b><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Predigttext: Jesaja 40, 26-31<\/p>\n<p>Hebet eure Augen in die H\u00f6he und seht! Wer hat dies geschaffen?<br \/>\nEr f\u00fchrt ihr Heer vollz\u00e4hlig heraus und ruft sie alle mit Namen;<br \/>\nseine Macht und starke Kraft ist so gro\u00df, dass nicht eins von ihnen<br \/>\nfehlt.<br \/>\nWarum sprichst du denn, Jakob, und du Israel sagst: &#8222;Mein Weg ist<br \/>\ndem Herrn verborgen, und mein recht geht vor meinem Gott vor\u00fcber&#8220;?<br \/>\nWei\u00dft du nicht? Hast du nicht geh\u00f6rt? Der Herr, der ewige Gott,<br \/>\nder die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht m\u00fcde noch matt,<br \/>\nsein Verstand ist unausforschlich.<br \/>\nEr gibt dem M\u00fcden Kraft und St\u00e4rke genug dem Unverm\u00f6genden.<br \/>\nM\u00e4nner werden m\u00fcde und matt, J\u00fcnglinge straucheln und fallen;<br \/>\naber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren<br \/>\nmit Fl\u00fcgeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass<br \/>\nsie wandeln und nicht m\u00fcde werden.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Ermutigung kann man immer brauchen. Ob man sie auch immer nutzen, also<br \/>\nsie sich zug\u00e4nglich, nutzbar und n\u00fctzlich machen kann, ist eine<br \/>\nandere Frage. Der Jesaja-Text will Trost und Ermutigung sein. Zugleich<br \/>\nruft er die Bilder aus Nablus, Ramallah und Bethlehem auf. Bewaffnete<br \/>\nund Unbewaffnete in der Geburtskirche eingeschlossen und verschanzt, Panzer<br \/>\nin den pal\u00e4stinensischen Autonomiegebieten und immer wieder solche,<br \/>\ndie irgendwen mehr hassen, als sie das Leben lieben k\u00f6nnen. Ganz<br \/>\nvon allein stellen sich die Abnutzungs &#8211; und Erm\u00fcdungseffekte ein,<br \/>\n\u00fcber die der unbekannte Prophet, den wir als zweiten Jesaja kennen,<br \/>\ndoch gerade hinausf\u00fchren will.<\/p>\n<p>Unser zweiter Jesaja hat gegen die Abnutzungs- und Erm\u00fcdungseffekte<br \/>\nseiner Zeit eine eigene Strategie entwickelt. Er erz\u00e4hlt von dem<br \/>\nSch\u00f6pfergott, der doch die Enden der Welt geformt, der das Volk Israel<br \/>\naus \u00c4gypten gef\u00fchrt und \u00fcberhaupt erst zu einem Volk gemacht,<br \/>\nder dem David ein eigenes Reich gegeben und ihm schlie\u00dflich verhei\u00dfen<br \/>\nhat, dass es Bestand haben soll. Dann wartet er gewisserma\u00dfen darauf,<br \/>\nwelche Effekte die alten Motive und deren neue Kombination in der verfahrenen<br \/>\nLage nach dem Zusammenbruch und im Exil hervorbringt.<\/p>\n<p>Manchmal sind solche Umwege n\u00f6tig. Manchmal muss man ein paar Schritte<br \/>\nzur\u00fccktreten, um einen neuen Blickwinkel zu gewinnen. 500 Jahre liegt<br \/>\nf\u00fcr Jesaja die Davidzeit zur\u00fcck, 1000 Jahre und mehr der Auszug<br \/>\naus \u00c4gypten, nach damaliger \u00dcberzeugung etwa 2500 Jahre die<br \/>\nSch\u00f6pfung. Das Ergebnis l\u00e4sst sich sehen. In den gro\u00dfen<br \/>\nStrom von Sch\u00f6pfung, Geschichte und Heilsgeschichte eingeordnet,<br \/>\nverliert die eigene Situation ihre schiere Ausweglosigkeit. Jesaja l\u00e4sst<br \/>\nseine Verse in die Verhei\u00dfung m\u00fcnden, dass dem M\u00fcden neue<br \/>\nKraft und dem Unverm\u00f6genden ungeahnte St\u00e4rke zustr\u00f6men<br \/>\nsollen.<\/p>\n<p>Nur eine Woche nach Ostern ist es allemal den Versuch wert, eigene Haken<br \/>\ndurch Geschichte und Heilsgeschichte zu schlagen, um nicht vor den aktuellen<br \/>\nBildern und Ereignissen einzuknicken.<\/p>\n<p>Ein Blick in den Predigttext belehrt uns \u00fcber die Wurzel allen \u00dcbels:<br \/>\nEs sind die M\u00e4nner, die jungen zumal. &#8222;M\u00e4nner werden m\u00fcde<br \/>\nund matt, und J\u00fcnglinge straucheln und fallen.