{"id":9088,"date":"2021-02-07T19:49:56","date_gmt":"2021-02-07T19:49:56","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9088"},"modified":"2022-08-09T18:38:33","modified_gmt":"2022-08-09T16:38:33","slug":"offenbarung-15-2-4-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/offenbarung-15-2-4-3\/","title":{"rendered":"Offenbarung 15, 2-4"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger <\/a><\/b><\/p>\n<p>Predigten im Internet<\/p>\n<p>hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch<\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">Kantate <\/span><span style=\"color: #000099;\">(4. Sonntag<br \/>\nnach Ostern), 28. April 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber Offenbarung 15, 2-4, verfa\u00dft von Heinz Janssen<\/span><\/b><b><\/b><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Vorschlag zur Gottesdienstgestaltung nach den Ereignissen in Erfurt<br \/>\nam 26. April: <\/b><\/p>\n<p>Ich werde wahrscheinlich vor dem Orgelspiel zusammen mit einem Kirchen\u00e4ltesten<br \/>\neine Kerze anz\u00fcnden und zum stillen Gebet Zeit lassen, das ich mit<br \/>\neinem Kyriegebet aufnehme.<\/p>\n<p>SINGET DEM HERRN EIN NEUES LIED<br \/>\noder: EINSTIMMUNG AUF DAS LIED DER HOFFNUNG<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>&#8222;Kantate&#8220; hei\u00dft dieser 4.Sonntag nach Ostern. Zum Singen<br \/>\nwerden wir an diesem Sonntag ausdr\u00fccklich aufgefordert. Was w\u00e4re<br \/>\nein Gottesdienst ohne Gesang, und was w\u00e4re unser Lebensalltag ohne<br \/>\nLieder! Aber andererseits ist Singen nicht gerade selbstverst\u00e4ndlich.<br \/>\nKantate &#8211; dieser Aufruf zum Singen hat eine bestimmte Ausrichtung, einen<br \/>\nbeschreibbaren Sinngehalt, einen Beweggrund: Cantate Domino &#8211; Singet dem<br \/>\nHERRN, singt f\u00fcr Gott!<\/p>\n<p>Singen wir heute in diesem festlichen Gottesdienst, so tun wir es voll<br \/>\nFreude. Ich darf miteinstimmen, mich hineinnehmen und sogar tragen lassen,<br \/>\nwenn es mir schwerf\u00e4llt, mitzusingen.<\/p>\n<p>I. &#8222;Singet dem HERRN ein neues Lied&#8230;&#8220;, h\u00f6ren wir im<br \/>\nSonntagspsalm (98, 1). Diese Einladung begleitet uns auch als Wochenspruch<br \/>\ndurch die kommende Woche. &#8222;Ein neues Lied&#8220; singen &#8211; was hei\u00dft<br \/>\ndas? Es kann bedeuten: Jeden Tag mit seiner Melodie neu annehmen. An fr\u00f6hlichen<br \/>\nTagen frohe Lieder, in Momenten des Gl\u00fccks Lieder voller Dankbarkeit.<br \/>\nWird es ein dunkler Tag f\u00fcr mich, ist mein Klagelied kein Zeichen<br \/>\ndes Unglaubens. Es gibt Tage, an denen es n\u00f6tig ist, sich gegenseitig<br \/>\naufzumuntern. Welch eine Kraft k\u00f6nnen dabei Lieder haben! Und was<br \/>\nf\u00fcr ein emotionaler Ausdruck kann ein Lied sein, wenn es gilt, pers\u00f6nlich<br \/>\nerfahrene Liebe und Zuwendung zu besingen! Es gibt so viele Lieder und<br \/>\nLebensmelodien. Ein neues Lied singen hei\u00dft: sich immer wieder in<br \/>\ndie vielseitigen Herausforderungen des Lebens hineinnehmen lassen, auf<br \/>\ndie Melodie, den Rhythmus der verschiedenen Lebenssituationen achten und<br \/>\ndie eigene Stimme miteinbringen &#8211; leicht, freudig, klagend oder getragen<br \/>\nund wenn n\u00f6tig schrill nach Aufmerksamkeit verlangend, gewaltig oder<br \/>\nzart.