{"id":9145,"date":"2021-02-07T19:49:55","date_gmt":"2021-02-07T19:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9145"},"modified":"2022-08-10T15:24:23","modified_gmt":"2022-08-10T13:24:23","slug":"apostelgeschichte-61-7-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apostelgeschichte-61-7-2\/","title":{"rendered":"Apostelgeschichte 6,1-7"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger<br \/>\nPredigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">13. Sonntag nach Trinitatis,<br \/>\n25. August 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber Apostelgeschichte 6,1-7, verfa\u00dft von Dorothea<br \/>\nZager<br \/>\n<\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&#8222;In diesen Tagen aber, als die Zahl der J\u00fcnger zunahm, erhob<br \/>\nsich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die<br \/>\nhebr\u00e4ischen, weil ihre Witwen \u00fcbersehen wurden bei der t\u00e4glichen<br \/>\nVersorgung.<br \/>\nDa riefen die Zw\u00f6lf die Menge der J\u00fcnger zusammen und sprachen:<br \/>\nEs ist nicht recht, dass wir f\u00fcr die Mahlzeiten sorgen und dar\u00fcber<br \/>\ndas Wort Gottes vernachl\u00e4ssigen.<br \/>\nDarum, ihr lieben Br\u00fcder, seht euch um nach sieben M\u00e4nnern in<br \/>\neurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und Weisheit<br \/>\nsind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst.<br \/>\nWir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben.<br \/>\nUnd die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie w\u00e4hlten Stephanus,<br \/>\neinen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus<br \/>\nund Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen aus<br \/>\nAntiochia.<br \/>\nDiese M\u00e4nner stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten<br \/>\ndie H\u00e4nde auf sie.<br \/>\nUnd das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der J\u00fcnger wurde<br \/>\nsehr gro\u00df in Jerusalem.&#8220;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nWasserfluten soweit unser Auge reicht,<br \/>\ngebrochene Deiche und D\u00e4mme,<br \/>\nSturzb\u00e4che im Dresdner Hauptbahnhof,<br \/>\nder Dresdner Zwinger meterhoch im Wasser,<br \/>\ndie Semperoper aufgegeben,<br \/>\nEisenbahnz\u00fcge, die bis zum Dach im Wasser stehen,<br \/>\nschwimmende Gartenh\u00fctten und H\u00e4user,<br \/>\ndie von der Urgewalt des Wassers an Br\u00fcckenpfeiler gedr\u00fcckt<br \/>\nwerden,<br \/>\nein versinkender Bagger, der zur Hilfe kommen wollte,<br \/>\nBerge von Sands\u00e4cken,<br \/>\nLaufstege und Rettungsboote,<br \/>\nbis zur Ersch\u00f6pfung k\u00e4mpfende Helfer,<br \/>\nmit Schlafs\u00e4cken ausgelegte Turnhallen,<br \/>\nmutlose Menschen,<br \/>\nverzweifelte Gesch\u00e4ftsleute &#8230; Liebe Gemeinde, das ist das, was<br \/>\nsich in den letzten Tagen an Bildern in uns tief eingegraben hat: die<br \/>\nHochwasser-Katastrophe entlang der Elbe.<br \/>\nVerzweiflung und Hilflosigkeit, das sind die Gef\u00fchle die uns in den<br \/>\nzahlreichen Fernsehberichten vermittelt werden. Und wir k\u00f6nnen es<br \/>\nkaum fassen, was dort im Osten geschieht. Ein wenig verstohlen und zutiefst<br \/>\ndankbar schauen wir in unseren eigenen Keller; denn er ist trocken. Unvorstellbar<br \/>\nist uns der Gedanke, unsere Wohnung sei \u00fcberflutet bis in den zweiten<br \/>\nStock. Zugleich sind wir hilflos und denken: Ist das \u00dcberweisen eines<br \/>\nGeldbetrags auf eines der Spendenkonten auf dem Fernsehbildschirm wirklich<br \/>\ndas Einzige, was wir tun k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Hilflosigkeit und zugleich Solidarit\u00e4t ist das, was uns erf\u00fcllt.