{"id":9252,"date":"2001-12-07T19:49:58","date_gmt":"2001-12-07T18:49:58","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9252"},"modified":"2025-04-23T10:40:54","modified_gmt":"2025-04-23T08:40:54","slug":"predigtreihe-zum-vater-unser-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigtreihe-zum-vater-unser-2\/","title":{"rendered":"Lukas 2,14"},"content":{"rendered":"<h3>Predigtreihe zum Vater-Unser | Weihnachten | 25. Dezember 2001 | Lk 2,14 | Klaus B\u00e4umlin |<\/h3>\n<p><b>&#8222;Ehre sei Gott in der H\u00f6he, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen.&#8220; (Lk 2,14)<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, an den vergangenen Sonntagen habe ich hier in der Nydeggkirche<br \/>\ndas Unservater-Gebet mit seinen sechs Bitten auszulegen versucht. Wenn<br \/>\nwir das Unservater beten, beschliessen wir es mit den Worten: &#8222;Denn<br \/>\ndein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.&#8220;<br \/>\nReich, Kraft, Herrlichkeit, Ewigkeit &#8211; was f\u00fcr grosse Worte! Wenn<br \/>\nsie in Ihrer Bibel, im 6. Kapitel des Matth\u00e4usevangeliums, das Unservater<br \/>\nnachlesen, finden Sie diese Worte nicht, oder h\u00f6chstens in Klammern<br \/>\noder kleingedruckt in einer Fussnote. Die \u00e4lteste und zuverl\u00e4ssigste<br \/>\nAbschrift des griechischen Neuen Testaments kennen diese Satz nicht. Er<br \/>\ngeh\u00f6rt nicht zum urspr\u00fcnglichen Gebet, das Jesus seine J\u00fcnger<br \/>\nlehrte.<\/p>\n<p>Das Unservater ist schon in sehr fr\u00fcher Zeit bei den gottesdienstlichen<br \/>\nZusammenk\u00fcnften der Christen und Christinnen gebetet worden. Dabei<br \/>\n\u00fcbernahmen sie einen im Judentum verbreiteten Brauch, gemeinsame<br \/>\nGebete mit einem hymnischen Lobpreis zu beschliessen. Beispiele finden<br \/>\nsich schon im Alten Testament (z.B. 1. Chronik 29,10). Diesem Vorbild<br \/>\nfolgend, f\u00fcgten die Christen auch dem Unservater-Gebet einen solchen<br \/>\nhymnischen Zusatz hinzu, eben die grossen Worte: &#8222;Denn dein ist das<br \/>\nReich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.&#8220; Sp\u00e4tere<br \/>\nAbschreiben der biblischen Texte waren dann offenbar der Meinung, dieser<br \/>\nZusatz sei ein originaler Bestandteil des Gebets und haben ihn in ihrer<br \/>\nAbschrift hinzugef\u00fcgt &#8211; und so ist er zu uns gekommen, und wir beschliessen<br \/>\ndas Unservater, wie jene Christen der fr\u00fchen Zeit, mit diesen Worten.<\/p>\n<p>Ich stell mir vor, dass diese Worte f\u00fcr die Christen und Christinnen<br \/>\ndamals eine grosse Ermutigung bedeuteten. Sie waren eine verschwindend<br \/>\nkleine, oftmals verachtete, bedr\u00e4ngte, manchmal gar verfolgte Minderheit<br \/>\nim grossen R\u00f6mischen Reich, dessen Kaiser f\u00fcr sich g\u00f6ttliche<br \/>\nEhrerbietung verlangten. Nein, nicht dem Kaiser, nicht den M\u00e4chtigen<br \/>\ndieser Welt geh\u00f6ren das Reich, die Kraft und die Ehre, und schon<br \/>\ngar nicht in Ewigkeit. Die Herren der Welt, so gross sie sich geb\u00e4rden<br \/>\nund sich auff\u00fchren, als geh\u00f6re ihnen die ganze Erde &#8211; sie kommen<br \/>\nund vergehen. Das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit geh\u00f6ren<br \/>\nin Ewigkeit, und also in alle Zukunft, unserem Gott, unserem Vater im<br \/>\nHimmel, dessen Kinder wir sind.