{"id":9394,"date":"2003-04-07T19:49:53","date_gmt":"2003-04-07T17:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9394"},"modified":"2025-04-28T09:35:57","modified_gmt":"2025-04-28T07:35:57","slug":"johannes-12-12-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-12-12-19\/","title":{"rendered":"Johannes 12, 12-19"},"content":{"rendered":"<div class=\"Section1\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Palmsonntag | 13. April 2003 | Johannes 12, 12-19 | Gerhard Prell |<\/span><\/b><\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Der Einzug in Jerusalem<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Johannes 12, 12-19; Matth\u00e4us 21,1-11; Markus 11,1-10; Lukas 19,29-40)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(12)Als am n\u00e4chsten Tag die grosse Menge, die aufs Fest gekommen war, h\u00f6rte, dass Jesus nach Jerusalem k\u00e4me,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(13)nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen:&#8220; Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der K\u00f6nig von Israel!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(14)Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9):<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(15)&#8220;F\u00fcrchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein K\u00f6nig kommt und reitet auf einem Eselsf\u00fcllen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(16)Das verstanden seine J\u00fcnger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(17)Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, r\u00fchmte die Tat.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(18)Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie h\u00f6rte, er habe dieses Zeichen getan.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>(19)Die Pharis\u00e4er aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt l\u00e4uft ihm nach.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">nun jubeln sie doch.\u00a0Ganz so, wie es ihr selbsternannter Retter und Befreier vorausgesagt hat.\u00a0W\u00e4hrend er selbst Tausende von Kilometern entfernt das Geschehen mitverfolgt, begr\u00fcssen die Menschenmassen mit Blumen und Palmwedeln seine Panzerdivisionen, wie sie in ihre Hauptstadt einrollen.\u00a0Nun jubeln sie also doch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Angesichts solcher Jubelszenen kurz vor dem Palmsonntag 2003 \u00a0singen wir nun noch:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der K\u00f6nig von Israel <\/em>?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Glauben wir nun noch seinen Worten: <em>Selig sind die Sanftm\u00fctigen, denn sie werden das Erdreich besitzen<\/em> ? Besitzt er noch das Erdreich, der da sanftm\u00fctig auf einem Esel in seine Hauptstadt eingeritten ist? Oder sind es nicht doch die M\u00e4chtigen und die Gewaltt\u00e4tigen?\u00a0Haben wir uns geirrt, die wir uns an sein Wort gehalten haben: <em>Selig sind die Friedensstifter <\/em>?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn&#8216; ich dir, o Jesu?\u00a0<\/em>So fragen wir uns im Advent. Und so fragen wir uns nun heute, am Beginn der Karwoche.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem ist ja die einzige Evangeliengeschichte, die uns im Kirchenjahr zweimal als gottesdienstliche Lesung begegnet.\u00a0In der Matth\u00e4usfassung h\u00f6ren wir sie zum ersten Adventssonntag. Und heute, am Palmsonntag, wird die Johannesversion gelesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alle vier Evangelien schildern, dass Jesus am Beginn der Passionsgeschichte zum Passah-Fest auf einem jungen Esel in Jerusalem einreitet und dass er mit den Worten aus dem 118. Psalm als K\u00f6nig begr\u00fcsst wird: <em>Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!