<br \/>\nIm Stillen dr\u00fccken wir den Sand-Sack-Schleppern die Daumen, dass<br \/>\nihr kleiner Wall den Wasserfluten standh\u00e4lt, wir k\u00f6nnen die<br \/>\nR\u00fcckenschmerzen nachempfinden, die diese flei\u00dfigen Helfer haben<br \/>\nm\u00fcssen, wenn sie stundenlang die kilo-schweren Sands\u00e4cke auffangen<br \/>\nund an den N\u00e4chsten hin\u00fcberwerfen. Wir schauen mit den Menschen<br \/>\ndort bedr\u00fcckt auf die Pegelst\u00e4nde und bewundern die Kraft derjenigen,<br \/>\ndie nach dem Sinken der Fluten ihre v\u00f6llig zerst\u00f6rte Wohnungseinrichtung<br \/>\nauf den Sperrm\u00fcll werfen und den Schlamm aus ihren Wohnungen schieben.<\/p>\n<p>Was soll uns da jetzt diese Geschichte aus der Apostelgeschichte bringen?<br \/>\nEine Geschichte, in der es mal wieder um einen gemeindeinternen Streit<br \/>\ngeht, um hebr\u00e4ische oder griechische Witwen und \u00fcber das ewig<br \/>\nungel\u00f6ste Problem der Delegierung von Aufgaben und Neuordnung der<br \/>\nMachtverh\u00e4ltnisse?<\/p>\n<p>Sollten wir heute nicht vielmehr auf die Geschichte von der Sintflut<br \/>\nh\u00f6ren? Von der Flut, die Gott \u00fcber diese Welt ergossen hat aus<br \/>\nZorn, weil seine geliebten Menschen ihm nicht gehorchten, sondern gegen<br \/>\nseine Gebote handelten, sich selbst bek\u00e4mpften, die Gerechtigkeit,<br \/>\nden Frieden und das Leben auf dieser Welt bedrohten?<\/p>\n<p>Nein, liebe Gemeinde, als eine Strafe Gottes d\u00fcrfen wir diese Flut<br \/>\nan der Elbe nicht verstehen. Es w\u00e4re zu einfach. Es w\u00e4re zynisch<br \/>\ngegen\u00fcber den Opfern und unaufrichtig gegen\u00fcber Gott. Gott selbst<br \/>\nhat uns verhei\u00dfen, dass Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer<br \/>\nund Winter nicht mehr aufh\u00f6ren sollen auf dieser Erde, und dass er<br \/>\ndas Leben der Menschen nicht mehr durch eine Flut zerst\u00f6ren will.<br \/>\nDiese Flut aber &#8211; und das erkennen jetzt auch endlich diejenigen, die<br \/>\njahrzehntelang die Warnungen der Meteorologen und Umweltforscher in den<br \/>\nWind geschlagen haben &#8211; diese Flut ist &#8222;hausgemacht&#8220;, eine Folge<br \/>\nunseres gnadenlosen Umgangs mit der Sch\u00f6pfung Gottes. Das Klima ver\u00e4ndert<br \/>\nsich; geh\u00f6rt haben wir es seit Jahren. Bis jetzt dachten wir aber<br \/>\nimmer: Das Ozonloch am Nordpol ist weit weg. Und wenn die Gletscher schmelzen,<br \/>\nwird so schnell der Meeresspiegel auch nicht ansteigen, als dass er uns<br \/>\nim Binnenland Deutschland bedroht. Jetzt sind wir erwacht, liebe Gemeinde,<br \/>\nund ich denke, auch die letzten Zauderer und Zweifler sind jetzt erwacht.<br \/>\nEs ist nicht mehr f\u00fcnf Minuten, sondern nur noch eine Minute vor<br \/>\nZw\u00f6lf. Und wenn wir unsere Umwelt und damit die Menschheit vor dem<br \/>\nUntergang retten wollen, dann muss endlich damit begonnen werden, die<br \/>\nVereinbarungen von Kyoto nicht nur anzuerkennen, sondern auch in die Tat<br \/>\numzusetzen. Die Nutzung der Bodensch\u00e4tze, der Energien und der Regenw\u00e4ldern<br \/>\nunserer Erde muss sofort auf ein behutsames Ma\u00df zur\u00fcckgef\u00fchrt<br \/>\nwerden, das Benutzen von Flugzeugen zu anderen als zu unbedingt n\u00f6tigen<br \/>\nAnl\u00e4ssen &#8211; also nur zum Urlaub oder zum Vergn\u00fcgen muss endlich<br \/>\nge\u00e4chtet werden und die Nutzung alternativer Energien wie Wind-,<br \/>\nSonnen- oder Wasserkraft darf nicht mehr wie zum Beispiel jetzt in Wachenheim<br \/>\nzugunsten des so genannten sanften Tourismus zur\u00fcckgestellt werden.