{"id":9208,"date":"2002-04-07T19:49:55","date_gmt":"2002-04-07T17:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9208"},"modified":"2025-06-28T09:21:35","modified_gmt":"2025-06-28T07:21:35","slug":"exodus-20-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/exodus-20-15\/","title":{"rendered":"Exodus 20"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td bgcolor=\"#669999\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td bgcolor=\"#669999\">\n<div align=\"center\">\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><b>Predigten und Texte zum Dekalog, April 2002<br \/>\nReflexion zum 7. Gebot, Eberhard Busch<\/b><\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Exodus 20,15: Gott spricht: Du sollst nicht stehlen.<\/b><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen auch dieses Gebot so wenig wie die anderen als eine<br \/>\nallgemein menschliche Moralvorschrift verstehen. Wir haben es in dem besonderen<br \/>\nSinn aufzufassen, den es im Zusammenhang des biblischen Zeugnisses hat.<br \/>\nMerkw\u00fcrdig, dass das Wort &#8222;Eigentum&#8220;, auf das das Gebot<br \/>\ndoch hinzuweisen scheint, in der Bibel h\u00f6chst selten vorkommt. Und<br \/>\nwenn es vorkommt, so bezeichnet es in der Regel das, was <b>Gott<\/b> geh\u00f6rt.<br \/>\nGott ist nach der Bibel der eigentliche Eigent\u00fcmer aller Dinge &#8211;<br \/>\nnicht wir sind es. &#8222;Die Erde ist des Herrn und alles, was darinnen<br \/>\nist, der Erdboden und was darauf wohnt&#8220; (Ps. 24,1). Und wenn er in<br \/>\nChristus Mensch wird, so wird er damit nicht verf\u00fcgbares Eigentum<br \/>\nder Menschen, sondern umgekehrt: da kommt er &#8222;in sein Eigentum&#8220;<br \/>\n(Joh. 1,11). Um zu verstehen, was stehlen hei\u00dft, und warum es verboten<br \/>\nist, m\u00fcssen wir von da ausgehen: Gott geh\u00f6rt alles, urspr\u00fcnglich<br \/>\nnur ihm. Wir k\u00f6nnen darum \u00fcber das, was wir gew\u00f6hnlich<br \/>\nunser Eigentum nennen, nicht beliebig verf\u00fcgen &#8211; so, als gehe das<br \/>\nniemand etwas an. Doch, Gott mischt sich da ein, und zwar mit Fug und<br \/>\nRecht, weil im Grunde alles ihm geh\u00f6rt. Wer das bestreitet, sehe<br \/>\nzu, ob er das je verstehen kann, was das hei\u00dft: &#8222;Du sollst<br \/>\nnicht stehlen&#8220;. Allerdings, gerade wenn Gott der alleinige Eigent\u00fcmer<br \/>\nder materiellen und geistigen G\u00fcter ist, so hei\u00dft das nicht,<br \/>\ndass er uns dabei leer ausgehen l\u00e4sst. In seiner G\u00fcte ist es<br \/>\nsein Wille, dass uns etwas zusteht, das wir gebrauchen und bewirtschaften<br \/>\nd\u00fcrfen. Aus Gottes G\u00fcte darf jeder Mensch ein Teilhaber und<br \/>\nNutznie\u00dfer sein an dem, was eigentlich nur Gott geh\u00f6rt. Und<br \/>\nso verleiht Gott uns nicht nur das Leben, so spricht er einem und einer<br \/>\njeden obendrein auch eine Reihe von Dingen zu, die ihnen n\u00f6tig und<br \/>\nn\u00fctzlich, dienlich und erfreulich sind. Die das begreifen, werden<br \/>\nGott bitten, dass er ihnen auch noch <b>die<\/b> Gnade gebe, dass sie nun<br \/>\nauch ihre Dinge dankbar und guten Gewissens als etwas betrachten und gebrauchen,<br \/>\nwas Gott ihnen verliehen hat.