{"id":9163,"date":"2002-10-07T19:49:56","date_gmt":"2002-10-07T17:49:56","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9163"},"modified":"2025-06-27T19:41:05","modified_gmt":"2025-06-27T17:41:05","slug":"2-korinther-3-2-6-7-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2-korinther-3-2-6-7-9\/","title":{"rendered":"2. Korinther 3, 2-6 (7-9)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">20<\/span><span style=\"color: #000099;\">. Sonntag nach Trinitatis, 13. Oktober 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber 2. Korinther 3, 2-6 (7-9), verfa\u00dft von Heinz Janssen<br \/>\n<\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>&#8222;IHR SEID EIN BRIEF CHRISTI&#8220; &#8211; Kirche als Diakonie, einladend,<br \/>\nin lebendiger Auseinandersetzung und Begegnung, immer offen f\u00fcr Ver\u00e4nderung<br \/>\nund Erneuerung<\/b>Predigttext (nach der \u00dcbersetzung Martin Luthers, revidierte Fassung<br \/>\n1984)<br \/>\n2 Ihr seid unser Brief, in unser Herz geschrieben, erkannt und gelesen<br \/>\nvon allen Menschen!<br \/>\n3 Ist doch offenbar geworden, da\u00df ihr ein Brief Christi seid, durch<br \/>\nunsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem<br \/>\nGeist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne<br \/>\nTafeln, n\u00e4mlich eure Herzen.<br \/>\n4 Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott.<br \/>\n5 Nicht da\u00df wir t\u00fcchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen<br \/>\nals von uns selber; sondern da\u00df wir t\u00fcchtig sind, ist von Gott,<br \/>\n6 der uns auch t\u00fcchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht<br \/>\ndes Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe t\u00f6tet, aber<br \/>\nder Geist macht lebendig.<br \/>\n[7 Wenn aber schon das Amt, das den Tod bringt und das mit Buchstaben<br \/>\nin Stein gehauen war, Herrlichkeit hatte, so da\u00df die Israeliten<br \/>\ndas Angesicht des Mose nicht ansehen konnten wegen der Herrlichkeit auf<br \/>\nseinem Angesicht, die doch aufh\u00f6rte,<br \/>\n8 wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Herrlichkeit<br \/>\nhaben?<br \/>\n9 Denn wenn das Amt, das zur Verdammnis f\u00fchrt, Herrlichkeit hatte,<br \/>\nwieviel mehr hat das Amt, das zur Gerechtigkeit f\u00fchrt, \u00fcberschwengliche<br \/>\nHerrlichkeit.]<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>&#8222;Was man schwarz auf wei\u00df besitzt, kann man getrost nach Hause<br \/>\ntragen&#8220;, so lautet ein bekannter Ausspruch aus Goethes &#8222;Faust&#8220;.<br \/>\nStark sind wir, wenn wir sagen: das habe ich schwarz auf wei\u00df. An<br \/>\ndem, was wir sagen, gibt es dann nichts zu r\u00fctteln, ich kann es mit<br \/>\neinem Schriftst\u00fcck beweisen. Papier ist au\u00dferdem geduldig;<br \/>\nes kann Sinn oder Unsinn aufgeschrieben sein &#8211; was einmal aufgeschrieben<br \/>\nist, wirkt sich aus. Ein aufgesetztes Dokument beschert Tatsachen, mit<br \/>\ndenen ich leben muss. Ein Zeitungsartikel macht etwas \u00f6ffentlich,<br \/>\naufbauend im guten Sinn, zerst\u00f6rend, wenn er Unwahrheiten bringt.<br \/>\nEin abgeschickter Brief ist nicht wieder aus dem Briefkasten zu holen,<br \/>\negal, ob er negativen Inhalt hat oder ein Liebesbrief ist. Ein erhaltener<br \/>\nBrief fordert zur Antwort heraus. Ja, Briefe sind Spiegel unseres Lebens,<br \/>\nsagen aus, was uns bewegt, was uns wichtig ist.<\/p>\n<p><b>I.