<\/p>\n<p>Das neue Lied will die leidvollen Erfahrungen in unserem Leben also nicht<br \/>\n\u00fcbert\u00f6nen, auch nicht in Einklang bringen mit unseren vielf\u00e4ltigen<br \/>\nund zuweilen dissonanten Lebensmelodien oder Misskl\u00e4ngen. Das neue<br \/>\nLied der Hoffnung nimmt aber den traurigen und bedr\u00e4ngenden Melodien<br \/>\nihre letzte M\u00e4chtigkeit. Es setzt ihnen eine Grenze und l\u00e4sst<br \/>\nschon ein wenig hineinh\u00f6ren in jenen &#8222;h\u00f6hern Chor&#8220;<br \/>\n(EG 328, 3), der von der \u00dcberwindung allen Leides wei\u00df.<\/p>\n<p>Paul Gerhardt verdanken wir viele der sch\u00f6nsten Kirchenlieder, Lieder<br \/>\nvoller Trost und Hoffnung. Er konnte den tiefsten Beweggrund seines Singens<br \/>\nin die Worte fassen: Mein Herze geht in Spr\u00fcngen und kann nicht traurig<br \/>\nsein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne,<br \/>\ndie mir lachet, ist mein Herr Jesu Christ; das, was mich singen machet,<br \/>\nist, was im Himmel ist (EG 351, 13). &#8211; H\u00f6ren wir dazu die beschwingte<br \/>\nMelodie! (Orgel oder ein anderes Instrument)<\/p>\n<p>II. &#8222;&#8230;das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.&#8220;<br \/>\n&#8211; In die himmlische Welt durfte vor rund 1900 Jahren der Seher Johannes<br \/>\nauf der Insel Patmos schauen. Wegen seines Glaubens wurde er von den r\u00f6mischen<br \/>\nMachthabern dorthin verbannt. Wir k\u00f6nnen heute noch seinen Spuren<br \/>\nauf den wunderbaren und heute ganz von der Botschaft des Johannes gepr\u00e4gten<br \/>\nInsel in der \u00c4g\u00e4is folgen. Im letzten Buch der Bibel, in der<br \/>\nOffenbarung des Johannes, auch &#8222;Apokalypse&#8220; genannt, h\u00f6ren<br \/>\nwir im 15.Kapitel, in den Versen 2 bis 4, dem heutigen Predigttext (\u00dcbersetzung<br \/>\nGute Nachricht Bibel 1997):<\/p>\n<p><i>2 Ich sah etwas wie ein gl\u00e4sernes Meer, das mit Feuer vermischt<br \/>\nwar. Auf diesem Meer sah ich alle die stehen, die den Sieg \u00fcber das<br \/>\nTier erlangt hatten und \u00fcber sein Standbild und die Zahl seines Namens.<br \/>\nSie hielten Harfen in den H\u00e4nden, die Gott ihnen gegeben hatte.<\/i><\/p>\n<p><i>3 Sie sangen das Lied, das Mose, der Diener Gottes, verfasst hatte,<br \/>\nund das Lied des Lammes:<br \/>\n&#8222;Herr, unser Gott, du Herrscher der ganzen Welt, wie gro\u00df und<br \/>\nwunderbar sind deine Taten! In allem, was du planst und ausf\u00fchrst,<br \/>\nbist du vollkommen und gerecht, du K\u00f6nig \u00fcber aller V\u00f6lker!