{"id":9130,"date":"2021-02-07T19:49:55","date_gmt":"2021-02-07T19:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9130"},"modified":"2022-12-30T16:12:19","modified_gmt":"2022-12-30T15:12:19","slug":"exodus-16-2-3-11-18-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/exodus-16-2-3-11-18-2\/","title":{"rendered":"Exodus 16, 2-3.11-18"},"content":{"rendered":"<h3>G\u00f6ttinger Predigten im Internet\u00a0hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch<\/h3>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000099;\">7. Sonntag nach Trinitatis<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000099;\"> 14. Juli 2002<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: left;\">Predigt \u00fcber 2. Mose 16, 2-3.11-18<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: left;\">verfa\u00dft von Hans-Gottlieb Wesenick<\/h3>\n<hr \/>\n<p><em>Es murrte die ganze Gemeinde wider Mose und Aaron in der W\u00fcste. Und sie sprachen: &#8222;Wollte Gott, wir w\u00e4ren in \u00c4gypten gestorben durch des HERRN Hand, als wir bei den Fleischt\u00f6pfen sa\u00dfen und hatten Brot die F\u00fclle zu essen. Denn ihr habt uns dazu herausgef\u00fchrt in die W\u00fcste, da\u00df ihr diese ganze Gemeinde an Hunger sterben la\u00dft.&#8220;<\/em><br \/>\n<em>Und der Herr sprach zu Mose: &#8222;Ich habe das Murren der Israeliten geh\u00f6rt. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und sollt innewerden, da\u00df ich, der HERR, euer Gott bin.&#8220;<\/em><br \/>\n<em>Und am Abend kamen Wachteln herauf und bedeckten das Lager. Und am Morgen lag Tau rings um das Lager. Und als der Tau weg war, siehe, da lag&#8217;s in der W\u00fcste rund und klein wie Reif auf der Erde. Und als es die Israeliten sahen, sprachen sie untereinander: &#8222;Man hu?&#8220; (zu deutsch: Was ist das?) Denn sie wu\u00dften nicht, was es war. Mose aber sprach zu ihnen: &#8222;Es ist das Brot, das euch der Herr zu essen gegeben hat. Das ist&#8217;s aber, was der Herr geboten hat: Ein jeder sammle, soviel er zum Essen braucht, einen Krug voll f\u00fcr jeden nach der Zahl der Leute in seinem Zelte.&#8220;<\/em><br \/>\n<em>Und die Israeliten taten&#8217;s und sammelten, einer viel, der andere wenig. Aber als man&#8217;s nach-ma\u00df, hatte der nicht dar\u00fcber, der viel gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig gesammelt hatte. Jeder hatte gesammelt, soviel er zum Essen brauchte.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\n&#8222;Und immer lockt das Fleisch!&#8220; So kann man unsere Geschichte \u00fcberschreiben. Mit wenigen Worten zeichnet der Verfasser darin die augenblickliche Lage der Israeliten: Sie sind auf der Wanderschaft durch die W\u00fcsten im Sianigebirge, nachdem ihnen der Auszug aus der Knechtschaft in \u00c4gypten dank Gottes machtvoller Hilfe endlich gegl\u00fcckt ist. Sie erinnern sich gewi\u00df an diese alte Geschichte, liebe Gemeinde, die uns das 2. Buch Mose berichtet.<\/p>\n<p>Josef war tot. Der neue Pharao wu\u00dfte nichts mehr von ihm. Er bemerkte nur mit zunehmender Besorgnis, da\u00df die Fremden im Lande immer zahlreicher wurden. Sein Mi\u00dftrauen wuchs, und seine Sorge vor politischer Unzuverl\u00e4ssigkeit der Fremden im Lande wandelte sich allm\u00e4hlich zu regelrechter Angst vor ihnen. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Dr\u00e4ngt sie au\u00dferdem noch zu politischem Handeln, dann bleibt fast stets die Menschlichkeit auf der Strecke. Man sp\u00fcrt das bei uns heutzutage recht deutlich in der aktuellen Zuwanderungsdebatte. \u00dcber weite Strecken wird sie von \u00c4ngsten bestimmt.