{"id":9361,"date":"2003-03-07T19:49:53","date_gmt":"2003-03-07T18:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9361"},"modified":"2025-04-27T14:08:33","modified_gmt":"2025-04-27T12:08:33","slug":"bekenntnis-zu-christus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/bekenntnis-zu-christus\/","title":{"rendered":"Markus 8,31\u201338"},"content":{"rendered":"<h3 align=\"left\">Estomihi | 2. M\u00e4rz 2003 | Mk 8,31\u201338 | <strong>Friedrich-Otto Scharbau |<\/strong><\/h3>\n<p align=\"left\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>das Bekenntnis zu Christus ist das Bekenntnis zu dem Gekreuzigten und<br \/>\nAuferstandenen. Nicht nur zum Auferstandenen, sondern eben zum Gekreuzigten<br \/>\nund Auferstandenen. Wir feiern nicht einen triumphalen Gottesheld, dem<br \/>\ndie Welt zu F\u00fc\u00dfen liegt, auch nicht den, der aus Steinen Brot<br \/>\nund sich die Reiche dieser Welt gef\u00fcgig macht; sondern wir feiern<br \/>\nden Gottesknecht, der leidet, der verworfen wird, der ans Kreuz gebracht<br \/>\nwird und der stirbt. Der in keine Gottesvorstellung hineinpasst und der<br \/>\ngleichwohl und vielleicht gerade deshalb das Bild Gottes unter den Menschen<br \/>\nist: gegenw\u00e4rtig in Leid und Angst, in M\u00fchsal und im Scheitern<br \/>\nund auch noch in der Gottesferne: der tr\u00f6stende, barmherzige, der<br \/>\nauf uns wartende Gott. Paulus spricht von der Torheit nach den Ma\u00dfst\u00e4ben<br \/>\nmenschlicher Vernunft \u2013 wer w\u00fcrde sich einen solchen Gott ausdenken?<br \/>\nAber eben in dieser Torheit verbirgt sich Gottes Kraft. Paulus sagt nicht<br \/>\nGottes Weisheit, der wir nur auf die Spur kommen m\u00fcssten, sondern<br \/>\ner spricht von der Gotteskraft, d. h. von dem, was uns aufrichtet und<br \/>\nst\u00e4rkt und am Leben h\u00e4lt und das wir mit dem Herzen begreifen.<\/p>\n<p>Das Bekenntnis zu Christus ist das Bekenntnis zu dem Gekreuzigten und<br \/>\nAuferstandenen, und Leben in seiner Nachfolge ist Teilhabe an seinem Weg:<br \/>\nin dem Verzicht auf Weltl\u00e4ufigkeit und Glanz, d. h. dass ich in der<br \/>\nNachfolge Jesu mit Unverst\u00e4ndnis und Geringsch\u00e4tzung und manchem<br \/>\nm\u00fcden L\u00e4cheln rechnen muss; wir erleben das ja, wie kirchliche<br \/>\nEinstellungen zwar zu Wort kommen in der \u00d6ffentlichkeit, aber sie<br \/>\ngelten nicht viel; die Kirche ist gefragt als Tr\u00e4gerin sozialer Aktivit\u00e4ten,<br \/>\naber darin soll sie religi\u00f6s nach M\u00f6glichkeit neutral bleiben<br \/>\nund keinesfalls missionarisch wirken. Die Verk\u00fcndigung der Kirche,<br \/>\nihre Botschaft ist wenig gefragt, findet kaum \u00f6ffentliches Interesse,<br \/>\nist zur reinen Privatsache geworden und wenn jemand von der Nachfolge<br \/>\nJesu spricht und damit sein Verhalten und seine Einstellungen begr\u00fcndet,<br \/>\nkann es ihm leicht passieren, dass man in ihm ein Mitglied einer etwas<br \/>\nweltfremden Gemeinschaft oder gar einer Sekte sieht. Man wei\u00df nicht,<br \/>\nwas das ist: Nachfolge Jesu und in der Nachfolge Teilhabe an seinem Weg.<br \/>\nWissen wir es?