<\/p>\n<p>Noch einmal die Frage: Was sollen wir da jetzt mit dieser Geschichte<br \/>\nanfangen, der Geschichte vom \u00c4rger in der Jerusalemer Gemeinde? Unsere<br \/>\nHerzen sind beunruhigt und aufgeschreckt &#8211; und eigentlich suchen wir heute<br \/>\neher nach einer Antwort, nach einem Weg, der drohenden Katastrophe zu<br \/>\nentkommen, die uns unausweichlich erscheint.<\/p>\n<p>Was ist zu tun? &#8211; fragen wir, und genau diese Frage ist es, die eine<br \/>\nBr\u00fccke schl\u00e4gt zu unserem Predigttext aus der Apostelgeschichte.<br \/>\nH\u00f6ren wir deshalb &#8211; trotz unserer vielen Gedanken an das Elbe-Hochwasser<br \/>\nund seine Opfer &#8211; einmal genauer hin, was dort in Jerusalem \u00fcberhaupt<br \/>\ngeschehen war.<br \/>\n&#8222;Die Zahl derjenigen, die sich in der j\u00fcdischen Gemeinde zu<br \/>\nJesus als dem Messias bekannten, war erheblich angestiegen, vor allem<br \/>\ndie Gruppe der griechischen Juden, das hei\u00dft der Griechen, die zum<br \/>\nJudentum \u00fcbergetreten waren, hatte in der letzten Zeit erheblich<br \/>\nzugenommen.<\/p>\n<p>Da von der Thora die besondere F\u00fcrsorge der Witwen geboten war,<br \/>\norganisierte die Gemeinde t\u00e4glich eine spezielle Mahlzeit f\u00fcr<br \/>\nsie. Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch eine eklatante Benachteiligung<br \/>\nder Witwen der griechischen Juden gegen\u00fcber denjenigen der hebr\u00e4ischen<br \/>\nJuden heraus, die zu Unzufriedenheit und Protesten seitens der griechischen<br \/>\nJuden f\u00fchrte. Der leitende Kreis der Gemeinde bestand selbstverst\u00e4ndlich<br \/>\naus zw\u00f6lf Mitgliedern der hebr\u00e4ischen Juden, die neben der Verk\u00fcndigung<br \/>\nvon Jesus als dem gekreuzigten und auferstandenen Messias auch die Verteilung<br \/>\nder Mahlzeiten an die Witwen und andere Bed\u00fcrftige \u00fcbernommen<br \/>\nhatten &#8230; Die F\u00fclle der Aufgaben f\u00fchrte zur \u00dcberforderung<br \/>\nim leitenden geistlichen Amt, so da\u00df die Witwen der hebr\u00e4ischen<br \/>\nJuden auf Grund der guten Beziehungen zum F\u00fchrungsteam bei der t\u00e4glichen<br \/>\nVersorgung zun\u00e4chst unmerklich, dann un\u00fcbersehbar privilegiert<br \/>\nwurden. &#8230;<\/p>\n<p>Erst als die Einheit der jungen Gemeinschaft, die sowohl innerhalb der<br \/>\nj\u00fcdischen Gemeinde als auch durch die r\u00f6mischen Beh\u00f6rden<br \/>\nzahlreichen Anfeindungen ausgesetzt war, durch den massiven Protest der<br \/>\ngriechischen Juden bedroht schien, reagiert die Leitung. Auf einer einberufenen<br \/>\nVersammlung wurde die Teilung der Arbeiten und Aufgaben beschlossen: Die<br \/>\nbisherige Leitung k\u00fcmmert sich prim\u00e4r um die Verk\u00fcndigung<br \/>\nder Botschaft Gottes, w\u00e4hrend sieben gew\u00e4hlte Vertreter aus<br \/>\nder Gruppe der griechischen Juden die Versorgung der Witwen und Armen<br \/>\n\u00fcbernehmen. Die sieben Diakone erkennen den Primat der Prediger an,<br \/>\ndie in F\u00fcrbitte und Segen die Personalentscheidungen der Gemeinde<br \/>\nbest\u00e4tigen.&#8220; (Werner Schneider-Quindeau, Arbeitsteilung oder<br \/>\nVon neuer Herrschaft, in: Textspuren. Konkretes und Kritisches zur Kanzelrede,<br \/>\nBd. VI, hg.v. Peter H\u00e4rtling, Stuttgart 1995, S. 151)<\/p>\n<p>Durch eine einfache Aufteilung der Funktionen wurde der Streit in der<br \/>\nGemeinde beigelegt. Die griechischen Juden bekamen auch eine wichtige<br \/>\nAufgabe &#8211; und damit auch Machtbefugnisse. Und das Gemeindeleben insgesamt<br \/>\nwurde glaubw\u00fcrdiger, weil keiner der Armen oder Witwen mehr benachteiligt<br \/>\nwurde.