{"id":9147,"date":"2021-02-07T19:49:55","date_gmt":"2021-02-07T19:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9147"},"modified":"2022-08-10T14:12:28","modified_gmt":"2022-08-10T12:12:28","slug":"1-thessalonicher-5-14-24-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-thessalonicher-5-14-24-2\/","title":{"rendered":"1. Thessalonicher 5, 14-24"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger <\/a><\/b><\/p>\n<p>Predigten im Internet<\/p>\n<p>hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch<\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><b><span style=\"color: #000099;\">14. Sonntag nach Trinitatis,<br \/>\n1. September 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber 1. Thessalonicher 5, 14-24, verfa\u00dft von Karin<br \/>\nKlement <\/span><\/b><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b><a href=\"#vor\">-&gt; Vorbemerkungen zur Predigt<\/a><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Das Wichtigste kommt immer zum Schluss, wenn alles knapp vor dem Ende<br \/>\nschnell zusammengefasst und das Eigentliche &#8211; bevor der Zuh\u00f6rende<br \/>\ngeht &#8211; auf den Punkt gebracht werden soll. &#8222;Was ich dir noch sagen<br \/>\nwollte&#8230; Was du unbedingt wissen musst&#8230; Was ich dir mitgeben m\u00f6chte&#8230;&#8220;<br \/>\nWenn eine Rede so beginnt, wacht die Aufmerksamkeit noch einmal auf. Eine<br \/>\npers\u00f6nliche Aussage wird erwartet, etwas, was Sprecher und H\u00f6rer<br \/>\ngleichzeitig betrifft und sehr wichtig ist.<br \/>\nNach etwa 14 knappen, pr\u00e4zisen Anweisungen f\u00fcr die Praxis eines<br \/>\nchristlichen Lebens kommt Paulus auf den Punkt, die Grundlage seiner Rede:<\/p>\n<p>ER aber, der GOTT des Friedens, heilige euch durch und durch<br \/>\nund bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt,<br \/>\nuntadelig f\u00fcr die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.<\/p>\n<p>Ein Segenswort wie aus tiefstem Herzen gesprochen, den ganzen Menschen<br \/>\numfassend in allen seinen Lebensbez\u00fcgen von K\u00f6rper, Geist und<br \/>\nSeele. Es geht um unser Heilwerden als Einzelner wie in der Gemeinschaft;<br \/>\num ein Gesunden innerlich und \u00e4u\u00dferlich und rundherum in unseren<br \/>\nzwischenmenschlichen und anderen komplexen Beziehungen zur Welt &#8211; das<br \/>\nist Paulus innigster Wunsch f\u00fcr seine junge Gemeinde. Das h\u00f6re<br \/>\nich als Segenswort auch f\u00fcr uns heutige Christen\/Christinnen.<\/p>\n<p>V\u00e4terlich, m\u00fctterlich sorgt Paulus sich um die Menschen, die<br \/>\neinen neuen Weg beschreiten wollen und nach Orientierung suchen. Ihnen<br \/>\nlegt er ans Herz, was nach seiner \u00dcberzeugung die Grundelemente eines<br \/>\ngelingenden christlichen Lebens sind &#8211; gerade auch in der Gemeinschaft<br \/>\nmit anderen:<\/p>\n<p>(1) die Unordentlichen &#8211; auf sanfte, aber bestimmte Weise &#8211; zurechtzuweisen<br \/>\n&#8222;Zieh deine Jacke an, wenn es drau\u00dfen kalt ist, damit du dich<br \/>\nnicht erk\u00e4ltest!&#8220; Welcher Vater, welche Mutter kennt sie nicht<br \/>\ndiese wohlmeinenden, hundertfach wiederholten Bitten und Ermahnungen.