<\/p>\n<p>Die Nachfolge Jesu hat ihren Ernst, weil Jesus selbst sie in den Zusammenhang<br \/>\nseines Leidens stellt. Um dieses Zusammenhangs willen ist Nachfolge mehr<br \/>\nals eine Gesinnung oder eine Einstellung, sie ist eine Haltung, Lebensentscheidung<br \/>\nf\u00fcr Christus, christliche Existenz. Und es ist wie eine Warnung an<br \/>\njeden, der das Leiden Jesu ausklammern will aus seinem Glauben, wenn Jesus<br \/>\nsagt: \u201eWer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme<br \/>\nsein Kreuz auf sich und folge mir nach.\u201c Niemand wird gezwungen,<br \/>\naber wer sich in die Nachfolge Jesu begibt, der begibt sich auf seinen<br \/>\nWeg. Es ist der Weg zum Leben. Daran l\u00e4sst Jesus keinen Zweifel,<br \/>\naber diesen Lebensgewinn erf\u00e4hrt nur, wer preisgibt, was er hat,<br \/>\nund sich ganz dem anvertraut, der durch sein Kreuz das Leben schafft.<br \/>\nDietrich Bonhoeffer spricht in diesem Zusammenhang von der \u201eteuren<br \/>\nGnade\u201c, die allein in der Nachfolge erfahren wird und die so leicht<br \/>\nunter Wert gehandelt wird, eben als billige Gnade, wo wir f\u00fcr uns<br \/>\nselbst und insgesamt in der Kirche Christsein zu erm\u00e4\u00dfigten<br \/>\nBedingungen f\u00fcr m\u00f6glich halten und in Anspruch nehmen. (Dietrich<br \/>\nBonhoeffer, Nachfolge, 6. Aufl. 1958, S. 1 ff.) \u201eGott nimmt dich<br \/>\nso an, wie du bist\u201c ist eine solche moderne Halbwahrheit, mit der<br \/>\nwir uns und anderen das Evangelium begreiflich machen wollen.<\/p>\n<p>Manchmal, wenn ich nachmittags in einer unserer gro\u00dfen Einkaufsstra\u00dfen<br \/>\ndie vielen Menschen sehe, die da unterwegs sind, denke ich: Gott meint<br \/>\nsie alle mit seiner Liebe, mit dem Evangelium, mit dem Kreuz Christi:<br \/>\nAlte und Junge, Gesunde und Kranke, die Traurigen und die Fr\u00f6hlichen,<br \/>\ndie Kauflustigen und die, die sich das alles gar nicht leisten k\u00f6nnen,<br \/>\ndie Bepackten und die mit leichtem Gep\u00e4ck, M\u00e4nner und Frauen,<br \/>\nGl\u00e4ubige und Ungl\u00e4ubige. Gott meint sie alle, ohne Unterschied,<br \/>\ner sortiert sie nicht und er sucht sich keinen besonders heraus.<\/p>\n<p>Gott sagt bedingungslos Ja zu mir, das ist ja wahr. Aber Gottes Ja zu<br \/>\nmir realisiert sich doch als Ruf zur Umkehr, zur Bu\u00dfe. Eben nicht:<br \/>\nWeiter so! Sondern. \u201eWer mir nachfolgen will, der verleugne sich<br \/>\nselbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.\u201c Also radikale<br \/>\nInfragestellung dessen, der ich bin oder der zu sein ich glaube, und Umkehr<br \/>\nzu Jesus. Und es n\u00fctzt \u00fcberhaupt nichts, diesen Ruf in die Nachfolge<br \/>\ngleichsam auszuklammern und so Menschen auf billige Weise eben um die<br \/>\nErfahrung der Nachfolge Jesu bringen, was ja tats\u00e4chlich die Erfahrung<br \/>\nder Bu\u00dfe ist und dadurch die Erfahrung von Freiheit und Erneuerung<br \/>\nmeines Lebens: Wer sein Leben erhalten will \u2013 auch vor Gott erhalten<br \/>\nwill, indem er daran festh\u00e4lt: ich bin so wie ich bin und so will<br \/>\nich auch bleiben \u2013 also: Wer sein Leben erhalten will, der wird<br \/>\nes verlieren. Und er wird nicht erfahren, was die Wahrheit der Verhei\u00dfung<br \/>\nJesu ist: Wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums<br \/>\nwillen, d. h. wer auf Christus setzt und dem Evangelium glaubt, der wird<br \/>\ndas Leben gewinnen. Tugenden wie Selbstvertrauen, Selbstsicherheit, Selbstzufriedenheit<br \/>\nund