{"id":9367,"date":"2003-03-07T19:49:53","date_gmt":"2003-03-07T18:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9367"},"modified":"2025-04-27T14:20:00","modified_gmt":"2025-04-27T12:20:00","slug":"matthaeus-4-1-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-4-1-11\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 4, 1-11"},"content":{"rendered":"<h3 align=\"left\"><b><span style=\"color: #000099;\">Invokavit | <\/span><span style=\"color: #000099;\">9. M\u00e4rz 2003 | Matth\u00e4us 4, 1-11 | Friedrich Wintzer |<\/span><\/b><\/h3>\n<p align=\"left\"><strong>Zur Predigt<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Sonntag Invokavit beginnt im Kirchenjahr die Passionszeit. Jesus ist auf dem langen Weg nach Jerusalem bis zur Karwoche und Ostern. Im Anschlu\u00df an die Taufe durch Johannes d. T. war Jesus vergewissert worden, da\u00df er von Gott erw\u00e4hlt und zum \u201eSohn Gottes\u201c berufen sei. Wird Jesus bereit sein, den damit gegebenen Auftrag anzunehmen, auszuf\u00fchren, auch zu erleiden? Der Bericht von der dreifachen Versuchung Jesu beantwortet die Frage, ob Jesus die Erprobung so verstanden hat, da\u00df er seine Lebensaufgabe nach dem Willen Gottes erf\u00fcllen m\u00f6ge. Insofern ist diese dramatische Erz\u00e4hlung von der Versuchung Jesu die Schwelle zur kirchlichen Passionszeit. Die Reihenfolge der Versuchungen unterscheidet sich bei Mt und Lk. Mt. setzt einen theologischen Akzent auf das erste Gebot.- Das F\u00fcrbittengebet wird hier nicht im voraus formuliert. Es sollte an Invokavit die dann herrschende Situation der politischen Weltlage ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Predigt<\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><strong>I.<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Aschermittwoch hat vor einigen Tagen die Passionszeit begonnen. Es sind seitdem noch 40 Tage bis Karfreitag und Ostern. Die \u00e4ltere Kirche hat diese knapp sechs Wochen als eine Zeit angesehen, in der Christen sich durch Fasten vorbereiten sollen. Diese Wochen dienten der Besinnung auf den christlichen Glauben. Bei der t\u00e4glichen Nahrungsaufnahme sollte Verzicht ge\u00fcbt werden. Christen wollten sich nicht ablenken lassen durch weltliche Gen\u00fcsse. Auch in unserer evangelischen Kirche gibt es Mitchristen, die in den kommenden Wochen sich ein Sparprogramm f\u00fcr Essen und Trinken vornehmen; zumal solche Formen des Verzichts f\u00fcr die Gesundheit f\u00f6rderlich sind.<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Jahrhunderten wurden denjenigen Menschen, die stark gegen einige der 10 Gebote versto\u00dfen hatten, Kirchenbu\u00dfen auferlegt. Sie wurden z.B. in Gallien aus der Versammlung der christlichen Gemeinde f\u00fcr eine bestimmte Zeit ausgeschlossen und erhielten zu Beginn der vor\u00f6sterlichen Fastenzeit ein Bu\u00dfgewand. Sp\u00e4ter schlossen sich andere Christen 40 Tage vor Ostern diesem Bu\u00dfakt an. Als Zeichen der Bu\u00dfe und der Selbsterniedrigung vor dem heiligen Gott lie\u00dfen sie sich mit Asche bestreuen oder ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen. Der Name Aschermittwoch zu Beginn der Passionszeit erinnert daran. Der lateinische Name des heutigen Sonntags, der Invokavit lautet, bringt diese Ausrichtung von Menschen auf Gott ebenfalls zum Ausdruck. In dem 91. Psalm (V.15) sagt Gott: \u201eDer Mensch, der auf mich traut, ruft