{"id":9304,"date":"2002-12-07T19:49:55","date_gmt":"2002-12-07T18:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9304"},"modified":"2025-04-24T15:16:29","modified_gmt":"2025-04-24T13:16:29","slug":"predigt-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-6\/","title":{"rendered":"Lukas 12,35\u201340"},"content":{"rendered":"<h3 align=\"left\">Silvester | 31. Dezember 2002 | Lukas 12,35\u201340 | Andreas Lindemann |<\/h3>\n<p align=\"left\">&#8222;La\u00dft eure Lenden umg\u00fcrtet sein und eure<br \/>\nLichter brennen, und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten,<br \/>\nwann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft,<br \/>\nsie ihm sogleich auftun.<\/p>\n<p>Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet.<br \/>\nWahrlich, ich sage euch: Er wird sich sch\u00fcrzen und wird sie zu Tisch<br \/>\nbitten und kommen und ihnen dienen. Und wenn er kommt in der zweiten oder<br \/>\nin der dritten Nachtwache und findet&#8217;s so: selig sind sie.<\/p>\n<p>Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr w\u00fc\u00dfte, zu welcher<br \/>\nStunde der Dieb kommt, so lie\u00dfe er nicht in sein Haus einbrechen.<\/p>\n<p>Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da<br \/>\nihr&#8217;s nicht meint.&#8220;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>zwei Bilder sind es, die uns hier vor Augen gestellt werden. Zwei kleine<br \/>\nSzenen. Beide erz\u00e4hlen von einem Hausherrn; und beide beziehen sich<br \/>\ndabei auf die Zeit der Dunkelheit, auf die Nacht. Der eine der beiden<br \/>\nHerren ist nicht zu Hause; aber seine Dienerschaft wird aufgerufen, bei<br \/>\nseiner R\u00fcckkehr dienstbereit zu sein, und w\u00e4re es auch tiefste<br \/>\nNacht. Der andere der beiden Hausherren ist zu Hause. Aber er ist besorgt,<br \/>\nes k\u00f6nnte ein Einbrecher kommen. Er w\u00fcrde sich gern schlafen<br \/>\nlegen; aber er f\u00fcrchtet, der Einbrecher werde sich dies zunutze machen.<\/p>\n<p>Zwei kleine Szenen &#8211; zwei nur mit wenigen Strichen angedeutete Bilder.<br \/>\nWir wollen uns das erste dieser Bilder ein wenig ausmalen. Vielleicht<br \/>\nsehen wir ein Schlo\u00df vor uns, oder eine gr\u00f6\u00dfere Villa,<br \/>\njedenfalls das Anwesen eines wohlhabenden Mannes. Er f\u00fchrt, wie man<br \/>\nso sagt, ein gro\u00dfes Haus. Er gebietet \u00fcber eine zahlreiche<br \/>\nDienerschaft; die sorgt f\u00fcr Ordnung und Sauberkeit. Es gibt eine<br \/>\nK\u00f6chin oder einen Koch; ebenso Menschen, die den Garten pflegen.<\/p>\n<p>Aber der Hausherr ist gar nicht da. Denn er hat die Einladung zu einer<br \/>\nHochzeitsfeier erhalten und hat sich auf den Weg gemacht. Schon am fr\u00fchen<br \/>\nMorgen ist er losgefahren. Jetzt ist es Abend geworden, die Nacht ist<br \/>\nhereingebrochen. Wann wird der Hausherr zur\u00fcckkommen? Der Weg ist<br \/>\nweit, die Wege sind schlecht. K\u00f6nnte es sein, da\u00df er die ganze<br \/>\nNacht \u00fcber wegbleiben wird?<\/p>\n<p>Die Dienerschaft \u00fcberlegt: M\u00fcssen wir auf die R\u00fcckkehr<br \/>\ndes Herrn warten? K\u00f6nnen wir uns nicht schlafen legen? Wir haben<br \/>\ndoch Anspruch auf unsere Nachtruhe.