Selbstbewusstsein werden infrage gestellt, sofern sie unser Selbstwertgef\u00fchl<br \/>\nund unsere Selbstbehauptung vor Gott beschreiben sollen, und an die Stelle<br \/>\ndes Selbst tritt Christus, auf den ich mich vor Gott berufe. Dass ich<br \/>\njedenfalls vor Gott ehrlich bin und weder ihm noch mir selbst etwas vorzumachen<br \/>\nversuche. Ehrlich vor Gott: Dass wir nicht festhalten an einem ganz bestimmten<br \/>\nBild von uns, einer Art Wunschvorstellung, und wir wissen im Grunde doch<br \/>\nganz genau, dass wir tats\u00e4chlich gar nicht so sind. Wer Gott sein<br \/>\nHerz nicht ehrlich \u00f6ffnet, wird nie ganz erfahren, wer Gott ist.<\/p>\n<p>Ehrlich vor Gott: in einem Gebetbuch, das vor ziemlich genau f\u00fcnfzig<br \/>\nJahren auf den Markt kam, las ich den folgenden Dialog zwischen einem<br \/>\nBeter und Gott: \u201eHerr, h\u00f6rst du mich? Ich leide entsetzlich.<br \/>\nVerriegelt in mir selbst, Gefangener meiner selbst, h\u00f6re ich nichts<br \/>\nals meine eigene Stimme, sehe nichts als mich selbst, und hinter mir gibt<br \/>\nes nur Leiden. Herr, h\u00f6rst du mich? Befreie mich von meinem Leib,<br \/>\n\u2026 befreie mich von meinem Herzen, \u2026 befreie mich von meinem<br \/>\nGeist\u2026. Herr, h\u00f6rst du mich?\u201c Und Gott antwortet: \u201eKind,<br \/>\nich habe dich geh\u00f6rt. Du jammerst mich. Schon lange sehe ich deine<br \/>\nverschlossenen Fensterl\u00e4den: Mach sie doch auf, mein Licht wird dich<br \/>\nerleuchten. Schon lange stehe ich vor deiner verschlossenen T\u00fcre:<br \/>\nTu sie doch auf, du wirst mich auf der Schwelle finden. Ich erwarte dich,<br \/>\ndie anderen erwarten dich, aber du musst aufmachen, aber du musst dich<br \/>\nvon dir freimachen.\u201c (Michel Quoist, Herr, da bin ich, 27. Aufl.<br \/>\n1962, S. 129 ff.)<\/p>\n<p>Freiwerden von sich selbst: Der Ruf Jesu in seine Nachfolge ist sein<br \/>\nRuf in diese Freiheit. Paulus spricht von der herrlichen Freiheit der<br \/>\nKinder Gottes, wo die M\u00fchen der Verg\u00e4nglichkeit aufgehoben sind<br \/>\nin der Gewissheit der Gegenwart Gottes, die uns das neue Leben schenkt.<\/p>\n<p>Bei aller Verhei\u00dfung von Freiheit und neuem Leben \u2013 ist das<br \/>\nalles letztlich nicht doch eine sehr d\u00fcstere Perspektive: Leiden,<br \/>\nTod, Selbstaufgabe, Lebensverlust, Vertr\u00f6stung auf eine nicht \u00fcberpr\u00fcfbare<br \/>\nWirklichkeit jenseits eines Lebens im Hier und Jetzt? Typisch christlich,<br \/>\nh\u00f6re ich manchen sagen, und gemeint ist: weltfremd, pessimistisch,<br \/>\ndepressiv. Und da ist ja etwas dran: Die Welt, in der wir leben, reden<br \/>\nwir uns leicht zurecht als Jammertal mit Elend, Hunger, Leiden, Krieg,<br \/>\nScheitern, Schuld usw. Als ob wir nicht auch gern in dieser Welt lebten,<br \/>\nals ob es nicht auch so etwas wie unbefangene Lebensfreude und unverstelltes<br \/>\nLebensgl\u00fcck darin g\u00e4be oder auch Erfolge und Ideale, die f\u00fcr<br \/>\nuns, f\u00fcr unser Zusammenleben wichtig sind. Und das m\u00fcssen wir<br \/>\nvor Gott nicht verstecken und so tun, als sei das alles angesichts des<br \/>\nReiches Gottes gar nicht erlaubt.