{"id":9363,"date":"2003-03-07T19:49:46","date_gmt":"2003-03-07T18:49:46","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9363"},"modified":"2025-04-27T14:12:50","modified_gmt":"2025-04-27T12:12:50","slug":"markus-8-35-36","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-8-35-36\/","title":{"rendered":"Markus 8, 35-36"},"content":{"rendered":"<h3 align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">Estomihi | 2. M\u00e4rz 2003 | Markus 8, 35-36 | Hansj\u00f6rg Biener |<\/span><\/b><\/h3>\n<p align=\"left\">Wenn drau\u00dfen herrscht auch Faschingstreiben \/ muss ich doch etwas ernster bleiben.<br \/>\nGereimt wird hier ganz ohne Zoten \/ und ohne Blick auf Einschaltquoten.<br \/>\nAn diesem Ort wird nachgedacht, \/ was man aus seinem Leben macht.<br \/>\nDer Horizont wird stets geweitet, \/ wenn man von Gottes Wort begleitet.<br \/>\nDer Sonntag vor der Fastenzeit \/ h\u00e4lt stets den Gegentext bereit<br \/>\nund l\u00e4sst im Reim die Wahrheit sagen, \/ weil sie so besser zu ertragen.<br \/>\nWer hierher kommt, hat seinem Leben \/ von Gott her einen Sinn gegeben.<br \/>\nDas hilft viel weiter als drei Tage. \/ Ohne Frage!<\/p>\n<p>Es hatte einst dies R\u00e4tselwort \/ im Leben Jesu seinen Ort:<br \/>\nWer sein Leben erhalten will, der wird\u2019s verlieren;<br \/>\nund wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen,\u00a0der wird\u2019s erhalten.<br \/>\nDenn was h\u00fclfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gew\u00f6nne<br \/>\nund n\u00e4hme an seiner Seele Schaden? (Markus 8, 35-36)<\/p>\n<p>Es spricht hier Jesus von Gefahren, \/ die damals schon bedrohlich waren<\/p>\n<p>und immer noch gef\u00e4hrlich sind, \/ wenn jemand alle Welt gewinnt<br \/>\nund nimmt doch Schaden an der Seele, \/ weil ihm im Innern etwas fehle.<br \/>\nDamit wir dies f\u00fcr uns verstehn, \/ will ich vier Felder kurz begehn<br \/>\nDas Showbiss und den schnellen Ruhm, \/ den Umgang mit dem Eigentum,<br \/>\ndie Sch\u00f6nheit und die Eleganz, \/ der Mediziner Brillanz.<br \/>\nHier ist die \u201cSeele\u201d sehr gef\u00e4hrdet \/ und wird am Schluss\u00a0brutal geerdet,<br \/>\nwenn Menschen wenden ihren Sinn \/ allein (!) auf solche Dinge hin.<\/p>\n<p>Es g\u00e4be auch noch andre Themen, \/ doch kann man ja nicht alle nehmen.<\/p>\n<p>Ein f\u00fcnftes Thema spar ich (!) aus: \/ Es kam kein hilfreich Wort\u00a0heraus.<br \/>\nWo Zorn und Trauer mich bewegen, \/ hab ich zur Predigt keinen Segen.<br \/>\nDenn zu den zweigesicht\u2019gen Gaben \/ geh\u00f6rt es, gro\u00dfe\u00a0Macht zu haben.<br \/>\nDer eine kam an sie durch Wahl, \/ Saddam hingegen durch den Stahl,<br \/>\nden er auf seine Leute wendet, \/ bis man sein Tun einmal beendet.<br \/>\nEs bringt die Kriegsangst gro\u00dfe Massen \/ von Menschen wieder auf\u00a0die Gassen.<br \/>\nDie Fragen sind sehr kompliziert. \/ Das schnelle Wort sich leicht verirrt.