{"id":9178,"date":"2002-11-07T19:50:00","date_gmt":"2002-11-07T18:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9178"},"modified":"2025-04-15T16:11:19","modified_gmt":"2025-04-15T14:11:19","slug":"1-thessalonicher-5-1-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-thessalonicher-5-1-6\/","title":{"rendered":"1. Thessalonicher 5, 1-6"},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"color: #000099;\">Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres | 10. November 2002 | 1. Thessalonicher 5,1-6 |<\/span><span style=\"color: #000099;\"> Joachim Goeze |<\/span><\/h3>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder in Christus,<\/p>\n<p>diese Bilder aus der ersten Christenheit \u00fcber das Kommen Gottes k\u00f6nnen zweierlei Wirkung ausl\u00f6sen: die einen sagen: ach, schon wieder verordneter grauer November, anberaumtes Totengedenken und die Mahnung: alles kann aus sein. Gott kommt wie ein Dieb in der Nacht? Wie letztes Jahr, bekannt, wenden wir uns dem boomenden Weihnachtsgesch\u00e4ft zu &#8211; wie letztes Jahr &#8211; aber das macht wenigstens noch einen Sinn, andere beschenken zu k\u00f6nnen und Freude zu geben, wenn denn das mit Geschenken heute noch zu erreichen ist. Tellerand erreicht, weitere Gedanken out, Weiterdenken off.<\/p>\n<p>Die anderen denken erschrocken, ach, schon wieder November,Ende des Kirchenjahres, Ende des Sommers, Ende des Jahres steht bevor. Was, schon wieder Bilanzzeit? Und wie war das mit meiner Bilanz? Und es kann jederzeit zu Ende sein: wie ein Dieb in der Nacht kommt mein Tod. Was steht in den Anzeigen, den schwarzumrandeten: &#8222;pl\u00f6tzlich und unerwartet&#8220;. Wie der Schmerz bei der Geburt kann mein Tag kommen, an dem ich sterbe, weil Gott mein Ende setzt- nichts anderes f\u00fchle ich bei diesem Wort: &#8222;Tag des Herrn&#8220;.<\/p>\n<p>Ja, liebe Geschwister Jesu, es ist die Zeit, in der wir an unsere Endlichkeit erinnert werden:&#8220; dass mein Leben ein Ziel hat und ich davon mu\u00df (Psalm 39)Wir gehen dahin wie ein Schatten und machen uns viel vergebliche Unruhe, wir sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.&#8220;<\/p>\n<p>Paulus formuliert es ebenso drastisch: Wer sich nicht auf Gottes Kommen einstellt, wird schmerzlich \u00fcberrascht werden. Wer sich den Beschwichtigern anschlie\u00dft, wer sagt und sich einreden l\u00e4sst, es ist alles in Ordnung,&#8220; es ist Friede, es hat keine Gefahr, der wird schnell vom Verderben \u00fcberfallen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Aber&#8220;, so f\u00e4hrt er fort, dieses so oft zu findende: aber &#8222;Ihr, liebe Br\u00fcder, (und nat\u00fcrlich Schwestern) ihr seid nicht in der Finsternis, ihr seid Kinder des Lichts&#8220;, ihr seid nicht vom Dunkel bestimmt sondern &#8222;Kinder des Tags&#8220;. Also kann Gott Euch mit seinem Gerichtstag nicht \u00fcberraschen, noch m\u00fcsst ihr vergeblich fliehen.<\/p>\n<p>Eine Breitseite gegen den Pessimismus. Eine Erinnerung, wem wir geh\u00f6ren. Aber das tr\u00f6stet uns nicht dar\u00fcber hinweg, dass wir auf den Tod und auf ein Ende unseres Lebens zusteuern. Nichts hilft, das zu verdr\u00e4ngen, Wir sollen und m\u00fcssen aus diesem Schlaf aufwachen, als g\u00e4be es noch ein zweites Leben. Immer k\u00f6nnen wir wieder neu anfangen mit Planen, Wollen, Tun und Hoffen, aber die Zeit unseres Lebens vergeht, weil wir endlich sind. Gott setzt uns ein Ende. Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen. Alles andere anzunehmen, ist Illusion, Einbildung Traumgespinst, das uns nicht aufwachen l\u00e4sst und uns dazu bringt, uns dem Leben und seiner Endlichkeit zu stellen.<\/p>\n<p>Ein \u00e4lterer Herr sitzt im Wartezimmer des Arztes, die Sprechstundenhilfe \u00fcbergeht ihn versehentlich, er meldet sich. J\u00fcngere Mitpatienten sagen zu ihm: &#8222;na Sie haben doch genug Zeit&#8220;. Sagt der Mann:&#8220; Ich bin 87 und habe gewi\u00df weniger Zeit \u00fcbrig als Sie alle hier.&#8220; Gerade weil er sein Ende sieht, nutzt er den Tag.<\/p>\n<p>Andreas Gryphius hat dieses Bewusstsein f\u00fcr die Zeit als Gottesgeschenk wunderbar gefasst:<\/p>\n<p>&#8222;Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;<br \/>\nMein sind die Jahre nicht, die etwa m\u00f6gen kommen;<br \/>\nDer Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht,<br \/>\nso ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.&#8220;<\/p>\n<p>Exakt das meint diese Aussage des Paulus \u00fcber die Kinder Gottes, Ihr seid Kinder des Lichts, Kinder des Tags. Das ist w\u00f6rtlich zu nehmen: auch Jesus hat erinnert: es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.<\/p>\n<p>Was aber machen wir? Viele von uns sind gefangen: in der Vergangenheit- in der Zukunft, aber wir nutzen die Gegenwart zu wenig: was wir brauchen ist eine neue, durch das Kommen Gottes qualifizierte Gegenwart.<\/p>\n<p>Erst befreit von den Lasten der Vergangenheit, kann ich die Gegenwart nutzen, erst befreit von stummer Trauer und r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten `h\u00e4tte, sollte, w\u00e4re\u00b4 bin ich f\u00e4hig in meiner berechtigten Trauer einen neuen Anfang mit Gott zu suchen, mich der Gegenwart zuzuwenden, ja befreit auf den Friedhof zu gehen und mit den Meinen dort Erinnerung zu halten, weil ich gerade jetzt ja noch lebe und dankbar \u00fcber die Erde gehen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erst befreit von der Sorge um die Zukunft, die mich l\u00e4hmt und meine Gegenwart verdunkelt, erst abgewehrte Bedenken und \u00c4ngste befreien mich f\u00fcr das Tun und Leben des Heutigen, dass ich ganz wach, das N\u00f6tige tun kann, ohne mich l\u00e4hmen zu lassen, was denn daraus werden k\u00f6nnte und wie falsch sich das entwickeln und wie ansehensmindernd sich das auswirken w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dem Leben sich stellen in seiner Endlichkeit und Gegenw\u00e4rtigkeit, eine neue Tugend, die der Achtsamkeit n\u00e4mlich entwickeln und befreit von Gestern und morgen am Tage Gottes heute leben, ach, wenn ich doch die Freiheit daf\u00fcr finden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Das meinen unsere ernsten Bilder vom Tag des Herrn, der kommt wie der Schmerz und wie ein Dieb in der Nacht unaufhaltbar und durch noch so viel Sorge nicht abzuwenden: also achtsam, wach sein und die Gegenwart nutzen, in Gottes Tag hineinleben : er wird&#8217;s schon machen, denn ich bin sein Kind &#8211; mitten im Gedanken der Trauer und des tr\u00fcben l\u00e4hmenden Novembers mit seinem Todesgedenken und Vergeblichkeitserfahrungen und der Bef\u00fcrchtung eines sinnlos gelebten Lebens, das ein pl\u00f6tzliches Ende mit Schrecken findet, unerf\u00fcllt und unbeweint, allein und einsam und ohne Beistand auf Erden und im Himmel.