<\/p>\n<p>Das klassische Instrumentarium der Unterdr\u00fcckung wird in der alten Geschichte vorgef\u00fchrt. Zun\u00e4chst wird die Kontrolle der israelitischen Ziegeleiarbeiter versch\u00e4rft. Dann werden die Arbeitsnormen heraufgesetzt: sie bekommen das ben\u00f6tigte Stroh nicht mehr gestellt, sondern m\u00fcssen es selbst beschaffen und trotzdem t\u00e4glich die gleiche St\u00fcckzahl Ziegel fertigen wie vorher, als ihnen geh\u00e4ckseltes Stroh zugeliefert wurde. Ihre Familien werden von der Staatssicherheit observiert; neugeborene S\u00f6hne sollen sofort get\u00f6tet werden. Zwar sabotieren die Hebammen listig diese grausamen Anordnungen und machen sich lustig vor dem Pharao \u00fcber die offenbar nicht so stabilen M\u00fctter des \u00e4gyptischen Herrenvolkes. Aber gleichwohl wird die Situation der Israeliten immer unertr\u00e4glicher.<\/p>\n<p>Und es geht ja noch weiter: Nach zahlreichen vergeblichen Anl\u00e4ufen l\u00e4\u00dft der Pharao die Israeliten schlie\u00dflich frei. Mose f\u00fchrt sie heraus, und die nachsetzenden \u00e4gyptischen Reitertruppen samt dem Pharao ertrinken im Schilfmeer &#8211; ein grandioser Erfolg, nur durch Gottes machtvolle Hilfe m\u00f6glich geworden. Begeistert singen Mose und Mirjam ihre Lob- und Siegeslieder: \u0084La\u00dft uns dem Herrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan, Ro\u00df und Mann hat er ins Meer gest\u00fcrzt.&#8220;<\/p>\n<p>Staunen, Freude, Dankbarkeit &#8211; das alles liegt inzwischen schon l\u00e4ngst wieder in der Vergangenheit. Das Volk Israel ist immer noch auf dem Weg durch die W\u00fcste und ahnt nicht, da\u00df es ihn 40 Jahre lang wird gehen m\u00fcssen. Ern\u00fcchterung hat um sich gegriffen, manchmal Erwachen wie aus einem Traum. Denn besseres Leben kommt noch nicht in Sicht.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich leicht, das alles heute aus der Perspektive der Zuschauer zu betrachten als eine Geschichte, die sich in einer nun wirklich sehr fernen Vergangenheit abgespielt hat.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re auch nicht schwierig, dieses Bild noch ein wenig weiter auszumalen und dazu an den Stellen, die auf aktuelle Vorg\u00e4nge unserer Gegenwart passen, mahnend den Zeigefinger zu erheben. Damit blieben wir im Vordergrund, an der Oberfl\u00e4che unserer Geschichte h\u00e4ngen. Geschichten der Bibel haben mehr zu bieten, auch diese hier. In ihnen kommen stets fundamentale Lebensfragen vor, werden Grundmuster menschlichen Wesens aufgezeichnet. Deshalb wohl geh\u00f6rt diese Geschichte mit hinein in das Glaubensbekenntnis Israels, das nicht m\u00fcde wird, den Auszug aus \u00c4gypten, die Befreiung aus der Knechtschaft also und die Bewahrung in der W\u00fcste in immer neuen Variationen zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Ich greife einige dieser Grundmuster menschlichen Wesens heraus. Die aus \u00c4gypten geflohenen Israeliten gerieten unversehens in eine Bedr\u00e4ngnis, die noch gr\u00f6\u00dfer war als jene, der sie gerade entronnen waren: auf dem Weg durch die W\u00fcste bedrohte sie der Hunger. Und sofort schauten sie zur\u00fcck in die \u00fcberwundene Vergangenheit. Die erschien ihren Augen nun pl\u00f6tzlich in hellem Licht. Denn zu essen hatten sie ja immer gehabt &#8211; ob freilich stets Fleisch-t\u00f6pfe und Brot die F\u00fclle, wie sie mit knurrenden M\u00e4gen jetzt murrend behaupten, das kann man zumindest fragen. Doch Ern\u00e4hrungsprobleme gab es in der W\u00fcste tats\u00e4chlich, und Schuldige waren sogleich auch zur Hand: n\u00e4mlich Mose und Aaron. Sie hatten das ganze Fluchtunternehmen gestartet und als Gottes Rettungstat ausgegeben.