{"id":9407,"date":"2003-04-07T19:49:53","date_gmt":"2003-04-07T17:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9407"},"modified":"2025-04-28T10:35:25","modified_gmt":"2025-04-28T08:35:25","slug":"markus-161-8-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-161-8-7\/","title":{"rendered":"Markus 16,1-8"},"content":{"rendered":"<h3><b><span style=\"color: #000099;\">Ostersonntag |<\/span><span style=\"color: #000099;\"> 20. April 2003 | Markus 16,1-8 | Asta Gyldenk\u00e6rne |<\/span><\/b><\/h3>\n<p>Der christliche Glaube ist Auferstehungsglaube. Ohne einen Glauben an die Auferstehung Jesu von den Toten, ja ohne einen Ostermorgen, an dem die Frauen zum Grabe kommen und es leer finden, verf\u00e4llt all das, was das Christentum zusammenh\u00e4lt. Wenn die Evangelien nicht so enden w\u00fcrden, mit dem Bericht von der Auferstehung Jesu, dann w\u00fcrde sich die Geschichte Jesu nicht sehr von so vielen anderen Geschichten unterscheiden. Wir k\u00f6nnten zwar behaupten, da\u00df er in seinem Leben in Wort und Tat gezeigt hat, was Wahrheit und Liebe ist, auch wenn er einen hohen Preis daf\u00fcr bezahlte. Aber das, was Jesus sagte und tat, haben damals auch andere gesagt. Es gibt Weisheitstraditionen, die vieles von dem enthalten und denen wir hier zweitausend Jahre danach nicht so viel Bedeutung beimessen.<\/p>\n<p>Auch nicht weil Jesus mit ungew\u00f6hnlich gl\u00fchendem Eifer f\u00fcr das k\u00e4mpfte, woran er glaubte. Weil er so idealistisch war, da\u00df er daf\u00fcr in den Tod gehen wollte, da\u00df sp\u00e4ter so etwas daraus werden sollte, das man Christentum nennt. All das ist nat\u00fcrlich ein wichtiger Teil der Geschichte, aber wenn wir nur diese eine H\u00e4lfte h\u00e4tten, wenn man sich vorstellte, da\u00df die Evangelisten ihren Bericht Karfreitag abschlossen &#8211; ja dann h\u00e4tten wir einen Bericht vor uns, der mit dem Tod der Hauptperson endete, hingerichtet als Aufr\u00fchrer. Das ganze w\u00e4re offensichtlich fehlgeschlagen, es w\u00e4re eine schlimme Geschichte, aber sie w\u00fcrde sich nicht wesentlich von vielen anderen versuchten Aufst\u00e4nden unterscheiden, die von den R\u00f6mern niedergeschlagen wurden. Sie w\u00fcrde sich auch nicht wesentlich von vielen anderen heroischen K\u00e4mpfen und Niederlagen unterscheiden, die die Welt seit dem gesehen hat.<\/p>\n<p>Wie so vieles andere, das im Laufe der Geschichte geschehen ist, w\u00e4re die Geschichte Jesu schnell dem Vergessen anheimgefallen &#8211; wenn also nicht etwas geschehen w\u00e4re, das besonders Aufmerksamkeit erregt hat. Wenn nicht etwas gewesen w\u00e4re an dieser Geschichte, mit dem man weder damals noch seit dem so einfach fertig werden konnte, oder anders gesagt, wenn nicht das leere Grab und der Ostermorgen und die Botschaft von der Auferstehung dagewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Es h\u00e4tte sich sonst um den besonderen und r\u00e4tselhaften Abschlu\u00df eines Lebens gehandelt. Eine Geschichte, die wir interessant finden k\u00f6nnen oder merkw\u00fcrdig je nach Temperament. Aber dabei bleibt es ja nicht. Denn der Schlu\u00df, die Auferstehung setzt etwas mehr in Bewegung. Die Geschichte ist ja nicht nur die Geschichte eines Menschen, der vor langer Zeit in einem fernen Land gelebt hat, eine Geschichte, die man losgel\u00f6st von allem anderen erz\u00e4hlen k\u00f6nnte. Es ist vielmehr die Geschichte vom Sohn Gottes in der Welt, und nicht allein das, es ist auch die Geschichte Gottes mit den Menschen. Denn das ist das Zentrum des Christentums, da\u00df Leben, Tod und Auferstehung Jesu unser Leben einschlie\u00dfen. Wenn uns seine Geschichte erz\u00e4hlt wird, dann wird uns auch das Wichtigste \u00fcber unsere Geschichte erz\u00e4hlt. Wenn wir deshalb jeder seine eigene Geschichte erz\u00e4hlen, dann geh\u00f6rt das dazu, da\u00df von Auferstehung erz\u00e4hlt werden mu\u00df. Denn die Auferstehung geh\u00f6rt mit in unsere Geschichte.<\/p>\n<p>Es mag schwer sein, in konkrete Worte und Bilder zu fassen, was das bedeutet. Das fiel den ersten Christen auch schwer, so wie es uns anderen auch schwer f\u00e4llt. Denn was bedeutet das, von der Auferstehung des Fleisches und dem ewigen Leben zu reden? Wie ist das zu verstehen? Ich glaube, es ist wichtig, wenn man mit solchen Bildern zu tun hat, da\u00df man versteht, woraus sie entsprungen sind. Was ist ihr Hintergrund? Wir sollen verstehen, da\u00df es Bilder sind, die auf die Verhei\u00dfung verweisen, die wir von Gott mit dem Leben, dem Tod und der Auferstehung Jesu erhalten haben. Eine Verhei\u00dfung, da\u00df die Gemeinschaft Gottes mit uns besteht, da\u00df diese Gemeinschaft im Leben und Sterben bleibt und da\u00df es nicht nur ein kleinerer Teil von uns, einzelne Seiten von uns sind, zu denen sich Gott bekennt. Es ist das Ganze. Es geht um uns und unsere Geschichte mit all dem, was sie mit sich gebracht hat in Herz, Leib, Denken und Tun. Deshalb ist es so wichtig, da\u00df wir von der Auferstehung des Fleisches reden. Denn alles geh\u00f6rt dazu. So stehen wir vor Gott.