<\/p>\n<p>Damit mein Ziel ich nicht verfehle, \/ frag ich zun\u00e4chst: \u201cWas\u00a0ist die Seele?\u201d<\/p>\n<p>1. Die Seele<\/p>\n<p>In fr\u00fchren Zeiten sagt man gern: \/ Die Seele ist des Menschen Kern.<br \/>\nDie Seele ist die Kraft zum Leben, \/ die Gott den Menschen hat gegeben.<\/p>\n<p>Doch auch die Gegenposition \/ vertreten Menschen lange schon.<br \/>\nDie Seele sei Erfindung nur, \/ der Mensch sei ganz und gar Natur.<br \/>\nSobald die Menschen man sezierte \/ und \u00fcber Innerein sinnierte,<br \/>\nkam immer mehr man zu dem Schluss, \/ dass man sie wohl vergessen muss.<br \/>\nEs scheint zu fehlen das Organ, \/ in dem die Seele leben kann.<br \/>\nSo hat der menschliche Verstand \/ aus Herz und Hirn sie weg verbannt<\/p>\n<p>Die Seele h\u00e4tten Theologen \/ aus Machtgel\u00fcsten sich erlogen.<br \/>\nMit Himmelslust und Angst vor H\u00f6lle \/ sei man gewesen stets zur Stelle.<br \/>\nGehorsam sei ja jederzeit, \/ wer Angst hat um die Ewigkeit.<br \/>\nDoch wenn\u2019s die Ewigkeit nicht gibt, \/ kann man so tun, wie es beliebt.<br \/>\nUnd als man sp\u00fcrt die eigne Kraft, \/ hat Gott man gleich mit abgeschafft.<br \/>\nNat\u00fcrlich kann\u2019s Probleme geben, \/ wenn Lebenskrisen wir erleben.<br \/>\n\u201cWer bin ich denn? Wo will ich hin? \/ Womit geb ich mir einen Sinn?\u201d<br \/>\nWo Gott nicht mehr ein guter Vater, \/ sucht man den Vater im Psychiater.<\/p>\n<p>Die Seele ist ein altes Wort, \/ doch hat sie kaum noch einen Ort:<br \/>\nIn der modernen Wissenschaft \/ man kaum noch etwas mit ihr schafft.<br \/>\nBleibt Anerkennung ihr verwehrt, als neues Wort sie wiederkehrt.<br \/>\nWoher kommt die \u201cIdentit\u00e4t\u201d, \/ woher denn Kontinuit\u00e4t?<br \/>\nIch kann die Diskussion nicht f\u00fchren, \/ doch meine Position markieren:<br \/>\nF\u00fcr unsre Zwecke wird\u2019s gen\u00fcgen, \/ spricht man von \u201cSeele\u201d\u00a0in Bez\u00fcgen,<br \/>\nnicht nur zu Gott und Menschen nur, \/ auch zu sich selbst und zur Natur.<br \/>\nF\u00fcr mich ist wichtig der Aspekt, \/ dass eins das andre nicht verdeckt.<\/p>\n<p>Vier Themen hatte ich versprochen, \/ wo Seelen allzu leicht zerbrochen:<\/p>\n<p>2.1 Das Showbusiness und sein Umgang mit der Bekanntheit<\/p>\n<p>Es sucht das Land den Superstar. \/ Manch einer glaubt, sein Traum wird\u00a0wahr,<br \/>\nund l\u00e4sst sich auf das Casting ein \/ und f\u00e4llt nur auf die Macher\u00a0rein.<br \/>\nMan denkt, man wird jetzt profiliert. \/ Tats\u00e4chlich &#8211; wird man vorgef\u00fchrt.<br \/>\nDer Daniel glaubt, dass er sich \u201cmacht\u201d, \/ &#8211; und wird von\u00a0vielen ausgelacht.<br \/>\nVon Bayern in die weite Welt, \/ so hat er sich das vorgestellt.<br \/>\nEr rechnet sich als Vorzug an, \/ dass er noch gar nicht singen kann.<br \/>\nWer denkt, er hat die Fans gepachtet \/ und klare Worte noch verachtet,<br \/>\nhat schlie\u00dflich auch in Eggenfelden \/ am Ende nicht mehr viel zu\u00a0melden<\/p>\n<p>Die Judith ist nicht mehr dabei, \/ seit 4. 