<\/p>\n<p>Reich, Kraft, Herrlichkeit, Ewigkeit, grosse Worte. Da wird der Mund<br \/>\nziemlich voll genommen. T\u00f6nt das nicht etwas zu sehr triumphalistisch,<br \/>\nzu pathetisch? Passen sie \u00fcberhaupt zu den schlichten, menschennahen,<br \/>\nerdennahen Worten des Unservaters? Machen sie uns nicht misstrauisch?<br \/>\nErinnern sie uns nicht an die pathetischen &#8211; und meistens auch nicht ehrlich<br \/>\ngemeinten &#8211; hohlen Phrasen, mit denen Untertanen ihren Potentaten huldigen<br \/>\nmussten? Sehen wir zu.<\/p>\n<p align=\"center\">*<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte jetzt aber nicht auf alle diese grossen W\u00f6rter eingehen.<br \/>\nIch beschr\u00e4nke mich auf ein einziges: auf das Wort &#8222;Herrlichkeit&#8220;.<br \/>\n&#8222;doxa&#8220; hei\u00dft es im Griechischen; man kann es auch mit<br \/>\n&#8222;Ehre&#8220; \u00fcbersetzen. Im Neuen Testament ist es seinerseits<br \/>\ndie \u00dcbersetzung eines hebr\u00e4ischen Wortes (kavod) aus dem Alten<br \/>\nTestament, dessen erste Bedeutung eigentlich &#8222;Gewicht&#8220; hei\u00dft.<br \/>\nGott die Ehre geben hei\u00dft also: Ihm in unserem Leben und in unserer<br \/>\nWelt das Gewicht, die Bedeutung geben, die ihm zukommt.<\/p>\n<p>Das gleiche Wort haben wir schon in einem andern Zusammenhang geh\u00f6rt<br \/>\nund gesungen: im Zuruf der Engel, der himmlischen Heerscharen an die Hirten<br \/>\nin Bethlehem. Auch sie haben einen hymnischen Lobpreis angestimmt: &#8222;Ehre<br \/>\nsei Gott in der H\u00f6he! Und Friede auf Erden unter den Menschen seines<br \/>\nWohlgefallens.&#8220; (Luk. 2,14) Die Ehre Gottes hat etwas zu tun mit<br \/>\ndem Frieden auf der Erde. Und der Friede auf Erden h\u00e4ngt zusammen<br \/>\nmit Gewicht, das wir Menschen Gott geben. Und die Ehre Gottes hat auch<br \/>\netwas zu tun mit dem Kind, dessen Geburt der Engel den Hirten ansagt.<br \/>\nIch m\u00f6chte versuchen, liebe Gemeinde, Ihnen etwas \u00fcber diese<br \/>\nZusammenh\u00e4nge zu sagen.<\/p>\n<p align=\"center\">*<\/p>\n<p>&#8222;Zur Ehre Gottes&#8220;! Was alles haben Menschen, aufrichtig oder<br \/>\nangeblich, zur Ehre Gottes gesagt und getan! Johann Sebastian Bach hat<br \/>\nmanchmal \u00fcber die Partitur seiner Werke die Buchstaben S.D.G. geschrieben:<br \/>\nSoli Deo gloria &#8211; Gott allein die Ehre! Und er, der mit Worten so sparsam<br \/>\numging, hat einmal geschrieben, der wahre Sinn und Zweck der Musik sei<br \/>\ndie Ehre Gottes und die