{"id":9281,"date":"2021-02-07T19:49:52","date_gmt":"2021-02-07T19:49:52","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9281"},"modified":"2022-09-17T09:56:46","modified_gmt":"2022-09-17T07:56:46","slug":"matthaeus-1-18-25-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-1-18-25-2\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 1, 18-25"},"content":{"rendered":"<h3 align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">Christnacht<\/span><span style=\"color: #000099;\">, 24. Dezember 2002<br \/>\nMatth\u00e4us 1, 18-25, verfa\u00dft von Jan Ulrik Dyrkj\u00f8b (D\u00e4nemark)<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #339966;\"><a style=\"color: #339966;\" href=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-1-18-25\/\">Danish version<\/a><\/span>, <span style=\"color: #339966;\"><a style=\"color: #339966;\" href=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-1-18-25-polski\/\">polski version<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"left\">Ein Engel des Herren steht vor den Hirten auf dem Felde vor Bethlehem. Es ist dunkel. Es ist Nacht. In dieser Nacht geschieht das Gr\u00f6\u00dfte. Aber es begann nicht in dieser Nacht. Es hat schon vorher begonnen.<\/p>\n<p>Es begann an einem Tag, als der alte Priester Zacharias im Tempel des Herren stand und der Engel des Herrn ihm erschien.<\/p>\n<p>Der Engel verk\u00fcndigte Zacharias, da\u00df seine Frau Elisabeth einen Sohn geb\u00e4ren w\u00fcrde. Das sollte geschehen gegen alle vern\u00fcnftigen Prognosen, denn Zacharias und Elisabeth waren alte Leute.<\/p>\n<p>Der Sohn, den Elisabeth geb\u00e4ren sollte, sollte Johannes hei\u00dfen. Er sollte dem Volk predigen. Er sollte dem Herrn ein Volk schaffen, das bereit ist.<\/p>\n<p>So sprach der Engel. Und der Engel sagte \u00fcber sich selbst: &#8222;Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden, da\u00df ich dir solches verk\u00fcndige&#8220;.<\/p>\n<p>Etwas sp\u00e4ter wurde derselbe Engel zu Maria in Nazareth gesandt. F\u00fcr sie verk\u00fcndigte Gabriel, da\u00df sie den Sohn des H\u00f6chsten geb\u00e4ren w\u00fcrde. Und sie gab eine Antwort, die die mutigste Antwort ist, die je ein Mensch gegeben hat: &#8222;Siehe, ich bin des Herren Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast&#8220;.<\/p>\n<p>So begann es. Und in dieser Nacht geschah es. Es geschieht, wie es der Herr gesagt hat. Maria bringt ihr Kind zur Welt. Ihr erstes Kind. Sie wickelt das Kind in Windeln und legt es in eine Krippe.<\/p>\n<p>Und der Engel erscheint den Hirten auf dem Felde. Pl\u00f6tzlich sind die Nacht und die K\u00e4lte verschwunden. Sie sehen den Engel des Herrn. Die Herrlichkeit des Herrn umstrahlt sie. Sie sehen direkt in den strahlenden Glanz hinein.<\/p>\n<p>Das ist eine Offenbarung. Was verborgen war, ist nun sichtbar. Die Hirten sehen es. Sie h\u00f6ren die verwunderlichen Worte des Engels. Sie h\u00f6ren Worte, die nicht von Menschen erdacht sind.<\/p>\n<p>Der Engel verk\u00fcndet eine gro\u00dfe Freude. Ein Kind ist geboren. Es ist der Herr. Es ist Christus.<\/p>\n<p>Und sogleich sehen sie, wie der Engel des Herrn von unz\u00e4hligen Engeln umgeben wird. Und der Raum f\u00fcllt sich mit ihrem Gesang: &#8222;Ehre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen&#8220;.<\/p>\n<p>Das ist eine Offenbarung. Die Hirten sehen die Wirklichkeit Gottes selbst. Die Wirklichkeit so, wie Gott sie haben will: Das Licht treibt die Finsternis fort. Der Gesang soll Himmel und Erde verbinden. Die Herrlichkeit soll strahlen f\u00fcr die \u00c4rmsten und Verachtetsten der Erde. Gott soll geehrt werden. Frieden soll in der Welt herrschen. Friede soll die Herzen der Menschen erf\u00fcllen. So will es Gott. So sehen es die Hirten. Das ist es, was sie h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst aber geschieht etwas Merkw\u00fcrdiges und wird etwas Merkw\u00fcrdiges gesagt. Als das Licht erscheint und die Hirten die gewaltige Erscheinung sehen, werden sie von gro\u00dfer Furcht ergriffen. Das erste, was der Engel sagt, ist: &#8222;F\u00fcrchtet euch nicht!&#8220;<\/p>\n<p>So war es schon vorher. Als Zacharias den Engel des Herrn im Tempel sah, erschrak er, und auch zu ihm sagte der Engel: &#8222;F\u00fcrchte dich nicht! F\u00fcrchte dich nicht, Zacharias!