{"id":9230,"date":"2002-05-07T19:49:57","date_gmt":"2002-05-07T17:49:57","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9230"},"modified":"2025-04-23T14:07:24","modified_gmt":"2025-04-23T12:07:24","slug":"was-ist-glueck-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/was-ist-glueck-2\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 6,25\u201334"},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"color: #003399;\">Was ist Gl\u00fcck?<\/span><\/span><span style=\"color: #003399;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">\u00a0| Matth\u00e4us 6,25\u201334 | Thomas Ehlert |<\/span><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>Erl\u00e4uterung<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Predigten und die Bausteine sind 1998 entstanden im Rahmen der Vorbereitung eines<br \/>\nSpezialgottesdienstes zum Thema &#8222;Was ist Gl\u00fcck ?&#8220; Die<br \/>\nTexte sind jetzt leicht \u00fcberarbeitet worden. Die Predigten sind<br \/>\nsehr lang. Sie lassen sich als Fortsetzungspredigten verarbeiten, k\u00f6nnten<br \/>\naber auch gut als &#8222;homiletische Fundgrube&#8220; Verwendung finden,<br \/>\num der Suche nach Antworten und den Antworten selber Gestalt zu geben.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>I Bausteine f\u00fcr einen Gottesdienst <\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>1. Einf\u00fchrung ins Thema <\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">&#8222;Viel Gl\u00fcck&#8220;, so sagen wir gerne und w\u00fcnschen uns damit ein gutes Gelingen.<br \/>\nDie Symbole des Gl\u00fccks aus Kohlenwasserstoff, Marzipan und Metall<br \/>\nkennen wir auch: Gl\u00fccksklee, Gl\u00fccksschwein, Gl\u00fcckspfennig.<br \/>\nWir w\u00fcnschen uns am Jahresanfang ein gl\u00fcckliches neues Jahr.<br \/>\nWir sagen &#8222;Gl\u00fcck gehabt&#8220;, wenn etwas besonders gut geklappt<br \/>\nhat. Dieses Wort scheint richtig Konjunktur zu haben, und es ist klar:<br \/>\nGl\u00fcck will jeder haben. Aber was ist eigentlich Gl\u00fcck? Die<br \/>\nPlakataktion der EKD bietet Antworten wie &#8222;Eine Gehaltserh\u00f6hung&#8220;<br \/>\noder: &#8222;Wieder mal bei Oma Erdbeerkuchen essen&#8220; oder &#8222;Gesundheit&#8220;<br \/>\noder &#8222;Ein Ticket f\u00fcr die Fu\u00dfball-WM&#8220; an. Das ist<br \/>\nAntworten, die zum Weiterdenken einladen sollen. Und gerade dieses Weiterdenken<br \/>\nwird spannend: Ist das Gl\u00fcck nur Rausch oder Traum, ist es machbar<br \/>\noder bleibt es immer ein Ziel? Oder geht es nicht nur ums Gl\u00fcckhaben,<br \/>\nsondern auch ums Gl\u00fccklichsein? Tausend fragen um das Gl\u00fcck.<br \/>\nIn diesem Gottesdienst wollen wir versuchen, dem heute auf die Spur<br \/>\nzu kommen und k\u00f6nnen vielleicht auch entdecken, was die christliche<br \/>\nReligion, der Glaube zu dieser doch &#8222;hei\u00dfen Frage&#8220; des<br \/>\nGl\u00fcck zu sagen haben. Nat\u00fcrlich kann nicht alles gesagt werden,<br \/>\nwohl aber k\u00f6nnen Denkanst\u00f6\u00dfe gegeben werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>2. Einleitung zum Psalmgebet (126)<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">&#8222;Wei\u00dft du noch?&#8220;, so fragen wir manchmal.<br \/>\nWer erinnert sich nicht gern an die Augenblicke reinen Gl\u00fccksgef\u00fchls:<br \/>\nder erste Ku\u00df, die Hochzeit, das Abiturzeugnis, das erste Kind,<br \/>\nder erste Enkel im Arm, der Fall der Mauer, nach langer Anreise der<br \/>\nerste Blick \u00fcbers offene Meer. Dem kurzen Moment der reinen Freude<br \/>\nfolgt ein langes Gedenken. Erinnern kann man sich als einzelner und<br \/>\nals Volk. Und aus der Erinnerung an geschenktes Gl\u00fcck folgt die<br \/>\nHoffnung auf zuk\u00fcnftiges Gl\u00fcck:<br \/>\nDas Volk Israel hat sich immer wieder erinnert an Gottes Rettungstat<br \/>\nund dabei auch die Kraft gesch\u00f6pft, getrost nach vorne zu schauen:<br \/>\nWir beten mit Worten des 126. Psalms:<br \/>\n(Gute Nachricht) <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>3. Zum S\u00fcndenbekenntnis<br \/>\nmit anschlie\u00dfendem Freispruch <\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Ein Konfirmand hat es einmal ganz direkt gesagt: &#8222;Gl\u00fcck ist, wenn man Mist<br \/>\ngebaut hat und alles wieder gut wird&#8220;.