<\/p>\n<p>Aufwachen, du bist Gotteskind und lebst in seinem Licht, also sei wach und nutze den Tag.<br \/>\nAnthony de Mello, ein christlicher Mystiker aus Indien erz\u00e4hlt folgende Aufwachgeschichte:<br \/>\nVor einiger Zeit h\u00f6rte ich im Radio die Geschichte von einem Mann, der an die Zimmert\u00fcr seines Sohnes klopft und ruft:&#8220;Jim, wach auf!&#8220; Jim ruft zur\u00fcck:&#8220;Ich mag nicht aufstehen, Papa.&#8220;<\/p>\n<p>Darauf der Vater laut:&#8220;Steh auf, du musst in die Schule&#8220;.&#8220;Ich will heut nicht zur Schule gehen&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Warum denn nicht?&#8220; &#8222;Aus drei Gr\u00fcnden&#8220;, sagt Jim. &#8222;Erstens ist es so langweilig, zweitens \u00e4rgern mich die Kinder, und drittens kann ich die Schule nicht ausstehn.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;So,&#8220; erwidert der Vater, dann sag ich dir drei Gr\u00fcnde, wieso du in die Schule musst:<\/p>\n<p>Erstens ist es deine Pflicht, zweitens bist du 45 Jahre alt und drittens bist du der Klassenlehrer, also aufwachen! (Anthony de Mello: Zeiten des Gl\u00fccks. Herder Spektrum Bd.5009)<\/p>\n<p>Es ist eine sch\u00f6ne Geschichte aber mit doppeltem Boden. Da will ja einer nicht nur nicht erwachsen werden, sondern hat vielleicht erkannt, dass er in falschem Zug sitzt.<\/p>\n<p>Manchmal meine ich bei den vielen Klagen, die ich h\u00f6re, dass es vielen Menschen geht wie dem Fahrgast, der erkannt hat, er f\u00e4hrt in die falsche Richtung. Aber jedes Mal, wenn der Zug h\u00e4lt und er in den Gegenzug wechseln m\u00fcsste, sagt er sich, ach, hier ist es so sch\u00f6n warm und gem\u00fctlich, jetzt will ich nicht aussteigen, und wieder geht&#8217;s weiter die `falsche\u00b4Richtung.<\/p>\n<p>Wer sich einreden l\u00e4sst, es ist alles in Ordnung, &#8222;es hat keine Gefahr, wird schnell vom Verderben \u00fcberfallen.&#8220;<\/p>\n<p>Kind des Tags zu sein, hie\u00dfe also um im Bild zu bleiben, wechseln solange es Zeit ist, Gottes Sonne scheint in jeder Richtung, wach und n\u00fcchtern sein, hei\u00dft also sehr wohl bedenken, was ich tue und wohin es f\u00fchrt und was ich unterlasse und was das f\u00fcr Folgen hat. Und in d e r Hinsicht finde ich nun wieder, dass die Warnungen der Zukunftsforscher von der Mehrheit zu wenig ernst genommen werden. Solcher Mehrheitsmeinung zu widerstehen, da braucht es, denke ich, Mut zum Sein im Lichte Gottes: eine neue Achtsamkeit vor Mitmensch und Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Ein wenig mehr Gottesfurcht und weniger Furcht vor Ansehensverlust -das zu bedenken bewirkt dann auch eine neue Entscheidungsqualit\u00e4t f\u00fcr mein Tun und Lassen. Und das hat nicht nur Einflu\u00df auf den einzelnen, sondern k\u00f6nnte durchaus auch gesellschaftliche Folgen haben &#8211; sich vorzustellen, dass unsere politischen Bedenkentr\u00e4ger angesichts der zu erwartenden \u00f6kologischen Katastrophen zu wachem Handeln finden w\u00fcrden! Christen m\u00fcssen sich und andere dazu ermuntern k\u00f6nnen gerade dann, wenn sie nicht falschen Frieden und Sicherheit mitausrufen, sondern sich n\u00fcchtern dem Tun des Gerechten stellen.