{"id":9276,"date":"2021-02-07T19:49:52","date_gmt":"2021-02-07T19:49:52","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9276"},"modified":"2022-09-13T10:00:23","modified_gmt":"2022-09-13T08:00:23","slug":"lukas-1-46-55","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-1-46-55\/","title":{"rendered":"Lukas 1, 46-55"},"content":{"rendered":"<h3 align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">4<\/span><span style=\"color: #000099;\">. Advent, 22. Dezember 2002<br \/>\nPredigt \u00fcber Lukas 1, 46-55, verfa\u00dft von Reinhard Schmidt-Rost<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"left\"><em>Und Maria sprach:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Meine Seele erhebt den Herrn,<\/em><br \/>\n<em>und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes,<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. <\/em><br \/>\n<em>Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Denn er hat gro\u00dfe Dinge an mir getan,<\/em><br \/>\n<em>der da m\u00e4chtig ist und dessen Name heilig ist.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Und seine Barmherzigkeit w\u00e4hrt von Geschlecht zu Geschlecht<\/em><br \/>\n<em>bei denen, die ihn f\u00fcrchten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Er \u00fcbt Gewalt mit seinem Arm<\/em><br \/>\n<em>und zerstreut die, die hoff\u00e4rtig sind in ihres Herzens Sinn.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Er st\u00f6\u00dft die Gewaltigen vom Thron<\/em><br \/>\n<em>und erhebt die Niedrigen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die Hungrigen f\u00fcllt er mit G\u00fctern<\/em><br \/>\n<em>und l\u00e4sst die Reichen leer ausgehen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Er gedenkt der Barmherzigkeit <\/em><br \/>\n<em>und hilft seinem Diener Israel auf,<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>wie er geredet hat zu unsern V\u00e4tern,<\/em><br \/>\n<em>Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>eine junge Frau singt ein Lied, ein Lied, das zum Schlager geworden ist.<\/p>\n<p>So oft wie dieser Text vertont, mit Musik ausgestaltet wurde, &#8211; da kommt kein Schlager von heute mit, auch wenn er noch so oft als Oldie aus den Sechzigern oder Siebzigern in den Hitlisten auftaucht, ob von den Beatles, den Rolling Stones, den Bl\u00e4ck F\u00f6ss &#8211; oder das Neueste von Madonna.<\/p>\n<p>Mit dem Magnificat der Maria k\u00f6nnen sie alle nicht mithalten. Unverbraucht wirken die Worte dieses Liedes immer wieder, wie neu &#8211; und die Melodien, die man dazu erfunden hat, werden gerne gesungen, die von Vivaldi genauso wie von Felix Mendelsohn-Bartholdy oder das Magnificat aus Taiz\u00e9. Auch ein klassischer Hit wie das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach, das auf Weihnachtsm\u00e4rkten und in Kaufh\u00e4usern un\u00fcberh\u00f6rbar weiterklingt, ist gerade mal 250 Jahre alt, &#8211; jung, im Verh\u00e4ltnis zu diesem alten Schlager.<\/p>\n<p>Lied 588<\/p>\n<p>Eine junge Frau singt, aber dieser Schlager ist ganz gewi\u00df keine Schnulze aus dem Musikantenstadl oder aus der Volkslieder-Hitparade, kein romantisches Lied \u00fcber die Sch\u00f6nheit der Heimat, der W\u00e4lder, der Berge, des Rheines oder des Weines, sondern ein kritisches Chanson, ein Protestlied gegen Ungerechtigkeit, Unfrieden und Zerst\u00f6rung der Sch\u00f6pfung &#8230; zeitlos und doch ganz konkret.