&#8220; Ganz ohne Wahrheit<br \/>\nist diese Analyse ja nicht. Im Nahen Osten ist es die Verbohrtheit alter<br \/>\nM\u00e4nner, die jeden L\u00f6sungsversuch blockiert. Und es ist der bl\u00f6dsinnige<br \/>\nOpfermut und die pubert\u00e4re Verf\u00fchrbarkeit der J\u00fcnglinge,<br \/>\ndie f\u00fcr den notwendigen t\u00e4glichen Blutzoll sorgen.<\/p>\n<p>Sind die M\u00e4nner das Problem, und die jungen zumal, dann sind es<br \/>\nim Umkehrschluss die Frauen, auf die Jesaja seine Hoffnungen setzen m\u00fcsste,<br \/>\nnat\u00fcrlich allen voran die \u00e4lteren unter ihnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Moment also d\u00fcrfen sich die Damen unter Ihnen etwas<br \/>\naufrechter setzen. Denn auf Sie liefen so gesehen die Verse zu: Die auf<br \/>\nden Herren harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Fl\u00fcgeln<br \/>\nwie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und<br \/>\nnicht m\u00fcde werden.<\/p>\n<p>Diese Jesaja-Auslegung balanciert zugegebenerma\u00dfen hart auf der<br \/>\nGrenze der Seriosit\u00e4t. Und wenn sie sich wohl auch nicht wird halten<br \/>\nlassen, f\u00fchrt sie doch f\u00fcr&#8217;s erste ein, warum ich Ihnen an dieser<br \/>\nStelle von meiner Tante Lilly erz\u00e4hlen will.<\/p>\n<p>Tante Lilly lebte in Berlin, und ob sie wirklich meine Tante war, k\u00f6nnte<br \/>\nich nicht beschw\u00f6ren. Wenn, dann war sie auf eine weitverzweigte<br \/>\nund v\u00f6llig un\u00fcbersichtliche Weise verwandt. Zu meinen wenigen<br \/>\nErinnerungen an diese be\u00e4ngstigend hagere Frau geh\u00f6rt ihre Redewendung:<br \/>\n&#8222;Is det ulkig!&#8220; Damit hat sie nahzu die gesamte Unterhaltung<br \/>\nbei meiner Konfirmation bestritten.<\/p>\n<p>Tante Lilly lebte in Berlin-Willmersdorf in der Sieglindestra\u00dfe<br \/>\nin einem typischen Altbau: hohe R\u00e4ume, hohe Treppen, dunkle schwere<br \/>\nM\u00f6bel mitten aus der Kaiserzeit. Irgendwo in dieser Kaiserzeit musste<br \/>\nsie auch geboren worden sein. Als Kind war mir nur soviel klar: es war<br \/>\nin grauer Vorzeit, als die Welt noch schwarz-wei\u00df mit einem deutlichen<br \/>\nStich ins br\u00e4unliche aussah.<\/p>\n<p>Tante Lilly war nie verheiratet, und wenn sie \u00fcberhaupt Verwandte<br \/>\nhatte, dann waren das wir. Sie hatte das Kaiserreich niedergehen sehen<br \/>\nund erlebt, wie die geschlagenen Soldaten des ersten Weltkriegs wiederkamen.<br \/>\nSie hatte f\u00fcr sich selber sorgen gelernt und war durch die Weimarer<br \/>\nRepublik gekommen. Irgendwie hatte sie in der Zeit der gro\u00dfen Geldentwertung<br \/>\nihre sieben Sachen beisammen gehalten und wohl schon mit der ihr sp\u00e4ter<br \/>\neigenen Distanz die Aufm\u00e4rsche der Kommunisten und der Nationalsozialisten<br \/>\nbeobachtet.<\/p>\n<p>Wenn wild entschlossene M\u00e4nner durch Sieglindestra\u00dfe marschierten,<br \/>\nalle mit roten Fahnen, die einen mit, die anderen ohne Hakenkreuz, stand<br \/>\nsie am Fenster und rief den Freundinnen der Teerunde zu: &#8222;Kiekt mal,<br \/>\nis det ulkig!&#8220;<\/p>\n<p>Det h\u00f6rte bald auf, ulkig zu sein. Die einen Fahnen wurden verboten,<br \/>\ndie anderen musste jeder in der Sieglindestra\u00dfe haben und zu den<br \/>\nentsprechenden Gelegenheiten aus dem Fenster h\u00e4ngen. Tante Lilly<br \/>\nsah den Reichstag abbrennen, die gro\u00dfe Propagandashow der olympischen<br \/>\nSpiele 1936 und trat, als sie aufgefordert wurde, sich nationalsozialistisch<br \/>\nzu engagieren dem deutschen Kraftfahrer-Corps bei. Bis zu ihrem Tod vor<br \/>\ndrei Jahren hat sie nie einen F\u00fchrerschein besessen.