<br \/>\nLasten loswerden k\u00f6nnen, Gott sagen, was einen belastet, auch als<br \/>\nSchuld bedr\u00fcckt, und den Freispruch h\u00f6ren k\u00f6nnen- das<br \/>\nhat nach biblischer Anschauung auch mit Gl\u00fcck zu tun, da\u00df<br \/>\nman an seiner Schuld nicht verk\u00fcmmern mu\u00df.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>4. Anspiel zum Thema &#8222;Gl\u00fcck&#8220;<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">1. Sprecher (mit dem Fernrohr): Ich suche nach dem gro\u00dfen Gl\u00fcck: Vielleicht<br \/>\nfinde ich es! Aber wo soll ich eigentlich suchen? <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">2. Sprecher: Mal sehen, ob ich bei der Goldenen 1 gewinne, ob ich Gl\u00fcck habe, mein<br \/>\nLos ein Gl\u00fcckslos ist! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">3. Sprecher: Wenn ich in den Urlaub fahren kann, bin ich richtig gl\u00fccklich! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">4. Sprecher: Ich bin richtig gl\u00fccklich.Ich habe einen Menschen gefunden, der meine<br \/>\nLiebe erwidert. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">5. Sprecher: Ich war gerade beim Zahnarzt. Nun habe ich endlich keine Zahnschmerzen mehr.<br \/>\nIch war richtig gl\u00fccklich, als ich die Praxis verlassen konnte.<br \/>\nGl\u00fcck, das ist schon, wenn man keine Schmerzen hat! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">6. Sprecher: Wenn<br \/>\nman eine schwere Krankheit oder ein schlimmes Erlebnis hinter sich hat,<br \/>\ndann kann man vielleicht die Tage bewu\u00dft genie\u00dfen, Wichtiges<br \/>\nvom Unwichtigen unterscheiden. Gl\u00fcck, das ist f\u00fcr mich die<br \/>\nNormalit\u00e4t des Alltags.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>5. Biblische Lesung<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Mt. 6,25-34<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>6. Lieder<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">EG 451,1-3+7-10<br \/>\n;452,1-3+5; 427,1-3; 322; 361; 371,12 <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>II Predigt(en)<br \/>\nzur Frage des Gl\u00fccks<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>Teil A<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Liebe Gemeinde!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Jeder Mensch m\u00f6chte Gl\u00fcck haben und gl\u00fccklich leben! Und das Gl\u00fcck, es hat<br \/>\ntausend Gesichter: Gl\u00fcck zu haben, das kann hei\u00dfen, im Lotto<br \/>\nzu gewinnen, bei einem Verkehrsunfall heil und unverletzt heraus zu<br \/>\nkommen. Dieses Gl\u00fcck verkn\u00fcpft den Menschen mit dem Zuf\u00e4lligen<br \/>\nund macht aus dem Leben ein Lotteriespiel. Dann kennen wir das Gl\u00fcck,<br \/>\ndas ein k\u00fcssendes Liebesp\u00e4rchen in den siebten Himmel hebt;<br \/>\nes gibt Augenblicke rauschhaften Gl\u00fccks: es hat mit Freude, Erregung<br \/>\nund Lust zu tun. Und es gibt das kleine Gl\u00fcck: der Duft einer Blume<br \/>\noder ein Ritual, dessen Wiederkehr einen immer wieder neu erfreut. Es<br \/>\nkann barfu\u00df laufen sein oder ein Geschmack auf der Zunge, ein<br \/>\nnetter Anruf, sch\u00f6ne Musik, ein Moment der Erkenntnis, der Anblick<br \/>\neines Kunstwerks.