<\/p>\n<p>Er \u00fcbt Gewalt mit seinem Arm<br \/>\nund zerstreut die, die hoff\u00e4rtig sind in ihres Herzens Sinn.<\/p>\n<p>Er st\u00f6\u00dft die Gewaltigen vom Thron<br \/>\nund erhebt die Niedrigen.<\/p>\n<p>Die Hungrigen f\u00fcllt er mit G\u00fctern<br \/>\nund l\u00e4sst die Reichen leer ausgehen.<\/p>\n<p>Wer viel in der Bibel liest, kennt diese Verse und wei\u00df, wie sperrig sie sind. Diese S\u00e4tze lassen sich nicht so einfach in die Wohnstube des eigenen Weltbildes transportieren. Die Gegens\u00e4tze von arm und reich, von m\u00e4chtig und ohnm\u00e4chtig sind zwar typisch f\u00fcr unsere Welt, aber sie sind gerade f\u00fcr den christlichen Glauben besonders anst\u00f6\u00dfig: Solche Gegens\u00e4tze widersprechen dem Geist der Vers\u00f6hnung, den Jesus gepredigt hat.<\/p>\n<p>Die aber, die die Bibel kaum kennen oder wenig von ihr erwarten, ziehen die Augenbrauen hoch und sagen: Gut, dann handelt doch mal danach, ihr Christen! Dann sto\u00dft die Gewaltigen vom Thron &#8211; oder erbarmt euch der Armen!<\/p>\n<p>Aber sehen wir einmal davon ab, dass sich tats\u00e4chlich viele Menschen um Bed\u00fcrftige k\u00fcmmern, weil sie in der Bibel von Christus und seinem barmherzigen Gott gelesen haben, &#8211; der Aufruf zum politischen Umsturz in dieser Welt kann sich nicht auf dieses Lied berufen, das w\u00e4re ein grobes Mi\u00dfverst\u00e4ndnis: Das Magnificat handelt von Gott, es erz\u00e4hlt, da\u00df Gott handelt, nicht die Menschen, Gott schafft das Lebenswichtige in der Welt. Mit menschlicher Macht ist nichts getan, jedenfalls nichts, was letztlich dem Leben dient. Das ist ein Einspruch gegen alle Gewaltanwendung auf eigene Rechnung und eigene Faust, ein Einspruch gegen alle Selbstherrlichkeit.<\/p>\n<p>Es ist ein Irrtum, nicht nur einiger Kritiker der Kirche, sondern erst recht von betr\u00e4chtlich vielen Anh\u00e4ngern des christlichen Glaubens in Geschichte und Gegenwart: Sie verwechselten und verwechseln die Beschreibung von Gottes Handeln &#8211; er st\u00f6\u00dft die Gewaltigen vom Thron &#8211; mit ihrem eigenen Handeln:<\/p>\n<p>&#8222;Wenn Gott die Gewaltigen vom Thron st\u00f6\u00dft, dann k\u00f6nnt, ja dann m\u00fcsst ihr oder dann m\u00fcssen wir das auch machen&#8220;, &#8211; so haben es viele verstanden und manche denken noch immer so. Das steht aber nicht da, weder im Magnificat, noch \u00fcberhaupt in der Bibel; vielmehr genau das Gegenteil: Die eigenm\u00e4chtige Gewalt von Menschen f\u00fchrt immer neu zu Mord und Totschlag, seit Kain und Abel. Kreuzz\u00fcge waren menschliche Machtpolitik genauso wie jede andere Gewalttat. Wenn Menschen Vergeltung \u00fcben, dann findet Vertrauen keinen Wurzelboden; aber ohne solchen Boden kann sich eine humane Kultur gar nicht entwickeln:<\/p>\n<p>Alle Kultur, alles menschliche Zusammenleben baut auf dem labilen Gleichgewicht von Mi\u00dftrauen und Vertrauen. Wer aber bringt die Menschen dazu, ihrer Angst um sich selbst Herr zu werden, die angeborenen und anerzogenen Selbsterhaltungs- und Selbstverteidigungstriebe zu bezwingen, Gewaltordnungen wie die Blutrache, also Selbstverteidigungsregeln von Sippen zur\u00fcckzudr\u00e4ngen? Nur dann hat die Menschheit &#8211; zumal heute in der unerme\u00dflichen Zahl von 6 Milliarden Erdbewohnern &#8211; \u00fcberhaupt eine Zukunft auf dieser Erde. Dass auch die gegenw\u00e4rtig weltbeherrschende Politik den Gedanken an eine Friedensordnung ohne menschliche Gewalteingriffe nicht denken will, erf\u00fcllt viele Menschen mit gro\u00dfer Sorge, m\u00fc\u00dfte nicht gerade die F\u00fchrungsmacht im christlichen Abendland aus der Geschichte lernen und auf dieses Lied h\u00f6ren; es ist schon eigenartig, aber auch traurig, dass ein ehemaliger Pr\u00e4sident dieser Weltmacht soeben den Friedensnobelpreis erhielt, w\u00e4re der amtierende Pr\u00e4sident nach der altr\u00f6mischen Devise handelt: Si vis pacem para bellum: Wenn Du Frieden willst, bereite den Krieg vor.<\/p>\n<p>Gewi\u00df, wir m\u00fcssen damit rechnen, dass jeder und jede auch unter uns zun\u00e4chst um sich selbst besorgt ist, das auch Staaten und V\u00f6lker nicht auf wachsendes Vertrauen, sondern auf Kontrolle aller m\u00f6glichen Gegner setzen; das Vertrauen, dass Gott es in unserem Leben wohl machen wird, ist uns nicht in die Wiege gelegt. Und so bem\u00fchen sich Familien, St\u00e4mme und V\u00f6lker nicht von ungef\u00e4hr seit Menschengedenken, also seit es Kultur auf dieser Erde gibt, um Einrichtungen, um Verabredungen und Vertr\u00e4ge, die den Selbsterhaltungstrieb des einzelnen in vertr\u00e4gliche Bahnen lenken.<\/p>\n<p>Die Bibel ist voll von Rechtss\u00e4tzen und Erz\u00e4hlungen, die den zerst\u00f6rerischen Selbstbehauptungswillen in gute Bahnen lenken wollen, gerade auch da, wo sie die Katastrophen des Egoismus breit ausmalt: Die ganze K\u00f6nigsgeschichte Israels wird nicht als Heldenepos oder als Erfolgsstory erz\u00e4hlt, sondern ungeschminkt als abschreckendes Beispiel: Nur wenn die K\u00f6nige so weise waren, ihre Macht aus Gottes Gnade abzuleiten, dann blieb ihr Regiment human! Alles andere endete in Schrecken, Blut und Mord, auch im K\u00f6nigshaus Davids &#8211; schon bei David selbst.<\/p>\n<p>Aber auch die eigene Erfahrung k\u00f6nnte uns stutzig machen: Ist nicht jeder Gedanke an Vergeltung ein Hemmschuh, ein Bremsklotz, ein Ankerreiz im Gehirn, der das freie Denken behindert: Wer sich auf sein Recht fixiert, gerade auch da, wo es ihm zusteht, der verliert die innere Freiheit seines Denkens; er kann nicht mehr auf all das achten, was das Leben immer noch reich macht auch wenn er nicht bekommt. Aber man kann sich nicht so leicht von qu\u00e4lenden Gedanken l\u00f6sen, wenn einem Unrecht geschehen ist.<\/p>\n<p>Darum macht das Magnifikat Gott gro\u00df, Maria dankt Gott, weil nur er die Gedanken der Vergeltung aufl\u00f6sen kann! Dieser Gedanke &#8211; Gott st\u00fcrzt die Gewaltigen von ihren Thronen, Gott will nicht, dass die Menschen mit Gewalt \u00fcbereinander herrschen, dieser Gedanke bringt recht eigentlich den Umsturz, und zwar eben in Gedanken &#8211; und damit auch in den Herzen der Menschen. Man entthront nur mit dem Herzen richtig, w\u00fcrde der &#8222;kleine Prinz&#8220; jetzt sagen; aber es ist schwer, dem Vertrauen den Vortritt zu lassen vor dem Mi\u00dftrauen, es ist eine schwierige, eine riskante Vorleistung.