<\/p>\n<p>Nein, sagt da einer von ihnen: &#8222;La\u00dft eure Lenden umg\u00fcrtet<br \/>\nsein und eure Lichter brennen, und seid gleich den Menschen, die auf ihren<br \/>\nHerrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er<br \/>\nkommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun.&#8220;<\/p>\n<p>Wer ist es, der so redet &#8211; und noch dazu in so altert\u00fcmlicher Sprache?<br \/>\nVielleicht ist es ein ganz \u00dcbereifriger. Einer, der einen guten Eindruck<br \/>\nmachen m\u00f6chte. Vielleicht aber auch einer, der sich daran erinnert<br \/>\nhat, da\u00df der abwesende Hausherr ein anspruchsvoller Mann ist. Ein<br \/>\nChef, der zwar gut zahlt, der daf\u00fcr aber von seinen Leuten auch st\u00e4ndige<br \/>\nDienstbereitschaft erwartet. Der es jedenfalls als v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich<br \/>\nansieht, da\u00df man ihm auf sein Klopfen hin sofort \u00f6ffnet. Und<br \/>\nda\u00df ihm sogleich Essen und Trinken serviert wird, wenn ihn danach<br \/>\ngel\u00fcstet. Und w\u00e4re es auch in tiefster Nacht. So einer ist dieser<br \/>\nHausherr. Da ist es doch wohl besser, wach zu bleiben und auf seine R\u00fcckkehr<br \/>\nzu warten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich &#8211; dies ist ein Bild. Oder, wie es gleich anschlie\u00dfend<br \/>\nhei\u00dft: es ist ein Gleichnis. Der Evangelist Lukas will nicht berichten,<br \/>\neine Gruppe von Hausangestellten habe dar\u00fcber debattiert, ob man<br \/>\nbesser auf die R\u00fcckkehr des Hausherrn wartet oder ob man es riskieren<br \/>\nkann, doch schon ein wenig zu schlafen.<\/p>\n<p>In der Lutherbibel steht \u00fcber unserem Textabschnitt die \u00dcberschrift<br \/>\n&#8222;Vom Warten auf das Kommen Christi&#8220;. Der Hausherr, von dem hier<br \/>\ngesprochen wird, ist Christus. Der, der dieses Gleichnis erz\u00e4hlt,<br \/>\nist Jesus selber. Und die wartenden Diener, das sind die J\u00fcnger.<br \/>\nAber wir k\u00f6nnten auch sagen: Das sind wir. Wir sind gemeint, wenn<br \/>\nJesus sagt: &#8222;La\u00dft eure Lenden umg\u00fcrtet sein und eure Lichter<br \/>\nbrennen.&#8220; Wir sollen bereit sein, Christus angemessen zu empfangen.<\/p>\n<p>Ist das nicht eine merkw\u00fcrdige Aufforderung? Gerade heute, gerade<br \/>\nan diesem Abend, eine Woche nach Weihnachten? Die Zeit des Wartens auf<br \/>\nChristus, das war doch die Zeit des Advents. Und die ist doch l\u00e4ngst<br \/>\nvorbei. Christus ist bereits gekommen. &#8222;Euch ist heute der Heiland<br \/>\ngeboren, welcher ist Christus der Herr&#8220; &#8211; so haben wir es in der<br \/>\nWeihnachtsgeschichte geh\u00f6rt, und so haben wir es auf die eine oder<br \/>\nandere Weise auch gesungen. Warum werden wir heute schon wieder dazu aufgerufen,<br \/>\nauf ihn zu warten?