Recreation des Gem\u00fcts, also das Aufatmen<br \/>\nund Aufleben bedr\u00e4ngter Seelen und Herzen. Bach hat etwas davon gewusst,<br \/>\ndass Menschen nicht klein und schwach, sondern frei und stark werden,<br \/>\nwenn sie Gott die Ehre geben. Wo Gott im Denken und Leben der Menschen<br \/>\nGewicht bekommt, da kommt der Friede in die Herzen der Menschen, und breitet<br \/>\nsich dann auch aus zwischen den Menschen, in der Familie und Nachbarschaft<br \/>\nund wird zum Frieden auf Erden. Sie verstehen, liebe Gemeinde, weshalb<br \/>\nwir im Gottesdienst Musik singen und spielen. Sie dient nicht nur der<br \/>\nVersch\u00f6nerung. Sie soll der Ehre Gottes und der Recreation unseres<br \/>\nGem\u00fcts und so dem Frieden auf Erden dienen &#8211; ganz im Sinne des alten<br \/>\nBach.<\/p>\n<p>Aber wie ganz anders kann es zugehen, wenn Menschen angeblich etwas im<br \/>\nNamen und zur Ehre Gottes tun! Ad majorem Dei gloriam, zur h\u00f6heren<br \/>\nEhre Gottes, haben christliche Kreuzritter muslimische V\u00f6lker \u00fcberfallen<br \/>\nund hingemordet. Zur h\u00f6heren Ehre Gottes wurden Andersdenkende, Andersgl\u00e4ubige<br \/>\nals Ketzer, als Hexen verfolgt und verbrannt. Zur h\u00f6heren Ehre Gottes<br \/>\nhaben christliche Konqistadoren andere V\u00f6lker mit Gewalt kolonisiert<br \/>\nund zum Christentum gezwungen. Dabei ging es ihnen vor allem um die eigene<br \/>\nEhre, die eigene Macht, den eigenen Reichtum. Und wenn es auch heute wieder<br \/>\nzu schweren Konflikten kommt zwischen Gl\u00e4ubigen verschiedener Religionen,<br \/>\nso nicht zuletzt deshalb, weil es Christen, Juden und Muslime gibt, die<br \/>\nmeinen, der alleinigen Ehre Gottes k\u00f6nne man bedenkenlos Menschenleben<br \/>\nopfern, f\u00fcr die Ehre Gottes m\u00fcsse man k\u00e4mpfen: mit Parolen<br \/>\nund mit Waffen, mit Terror und Krieg. Wen wundert&#8217;s, wenn Gott f\u00fcr<br \/>\nkritische, aufgekl\u00e4rte Menschen das Gewicht und das Gesicht verliert!<\/p>\n<p align=\"center\">*<\/p>\n<p>Die Engel aber verk\u00fcnden die Ehre Gottes \u00fcber der Geburt des<br \/>\nJesuskindes. Gott verbindet seine Ehre mit dem Schicksal eines Menschen.<br \/>\nUnd Jesus, dieser Mensch, wenn er gross sein wird, gibt Gott die Ehre,<br \/>\nindem er das Brot teilt mit den Hungrigen, indem er sprachlosen Menschen<br \/>\ndie Sprache wieder gibt, indem er Blinden die Augen \u00f6ffnet, indem<br \/>\ner Niedergedr\u00fcckte und am Leben Verhinderte aufrichtet, sie auf eigenen<br \/>\nF\u00fcssen gehen hei\u00dft, ihnen Lebenskraft zuspricht und ihre Seele<br \/>\naufleben l\u00e4sst; indem er sie anspricht und ernst nimmt als Kinder<br \/>\ndes Vaters im Himmel und ihnen so eine unverletzbare Menschenw\u00fcrde<br \/>\nzuspricht. Unbekannte, kleine Leute, Menschen am Rande damals wie heute,<br \/>\nbekommen Rang, Namen und W\u00fcrde. Ihnen allen begegnet in dem Kind<br \/>\nund dann in den Worten und