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Und schlie\u00dflich gibt es das grunds\u00e4tzliche Gef\u00fchl eines erf\u00fcllten und<br \/>\ngelungenen Lebens- auch das ist Gl\u00fcck. Gl\u00fccklich leben und<br \/>\ngl\u00fccklich sein. Nat\u00fcrlich lassen sich mit der Sehnsucht nach<br \/>\nGl\u00fcck auch Gesch\u00e4fte machen: Wenn versucht wird, uns mit einer<br \/>\nKaffeemarke oder einem Auto ein bestimmtes Lebensgef\u00fchl zu verkaufen.<br \/>\nAber ob man sich mit dem scheinbar richtigen Kaffee oder mit dem angeblich<br \/>\ntollen Auto wirklich gl\u00fccklich f\u00fchlt, das ist ja noch die<br \/>\nFrage. Was man besitzt, verliert sehr schnell seinen Reiz. Ich kann<br \/>\nes bei mir beobachten: habe ich ein Ziel erreicht, oder was Sch\u00f6nes<br \/>\ngekauft, so ist das besondere begl\u00fcckende Gef\u00fchl von kurzer<br \/>\nDauer, hinterher folgt meistens eine Leere, und schon ist das n\u00e4chste<br \/>\nZiel im Blick: Ich denke, das kanns doch nicht gewesen sein, das Gl\u00fcck,<br \/>\ndas mu\u00df doch mehr sein, mu\u00df doch tiefer gehen als diese<br \/>\nau\u00dfergew\u00f6hnlichen Momente: denn wer schafft das schon, von<br \/>\neinem H\u00f6hepunkt des Erlebens zum n\u00e4chsten zu h\u00fcpfen?<br \/>\nIch ahne: Gl\u00fcck ist eigentlich mehr und anders: Ich m\u00f6chte<br \/>\nweg von dieser Sucht nach immer tolleren Erlebnissen, um daran das Gl\u00fcck<br \/>\nfestzumachen: Ich m\u00f6chte weg von der Oberfl\u00e4che, bei der man<br \/>\ngl\u00fcckliches Leben mit Spa\u00df und Vergn\u00fcgen verwechselt.<br \/>\nIch m\u00f6chte in der Tiefe auf die Suche gehen, um nicht mit lauter<br \/>\nTr\u00e4umereien im Kopf blind zu sein f\u00fcr das, was mir vor den<br \/>\nF\u00fc\u00dfen liegt; denn wir sind immer versucht, das Gl\u00fcck<br \/>\nbei dem zu finden, was wir nicht haben, und vielleicht vers\u00e4umen<br \/>\nwir dabei, gl\u00fccklich zu sein mit dem, was wir haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Ich versuche zu graben in den Sch\u00e4tzen biblisch- christlicher Tradition. Wenn Bibel<br \/>\nund Gesangbuch was mit dem Leben zu tun haben, werden sie mir Sehhilfen<br \/>\ngeben, um wirklich sch\u00e4rfer sehen zu k\u00f6nnen, um die Elementarbausteine<br \/>\ndes Gl\u00fccks in meinem Leben zu entdecken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Ein Baustein des Gl\u00fccks ist das Geschenk eigener Gesundheit: &#8222;Da\u00df<br \/>\nunsere Sinnen wir noch brauchen k\u00f6nnen, und H\u00e4nd und F\u00fc\u00dfe,<br \/>\nZung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den<br \/>\nHerren&#8220;, so hei\u00dft es in einem Gesangbuchlied (EG 447,3).<br \/>\nWenn man pl\u00f6tzlich Sinne, H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe, Zunge<br \/>\nund Lippe nicht mehr bewegen kann, dann wei\u00df man, was einem verloren<br \/>\ngegangen ist, man trauert vergangenem Gl\u00fcck nach.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Im Alten Testament, in der Weisheitsliteratur, wo die Lebenserfahrung von<br \/>\nGenerationen eingeflossen ist, gibt es Verse, die versuchen, Gl\u00fcck und gelingendes<br \/>\nLeben auf den Punkt zu bringen: Es hei\u00dft dann dort: &#8222;Wohl dem Mann&#8220;-<br \/>\nwir k\u00f6nnten heute auch sagen: &#8222;Wohl der Frau&#8220;, und wenn<br \/>\nwir das modern \u00fcbersetzen, dann etwa so: &#8222;Gl\u00fccklich ist,<br \/>\nwer&#8230; Und da lese ich dann: &#8222;Gl\u00fccklich ist, wer einen Freund<br \/>\ngewonnen hat&#8220;, oder: &#8222;Gl\u00fccklich ist, wer eine kluge Frau,<br \/>\nwir k\u00f6nnen auch sagen, einen guten Mann hat.&#8220; Oder: &#8222;Gl\u00fccklich<br \/>\nist, wer Freude an seinen Kindern hat&#8220; (siehe: Sirach 25). Im Jeremiabuch<br \/>\nhei\u00dft es, in der R\u00fcckschau: &#8220; Wir hatten Brot genug,es<br \/>\nging uns gut und wir waren gl\u00fccklich.