<\/p>\n<p>Ich schlie\u00dfe mit einem Bericht \u00fcber eine evangelische Bruderschaft, die vor zw\u00f6lf Jahren begonnen hat, ganz n\u00fcchtern das &#8222;Bete und Arbeite&#8220; des Benedikt im alten Zisterzienserkloster Dambeck neu zu leben. Seit zehn Jahren nehmen die evangelisch- benediktinischen JosephsBr\u00fcder Tschernobylgesch\u00e4digte, behinderte Kinder ganzj\u00e4hrig jeweils f\u00fcr sechs Wochen auf, holen sie aus der Umgebung von Kiew ab, bringen Sie wieder zur\u00fcck und nehmen neue wieder mit. Der Leiter der Universit\u00e4tskinderklinik k\u00fcmmert sich um die Auswahl und sorgt f\u00fcr die Visa. Die Deutschen betreiben \u00f6kologische Landwirtschaft auf einem Klosterhof und n\u00e4hren ihre G\u00e4ste leiblich mit chemiearmer Nahrung und geistlich mit t\u00e4glicher Andacht und gemeinsamem Leben. Durch Geduld und Freundlichkeit lernen die durch Leuk\u00e4mie und An\u00e4mie Geschw\u00e4chten, dass ihre Hilfe gew\u00fcnscht wird. Wenn beim Tischdecken zum Beispiel etwas kaputt geht, wird nicht geschimpft,die eigenen F\u00e4higkeiten werden geweckt. Durch gespendete Fahrr\u00e4der wird die Bewegung gef\u00f6rdert und die eingeschr\u00e4nkte Gelenkigkeit ge\u00fcbt. Wenn die Kinder eingeladen werden, nach Rostock,Hannover,L\u00fcneburg ,Wolfsburg und Berlin in diesem Jahr, merken sie, dass sie,anders als oft zu `Hause\u00b4wo sie \u00fcber sind, willkommen sind und beschenkt werden. Sogar in die Autostadt nach Wolfsburg wurden sie von VW eingeladen und bekamen im Mai durch das Werk einen Bus geschenkt, mit dem sie zum Bewegungsbad gefahren werden. Kleidung wird geschenkt durch Spender, auch die Familien in der Ukraine k\u00f6nnen mitversorgt werden -alles aus unserem \u00dcberflu\u00df ohne jede offizielle kirchliche Hilfe.<\/p>\n<p>&#8222;Wie machen Sie das &#8222;Wunder von Dambeck&#8220;? wird dann oft gefragt, wenn nach sechs Wochen statt antriebsarmer, geduckter Kinder lebensmutige mit blanken Augen unternehmungsfreudig aus der Altmark zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Das wissen die Br\u00fcder oft selber nicht, weil sie immer neu lernen m\u00fcssen, Gott nimmt ihnen alle Sorgen um diese Aufgabe ab, da\u00df sie alles vergessen k\u00f6nnen, ausser zu gucken, dass sie leben und lieben wollen. (Ev.benediktinische Josephsbruderschaft Bruder Jens Kloster Dambeck Amt Dambeck bei Altensalzwedel; berichtet auch gern in der Gemeinde und macht sie wach)<\/p>\n<p>Und das Licht, das alles sorgenvolle Dunkel erleuchtet, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.<\/p>\n<p><b><a name=\"ex\"><\/a>Exegetische Vorbemerkungen und Entscheidungen <\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Naherwartung des Wiederkommens Christi in der ersten Christenheit :die ber\u00fchmte Schilderung des Zuges der Erl\u00f6sten in Kap.4 des Thess. und die heutige Fortschreibung des Gegenw\u00e4rtigen einschlie\u00dflich der Sucht, alles Verg\u00e4ngliche \u00fcberspielen zu wollen, bilden einen starken gegens\u00e4tzlichen Erwartungs- und Gef\u00fchlsrahmen f\u00fcr die Aufnahme dieses Textes durch die Predigth\u00f6rerinnen und -h\u00f6rer.