<\/p>\n<p>Wir haben geh\u00f6rt, da\u00df diese Probleme gel\u00f6st wurden. Die Geschichte ging gut aus. Israel mu\u00dfte in der W\u00fcste nicht verhungern. Manna und Wachteln sicherten das \u00dcberleben. So weit, so gut &#8211; beinahe selbstverst\u00e4ndlich, zumal die Naturwissenschaft dazu Erkl\u00e4rungen gibt: Wachteln passieren bis heute als Zugv\u00f6gel von und nach dem Mittelmeer die Sinaiw\u00fcste. Wenn sie, vom Flug ermattet, in Scharen auf dem Boden ausruhen, kann man sie relativ leicht mit blo\u00dfen H\u00e4nden fangen. Manna bildet sich aus dem \u00fcbersch\u00fcssigen Pflanzensaft, den Schildl\u00e4use aus den Zweigen der Manna-Tamariske saugen und als Tropfen absondern, die in der Nachtk\u00fchle zu wei\u00dflich-gelben K\u00fcgelchen verh\u00e4rten, so da\u00df man sie morgens vom Erdboden auflesen kann. Damit ist freilich das Wunder nicht wegerkl\u00e4rt. Denn Erkl\u00e4rbarkeit und Reiz des Wunderbaren schlie\u00dfen sich nicht automatisch gegenseitig aus. Welche Wunder stecken in Kristallen oder menschlichen Zellen, wenn sie durch ein Mikroskop vielfach vergr\u00f6\u00dfert betrachtet und zugleich auf diese Weise vertieft erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen! Also: Wachteln und Manna gab es zu essen, Tag f\u00fcr Tag. Dar\u00fcber staunten auch schon die Alten: Wir werden gerettet! Es gibt zu essen. Jeder konnte sammeln, soviel er brauchte, nicht mehr, aber auch nicht weniger.<\/p>\n<p>So will also diese Geschichte nun doch vor allem verstanden werden als eine von Gott veranla\u00dfte Rettungstat. Denn der turbulente Auszug aus \u00c4gypten enth\u00e4lt ja so gut wie nichts, was auf sorgf\u00e4ltige Vorbereitung und Planung schlie\u00dfen lie\u00dfe. Israel erscheint wie eine getriebene Menschenmenge. Und alles, was dann geschieht, geschieht aus g\u00f6ttlicher Initiative. Israel wei\u00df nicht, was am n\u00e4chsten Tag passieren wird. Es hat keine Ahnung, wie es weiter gehen wird. Und genau dieses Nichtwissen kann einen Menschen fertig machen.<\/p>\n<p>Es ist leicht, auf Gottes F\u00fchrung zu vertrauen, wenn der Weg in die Zukunft klar umrissen und vorgezeichnet ist. Sind Umwege und Hindernisse und alle Unw\u00e4gbarkeiten aus dem Weg ger\u00e4umt, dann spricht man gern von Gottes Voraussicht und F\u00fchrung und vertraut sich ihm dankbar an. Doch mangelt es an solcher Klarheit und Eindeutigkeit, dann beginnt der gro\u00dfe Hader, die bittere Anklage.<\/p>\n<p>Unsere Geschichte l\u00e4\u00dft noch ahnen, welch heftiger Kampf da entbrannt ist zwischen jenen M\u00e4nnern, die Israel seine Rettung bezeugten, und der Masse des Volkes, die von solcher Rettung nichts wissen wollte. Es ist wirklich starker Tobak, wenn sie Mose und Aaron vorhalten: &#8222;Ihr habt uns dazu herausgef\u00fchrt in diese W\u00fcste, da\u00df ihr diese ganze Gemeinde am Hunger sterben la\u00dft!