Taten des Jesus von Nazareth Gottes Wohlgefallen<br \/>\nund Freude an den Menschen. Sie erfahren Gottes rettende, heilende, befreiende<br \/>\nN\u00e4he, die ihre Seele aufleben l\u00e4sst. In der Begegnung mit Jesus<br \/>\nverstehen sie, dass sie bei Gott etwas gelten. So bekommt Gott in ihrem<br \/>\nLeben &#8222;Gewicht&#8220;, so bekommt er sein sch\u00f6nes, menschenfreundliches<br \/>\nGesicht. Und Jesus gibt Gott die Ehre, indem er auf jede irdische Macht<br \/>\nund Gewalt verzichtet, lieber zu den Opfern geh\u00f6rt als zu den T\u00e4tern<br \/>\ndes Unrechts. Gott legt seine ganze Ehre, sein ganzes Gewicht in ein Menschenkind,<br \/>\ndessen Weg in einem armseligen Futtertrog beginnt und am Kreuz endet &#8211;<br \/>\nnein, dessen Weg aus dem Tod ins Leben f\u00fchrt.<\/p>\n<p>So beginnt der Friede auf Erden. Er beginnt, wo ein Mensch, wo Menschen<br \/>\nnicht l\u00e4nger nach oben dr\u00e4ngen, sich nicht mehr um Macht und<br \/>\nEinfluss streiten. Er beginnt, wo Menschen miteinander das Brot und noch<br \/>\neiniges mehr teilen. Er beginnt, wo immer Menschen einander als Gottes<br \/>\ngeliebte Kinder ansehen. Wo das geschieht, da bekommt Gott Gewicht im<br \/>\nLeben und Zusammenleben der Menschen. Seine Ehre und der Friede auf Erden<br \/>\n&#8211; es sind die zwei Seiten einer Medaille &#8211; und es ist eine Medaille aus<br \/>\nunverg\u00e4nglichem Gold: &#8222;Seht, das Gold, da ihr sollt euer Herz<br \/>\nlaben&#8220;, hei\u00dft es in einem alten Weihnachtslied.<\/p>\n<p align=\"center\">*<\/p>\n<p>&#8222;Den Menschen ein Wohlgefallen&#8220;. Wohlgefallen &#8211; was f\u00fcr<br \/>\nein sch\u00f6nes Wort! Noch sch\u00f6ner t\u00f6nt es in Griechisch: eudokia.<br \/>\n&#8222;Eu&#8220; wie im euangelion, im Evangelium, &#8222;eu&#8220; &#8211; gut<br \/>\nund sch\u00f6n! Gott hat Freude an uns Menschen &#8211; unbegreiflich, unverdient,<br \/>\ntrotz allem! Er findet uns sch\u00f6n, trotz allem. Er will uns als seine<br \/>\nFreunde, Freundinnen.<\/p>\n<p>Freunde vertrauen einander. Sie trauen einander etwas zu. Sie erwarten<br \/>\netwas von einander. Sie k\u00f6nnen sich auf einander verlassen. Sie geben<br \/>\neinander Gewicht. Sie finden einander sch\u00f6n. Sie helfen einander.<br \/>\nSie sind f\u00fcr einander da. So, liebe Gemeinde, haben wir miteinander<br \/>\ndas Unservater-Gebet kennen gelernt: Der Vater im Himmel und seine Kinder<br \/>\nauf der Erden machen miteinander gemeinsame Sache. Sie stimmen \u00fcberein.<\/p>\n<p>Und wenn wir das Unservater wie die ersten Christen beschliessen mit<br \/>\ndem Lobpreis: &#8222;Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit<br \/>\nin Ewigkeit&#8220;, dann haben im Licht von Weihnachten, von Karfreitag,<br \/>\nOstern und Pfingsten die Worte Reich und Kraft und Herrlichkeit einen<br \/>\nneuen Klang bekommen. Sie sind zu Worten, zu Perspektiven des Friedens<br \/>\ngeworden: zu Lebensworten, die uns anstiften und inspirieren f\u00fcr<br \/>\nden Frieden. Sie werden zu Musik, zu einer sch\u00f6nen Musik, die die<br \/>\nEhre Gottes verk\u00fcndet und unsre Seele aufleben l\u00e4sst.