{"id":9420,"date":"2003-04-07T19:49:45","date_gmt":"2003-04-07T17:49:45","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9420"},"modified":"2025-04-28T11:19:05","modified_gmt":"2025-04-28T09:19:05","slug":"johannes-20-19-29-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-20-19-29-3\/","title":{"rendered":"Johannes 20, 19-29"},"content":{"rendered":"<h3>Quasimodogeniti | 27. April 2003 | Johannes 2o,19\u201329 | Irene Mildenberger |<\/h3>\n<p>&#8222;Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als<br \/>\ndie J\u00fcnger versammelt<br \/>\nund die T\u00fcren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus<br \/>\nund trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!<br \/>\nUnd als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die H\u00e4nde und seine<br \/>\nSeite. Da wurden die J\u00fcnger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach<br \/>\nJesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt<br \/>\nhat, so sende ich euch. und als er das gesagt hatte, blies er sie an<br \/>\nund spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die S\u00fcnden<br \/>\nerlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen<br \/>\nsind sie behalten.<br \/>\nThomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zw\u00f6lf, war nicht<br \/>\nbei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die anderen J\u00fcnger zu ihm: Wir<br \/>\nhaben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen<br \/>\nH\u00e4nden die N\u00e4gelmale sehe und meine Finger in die N\u00e4gelmale<br \/>\nlege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich\u2019s nicht glauben.<br \/>\nUnd nach acht Tagen waren seine J\u00fcnger abermals drinnen versammelt<br \/>\nund Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die T\u00fcren verschlossen<br \/>\nwaren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach<br \/>\nspricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine H\u00e4nde,<br \/>\nund reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht<br \/>\nungl\u00e4ubig, sondern gl\u00e4ubig! Thomas antwortete und sprach zu<br \/>\nihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen<br \/>\nhast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch<br \/>\nglauben!&#8220;<\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder!<\/p>\n<p>Neu werden \u2013 darum geht es heute, am Sonntag nach Ostern, am Sonntag<br \/>\nQuasimodogeniti. Neu werden, von neuem geboren werden, ja neu geschaffen<br \/>\nwerden, davon sprechen die Texte dieses Sonntags. <em>Gelobt sei Gott,<br \/>\nder Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner gro\u00dfen<br \/>\nBarmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die<br \/>\nAuferstehung Jesu Christi von den Toten.<\/em> (1. Petrus 1,3) Mit \u00f6sterlichem<br \/>\nJubel beginnt die Epistellesung aus dem 1. Petrusbrief. Und dann werden<br \/>\nin diesem Brief die so wiedergeborenen \u2013 die Neugetauften sind<br \/>\nda zuerst einmal gemeint \u2013 ermahnt: Quasimodo geniti infantes &#8211;<br \/>\nwie neu geborene Kinder <em>so seid begierig nach der vern\u00fcnftigen lauteren<br \/>\nMilch, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil.<\/em> (1. Petrus 2,2)<br \/>\nQuasi modo geniti &#8211; wie die Neugeborenen, von diesen Worten, der Antiphon<br \/>\ndes<br \/>\nalten Eingangspsalmes, hat der Sonntag seinen Namen bekommen.<\/p>\n<p>Wiedergeburt, neue Sch\u00f6pfung, darum geht es auch in unserem Evangelium,<br \/>\nwenn wir genau hinh\u00f6ren. Um das zu erkennen, m\u00fcssen wir zum<br \/>\nAnfang de Geschichte Gottes mit den Menschen zur\u00fcckkehren. Da lesen<br \/>\nwir, Gott habe den ersten Menschen, Adam, angeblasen, habe ihm den Lebensodem<br \/>\neingeblasen. <em>Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. <\/em>(1. Mose 2,7)<br \/>\nAuch der Prophet Hesekiel erz\u00e4hlt vom lebensschaffenden Odem &#8211; vielleicht<br \/>\nhaben manche seine Vision in der Osternacht geh\u00f6rt (Hesekiel 37).