<\/i><\/p>\n<p><i>4 Wer wollte dich, Herr, nicht f\u00fcrchten und deinem Namen keine<br \/>\nEhre erweisen? Alle V\u00f6lker werden kommen und sich vor dir niederwerfen;<br \/>\ndenn deine gerechten Taten sind nun f\u00fcr alle offenbar geworden&#8220;.<\/i><\/p>\n<p>&#8222;Das Lied der \u00dcberwinder&#8220; &#8211; so lautet die \u00dcberschrift<br \/>\n\u00fcber diese Vision in der Lutherbibel. &#8220; <i>Wie gro\u00df und<br \/>\nwunderbar sind deine Taten! In allem, was du planst und ausf\u00fchrst,<br \/>\nbist du vollkommen und gerecht, du K\u00f6nig \u00fcber aller V\u00f6lker&#8230;&#8220;<\/i>,<br \/>\nso sangen sie vor Gott, jene, welche &#8222;die gro\u00dfe Verfolgung<br \/>\ndurchgestanden&#8220; (Kap. 7, 14) haben. Die Inhalte ihres Liedes waren<br \/>\nJohannes und der Gemeinde damals aus ihrer Bibel, besonders aus den Psalmen,<br \/>\nund aus den Gottesdiensten bekannt. Uns heute kann dabei das volkst\u00fcmliche<br \/>\nLied &#8222;Gro\u00dfer Gott, wir loben dich&#8220; in den Sinn kommen.<br \/>\nWollen wir es einmal singen? (OrganistIn intoniert, Gemeinde singt EG<br \/>\n331, 1)<\/p>\n<p>Jene Schar der \u00dcberwinder, die Johannes schaute, standen singend<br \/>\nund Harfen spielend &#8222;auf dem gl\u00e4sernen Meer&#8220;. Das gl\u00e4serne<br \/>\nMeer ist &#8222;mit Feuer vermischt&#8220; &#8211; Feuer: es erinnert hier an<br \/>\nden brennenden Dornbusch, ein Bild f\u00fcr Gott und seine N\u00e4he,<br \/>\nf\u00fcr seinen brennenden, nicht verl\u00f6schenden Eifer f\u00fcr sein<br \/>\nleidendes Volk. Das Meer, die Ozeane, mit ihrer unermesslichen Tiefe,<br \/>\nihrer Wildheit und ihrem Dunkel waren von alters her ein Bild f\u00fcr<br \/>\nBedrohung, Gefahr und Tod. Demgegen\u00fcber steht die Vision vom gl\u00e4sernen<br \/>\nMeer in der himmlischen Welt &#8211; niemand wird in die Tiefe gerissen, es<br \/>\ntr\u00e4gt. Es ist durchsichtig wie Glas, kristallklar, still, hell, lichtdurchflutet.<br \/>\nLicht und Glanz gehen von ihm aus in die Dunkelheit der Welt &#8211; &#8222;Morgenglanz<br \/>\nder Ewigkeit&#8230;&#8220; (Intonation EG 450 mit Orgel oder einem anderen<br \/>\nInstrument).<\/p>\n<p>III. Jetzt k\u00f6nnen wir verstehen, dass die Offenbarung des Johannes<br \/>\nf\u00fcr die damals durch Verfolgung heimgesuchten Christen nicht ein<br \/>\nBuch des Schreckens, sondern der Hoffnung und des Trostes war. Die Botschaft<br \/>\nvon der \u00dcberwindung des Leides, von der Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit<br \/>\nder Wege Gottes, gab ihnen Kraft f\u00fcr ihren schweren Weg und ermutigte<br \/>\nsie, trotz allem auf Wegen der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens<br \/>\nzu gehen und dabei an Gott festzuhalten.