\u00a0<\/em>Sowohl Matth\u00e4us als auch Johannes sehen dadurch eine adventliche Messias &#8211; Prophezeiung aus dem Sacharja-Buch erf\u00fcllt: <em>du Tochter Zion! Siehe, dein K\u00f6nig kommt und reitet auf einem Eselsf\u00fcllen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber dann fallen auch Unterschiede auf:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei Matth\u00e4us ist Jesus der Agierende. Bei Johannes reagiert Jesus nur und l\u00e4sst mit sich geschehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei Matth\u00e4us gibt Jesus Anweisungen an seine J\u00fcnger, wo sie den Esel finden und was sie seinem Besitzer sagen sollen. Und es sind die J\u00fcnger und weitere Menschen, die mit ihm einziehen, die den k\u00f6niglichen Empfang inszenieren, die Zweige von den B\u00e4umen schlagen und &#8222;Hosianna&#8220; rufen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei Johannes gibt Jesus keine Anweisung an die J\u00fcnger. Keine Inszenierung durch seine Begleiter. Schweigend nimmt Jesus wahr, welchen Empfang ihm die Festpilger bereiten. Diese sind es, die ihm jubelnd mit Palmzweigen und &#8222;Hosianna&#8220;-Rufen entgegenziehen. Den Esel, auf dem Jesus reitet, findet er eher zuf\u00e4llig und setzt sich schweigend darauf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei Matth\u00e4us stellt sich Jesus Jerusalem vor als der Sanftm\u00fctige und als der Friedensk\u00f6nig. Bei Johannes wird Jesus in der Hauptstadt als m\u00e4chtiger K\u00f6nig und als Befreier empfangen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Prophezeiung Sacharjas wird bei Matth\u00e4us ausf\u00fchrlicher und wortgetreuer zitiert, und Jerusalem wird aufgefordert zur Freude: <em>Du Tochter Zion,<\/em> <em>freue dich sehr, und du Tochter Jerusalem, jauchze! &#8211;<\/em>\u00a0<em>Siehe, dein K\u00f6nig kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, sanftm\u00fctig und reitet auf einem Esel, auf dem F\u00fcllen einer Eselin.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei Johannes jubelt das Volk von Jerusalem unaufgefordert und von sich aus.\u00a0Es jubelt keinem sanftm\u00fctigen Friedensbringer zu, sondern einem m\u00e4chtigen Befreier, dem sein Ruf vorausgeeilt ist.\u00a0Es jubelt dem zu, der 5000 Hungernde satt gemacht hat mit Brot, und schon damals wollten sie ihn zu ihrem K\u00f6nig machen.\u00a0Es jubelt dem zu, der Macht hat \u00fcber Leben und Tod.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kurz zuvor hat Jesus den toten Lazarus auferweckt \u2013 das bislang eindrucksvollste Zeichen seiner Macht. Und dass Jesus nun freilich nicht, wie einem K\u00f6nig angemessen, auf einem stolzen Ross, sondern auf einem Eselchen reitet, das sehen die Jerusalemer Festpilger nicht als Erweis seiner Armut und Sanftmut. Es geschieht in ihren Augen nur als weiteres Zeichen daf\u00fcr, dass Sacharjas Verheissung des kommenden Messias in Jesus erf\u00fcllt ist. Darum jubeln sie, in auff\u00e4lliger Ab\u00e4nderung und Verk\u00fcrzung des Sacharja-Wortes: &#8222;<em>F\u00fcrchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein K\u00f6nig kommt und reitet auf einem Eselsf\u00fcllen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kein Gedanke an Gerechtigkeit und Hilfe. Kein Gedanke an Sanftmut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun jubeln sie doch. So, wie es vorausgesagt war.\u00a0Wer Hungernde satt machen kann, wer seine Macht \u00fcber Leben und Tod vorausgesagt hat, wer den Erweis dieser Macht erbracht hat, der wird bejubelt. Dem bringt man grosse Erwartungen entgegen. Weitere machtvolle Taten erwartet man von ihm.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seine Gegner werden nun besch\u00e4mt und zum Schweigen gebracht werden. \u00a0Eine neue Friedensordnung wird er der Welt bringen, weit \u00fcber den Nahen und Mittleren Osten hinaus.\u00a0So jubelt doch, ihr Bewohner der Hauptstadt! Siehe, dein K\u00f6nig, dein Befreier kommt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch Jesus schweigt in all diesem Jubel. Lasst sie doch jubeln.\u00a0Jesus schweigt, wo heute die m\u00e4chtigen Befreier Fernsehreden halten.\u00a0Jesus schweigt, obwohl er nicht Tausende von Kilometern von den jubelnden Mengen entfernt ist, sondern mitten drin in der jubelnden Menge.\u00a0Jesus kommt nicht auf hohem Ross daher, nicht auf Streitwagen und gepanzerten Fahrzeugen.\u00a0<em>Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch sie jubeln.\u00a0Werden sie auch dann noch jubeln, wenn er gefesselt vor dem Milit\u00e4rgouverneur der Besatzungsmacht steht?\u00a0Werden sie auch dann noch jubeln, wenn dieser ihn fragt: <em>Bist du der K\u00f6nig der Juden?