<\/p>\n<p>Doch <b>verliehen<\/b> hat er uns wie unser Leben, so unsere Dinge &#8211;<br \/>\nund nicht zum Eigentum vermacht und an uns abgetreten. Er <b>bleibt<\/b><br \/>\nder Eigent\u00fcmer dessen, was er uns verliehen hat. Er hat es uns damit<br \/>\nnur gleichsam ausgeliehen. Wir sind damit nicht zu Besitzern geworden,<br \/>\nsondern zu Verwaltern \u00fcber das uns Ausgeh\u00e4ndigte eingesetzt:<br \/>\nzu Prokuristen, die f\u00fcrsorglich damit umzugehen haben. Gott ist aber<br \/>\nfrei, davon einiges oder vieles zur\u00fcckzufordern. Im Tod wird er sogar<br \/>\nalles von uns zur\u00fcckfordern. Aber es kann schon zu Lebzeiten uns<br \/>\nso erschreckend viel genommen werden, wie es nach der Bibel Hiob widerfahren<br \/>\nist. Und der hatte doch den Glauben zu sprechen: &#8222;Der Herr hats gegeben,<br \/>\nder Herr hats genommen, der Name des Herrn sei gelobt&#8220; (Hi. 1,21).<br \/>\nVerwalter hei\u00dft: im Wissen leben, dass wir verantwortlich umzugehen<br \/>\nhaben mit dem uns Anvertrauten und in der Bereitschaft, daf\u00fcr einmal<br \/>\nRechenschaft abzulegen. Verwalter hei\u00dft: mit dem uns Ausgeh\u00e4ndigten<br \/>\nso verfahren, dass der eigentliche Eigent\u00fcmer sich daran freuen kann<br \/>\nund nicht dadurch gesch\u00e4digt wird.<\/p>\n<p align=\"center\">*<\/p>\n<p>Doch w\u00fchlt und wurmt in uns st\u00e4ndig eine unheimliche Neigung,<br \/>\nin dieser Beziehung unzufrieden zu sein: unzufrieden mit dem lieben Gott<br \/>\nund seiner Gnade. Wir wollen immer noch <b>mehr<\/b> haben. Auch wenn man<br \/>\nl\u00e4ngst genug hat, ja, gerade dann regt sich in uns offenbar besonders<br \/>\nkr\u00e4ftig der Trieb, von dem das Lied sagt: &#8222;Je mehr er hat, je<br \/>\nmehr er will.&#8220; Der Philosoph G\u00fcnther Anders meinte sogar, dass<br \/>\nin neuerer Zeit mehr produziert werde als blo\u00df zur Befriedigung<br \/>\nvon Bed\u00fcrfnissen und dass so viele Waren produziert werden, f\u00fcr<br \/>\ndie allererst der Wunsch produziert werden muss, sie haben zu m\u00fcssen.<br \/>\nUnd je <b>mehr<\/b> wir haben wollen, desto weniger wollen wir blo\u00df<br \/>\nderen Verwalter sein. Desto mehr wollen wir sie <b>haben<\/b>. Wo wir sie<br \/>\naber ernstlich als &#8222;mein&#8220; Eigentum und Besitz be-greifen, da<br \/>\nrei\u00dfen wir sie im Grunde aus Gottes Hand. Da begehen wir Diebstahl<br \/>\nan Gott. Es ist unheimlich, aber wahr: Ihr sollt nicht nur, &#8222;ihr<br \/>\n<b>k\u00f6nnt<\/b> nicht Gott und dem (Besitzgott) Mammon dienen&#8220;<br \/>\n(Mt. 6,24). Und wo Gott nichts mehr zu sagen hat in unserem Wirtschaften,<br \/>\nda beginnt allemal das Stehlen.<\/p>\n<p>Das setzt sich fort im Stehlen zwischen den Menschen. Das kommt viel<br \/>\nh\u00e4ufiger vor, als es im B\u00fcrgerlichen Strafgesetz erfasst werden<br \/>\nkann. Das geschieht sogar in Formen, wo man unter dem Schein des Rechts<br \/>\nstiehlt. Aber auch in solchen F\u00e4llen, wo es vom Strafgesetz nicht<br \/>\nverboten ist, wo es vielen nicht einmal als verwerflich gilt, kann ein<br \/>\nStehlen stattfinden. Und solches Stehlen muss vor Gott kein harmloseres<br \/>\nDelikt sein als etwa ein Bankeinbruch. Ja, vor Gott sind die F\u00e4lle<br \/>\nbesonders bedenklich, wo man anderen verschleiert, dass man sie hinters<br \/>\nLicht f\u00fchrt &#8211; und wo man das gar vor sich selbst verschleiert und<br \/>\nsich damit beruhigt: die anderen tun das doch auch und ohne ein bisschen<br \/>\nSchrecklichkeit und R\u00fccksichtslosigkeit komme ich zu kurz. Es gibt<br \/>\n\u00fcbrigens auch geistigen Diebstahl. Man kann auch Zeit stehlen und<br \/>\nsogar ein St\u00fcck der Lebenskraft.