mich an (Invokavit) und ich werde ihn erh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Der biblische Text f\u00fcr die heutige Predigt ist bezogen auf die Anf\u00e4nge von Jesu Wirken. Dieses hat ein wichtiges \u00b4Vorspiel\u00b4.. Zu den Anf\u00e4ngen von Jesu Wirken z\u00e4hlt n\u00e4mlich der Bericht \u00fcber seine Taufe im Jordanflu\u00df durch Johannes den T\u00e4ufer. Der bekannte Bu\u00dfprediger lebte am Rande der W\u00fcste und rief die Menschen dazu auf, umzukehren und in ihrem Leben nach den Geboten Gottes zu leben. Er forderte die s\u00fcndigen Menschen auf, die Ausrichtung ihres Lebens zu \u00e4ndern. Das Kommen des Reiches Gottes stehe nahe bevor, damit verbunden werde das g\u00f6ttliche Endgericht sein.<\/p>\n<p>Jesus hat sich von diesem Bu\u00dfprediger Johannes d. T. taufen lassen. Er ist solidarisch geworden mit den s\u00fcndigen Menschen und hat sich an deren Seite gestellt. Inmitten der s\u00fcndigen Menschen ging er zur Taufe, die durch Untertauchen vollzogen wurde.- Nach der Taufe h\u00f6rte er f\u00fcr sich eine Himmelstimme. Ihr Inhalt ist, wie das Matth\u00e4usevangelium berichtet, Zuspruch und Anspruch zugleich gewesen. Jesus vernahm eine himmlische Stimme mit den Worten: \u201cDu bist mein geliebter Sohn\u201c. Jesus wurde durch diesen Ehrentitel darin vergewissert, da\u00df er von dem heiligen Gott einen Auftrag an die Menschen habe. Die Taufe war dadurch f\u00fcr ihn mit einem Berufungserlebnis verbunden.-<\/p>\n<p>Wie war dieser Auftrag von dem zum Sohn Gottes erhobenen Menschen Jesus zu erf\u00fcllen? Was sagt dieser geheimnisvolle Begriff vom geliebten Sohn Gottes? Was wurde von ihm erwartet? Johannes d. T., der von dem K\u00f6nig Herodes wegen seiner Kritik an dessen Lebenswandel inhaftiert worden war, lie\u00df Jesus aus dem Gef\u00e4ngnis heraus sp\u00e4ter durch seine J\u00fcnger fragen, ob er der erwartete Retter, ob er der Messias sei. Er erhielt die verhei\u00dfungsvolle Antwort, da\u00df jetzt den Armen das Evangelium verk\u00fcndet werde. War Jesus der Mann, den Johannes der T\u00e4ufer erwartete? Wie w\u00fcrde sein Geschick sich gestalten und aussehen? F\u00fcr Jesus selbst stand nach der Taufe die Pr\u00fcfung und Erprobung bevor, welchen Weg er gehen werde. Welche Erwartungen waren in seinem Leben nach der Taufe des Johannes an ihn von Gott her gestellt? Diese Fragen stehen auch im Hintergrund von dem Bericht \u00fcber Jesu Versuchung, den der heutige Predigttext zum Inhalt hat. Mt. 4,1-11 hei\u00dft es: (1) Da (nach der Taufe) wurde Jesus vom Geist in die W\u00fcste gef\u00fchrt, damit er von dem Teufel versucht w\u00fcrde. (2) Und da er 40 Tage und 40 N\u00e4chte gefastet hatte, hungerte ihn. (3) Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, da\u00df diese Steine Brot werden. (4) Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): \u201eDer Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.\u201c (5) Da f\u00fchrte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels (6) und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11.12): \u201eEr wird seinen Engeln deinetwegen Befehle geben; und sie werden dich auf den H\u00e4nden tragen \u2013 damit du deinen Fu\u00df nicht an einen Stein st\u00f6\u00dft.\u201c<\/p>\n<p>(7) Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): \u201eDu sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.