{"id":9123,"date":"2021-02-07T19:49:55","date_gmt":"2021-02-07T19:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9123"},"modified":"2022-08-10T14:11:36","modified_gmt":"2022-08-10T12:11:36","slug":"2-thessalonicher-3-1-5-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2-thessalonicher-3-1-5-3\/","title":{"rendered":"2. Thessalonicher 3, 1-5"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger <\/a><\/b><\/p>\n<p>Predigten im Internet<\/p>\n<p>hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch<\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">5. Sonntag nach Trinitatis, 30. Juni 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber 2. Thessalonicher 3, 1-5, verfa\u00dft von Gottfried<br \/>\nSprondel <\/span><\/b><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&#8222;Weiter, liebe Br\u00fcder, betet f\u00fcr uns, dass das Wort des<br \/>\nHerrn laufe und gepriesen werde wie bei euch und dass wir erl\u00f6st<br \/>\nwerden von den falschen und b\u00f6sen Menschen. Denn der Glaube ist nicht<br \/>\njedermanns Ding.<br \/>\nAber der Herr ist treu; der wird euch st\u00e4rken und bewahren vor dem<br \/>\nB\u00f6sen. Wir haben aber das Vertrauen zu euch in dem Herrn, dass ihr<br \/>\ntut und tun werdet, was wir gebieten. Der Herr aber richte eure Herzen<br \/>\naus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi!&#8220;<br \/>\n( 2. Thessalonicher 3, 1-5 )<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit es Christen in der Welt gibt, qu\u00e4len sie sich mit einer Frage<br \/>\nherum, die andere Leute nicht haben, die sie selber auch nicht h\u00e4tten,<br \/>\nw\u00e4ren sie nicht Christen. Sie lautet: wo stehen wir eigentlich mit<br \/>\nunserem Glauben, so wie wir heute sind, in der gro\u00dfen Geschichte<br \/>\nder Welt, der Religion, der Entwicklung? Ganz am Anfang, mitten im Gang<br \/>\nder Dinge nach vorn und oben, oder schon am Abend, wo die Schatten l\u00e4nger<br \/>\nwerden, die Gewissheiten schw\u00e4cher, die Hoffnungen m\u00fcder? Der<br \/>\nGrund f\u00fcr dieses Fragen ist ein ganz einfacher: Der Glaube der Christen<br \/>\nsagt ihnen: mit ihrem Herrn Jesus Christus habe etwas Neues begonnen,<br \/>\nsogar eine neue Sch\u00f6pfung, und sie dr\u00e4ngt auf ein Ziel zu; er<br \/>\nwird wiederkommen und die Welt vollenden, die sich jetzt noch so m\u00fchsam<br \/>\nund widerspr\u00fcchlich dahinschleppt. Irgendwo auf dieser Linie sind<br \/>\nwir selber, aber wo? Geht es wirklich voran mit uns oder stehen wir st\u00e4rker<br \/>\nunter dem Eindruck: es wird alles weniger und ist vielleicht nur noch<br \/>\neine Frage der Zeit, bis es zu Ende ist?<\/p>\n<p>Die kleine Gemeinde in Saloniki muss solche Fragen bei sich bewegt haben,<br \/>\nals sie eines Tages einen Brief bekam, aus dem wir einen wichtigen Abschnitt<br \/>\nvernommen haben. Dabei sind wir erst in der zweiten Generation der Gemeindegeschichte.<br \/>\nAnfang und Ursprung sind noch lebhaft in Erinnerung als die Botschaft<br \/>\nder Apostel sie erreicht hatte. Da war es begeisternd zugegangen, Schuppen<br \/>\nwaren ihnen von den Augen gefallen, auf einmal war alles klar, und sie<br \/>\nw\u00fcrden es noch miterleben, dass der gekreuzigte und auferstandene<br \/>\nHerr Christus, der von Gott gekommen und zu Gott zur\u00fcckgekehrt war,<br \/>\nvor aller Menschen Augen die Herrschaft \u00fcber die ganze Welt antreten<br \/>\nw\u00fcrde.<\/p>\n<p>Aber was war gekommen? Der m\u00fchsame Alltag einer kleinen Gemeinde,<br \/>\ndie von ihrer Umgebung kaum wahrgenommen wird und selber mit sich einen<br \/>\nHaufen von Problemen hat.<\/p>\n<p>Kurz: das, was wir heute immer noch kennen, etwa 60 Generationen weiter<br \/>\nund an einer ganz anderen Ecke Europas.