{"id":9096,"date":"2021-02-07T19:49:55","date_gmt":"2021-02-07T19:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9096"},"modified":"2022-08-10T14:04:59","modified_gmt":"2022-08-10T12:04:59","slug":"roemer-8-26-30-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-8-26-30-2\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 8, 26-30"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger <\/a><\/b><\/p>\n<p>Predigten im Internet<\/p>\n<p>hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch<\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">Exaudi <\/span><span style=\"color: #000099;\">(6. Sonntag<br \/>\nnach Ostern), 12. Mai 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber R\u00f6mer 8, 26-30, verfa\u00dft von Henry von Bose<\/span><\/b><b><\/b><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>der Sonntag heute tr\u00e4gt seinen Namen &#8222;Exaudi&#8220; von dem<br \/>\nPsalmvers: <i>&#8222;Herr, h\u00f6re meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir<br \/>\ngn\u00e4dig und erh\u00f6re mich!&#8220;<\/i> (Ps 27,7)<\/p>\n<p>Der Predigttext aus dem 8. Kapitel des R\u00f6merbriefs nimmt auf seine<br \/>\nWeise die Bitte auf. Der Apostel Paulus entfaltet hier seine Rechtfertigungslehre,<br \/>\ndas Herzst\u00fcck seiner Theologie. Gott ist seinen Menschen unendlich<br \/>\ngut, Jesus Christus hat f\u00fcr ihr Heil alles getan, zum Glauben befreite<br \/>\nMenschen d\u00fcrfen sich als Jesu Geschwister, als Kinder Gottes verstehen,<br \/>\nliebevoll angenommen und geleitet. Zugleich sind sie nicht anders als<br \/>\nalle Menschen der Erfahrung des Leidens ausgesetzt, der Angst. Sie wissen,<br \/>\ndass alles, woran sie h\u00e4ngen und worauf sie angewiesen sind, verg\u00e4nglich<br \/>\nist. Sie verschlie\u00dfen nicht die Augen vor der gro\u00dfen Not und<br \/>\ndem unermesslichen Leid, denen unz\u00e4hlige Menschen \u00fcberall auf<br \/>\nder Welt ausgesetzt sind. Nicht selten tragen Christen schwer daran, wie<br \/>\nviel Ungerechtigkeit und Gewalt das Leben und die Gesundheit vieler Menschen,<br \/>\nganzer V\u00f6lker bedroht. Wie gro\u00df ist das Leid, das zum Himmel<br \/>\nschreit. Immer wieder wird es einzelnen durch eine konkrete Nachricht<br \/>\noder eigenes Erleben bewusst.<\/p>\n<p>Jedes Mal bedeutet das f\u00fcr die Erfahrung des Glaubens Anfechtung.<br \/>\nDieses altmodisch klingende Wort trifft, worum es geht: Anfechtung meint<br \/>\nden schmerzenden inneren Widerstreit im einzelnen Glaubenden zwischen<br \/>\ndem Miterleben der harten Wirklichkeit und der Hoffnung auf die Erl\u00f6sung<br \/>\nder Welt. Paulus beschreibt diesen Gegensatz, der oft schwer auszuhalten<br \/>\nist, und sagt es so: Hier die Knechtschaft der Verg\u00e4nglichkeit, der<br \/>\ndie Sch\u00f6pfung unterworfen ist, und dort die herrliche Freiheit der<br \/>\nKinder Gottes. Kann nicht schon jetzt von dieser Freiheit viel mehr sp\u00fcrbar<br \/>\nwerden, etwas von der verhei\u00dfenen Erl\u00f6sung wirksam werden?<br \/>\nKann nicht das Leid gelindert und das Unrecht beseitigt werden? Solche<br \/>\nFragen fordern sehr viele zu eigener Verantwortung heraus. Sie setzen<br \/>\nsich daf\u00fcr ein, dass sich lebensfreundlichere, gerechtere Verh\u00e4ltnisse<br \/>\nentwickeln k\u00f6nnen. Die Kirchen rufen dazu auf und verpflichten sich<br \/>\ngegenseitig zur Zusammenarbeit. Das wird von vielen als ermutigend erlebt.