<\/p>\n<p><i>Abendmahl<\/i><\/p>\n<p>Ausnahmsweise f\u00fcge ich f\u00fcr die Leser\/innen der Nydeggpredigten<br \/>\ndie Liturgie des Abendmahls hinzu. Ich bin im Verlauf der letzten Jahre<br \/>\ndavon weggekommen, das Abendmahl zu erkl\u00e4ren. Statt dessen habe ich<br \/>\nversucht, der ganzen Abendmahlsliturgie die Form eines Gebets mit Anrufung<br \/>\nGottes, Dank \u00fcber Brot und Wein und F\u00fcrbitte zu geben.<\/p>\n<p>Der Friede Gottes sei mit euch!<\/p>\n<p>Wir gr\u00fcssen Dich, Gott, wir segnen Dich, Du, unsere Hoffnung. Licht<br \/>\nund Leben, Du unsre Freude! In Jesus, Deinem Sohn, schenkst Du uns Deinen<br \/>\nFrieden. Er ist in die Welt gekommen: der Bote Deines namens, der B\u00fcrger<br \/>\nDeiner Treue, das Kind der Verheissung, der Mensch der Zukunft, der Anfang<br \/>\neiner neuen Geschichte: Deiner Geschichte mit uns, der Anfang einer neuen<br \/>\nSch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Er ist arm geworden f\u00fcr uns, damit wir durch ihn reich w\u00fcrden.<br \/>\nSein Leben hat er hingegeben f\u00fcr unsere Befreiung. In der Nacht vor<br \/>\nseiner Hinrichtung, als er mit seinen J\u00fcngern zusammen war und mit<br \/>\nihnen das Passahmahl hielt, nahm er Brot, segnete es, brach es und gab<br \/>\nes ihnen mit den Worten: Nehmt, das ist mein Leib. Und er nahm einen Becher<br \/>\nmit Wein, dankte daf\u00fcr, reichte ihn seinen Freunden, und alle tranken<br \/>\ndaraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das vergossen<br \/>\nwird f\u00fcr viele.<\/p>\n<p>Deshalb, Gott, weil sein Weg in die Tiefe f\u00fchrt, in die Krippe und<br \/>\nans Kreuz, weil er sich an Deine Treue gehalten und Dich angerufen hat<br \/>\nin Angst und Tod, deshalb hast Du, Gott des Lebens, ihm Antwort gegeben<br \/>\nund ihn auferweckt aus dem Tod, seinen Namen uns zur Rettung und zum Frieden<br \/>\ngegeben. In seinem Namen teilen wir heute das Brot und trinken den Wein<br \/>\n&#8211; so wie er es tat mit seinen Freunden.<\/p>\n<p>Wie aber, Gott, wie k\u00f6nnten wir das tun, ohne an diesem Tisch zu<br \/>\ndenken an die, denen Jesus, Dein Sohn, besonders nahe ist: an die Menschen,<br \/>\ndie hungern nach Brot und Gerechtigkeit, nach Anerkennung und lebensfreude;<br \/>\nan die, die unter Gewalt leiden und aus ihrer Heimat vertrieben werden;<br \/>\nan die Kinder, die ohne Geborgenheit und Liebe aufwachsen; an die, die<br \/>\nin der Weihnachtszeit Einsamkeit und Trauer schmerzlich erfahren; an die,<br \/>\ndenen das zu Ende gehende Jahr Leid und Sorgen, Armut und Krankheit gebracht<br \/>\nhat; an die, die dem neuen Jahr mit Kummer und Angst entgegensehen. Du<br \/>\nvergisst sie nicht, und so wollen auch wir sie nicht vergessen. Ach Gott,<br \/>\nunsere Erde sehnt sich, wir sehnen uns danach, dass der Friede, den Deine<br \/>\nEngel den Hirten verk\u00fcndeten, in Erf\u00fcllung geht, Deine Gnade<br \/>\njede Schuld tilgt, Dein Leben jeden Tod verschlingt.