&#8220; (44,17) Das sind sehr<br \/>\neinfache Gl\u00fccksg\u00fcter, von denen hier die Rede ist: elementare<br \/>\nDinge des Lebens wie Nahrung, Freundschaft und gute famili\u00e4re Beziehungen.<br \/>\nEntscheidende Bausteine des Gl\u00fccks. Im Alten Testament kommen noch<br \/>\nandere Bausteine vor: &#8222;Du wirst dich n\u00e4hren von deiner H\u00e4nde<br \/>\nArbeit, wohl dir, du hast es gut.&#8220;; so hei\u00dft es in Psalm<br \/>\n128.(V.2) Arbeit geh\u00f6rt ganz selbstverst\u00e4ndlich zum Menschsein<br \/>\n(Ps.104,23),kann das Gesicht von M\u00fchsal, Vergeblichkeit und Qual<br \/>\nannehmen (Gen.2), aber gut ist es, wenn ich sagen kann, &#8222;da\u00df<br \/>\nmein Herz fr\u00f6hlich (ist) von meiner M\u00fche.(Pred.2,10). Wenn<br \/>\nwir das f\u00fcr heutige Verh\u00e4ltnisse \u00fcbersetzen,- wo nicht<br \/>\nmehr die Landwirtschaft f\u00fcr alle Menschen zum Nahrungserwerb dient,<br \/>\nes auch Erwerbslosigkeit gibt,dann bedeutet das: Der Mensch, der f\u00fcr<br \/>\nsich ein sinnvolles Tun entdeckt hat, ganz gleich, ob als Erwerbsarbeit<br \/>\noder unbezahlte Arbeit, wer f\u00fcr sich eine erf\u00fcllende T\u00e4tigkeit<br \/>\ngefunden hat, der hat ein St\u00fcck Gl\u00fcck gefunden. Und das best\u00e4tigen<br \/>\nauch Gl\u00fccksforscher: Eine h\u00e4ufige Sonderform des Gl\u00fccks<br \/>\nk\u00f6nnte der &#8222;flow&#8220; sein, ein Zustand der Selbstvergessenheit,<br \/>\nin den ger\u00e4t, wer sich v\u00f6llig in die Konzentration auf eine<br \/>\nHandlung hingibt: der Chirurg bei der Operation, der K\u00fcnstler am<br \/>\nWerk, der Kurzstrecken- oder Langstreckenl\u00e4ufer beim Lauf. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Gl\u00fccksg\u00fcter kennt die Bibel, einige Mosaiksteinchen, so wie sie unser Alltagsverstand<br \/>\nauch kennt, n\u00e4mlich: Nahrung, Einkommen und Auskommen, Gesundheit,<br \/>\ngute Beziehungen und Freundschaften, erf\u00fcllende T\u00e4tigkeiten.<br \/>\nWenn wir beim Gl\u00fcck nur auf die G\u00fcter schauen, dann wird uns<br \/>\nsofort bewu\u00dft, da\u00df wir das Mosaik wohl nie so zusammenkriegen,<br \/>\nda\u00df es ganz und gar vollst\u00e4ndig w\u00e4re. Es fehlt immer<br \/>\nnoch was zur Vollkommenheit. Vollkommenes Gl\u00fcck- das w\u00e4re<br \/>\nwas! Aber das gibt es nicht. Der gro\u00dfe Philosoph und Theologe<br \/>\ndes Mittelalters, Thomas von Aquin, unterschied einmal die unvollkommene<br \/>\nGl\u00fcckseligkeit von der vollkommenen Gl\u00fcckseligkeit. Auf unser<br \/>\nLebenswanderschaft wird es von den G\u00fctern des Gl\u00fccks immer<br \/>\nunvollkommen bleiben: &#8222;Vollkommene Gl\u00fcckseligkeit&#8220;- ohne<br \/>\njegliche Behinderung, Mangel und Belastung, sieht er in dem Zustand<br \/>\nnach der Auferstehung, wo wir vom Glauben ins Schauen \u00fcbergegangen<br \/>\nsein werden, und Gott unmittelbar begegnen werden, dann, wie Thomas<br \/>\nsagt, &#8222;wenn wir sein werden wie die Engel im Himmel, vgl. Mat 22,30&#8220;.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Bei der Frage des Gl\u00fccks wollen wir nat\u00fcrlich nicht sofort an die Ewigkeit denken.<br \/>\nIch m\u00f6chte eigentlich noch ein St\u00fcck weiter kommen, um das<br \/>\nm\u00f6gliche Gl\u00fcck im Hier und Jetzt noch klarer auf den Punkt<br \/>\nzu bringen. &#8222;Wahres Gl\u00fcck&#8220;, so sagte mir mal ein Kirchen\u00e4ltester<br \/>\nim Gespr\u00e4ch, kommt von innen&#8220;- ich fand, da\u00df das ein<br \/>\nsehr kluger Satz war. Und das best\u00e4tigt auch die Psychologie.&#8220;Aus<br \/>\npsychologischer Sicht, so der Gl\u00fccksforscher Philipp Mayring, haben<br \/>\ngl\u00fcckliche Menschen ein positives Selbstbild, hohe Selbstachtung<br \/>\nund ein befriedigendes Identit\u00e4tsgef\u00fchl. Sie sind offen f\u00fcr<br \/>\npositive (Gef\u00fchlsregungen) wie Freude und Lust, und empfinden,<br \/>\nbezogen auf ihr Leben, Zufriedenheit. Untersuchungen \u00fcber einen<br \/>\nl\u00e4ngeren Zeitraum haben ergeben, da\u00df sich der Grad an pers\u00f6nlichem<br \/>\nLebensgl\u00fcck wenig \u00e4ndert, auch wenn die Lebensumst\u00e4nde<br \/>\nv\u00f6llig wechseln.