<br \/>\nDennoch ist oft gro\u00dfe Geduld erforderlich, um an der Hoffnung festzuhalten,<br \/>\ndass Gott seiner Sch\u00f6pfung unendlich wohl will und sie erl\u00f6sen<br \/>\nwird.<br \/>\nAuf diese Spannung spricht Paulus die Gemeinde in Rom an. Er wei\u00df,<br \/>\ndass sie sich mit ihr auseinandersetzt.<\/p>\n<p><i>&#8222;Der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht,<br \/>\nwas wir beten sollen, wie sich&#8217;s geb\u00fchrt; sondern der Geist selbst<br \/>\nvertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.<br \/>\nDer aber die Herzen erforscht, der wei\u00df, worauf der Sinn des Geistes<br \/>\ngerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gef\u00e4llt.<br \/>\nWir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen,<br \/>\ndenen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.<br \/>\nDenn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich<br \/>\nsein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei<br \/>\nunter vielen Br\u00fcdern.<br \/>\nDie er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen<br \/>\nhat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat,<br \/>\ndie hat er auch verherrlicht.&#8220;<\/i> (R\u00f6m 8,26-30)<\/p>\n<p>Paulus spricht die Christen in Rom auf eine Erfahrung an, die er von<br \/>\nsich selbst und aus den anderen Gemeinden kennt: Sie sind von dem inneren<br \/>\nWiderstreit angefochten zwischen dem, wie leidvoll sie die Wirklichkeit<br \/>\nwahrnehmen, und dem, was sie sich von Gott erhoffen. Sie erleben, wie<br \/>\nfern Gott ihnen ist, wie weit der Abstand von ihm ist. Diese Erfahrung<br \/>\nbedr\u00e4ngt sie so sehr, dass Paulus sie aufnimmt und auch auf sich<br \/>\nbezieht: <i>&#8222;Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich&#8217;s geb\u00fchrt.<\/i>&#8220;<br \/>\nWie k\u00f6nnen wir so beten, dass es Gott gef\u00e4llt? Wie k\u00f6nnen<br \/>\nwir ihn erreichen? Mit dem Psalmwort f\u00fcr Exaudi heute: <i>&#8222;Herr,<br \/>\nh\u00f6re meine Stimme, wenn ich rufe.&#8220;<\/i> Wie k\u00f6nnen wir rufen,<br \/>\ndamit Gott uns h\u00f6rt?<\/p>\n<p>Paulus antwortet aus seinem Grundverst\u00e4ndnis des Glaubens. Die<br \/>\nGlaubenden sind gerechtfertigt, sollen sich schon jetzt selbst so sehen:<br \/>\nalles, was wir zum Glauben brauchen, gibt uns Gott selbst. Wir bekommen<br \/>\nes von ihm. Er ist uns immer voraus. Das ist unser Heil. Wir sind nicht<br \/>\ndavon abh\u00e4ngig, was wir vor Gott k\u00f6nnen. Um zu ihm<i> &#8222;lieber<br \/>\nVater&#8220;<\/i> sagen zu k\u00f6nnen, um darauf vertrauen zu k\u00f6nnen,<br \/>\ndass er uns als seine Kinder h\u00f6rt, gibt er uns seinen Geist. Der<br \/>\nGeist Gottes selbst \u00fcberbr\u00fcckt den Abstand der Betenden zu Gott.<br \/>\nEr hilft unserer Schwachheit auf. Er gleicht aus, was wir aus unserer<br \/>\nmenschlichen Kraft nicht k\u00f6nnen. Er vertritt uns. Das tut er mit<br \/>\nunaussprechlichem Seufzen.