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nDie junge Frau, Maria, war zun\u00e4chst einfach ganz Ohr, h\u00f6rte, was zu ihr gesagt wurde; sie hatte staunend auf die Erscheinung geschaut, die sie sah, was sollte sie auch viel anderes tun? Reformprogramme entwerfen? zum Beispiel f\u00fcr bessere Bildung ihres Kindes, oder wenigstens f\u00fcr eine finanzielle Grundversorgung der Eltern? Wohl kaum, sie war eine einfache Frau aus dem Volk, keine Mutter Teresa, keine heilige Elisabeth! Eine Heilige, eine ganz Besondere wurde diese Maria ja erst durch das Geschehen, in das sie nun verwickelt wurde, und sie schaut zu und beschreibt, was sie durch diese Vision hindurch sieht.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend sie ihr Erlebnis in Worte zu fassen versucht, verschwimmen ihr Vergangenheit und Zukunft ihres Volkes mit ihren pers\u00f6nlichen W\u00fcnschen zu einer gro\u00dfen Einheit:<\/p>\n<p>Wie sie es von ihren Vorfahren geh\u00f6rt hat, so hofft sie auch f\u00fcr ihre eigene Zukunft; Gottes F\u00fcrsorge wird sich seinem Volk immer wieder zuwenden, wie im Anfang damals, beim Auszug aus \u00c4gypten, so wird es sein von Generation zu Generation, von den Eltern zu den Kindern und wieder zu den Kindern: Immer wieder werden Kinder geboren und sie werden das Zeichen sein, dass Gottes G\u00fcte noch nicht zuende ist, das er seine Freundlichkeit in der Gestalt immer neuer Menschen auf die Erde schickt. Gott wirkt nicht in Donner und Blitz, durch Gewalt und Tod; er spendet Leben, er wirkt sch\u00f6pferisch im Heranwachsen von Kindern, durch die immer wieder gute Hoffnung w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nEine junge Frau, ein paar Monate sind es noch bis zur Geburt ihres ersten Kindes, voller Erwartung, zwischen Bef\u00fcrchtungen und Hoffnungen schwankend: Wird mein Kind gesund sein? werde ich ihm eine gute Mutter sein k\u00f6nnen? Und: Was wird aus ihm werden?<br \/>\nMag sein, da\u00df da farbige Hoffnungsbilder in die Seele flie\u00dfen, dass eine Mutter von ihrem Kind Gro\u00dfes erhofft: Wird mein Kind zum Wohl der Welt wirken k\u00f6nnen, wird es vielleicht sogar zum Heil der Welt beitragen? M\u00fc\u00dfte nicht irgendeinem Menschen einmal dies gelingen: Dass er oder sie das Heil der Menschheit herbeif\u00fchrt?!<\/p>\n<p>In jedem Fall erweckt die Ankunft eines Kindes in den Erwachsenen Hoffnungen auf Besserung unter den Menschen; trotz aller Entt\u00e4uschungen in der Geschichte der Menschheit, &#8211; ein neugeborenes Kind erweckt immer wieder diese Hoffnung: Das Zusammenleben der Menschen k\u00f6nnte anders werden, freundlicher, g\u00fctiger vertrauensvoller; das ist schlie\u00dflich die einzige \u00dcberlebenschance f\u00fcr jedes Kind, dass die Erwachsenen sich ihm zu liebe als vertrauensw\u00fcrdig erweisen; Kinder k\u00f6nnen ohne Vertrauen nicht leben, weil sie Vertr\u00e4ge noch nicht einhalten k\u00f6nnen &#8211; und wehren k\u00f6nnen sie sich sowieso nicht, jedenfalls nicht mit Gewalt. An Kindern wird es immer wieder sichtbar: Ohne Vertrauen gibt es kein Leben, und deshalb ist es f\u00fcr die Menschheit \u00fcberlebensnotwendig, dass sich das labile Gleichgewicht von Mi\u00dftrauen und Vertrauen, zu dem wir Menschen allenfalls f\u00e4hig sind, halten l\u00e4sst, wenigstens den Kindern und damit unserer Zukunft zuliebe.