<\/p>\n<p>Das Lied der \u00dcberwinder hat f\u00fcr Johannes und seine Gemeinde<br \/>\neine T\u00fcr ge\u00f6ffnet, wenn auch nur einen Spalt breit. Ein Strahl<br \/>\nder Ewigkeit drang hindurch in diese Welt der Verg\u00e4nglichkeit, des<br \/>\nLeides und voller Perversionen. Ein Licht ist ihnen aufgegangen. Es hatte<br \/>\ndie Kraft ihnen &#8222;heimzuleuchten&#8220;. Jetzt ahnten sie: das Leben<br \/>\nist mehr als was vor Augen ist, mehr als Leid, Scheitern und Zerbrechen&#8230;<br \/>\nDarum haben Lieder, besonders Lieder der Hoffnung, so einen tiefen Sinn.<\/p>\n<p>Die \u00dcberwinder, die Johannes in seiner Vision schaute, standen auf<br \/>\neinem &#8222;gl\u00e4sernen Meer&#8220;, sie hatten in der N\u00e4he Gottes<br \/>\nmehr als das Vordergr\u00fcndige vor Augen, hatten den Durchblick und<br \/>\nkonnten auf den Grund schauen. Wo stehen wir? Wo stehst Du, wo stehe ich?<br \/>\n&#8211; Wir stehen noch nicht dort in der lichten Klarheit Gottes. Uns steht<br \/>\nmanchmal das Wasser bis zum Hals, und wir drohen in den Fluten und rei\u00dfenden<br \/>\nStr\u00f6men des Lebens umzukommen. &#8222;Gott, hilf mir! Denn das Wasser<br \/>\ngeht mir bis an die Kehle&#8220;, hei\u00dft es in einem Psalm (69,2).<\/p>\n<p>Wie klingt Dein Lied der Hoffnung? &#8211; Wenn Du kein eigenes hast, darfst<br \/>\nDu auf Altbew\u00e4hrtes zur\u00fcckgreifen. Schon immer wurde Hoffnung<br \/>\nin Worte, Lieder und Musik gefasst &#8211; wir werden heute an das Lied des<br \/>\nMose, des Knechtes Gottes, erinnert; es besingt wie das Lied Mirjams die<br \/>\nBefreiung der Israeliten aus der einstigen \u00e4gyptischen Sklaverei<br \/>\nund will damit mehr als nur zur\u00fcckblicken. Es besingt den auch heute<br \/>\nund in Zukunft aus aller Not rettenden Gott &#8211; f\u00fcr diesen Gott erklingt<br \/>\nzugleich das Lied, mit dem Jesus, sein Christus, das Lamm, das der Welt<br \/>\nS\u00fcnde tr\u00e4gt und daf\u00fcr gelitten hat und lebt, ihm allein<br \/>\ndie Ehre gibt : &#8222;Wie gro\u00df und wunderbar sind deine Taten! In<br \/>\nallem, was du planst und ausf\u00fchrst, bist du vollkommen und gerecht,<br \/>\ndu K\u00f6nig \u00fcber alle V\u00f6lker&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Darum stimme ein in die neuen Lieder der Hoffnung auf Gott, singe gegen<br \/>\ndas alte Lied des ewigen Zweifelns und der Resignation an &#8211; trotz aller<br \/>\ntobenden Wasser und gef\u00e4hrlichen Str\u00f6mungen, die uns den Durchblick<br \/>\nnehmen. Gib dem Vertrauen und der Hoffnung auf Gott eine (tragende) Stimme<br \/>\n(&#8222;Tenor&#8220;!) in den wechselnden Lebensmelodien, denn gro\u00df<br \/>\nund wunderbar sind seine Taten, vollkommen und gerecht. (Gemeinde singt<br \/>\n&#8211; statt des von dem\/der Liturgen\/Liturgin gesprochenen Amen &#8211; die Amenstrophe<br \/>\naus EG 289,5:) Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und Heilgem<br \/>\nGeist! Der wolle in uns mehren, was er aus Gnaden uns verhei\u00dft,<br \/>\nda\u00df wir im fest vertrauen und gr\u00fcnden ganz auf ihn, von Herzen<br \/>\nauf ihn bauen, da\u00df unser Mut und Sinn ihm allezeit anhangen. Drauf<br \/>\nsingen wir zur Stund: Amen, wir werden&#8217;s erlangen, glauben wir von Herzensgrund.