<\/p>\n<p>Paulus antwortet der Gemeinde in ihrer Anfechtung als Seelsorger. Er<br \/>\ntr\u00f6stet sie und macht ihr Mut. Er nimmt die einzelnen ernst: zurecht<br \/>\nseufzen sie in ihren Leiden an der Wirklichkeit und ihrer nur schwer zu<br \/>\nbewahrenden Geduld, an der Hoffnung nicht zu verzweifeln. Ehrlicher als<br \/>\nein solches Seufzen kann ein Gebet nicht sein. Gerade jetzt k\u00f6nnen<br \/>\nsie sich bewusst machen, was Rechtfertigung bedeutet. Sie m\u00fcssen<br \/>\nvor Gott f\u00fcr ihr Beten keine Regeln einhalten. <i>&#8222;Wir wissen<br \/>\nnicht, was wir beten sollen.&#8220; <\/i>Paulus gibt keine Anweisungen f\u00fcr<br \/>\nrichtiges Beten, <i>&#8222;wie sich&#8217;s geb\u00fchrt&#8220;.<\/i> Er sagt ihnen<br \/>\nnicht, was sie tun m\u00fcssen. Er erkl\u00e4rt ihnen, was Gott tut. Gott<br \/>\ngibt Betenden seinen Geist, l\u00e4sst ihn sie bei sich vertreten. Der<br \/>\nheilige Geist ist wie ein Anwalt, er spricht f\u00fcr sie. Er gleicht<br \/>\naus, was sie nicht wissen. Sie sollen darauf vertrauen: Gottes Geist bringt<br \/>\nihr Seufzen zu ihm; was den Betenden unaussprechlich ist, daf\u00fcr tritt<br \/>\nder Geist bei Gott selbst ein.<\/p>\n<p><i>&#8222;Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge vom<br \/>\nBesten dienen.&#8220; <\/i>Paulus nimmt eine sprichw\u00f6rtliche Redensart<br \/>\nauf und gibt ihr einen neuen Sinn: Gott lieben k\u00f6nnen alle, denen<br \/>\nGott selbst daf\u00fcr das Herz auftut. Ihre belastenden Erfahrungen,<br \/>\nauch die schlimmsten, von Leid und Not, sollen zusammen gesehen werden<br \/>\nmit der Hoffnung auf Erl\u00f6sung. <i>&#8222;Gott wird abwischen alle<br \/>\nTr\u00e4nen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid<br \/>\nnoch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein&#8220;<\/i> (Apk 21,4). Das ist<br \/>\ndie Verhei\u00dfung.<\/p>\n<p>Gott hat daf\u00fcr das Allermeiste schon getan. Er hat berufen, ausersehen,<br \/>\nvorherbestimmt, gerecht gemacht, verherrlicht: Wie die Glieder zu einer<br \/>\nKette f\u00fcgt der Apostel eines zum andern, es bleibt keine L\u00fccke<br \/>\nf\u00fcr den Zweifel dazuzugeh\u00f6ren. Die Zugeh\u00f6rigkeit ist unverbr\u00fcchlich.<br \/>\nGott selbst erm\u00f6glicht sie. Allemal ist <b>er<\/b> der Handelnde.<br \/>\nEr will, dass seine Menschen dem Bild seines Sohnes gleich sind. So sieht<br \/>\nGott sie an: sie sind seine Kinder, der Geist bezeugt es ihnen, den Geschwistern<br \/>\nJesu Christi. Der Geist vertritt sie bei Gott, dem himmlischen Vater.<\/p>\n<p>Das neu zu betonen, liebe Gemeinde, geh\u00f6rt zum Sonntag Exaudi heute.<br \/>\nEr steht in den evangelischen Kirchen unter dem Leitwort <i>&#8222;Die<br \/>\nwartende Gemeinde&#8220;<\/i>. Dass der heilige Geist f\u00fcr die Glaubenden<br \/>\nbei Gott eintritt, auch diese Hoffnung verbindet sie zu der gro\u00dfen<br \/>\nGemeinschaft der Heiligen, wie wir es im Glaubensbekenntnis sagen. Alle<br \/>\nsollen dessen gewiss sein: so gut das Beten zum Warten geh\u00f6rt, so<br \/>\nberuhigend d\u00fcrfen sich alle gesagt sein lassen &#8211; ob uns Worte zum<br \/>\nGebet in den Sinn kommen oder ob wir nicht wissen, was wir beten sollen,<br \/>\nder Geist spricht bei Gott f\u00fcr uns. Dass Seufzen ein angemessenes<br \/>\nGebet ist, geh\u00f6rt zu dieser Zusage hinzu.<\/p>\n<p>Ein einf\u00fchlsamer theologischer Lehrer hat den \u00fcberaus hilfreichen<br \/>\nSatz geschrieben: &#8222;Das Beten bleibt wach an der F\u00fcrbitte.