1. ist sie frei.<br \/>\nSehr viele dachten, sie wird siegen, \/ doch ist sie selber ausgestiegen.<br \/>\nSie sagt in einem Interview: \/ \u201cIch schau mir manchmal selber zu,<br \/>\nund merke, wie ich mich verwandle \/ und nicht mehr so wie bisher handle.<br \/>\nIch sp\u00fcre: &#8222;So will ich nicht sein. \/ Das greift zu tief ins\u00a0Leben ein.\u2019<br \/>\nDer Rummel ist schon ein Erlebnis, \/ doch gibt\u2019s f\u00fcr mich nur\u00a0ein Ergebnis:<br \/>\nWer nur noch fragt, &#8222;Wie komm ich an?\u2019, \/ sich selber nicht\u00a0behaupten kann.\u201d<br \/>\nUnd so die Frau aus Wiedenbr\u00fcck \/ macht\u2019s f\u00fcr sich richtig,\u00a0tritt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>So mancher glaubt, er wird ein Star, \/ und bleibt im Grunde austauschbar.<br \/>\nBig Brother und die Casting-Show, \/ macht das die Seele wirklich froh?<br \/>\nMan kommt zur\u00fcck aus dem Container \/ und braucht dann einen Seelen-Trainer.<br \/>\nEgal die Menschen, Wurscht die Themen, \/ die Sender f\u00fcr die Talkshows\u00a0nehmen.<br \/>\nKurz ist man in die H\u00f6h geflogen, \/ weil andere die Strippen zogen.<br \/>\nTritt man dann aus dem Rampenlicht \/ wird wieder man zum kleinen Wicht.<br \/>\nProfil gewinnt man nur privat, \/ wenn man den Alltag vor sich hat.<br \/>\nWenn dort die Menschen einen m\u00f6gen, \/ ist das ein unsch\u00e4tzbarer\u00a0Segen.<\/p>\n<p>Dies zu Problemen mit dem Ruhm, \/ und nun komm ich zum Eigentum:<\/p>\n<p>2.2 Die Schickeria und der Umgang mit dem Reichtum<\/p>\n<p>\u201cGeld macht nicht gl\u00fccklich\u201d, sagt man gerne. \/ Doch\u00a0arm ist dran, wem es ist ferne.<br \/>\nSo ist als erstes zuzugeben: \/ Wir brauchen es zum \u00dcberleben.<br \/>\nMan braucht es f\u00fcr die Wohnungsmieten \/ und, um den Kindern was zu\u00a0bieten.<br \/>\nSelbst kleine W\u00fcnsche kommen teuer. \/ Auf alles gibt es Mehrwertsteuer.<br \/>\nIn Deutschland jedenfalls ist\u2019s so. \/ Drum wird ein armer Mann nicht\u00a0froh<br \/>\nund tr\u00e4umt im Lotto von Millionen \/ und hofft, so w\u00fcrd sichs\u00a0Leben lohnen.<br \/>\nDoch mancher wurde \u00fcber Nacht \/ durch den Gewinn ums Gl\u00fcck gebracht.<br \/>\nManch einer zeigt nun sch\u00f6nen Schein \/ und hat doch viel mehr Schein\u00a0als Sein.<\/p>\n<p>Was hilft es einem reichen Mann, \/ wenn er nicht mehr normal sein kann,<br \/>\nwenn man sich reichlich kapriziert \/ und Nerven andrer strapaziert.<br \/>\nDas Essen muss vom Feinsten sein, \/ nur beste Kleidung kauft man ein.<br \/>\nMan stellt zur Schau die ganze Pracht \/ und feiert durch die ganze Nacht.<br \/>\nWer heute ein Hotel zerlegt, \/ damit sogar den Ruf noch pflegt.<br \/>\nDabei w\u00e4r man vor 50 Jahren \/ viel strenger noch mit ihm verfahren.