<\/b> Der Apostel Paulus hat den Kontakt mit seinen Gemeinden durch<br \/>\nBriefe gehalten. Diese Briefe waren f\u00fcr die Existenz der jungen Gemeinden<br \/>\ngeradezu lebensnotwendig. Unsicherheiten, die die christliche Lehre betrafen,<br \/>\nhat Paulus damit zu kl\u00e4ren versucht. Schwarz auf wei\u00df konnten<br \/>\ndie Gemeindemitglieder so immer wieder nachlesen, und schwarz auf wei\u00df<br \/>\nliegt uns bis heute vor, mit welchen Problemen die Gemeinden damals sich<br \/>\nauseinandersetzten.<\/p>\n<p>Wort f\u00fcr Wort h\u00f6ren wir in jedem Gottesdienst ein St\u00fcck<br \/>\naus der Bibel. Es wird vorgelesen, was schwarz auf wei\u00df darin geschrieben<br \/>\nsteht. Heute morgen ist es anders. Sie haben am Kircheneingang einen Brief<br \/>\nerhalten. \u00d6ffnen Sie jetzt den Brief und lesen Sie selbst schwarz<br \/>\nauf wei\u00df, was Paulus an die Korinther schrieb; es ist heute der<br \/>\nPredigttext.<\/p>\n<p><i>&#8211; Zeit der Stille f\u00fcr das Lesen des Briefes &#8211;<\/i><\/p>\n<p><b>II.<\/b> Schauen wir uns einige Gedanken aus dem Briefabschnitt an.<br \/>\nPaulus schrieb:<br \/>\nIhr seid unser Brief, in unser Herz geschrieben.<br \/>\nIhr seid ein Brief Christi,<br \/>\ngeschrieben mit dem Geist des lebendigen Gottes,<br \/>\ngeschrieben auf eure Herzen.<\/p>\n<p>Wir, Du, ich &#8211; ein Brief? Was f\u00fcr ein Brief? Diese Frage muss jede<br \/>\nund jeder zuersteinmal f\u00fcr sich selbst beantworten &#8211; wie damals in<br \/>\nKorinth. Ein Brief, geschrieben auf eure Herzen. Was steht auf meinem<br \/>\nHerzen? Kann ich es lesen und \u00fcberhaupt entziffern? Achten wir genug<br \/>\nauf unser Herz? Nehmen wir uns jetzt etwas Zeit daf\u00fcr.<\/p>\n<p><i>&#8211; Stille &#8211; <\/i><\/p>\n<p>Schwarz auf wei\u00df &#8211; das gibt es in unserem Herz sicher nicht zu<br \/>\nentdecken. Aber Spuren, die sich eingegraben haben. Vielleicht Liebe,<br \/>\neingebrannt ins Herz, Trauer, die das Herz fast zerrissen hat, Verletzung,<br \/>\ndie uns ein Stich ins Herz gab, vielleicht gl\u00fchende Begeisterung,<br \/>\ndie unser Herz leicht werden lie\u00df. All diese Gef\u00fchle, die uns<br \/>\nMenschen bewegen, schreiben sich ins Herz ein und k\u00f6nnen von anderen<br \/>\nMenschen gelesen werden.<\/p>\n<p>Wir sind an dem zu erkennen, was uns bewegt und was wir tun; in unseren<br \/>\nGesichtern ist es ablesbar. Es ist zu erkennen, wie wir der Welt begegnen<br \/>\nund wie wir einander begegnen. Es ist ablesbar in unseren Augen, wie wir<br \/>\nauf diese Welt schauen und wohin wir unseren Blick richten. Was wir tun<br \/>\nund wie wir es tun, ist unverwechselbar mit uns verbunden, es ist uns<br \/>\nauf den Leib geschrieben, kurz: auf unser Herz.<\/p>\n<p><b>III.<\/b> Schwarz auf wei\u00df &#8211; wie ein Beweis, ein Dokument? Nein,<br \/>\ndarum geht es Paulus nicht. Denn er schreibt (V.6): &#8222;Der Buchstabe<br \/>\nt\u00f6tet, aber der Geist macht lebendig&#8220;. Was uns auf den Leib,<br \/>\nauf unser Herz, geschrieben ist, legt uns nicht fest, es kann umgeschrieben<br \/>\nund weitergeschrieben werden; es ist lebendig.