<br \/>\nH\u00e4ufig in den Wind gesprochen liegen sie uns dennoch immer wieder<br \/>\nauf der Zunge. Welche bessere Alternative g\u00e4be es auch? &#8222;Liebe<br \/>\nMitarbeiterin, liebe Kollegin, ich sehe, wie viel gute Arbeit Sie vollbringen<br \/>\nmit gro\u00dfem Engagement und Begabung f\u00fcr die Sache, aber eines<br \/>\nw\u00fcrde ich Ihnen doch gern sagen &#8230;&#8220; Kritik mit einem stimmigen<br \/>\nKompliment vers\u00fc\u00dft, l\u00e4sst sich leichter anh\u00f6ren.<br \/>\nSo kann ich selbst eine Ermahnung auch besser ertragen und komme ins Gespr\u00e4ch<br \/>\nmit dem anderen. Wenn es doch immer so einfach w\u00e4re, Menschen, f\u00fcr<br \/>\ndie wir uns verantwortlich f\u00fchlen, mit guten Ratschl\u00e4gen auf<br \/>\nden richtigen Weg zu weisen.<\/p>\n<p>(2) die Kleinm\u00fctigen tr\u00f6sten und aufrichten, ihren eingeschr\u00e4nkten<br \/>\nBlickwinkel erweitern, neue Perspektiven aufzeigen, ihr Selbstvertrauen<br \/>\nst\u00e4rken, Lebensmut wecken, aber <i>zuvor<\/i> ihre Trauer auch ernst<br \/>\nnehmen und gelten lassen<\/p>\n<p>(3) die Schwachen tragen; geduldig bleiben und ausgeglichen; das B\u00f6se<br \/>\nmeiden (besonders, wenn man \u00fcberzeugt ist, doch nur das &#8222;zur\u00fcckzugeben&#8220;,<br \/>\nwas man selbst erleiden musste); das Gute anstreben uvm.<br \/>\nZu jedem humanit\u00e4ren Ratschlag, den Paulus erteilt, fielen uns jede<br \/>\nMenge Beispiele ein, positive wie negative.<\/p>\n<p>Dann jedoch \u00fcberh\u00f6ht er seine Anforderungen; er zeichnet das<br \/>\nunerreichbare Idealbild eines Christen: jederzeit mit einem fr\u00f6hlichen<br \/>\nL\u00e4cheln auf den Lippen; unbeschr\u00e4nkt belastungsf\u00e4hig, weil<br \/>\ndauerhaft mit seinem pers\u00f6nlichen Seelsorger, sprich: GOTT, im Gespr\u00e4ch;<br \/>\ndankbar f\u00fcr alles und stets auf g\u00f6ttlicher Linie.<\/p>\n<p>Der PERFEKTE CHRIST &#8211; und wo bleibt der Mensch? Das s\u00fcndige, fehlerhafte,<br \/>\nirdische, niemals ganz &#8222;fertige&#8220; Ebenbild Gottes? W\u00e4re<br \/>\nsolch ein perfektes, engelgleiches Hochglanz-Bild eines Menschen tats\u00e4chlich<br \/>\nerstrebenswert? Oder brauchen wir nicht auch unsere Schattenseiten, unsere<br \/>\nLeidenschaften, unseren brennenden Zorn \u00fcber Ungerechtigkeiten, unsere<br \/>\nvorschnelle, zielstrebige Ungeduld, um etwas voranzubringen, unsere &#8222;niederen<br \/>\nInstinkte&#8220; (wie z.B. Egoismus), um uns selbst zu sch\u00fctzen? Sind<br \/>\nwir nicht damit geschaffen, um damit etwas zu schaffen &#8211; in dieser Welt<br \/>\nund f\u00fcr sie?<\/p>\n<p>Ganz klar, es hat schon seinen Sinn, dass wir so sind, wie wir sind,<br \/>\n&#8211; und uns gleichzeitig sagen lassen, wie es mit uns besser sein k\u00f6nnte!<br \/>\n<b>Den Geist d\u00e4mpfet nicht; prophetische Rede verachtet nicht! Kluge<br \/>\nWorte lehnt nicht ab.<\/b> Wo jemand mit Weitsicht das Bestehende oder<br \/>\nK\u00fcnftige kritisch betrachtet, lasst euch auf seinen\/ihren ungewohnten<br \/>\nBlick einfach mal ein! Lasst euch ansto\u00dfen, anregen, notfalls auch<br \/>\naufregen! Lasst Phantasie, Intuition, Witziges und Irritierendes, Schmerzliches<br \/>\nund \u00c4rgerliches, Freudiges und Fragliches an euch heran! Um es zu<br \/>\npr\u00fcfen &#8211; mit Herz und Verstand. Denn vielleicht lernen wir nur so,<br \/>\ngut zurechtzukommen mit anderen, wie mit uns selber.<\/p>\n<p>Ausgeglichenheit, innere und \u00e4u\u00dfere Zufriedenheit und Selbstbewusstsein<br \/>\nk\u00f6nnen somit in uns wachsen, eine innerliche Zerrissenheit wird verbunden<br \/>\nund ein besch\u00e4digter Kontakt nach au\u00dfen hin kann heilen. &#8222;Dann<br \/>\nw\u00e4chst tats\u00e4chlich zusammen, was um Gottes Willen zusammen geh\u00f6rt&#8220;.