\u00a0<\/em>Und wenn Jesus ihm antwortet: <em>Mein Reich ist nicht von dieser Welt. W\u00e4re mein Reich von dieser Welt, meine Diener w\u00fcrden darum k\u00e4mpfen &#8230; <\/em>?\u00a0Werden sie auch dann noch jubeln, wenn Pilatus ihn vorf\u00fchren wird, misshandelt und in Purpurmantel und Dornenkrone und sagen wird: <em>Seht, welch ein Mensch <\/em>?\u00a0Werden sie auch dann noch jubeln,\u00a0wenn er wie das Weizenkorn in die Erde f\u00e4llt und stirbt, weil er nur so zum Brot des Lebens werden kann?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun jubeln sie noch.\u00a0Denn sie meinen, sein Reich sei von dieser Welt.\u00a0Sie tr\u00e4umen nicht den Traum, dass die Sanftm\u00fctigen das Erdreich besitzen werden.\u00a0Sondern den Traum, dass nur die Herren und M\u00e4chtigen dieser Welt Gerechtigkeit f\u00fcr die Unterdr\u00fcckten, Hilfe f\u00fcr die Notleidenden und Befriedung f\u00fcr die Friedlosen schaffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch, wenn der, der auf dem Esel sitzt, durch sein Schweigen beredt davon k\u00fcndet:\u00a0Meine Herrlichkeit ist nicht die Herrlichkeit der Herren.\u00a0Meine Macht ist nicht die Macht der M\u00e4chtigen.\u00a0Meine Gerechtigkeit ist nicht die Gerechtigkeit der Selbstgerechten.\u00a0Meinen Frieden gebe ich euch \u2013 nicht wie die Welt gibt, sondern wie Gott gibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0<\/em><em>Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn&#8216; ich dir, o Jesu?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seine J\u00fcnger \u2013 jubeln sie auch?\u00a0Jubeln sie, als sie mit ihm in die Hauptstadt einziehen? \u2013 Nein, noch jubeln sie nicht!\u00a0Dass Jesus schweigt zu den Jubelszenen in der Hauptstadt,\u00a0dass er sich lieber auf den Esel setzt, statt auf das hohe Ross,\u00a0dass er sich nicht selbst zum Befreier ernennt und dass er dem Volk keine grossen Reden h\u00e4lt,\u00a0<em>das verstanden seine J\u00fcnger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Angesichts der Jubelszenen in Jerusalem geht es den J\u00fcngern nicht anders als es uns ergeht angesichts der Jubelszenen kurz vor dem Palmsonntag 2003.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sind hin und her gerissen.\u00a0Glauben sie angesichts der jubelnden Menschen, die einen M\u00e4chtigen begr\u00fcssen, nun noch seinen Worten: <em>Selig sind die Sanftm\u00fctigen, denn sie werden das Erdreich besitzen<\/em> ? Besitzt er noch das Erdreich, der da sanftm\u00fctig auf einem Esel in seine Hauptstadt eingeritten ist? Oder sind es nicht doch die M\u00e4chtigen und die Gewaltt\u00e4tigen?\u00a0Haben wir uns geirrt, die wir uns an sein Wort gehalten haben: <em>Selig sind die Friedensstifter <\/em>?\u00a0Und sie f\u00fchlen sich auch ertappt \u2013 ertappt in falschen Tr\u00e4umen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn&#8216; ich dir, o Jesu?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In einem neuen Kirchenlied von Kurt Rose aus dem Jahr 1983, das nur im Liederanhang des Gesangbuches f\u00fcr Niedersachsen und Bremen abgedruckt ist, da heisst es:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>Ich geh\u00f6re mit dazu, zu den Dr\u00e4nglern und Rufern,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>dass doch Gott sich erhebe mit der Macht seines Zorns,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>und ich hoffe verzagt, dass ein Herrlicher st\u00fcnde<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>dass ein Grosser sich zeige vor den seufzenden Augen der Welt. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>&#8222;Seht hin, welch ein Mensch!&#8220; und ich hebe die Augen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>und ich sehe die Ohnmacht, seh mein elendes Selbst,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>und ich hebe die Faust: Seht auch dieser ein Mensch nur,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>keine Rettung vom Himmel! Kann ein Mensch uns befrein?