<\/p>\n<p>Mit der Christenheit auf der ganzen Erde, verbunden mit den M\u00fcttern<br \/>\nund V\u00e4tern, die vor uns lebten und auf Dich vertrauten, verbunden<br \/>\nmit denen, die nach uns kommen und auf Dich hoffen werden, bitten wir<br \/>\nDich im Namen Jesu:<\/p>\n<p>Unser Vater im Himmel!<br \/>\nGeheiligt werde dein Name.<br \/>\nDein Reich komme.<br \/>\nDein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.<br \/>\nUnser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<br \/>\nUnd vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<br \/>\nUnd f\u00fchre uns nicht in Versuchung, sondern erl\u00f6se uns von dem<br \/>\nB\u00f6sen.<br \/>\nDenn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.<br \/>\nAmen.<\/p>\n<p>Gott des lebens, sende Deinen Geist auf uns. Sei uns nahe, wenn wir Brot<br \/>\nund Wein miteinander essen und trinken.<\/p>\n<p>Wir brechen das Brot, wir teilen es miteinander. Unsere Erde- Deine Erde,<br \/>\nGott des Friedens. Wie gut, dass Du bei uns bist!<\/p>\n<p>Wir nehmen den Becher. Wir trinken alle daraus. Dein Leben &#8211; unser Leben,<br \/>\nGott des lebens. Wie sch\u00f6n, dass Du da bist!<\/p>\n<p><i>Nach der Austeilung:<\/i><\/p>\n<p>Wir danken Dir, Gott f\u00fcr Brot und Wein, f\u00fcr Dein Wort, Deine<br \/>\nFreundschaft, f\u00fcr jede Gemeinschaft, die Du uns schenkst, f\u00fcr<br \/>\njedes Zeichen der Liebe, das wir sehen, f\u00fcr jeden kleinen Sieg der<br \/>\nGerechtigkeit, f\u00fcr jeden Frieden, der aufbl\u00fcht auf der Erde,<br \/>\nf\u00fcr jede Freude auf einem Menschengesicht, f\u00fcr den Samen der<br \/>\nHoffnung, der in uns ist, f\u00fcr alles Gute, Sch\u00f6ne und Wahre.<br \/>\nBesonders danken wir Dir f\u00fcr Jesus. Er ist f\u00fcr uns Weg geworden,<br \/>\nWahrheit und Leben, Licht und Zukunft. Mit Deinem Geist erf\u00fclle uns.<br \/>\nLass Deine Freundlichkeit uns begleiten. Lass sie unser Leben bestimmen,<br \/>\ndamit auch andere sie erfahren. Lass auferstehen die neue Sch\u00f6pfung<br \/>\nin der Kraft Deiner Liebe.<\/p>\n<p>Gott DER EWIGE segne dich und beh\u00fcte dich.<br \/>\nGott DER LEBENDIGE lasse leuchten sein Angesicht \u00fcber dir und sei<br \/>\ndir gn\u00e4dig.<br \/>\nGott DER GEGENW\u00c4RTIGE wende dir zu sein Angesicht und gebe dir Frieden.<br \/>\nAmen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Klaus B\u00e4umlin<br \/>\nPfarrer der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Nydegg in Bern.<br \/>\n<a href=\"mailto:klaus.baeumlin@mydiax.ch\">E-Mail: klaus.baeumlin@mydiax.ch<\/a><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtreihe zum Vater-Unser | Weihnachten | 25. 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