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nEin neugeborenes Kind ruft den Eindruck wach, als sei eine heile Welt m\u00f6glich, weil es nur in einer heilen Welt wachsen kann. Deshalb ber\u00fchrt es merkw\u00fcrdig, dass sich die Wissenschaften heute so viel mehr um eine Wiederholung gleicher Wesen, um Reproduktion bem\u00fchen, als um die Stabilisierung von Vertrauen. Wenn kein Kind mehr durch Kriegseinwirkung verhungert, dann erst sollte die Reproduktionsmedizin ihre Versuche fortsetzen.<\/p>\n<p>Sollte es einen Menschen geben, der die Erwartungen der Menschen auf eine endg\u00fcltige Schonung wach halten k\u00f6nnte? Den m\u00fc\u00dfte man allerdings unbedingt klonen, damit es seinem Doppelg\u00e4nger vielleicht gel\u00e4nge &#8230;, aber lassen wir die Ironie.<\/p>\n<p>Wir wissen, da\u00df kein Mensch der Welt ein f\u00fcr allemal stabilen Frieden und reine Gerechtigkeit bringen kann, wir erreichen &#8211; schwankend zwischen Angst und Vertrauen &#8211; immer nur vorl\u00e4ufige Friedensschl\u00fcsse, wir erleben und erleiden immer nur ein labiles Gleichgewicht zwischen Vertrauen und Mi\u00dftrauen.<\/p>\n<p>Auch Jesus, der Mensch, hat den Menschen nichts anderes gebracht als Gedanken, aber eben diese lebenspendenden <i>Gedanken<\/i>: Die Welt kann durch <b>Gewalt<\/b> nicht f\u00fcr alle gleichzeitig lebenswerter und freier werden, auch wenn sie f\u00fcr einige sicherer werden sollte, andere w\u00fcrden und werden f\u00fcr das Sicherheitsbed\u00fcrfnis der St\u00e4rkeren geopfert. Jesus von Nazareth hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, um dem Gedanken des Vertrauens gegen alles Mi\u00dftrauen in die Welt zu bringen &#8211; und die M\u00e4chtigen seiner Zeit haben &#8211; erwartungsgem\u00e4\u00df &#8211; auf die Herausforderung mit Gewalt reagiert. Die aber, die auf die sch\u00f6pferische und lebensspendende Kraft von Vertrauen hoffen, sagen: Christus sei nicht im Tod geblieben, er wirke unter uns mit seinem Geist, mit seinem Gedanken von der sch\u00f6pferischen Kraft der Barmherzigkeit, sie allein k\u00f6nne die Welt als lebenswerte bewahren und f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Lukas hat diese Botschaft von Christus verstanden, sonst h\u00e4tte er nicht gleich am Anfang seines Buches ein so markantes und provokantes Lied Maria, der Mutter des Jesus von Nazareth, in den Mund gelegt, es ist eine Vorschau auf Predigt und Wirkung Jesu geworden &#8211; und zugleich auf unser Leben: Nur die sch\u00f6pferische Kraft der Barmherzigkeit, die Kindern aus der Hilflosigkeit zur Selbst\u00e4ndigkeit verhilft, erm\u00f6glicht \u00fcberhaupt Leben, auch unter uns erwachsenen Menschen. Gott schenke es uns, dass wir zur Verbreitung von Vertrauen beitragen d\u00fcrfen, das ist das wichtigste Erbe f\u00fcr alle Menschen, die nach uns kommen. Es ist das sch\u00f6nste Weihnachtsgeschenk.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"left\"><b>Prof. Dr. Reinhard Schmidt-Rost<br \/>\nUniversit\u00e4t Bonn<br \/>\n<a href=\"mailto:r.schmidt-rost@uni-bonn.de\">r.schmidt-rost@uni-bonn.de<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4. Advent, 22. Dezember 2002 Predigt \u00fcber Lukas 1, 46-55, verfa\u00dft von Reinhard Schmidt-Rost Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes, denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 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