<br \/>\nSolange eine bunte Mischung von vielf\u00e4ltigen, unterschiedlichsten<br \/>\nBegabungen und Kr\u00e4ften, von menschlichen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen<br \/>\ntoleriert wird, kann jede\/r f\u00fcr sich in dieser Gemeinschaft einen<br \/>\nPlatz finden. Dann kann und darf jede\/r die pers\u00f6nlichen M\u00e4ngel<br \/>\nund \u00c4ngste genauso ausleben wie seine\/ihre originellen Talente, den<br \/>\nfrechen Witz oder gewagten \u00dcbermut.<\/p>\n<p>Was nicht bedeuten soll, dass wir uns mit offensichtlich sch\u00e4dlichen<br \/>\nDefiziten und belastenden Schw\u00e4chen unkritisch abfinden sollten.<br \/>\nAber vielleicht kann es gelingen im gegenseitigen Miteinander Fehler und<br \/>\nProblemseiten auszugleichen; ja durch das Hervorheben der positiven Seiten<br \/>\neines Menschen ihn eher darin zu best\u00e4rken, ihm zu helfen, mit seinen<br \/>\nschwierigen Seiten besser fertig zu werden.<\/p>\n<p>Warum nicht einmal die extrem pedantische, stets kritisierende Mitarbeiterin<br \/>\nf\u00fcr ihre sorgf\u00e4ltige, wohldurchdachte Arbeit loben und gleichzeitig<br \/>\naufmerksam und freudig \u00fcberrascht auf eine spontane, ungewohnt leichtfertige<br \/>\n(im Sinne von &#8222;leichten Herzens&#8220;) Reaktion von ihr achten? Warum<br \/>\ndem beh\u00e4big-brummigen, etwas tr\u00e4gen Nachbarn nicht einmal danken<br \/>\nf\u00fcr seine ruhige Geduld und sanfte Ausgeglichenheit? Warum nicht<br \/>\neinmal dem st\u00e4ndig n\u00f6rgelnden, unzufriedenen Kritiker mitteilen,<br \/>\nwas man aus seinen sehr direkten, offenen Worten gelernt hat? Warum nicht<br \/>\neinmal das, was uns an anderen pers\u00f6nlich st\u00f6rt, in einem ganz<br \/>\nanderen, positiven Licht sehen? Hat nicht alles (mindestens!) seine zwei<br \/>\nSeiten?<\/p>\n<p>Seelsorgerlich redet PAULUS seine Mitchristen und Mitchristinnen an und<br \/>\nwirbt um gegenseitiges Verst\u00e4ndnis. Vermutlich, weil ihm durchaus<br \/>\nbewusst war, dass er selbst wohl kaum dem Idealbild eines perfekten Christen<br \/>\nentsprach: So streitbar und zornig, ungerecht und bisweilen sehr hart<br \/>\nin seiner Kritik, oftmals traurig und entt\u00e4uscht, innerlich wie zerrissen<br \/>\nerscheint seine Welt, wenn man seine Brief liest. Aber er stand zu seinen<br \/>\nEmpfindungen und besch\u00f6nigte sie keinesfalls. Er brauchte seine Schw\u00e4chen<br \/>\nnicht zu verbergen, denn er wusste und teilte es anderen mit, gelassen<br \/>\nund herausfordernd: Gottes Kraft ist gerade in den Schwachen m\u00e4chtig!<\/p>\n<p>Sicher, es bleibt andererseits auch unverzichtbar, sich zu profilieren,<br \/>\num erkennbar zu sein; von sich ein klares, eindeutiges, m\u00f6glichst<br \/>\npositives und pers\u00f6nliches Bild zu erarbeiten und zu pr\u00e4sentieren<br \/>\nals einzelne\/r Christ\/Christin ebenso wie als \u00f6rtliche Gemeinde oder<br \/>\nals eine im gr\u00f6\u00dferen Verbund zusammenkommende Gemeinschaft.<br \/>\nDie bunte Mischung verschiedenster Menschen spricht dem nicht entgegen,<br \/>\nvielmehr erweist sich an ihrem Umgang miteinander und darin, welche &#8222;Spielregeln&#8220;<br \/>\nbei ihnen gelten, ob Gottes guter Geist in ihnen wohnt.