&#8220; (DS 20 am 15. Mai 1998) <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Zufriedenheit zu gewinnen, scheint das Schl\u00fcsselwort des Gl\u00fccks zu sein. Im<br \/>\nWort Zufriedenheit steckt das Wort Friede. Ein zutiefst biblischer Begriff.<br \/>\nIm Alten Testament hei\u00dft der Friede: &#8222;Schalom&#8220;- darin<br \/>\nschwingt mit: Ganz- sein, Intaktsein einer Familie, eines Volkes, Harmonie,<br \/>\nFriede mit sich selber, mit Gott und seiner Umwelt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>Teil B <\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Zum inneren Frieden zu finden, das w\u00e4re gut. Darum sagt die Weisheitsliteratur:<br \/>\n&#8222;Wohl dem, der kein schlechtes Gewissen hat&#8220; (Sirach 14,2)- denn mit<br \/>\nGewissensbelastungen kann man keinen Frieden finden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Zum Frieden finden, zur Vers\u00f6hnung finden: auch mit Gott und seiner eigenen Geschichte:<\/span><\/p>\n<p>Wie ist das eigentlich, wenn ich zur\u00fcckblicke? Kann ich sagen:<br \/>\nEs war alles sch\u00f6n? Oder trauere ich verwehrtem Gl\u00fcck nach?<br \/>\nManchmal kann man wohl erst sehr viel sp\u00e4ter begreifen, da\u00df<br \/>\nGott auch auf krummen Zeilen gerade schrieb. (Hier k\u00f6nnte eine<br \/>\nLebenserinnerung oder ein Lebensbericht seinen Platz haben)<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Oft denken wir \u00fcber die Vergangenheit nach, sind mit der Gegenwart<br \/>\nunzufrieden und ertr\u00e4umen uns das Gl\u00fcck f\u00fcr die Zukunft. Z\u00e4hlen<br \/>\nsie auch schon die Tage bis das Flugzeug oder die Bahn sie ins Ferienparadies<br \/>\nentf\u00fchrt? Sehnen sie sich im September schon die Ferienzeit herbei?<br \/>\nAm Montag schon den Sonntag? Gl\u00fcck immer nur in der Zukunft? Moment<br \/>\nmal! Hat das nicht alles noch gute Weile? Und sind die Tage und Stunden<br \/>\ndazwischen weniger wert? Hat nicht jeder Tag seine eigene Plage, seine<br \/>\neigene Freude und seine besonderen M\u00f6glichkeiten, die es zu ergreifen,<br \/>\nfestzuhalten und auszukosten gilt? Wir sagen : &#8222;Wenn erst, dann&#8230;&#8220;<br \/>\nEin lockendes Wort. Ist das Leben dann sch\u00f6ner, leichter und erf\u00fcllter<br \/>\nals heute? Das wissen wir doch gar nicht! Zwischen gestern und morgen<br \/>\nliegt die Gegenwart und sie ist es, die wir auskaufen n\u00fctzen und<br \/>\nerleben sollen. Ein bi\u00dfchen Gl\u00fcck bringt jeder Tag; Heute<br \/>\nleben wir. Morgen hoffen wir, noch etwas tun zu k\u00f6nnen, \u00fcbermorgen<br \/>\nist schon ungewi\u00df. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Gl\u00fcck hat entscheidend damit zu tun, die Gegenwart aus der Hand Gottes genie\u00dfen<br \/>\nzu k\u00f6nnen: Manchmal da mu\u00df man freilich auch, wenn man unzufrieden<br \/>\nist, einen lohnenden Vergleich aufmachen: Als &#8222;Robinson Crusoe&#8220;<br \/>\nnach dem Untergang seines Schiffes langsam begriff, da\u00df er auf<br \/>\neine einsame Insel ohne gro\u00dfe Aussicht auf Rettung wird bleiben<br \/>\nm\u00fcssen, da ist er er zun\u00e4chst todungl\u00fccklich. Aber er<br \/>\nfindet einen Weg sein Ungl\u00fcck zu \u00fcberwinden. Er teilt ein<br \/>\nBlatt Papier in zwei H\u00e4lften: Auf der einen Seite steht die \u00dcberschrift<br \/>\n&#8222;Schlimm&#8220;: Darauf schreibt er: Ich bin auf eine einsame Insel<br \/>\nverschlagen, habe keine Hoffnung, wieder fortzukommen, bin ein aus der<br \/>\nmenschlichen Gesellschaft Verbannter. Daneben schreibt er, was gut ist:<br \/>\n&#8222;Aber ich lebe und bin nicht ertrunken wie meine Schiffsgef\u00e4hrten.