&#8220;<br \/>\n(Julius Schniewind. Die geistliche Erneuerung des Pfarrerstandes, Nr.<br \/>\n16). F\u00fcr andere beten, ist auch eine Form des Eintretens f\u00fcr<br \/>\nsie. Die F\u00fcrbitte kann leicht in einem Seufzen ausm\u00fcnden. Wie<br \/>\nschwer ist es oft, die L\u00f6sung einer schwierigen Lebenslage f\u00fcr<br \/>\neinen geliebten Menschen konkret zu erbitten. H\u00e4ufig ist sie beim<br \/>\nMiterleben und dann beim Beten gar nicht zu erkennen. Je st\u00e4rker<br \/>\ndie eigenen Empfindungen von der wahrgenommenen Ungewissheit oder Not<br \/>\nbestimmt sind, desto eher wird die Bitte um Gottes Hilfe in ein tiefes<br \/>\nSeufzen aufgehen. Auch an solcher F\u00fcrbitte bleibt das Beten wach.<br \/>\nAuch ihr gilt die Verhei\u00dfung, dass Gott sie durch die Vermittlung<br \/>\nseines Geistes h\u00f6rt.<\/p>\n<p>Sehr oft ist die F\u00fcrbitte auch verbunden mit der Hoffnung, herauszufinden,<br \/>\nob wir selbst helfen k\u00f6nnen. Die dringende Frage: Was kann ich tun?,<br \/>\nbegleitet dann das Gebet; wie kann ich dem Menschen, f\u00fcr den ich<br \/>\nbete, beistehen? Jochen Kleppers Vers aus seinem Mittagslied nimmt die<br \/>\ndarin anklingende Hoffnung in gro\u00dfer Klarheit auf: &#8222;Die H\u00e4nde,<br \/>\ndie zum Beten ruhn, die macht er stark zur Tat. Und was der Beter H\u00e4nde<br \/>\ntun, geschieht nach seinem Rat&#8220; (EG 457,11).<\/p>\n<p>Selbst aus dem Seufzen einer F\u00fcrbitte, die gar nicht auszusprechen<br \/>\nist, kann sich ein Weg in die Freiheit erschlie\u00dfen, einem Menschen<br \/>\nhilfreich zur Seite zu sein. Wer eine solche Erfahrung macht, die, der<br \/>\nsieht sich gest\u00e4rkt in dem Vertrauen auf den heiligen Geist, auf<br \/>\nsein Eintreten bei Gott.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, in der Tradition unserer Kirche ist dieses Eintreten,<br \/>\ndiese Eigenschaft des Geistes, wie ein Anwalt, ein F\u00fcrsprecher zu<br \/>\nsein, besonders f\u00fcr die soziale Verantwortung wichtig geworden. Die<br \/>\nDiakonischen Werke der evangelischen Landeskirchen haben sich dieses anwaltschaftliche<br \/>\nEintreten zum Leitbild f\u00fcr ihre Parteinahme f\u00fcr Benachteiligte<br \/>\nund Hilfebed\u00fcrftige gemacht. Die Mitarbeitenden der Diakonie, ob<br \/>\nhauptamtlich oder freiwillig t\u00e4tig, lassen sich f\u00fcr ihr Selbstverst\u00e4ndnis<br \/>\ndavon leiten. Sie setzen sich anwaltschaftlich f\u00fcr die Menschen ein,<br \/>\nderen sie sich mit ihrer besonderen Fachkenntnis annehmen. Sie treten<br \/>\nbei den zust\u00e4ndigen Personen in Politik und Verwaltung f\u00fcr sie<br \/>\nein und suchen mit ihnen und f\u00fcr sie nach angemessenen L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Eine besondere Form des Eintretens f\u00fcr andere ist schlie\u00dflich<br \/>\ndas Gedenken. Um ihres Leidens zu gedenken, ist auch in den Kirchen nach<br \/>\nangemessenen Formen gesucht worden, an die missachtete W\u00fcrde der<br \/>\nOpfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Ich schildere Ihnen ein mich<br \/>\nbesonders beeindruckendes Beispiel: &#8222;F\u00fcr die bekannten und die<br \/>\nunbekannten Opfer &#8211; ein Alphabet-Garten&#8220; &#8211; so lautet der Titel einer<br \/>\nArbeit der Bildhauerin Diane Samuels aus Pittsburgh auf einer kleinen<br \/>\nWiese der Gedenkst\u00e4tte Grafeneck. Dort, auf der Schw\u00e4bischen<br \/>\nAlb, sind 1940 10654 behinderte und psychisch kranke Menschen ermordet<br \/>\nworden.