&#8220;<\/p>\n<p>Und auch Maria erschrak, als der Engel zu ihr trat und sie begr\u00fc\u00dfte, und auch zu ihr hie\u00df es beruhigend: &#8222;F\u00fcrchte dich nicht! F\u00fcrchte dich nicht, Maria! Denn Du hast Gnade gefunden bei Gott!&#8220;<\/p>\n<p>Warum diese Furcht? Warum mu\u00df der Engel des Herrn jedes Mal die Menschen beruhigen, zu denen er gesandt wird? Geschieht hier nicht etwas Gutes und Sch\u00f6nes? H\u00f6ren diese Menschen nicht herrliche Worte? Sehen sie nicht herrliche Erscheinungen?<\/p>\n<p>Gewi\u00df, das ist alles gut und sch\u00f6n und herrlich, aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen: In erster Linie ist es die Offenbarung Gottes. Durch den Engel l\u00e4\u00dft Gott seine Wirklichkeit sichtbar werden, und er verk\u00fcndigt seinen Willen. Und die Wirklichkeit und der Wille Gottes sind furchtbar und schrecklich.<\/p>\n<p>Anders kann es nicht sein, denn was von Gott kommt, ist \u00fcberw\u00e4ltigend. Es entm\u00e4chtigt uns. Wenn das G\u00f6ttliche in unsere Welt einbricht, dann sind wir nicht mehr wir selbst. Dann sind wir einem anderem Willen als dem unseren unterworfen. Und wir wissen nicht, wo das endet. Das ist erschreckend. Das ist furchtbar f\u00fcr den Menschen.<\/p>\n<p>Aber das Wunderbare ist auch das Selige. Ja es ist letztlich unsere einzige M\u00f6glichkeit des Heils und der Erl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Wir glauben, da\u00df es alle m\u00f6glichen anderen Wege gibt, aber die gibt es nicht. Es gibt nur diesen einen Weg. Nur die \u00dcbergabe und Hingabe an Gott. Es gibt nur eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr Leben und Heil und Seligkeit, n\u00e4mlich da\u00df wir uns selbst in Gott verlieren.<\/p>\n<p>Wir leben in dem Irrtum, da\u00df alles, was menschlich ist, uns selbst geh\u00f6rt. Die Welt geh\u00f6rt uns. Die Gesellschaft geh\u00f6rt uns. Unsere Gemeinschaften und unsere Familien geh\u00f6ren uns. Wir geh\u00f6ren jeder f\u00fcr sich ganz uns selbst. &#8222;Das ist mein Leben!&#8220; &#8211; sagen wir.<\/p>\n<p>Aber das ist ein Irrtum. das ist die gro\u00dfe Illusion unserer Zeit. Wir geh\u00f6ren gar nicht uns selber. Unser Leben geh\u00f6rt nicht uns. Wir geh\u00f6ren einander. Wir geh\u00f6ren der Welt. Und in alledem geh\u00f6ren wir Gott.<\/p>\n<p>Gott hat ganz und gar Anspruch auf uns, denn er hat uns alles gegeben. Ohne Gott h\u00e4tten wir nichts. Ohne Gott g\u00e4be es uns nicht. Ohne Gott w\u00e4re nur Leere und Nichts. Alles ist von Gott und zu Gott.<\/p>\n<p>Zu dieser Erkenntnis zu kommen, eine Wende in seinem Sinnen und Denken und Handeln, ja in unserem Wesen selbst zu vollziehen, das ist unsere einzige Chance. Das ist die wahre Menschlichkeit.<\/p>\n<p>Aber das ist auch erschreckend und furchtbar. Denn das bedeutet, da\u00df wir uns selbst aufgeben und alles auf Gott hin wagen m\u00fcssen. Das bedeutet, da\u00df wir die Herrlichkeit \u00fcber uns hereinbrechen lassen m\u00fcssen. Das bedeutet, da\u00df wir g\u00f6ttliche Worte zu uns kommen lassen m\u00fcssen, so wie sie zu den Hirten kamen. Verhei\u00dfungsvolle Worte, aber auch Worte, die uns unendlich verpflichten.<\/p>\n<p>Und wenn du nun fragst: Ja, aber was soll ich nun tun? Dann antworte ich: Geh mit den Hirten nach Bethlehem! Tritt hin zu dem Kind in der Krippe! In ihm ist alle Herrlichkeit Gottes verborgen. Sei dort. Und ergebe dich selbst Gott durch ihn und mit ihm!<\/p>\n<p>Schon durch die Taufe geh\u00f6rst du ihm. Aber sage dennoch zu ihm, da\u00df du das willst! Sage, da\u00df du das willst, was schon geschehen ist! Sage es, auch wenn du nicht wei\u00dft, ob du dich traust!<\/p>\n<p>Ich sage es dir heute, damit niemand sagen kann, da\u00df es nicht gesagt ist: Es ist notwendig, da\u00df wir vollst\u00e4ndig umkehren. es ist notwendig, da\u00df wir das erneut ergreifen, was uns schon l\u00e4ngst gegeben ist:<\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcrchtet euch nicht! Siehe ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.&#8220; Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Jan Ulrik Dyrkj\u00f8b<br \/>\nKnud Hjorts\u00f8vej<br \/>\nDK-3500 V\u00e6rl\u00f8se<br \/>\nTel.: ++ 45 &#8211; 44 48 06 04<br \/>\n<a href=\"mailto:jukd@vaerloesesogn.dk\">e-mail: jukd@vaerloesesogn.dk<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christnacht, 24. 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