<br \/>\nUnd ich bin nicht verhungert und mu\u00df nicht an einem unfruchtbaren<br \/>\nOrt leben, de keine Nahrung bietet. Schlie\u00dflich zieht er Bilanz:<br \/>\n&#8222;Von nun an begann ich zu denken, mich in meiner verlassenen Lage<br \/>\ngl\u00fccklicher zu f\u00fchlen, als es vermutlich in irgendeinem anderen<br \/>\nZustand auf Erden jemals der Fall gewesen ist.&#8220; Um Frieden mit<br \/>\nsich selber und mit Gott finden, k\u00f6nnte solch ein Vergleich helfen.<br \/>\nSie k\u00f6nnen auch ein anderes Gedankenexperiment machen: Sehen Sie<br \/>\nsich einen Menschen an, den Sie f\u00fcr gl\u00fccklich halten. Und<br \/>\ndann fragen Sie sich bitte einmal, ob Sie wirklich mit ihm tauschen<br \/>\nm\u00f6chten. Denn auch wer gl\u00fccklicher aussieht, hat doch irgendwo<br \/>\nsein Kreuz zu schleppen. Und auf einmal beginnen Sie vielleicht, ihr<br \/>\neigenes Leben mit anderen Augen zu sehen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Manchmal, da vers\u00e4umen wir auch das Gl\u00fcck der Gegenwart, weil wir<br \/>\nuns nur noch um die Zukunft sorgen. Jesus sagt: &#8222;Sorget nicht um euer<br \/>\nLeben und was ihr essen sollt.&#8220;- Er ist wahrlich kein weltfremder Spinner,<br \/>\nsondern weist unserer Sorge den richtigen Stellenwert zu. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Jesus sagt zwar: &#8222;Sorgt euch nicht!&#8220;, keinesfalls sagt er aber &#8222;K\u00fcmmert<br \/>\neuch nicht!&#8220; Hier liegt ein feiner Unterschied. Wer sich k\u00fcmmert,<br \/>\nder bleibt im Umkreis dessen, was er \u00fcbersehen kann und was ihm<br \/>\nzug\u00e4nglich ist. Wer sich k\u00fcmmert, tut das, was die t\u00e4gliche<br \/>\nArbeit und unsere Pflichten uns aufgeben. Jemand k\u00fcmmert sich darum,<br \/>\nda\u00df Essen gekocht wird, jemand k\u00fcmmert sich um die Kinder,<br \/>\njemand k\u00fcmmert sich ums Tagesgesch\u00e4ft oder holt Auftr\u00e4ge<br \/>\nrein. Wenn man sich k\u00fcmmert, bleibt man im Bereich dessen, was<br \/>\nman \u00fcbersehen und berechnen kann. &#8222;Sich sorgen&#8220; ist dagegen<br \/>\netwas anderes. Wer sich sorgt, stellt mit Zittern und Zagen die bange<br \/>\nFrage, wie es denn werden soll- und das Schmerzliche ist, ich kann nichts<br \/>\ntun, ich mu\u00df warten. W\u00e4hrend ich warte, ist die Zukunft voller<br \/>\nbedrohlicher aber auch guter M\u00f6glichkeiten, die ich nicht in der<br \/>\nHand habe. Wer wei\u00df denn, was morgen ist? Hast du das, was morgen<br \/>\nsein wird, wirklich in deiner Hand? Kannst du mit deiner Sorge, mit<br \/>\ndem, was du nicht in der Hand hast, die Zeit deines Lebens nur um einen<br \/>\nhalben Meter verl\u00e4ngern? Jesus sagt hier ganz weise: Schaut zu,<br \/>\nwieviel ihr wirklich bew\u00e4ltigen und verkraften k\u00f6nnt: &#8222;Es<br \/>\nist genug, da\u00df jeder Tag seine eigene Plage hat.&#8220; Alles Schritt<br \/>\nf\u00fcr Schritt. Es reicht, eines nach dem anderen anzugehen. Es w\u00e4re<br \/>\ngut, wenn wir es hinkriegten,so zu leben, ja, im Hier und Jetzt zu leben,nach<br \/>\nder Regel: &#8222;Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart!&#8220;<br \/>\nAber wir kriegen es so selten hin, weil die Angst und Sorge unsere st\u00e4ndigen<br \/>\nBegleiter sind. Es gibt viele \u00c4ngste. Gesunde \u00c4ngste, die<br \/>\nuns daran hindern, halsbrecherische Dinge zu unternehmen, aber es gibt<br \/>\nauch andere, ungesunde \u00c4ngste, die Energie abziehen, den inneren<br \/>\nFrieden zerst\u00f6ren und Kraft blockieren.Es gibt dann die uns ganz<br \/>\nvertraute Angst, zu kurzzukommen, die Angst, nicht genug zu haben und<br \/>\ngenug zu bekommen, die Angst, etwas nicht zu schaffen. Deshalb ist es<br \/>\nunser Bestreben, Vorsorge zu treffen, z. B. Vorr\u00e4te anzulegen,<br \/>\nin die Scheunen zu sammeln, wenn m\u00f6glich zu sparen und einen &#8222;Notgroschen&#8220;<br \/>\nzu haben. So ist es unsere Art, aber jede Sorge ist damit nicht aus<br \/>\nder Welt: da kann ich beispielsweise ein gut gef\u00fclltes Bankkonto<br \/>\nhaben und wei\u00df trotzdem nicht, was die Zukunft bringen wird. Angst<br \/>\nund Sorge bleiben als Begleiter. Ist dagegen ein Kraut gewachsen? Schauen<br \/>\nwir darauf, was Jesus als Arzt unserer Seele tut. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Er handelt als kluger Therapeut. Er wei\u00df genau: Im Laufe eines Lebens verwandelt<br \/>\nman sich oft in das, was man angestarrt hat. Schaust du auf das Bedrohliche<br \/>\noder auf das, was Mut macht? Jesus m\u00f6chte unseren Blick in eine<br \/>\nmutmachende Richtung lenken und uns Sinn und Geschmack f\u00fcr das<br \/>\nVertrauen zu Gott vermitteln: &#8222;Seht die V\u00f6gel unter dem Himmel<br \/>\nan. Sie s\u00e4en nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorr\u00e4te<br \/>\nin Scheunen. Euer Vater im Himmel ist es, der sie ern\u00e4hrt. Seid<br \/>\nihr nicht viel kostbarer als sie?&#8220; Wenn Gott sich schon um V\u00f6gel<br \/>\nk\u00fcmmert, um wieviel mehr wird er sich um euch k\u00fcmmern!&#8220;<br \/>\nJesus empfiehlt als Medikament gegen die Sorge und Angst das Vertrauen.<br \/>\nEine Kraft, die der Angst entgegenarbeiten kann, ist die Macht des Glaubens.<br \/>\nEin erster Lernschritt des neuen Denkens und F\u00fchlens k\u00f6nnte<br \/>\nso aussehen: Ich stelle mir vor: Die Zukunft ist ganz und gar offen.<br \/>\nEs kann noch viel geschehen, was ich noch nicht kenne, auch viel Rettendes<br \/>\nund Helfendes. Ich bin also gespannt, was morgen sein wird. Ich baue<br \/>\nkeine Mauer um mich herum, sondern lebe auf einem offenen Feld, wo der<br \/>\nWind aus allen Richtungen zu mir kommt. Ich erwarte trotz aller Gefahren,<br \/>\nda\u00df etwas geschehen kann, das mir neu ist und die Lage \u00e4ndert.<br \/>\nPaul Gerhardt, einer der gr\u00f6\u00dften Lieddichter unser Kirche<br \/>\nhat es in die Worte gefa\u00dft, die wir vorhin gesungen haben: &#8222;Befiehl<br \/>\ndu deine Wege und was dein Herze kr\u00e4nkt, der allertreusten Pflege,<br \/>\ndes, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden, gibt Wege, Lauf<br \/>\nund Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fu\u00df laufen kann.&#8220;<br \/>\nEine gro\u00dfartige Zusage: Du bist nicht alleine, Gott sorgt f\u00fcr<br \/>\ndich und k\u00fcmmert sich. Er wird Wege finden, auf denen dein Fu\u00df<br \/>\ngehen kann. Eine gro\u00dfartige Zusage , aber manchmal ist unser Herz<br \/>\nzu verzagt, um uns wirklich einzulassen. Es ist doch so, wenn wir ehrlich<br \/>\nsind: Wir sorgen uns meist nicht darum, ob wir in der Hand Gottes geborgen<br \/>\nbleiben,was auch diese Hand mit uns tun m\u00f6ge; sondern wir sorgen<br \/>\nuns um die Art und Weise, eben um die Mittel, mit denen Gott uns helfen<br \/>\nsoll. Wir haben es uns meist partout in den Kopf gesetzt , da\u00df<br \/>\nuns nur auf diese oder jene Weise geholfen werden soll. Gott soll uns<br \/>\neben nur so helfen, da\u00df er uns die T\u00fcr \u00f6ffnet, auf die<br \/>\nwir gerade blicken, er soll uns so helfen, da\u00df er das Hilfsprogramm<br \/>\nverwirklicht, das wir uns gerade ausgedacht haben. Es ihm selber zu<br \/>\n\u00fcberlassen, wie er helfen wird, das erscheint uns denn doch zu<br \/>\nabenteuerlich. Da\u00df Gott in seinen h\u00f6heren Gedanken sich eben<br \/>\nselber Gedanken machen k\u00f6nnte, wie er uns helfen wird, und da\u00df<br \/>\ner seine Hilfe gegen alle unsere Programme und \u00dcberlegungen, also<br \/>\nin Gestalt von \u00dcberraschungen hereinbrechen l\u00e4\u00dft, das<br \/>\nkommt uns unglaublich vor. Und doch sind wir immer wieder in unserem<br \/>\nKleinglauben besch\u00e4mt und \u00fcberrascht, wenn