<br \/>\nEin solcher Gast flog fr\u00fcher raus \/ und kam nie mehr in dieses Haus.<br \/>\nMan macht nach au\u00dfen gro\u00df Theater \/ und braucht nach innen\u00a0den Psychiater.<\/p>\n<p>Es hilft nun leider mal nicht allen, \/ dass Geld ist ihnen zugefallen.<br \/>\nDer Reiche hat zwar ausgesorgt, \/ doch seine Seele nur geborgt.<br \/>\nWenn er verkennt der Seele Wert, \/ sich Gl\u00fcck in Ungl\u00fcck schnell\u00a0verkehrt.<br \/>\nEr jettet rund um diese Welt \/ und sucht etwas, was wirklich z\u00e4hlt.<br \/>\nEr sucht ein echtes Gl\u00fcckserlebnis \/ und kommt doch niemals zum Ergebnis.<br \/>\n\u201cMein Haus, mein Flugzeug, meine Jacht, \/ und doch nichts, was mich\u00a0gl\u00fccklich macht.\u201d<br \/>\nSo mancher ist zwar gut betucht, \/ doch seine Seele andres sucht.<br \/>\nDann kommt es, dass man alles hat \/ und hat doch auch das Leben satt.<\/p>\n<p>Im selben Satz, das ist bekannt, \/ wird \u201creich\u201d und \u201csch\u00f6n\u201d\u00a0oftmals genannt.<\/p>\n<p>2.3 Die Modewelt und der Umgang mit der Sch\u00f6nheit<\/p>\n<p>Auch Sch\u00f6nheit kann viel Freude machen, \/ geh\u00f6rt zugleich mit\u00a0zu den Sachen,<br \/>\ndie in sich sind ambivalent, \/ wie man am eignen Leibe kennt.<br \/>\nDer sch\u00f6ne K\u00f6rper wird begehrt. \/ Der, den man hat, scheint\u00a0ganz verkehrt.<br \/>\nFrau m\u00f6chte gern wie Claudia sein \/ und tr\u00e4umt sich in die Heidi\u00a0rein.<br \/>\nDie sch\u00f6ne neue Medizin \/ sagt: \u201cKein Problem, das kriegt man\u00a0hin.\u201d<br \/>\nMit ein paar Beuteln Silikon \/ hofft sie darauf, dass damit schon<br \/>\nman vorw\u00e4rts kommt zum Lebensgl\u00fcck. \/ In Wahrheit ist\u2019s\u00a0ein Schritt zur\u00fcck.<br \/>\nDenn was zum Vorbild man genommen, \/ ist selber auf den Hund gekommen.<\/p>\n<p>Wenn Models \u00fcber Stege laufen, \/ sie oft mehr als ein Kleid verkaufen.<br \/>\nVon Mode kaum noch eingepackt \/ zeigt man die jungen Frauen nackt.<br \/>\nEin Hauch von nichts, das soll sie kleiden, \/ wenn sie an Eisesk\u00e4lte\u00a0leiden.<br \/>\nMan l\u00e4sst sie auf dem Catwalk\/Laufsteg laufen \/ und hinten Schnaps\u00a0und Whisky saufen.<br \/>\nSie m\u00fcssen immer pr\u00e4sentieren \/ und f\u00fcr das Publikum posieren.<br \/>\nDas Publikum noch Beifall patscht, \/ wenn manche auf den Boden klatscht.<br \/>\nUnd war sie Nacht f\u00fcr Nacht auch flei\u00dfig, \/ es ist vorbei,\u00a0ist sie erst drei\u00dfig.<br \/>\nMit Koks und Drogen vollgepumpt \/ ist manche lange Nacht verlumpt.<\/p>\n<p>Auch Frau den Mann taxiert und misst, \/ ob er gut anzusehen ist.<br \/>\nIm Fitness-Studio er sich qu\u00e4lt \/ und seinen Body\/K\u00f6rper formt\u00a0und st\u00e4hlt.<br \/>\nSo hat er es nicht l\u00e4nger besser, \/ legt sich f\u00fcr Sch\u00f6nheit\u00a0unters Messer<br \/>\nund l\u00e4sst sich seinen Bauch absaugen \/ und liften Ringe um die Augen.