<\/p>\n<p>Ob eine Gemeinde zu einem Ort oder ein Mensch zu einem Stifter des Vertrauens<br \/>\nund des Friedens wird, h\u00e4ngt von der BASIS ab, worauf die Gemeinschaft<br \/>\nbaut, bzw. der\/die Einzelne sich grund-s\u00e4tzlich verl\u00e4sst. Die<br \/>\nBASIS ist unabh\u00e4ngig von den Menschen und will dennoch f\u00fcr uns<br \/>\nGeltung haben; sie will uns unterst\u00fctzen, weiterhelfen, tragen. Sie<br \/>\nwill uns ins Bewusstsein kommen \u00fcber das Wort, die Predigt, \u00fcber<br \/>\nSingen und Beten, \u00fcber das Weitererz\u00e4hlen, Staunen oder \u00fcber<br \/>\ndie allt\u00e4gliche Begegnung mit anderen Menschen.<\/p>\n<p>Die BASIS all unseres Handelns und Redens ist der wiederkommende HERR!<br \/>\nAuf Jesus Christus ruht unser Glaube; ER ist unser Ziel und zugleich der<br \/>\nWEG, auf dem wir Gott finden. ER kommt uns entgegen und steht uns zur<br \/>\nSeite, wenn uns der Wind hart ins Gesicht bl\u00e4st. ER ist das Brot,<br \/>\nvon dem wir allt\u00e4glich leben. Von IHM werden wir gehalten und getragen,<br \/>\nsogar durch die H\u00f6lle schlimmster Erfahrungen. In IHM erweist sich<br \/>\nGott als zuverl\u00e4ssig und treu. Beweisen kann man das nicht, aber<br \/>\nh\u00f6ren, sehen, als Geschenk eines Segens staunend an sich selbst erfahren.<br \/>\nIch glaube, das ist HEILIGUNG, Heilwerden <i>in und durch <\/i>Gott.<\/p>\n<p>F\u00fcr unser allt\u00e4gliches, oft zersplittertes, angestrengtes Leben<br \/>\nsind klare, eindeutige, prophetisch-mahnende Worte immer wieder n\u00f6tig<br \/>\nund wichtig. Sie werden annehmbar, wenn wir die Liebe sp\u00fcren, die<br \/>\ndahinter steht. Sie leuchten uns ein, wenn wir Gottes Willen zutrauen,<br \/>\ndass er uns inmitten aller Zerrissenheit und Unzufriedenheit wieder heil<br \/>\nund neu und ganz werden l\u00e4sst. Sie werden f\u00fcr uns wahr, wenn<br \/>\nwir hoffen und glauben, dass Gott uns bewahrt vor Seinem Angesicht, so<br \/>\nwie ER uns geschaffen hat mit Leib und Seele und Geist.<\/p>\n<p>Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch<br \/>\nund bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt,<br \/>\nuntadelig f\u00fcr die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.<\/p>\n<p>AMEN<a name=\"vor\"><\/a><\/p>\n<p><b>Vorbemerkungen zur Predigt<\/b><\/p>\n<p>Auf der Suche nach Einf\u00e4llen und Ideen zum Predigttext:<br \/>\nGerade die scheinbar einfachen, klaren Texte machen mir M\u00fche, sie<br \/>\nin Relation zu unseren heutigen Erfahrungen zu setzen. Dann trage ich<br \/>\nsie einige Zeit mit mir herum, bis pl\u00f6tzlich ein Vergleichspunkt<br \/>\nauftaucht: Appelle und Ermahnungen erfahren wir auch heute. Wie oft hinterlasse<br \/>\nich unserer Tochter einen Zettel auf dem Mittagstisch mit diversen, wenn<br \/>\nauch freundlich verpackten Anweisungen und Mahnungen. Am Wochenende f\u00e4hrt<br \/>\nunser 14j\u00e4hriger Sohn wieder ins Internat zur\u00fcck; am Bahnsteig<br \/>\ndie \u00fcbliche Szene: &#8222;Hast du auch nichts vergessen? Iss dein<br \/>\nBrot im Zug, ich habe dir deine Lieblingswurst draufgelegt! Sieh zu, dass<br \/>\ndu dich mit deinem Zimmernachbarn gut vertr\u00e4gst! Sei freundlich gegen<br \/>\ndeine Lehrer! Melde dich, sobald du angekommen bist! &#8230;&#8220; Und am<br \/>\nEnde, eine letzte Umarmung, ein Kuss &#8211; dann geht seine Reise los.<br \/>\nTrotz der etwas wehleidigen Erinnerung, gebe ich mich gl\u00fccklich und<br \/>\nstolz meiner Idee hin &#8211; und fange an zu lesen, was anderen zu diesem Text<br \/>\neingefallen ist. Ich entdecke, dass meine Erfahrungsgeschichten von anderen<br \/>\nl\u00e4ngst viel besser beschrieben und in Ansprache umgesetzt wurden.