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>Ich geh\u00f6re dazu, zu den Rufern nach oben,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>dass ein Gott sich erbarme \u2013 ich geh\u00f6re dazu,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>und ich schrei mit dem Volk, ich bin blind mit den Blinden,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><em>nicht erkenn ich die Zeichen in dem Menschengesicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nein, die J\u00fcnger Jesu, noch jubeln sie nicht.\u00a0Und noch andere jubeln nicht an diesem Palmsonntag:\u00a0Diejenigen, die auch einen Lazarus haben im Grab und in den Lazaretten. Und noch keiner hat zu ihnen gesagt: <em>Steh auf! <\/em>Die werden verstehen, dass der Mann auf dem Esel keinen Frieden und keine Gerechtigkeit auf Erden schaffen wird, wenn er nicht zuerst den Weg zu ihnen geht.\u00a0Wenn er sie nicht auch einfach \u00fcbergeht in ihren Gr\u00e4bern und auf ihren Bahren \u2013 so wie die selbsternannten Befreier sie \u00fcbergehen und sich bejubeln lassen, Tausende von Kilometern von den Menschen entfernt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus ist mitten drin. Und er geht ganz weit hinunter.\u00a0Hinein ins Leid, hinein in das Grab, hinunter zu den Toten.\u00a0Darum reitet er nicht auf dem hohen Ross, sondern auf einem jungen Esel, so dass schon beim Reiten seine F\u00fcsse die Erde ber\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Niemand soll jubeln trotz ihrer oder gar ihretwegen. Nein, am Ende soll keiner sein, der nicht jubeln kann, befreit von Gewalt und Leid, befreit von der Macht des Todes, befreit auch von der Macht derer, die mit dem Tod im Bunde stehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lasst die anderen jubeln &#8211; noch jubeln die J\u00fcnger und viele andere nicht. <em>Doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noch k\u00f6nnen nicht alle jubeln. Aber Jesus will alle jubeln machen \u2013 wie das kein M\u00e4chtiger und kein selbsternannter Befreier es je zuwege bringen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das macht die Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem deutlich \u2013 auch in der adventlichen Fassung des Matth\u00e4us, in der die J\u00fcnger den Jubel \u00fcber Jesus anstimmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn&#8216; ich dir, o Jesu?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johann Sebastian Bach hat dieses Lied eingebaut in den adventlichen Jubel seines ber\u00fchmten Weihnachtsoratoriums. Auf das &#8222;Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage&#8220; hin l\u00e4sst er es singen \u2013 und zwar auf die Melodie des Liedes &#8222;O Haupt, voll Blut und Wunden.&#8220; Auch wir werden es hernach auf diese Melodie singen und wir werden den drei Strophen, die wir von diesem Lied singen, drei Strophen von dem Lied: &#8222;O Haupt voll Blut und Wunden&#8220; anschliessen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir denken an die, die nicht jubeln k\u00f6nnen an diesem Palmsonntag.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nicht \u00fcber die M\u00e4chtigen und selbsternannten Befreier. Und auch nicht \u00fcber den, den sie st\u00e4ndig selbstherrlich im Munde f\u00fchren \u00a0als habe er nie auf einem Esel gesessen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir vertrauen darauf: Am Ende werden wir alle jubeln k\u00f6nnen. In \u00f6sterlichem Jubel. In der Freiheit von Gewalt und Tod. In der Seligkeit der Sanftm\u00fctigen, die mit diesem K\u00f6nig auf dem Esel das Erdreich besitzen werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Predigtlied: EG 11, 1-3 + EG 85, 4-6 (beides auf die Melodie von EG 85)<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Pfr. Gerhard Prell<br \/>\nMartin-Luther-Str. 11<br \/>\n83093 Bad Endorf<br \/>\n<a href=\"mailto:Gary.P@t-online.de\">E-Mail: Gary.P@t-online.de<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Palmsonntag | 13. April 2003 | Johannes 12, 12-19 | Gerhard Prell | Der Einzug in Jerusalem (Johannes 12, 12-19; Matth\u00e4us 21,1-11; Markus 11,1-10; Lukas 19,29-40) (12)Als am n\u00e4chsten Tag die grosse Menge, die aufs Fest gekommen war, h\u00f6rte, dass Jesus nach Jerusalem k\u00e4me, (13)nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen:&#8220; Hosianna! 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