<\/p>\n<p>Sie sah, wie f\u00fcr einige Nachbarn Uniformen zur normalen Kleidung<br \/>\nund zum Zeichen politischen Aufstiegs wurden. Dadurch, dass einer von<br \/>\nihnen breitbeinig vor dem Gesch\u00e4ft an der Ecke aufgebaut stand, erfuhr<br \/>\nsie, dass der Gem\u00fcseh\u00e4ndler Jude war. Nach dem Synagogenbrand<br \/>\nverschwand der \u00fcber Nacht. Wie der Kinderarzt aus dem Nachbarhaus<br \/>\nsoll er nach Amerika ausgewandert sein.<\/p>\n<p>Tante Lilly war nicht mehr jung, als sie Nacht f\u00fcr Nacht die Kinder<br \/>\nder Nachbarn in den Keller tragen half. M\u00e4nner waren selten geworden<br \/>\nin der Nachbarschaft, und wie die anderen Frauen \u00fcbernahm sie zus\u00e4tzliche<br \/>\nAufgaben.<\/p>\n<p>Das Haus in der Sieglindestra\u00dfe wurde nicht von Fliegerbomben getroffen.<br \/>\nDa aber das Nachbarhaus komplett zerst\u00f6rt wurde, fehlte eine Seitenwand.<br \/>\nNicht an Tante Lillys Wohnung, sondern an den Wohnungen auf der anderen<br \/>\nSeite. Lampe, Tischchen, Sofa und die Anrichte mit dem Volksempf\u00e4nger,<br \/>\nalles stand offen da wie bei einem Puppenhaus.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter erz\u00e4hlte Tante Lilly, es sei irgendwie &#8222;ulkig&#8220;<br \/>\ngewesen, dass ausgerechnet die Frau, die bei Goebbels ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigter<br \/>\nSportpalast-Rede f\u00fcr den &#8222;totalen Krieg&#8220; geschrien hatte,<br \/>\ndann bei ihr um Unterschlupf bitten musste. Durch die fehlende Wohnzimmerwand<br \/>\nsei der wohl die Lust auf den totalen Krieg ziemlich abgek\u00fchlt. So<br \/>\nzugig habe sie sich die Sache anscheinend nicht vorgestellt.<\/p>\n<p>In der Wohnung, die immer mehr als reichlich gewesen war, wurde es eng.<br \/>\nMehrere Nachbarfamilien zogen mit ein. Zwei f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige<br \/>\nJungen stahlen sich in der zweiten Nacht davon. Sie wollten sich freiwillig<br \/>\nf\u00fcr die Verteidigung Berlins melden und dem Russen zeigen, was eine<br \/>\nHarke ist, schrieben sie in ihrem Abschiedsbrief. Irgendwie hat das mit<br \/>\nder Harke nicht so richtig funktioniert. Beide kehrten nicht mehr zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Und dann schlug &#8211; wie soll man sagen? &#8211; Tante Lillys gro\u00dfe Stunde.<br \/>\nNiemand h\u00e4tte gedacht, dass das etwas sonderbare und inzwischen unbestimmbar<br \/>\n\u00e4ltliche Fr\u00e4ulein Kunitz \u00fcberhaupt eine Kittelsch\u00fcrze<br \/>\nbesa\u00df. Mit eben dieser und einem Tuch um die Haare machte sie sich<br \/>\ndaran, die Aufr\u00e4umarbeiten in der Sieglindestra\u00dfe zu koordinieren.<br \/>\nSie stellte Pl\u00e4ne auf, teilte Dienste ein und bestimmte, wo der gesammelte<br \/>\nSchutt abzuladen sei. Sie organisierte den Abtransport und sorgte f\u00fcr<br \/>\neine halbwegs gerechte Verteilung der Lebensmittel.<\/p>\n<p>\u00dcber etliche Jahre hat sie von morgens bis abends Tr\u00fcmmergrundst\u00fccke<br \/>\nger\u00e4umt. Der Elan derer, die ein tausendj\u00e4hriges Reich hatten<br \/>\nbauen wollen, war nach nur f\u00fcr zw\u00f6lf Jahre ersch\u00f6pft. Aber<br \/>\ner hatte gen\u00fcgt, die Sieglindestra\u00dfe und Stra\u00dfenzug um<br \/>\nStra\u00dfenzug, soweit das Auge reichte, in Schutt und Asche zu legen.<br \/>\nW\u00e4hrend in den zw\u00f6lf tausendj\u00e4hrigen Jahren alles und jedes<br \/>\nzur gro\u00dfen Tat am Volksk\u00f6rper emporgelobt wurde, galt es jetzt<br \/>\neinfach Tag um Tag Eimer und Wannen zu f\u00fcllen, die brauchbaren Steine<br \/>\nund Ziegel von den zertr\u00fcmmerten zu trennen und einer zertr\u00fcmmerten<br \/>\nWelt wieder Lebensm\u00f6glichkeiten abzutrotzen.