<\/p>\n<p>Und in diesem Zusammenhang stellt sich dann auch die andere Frage, die<br \/>\nmit der Leidensank\u00fcndigung Jesu verbunden ist: Warum ist das eigentlich<br \/>\nso und warum will Gott das? \u201eDer Menschensohn muss viel leiden und<br \/>\nverworfen werden und get\u00f6tet werden.\u201c Das kann er sich also<br \/>\nnicht aussuchen, sondern so will es Gott. Braucht der den Tod eines Menschen?<br \/>\nUnd warum gerade den Tod dieses Menschen Jesus? Warum nicht eines anderen,<br \/>\nz. B. Barrabas? Der war ohnehin dran. Aber h\u00e4tte es nicht \u00fcberhaupt<br \/>\nauch ohne Blut abgehen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Das sind nicht etwa moderne Fragen. Petrus fragt so. Das kann doch nicht<br \/>\nsein, wendet er ein: Eben noch hat er Jesus als den Christus identifiziert,<br \/>\nd. h. den von Gott zur Erl\u00f6sung Israels verhei\u00dfenen Messias.<br \/>\nNicht Name ist der Begriff hier, sondern Titel: Der Christus, verhei\u00dfen,<br \/>\nerwartet, geglaubt. Verborgen, gewiss; warum haben die J\u00fcnger das<br \/>\neigentlich nicht fr\u00fcher schon entdeckt und nicht erst jetzt, sozusagen<br \/>\nim letzten Augenblick? Aber jetzt ist es ihnen klar geworden: Jesus ist<br \/>\nder Christus, offenbar und unverkennbar. Endlich! Und Petrus spricht es<br \/>\naus f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Und dann solch unsinniges Zeug: Leiden und Tod. Petrus h\u00e4lt dagegen,<br \/>\nsetzt seine Vernunft gegen das Gottesgeschehen: Das kann doch nicht sein,<br \/>\ndas w\u00e4re nicht sinnvoll. Steht dieser Jesus nicht unmittelbar vor<br \/>\ndem Durchbruch? Was also soll diese Rede von Leiden und Tod? Petrus ruft<br \/>\nJesus gleichsam zur Vernunft und es kommt zu einem \u00e4u\u00dferst<br \/>\nheftigen Disput zwischen beiden. Jesus bedroht diesen Erzj\u00fcnger:<br \/>\n\u201eGeh weg von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was g\u00f6ttlich,<br \/>\nsondern was menschlich ist.\u201c D. h.: Du hast \u00fcberhaupt nicht<br \/>\nbegriffen, worum es geht und worauf es jetzt ankommt. Darin ist Petrus<br \/>\ndem Satan gleich, dass er der Vernunft das Wort redet. Das tut der Teufel<br \/>\nimmer, in der Bibel genau so wie in Goethes Faust; der redet nicht unvern\u00fcnftig,<br \/>\nder kann auch Gott verneinen mit Gr\u00fcnden der Vernunft. Nicht, dass<br \/>\ndie Vernunft an sich vom Teufel w\u00e4re; im Gegenteil: ich w\u00fcnschte<br \/>\nmir oft genug mehr Vernunft im privaten und im politischen Alltag und<br \/>\nweniger Beharren auf vorgefassten Meinungen und ideologischen Besetzungen.<br \/>\nNur: der Satan redet gern vern\u00fcnftig daher und wenn es sein muss<br \/>\nauch fromm, wie die Geschichte von der Versuchung Jesu zeigt \u2013 und<br \/>\nsteht nicht ein f\u00fcr sein Wort. Und darum ist es ohne Verhei\u00dfung.<br \/>\nDas Tun \u00fcberl\u00e4sst er uns \u2013 und l\u00e4sst uns allein mit<br \/>\nden Folgen unserer Tat. Das ist der Unterschied zwischen Gott und Satan:<br \/>\nGott steht ein f\u00fcr sein Wort. Und f\u00fcr uns. Und das ist seine<br \/>\nVerhei\u00dfung in seinem Wort.