auf die unglaublichste<br \/>\nund p\u00fcnktlichste Weise kommt, was wir brauchen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Jesus will uns zum Gottvertrauen ermuntern. Er will unseren Blick und unser<br \/>\nZutrauen richten auf die unendlichen M\u00f6glichkeiten Gottes und redet uns<br \/>\nimmer wieder zu: Gott sorgt f\u00fcr dich, er wei\u00df, was du brauchst,<br \/>\nund das vielleicht sogar besser als du selber es wei\u00dft. Eine Ermutigung<br \/>\nsich \u00fcberraschen zu lassen. Wenn Gott, die T\u00fcr, auf die du<br \/>\ngerade schaust, nicht aufmacht, dann macht er zumindest f\u00fcr dich<br \/>\nirgendwo ein Fenster auf. Schau dich um.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Als guter Therapeut gibt uns Jesus auch eine \u00dcbung gegen unsere Angst und Sorge mit:<br \/>\ndas Beten. Nicht umsonst ist weiteren Zusammenhang der Bergpredigt<br \/>\nvom Gebet die Rede: beim Beten entsorge ich meine Lasten zu Gott hin,<br \/>\nwerfe meine Sorge auf ihn und hoffe auf seine Wegweisung. Mir kommt<br \/>\ndabei eine Kraft zu, die mir einen guten Blick durch meine Sorgen schenkt.<br \/>\nUnd manchmal bekomme ich auch eine Energie, die mich wieder mit Leben<br \/>\nerf\u00fcllt, obwohl mich vieles zu Boden rei\u00dft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Liebe Gemeinde,<br \/>\nwir alle bleiben immer wieder neu Sch\u00fcler und Patienten Jesu, die<br \/>\ner auf den Weg des Vertrauens bringen m\u00f6chte. Heute morgen und<br \/>\nalle Tage. Die idyllische Rede Jesu von der Sorglosigkeit der V\u00f6gel<br \/>\nund Blumen auf den Feld, ist keine Dichtung von Urlaubsstimmung, sondern<br \/>\nein Rezept zur Gelassenheit hin, das man sich aufschreiben, auf den<br \/>\nNachtisch und auf den Schreibtisch legen sollte. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Dem Gl\u00fcck auf die Spur kommen- ich denke, es hat mit Seh- \u00dcbungen zu tun.<br \/>\nDas im Alltag entdecken, was mir an Gutem zugefallen ist und immer noch<br \/>\nzuf\u00e4llt, und daf\u00fcr auch Gott Danke zu sagen. Es hat mit Zufriedenheit<br \/>\nzu tun- f\u00fcr sein Leben erf\u00fcllende T\u00e4tigkeiten suchen<br \/>\nund pflegen. Es hat mit der Kunst zu tun, sich ein Netz von guten und<br \/>\ngelingenden Beziehungen aufzubauen und dieses Netz zu pflegen. Gl\u00fcck,<br \/>\ndas kann auch hei\u00dfen Frieden mit Gott, mit mir selber, meiner<br \/>\nGeschichte und meiner Umwelt zu finden. Die positive Kraft f\u00fcr<br \/>\nden Alltag, die mir aus dem Glauben erwachsen kann, ist wichtig. Erlauben<br \/>\nSie Gott, Ihnen bei den Schwierigkeiten und Dunkelheiten des Alltags<br \/>\nzu helfen; vergessen Sie nie, da\u00df er Sie liebt, und sich f\u00fcr<br \/>\nSie einen ma\u00dfgeschneiderten Weg \u00fcberlegt hat, auch wenn Sie<br \/>\nihn jetzt vielleicht nicht verstehen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Amen<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><b style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Pfarrer Thomas<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b>Ehlert, Berne<br \/>\nLandeskirchlicher Beauftragter f\u00fcr die Lektorenarbeit in der Ev.-luth<br \/>\nKirche in Oldenburg<br \/>\n<a href=\"mailto:Cundtehlert@aol.com\">Cundtehlert@aol.com<\/a><\/b><\/span><\/p>\n<p><noscript><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=1&amp;bn=neukirch&amp;f=ekd-ini-pr-glueck-4.html&amp;r=r1\"\/><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist Gl\u00fcck?\u00a0| Matth\u00e4us 6,25\u201334 | Thomas Ehlert | Erl\u00e4uterung Die Predigten und die Bausteine sind 1998 entstanden im Rahmen der Vorbereitung eines Spezialgottesdienstes zum Thema &#8222;Was ist Gl\u00fcck ?&#8220; Die Texte sind jetzt leicht \u00fcberarbeitet worden. 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