<\/p>\n<p>Diese Tr\u00fcmmerfrauen sehe ich vor mir, wenn ich Jesajas Vers lese<br \/>\nund h\u00f6re: Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie<br \/>\nauffahren mit Fl\u00fcgeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden,<br \/>\ndass sie wandeln und nicht m\u00fcde werden.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter dann hat Tante Lilly erst meine Mutter und dann meine Gro\u00dfmutter<br \/>\naufgenommen, als die \u00fcber Ostberlin in den Westen kamen. Vielleicht<br \/>\nwird ein Mensch, wenn er so viel Dinge kommen und gehen sieht, so wie<br \/>\nmeine Berliner Tante Lilly: &#8222;Is det ulkig&#8220;, klingt mir immer<br \/>\nim Ohr, wenn ich an sie denke. Und sie meinte damit besonders gern Dinge,<br \/>\ndie andere unendlich schwer und wichtig nehmen konnten.<\/p>\n<p>Woher jemand in den entscheidenden Momenten die notwendige Kraft bekommt?<br \/>\nIch kann es nicht sagen. Es scheint aber hilfreich zu sein, die Kr\u00e4fte<br \/>\nnicht unn\u00fctz zu vergeuden. Wenn man einmal bedenkt, wieviel Energie<br \/>\nes kostet, zu hassen. Das ist ein gewaltiger Aufwand, f\u00fcr jemanden,<br \/>\nden man doch eigentlich gar nicht leiden kann.<\/p>\n<p>Frauen wie Tante Lilly werden die Tr\u00fcmmer aufr\u00e4umen m\u00fcssen,<br \/>\ndie allenthalben entstehen. Sie werden die Toten bergen, den Schutt sortieren<br \/>\nund einer zertr\u00fcmmerten Welt wieder Lebensm\u00f6glichkeiten abringen.<\/p>\n<p>So wird es sein. Nichts anderes sagt Jesajas Verhei\u00dfung. So gesehen<br \/>\nist sogar der kleine Vers schon eine Verhei\u00dfung: &#8222;M\u00e4nner<br \/>\nwerden m\u00fcde und matt, und J\u00fcnglinge straucheln und fallen.&#8220;<br \/>\nJede Verbohrtheit muss einmal an Ersch\u00f6pfung zugrunde gehen, jeder<br \/>\nFanatismus verbraucht einfach zu viel Energie, um ewig w\u00e4hren zu<br \/>\nk\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um meiner selbst und um einer halbwegs seri\u00f6sen Auslegung Jesajas<br \/>\nwillen soll nun aber Schluss damit sein, die M\u00e4nner als Wurzel allen<br \/>\n\u00dcbels zu beschreiben. Jesaja hatte ja nicht die Tr\u00fcmmerfrauen<br \/>\nim Sinn, die zur Tat schreiten, nachdem die M\u00e4nner sich ausgetobt<br \/>\nhaben. Gerade die M\u00fcden sollen neue Kraft finden und die Gestrauchelten<br \/>\nsollen wieder auf die F\u00fc\u00dfe kommen. Und nirgendwo steht geschrieben,<br \/>\ndass erst alles in Schutt und Asche gelegt werden muss, bevor es so weit<br \/>\nsein soll.<\/p>\n<p>Der Gott, der aus dem Chaos eine bewohnbare Welt geschaffen hat, der<br \/>\nwird dem Menschen auch Kr\u00e4fte zuwachsen lassen, eine aus Hass und<br \/>\nZerst\u00f6rung verw\u00fcstete Welt wieder bewohnbar zu machen. Aber<br \/>\nes wird Menschen wie meiner Tante Lilly ungleich leichter fallen, Wunden<br \/>\nzu verbinden, Hass zu verwandeln und Tr\u00fcmmer zu beseitigen, je fr\u00fcher<br \/>\ndem Kreislauf von Erniedrigung, Gewalt und Tod Einhalt geboten wird.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b>Pastor Ulrich Braun<br \/>\n<a href=\"mailto:%20Ulrich.F.Braun@t-online.de\">eMail: Ulrich.F.Braun@t-online.de<\/a><br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Quasimodogeniti (1. Sonntag nach Ostern), 7. April 2002 Jesaja 40, 26 &#8211; 31, verfa\u00dft von Ulrich Braun Predigttext: Jesaja 40, 26-31 Hebet eure Augen in die H\u00f6he und seht! Wer hat dies geschaffen? 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