<br \/>\nDer Mann schluckt den Spezialdrag\u00e9e \/ damit er st\u00e4ndig auf\u00a0der H\u00f6h<br \/>\nund immer seine Leistung bringt, \/ wenn er um mehr Beachtung ringt.<br \/>\nDoch je mehr Pillen einer nimmt, \/ so mehr wird er auch fremdbestimmt,<br \/>\nwo der Hormon-Mix wirkt nur st\u00e4rker, \/ kommt jede Freiheit in den\u00a0Kerker.<\/p>\n<p>Gesundheit ist ein hohes Gut, \/ das manchen heut verf\u00fchren tut:<\/p>\n<p>2.4 Die Medizin und der Umgang mit der Gesundheit<\/p>\n<p>Man fragt sich manchmal dieser Zeit, \/ ob heut noch gilt der alte Eid,<br \/>\nder Kranke sollte einst besch\u00fctzen: \/ \u201cWir \u00c4rzte wolln<br \/>\ndem N\u00e4chsten n\u00fctzen!\u201d<br \/>\nDoch kommen Spritzer auf die Weste, \/ wenn mancher sucht f\u00fcr sich\u00a0das Beste.<br \/>\nDie Beitragszahler es kaum fassen, \/ wenn \u00c4rzte pl\u00fcndern Krankenkassen.<br \/>\nIn diesem Jahr wird viel geboten: \/ Rezepte f\u00fcr die lange Toten.<br \/>\nEs kommt aus China das Gebiss. \/ Die Kunden nennen das Betrug.<br \/>\nWas man bisher von Tieren kennt, \/ man als Erfolg bei Menschen nennt:<br \/>\nEs spricht dem Lebenslauf doch Hohn, \/ kommt mit 60 das Baby, mit 20 der\u00a0Klon.<\/p>\n<p>Ein Anatom will etwas gelten \/ und stellt zur Schau die K\u00f6rperwelten.<br \/>\nNur M\u00fcnchen hat sich vorgewagt \/ und zun\u00e4chst einmal Nein gesagt:<br \/>\n\u201cWer h\u00e4tt als Spender dran gedacht, \/ dass man ein Schauspiel\u00a0aus ihm macht!\u201d<br \/>\nMit R\u00fccksicht auf die Piet\u00e4t \/ sagt M\u00fcnchen, dass das so\u00a0nicht geht.<br \/>\nDass hier jetzt niemand \u201ctypisch!\u201d denkt! \/ Die Stadt ist\u00a0SPD-gelenkt.<br \/>\nVon Hagens teilt die Ansicht nicht \/ und zieht die M\u00fcnchner vor Gericht.<br \/>\nJetzt wird die Schau doch durchgef\u00fchrt, \/ in Teilen leicht modifiziert.<br \/>\nMan nennt das Ganze nun \u201cdidaktisch\u201d \/ Oh, wie praktisch!<\/p>\n<p>Wie sehr das Bild vom Arzt sich wandelt, \/ zeigt, wie man ihn im Film\u00a0behandelt.<br \/>\nZum Arzt hat man nicht mehr Vertrauen. \/ Von ihm geht aus das gro\u00dfe\u00a0Grauen.<br \/>\nDer Arztfilm zeigt die neue Art: \/ Der Arzt ist zugleich Psychopath.<br \/>\nAls Hauptbeleg verweis ich Sie \/ auf Horror in \u201cAnatomie\u201d.<br \/>\nDer Mitmensch wird geringgeachtet \/ und zum Sezieren bald geschlachtet.<br \/>\nDer Kinofilm lief vor drei Jahren, \/ man wollte ihn sich nicht ersparen,<br \/>\nund, weil den ersten sahn Millionen, \/ soll nun ein zweiter Teil sich\u00a0lohnen.<br \/>\nSeit Februar ist er zu sehn. \/ Ich frag mich nicht, \u201cSoll ich hingehn?\u201d<\/p>\n<p>Vier Themen haben wir bedacht \/ und uns f\u00fcrs Fazit schlau gemacht:<\/p>\n<p>3. Fazit: Was die Seele pflegt<\/p>\n<p>Ob Ruhm, ob Sch\u00f6nheit oder Geld, \/ ob Wissen oder andres z\u00e4hlt,<\/p>\n<p>wenn deine Seele Gott nicht ehrt \/ sich Gutes in Gefahr verkehrt.