&#8220;<\/p>\n<p>Biblisch verstanden spricht aus diesem ma\u00dflosen Vorwurf der Unglaube, und der kann auch uns befallen wie eine Infektionskrankheit. Er beginnt damit, da\u00df wir vergleichen. Das eigene Schicksal wird verglichen mit dem Wohlergehen und den Erfolgen eines anderen, und sogleich ist der Neid zur Stelle. Oder der Mensch vergleicht Gegenwart und Vergangenheit miteinander. Er beschw\u00f6rt \u0084die gute alte Zeit&#8220;, malt das, was er nicht mehr hat, in sch\u00f6nsten Farben, und so tritt die D\u00fcsternis der Gegenwart besonders scharf hervor. Im Verdr\u00e4ngen und Vergessen ist der Mensch Meister &#8211; wenn es ihm nur seine momentane Lage erleichtert und ihm ein Ventil schafft, um seine Entt\u00e4uschung, seinen Frust und die daraus erwachsenden Aggressionen herauslassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Immerhin kann man Israels Murren in der W\u00fcste, seine Rebellion gegen seine F\u00fchrer und gegen Gott, auch als den Versuch verstehen, mit dem Leben wieder zurechtkommen und ihm einen Sinn abgewinnen zu wollen. Und dabei wird das Volk nicht allein gelassen.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, da\u00df Mose und Aaron in unserer Geschichte darauf mit keinem Worte eingehen. Wahrscheinlich gibt es darauf auch gar keine Antwort. Selbst wenn der Vergleich sein Recht haben mag: er ist der sch\u00e4rfste Angriff auf Gottes F\u00fchrung und die radikalste Absage an jedes Gottvertrauen. Dennoch sagt Gott seine Hilfe zu.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns geschieht das vielleicht zu unvermittelt, da\u00df von Gott gesprochen wird. Aber diese Geschichte ist doch wohl der Niederschlag einer Erfahrung, da\u00df und wie Menschen sich in ihrem Leben gef\u00fchrt und gehalten wissen. Vieltausendfach haben Menschen, hat Gottes Volk in der Geschichte erlebt, da\u00df aus der Bedrohung, aus der Not, aus Leid doch ein Schritt nach vorn m\u00f6glich geworden ist. Wer nur einmal, vielleicht nur ein klein wenig und mit halbem Herzen, versuchte, auf Gott zu vertrauen, der blieb auch dann, als sein Weg ganz dunkel wurde, nicht auf der Strecke. Ohnmacht und Schw\u00e4che haben sich zur Gewi\u00dfheit verwandelt, da\u00df Gott seine Leute nicht im Stich l\u00e4\u00dft. Hinter diese Erfahrung k\u00f6nnen wir nicht mehr zur\u00fcck. Darauf weist die Geschichte von der W\u00fcstenspeisung auch uns hin.<\/p>\n<p>Aber sie will noch mehr zeigen. Mose empf\u00e4ngt Deuteworte, Hinweise f\u00fcr den Neuanfang. In seinen Zeichen begibt sich Gott mit auf den Weg durch die W\u00fcste, durch die Einsamkeit. Jeder kann t\u00e4glich am Abend und am Morgen erkennen und entdecken, da\u00df Gott an ihm seine Verhei\u00dfung zum Leben erf\u00fcllt. Keiner soll in der W\u00fcste umkommen, auch wenn Ungeborgenheit und Unsicherheit seine t\u00e4glichen Begleiter sind. Das Volk lernt es, von der Hand in den Mund zu leben. Es braucht sich nicht um morgen zu sorgen, und Wirtschaft auf Vorrat ist hier sowieso nicht m\u00f6glich. Denn jeder bekommt t\u00e4glich gerade und genau das, was er braucht: sein Brot f\u00fcr heute, egal, ob er viel oder wenig eingesammelt hat.<\/p>\n<p>Lebensbrot ist das Brot in der Not. Und dabei wird wieder eine Grunderfahrung des Glaubens gelernt: die Zeichen, da\u00df Gott mit auf dem Weg ist, k\u00f6nnen so unauff\u00e4llig sein wie das Manna. Keiner kann Gott den Plan seines Handelns vorschreiben. Wer zu glauben versucht, findet kein Patentrezept f\u00fcr sein Leben und seinen Glauben. Jeder steht mit seinem pers\u00f6nlichen Einsatz f\u00fcr das Gelingen von Glauben ein.