<\/p>\n<p>Stehlen hei\u00dft nicht nur, dass ich mir unrechtm\u00e4\u00dfig Vorteil<br \/>\nschaffe, sondern zugleich auch, dass ich damit anderen Nachteil und Schaden<br \/>\nzuf\u00fcge. Auch der Neid &#8211; dass anderen etwas gegeben ist, was mir nun<br \/>\neinmal nicht gegeben ist &#8211; ist ein Stehlen. Und so auch die Missgunst,<br \/>\nin der wir unseren N\u00e4chsten das Ihre nicht g\u00f6nnen. Manchmal<br \/>\ngehen wir sogar so weit, dass wir richtig Freude haben, Schadenfreude,<br \/>\nwenn andere etwas verlieren, auch wenn wir selbst keinen Vorteil davon<br \/>\nhaben. Im Spa\u00df wird zuweilen der Vers gesungen: &#8222;Oh heiliger<br \/>\nSankt Florian \/ verschone unsere H\u00e4user, \/ z\u00fcnd andere daf\u00fcr<br \/>\nan.&#8220; Aber oft ist dieser Spa\u00df vielmehr Ernst. Und wo man tats\u00e4chlich<br \/>\nso denkt, da vergehen wir uns bereits gegen das 7. Gebot.<\/p>\n<p align=\"center\">*<\/p>\n<p>Noch zwei \u00dcberlegungen dazu, dass der Begriff des Stehlens nicht<br \/>\nauf den Bereich der individuellen Privatmoral zu beschr\u00e4nken ist.<br \/>\nZum einen, es kann uns manchmal der Gedanke beschleichen, es gehe in dieser<br \/>\nSache nach der Weise: &#8222;Die Kleinen h\u00e4ngt man, die Gro\u00dfen<br \/>\nl\u00e4sst man laufen.&#8220; Man sch\u00fcttelt heute mit Recht den Kopf<br \/>\n\u00fcber jene Geschichte aus dem England des 19. Jahrhunderts: Damals,<br \/>\nals man Kinder f\u00fcr Hungerl\u00f6hne zu stundenlanger Arbeit in Bergwerken<br \/>\nmissbrauchte, damals sei eines dieser Kinder zur Strafe f\u00fcr die Entwendung<br \/>\neines Minibetrages geh\u00e4ngt worden. Das Scheu\u00dfliche an dieser<br \/>\nGeschichte ist nicht nur die Strafe, sondern ihr Missverh\u00e4ltnis zum<br \/>\nTun der damaligen &#8222;Herren&#8220;: sie beuteten das Kind entsetzlich<br \/>\naus, sie raubten ihm die jugendliche Kraft &#8211; und es kam keinem in den<br \/>\nSinn, dass diese Herren ja unheimlich mehr gestohlen hatten als der Knabe.<br \/>\nAber auch wenn es mit solcher Justiz heute, gottlob!, vorbei ist, fragt<br \/>\nes sich, ob es heute in anderer Weise nicht immer noch \u00e4hnlich so<br \/>\ngeht. F\u00fcr den Privatbereich soll &#8222;die Kirche&#8220; den Leuten<br \/>\nsagen: &#8222;Du sollt nicht stehlen.&#8220; &#8211; Aber im Bereich der Wirtschaft<br \/>\nund Hochfinanz soll sie den Mund halten, weil da das Gebot nicht gelten<br \/>\nsoll. Dabei ist das Stehlen im gro\u00dfen Stil allzuoft der Grund daf\u00fcr,<br \/>\ndass dann auch im kleinen Stil gestohlen wird.<\/p>\n<p>Zum anderen, der katholische Theologe Karl Rahner hat das Wort vom &#8222;Kollektivdiebstahl&#8220;<br \/>\ngepr\u00e4gt. Er hat es angewendet auf das Verh\u00e4ltnis von reichen<br \/>\nund armen L\u00e4ndern in der heutigen Welt. Er sagt: die Armut der armen<br \/>\nL\u00e4ndern kommt nicht einfach blo\u00df aus deren eigener Schuld.