<br \/>\nWas n\u00fctzt\u2019s, wenn du die Welt gewinnst, \/ und dich nicht auch\u00a0darauf besinnst:<br \/>\n\u201cVon wem ist diese Welt gekommen? \/ Von wem hab ich mein Sein genommen?\u201d<br \/>\nWenn Ruhm und Reichtum einen binden, \/ kann man darin nicht Leben finden.<br \/>\nWo Weisheit nicht das Wissen bindet, \/ man keine Orientierung findet.<br \/>\nWas das Genannte meist nicht schafft, \/ das schafft laut Jesus J\u00fcngerschaft.<br \/>\nDer Glaube gibt die Orientierung \/ f\u00fcr eine gute Lebensf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Zum Ruhm sagt er: Lass die All\u00fcren. \/ Bewusst soll man sein Leben\u00a0f\u00fchren,<br \/>\nnicht laut im Fernsehn, sondern leise \/ sich selber treu auf seine Weise.<br \/>\nWer nur von au\u00dfen wird geformt, \/ wird null-acht-f\u00fcnfzehn eingenormt.<br \/>\nDoch kann an einem fremden Wesen, \/ die eigne Sehnsucht nicht genesen.<br \/>\nBeim Reichtum sagt er: Pass mal auf. \/ Sonst nimmt das Unheil seinen Lauf.<br \/>\nManch einer kann im Gelde baden \/ und nimmt an seiner Seele Schaden.<br \/>\nDass man sich stellt zu seinen Jahren, \/ dass man im Leben ist erfahren,<br \/>\ndas (!) ist des Lebens Kapital, \/ sonst st\u00fcrzt man sich in tiefe\u00a0Qual.<\/p>\n<p>Die Sch\u00f6nheit, sagt er, ist schon wichtig, \/ doch strahlt die Sch\u00f6nheit\u00a0nur dann richtig,<br \/>\nwenn es der Seele auch gut geht \/ und sie nicht vor dem Kollaps steht.<br \/>\nDie Sch\u00f6nheit kommt von innen nur, \/ wenn man die Seele schickt zur\u00a0Kur.<br \/>\nLass sie mal spielen wie ein Kind, \/ damit sie neue Kraft gewinnt.<br \/>\nBeim Wissen sagt er: Lass Dir raten \/ und leiten dich in deinen Taten<br \/>\nvon Ethik und von der Moral, \/ sonst sorgt dein Wissen nur f\u00fcr Qual.<br \/>\nWenn Wissen macht dich \u00fcberheblich, \/ dann war die M\u00fche ganz\u00a0vergeblich,<br \/>\ndie man in dich hat investiert, \/ weil dein Verstand ist jetzt verf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wo man das Leben kann gestalten, \/ soll man an Gottes Wort sich halten.<br \/>\nund daran glauben unbeirrt, \/ dass Gottes Wille sichtbar wird.<br \/>\nDer Glaube hilft dir, zu verstehen, \/ l\u00e4sst dich mit deiner Seele\u00a0sehen.<br \/>\nMan sieht nur mit dem Herzen gut, \/ was sich und anderen besser tut.<br \/>\nWenn man sich stellt dem eignen Leben, \/ dann wird das etwas Gutes geben.<br \/>\nDoch woher kommt die Pr\u00e4gekraft, \/ die Gutes will und Gutes schafft?<br \/>\nDie Antwort darauf kann nur sein, \/ dass Gott tritt selber f\u00fcr uns\u00a0ein<br \/>\nund achtet auf die Menschenseele, \/ dass sie ihr Dasein nicht verfehle.<\/p>\n<p><strong>Dr. Hansj\u00f6rg Biener<br \/>\nNeulichtenhofstr. 7<br \/>\nDE-90461 N\u00fcrnberg<br \/>\n<a href=\"mailto:Hansjoerg.Biener@asamnet.de\">Hansjoerg.Biener@asamnet.de<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Estomihi | 2. 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