\u201c (8) Darauf f\u00fchrte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit (9) und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederf\u00e4llst und mich anbetest. (10) Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): \u201eDu sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.\u201c (11) Da verlie\u00df ihn der Teufel und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>II.<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Taufe wurde Jesus, wie Matth\u00e4us berichtet, vom Geist Gottes in die W\u00fcste gef\u00fchrt. Die W\u00fcste nimmt auch im heutigen Staat Israel einen gro\u00dfen Raum ein. Es gibt dort keine Str\u00e4ucher mit Fr\u00fcchten. Nattern, also Schlangen und Skorpione, sind nicht fern. Wer sich in der W\u00fcste aufh\u00e4lt, mu\u00df Entbehrungen ertragen und mit Gefahren rechnen. In solcher Einsamkeit begegnen Menschen sich selbst. Zerstreuung und Abwechslung stehen nicht auf der Tagesordnung. F\u00fcr manche Menschen wird diese Stille in der freien Natur zu einem Ort der Gottesbegegnung. Nicht wenige fangen an zu fragen, wer sie denn selbst sind; ob ihr Leben unver\u00e4ndert weitergehen solle. Und f\u00fcr andere stellt sich die Frage, welche Gottesbeziehung sie eigentlich haben. Ist ihnen Gott nahe oder fern?<\/p>\n<p>Von Jesus hei\u00dft es, da\u00df die Zeit in der W\u00fcste eine Zeit des Gebetes f\u00fcr ihn war. Er stammelte keine kurzen Sto\u00dfgebete, wie sie viele Menschen unter uns kennen. Er war, wie ein frommer Jude, im Gebet versunken. Er \u00fcberdachte seine Lebenssituation vor Gott und wollte ihn mit ganzem Herzen und in Ehrfurcht anbeten.- Nachdem er 40 Tage in der W\u00fcste, wie einst Mose und Elia gefastet hatte, hungerte ihn. Im biblischen Text hei\u00dft es weiter: Und der Versucher trat zu ihm und sprach: &#8222;Bist Du Gottes Sohn, so sprich, da\u00df diese Steine Brot werden.\u201c<\/p>\n<p>Jesus sieht sich beim Nachdenken \u00fcber diese Anforderung vor ein Entweder \u2013 Oder gestellt. Wird er als ein von Gott Berufener auf dieser Erde seinen Auftrag ausf\u00fchren und ganz im Dienst vor Gott stehen, wie gefahrvoll dieser Weg auch sein wird? Oder wird er sich durch eine Wundertat selbst in den Mittelpunkt stellen? Auf diese Weise w\u00fcrde er den Beifall der Menschen bekommen.- Jesus entscheidet sich f\u00fcr den Weg, Gott zu dienen. Sein Leben soll ein Gottes-Dienst sein. Er besteht damit die erste Erprobung nach der Taufe. Er antwortet mit einem Zitat aus der Heiligen Schrift. (5. Buch Mose): \u201eDer Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht\u201c. Diese Bibelwort war f\u00fcr Jesus eindeutig. Er trat damit daf\u00fcr ein, da\u00df das Gotteswort ihn auf seinem Lebensweg leiten soll. Seine Beziehung zu dem heiligen Gott wollte er nicht durch die Sorge um das t\u00e4gliche Brot eingeschr\u00e4nkt sehen.- Diese Antwort ist manchmal falsch verstanden worden. Manche Menschen waren der Meinung, da\u00df Jesus den Hunger nach Brot untersch\u00e4tzt und die Not der Hungrigen \u00fcbersehen habe. Wer so urteilt, \u00fcbersieht, da\u00df Jesus immer ein F\u00fcrsprecher der Notleidenden war. In Kap.7 (V. 9) des Matth\u00e4us-Ev.s, ist er daf\u00fcr eingetreten, da\u00df dem bittenden Sohn Brot, nicht ein Stein, gegeben werden darf. Die Kinder sollen satt zu essen haben.