{"id":9270,"date":"2021-02-07T19:49:46","date_gmt":"2021-02-07T19:49:46","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9270"},"modified":"2022-10-01T15:02:19","modified_gmt":"2022-10-01T13:02:19","slug":"matthaeus-11-2-10-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-11-2-10-3\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 11, 2-10"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\">Johannes hatte im Gef\u00e4ngnis von den Taten des Messias<br \/>\ngeh\u00f6rt. Er schickte seine Gefolgsleute und lie\u00df Jesus sagen:<br \/>\n&#8222;Bist du es, der kommen soll? Oder m\u00fcssen wir auf jemand anderen<br \/>\nwarten?&#8220; Jesus antwortete und sagte zu ihnen: &#8222;Geht und erz\u00e4hlt<br \/>\nJohannes, was ihr h\u00f6rt und seht: <i>Blinde sehen wieder, Gel\u00e4hmte<br \/>\ngehen umher, Auss\u00e4tzige werden rein und taube Menschen k\u00f6nnen<br \/>\nh\u00f6ren. Tote werden aufgeweckt, zu den Armen wird die Botschaft der<br \/>\nFreude gebracht <\/i>[Jes 26,19; 29,18f.; 35,5f.; 42,18; 61,1.] Gl\u00fccklich<br \/>\nist, wer nicht wegen mir Verfehlungen begeht.&#8220; (Als sie weggingen,<br \/>\nfing Jesus an, zur Volksmenge \u00fcber Johannes zu sprechen: &#8222;Was<br \/>\nwolltet ihr euch in der W\u00fcste ansehen, als ihr hinausgewandert seid?<br \/>\nEin Schilfrohr, das im Winde hin und her schwankt? Also, was wolltet ihr<br \/>\nsehen, als ihr hinausgewandert seid? Einen Menschen in weichen Gew\u00e4ndern?<br \/>\nSeht, die Leute, die weiche Gew\u00e4nder tragen, wohnen in den K\u00f6nigspal\u00e4sten.<br \/>\nAlso, was wolltet ihr sehen, als ihr hinausgewandert seid? Einen Propheten?<br \/>\nJa, ich sage euch: Sogar mehr als einen Propheten. Dieser ist es, \u00fcber<br \/>\nden geschrieben steht: \u009b<i>Seht, ich sende meinen Engel dir voraus,<br \/>\nder deinen Weg f\u00fcr dich ebnen wird.<\/i>\u008b&#8220; [Mal 3,1.] )<br \/>\n(\u00dcbersetzung aus: der gottesdienst. Liturgische Texte in gerechter<br \/>\nSprache. Teil 4: die Lesungen, hg. von Erhard Domay und Hanne K\u00f6hler,<br \/>\nG\u00fctersloh 2001)<\/p>\n<p align=\"left\">Vorbemerkung:<br \/>\nDiesen Sonntag werde ich mit zwei Musikerinnen (Organistin\/Sopranistin<br \/>\nund Altblockfl\u00f6tistin) als einen musikalischen Adventsgottesdienst<br \/>\ngestalten. Die Musikerinnen haben daf\u00fcr folgendes ausgew\u00e4hlt:<br \/>\nH\u00e4ndel Sonate B-Dur f\u00fcr Blockfl\u00f6te und B.c. S\u00e4tze<br \/>\n1-3 und H\u00e4ndel-Sonate D-moll 1. Satz.<br \/>\nDie Lieder: EG 13, EG 15, EG 10, EG 19, EG 4 sowie solistisch gesungen:<br \/>\n&#8222;Trittst du wieder vor die Nacht&#8220; von H.F. Micheelsen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>die K\u00e4lte hat Einzug gehalten. Auf dem Brocken waren 35 Grad minus<br \/>\ngef\u00fchlte Temperatur. Es ist endlich Winter. Es mag sogar sein, dass<br \/>\nes bald Schnee gibt. Winter, das ist eine Jahreszeit, die in Israel die<br \/>\nMenschen mit bl\u00fchenden Pflanzen, ein wenig Regen und ein wenig mehr<br \/>\nGr\u00fcn verbinden. Manchmal wird das Wasser sogar gef\u00e4hrlich, wenn<br \/>\nin der W\u00fcste die trockenen Flussbetten, die Wadis gef\u00fcllt sind.