<\/p>\n<p>Das Denkmal hat Frau Samuels 1998 aus 26 kleinen Granitquadern und 14000<br \/>\nBlumenzwiebeln geschaffen. Jeder Stein tr\u00e4gt einen der Buchstaben,<br \/>\ndie Steine sind unsymmetrisch angeordnet, zu jeder Zeit bl\u00fcht es<br \/>\nzwischen ihnen anders. Noch sind die Namen von 4000 Opfern unbekannt,<br \/>\ndie bekannten sind in einem Gedenkbuch aufgef\u00fchrt. Aus den 26 Buchstaben<br \/>\nim Alphabet-Garten lassen sich alle fehlenden Namen bilden.<\/p>\n<p>Zu ihrem Werk wurde die K\u00fcnstlerin durch eine Erz\u00e4hlung aus<br \/>\nder Kabbala inspiriert: Einem Gelehrten erlaubt Gott, seinen himmlischen<br \/>\nGespr\u00e4chspartner schon bei Lebzeiten kennen zu lernen. Der reist<br \/>\nzu ihm und sucht ihn in seinem Dorf im Lehrhaus, trifft ihn aber nicht<br \/>\ndort, sondern in einer bescheidenen H\u00fctte. Er besitzt kein einziges<br \/>\nBuch. Fassungslos fragt ihn sein Besucher: &#8222;Wie kannst du beten &#8211;<br \/>\nohne jedes Buch?&#8220; Er antwortet: &#8222;Ich kann nicht lesen, deshalb<br \/>\nhabe ich kein Buch. Aber ich kann das Alphabet aufsagen. Und dann bitte<br \/>\nich Gott, aus meinen Buchstaben Gebete zu machen.&#8220;<\/p>\n<p>Aus Unausgesprochenem, Unaussprechlichem h\u00f6rt Gott das N\u00f6tige.<br \/>\nPaulus macht Mut zu dem Vertrauen, dass der heilige Geist die Betenden<br \/>\ndabei vertritt. Gleich im Anschluss an den Predigttext heute nimmt der<br \/>\nApostel diesen Gedanken wieder auf und verbindet ihn mit dem auferstandenen<br \/>\nJesus Christus. Er ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Was das bedeutet,<br \/>\nzeigt noch einmal, wie denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.<br \/>\nPaulus fragt: <i>&#8222;Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Tr\u00fcbsal<br \/>\noder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Bl\u00f6\u00dfe oder Gefahr<br \/>\noder Schwert? &#8230; Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel<br \/>\nnoch M\u00e4chte noch Gewalten, weder Gegenw\u00e4rtiges noch Zuk\u00fcnftiges,<br \/>\nweder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von<br \/>\nder Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.&#8220;<\/i> (V.<br \/>\n35.38 f.)<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><b>Kirchenrat Henry von Bose<br \/>\nFriedrich Karl von Flemming zu seinem 95. Geburtstag <\/b><\/p>\n<p><b> Diakonisches Werk W\u00fcrttemberg, Landesgesch\u00e4ftsstelle<br \/>\nHeilbronner Str. 180, 70191 Stuttgart<br \/>\nTelefon 0711\/1656-116 Telefax 0711\/165649116<br \/>\n<a href=\"mailto:vonBose.H@diakonie-wuerttemberg.de\">e-mail: vonBose.H@diakonie-wuerttemberg.de<\/a><br \/>\n<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><noscript><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=1&amp;bn=neukirch&amp;f=020512-1.html&amp;r=r1\"\/><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Exaudi (6. Sonntag nach Ostern), 12. 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