<\/p>\n<p>Nach der ersten Versuchung setzt sich Jesus mit einer zweiten Erprobung auseinander. Sie sollte ihm ebenfalls vom gottgewollten Weg abbringen. Sie zielte auf einen Mi\u00dfbrauch des Gottvertrauens. Jesus sollte wie ein Superstar handeln, der seine St\u00e4rke demonstrieren will. Ein Bibelvers aus Psalm 91 sollte der Ausgangspunkt sein. Die Szene, die Jesus vor Augen gestellt wird, spielt auf der Spitze des Tempels. Die Stimme des Versuchers sagte: \u201eBist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht in (Psalm 91) geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den H\u00e4nden tragen, damit du deinen Fu\u00df nicht an einen Stein st\u00f6\u00dft.\u201c<\/p>\n<p>Wieder geht es um die Frage, ob Jesus seinem gottgegebenen Auftrag treu bleibt. Wird er auf seinem Lebensweg der Gesandte Gottes sein, wozu er nach der Taufe berufen wurde. Wird er hinabspringen von der Spitze des Tempels und mit einem \u00fcbersteigerten Gottvertrauen Gott selbst versuchen? Soll und darf ein solcher Sprung eine Art Erpressung sein? Zum Beispiel in dem Sinn: Ich habe soviel Gottvertrauen, da\u00df Gott auch einen unsinnigen Sprung gelingen lassen mu\u00df. Und wenn der Sprung nach Menschenermessen t\u00f6dlich endet, so hat Gott die Schau verhindert. So hat er nicht das getan, wozu der Mensch Jesus ihn dr\u00e4ngen wollte.- Jesus durchschaut die teuflische Versuchung des angeblich grenzenlosen Gottvertrauens. Er antwortet dem\u00fctig aus der Perspektive des Menschen vor Gott. Er wei\u00df sich als Mensch, der in dem Dienst Gottes steht. Er antwortet mit einem Bibelwort (5. Buch Mose): Du sollst den Herrn, Deinen Gott, nicht versuchen.\u201c Oder anders: Du sollst nicht unsinnige Taten als Gottvertrauen ausgeben, mit denen du auf dich selbst die Aufmerksamkeit ziehen willst. Wenn wir heute den Namen Jesus Christus nennen, gebrauchen wir keinen normalen Doppelnamen. Sondern Christus ist das griechische Wort f\u00fcr den mehrdeutigen hebr\u00e4ischen Titel Messias. Dieser wurde z.Z. Jesu erwartet als einer, der als ein politischer F\u00fchrer die Befreiung von der politischen Besatzungsmacht bringen und das messianische Reich des Friedens und der Gerechtigkeit aufrichten werde. Jesus hat seinen Auftrag zu begreifen versucht. Sollte er seinen Weg als ein dem Frieden verpflichteter \u00b4Sohn Gottes\u00b4 gehen \u2013 oder den menschlich-politischen Erwartungen folgen, und sich Macht, Ehre und Reichtum verschaffen. Auf diese Weise kann einer Ruhm f\u00fcr sich erlangen. Er m\u00fc\u00dfte sich brutal in den Mittelpunkt stellen. In dem hungrigen Streben nach Macht wird aber oft die Menschlichkeit vergessen und es entstehen immer wieder schreckliche Kriege. Diese Verg\u00f6tzung irdischer Macht wird deshalb in unserem Bibeltext als eine teuflische Sache bezeichnet. Jesus erteilt diesem Verst\u00e4ndnis seiner Aufgabe eine Absage. Er bezieht sich auf das erste Gebot: Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen. Jesus wollte als Mensch vor Gott seinen Weg gehen, auch wenn er Ohnmacht erleiden sollte. Er wollte sich nicht selbst gro\u00df machen. Er wu\u00dfte, da\u00df sein Weg keine Stra\u00dfe des Sonnenscheins sein werde. Gott hatte sich seiner bem\u00e4chtigt.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>III.