<\/p>\n<p><b>Exegetische Hinweise und homiletisch-liturgische Gedanken:<\/b><br \/>\nDie Johannes-Offenbarung\/Apokalypse ist bis heute ein in exegetischer,<br \/>\ntheologischer und homiletischer und nicht zuletzt in literarischer Hinsicht<br \/>\nviel umstrittenes Buch. Wegen der F\u00fclle mythologischer Vorstellungen<br \/>\nund einer stark ausgepr\u00e4gten Symbol- und Bildersprache ist es oft<br \/>\nschwer verst\u00e4ndlich &#8211; inzwischen allerdings in vielem &#8222;verst\u00e4ndlicher&#8220;,<br \/>\nwas die &#8222;apokalyptischen&#8220; Aspekte betrifft, und geradezu aktuell<br \/>\nin der Ekklesiologie, wenn es um die Frage nach den &#8222;Standpunkten&#8220;<br \/>\nder Kirche in der Gesellschaft geht. Zu beachten ist die vielschichtige<br \/>\nRezeption des Ersten Testamentes sowie der liturgischen Tradition. Die<br \/>\nPerikope 15,2-4 steht im Kontext der dramatischen Vision von den Sieben-Schalen<br \/>\n(Kap. 15,1-16,21 vgl. die Visionen von den sieben Siegeln und sieben Posaunen,<br \/>\nKap. 5-11); diese erinnert z.T. an die \u00e4gyptischen Plagen (Ex 7-11)<br \/>\nund leitet das Gericht \u00fcber Babel, Inbegriff der gott- und menschenfeindlichen<br \/>\nM\u00e4chte (vgl. die Rede vom &#8222;Tier&#8220; in V.2 und Kap. 13), ein.<\/p>\n<p>Der Abschnitt, dessen &#8211; wie \u00fcberhaupt der ganzen Apokalypse &#8211; &#8222;seelsorgerliche(s)<br \/>\nAnliegen&#8220; (NTD 11, J.Behm, S.89\/vgl. E.Lohse) im Horizont des sich<br \/>\ndurchsetzenden machtvollen Heilshandeln Gottes (U.Schnelle, Einl. i.d.<br \/>\nNT, S.596.608) mit zu bedenken ist (vgl. Kap. 16,15!), m\u00fcndet in<br \/>\neinen &#8222;Hymnus der Anbetung&#8220; (H.Lilje, Das letzte Buch der Bibel,<br \/>\nS.229); er wird angestimmt in der himmlischen Welt (&#8222;auf dem gl\u00e4sernen<br \/>\nMeer&#8220;\/epi taen thalassan taen hyalinaen V.2) von jenen, die im Kampf<br \/>\ndes Glaubens nicht unterlagen und an Gott trotz allem festhielten (nikoontes<br \/>\nek tou thaeriou V.2). Der Hymnus, eine Gottespr\u00e4dikation, ist durch<br \/>\nund durch liturgisch und nach dem Muster der biblischen hebr\u00e4ischen<br \/>\nPsalmen geformt und verbindet die Gemeinde Jesu Christi, des &#8222;Lammes&#8220;,<br \/>\nmit der Gemeinde des Moses, des &#8222;Knechtes Gottes&#8220;. Beide Titel<br \/>\n&#8222;Knecht Gottes&#8220; (doulos tou theou\/servus Dei) und &#8222;Lamm&#8220;<br \/>\n(arnion\/agnus) weisen in einer nicht mehr zu \u00fcberbietenden Steigerung<br \/>\nauf den exemplarisch in Mose und Jesus von Nazareth verwirklichten hingebungsvollen<br \/>\nDienst vor Gott und die Gott dadurch erwiesene Doxa hin.