<\/p>\n<p>Erfahrungen von Gottes Treue und N\u00e4he sind sehr verschiedenartig, vielf\u00e4ltig, bunt, gewi\u00df auch irgendwo widerspr\u00fcchlich. Menschen der verschiedenen Zeitepochen haben gelernt, Br\u00fcche in ihrer eigenen Lebensgeschichte anzunehmen und an Gottes Wegen nicht irre zu werden. Die Bibel beschreibt sie bei einzelnen Personen wie z. B. Hiob oder Jeremia oder Paulus und nat\u00fcrlich auch in vielen Psalmen. Bis heute wissen Menschen immer wieder eindrucksvoll davon zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Diese Erfahrungen, so bunt sie auch sein m\u00f6gen, haben eines gemeinsam: wo Menschen auf den Sinnzusammenhang des Lebens vertrauen, da ordnen sich Dunkelheiten und W\u00fcstenzeiten zu Bausteinen auf dem Weg in die Zukunft. Hermann Hesse hat dies einmal so formuliert: &#8222;Seltsam, im Nebel zu wandern &#8230; wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt, das unentrinnbar und leise von allen ihn trennt &#8230;&#8220; Auch unsere Wege sind zuzeiten von Zweifeln ges\u00e4umt, und \u00c4ngste wollen uns beherrschen. Sie sind nicht sinnlos.<\/p>\n<p>Aus dieser Geschichte meine ich herauszuh\u00f6ren, da\u00df wir f\u00fcr unsere Einsamkeiten dies lernen sollen: Wo wir versuchen, uns Gottes F\u00fchrung anzuvertrauen, da wachsen uns ungeahnte Kr\u00e4fte zu. Wir k\u00f6nnen den n\u00e4chsten Schritt tun, auch wenn wir vorher nicht wissen, wo wir ankommen werden. Aber wir werden den Weg nicht verfehlen. Und wo wir ganz schwach werden und zu fallen drohen, da wird uns eine Kraft aufheben und uns weiterhelfen. So verm\u00f6gen wir am Ende im Vertrauen auf Gott buchst\u00e4blich in den Tag hineinzuleben, weil wir wissen: jeder Tag ist so etwas wie ein F\u00fcrsorgetag Gottes.<\/p>\n<p>Manchmal erkennen wir das nicht und nehmen seine G\u00fcte nicht wahr. Wir werden sie auch immer nur zeichenhaft erfahren. Daran erinnern die Wachteln und das Manna. Gottes G\u00fcte sollen wir selbst t\u00e4glich neu erproben. Aber dann werden wir erfahren: er verl\u00e4\u00dft uns nicht.<\/p>\n<p>Und das sollten wir dann auch weitersagen, oder, vielleicht besser noch: auch unsererseits denen an die Seite treten, die durch eine W\u00fcste wandern, die angefochten sind und zweifeln, die zu kurz gekommen sind und schwach. Die Verhei\u00dfung zum Leben will durch uns pers\u00f6nlich weitergetragen sein, gerade da, wo das Fleisch lockt und die Versuchung gro\u00df ist, nicht nach vorn zu schreiten, sondern entt\u00e4uscht umzukehren. Das n\u00f6tigt uns gewi\u00df auch oft genug, in Gegensatz zu treten zu dem, was alle tun, und g\u00e4ngigen Anschauungen zu widersprechen. Jochen Klepper schrieb: &#8222;Manchmal denkt man, Gott m\u00fc\u00dfte einem in all den Widerst\u00e4nden des Lebens ein sichtbares Zeichen geben, das einem hilft. Aber dies ist eben sein Zeichen, da\u00df er einen durchhalten und es wagen und dulden l\u00e4\u00dft.&#8220;<\/p>\n<p>Vor jedem von uns liegt sein Weg, den er zu gehen hat. Wie werden wir uns entscheiden? Wie werden wir uns verhalten? Wo werden wir ankommen? Wir wissen es noch nicht. Aber vertrauensvoll vorw\u00e4rts zu gehen, das k\u00f6nnen wir wagen. Denn Gott, unser Herr, geht mit uns. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Pastor i. R. Hans-Gottlieb Wesenick<\/b><\/p>\n<p>Stauffenbergring 33, D-37075 G\u00f6ttingen<\/p>\n<p>Tel. 0551\/2099705, Fax: 2099708;<br \/>\n<a href=\"mailto:h.-g.wesenick@t-online.de\">e-mail: H.-G.Wesenick@t-online.de<\/a><\/p>\n<p><noscript><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=1&amp;bn=neukirch&amp;f=020714-2.html&amp;r=r1\"\/><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet\u00a0hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 7. Sonntag nach Trinitatis 14. Juli 2002 Predigt \u00fcber 2. Mose 16, 2-3.11-18 verfa\u00dft von Hans-Gottlieb Wesenick Es murrte die ganze Gemeinde wider Mose und Aaron in der W\u00fcste. 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