<\/p>\n<p>Aber Auferstehung ist ja nicht nur etwas, das Bedeutung f\u00fcr die Toten hat, sie reicht auch in unser Leben hinein.<\/p>\n<p>Die ersten Christen machten sich nicht so viele Bilder dar\u00fcber, was die Auferstehung der Toten ist, auch nicht unmittelbar nach dem ersten Ostermorgen. Sie waren mehr daran interessiert, da\u00df es Zeugen geben hatte f\u00fcr das, was geschehen war. Es waren keine Zeugen da, jedenfalls zun\u00e4chst einmal. Die Frauen waren die ersten, die zum Grabe gekommen waren, nachdem es geschehen war. Sie waren so erschrocken, da\u00df sie zun\u00e4chst niemandem etwas zu sagen wagten. Aber bald darauf erschien der auferstandene Christus den J\u00fcngern, und sie k\u00f6nnen sich nun daran machen, von ihm und dem Leben zu erz\u00e4hlen, das sie zusammen mit ihm gelebt haben. Der Tote und der Auferstandene werden in ihrer Erz\u00e4hlung von ihm gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p>Solche Spuren der Auferstehung kommen auch zum Ausdruck, wenn wir einander von den Menschen erz\u00e4hlen, die wir geliebt haben und die wir verloren haben. Wenn wir von den Toten erz\u00e4hlen, dann wird er bzw. sie uns gegenw\u00e4rtig in der Erinnerung und den Gedanken. Wir erinnern uns an vieles von dem, was wir wie mit ihm oder ihr erlebt haben, und vielleicht werden wir auch entdecken, da\u00df die Bande, die uns an den Lebenden band, noch immer ihre St\u00e4rke erweisen k\u00f6nnen und ein wichtiger Teil unseres Alltags sein k\u00f6nnen, auch wenn dieser Mensch tot und nicht mehr da ist. Mitten in der Sehnsucht werden wir darauf aufmerksam, was uns dadurch gegeben wurde, da\u00df wir ein Teil des Lebens dieses Menschen gewesen sind, und vielleicht was an Wichtigem wir nun an andere weiterzugeben haben.<\/p>\n<p>Die Auferstehung kann auch viele andere Spuren in unserem Leben setzen. Denn die Auferstehung kann ein Teil unserer Erfahrung sein und zugleich in den Glauben und die Hoffnung auf das Kommende hineinreichen. Denn die Auferstehung hinterl\u00e4\u00dft Spuren in jedem Menschen. Wir werden jeder f\u00fcr sich von Erlebnissen und Erfahrungen erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, die sich am besten mit dem Wort Auferstehung umschreiben lassen. Weil wir hier erlebt haben, wie das Leben zu uns zur\u00fcckkehrte. Vielleicht haben wir erlebt, wie das Leben f\u00fcr uns pl\u00f6tzlich nach einer langen, schwierigen Zeit wieder m\u00f6glich wurde. Das kann geschehen, wenn man nach einer l\u00e4ngeren Krankheit merkt, wie die Kr\u00e4fte wieder zur\u00fcckkehren. Oder wenn man viel Widrigkeiten durchgemacht hat und dann entdeckt, da\u00df der Lebensmut wieder zur\u00fcckgekehrt ist. Solche Erfahrungen sind Spuren der Auferstehung in uns und machen auch uns zu Zeugen der Auferstehung sowohl in unserem eigenen Leben als auch im Leben anderer. Aber die Auferstehung hinterl\u00e4\u00dft nicht nur Spuren. Sie liegt vor allem in unserer unmittelbaren Zukunft. Denn wenn das Wort von der Auferstehung an uns ergeht, dann wird auch gesagt, da\u00df die Hoffnung in unsere Welt eingetreten ist. Die Lebensgeschichte, die von uns erz\u00e4hlt werden kann, l\u00e4\u00dft sich nicht von vornherein festlegen. Sie ist voll von M\u00f6glichkeiten, die ist voll von R\u00e4tseln und \u00dcberraschungen, sie ist voll von Hoffnung, Und sie ist dies, weil unsere Lebensgeschichte vom Auferstandenen selbst erz\u00e4hlt wird. Frohe Ostern!<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrer Asta Gyldenk\u00e6rne<br \/>\nSkoven<br \/>\nDK-J\u00e6rgerspris<br \/>\nTel: ++ 45 &#8211; 47 53 00 33<br \/>\n<a href=\"mailto:agy@km.dk\">E-Mail: agy@km.dk<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostersonntag | 20. April 2003 | Markus 16,1-8 | Asta Gyldenk\u00e6rne | Der christliche Glaube ist Auferstehungsglaube. Ohne einen Glauben an die Auferstehung Jesu von den Toten, ja ohne einen Ostermorgen, an dem die Frauen zum Grabe kommen und es leer finden, verf\u00e4llt all das, was das Christentum zusammenh\u00e4lt. 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