<\/p>\n<p>Wie sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn sich auch bei uns alle Probleme so<br \/>\nleicht l\u00f6sen lie\u00dfen. Wir kennen es eher anders. Entweder sind<br \/>\nes zu viele Menschen in einer Gemeinde, die sich engagieren und mitwirken<br \/>\nwollen. Und es kommt st\u00e4ndig zu Reibereien und Eifers\u00fcchteleien<br \/>\nzwischen verschiedenen Gruppen. Oder es ist eher so, wie wir es auch von<br \/>\nhier kennen, aus Wachenheim und M\u00f6lsheim: Es sind zu wenige, die<br \/>\nsich engagieren wollen. Viele haben Erwartungen an die Kirche. Nur wenige<br \/>\nhelfen mit. Und die Last der Aufgaben &#8211; Gottesdienst oder Kindergottesdienst,<br \/>\nBesuchsdienst oder Seniorenarbeit, Verwaltung und Kollekte &#8211; liegt auf<br \/>\nden Schultern von einigen, ganz wenigen.<\/p>\n<p>Was sollen wir da jetzt mit dieser Geschichte anfangen, der Geschichte<br \/>\nvom \u00c4rger in der Jerusalemer Gemeinde? Wir haben doch nicht ein solches<br \/>\nProblem, oder?<br \/>\nIch denke schon, liebe Gemeinde: Diese alte Geschichte, die uns so fremd<br \/>\nvorkommt mit ihren Gedanken \u00fcber Primat und Diakonie, birgt eine<br \/>\nBotschaft, die tr\u00f6stlich ist, zugleich aber auch ermahnend.<\/p>\n<p>Tr\u00f6stlich ist die Geschichte insofern: Keiner von uns muss alles<br \/>\nk\u00f6nnen. Keiner von uns muss alles tun. Ein Kirchenvorsteher braucht<br \/>\nkeine Predigten schreiben &#8211; daf\u00fcr gibt&#8217;s eine Pfarrerin, Kindergarteneltern<br \/>\nbrauchen keine Blumen f\u00fcr die Kirche besorgen &#8211; daf\u00fcr sorgt<br \/>\nliebevoll die K\u00fcsterin, die K\u00fcsterin wiederum muss nicht auch<br \/>\nnoch daf\u00fcr sorgen, dass im Pfarrb\u00fcro genug Papier vorhanden<br \/>\nist &#8211; daf\u00fcr sorgt die Sekret\u00e4rin, und die Sekret\u00e4rin tr\u00e4gt<br \/>\nnicht die Verantwortung daf\u00fcr, dass das Kindergartensommerfest gelingt.<br \/>\nDas wiederum ist Sache der Kindergarteneltern &#8211; und da schlie\u00dft<br \/>\nsich der Kreis! Es gibt welche, die die Kollektenkasse f\u00fchren, andere<br \/>\ndie Kindergottesdienst halten, wieder welche, die sich um die musikalische<br \/>\nAusgestaltung der Gottesdienste Gedanken und M\u00fche machen. Letztendlich<br \/>\ngibt es Menschen, die einander besuchen, einander zuh\u00f6ren, nach den<br \/>\nAlten und Kranken sehen und sich gegenseitig helfen. &#8211; Es ist also ein<br \/>\ntr\u00f6stlicher Gedanke: Keiner von uns muss alles k\u00f6nnen. Keiner<br \/>\nvon uns muss alles tun. Und wenn eine Gemeinde so miteinander lebt, dann<br \/>\nk\u00f6nnen Menschen in ihr gl\u00fccklich sein.<\/p>\n<p>Genau dies gilt \u00fcbrigens auch jetzt in unserer Hilflosigkeit und<br \/>\nFassungslosigkeit im Hinblick auf die \u00dcberschwemmungskatastrophe<br \/>\nim Osten. Keiner von uns muss alles k\u00f6nnen. Keiner von uns muss alles<br \/>\ntun. Wir hier in der Ferne k\u00f6nnen die H\u00e4nde falten und darum<br \/>\nbeten, dass die bedrohten und verzweifelten Menschen dort nicht den Mut<br \/>\nverlieren, sondern mit Hoffnung und Kraft in eine neue Zukunft gehen.<br \/>\nUnd wir k\u00f6nnen sie tats\u00e4chlich unterst\u00fctzen, indem wir<br \/>\neinen Beitrag leisten zu den enormen Wiederaufbaukosten, die jetzt nach<br \/>\ndem Abklingen der Katastrophe auf die Menschen dort zukommen. Wir k\u00f6nnen<br \/>\nund m\u00fcssen dar\u00fcber hinaus auch unser eigenes Verh\u00e4ltnis<br \/>\nund unser eigenes Verhalten zum Schutz der Sch\u00f6pfung \u00fcberpr\u00fcfen.<br \/>\nDas alles ist genug. Mehr k\u00f6nnen wir im Moment nicht tun. Und mehr<br \/>\nbrauchen wir auch im Moment nicht tun. Aber weniger d\u00fcrfen wir auch<br \/>\nnicht tun.<\/p>\n<p>Gehen wir noch einmal zur\u00fcck zu dem, was in einer Gemeinde zu tun<br \/>\nist, kommt nun neben der tr\u00f6stlichen Botschaft unserer Geschichte<br \/>\nauch die mahnende: Muss ein Mensch dies alles ganz alleine tun und erf\u00e4hrt<br \/>\ner zu wenig Unterst\u00fctzung aus der Gemeinde, dann geht er zugrunde.