<br \/>\nAm vergangenen Wochenende haben wir uns mit unseren israelischen Freunden<br \/>\nin Amsterdam getroffen. Das erste Mal hat die zwanzigj\u00e4hrige behinderte<br \/>\nTochter meiner Freundin &#8222;richtige K\u00e4lte&#8220; und Schnee gesp\u00fcrt.<br \/>\nSie haben es genossen, nicht mit eingezogenen Schultern morgens aus der<br \/>\nHaust\u00fcr gehen zu m\u00fcssen, weil \u00fcber ihnen israelische Hubschrauber<br \/>\nkreisen auf dem Weg in den Gaza oder weil wieder ein Attentat ver\u00fcbt<br \/>\nwurde. Sie haben es genossen, sich nicht t\u00e4glich, nein st\u00fcndlich<br \/>\nmit der desolaten Situation befassen zu m\u00fcssen. Chanukka-Ferien im<br \/>\nWinter in Amsterdam, der wasserreichen, der romantischen Metropole. Rahel,<br \/>\ndie Tochter meiner Freundin hatte diesen Wunsch schon lange. Ihre Vorfreude<br \/>\nbegann mit dem ersten Tag der Planung und dauerte bis zum letzten Tag<br \/>\nvor der Abreise. Kleine Botschaften hatte sie an uns gesandt: Ich freue<br \/>\nmich so, auf Amsterdam und darauf, Euch zu treffen. Seid ihr schon unterwegs?<br \/>\nSie hat daf\u00fcr die in moderner Gestalt, n\u00e4mlich sogenannte SMS-Botschaften.<br \/>\nAuf ihrem Gottesdienstblatt sehen Sie die Kopie einer sms-Botschaft. Das<br \/>\nist eine kurze Nachricht, die von einem Mobiltelephon aus auf ein anderes<br \/>\ngesandt werden kann, da die Nummerntasten des handys zugleich mit Buchstaben<br \/>\nbelegt sind.<\/p>\n<p>Eine kurze Botschaft der Vorfreude:<br \/>\nH\u00f6ren wir unseren Predigttext aus dem Matth\u00e4us-Evangelium.<br \/>\nAus dem Gef\u00e4ngnis heraus schickt Johannes &#8211; m\u00f6glicherweise ein<br \/>\ngeheimes &#8211; Dossier; seine Gefolgsleute \u00fcbermitteln die Anfrage an<br \/>\nJesus: &#8222;<i>Bist du es, der da kommen soll oder sollen wir auf jemand<br \/>\nanderen warten?<\/i>&#8220; Er hatte im Gef\u00e4ngnis von den Taten des<br \/>\nMessias geh\u00f6rt. Jesus antwortete und sagte zu ihnen: &#8222;Geht und<br \/>\nerz\u00e4hlt Johannes, was ihr h\u00f6rt und seht:<i> Blinde sehen wieder,<br \/>\nGel\u00e4hmte gehen umher, Auss\u00e4tzige werden rein und taube Menschen<br \/>\nk\u00f6nnen h\u00f6ren. Tote werden aufgeweckt, zu den Armen wird die<br \/>\nBotschaft der Freude gebracht. <\/i>Gl\u00fccklich ist, wer nicht wegen<br \/>\nmir Verfehlungen begeht.&#8220;<\/p>\n<p>Eine abenteuerliche Geschichte. Einer, der in der Gefahr ist, sein Leben<br \/>\nzu verlieren (und wie wir wissen, passiert dies auch), will Gewissheit<br \/>\nhaben, ob das, was er sogar im Gef\u00e4ngnis \u00fcber Jesus h\u00f6rt,<br \/>\nwahr sei: Dass dieser der Messias, der Retter Israels sei. Er verklausuliert<br \/>\ndie Frage: Bist du es, der da kommen soll, so wie er zuvor in der W\u00fcste<br \/>\nden Messias angek\u00fcndigt hat. (siehe Maleachi 3 und Matth\u00e4us<br \/>\n3,11). Ist er derjenige, auf den Johannes und viele warten?. War er auf<br \/>\ndem richtigen Wege?<\/p>\n<p>Sie sind einander verbunden, Johannes und Jesus: &#8222;Siehe ich sende<br \/>\nmeinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll&#8220;.,<br \/>\ndieser sei Johannes, sagt Jesus. Das Leben und die Vision des einen ist<br \/>\nmit der des anderen verkn\u00fcpft &#8211; so ist das Szenario. Er hatte geh\u00f6rt<br \/>\n&#8230; die Nachricht(en) waren \u00fcbermittelt worden &#8211; wie auch immer.