<\/p>\n<p>Getragen ist der Hymnus von der Hoffnung einer bedr\u00e4ngten Gemeinde<br \/>\nauf die rettende, befreiende und bewahrende Gerechtigkeit Gottes: keine<br \/>\nMacht der Welt, auch nicht das abgr\u00fcndigste menschenfeindliche und<br \/>\nLeben zerst\u00f6rende menschliche Handeln, kann sie aufhalten. So &#8222;mobilisiert&#8220;<br \/>\ndie Perikope die Seelenkr\u00e4fte, um &#8211; gest\u00e4rkt durch die &#8222;Vision<br \/>\neiner gerechten Welt&#8220; (so der Untertitel in der dt. \u00dcbers. der<br \/>\nStudien von Elisabeth Sch\u00fcssler-Fiorenza, The Book of Revelation)<br \/>\n&#8211; wachsam der (organisierten) anthropologischen und theologischen Perversion<br \/>\nentgegenzutreten. Dem Gott pr\u00e4dizierenden Singen und Musizieren kommt<br \/>\ndabei eine nicht zu untersch\u00e4tzende emotionale Bedeutung zu &#8211; &#8222;Cantate<br \/>\nDomino&#8220; (Psalm 96,1-3\/ &#8222;in gratias cantantes in cordibus vestris<br \/>\nDeo&#8220; (Sonntagsepistel Kolosser 3,12-17). Welch eine Chance f\u00fcr<br \/>\ndas Zusammenwirken von LiturgInnen und KirchenmusikerInnen am Sonntag<br \/>\n&#8222;Kantate&#8220;, dem Sonntag der Kirchenmusik! Wenn dann noch &#8211; als<br \/>\nAnklang an die &#8222;kitharai tou theou&#8220; (V.2) &#8211; eine Harfe (bzw.<br \/>\nLaute oder Zither) erklingen k\u00f6nnte!<\/p>\n<p><b>Psalm 98<\/b><\/p>\n<p><b>Kyriegebet<\/b> (nach Dag Hammarskj\u00f6ld) M\u00f6ge sich alles in<br \/>\nmeinem Wesen, o Gott, zu Deiner Ehre wenden, und m\u00f6ge ich nie verzweifeln;<br \/>\ndenn ich bin unter Deiner Hand, und alle Kraft und G\u00fcte sind in Dir.<br \/>\nGib mir einen reinen Sinn, dass ich Dich erblicke, einen dem\u00fctigen<br \/>\nSinn, dass ich Dich h\u00f6re, einen liebenden Sinn, dass ich Dir diene,<br \/>\neinen gl\u00e4ubigen Sinn, dass ich in Dir bleibe.<\/p>\n<p><b>Epistel<\/b> Kolosser 3,12-17<\/p>\n<p><b>Evangelium<\/b> Matth\u00e4us 11,25-30<\/p>\n<p><b>Dank und F\u00fcrbitten<\/b> (sind bei Abgabe meines Manuskriptes noch<br \/>\nnicht formuliert &#8211; hier m\u00f6chte ich ausdr\u00fccklich die KirchenmusikerInnnen<br \/>\nins Gebet aufnehmen und Gott f\u00fcr die Gabe der Musik danken und f\u00fcr<br \/>\ndie vielen Menschen, die sie pflegen und andere damit erfreuen, aufmuntern<br \/>\nund beschenken)<\/p>\n<p><b>Liedvorschl\u00e4ge<\/b>: EG 317 Lobe den Herren (Str. 1 &#8222;Psalter<br \/>\nund Harfe wacht auf&#8220;).- EG 186.6 Laudate, omnes gentes (Loblied).-<br \/>\nEG 182,1+4+8 Halleluja (nach der Schriftlesung).- EG 287 (nimmt Psalm<br \/>\n98, den Wochenpsalm, auf) Singet dem Herrn ein neues Lied (nach der Predigt).-<br \/>\nEG 185.4 Agios o Theos (in Verbindung mit dem Abendmahl).- EG 321 Nun<br \/>\ndanket alle Gott.<\/p>\n<p><b>Heinz Janssen<br \/>\nPfarrer an der Providenz-Kirche zu Heidelberg<br \/>\n(Evangelische Landeskirche in Baden)<br \/>\n<a href=\"mailto:Providenz@aol.com\">E-Mail: Providenz@aol.com<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><noscript><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=1&amp;bn=neukirch&amp;f=020428-1.html&amp;r=r1\"\/><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Kantate (4. 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