<\/p>\n<p>Um im Bild des Briefes zu bleiben: Gott hat uns nicht in einen Briefumschlag<br \/>\ngesteckt, zugeklebt, auf unseren Lebensweg geschickt, dass wir unver\u00e4ndert<br \/>\nam Lebensziel ankommen. Das w\u00e4re doch sinnlos. Wir sind offene Briefe,<br \/>\ndie gelesen und kommentiert werden d\u00fcrfen; Briefe, die Antworten<br \/>\nerhalten, im lebendigen Austausch stehen, korrigiert, erg\u00e4nzt und<br \/>\nver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen. Unser Leben entspricht im Sinne des<br \/>\nvon Paulus verwendeten Bildes einem Briefwechsel. Wir stehen als Gemeinschaft,<br \/>\ndie wir Kirche und Gemeinde nennen, in Beziehung miteinander und mit Gott;<br \/>\nund wir gestalten sie durch Singen und Beten und dem immer wieder neuen<br \/>\nVersuch, auf Gott zu h\u00f6ren, auf seine Stimme zu achten und uns an<br \/>\nseinen Geboten zu orientieren.<\/p>\n<p><i>Orgelchoral zum Wochenlied EG 295, 3 Mein Herz h\u00e4ngt treu und<br \/>\nfeste an dem, was dein Wort lehrt. Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich<br \/>\nzuschanden wird. Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig<br \/>\nlaufen den Weg deiner Gebot. (Die Gemeinde wird gebeten, die Strophe still<br \/>\nf\u00fcr sich zu lesen.) <\/i><\/p>\n<p><b>IV. <\/b>Der Apostel erinnert an die Gebote, die Gott uns schwarz auf<br \/>\nwei\u00df, in Stein gehauen, gegeben hat, eine umfassende (Lebens-)Ethik,<br \/>\ndie die Grenzen ihres Ursprungs in der israelitischen Religion und Kultur<br \/>\nbald \u00fcberschritt.<\/p>\n<p>Das Ringen der Menschen mit dieser Ethik finden wir schwarz auf wei\u00df<br \/>\nin der Bibel aufgeschrieben. Aber dabei sto\u00dfen wir auch auf manche<br \/>\nT\u00fccken. Wenn wir das, was aufgeschrieben ist, nur nachplappern, ohne<br \/>\ndem Leben schaffenden Geist Raum zu geben, der im Horizont des Evangeliums<br \/>\ngleichsam zwischen den Zeilen wirksam ist, dann werden es blo\u00dfe<br \/>\nBuchstaben sein, die das Leben hemmen und t\u00f6ten; dann wird auch das<br \/>\nentlastende Evangelium von Christus zum puren belastenden Gesetz. Der<br \/>\n&#8222;Brief Christi&#8220; wird geistlos; Buchstaben, Prinzipien, werden<br \/>\ndem Menschen um die Ohren geschlagen oder vor die Augen gehalten, und<br \/>\nso wird verfehlt, was ein Brief eigentlich ansto\u00dfen k\u00f6nnte:<br \/>\ndie lebendige Auseinandersetzung, um etwas zu kl\u00e4ren, und den Wunsch<br \/>\nnach Begegnung und N\u00e4he.<\/p>\n<p>&#8218;Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott&#8220;, schreibt<br \/>\nPaulus. Der Apostel betont damit seine Beziehung zu seiner Gemeinde in<br \/>\nKorinth, die er durch den &#8222;Geist des lebendigen Gottes&#8220; gegr\u00fcndet<br \/>\nwei\u00df. Der Dienst des Apostels und seiner MitarbeiterInnen im Namen<br \/>\nGottes war trotz heftiger Widerst\u00e4nde nicht vergeblich.<\/p>\n<p>Auch wir in unserer Gemeinde und Kirche heute sind aufgerufen, dem Wirken<br \/>\nder Geisteskraft Gottes zu trauen. &#8222;Denn der Buchstabe t\u00f6tet,<br \/>\naber der Geist (Gottes) macht lebendig&#8220; (V.6). So sind wir &#8222;ein<br \/>\nBrief Christi&#8220;, eine einladende Gemeinde und beziehungsf\u00e4hige<br \/>\nKirche; sie spiegelt den Glanz (doxa V.7-9, M.Luther: &#8222;Herrlichkeit&#8220;,<br \/>\nvgl. Ex 34,29-35) wieder, der allein von Gott kommt, und sie geht ihren<br \/>\nWeg in Glaube, Hoffnung und Liebe.