<\/p>\n<p>Schon die ersten Christen warteten auf das Kommen Christi. Sie waren<br \/>\ndavon \u00fcberzeugt, Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr,<br \/>\nwerde bald wiederkommen. Vom Himmel her, in Herrlichkeit; endg\u00fcltig,<br \/>\nals der Richter und Retter. Am J\u00fcngsten Tag, der das Ende aller Geschichte<br \/>\nund das Ende aller Zeit ist. &#8222;Von dort wird er kommen zu richten<br \/>\ndie Lebenden und die Toten&#8220;, so sagen wir es in unserem Glaubensbekenntnis.<br \/>\nDie ersten Christen lebten in einer &#8222;Naherwartung&#8220;. Sie meinten,<br \/>\nsie selbst w\u00fcrden das Kommen Christi, den j\u00fcngsten Tag, den<br \/>\nletzten aller irdischen Tage, unmittelbar selber erleben. Und deshalb<br \/>\nm\u00fc\u00dften sie st\u00e4ndig darauf vorbereitet sein.<\/p>\n<p>Deshalb verzichteten manche von ihnen darauf, sich in der Welt einzurichten.<br \/>\nSie vermieden es, Verantwortung in der Welt zu \u00fcbernehmen; sie weigerten<br \/>\nsich, an morgen zu denken. Denn sie glaubten, ein solches &#8222;morgen&#8220;<br \/>\nwerde es gar nicht geben.<\/p>\n<p>Es ist klar: In solch einer Naherwartung kann man nicht lange leben.<br \/>\nDas geht schon im normalen Alltagsleben nicht. Jemand verspricht uns:<br \/>\n&#8222;Morgen besuche ich dich&#8220;, oder: &#8222;Am Sonntag rufe ich dich<br \/>\nan&#8220;, oder: &#8222;Am n\u00e4chsten Ersten bekommst du dein Geld ganz<br \/>\nbestimmt zur\u00fcck&#8220;. Doch der Tag vergeht, und der Besuch ist nicht<br \/>\ngekommen. Der Sonntag verstreicht, und der Anruf ist ausgeblieben. Der<br \/>\nneue Monat hat begonnen, und von meinem Geld habe ich noch keinen Cent<br \/>\nzur\u00fcckerhalten. Es f\u00e4llt uns dann schwer, solchen Versprechungen<br \/>\nk\u00fcnftig noch zu vertrauen, wenn wir einmal gemerkt haben, da\u00df<br \/>\nsie nicht eingehalten wurden.<\/p>\n<p>In unserem Glauben ist es nicht anders. Wir leben nicht so, als rechneten<br \/>\nwir t\u00e4glich mit dem Kommen Christi. Als st\u00fcnde der J\u00fcngste<br \/>\nTag unmittelbar bevor. Sondern wir planen unser Leben auf Zukunft hin<br \/>\n&#8211; manchmal auf Jahre, bisweilen sogar auf Jahrzehnte hinaus. Und wir erwarten,<br \/>\nda\u00df auch die Politik, da\u00df die Gesellschaft, da\u00df nicht<br \/>\nzuletzt auch die Kirche Vorstellungen hat von der Zukunft. Zwar wissen<br \/>\nwir: Es kann schon morgen zu Ende sein. Ich wei\u00df, da\u00df ich<br \/>\nmein Leben nicht in der Hand habe. Aber das zu wissen ist etwas anderes<br \/>\nals die Erwartung des endzeitlichen Kommens Christi.<\/p>\n<p>Der Evangelist Lukas hat sein Evangelium zu einer Zeit geschrieben, als<br \/>\nbei den fr\u00fchen Christen die Erwartung eines <i>baldigen<\/i> Kommens<br \/>\nChristi schon nachgelassen hatte. &#8222;Und wenn er kommt in der zweiten<br \/>\noder in der dritten Nachtwache und findet&#8217;s so: selig sind sie.&#8220;<br \/>\nDas meint: Es lohnt sich, zu warten. Die Dienerschaft des Hausherrn, die<br \/>\nGemeinde Jesu Christi, soll wach bleiben. Das ist die Mahnung des Lukas.<\/p>\n<p>Aber was bedeutet das f\u00fcr uns? Wir haben doch noch nie so etwas<br \/>\nwie eine Naherwartung des J\u00fcngsten Tages gehabt, die nun korrigiert<br \/>\nwerden m\u00fc\u00dfte. Geht uns die Mahnung des Lukas also \u00fcberhaupt<br \/>\netwas an? K\u00f6nnen wir etwas mit ihr anfangen an diesem Abend?