<br \/>\nSie kommt auch davon, dass unsere L\u00e4nder an diesen armen L\u00e4ndern<br \/>\ngut verdienen, weil &#8222;wir&#8220; sie nicht recht bezahlen f\u00fcr<br \/>\nihre Lieferung von Rohprodukten oder f\u00fcr die Anfertigung von Produkten<br \/>\ndurch miserable Kinderarbeit. Wir <b>haben<\/b>, weil wir ihnen nehmen,<br \/>\nindem wir n\u00e4mlich ihnen nicht geben, was sie wirklich verdienen.<br \/>\nDas ist eben &#8222;Kollektivraub&#8220;. Wir stehlen da nicht pers\u00f6nlich.<br \/>\nAber ob wir wissen und wollen oder nicht, wir sind praktisch Nutznie\u00dfer<br \/>\ndavon, dass unsere Gesellschaft als solche stiehlt. Und die Spenden, die<br \/>\nwir im Ganzen bis jetzt f\u00fcr die armen L\u00e4nder aufgebracht haben,<br \/>\nkann man doch eigentlich so wenig ein Opfer nennen, wie ein Dieb seine<br \/>\nR\u00fcckerstattung eine erfreuliche Gabe nennen kann. &#8211; Kurz, stehlen<br \/>\nkommt in vielfacher Weise vor und so, dass wir irgendwo daran mit beteiligt<br \/>\nsind. Also hat hier im Grunde niemand das Recht, zuerst auf andere zu<br \/>\nzeigen. Ein jeder und eine jede hat Grund genug, hier zuerst an die eigene<br \/>\nBrust zu schlagen.<\/p>\n<p align=\"center\">*<\/p>\n<p>Das g\u00f6ttliche Verbot des Stehlens ist ein Bestandteil des umfassenden<br \/>\ng\u00f6ttlichen Kampfes gegen den Egoismus. Gott k\u00e4mpft leidenschaftlich<br \/>\ndagegen, weil er anstelle des Egoismus der Liebe Raum schaffen will. Weil<br \/>\nGott f\u00fcr die Liebe ist, vielmehr: weil er selbst die Liebe ist (1.<br \/>\nJoh. 4,8), darum steht er gegen den Egoismus. Darin k\u00f6nnte man alles<br \/>\nzusammenfassen, was Gott vorhat und tut. Weil er die Liebe ist, weil er<br \/>\ndie Menschen liebt, ist er darauf aus, dass unter ihnen Liebe waltet.<br \/>\nUnd das Verbot des Stehlens geh\u00f6rt ganz in diesen gro\u00dfen Zusammenhang<br \/>\nvon Gottes Liebe und seines Ausseins auf ein Leben und Zusammenleben in<br \/>\nLiebe. Also keine Rede davon, als sei das 7. Gebot eine Schutzbestimmung<br \/>\nf\u00fcr Egoisten! als unterst\u00fctze Gott hier nur eben die Habenden<br \/>\ngegen den Zugriff der Habenichtse! Und keine Rede davon, als stimme Gott<br \/>\nhier dem Tanz um das Goldene Kalb zu und als werde hier der Besitzermentalit\u00e4t<br \/>\nein himmlisches I-P\u00fcnktlein aufgesetzt! In diesem Sinn ist das Gebot<br \/>\noft verstanden worden &#8211; und man hat dann \u00fcbersehen, wie hart die<br \/>\nBibel den Geiz als die Wurzel allen \u00dcbels verurteilt (1. Tim. 6,17).<br \/>\nMan bedenke auch, dass das W\u00f6rtlein &#8222;privat&#8220; in dem Wort<br \/>\nPrivateigentum mit dem lateinischen Wort privare zusammenh\u00e4ngt, das<br \/>\nhei\u00dft &#8222;rauben&#8220;. Gewiss ist das, was einem zusteht, nicht<br \/>\nR\u00e4ubereigentum. Aber es wird dazu, wenn man seine Dinge als Egoist<br \/>\nbesitzt und braucht. Wer ein Egoist ist, der mag viel haben, &#8211; aber der<br \/>\nhat nicht Gott auf seiner Seite.