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><b>Exegetisch-homiletische Hinweise<\/b><\/p>\n<p><b>Perikopenabgrenzung und Thematik:<br \/>\n<\/b> Entgegen gelegentlicher Perikopenabgrenzung ist es sinnvoll, Vers<br \/>\n2 miteinzubeziehen. V.2-3 beschreibt der Apostel Paulus in Auseinandersetzung<br \/>\nmit seinen Gegnern anhand des Bildes vom (Empfehlungs-)Brief seine Beziehung<br \/>\nzur Gemeinde und damit sein Gemeindeverst\u00e4ndnis. V.4-6 definiert<br \/>\ner seinen apostolischen Dienst, den er auf die Bef\u00e4higung durch Gott<br \/>\nzur\u00fcckf\u00fchrt, und verteidigt damit seine Legitimation. Mit V.7<br \/>\nbeginnt ein neuer an V.6 (Buchstabe [des Gesetzes\/der Thora\/der Gebote]\/Geist)<br \/>\nankn\u00fcpfender Gedankengang, der \u00fcber V.9 bis V.18 reicht und<br \/>\ndie diakonia des Geistes (pneuma &#8211; Verk\u00fcndigung des befreienden\/entlastenden<br \/>\nEvangeliums\/Neuer Bund Gottes\/Gnadenbund mit seinem Volk) und die diakonia<br \/>\ndes Todes (thanatos &#8211; Predigt des den gottfernen Menschen verurteilenden<br \/>\nund vernichtenden Gesetzes Gottes) in der Gegen\u00fcberstellung zum &#8222;Alten<br \/>\nTestament&#8220; (3,14) reflektiert (vgl. O.Hofius, Gesetz und Evangelium<br \/>\nnach 2.Korinther 3, in: O.Hofius, Paulusstudien, WUNT 51, T\u00fcbingen<br \/>\n1989, S.75ff.).<\/p>\n<p><b>Kontext:<br \/>\n<\/b> Die Perikope, deren theologische Interpretation nach wie vor in vieler<br \/>\n&#8211; nicht zuletzt in traditionsgeschichtlicher &#8211; Hinsicht umstritten ist,<br \/>\ner\u00f6ffnet das Briefcorpus (3,1-12,13, dazu U.Schnelle, Einleitung<br \/>\nin das Neue Testament, 2.Aufl., G\u00f6ttingen 1996, S.96-117).<\/p>\n<p><b>Zur Situation:<br \/>\n<\/b> Der Apostel Paulus ringt um die gest\u00f6rte Beziehung zu seiner<br \/>\nGemeinde in Korinth und verteidigt seinen Auftrag als Apostel gegen Angriffe,<br \/>\ndie sich auch gegen seine eigene Person und damit gegen seine Authentizit\u00e4t<br \/>\nrichteten (vgl. 2Kor 10-12). So stellen die Gegner (unter ihnen die in<br \/>\ndie Gemeinde eingedrungenen &#8222;Superapostel&#8220;, 2Kor 11,5; 12,11)<br \/>\nz.B. seine Glaubw\u00fcrdigkeit in Frage, weil er zun\u00e4chst seinen<br \/>\nBesuch in Korinth ank\u00fcndigte, sich dann aber anders entschied und<br \/>\nseine Reisepl\u00e4ne \u00e4nderte (2Kor 1,12-2,4). Deutlich setzt sich<br \/>\nPaulus von den &#8222;vielen&#8220; ab, &#8222;die mit dem Wort Gottes Gesch\u00e4fte<br \/>\nmachen&#8220; und wei\u00df sich dem Reden &#8222;aus Lauterkeit&#8220;<br \/>\n(ex eilikrineias) und &#8222;aus Gott&#8220; (ek theou) verpflichtet (2Kor<br \/>\n2,17, vgl. 1,12). Paulus und seine Mitarbeiter verstehen sich nicht als<br \/>\ndie Herren \u00fcber den Glauben der Gemeinde (ouch hoti kyrieuomen&#8230;),<br \/>\nsondern als Mitarbeiter der Freude (synergoi taes charas), so wollten<br \/>\nsie in der Gemeinde gesehen werden (2Kor 1,24).<\/p>\n<p>Paulus relativiert in 2Kor 3,1 seine briefliche &#8222;Selbstempfehlung&#8220;<br \/>\n(1,8-2,17 synistanein = &#8222;vorstellen&#8220; vgl. 2Kor 5,12). Es geht<br \/>\nihm nicht um die Pr\u00e4sentation durch Empfehlungsbriefe (systatikae<br \/>\nepistolae) an die Gemeinde, wie es seine Gegner offensichtlich in extenso<br \/>\npraktizierten. Der Apostel lehnt jetzt solche Praktiken, durch die er<br \/>\nund seine MitarbeiterInnen \u00fcberboten werden sollten, kategorisch<br \/>\nab (2Kor 3,1; vgl. 10,12.18). Stattdessen bezeichnet er seine Gemeinde<br \/>\nals den eigentlichen Empfehlungsbrief, der nicht mit Tinte, sondern mit<br \/>\ndem Geist des lebendigen Gottes geschrieben wurde und so von allen Menschen<br \/>\nerkannt und gelesen werden kann (2Kor 3,2-9; vgl. 4,2). Was der Apostel<br \/>\nund seine Mitarbeiter taten, war nicht anderes als sich in Gottes und<br \/>\nJesu Christi Dienst zu stellen und der Gemeinde zu helfen (diakonein,<br \/>\n2Kor 3,3), das Evangelium von Jesus Christus anzunehmen und in seinem<br \/>\nLeben schaffenden Wirkungsbereich zu bleiben.