<\/p>\n<p>Wir stehen an der Schwelle eines Jahreswechsels. Wir blicken zur\u00fcck<br \/>\nauf das nun schon so gut wie abgelaufene Jahr 2002. Wir haben unterschiedliche<br \/>\nErfahrungen gemacht. Es gab Sch\u00f6nes, und es gab Trauriges. Wir wurden<br \/>\nentt\u00e4uscht, aber wir hatten auch Anla\u00df zur Freude und Dankbarkeit.<br \/>\nUnd es gab Ereignisse, da lag beides ganz nahe beieinander &#8211; so wie bei<br \/>\nder Hochwasserkatastrophe an der Elbe, bei der sich eine ungeahnte Hilfsbereitschaft<br \/>\nvon Menschen zeigte. Nun haben wir Erwartungen an das vor uns liegende<br \/>\nJahr 2003. Das m\u00f6gen Hoffnungen sein. Vielleicht auch Bef\u00fcrchtungen,<br \/>\nsogar \u00c4ngste. Vielleicht haben wir uns bestimmte Ziele gesteckt,<br \/>\ndie wir erreichen m\u00f6chten. Vielleicht haben wir im abgelaufenen Jahr<br \/>\naber auch gemerkt, da\u00df es Ziele gab, die wir endg\u00fcltig aufgeben<br \/>\nmu\u00dften.<\/p>\n<p>Spielt dabei die Erwartung des endzeitlichen Kommens Christi eine Rolle?<br \/>\nVermutlich nicht. Wir k\u00f6nnen gar nicht so leben, als meinten wir,<br \/>\nmorgen werde das Ende aller Zeit da sein. Aber eben weil das so ist, deshalb<br \/>\ngilt die Aussage des Lukasevangeliums gerade heute, am \u00dcbergang zu<br \/>\neinem neuen Jahr, auch uns. Denn eben dies will der Evangelist Lukas seinen<br \/>\nLeserinnen und Lesern, den Menschen damals ebenso wie uns heute, vermitteln:<br \/>\nWir sollen die uns gew\u00e4hrte Zeit verstehen als eine uns von Gott<br \/>\ngeschenkte Zeit. Wir d\u00fcrfen und wir sollen diese Zeit durch unser<br \/>\nTun f\u00fcllen. Das ist gemeint, wenn in dem Gleichnis gesagt wird, die<br \/>\nDienerschaft solle wachen bis zum Kommen des Herrn.<\/p>\n<p>Was aber wird dann geschehen? Wird der Hausherr den Dienern seine Befehle<br \/>\nerteilen? Wird er verlangen, da\u00df seine W\u00fcnsche erf\u00fcllt<br \/>\nwerden? Wird er fordern, da\u00df die Diener ihren Dienst tun, als w\u00e4re<br \/>\nes heller Tag?<\/p>\n<p>Hier erf\u00e4hrt das Bild vom Hausherrn, dessen R\u00fcckkehr auf sich<br \/>\nwarten lie\u00df, eine v\u00f6llig \u00fcberraschende Wendung: &#8222;Wahrlich,<br \/>\nich sage euch: Er wird sich sch\u00fcrzen und wird sie zu Tisch bitten<br \/>\nund kommen und ihnen dienen.&#8220;<\/p>\n<p>Wir haben richtig geh\u00f6rt. Was hier geschildert wird, das ist eine<br \/>\nwahrhaftig verkehrte Welt. Der Herr als Diener! Und der Diener nicht mehr<br \/>\nals Knecht, sondern als geehrter Gast. Die normale Erwartung wird auf<br \/>\nden Kopf gestellt. Der Gedanke an das Kommen Christi soll bei uns nicht<br \/>\nFurcht ausl\u00f6sen, sondern zuversichtliche Hoffnung. Das Vertrauen<br \/>\nauf eine von Christus geschenkte Zukunf soll uns nicht l\u00e4hmen, sondern<br \/>\nes ermutigt uns zu aktivem Handeln.<\/p>\n<p>Wir erinnern uns: Derjenige, der im Lukasevangelium diese Worte spricht,<br \/>\nist Jesus selber. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der geschichtliche<br \/>\nMensch Jesus wirklich jeden einzelnen dieser S\u00e4tze wortw\u00f6rtlich<br \/>\nso gesprochen hat. Entscheidend ist: Hier wird uns eine Zusage gemacht,<br \/>\nder wir bedingungslos vertrauen d\u00fcrfen. Wir h\u00f6ren eine Verhei\u00dfung,<br \/>\ndie auch morgen gilt. Die unsere Zukunft bestimmen soll &#8211; wie lang auch<br \/>\nimmer die Zeit sein mag, die uns zuk\u00fcnftig bestimmt ist. Wir wissen:<br \/>\nUnser Leben, unsere Welt als ganze, hat ein Ziel. Wir kennen nicht Datum<br \/>\nund Stunde. Aber wir kennen den Namen: Jesus Christus.<\/p>\n<p>Das zweite der von Jesus gezeichneten kleinen Bilder, das kurze Gleichnis<br \/>\nvom Dieb in der Nacht, unterstreicht dies: &#8222;Wenn ein Hausherr w\u00fc\u00dfte,<br \/>\nzu welcher Stunde der Dieb kommt, so lie\u00dfe er nicht in sein Haus<br \/>\neinbrechen. Seid auch ihr bereit. Denn der Menschensohn kommt zu einer<br \/>\nStunde, da ihr&#8217;s nicht meint.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Seid bereit&#8220; &#8211; das bedeutet wiederum nicht, da\u00df wir<br \/>\nan jedem Tag so zu leben h\u00e4tten, als sei dies der letzte aller Tage.<br \/>\nUnd schon gar nicht wird uns gesagt, wir sollten das Kommen des Menschensohns<br \/>\nf\u00fcrchten. Denn dieser Menschensohn ist keine uns unbekannte R\u00e4tselfigur.<br \/>\nDieser Menschensohn ist kein anderer als jener Mensch Jesus von Nazareth,<br \/>\ndessen Geburt wir zu Weihnachten dankbar gefeiert haben. Mit seinem Kommen<br \/>\nwill uns Christus nicht eine b\u00f6se \u00dcberraschung bereiten. Der<br \/>\nJ\u00fcngste Tag droht uns nicht als Schreck in der Morgenstunde oder<br \/>\nals ein pl\u00f6tzliches Sturmklingeln um Mitternacht. Die Wachsamkeit,<br \/>\ndie uns auferlegt wird, soll nicht mit Furcht verbunden sein, sondern<br \/>\nmit Hoffnung. Nicht mit \u00e4ngstlicher Sorge, sondern mit freudiger<br \/>\nErwartung.<\/p>\n<p>Am letzten Tag des Jahres ist es \u00fcblich, auf das Vergangene zur\u00fcckzublicken.<br \/>\nDer Evangelist Lukas l\u00e4dt uns an diesem Abend aber eher dazu ein,<br \/>\nnach vorn zu sehen. Er verhei\u00dft uns, da\u00df wir der Zusage glauben<br \/>\nd\u00fcrfen, der kommende Christus wolle unser Diener sein. Im Abendmahl,<br \/>\ndas wir gleich miteinander feiern wollen, empfangen wir daf\u00fcr bereits<br \/>\neinen Vorgeschmack. Denn in diesem Mahl wird jene Wirklichkeit vorbereitet,<br \/>\ndie auf uns wartet: &#8222;Er wird sich sch\u00fcrzen und wird uns zu Tisch<br \/>\nbitten und kommen und uns dienen.&#8220; Das ist gewi\u00dflich wahr.<br \/>\nAmen<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Prof. Dr. Andreas Lindemann, Bethel<br \/>\n<a href=\"mailto:Lindemann.Bethel@t-online.de\">Lindemann.Bethel@t-online.de<br \/>\n<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Silvester | 31. Dezember 2002 | Lukas 12,35\u201340 | Andreas Lindemann | &#8222;La\u00dft eure Lenden umg\u00fcrtet sein und eure Lichter brennen, und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. 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