<\/p>\n<p>Und Gott will nicht nur nicht den Egoismus. Er hat ihn bereits auch<br \/>\nan entscheidender Stelle besiegt. Er hat ihn in seiner Wurzel \u00fcberwunden,<br \/>\nindem er etwas Unerh\u00f6rtes getan hat: Er, der wahre Eigent\u00fcmer<br \/>\naller Dinge und allen Lebens, hat das Ureigenste, das ihm geh\u00f6rt,<br \/>\nnicht egoistisch f\u00fcr sich behalten. Er hat es mit anderen geteilt.<br \/>\nEr hat es f\u00fcr andere eingesetzt. &#8222;Er hat seinen eigenen Sohn<br \/>\nnicht verschont, sondern hat ihn f\u00fcr uns alle dahingegeben, wie sollte<br \/>\ner uns mit ihm nicht alles schenken?&#8220; (R\u00f6m. 8,32) So geht Gott<br \/>\num mit seinem Eigentum: er hat es nicht blo\u00df f\u00fcr sich, er hat<br \/>\nes zum Schenken. Indem er das tut und schon getan hat, r\u00fcckt er an<br \/>\ndie Stelle des egoistischen Nehmens die Geberfreudigkeit der Liebe. Und<br \/>\ndamit hat er auch eine Quelle der Erl\u00f6sung geschaffen: f\u00fcr die<br \/>\nGro\u00dfen und Kleinen, f\u00fcr die offenbaren und versteckten Egoisten,<br \/>\num sie von ihrem Ver-gehen mit Liebe zu heilen. Sein Geben ist auch ein<br \/>\nVer-geben. Er vergibt uns sogar, wenn wir wieder r\u00fcckf\u00e4llig<br \/>\ngeworden sind.<\/p>\n<p>Doch vergibt Gott uns, damit wir <b>nicht<\/b> wieder r\u00fcckf\u00e4llig<br \/>\nwerden. Seine Vergebung ist die Kraft, uns zu bewegen, damit wir aus Egoisten<br \/>\n<b>Menschen<\/b> werden. Sie ist die Kraft, aus blo\u00dfen Nehmern fr\u00f6hliche<br \/>\nGeber zu werden, die ihre N\u00e4chsten lieben wie sich selbst. Sie ist<br \/>\ndie Kraft das uns Geh\u00f6rende als Mittel der Zuwendung zu anderen zu<br \/>\nverstehen und zu verwenden, die Kraft zur Mitteilung. Wo das geschieht,<br \/>\nda wird das 7. Gebot erf\u00fcllt. Da leuchtet wie im Dunkel eine Kerze<br \/>\nauf, die Zeugnis gibt von der hellen Sonne der Liebe Gottes zu uns allen.<br \/>\nDa geschieht n\u00e4mlich dies, wie Martin Luther sagt, dass wir unserem<br \/>\nN\u00e4chsten &#8222;sein Gut und Nahrung helfen bessern und beh\u00fcten&#8220;,<br \/>\nund geschieht dies, wie der Heidelberger Katechismus sagt, dass ich &#8222;das<br \/>\nWohl meines N\u00e4chsten f\u00f6rdere&#8220;. Es ist gut und es tut gut,<br \/>\nwenn wir das zu tun lernen und zu tun beginnen. Denn &#8222;Geben ist seliger<br \/>\nals Nehmen&#8220; (Apg. 20,35).<\/p>\n<p><b>Prof. Dr. Eberhard Busch<br \/>\nGeorg-August-Universitaet Goettingen<br \/>\nTheologische Fakultaet<br \/>\nPlatz der Goettinger Sieben 2<br \/>\nD-37073 Goettingen <\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><script language=\"javascript\"><![CDATA[ \n<!-- \ndocument.write(\"<IMG WIDTH=\"1\" HEIGHT=\"1\" \");\ndocument.write(\"SRC=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&#038;bn=neukirch\");\ndocument.write(\"&#038;f=dekalog-tx-busch.html\");\ndocument.write(\"&#038;r=r1\");\nif(document.referrer.toLowerCase().indexOf('http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/')<0) { document.write(\"&#038;w=\"+escape(document.referrer)); } document.write(\"\">\"); \n\/\/ --> \n]]><\/script><\/p>\n<p><noscript><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=1&amp;bn=neukirch&amp;f=dekalog-tx-busch.html&amp;r=r1\"\/><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Predigten und Texte zum Dekalog, April 2002 Reflexion zum 7. 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