<\/p>\n<p>Mit V.2-3 umschreibt der Apostel das durch Christus gest\u00e4rkte Vertrauen<br \/>\n(pepoithaesis, V.4, vgl. 1,9.15) zu Gott, dass sein und seiner Mitarbeiter<br \/>\nDienst in der Gemeinde trotz der bedr\u00e4ngenden und verletzenden gegnerischen<br \/>\nAngriffe nicht vergeblich war (vgl. 6,1). Die zu diesem Dienst (diakonia,<br \/>\nV.7-9) n\u00f6tige &#8222;Kapazit\u00e4t&#8220; (hikanos\/hikanotaes, V.5,<br \/>\nvgl. 2,16; 10,18) schreibt Paulus nicht sich selbst sondern allein Gott<br \/>\nzu, aus dem sie ihm und seinen Mitarbeitern zukam und der sie zu &#8222;Diakonen&#8220;<br \/>\ndes Neuen Bundes machte (V.5f., vgl. 6,4-10).<\/p>\n<p><b>Zur Predigt: <\/b><br \/>\nIch konzentriere mich in meiner Predigt auf das Bild vom (Empfehlungs-)Brief<br \/>\nund damit auf die Verse 2-6: Kirche, Gemeinde als Brief Christi, der wahrgenommen<br \/>\nund &#8222;gelesen&#8220; wird. Vermitteln wir es einander in Kirche und<br \/>\nGemeinde deutlich genug, woher unsere &#8222;T\u00fcchtigkeit&#8220;\/ &#8222;Eignung&#8220;\/&#8220;Kapazit\u00e4t&#8220;<br \/>\n(hikanotaes) kommt? Worin gr\u00fcndet unsere &#8222;Autorit\u00e4t&#8220;,<br \/>\n&#8222;Legitimation&#8220;, &#8222;Authentizit\u00e4t&#8220; als kirchliche<br \/>\nMitarbeiterInnen? Sind wir &#8222;synergoi\/ai taes charas&#8220; (2Kor 1,24)?<br \/>\nSind wir eine Kirche der &#8222;Diakonie&#8220; des lebendigen Geistes Gottes?<br \/>\n(V.3)<\/p>\n<p>Um die Dynamik des Bildes vom (Empfehlungs-)Brief bzw. den \u00dcberraschungseffekt<br \/>\nbesser nachempfinden zu k\u00f6nnen, lasse ich den Predigttext als verschlossenen<br \/>\nBrief schon am Kircheneingang austeilen mit der Bitte, den Brief noch<br \/>\nnicht zu \u00f6ffnen. Dem Segen zum Ausgang (zum &#8222;Gottesdienst im<br \/>\nAlltag der Welt&#8220;) stelle ich die Apostelworte &#8222;Ihr seid ein<br \/>\nBrief Christi&#8220; (V.3) als Sendungswort voran.<\/p>\n<p><b>Lieder:<br \/>\n<\/b> EG 454 (Eingangslied) Auf und macht die Herzen weit.- EG 181.6 (Loblied)<br \/>\nLaudate, omnes gentes.- EG 295 (Wochenlied) Such, wer da will, ein ander<br \/>\nZiel.- EG 262 (Predigtlied) Sonne der Gerechtigkeit.- EG 170 (Schlusslied)<br \/>\nKomm, Herr, segne uns.<\/p>\n<p><b>Heinz Janssen<br \/>\nPfarrer an der Providenz-Kirche zu Heidelberg<br \/>\nund Lehrbeauftragter f\u00fcr Altes Testament<br \/>\nEvang. Pfarramt Providenz<br \/>\nKarl-Ludwig-Str. 8a<br \/>\n69117 Heidelberg<br \/>\n<a href=\"mailto:providenz@aol.com\">providenz@aol.com<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><script language=\"javascript\"><![CDATA[ \n\n<!-- \n\ndocument.write(\"<IMG WIDTH=\"1\" HEIGHT=\"1\" \");\n\ndocument.write(\"SRC=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&#038;bn=neukirch\");\n\ndocument.write(\"&#038;f=021013-1.html\");\n\ndocument.write(\"&#038;r=r1\");\n\nif(document.referrer.toLowerCase().indexOf('http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/')<0) { document.write(\"&#038;w=\"+escape(document.referrer)); } document.write(\"\">\"); \n\n\/\/ --> \n\n]]><\/script><\/p>\n<p><noscript><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=1&amp;bn=neukirch&amp;f=021013-1.html&amp;r=r1\"\/><\/noscript><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 20. 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