<\/p>\n<p>Wie h\u00e4lt man das durch? H\u00e4lt man es \u00fcberhaupt durch? Spricht<br \/>\nnicht alles dagegen? Oder geht es nur, indem man lauter Abstriche macht<br \/>\nund sich eben auf kleine Verh\u00e4ltnisse einrichtet, weil man nun doch<br \/>\ndazugeh\u00f6rt und nicht ganz von der Fahne gehen m\u00f6chte? Neulich<br \/>\nsagte mir ein nachdenklicher Mitchrist: der Haupteinwand gegen meinen<br \/>\nGlauben ist die Tatsache, dass neben mir Menschen leben, die ohne einen<br \/>\nFunken Glauben auskommen, durch ihre Lebenszeit marschieren und dennoch<br \/>\nangenehme Zeitgenossen sind. Soll ich allen Ernstes annehmen, dass sie<br \/>\nf\u00fcr immer verloren sind?<\/p>\n<p>&#8222;Der Glaube ist nicht jedermanns Ding&#8220;, steht auch in dem Brief<br \/>\nnach Saloniki. M\u00fcsste er das nicht eigentlich?<\/p>\n<p align=\"center\">*<\/p>\n<p>Das Fragen der Gemeindeglieder von Saloniki hat freilich einen gro\u00dfen<br \/>\nFehler, der ihm ausgeredet werden muss. Es fragt viel zu sehr nach sich<br \/>\nselbst, ist sich selbst interessant und deshalb auch leicht aus dem Takt<br \/>\nzu bringen. Unsere Briefstelle stellt uns vor, wie man sich davon freimacht.<br \/>\nSie hat alles vor Augen, was den Menschen Unruhe macht. Sie wei\u00df<br \/>\nvon den &#8222;falschen und b\u00f6sen Menschen&#8220;, die sich querlegen,<br \/>\nvon den Hundehaaren, die immer wieder in die gute Botschaft gehackt werden.<br \/>\nImmer sind es Menschen, auf die man dabei st\u00f6\u00dft, damals wie<br \/>\nheute.<\/p>\n<p>Aber dieser Befund &#8211; wo gilt er eigentlich nicht? &#8211; ist gar nicht wichtig.<br \/>\nWichtig ist, dass &#8222;das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde wie<br \/>\nbei euch&#8220;. Die gute Nachricht von Christus hat Beine, und manchmal<br \/>\nmu\u00df man ihr Beine machen, dass sie l\u00e4uft. Aber nicht mit der<br \/>\nPeitsche, auch nicht mit Trainingsprogrammen, sondern mit Beten. Wer betet,<br \/>\nsieht von sich selbst weg, ja kann sogar f\u00fcnf gerade sein lassen,<br \/>\nwas ihn sonst nerv\u00f6s macht.<\/p>\n<p>Aber kann ein Wort laufen? Von wo l\u00e4uft es? Schlicht von Mund zu<br \/>\nMund. Ist es nicht ein Wunder, dass gar nicht nur die zweite Generation<br \/>\nvon Saloniki, sondern jede neue Generation in der Kirche das Wort am Laufen<br \/>\nh\u00e4lt, dass immer wieder Menschen da sind, die es annehmen und weitertragen,<br \/>\noft genug trotz unserer selbst, oft genug auf seltsame und ungewohnte<br \/>\nWeise, ja manchmal auch so, dass sie einfach hinweggehen \u00fcber unsere<br \/>\naltgewordenen Probleme und Problemchen und ihre eigene Stra\u00dfe ziehen.<br \/>\nDas ist so, und dass es gut geht, mu\u00df nicht unsere Sorge sein. &#8222;Der<br \/>\nHerr ist treu, der wird euch st\u00e4rken und bewahren vor dem B\u00f6sen&#8220;.<br \/>\nDas hei\u00dft doch: es ist l\u00e4ngst gesorgt daf\u00fcr, dass es weitergeht<br \/>\nund wir nicht auf verlorenem Posten stehen. Die Treue, die alles h\u00e4lt<br \/>\nund voranbringt, ist anderswo verankert als in unseren Worten und Bef\u00fcrchtungen.<br \/>\nUnsere Treue ist etwas ganz anderes: ruhig und gelassen weitergehen auf<br \/>\ndem St\u00fcck Leben, das wir noch haben, uns keine Sorgen machen, die<br \/>\nnicht unsere Sache sind, uns nur von Zeit zu Zeit den Kurs korrigieren<br \/>\nlassen, wenn wir ihn zu verlieren drohen, &#8222;unsere Herzen ausrichten<br \/>\nlassen auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi&#8220;, um es mit<br \/>\nunserem Brief zu sagen. Das ist schon Arbeit genug.<\/p>\n<p>Dann wird uns auch die Frage, an welchem Punkt unser Glaube und unsere<br \/>\nKirche sich gerade befindet auf der Stra\u00dfe der Geschichte, unwichtig<br \/>\nwerden. Wo Treue des Herrn an den Platz unserer Sorgen ger\u00fcckt ist,<br \/>\nsind wir diese Sorgen los.<\/p>\n<p><b>Landessuperintendent i.R. Dr. Gottfried Sprondel<br \/>\nAn der Wiho Kirche 1<br \/>\n49078 Osnabr\u00fcck<br \/>\nTel.: 0541 \u0096 445871 Fax: 0541 &#8211; 46555 <\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><noscript><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=1&amp;bn=neukirch&amp;f=020630-2.html&amp;r=r1\"\/><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 5. Sonntag nach Trinitatis, 30. Juni 2002 Predigt \u00fcber 2. 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