<\/strong><\/p>\n<p>In der Passionszeit kommen &#8211; wie heute &#8211; biblische Texte zur Geltung, die f\u00fcr das Reden und Handeln Jesu aussagekr\u00e4ftig sind oder aus seiner letzten Wegmeile stammen. In den zwei bis drei Jahren seines Wirkens nach der Begegnung mit Johannes dem T\u00e4ufer hat Jesus den Anbruch des Reiches Gottes in Bildreden und Seligpreisungen angesagt. In dieser Zeit hat er in Gleichnissen das Verh\u00e4ltnis des barmherzigen und gerechten Gottes zu den Menschen einpr\u00e4gsam und sprachkr\u00e4ftig beschrieben. Sodann hat er Streitgespr\u00e4che mit den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern gehalten und Kranke geheilt. Der Ernst und die Vollmacht seines Redens von Gott hat Menschen bewegt und ergriffen. Zugleich hat Jesus Widerspr\u00fcche erfahren und die Armut eines Wanderpredigers kennengelernt. Aber er hat auch fr\u00f6hliche Mahlzeiten gehalten mit wenig angesehenen Menschen, wie z.B. den damaligen Z\u00f6llnern. Grunds\u00e4tzlich war sein Lebensweg kein Weg \u00e4u\u00dferer triumphierender Erfolge. Die Menschen merkten: Jesu Denken und Reden war von einem neuen Geist gepr\u00e4gt. Dieser war nicht der Geist des Hochmuts, der Feindseligkeit und der L\u00fcge. Jesus handelte vielmehr aus dem Geist der Demut vor Gott heraus und mit der aufrichtigen Frage nach dem Willen Gottes.<\/p>\n<p>Die Evangelien schildern Jesus auf dem Weg nach Jerusalem als einen, der von der Liebe zu dem heiligen Gott und zu den Menschen gepr\u00e4gt ist. Ihn konnte aber auch der Zorn packen, als er aus dem Tempel die dort t\u00e4tigen H\u00e4ndler vertrieb. Der heutige Predigttext von der Versuchung Jesu schildert, wie Jesus seine eigene Identit\u00e4t findet. Bevor Jesus zu den Menschen ging, kommt er zu sich selber; verschafft er sich Klarheit \u00fcber seine eigene Aufgabe. Mit welcher Orientierung wird er seinen Weg gehen? Das ganze Leben wollte er als Gottes-Dienst f\u00fchren, nicht nur in Abst\u00e4nden zum Gottesdienst gehen. Mit der Leidenschaft f\u00fcr Gott machte er sich auf den Weg, der ihn am Ende nach Jerusalem f\u00fchrte, wo die Entscheidung fallen sollte. Der Wille Gottes sollte ihn leiten. Er hat sich mit teuflischen Gedanken der Erprobung auseinandergesetzt. Diese Welt war f\u00fcr ihn nicht frei von d\u00e4monischen M\u00e4chten.<\/p>\n<p>Die Bitte des Vater-Unsers \u201eDein Wille geschehe\u201c verstand Jesus f\u00fcr sich in dem radikalen Sinn, da\u00df er alles eigene Sicherheitsstreben aufgab. Sein Lebensprogramm hie\u00df: Du sollst Gott, den Herrn, anbeten und ihm allein dienen. Kurz bevor die Leidensgeschichte Jesu in das Endstadium kam, rang er im Garten Gethsemane bei Jerusalem im Gebet mit Gott: Herr, la\u00df den Kelch des Leidens an mir vor\u00fcbergehen. Dieses Ringen endete mit der Gebetsbitte, die seinen ganzen Lebensweg begleitet hatte: Dein Wille geschehe. Er stellte damit sein Geschick endg\u00fcltig in die Hand des heiligen Gottes.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Liedvorschlag nach der Predigt: EG 343,1.4-5<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Friedrich Wintzer<br \/>\n53340 Meckenheim\/Bonn<br \/>\nStettiner Weg 12<br \/>\n<a href=\"mailto:FWintzer@t-online.de\">FWintzer@t-online.de<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Invokavit | 9. M\u00e4rz 2003 | Matth\u00e4us 4, 1-11 | Friedrich Wintzer | Zur Predigt Mit dem Sonntag Invokavit beginnt im Kirchenjahr die Passionszeit. Jesus ist auf dem langen Weg nach Jerusalem bis zur Karwoche und Ostern. Im Anschlu\u00df an die Taufe durch Johannes d. 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