<br \/>\nWas nun?<br \/>\nEin neuer Ansatz: Rat-Schl\u00e4ge mag wohl niemand gern um die Ohren<br \/>\nbekommen. Viel besser sind sie anzunehmen, wenn sie geschickt verpackt<br \/>\nals &#8222;eigene&#8220; Ideen begriffen werden. Wie z.B. in der Werbung?<br \/>\nZu negativ besetzt! Als email &#8211; knapp und eilig wie aus dem Handgelenk<br \/>\nhingeworfen, daf\u00fcr aber ungeschminkt authentisch, wie einem &#8222;der<br \/>\nSchnabel gewachsen&#8220;, bzw. die Einf\u00e4lle in die Tastatur gefallen<br \/>\nsind?<br \/>\nOder lieber noch einmal den Text ansehen&#8230; Die komprimiert-utopischen<br \/>\nMahnungen leuchten selbstverst\u00e4ndlich ein. Aber warum m\u00fcssen<br \/>\nsie dann immer noch extra genannt werden? Was hindert uns sie wahrzunehmen?<br \/>\nTitel: &#8222;Der perfekte Christ&#8220; &#8211; nur eine unerreichbare Idealfigur<br \/>\nvon Mitmenschlichkeit und Nachfolge im Sinne Jesu Christi? Gottes Ebenbild<br \/>\nmit Schattenseiten.<\/p>\n<p>Zeitgeschichtliches nebenher:<br \/>\n&#8211; Am 1. Sept. j\u00e4hrt sich zum 63. mal der \u00dcberfall des Dt. Reiches<br \/>\nauf Polen (&#8222;seit 4.45 Uhr wird zur\u00fcckgeschossen&#8220; &#8211; die<br \/>\nerste lautstark \u00fcber Volksempf\u00e4nger verbreitete Propagandal\u00fcge<br \/>\ndes &#8222;F\u00fchrers&#8220; und der Beginn eines furchtbaren Krieges)<br \/>\nPr\u00fcfet die Geister!<br \/>\n&#8211; In 10 Tagen, am 11. September, j\u00e4hrt sich zum ersten mal eine zuvor<br \/>\nnicht f\u00fcr m\u00f6glich gehaltene Terroraktion, die die westliche<br \/>\nWelt in ihrer Selbstsicherheit zutiefst ersch\u00fctterte. Kann der Predigttext<br \/>\nmit seinen konkreten Handlungsanweisungen hier eine neue Ausrichtung anbieten<br \/>\nund Sicherheit wecken im Vertrauen auf Gott?<br \/>\n&#8211; Der Umwelt-Gipfel in Johannesburg setzt sich diese Woche das Ziel eines<br \/>\n&#8222;verantwortbaren Wohlstandes f\u00fcr alle&#8220;. Die Mahnungen zu<br \/>\neinem gemeinsamen Schutz der Umwelt, zum dringend notwendigen Ausgleich<br \/>\nzwischen Arm und Reich ert\u00f6nen laut. Doch die Gegens\u00e4tze innerhalb<br \/>\nder Staatengemeinschaft haben sich &#8211; nach Auskunft des SPIEGELS &#8211; eher<br \/>\nversch\u00e4rft. Den guten Ratschl\u00e4gen m\u00fcssen entsprechende<br \/>\nTaten folgen. Wie kann Kirche, Gemeinde und jeder einzelne Christ hierbei<br \/>\nhelfen?<br \/>\n&#8211; Der politische Wahlkampf geht in seine Endphase. Was wird bleiben von<br \/>\nden vielen guten, auch ermahnenden Worten?<\/p>\n<p>Ich muss mich entscheiden &#8230; mal sehen, was daraus wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Pastorin Karin Klement<br \/>\nLange Stra\u00dfe 42<br \/>\n37077 G\u00f6ttingen<br \/>\n<a href=\"mailto:karin.klement@evlka.de\">email: karin.klement@evlka.de<\/a><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><noscript><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=1&amp;bn=neukirch&amp;f=020901-2.html&amp;r=r1\"\/><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 14. Sonntag nach Trinitatis, 1. September 2002 Predigt \u00fcber 1. Thessalonicher 5, 14-24, verfa\u00dft von Karin Klement -&gt; Vorbemerkungen zur Predigt Liebe Gemeinde! 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