<\/p>\n<p>Der Weg Jesu lernt sich schwer. Nat\u00fcrlich kann man alle diese Fragen<br \/>\nnach der Vernunft im Handeln Gottes stellen \u2013 und h\u00e4lt sich<br \/>\ndamit Gott auf Distanz. Und man vergisst, wie sehr man selbst involviert<br \/>\nist in dieses Tun Gottes: Ich selbst steck ja mitten drin in dieser Geschichte,<br \/>\nbin verstrickt in das, was da geschieht: mit Eigensinn und Schuld und<br \/>\nfaktischer Gottesleugnung. Es geht um mich: Damit ich begreife, wohin<br \/>\nich geh\u00f6re, damit ich eine Zuflucht habe aus der Verg\u00e4nglichkeitserfahrung,<br \/>\naus Lebensangst und Lebens\u00fcberdruss, aus Selbtzweifel und diesem<br \/>\newigen Zwang zur Selbstbehauptung. Und damit ich Quelle und Grund meiner<br \/>\nLebensfreude und meiner Zuversicht entdecke und darin meine Gewissheit<br \/>\nhabe und eine verl\u00e4ssliche Perspektive. Gott l\u00e4sst das alles<br \/>\nja nicht geschehen, um sich damit zu rechtfertigen und klar zu machen,<br \/>\ndass in jedem Fall er das Sagen hat. Sondern das l\u00e4sst Gott geschehen,<br \/>\num uns zu rechtfertigen, um gegen unsere Gottvergessenheit diese Gotteserinnerung<br \/>\nzu stellen, \u00fcber alle Vernunft der Gnade zum Durchbruch zu verhelfen<br \/>\nund uns eine Gottesanschauung zu geben: fremd und unheimlich \u2013 und<br \/>\nuns doch so nah: \u201eEr trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere<br \/>\nSchmerzen\u2026auf dass wir Frieden h\u00e4tten und durch seine Wunden<br \/>\nsind wir geheilt.\u201c hei\u00dft es beim Propheten Jesaja. Darauf<br \/>\nkommt es also an: Sich selbst in dieser Geschichte zu entdecken und dem<br \/>\nnicht auszuweichen. Und dann wird man begreifen, warum es geschieht und<br \/>\nwarum es so geschieht. Es ist Gott ernst mit uns. Darum geht es.<\/p>\n<p>Erstaunlich genug, dass die christliche \u00dcberlieferung die Erinnerung<br \/>\nan diese schroffe Auseinandersetzung zwischen Jesus und Petrus nicht nur<br \/>\nbewahrt, sondern ihr sogar eine zentrale Stellung im Gesamtzusammenhang<br \/>\ndes Evangeliums zugewiesen hat: am Anfang des Passionsberichtes. Und zwar<br \/>\nnicht als Bericht \u00fcber den Irrtum eines Menschen \u00fcber Jesus,<br \/>\nan dem dieser dann schlie\u00dflich gescheitert w\u00e4re, sondern als<br \/>\nBericht \u00fcber den Willen Gottes, durch den sich erf\u00fcllt, was<br \/>\ner verhei\u00dfen hat und worauf die Menschheit wartet.<\/p>\n<p>Christus tritt zwischen Mensch und Gott, er ist der Mittler, nicht der<br \/>\nVermittler, der, selbst unbeteiligt, einen Konflikt moderiert; er bringt<br \/>\nuns Gott nahe und setzt sich selbst dabei aufs Spiel. Ob das Ganze auch<br \/>\nanders h\u00e4tte gehen k\u00f6nnen? Ich wei\u00df es nicht. Und wenn<br \/>\nman seine Schwierigkeiten hat mit dem Opfer und dem Blut: Petrus hat es<br \/>\nnicht begriffen und die anderen wahrscheinlich auch nicht. Aber als sie<br \/>\nin dem Auferstandenen den Gekreuzigten erkannten, gab es f\u00fcr sie<br \/>\nkeinen Zweifel mehr: In ihm hat Gott Frieden mit uns gemacht. Und in diesem<br \/>\nFrieden bin ich geborgen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Friedrich-Otto Scharbau<br \/>\n<a href=\"mailto:F.O.Scharbau@t-online.de\">F.O.Scharbau@t-online.de <\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Estomihi | 2. M\u00e4rz 2003 | Mk 8,31\u201338 | Friedrich-Otto Scharbau | Liebe Gemeinde, das Bekenntnis zu Christus ist das Bekenntnis zu dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Nicht nur zum Auferstandenen, sondern eben zum Gekreuzigten und Auferstandenen. 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