<\/p>\n<p>Textpredigt hie\u00dfe m.E. das Motiv: der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht, &#8222;pl\u00f6tzlich und unerwartet&#8220;, existentiell aufzunehmen. Damit folgen wir ja auch dem paulinischen Erkl\u00e4rungs-und Begr\u00fcndungsmodus im Zusammenhang: Kap.4 gut bultmannianisch das `Dass\u00b4 der Wiederkunft Christi f\u00fcr die Lebenden und die Toten und Kap.5 das `Wie\u00b4: pl\u00f6tzlich und unerwartet f\u00fcr die Leserinnen und Leser dieses Briefes heute wie damals. Die F\u00fclle der Bilder:Gott kommt &#8222;wie der Schmerz eine Geb\u00e4rende \u00fcberf\u00e4llt&#8220; und &#8222;wie ein Dieb in der Nacht&#8220; begr\u00fcnden die Erinnerung an den Status der Christen: Ihr aber seid Kinder des Lichts. Eine Zuschreibung, die der Dalai Lama gesagt haben k\u00f6nnte und die doch paulinisches und jesuanisches Urgestein ist.(Zur historischen Verbindung Indien-Christentum: siehe TRE Art.Indien; Zu inhaltlichen \u00dcbereinstimmungen :Christliches ZenZentrum Bad Wurzach; paulinisch: Seinsaussage, gegen Assoziationen VI z.St.wo Iring Fetscher dies als &#8222;Beschw\u00f6rung&#8220; ansieht; jesuanisch: universal gemeint: Ihr seid das Licht der Welt gegen Predigtstudien VI, 2, 1995 B z.St., die das elit\u00e4r auffasst.)<\/p>\n<p>Die Seinsaussage: Ihr seid Kinder des Lichts begr\u00fcndet also gut paulinisch als Indikativ die Mahnung, wach und n\u00fcchtern zu sein und vom Schlaf aufzuwachen, um als Kinder des Lichts zu leben und so erleuchtet zu werden- ohne Furcht vom Dieb ergriffen zu werden.<\/p>\n<p>Die Situation im Gottesdienst gegen Ende des Kirchenjahres, das bereits vom Weihnachtstrubel umsp\u00fclt wird und so die Tendenz f\u00f6rdert, den grauen November mit seinen Todesgedenken von Allerseelen \u00fcber Volkstrauertag bis Toten- oder Ewigkeitssonntag zu \u00fcberspielen, sieht also schwarz aus. Wer will schon gern was h\u00f6ren \u00fcber sein Ende? Und innerchristlich traditionell gesprochen: Ist nicht der Sonntag `der Tag des Herrn\u00b4? Geht uns vergangene Naherwartung \u00fcberhaupt noch etwas an? Wenn ich nach einer T\u00fcr zum Verst\u00e4ndnis suche, finde ich eher die individuelle als die kosmische ge\u00f6ffnet. An globale Katastrophenmeldungen haben wir uns doch schon so gew\u00f6hnt, dass Gott in manchen Gedanken nur noch als Sch\u00fctzer des Bestehenden vorkommt. Gleichzeitig treibt viele ein Gef\u00fchl der Unsicherheit um, dass die Verh\u00e4ltnisse unseres Lebens so sich nicht fortsetzen lassen, dass wir aufwachen und uns \u00e4ndern m\u00fcssen. In diese soziale und individuelle Gef\u00fchlslage trifft die Botschaft: Ihr seid Kinder des Lichts gerade in dunkler Zeit als Zusage Gottes, um den Imperativ, aufzuwachen, zu begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Das soll die Predigt entfalten.<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Dr. Joachim Goeze, Wolfsburg<br \/>\n<a href=\"mailto:joachim.goeze@web.de\">joachim.goeze@web.de<\/a> <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres | 10. November 2002 | 1. Thessalonicher 5,1-6 | Joachim Goeze | Liebe Schwestern und Br\u00fcder in Christus, diese Bilder aus der ersten Christenheit \u00fcber das Kommen Gottes k\u00f6nnen zweierlei Wirkung ausl\u00f6sen: die einen sagen: ach, schon wieder verordneter grauer November, anberaumtes Totengedenken und die Mahnung: alles kann aus sein. 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