<br \/>\nDurch dicke Gef\u00e4ngnismauern, weitergegeben \u00fcber die Treuen des<br \/>\nJohannes. Was ist es nun, was sie sehen und h\u00f6ren &#8211; und was Jesus<br \/>\nbest\u00e4tigt: Dramatisches ereignet sich. Und Wer Ohren hat, der h\u00f6re:<br \/>\nNachrichten\u00fcbermittlung, die gelingt. Die Botschaft ist angekommen.<br \/>\nAlles, was festgef\u00fcgt war, alles, was schicksalhaft verordnet schien,<br \/>\nger\u00e4t in Bewegung. Wie im Winter, wenn in der W\u00fcste die Blumen<br \/>\nbl\u00fchen. Menschen, die sich mit Einschr\u00e4nkungen bereits abgefunden<br \/>\nhatten, werden von diesen befreit. Sogar Tote werden aufgeweckt; Menschen,<br \/>\ndie bereits mit dem Leben abgeschlossen hatten. Schon wie tot waren, mitten<br \/>\nim Leben. Diese Botschaft dringt durch &#8211; sogar zu den Bettelarmen; zu<br \/>\nihnen, die die Verzweiflung umgibt, wird die Botschaft der Freude gebracht.<br \/>\nDer FREUDE, nicht nur der Vorfreude. Und gl\u00fccklich ist, wer das mittragen<br \/>\nkann. Wen das nicht \u00e4ngstigt, sondern befl\u00fcgelt. Und gl\u00fccklich<br \/>\nist, wen das Gl\u00fcck derer, die bisher nicht zu den Gl\u00fccklichsten<br \/>\nz\u00e4hlten, mit Gl\u00fcck erf\u00fcllt &#8211; und nicht mit Neid. Johannes<br \/>\nund Jesus, ein gut kooperierendes Duo. Ein Modell der gegenseitigen Wertsch\u00e4tzung.<br \/>\nEin Bild f\u00fcr gelingendes &#8222;Ziehen am gemeinsamen Strang&#8220;.<br \/>\nMag sein, dass es auch Konkurrenz und Widerspr\u00fcche gab; mag sein,<br \/>\ndass es nicht gleich war, was sie wollten. Aber sie teilten die Vision<br \/>\nder &#8222;Botschaft der Freude&#8220;, der Gewaltlosigkeit und des Friedens,<br \/>\nder Gerechtigkeit und des Friedens.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b>Hanna Kreisel-Liebermann<br \/>\nWilhelm-Weber-Str. 1<br \/>\n37073 G\u00f6ttingen<br \/>\nTel 0551-44713<br \/>\n<a href=\"mailto:hannakl@gmx.de\"> hannakl@gmx.de<\/a><br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes hatte im Gef\u00e4ngnis von den Taten des Messias geh\u00f6rt. Er schickte seine Gefolgsleute und lie\u00df Jesus sagen: &#8222;Bist du es, der kommen soll? Oder m\u00fcssen wir auf jemand anderen warten?&#8220; Jesus antwortete und sagte zu ihnen: &#8222;Geht und erz\u00e4hlt Johannes, was ihr h\u00f6rt und seht: Blinde sehen wieder, Gel\u00e4hmte gehen umher, Auss\u00e4tzige werden rein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8543,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,616,1,727,114,408,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-9270","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-matthaeus","category-3-advent","category-aktuelle","category-archiv","category-deut","category-kapitel-11-chapter-11-matthaeus","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9270"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9270\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13692,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9270\/revisions\/13692"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9270"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=9270"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=9270"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=9270"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=9270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}