<br \/>\nUnd die Gemeindearbeit kann nicht in vollem Ma\u00dfe getan werden. Deshalb<br \/>\ngilt auch die Mahnung: Keiner kann alles alleine tun. Darum seid f\u00fcreinander<br \/>\nda, helft einander mit den Gaben, die Ihr von Gott empfangen habt. Nur<br \/>\ndann kann unser Gemeindeleben bl\u00fchen. Nur dann sind wir f\u00e4hig,<br \/>\nkleinere Konflikte zu l\u00f6sen, so wie die Jerusalemer Gemeinde, oder<br \/>\ngro\u00dfe Katastrophen bestehen, wie die, die unsere Br\u00fcder und<br \/>\nSchwestern in Ostdeutschland getroffen hat.<\/p>\n<p>Keiner kann alle Aufgaben alleine erf\u00fcllen.<br \/>\nUnd keiner muss alles k\u00f6nnen.<br \/>\nNur als Gemeinde, die zusammenh\u00e4lt und zusammenwirkt wie ein K\u00f6rper<br \/>\nmit seinen vielen verschiedenen Gliedern und Gaben, k\u00f6nnen wir den<br \/>\nHerausforderungen unserer Zukunft standhalten. In der Kirche und in der<br \/>\nWelt.<br \/>\nAmen.<\/p>\n<p><b>Dorothea Zager, Wachenheim<br \/>\n<a href=\"mailto:DWZager@t-online.de\">E-Mail: DWZager@t-online.de <\/a><\/b><\/p>\n<p>Vorschl\u00e4ge zur Liturgie:<br \/>\nEINGANGSLIED<br \/>\nEG 288,1-5: Nun jauchzt dem Herren, alle Welt<\/p>\n<p>WOCHENSPRUCH<br \/>\nChristus spricht:<br \/>\nWas ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Br\u00fcdern,<br \/>\ndas habt ihr mir getan.<br \/>\n(Mt 25,40)<\/p>\n<p>EINGANGSSPRUCH<br \/>\nChristus spricht:<br \/>\nEin neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie<br \/>\nich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.<br \/>\nDaran wird jedermann erkennen, dass ihr meine J\u00fcnger seid, wenn ihr<br \/>\nLiebe untereinander habt.<br \/>\n(Joh 13,34.35)<\/p>\n<p>SCHRIFTLESUNG<br \/>\nGleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37)<\/p>\n<p>WOCHENLIED<br \/>\nEG 343,1-3: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ<\/p>\n<p>LIED NACH DER PREDIGT<br \/>\nEG 413,1-8: Ein wahrer Glaube Gotts Zorn stillt<br \/>\nEG 629,1-3: Liebe ist nicht nur ein Wort<br \/>\nEG 620,1-4: Gottes Liebe ist wie die Sonne<br \/>\nEG 627,1-3: Schalom, Schalom<\/p>\n<p>F\u00dcRBITTENGEBET<br \/>\nEG 825 im Wechsel mit der Gemeinde gesprochen<\/p>\n<p>SCHLUSSLIED<br \/>\nEG 322,5-7: Er gebe uns ein fr\u00f6hlich Herz<br \/>\nEG 259,3: Er mache uns im Glauben k\u00fchn<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 13. Sonntag nach Trinitatis, 25. August 2002 Predigt \u00fcber Apostelgeschichte 6,1-7, verfa\u00dft von Dorothea Zager &#8222;In diesen Tagen aber, als die Zahl der J\u00fcnger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebr\u00e4ischen, weil ihre Witwen \u00fcbersehen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8543,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[40,511,1,727,114,515,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-9145","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-apostelgeschichte","category-13-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-archiv","category-deut","category-kapitel-06-chapter-06-apostelgeschichte","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9145"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12940,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9145\/revisions\/12940"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9145"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=9145"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=9145"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=9145"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=9145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}