<br \/>\nVom Geist Gottes gef\u00fchrt kam er auf ein weites Feld, das lag voller<br \/>\nTotengebeine, die waren ganz verdorrt. Und er weissagte nach Gottes Auftrag:<br \/>\n<em>Ihr verdorrten Gebeine, h\u00f6ret des HERRN Wort! &#8230; Ich will Odem<br \/>\nin euch bringen, dass ihr wieder lebendig werdet.<\/em> Und zum Odem sprach<br \/>\nHesekiel: <em>So spricht Gott der HERR: Odem, komm herzu von den vier<br \/>\nWinden und blase diese Get\u00f6teten an, dass sie wieder lebendig werden. &#8230;<br \/>\nDa kam der Odem in sie und sie wurden wieder lebendig und stellten sich<br \/>\nauf ihre F\u00fc\u00dfe.<\/em><\/p>\n<p>Hesekiel deutet diese Vision auch: Diese Gebeine sind das ganze Haus<br \/>\nIsrael. Und wie das Volk Israel zur Zeit des Propheten Hesekiel, so sprachen<br \/>\nwohl auch die J\u00fcnger nach Karfreitag: Unsere Gebeine sind verdorrt<br \/>\nund unsere Hoffnung ist verlorenen und es ist aus mit uns.<\/p>\n<p>Darum schlie\u00dfen sie sich auch ein am Osterabend aus Trauer und<br \/>\nMutlosigkeit und aus Furcht vor den Juden. Und Maria Magdalena kann sie<br \/>\nnicht beleben mit ihrer Botschaft: <em>Ich habe den Herrn gesehen.<\/em> (Johannes<br \/>\n20,18)<\/p>\n<p>Doch Gott verhei\u00dft dem gefangenen und zerstreuten Israel:<em> Ich<br \/>\nwill meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder leben sollt. <\/em>Und<br \/>\nder Auferstandenen<br \/>\nkommt zu den eingeschlossenen J\u00fcngern, bl\u00e4st sie an und macht<br \/>\nsie so lebendig. Ihre Furcht wird zur Freude: <em>Da wurden die J\u00fcnger<br \/>\nfroh, dass sie den Herrn sahen,<\/em> so berichtet Johannes. Jesus schafft<br \/>\nsie neu und macht sie zu Aposteln, zu Gesandten, zu Menschen, die eine<br \/>\nSendung haben: <em>Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.<\/em><\/p>\n<p>Ja, Ostern ist das Fest der neuen Sch\u00f6pfung. &#8211; Aber da ist einer,<br \/>\nf\u00fcr den gilt das alles nicht. <em>Thomas aber, der Zwilling genannt<br \/>\nwird, einer der Zw\u00f6lf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam<\/em> Der hat<br \/>\nihn nicht gesehen und nun mag er den anderen nicht glauben. Sie sagen<br \/>\nes ihm, genau wie es vorher auch schon Maria Magdalena gesagt hat: <em>Wir<br \/>\nhaben den Herrn gesehen<\/em>. Aber nein, das reicht Thomas nicht: <em>Wenn<br \/>\nich nicht in seinen H\u00e4nden die N\u00e4gelmale sehe und meine Finger<br \/>\nin die N\u00e4gelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich\u2019s<br \/>\nnicht glauben.<\/em><\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte sein, dass dieser Thomas Zwillingsschwestern und Zwillingsbr\u00fcder<br \/>\nauch unter uns hat. Immer wieder geht es uns genauso. Wir h\u00f6ren<br \/>\ndie Botschaft, in allen Ostergottesdiensten werden die Berichte von den<br \/>\nBegegnungen der J\u00fcnger und J\u00fcngerinnen mit dem Auferstandenen<br \/>\nverk\u00fcndet. Aber das reicht uns Thomaszwillingen nicht: Wenn ich<br \/>\nes nicht selber sehe und erlebe, kann ich es nicht glauben.<\/p>\n<p>Wir singen in all unseren Osterliedern von der Auferstehung Jesu und<br \/>\nvon seinem Sieg \u00fcber den Tod, und dennoch kann es Zeiten geben,<br \/>\nin denen uns die Osterfreude fremd bleibt und wir nichts sehen und erkennen<br \/>\nvon der neuen, der Ostersch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Da ist das Evangelium von unserm<br \/>\nZwilling Thomas ein Trost f\u00fcr alle,<br \/>\ndie nicht recht Ostern feiern k\u00f6nnen. Die Geschichte seiner Wiedergeburt,<br \/>\nseiner Neusch\u00f6pfung vom Ungl\u00e4ubigen zum Glaubenden f\u00fchrt<br \/>\nauch seine un\u00f6sterlichen Zwillinge zum neuen Leben und zur Osterfreude.<\/p>\n<p>Thomas war nicht immer der zweifelnde, verzagte J\u00fcnger, als der<br \/>\ner am Osterabend dasteht. Im Gegenteil, mutiger und treuer als all die<br \/>\nanderen J\u00fcnger ist er in der Geschichte, die wir zuerst von ihm<br \/>\nh\u00f6ren: Lazarus, der Freund Jesu, ist todkrank. Doch als Jesus nach<br \/>\nJud\u00e4a ziehen will, nach Bethanien, zu seinem Freund, da versuchen<br \/>\nseine J\u00fcnger ihn zur\u00fcckzuhalten:<em> Meister, eben noch wollten<br \/>\ndie Juden dich steinigen, und du willst wieder dorthin ziehen? <\/em>Und offensichtlich<br \/>\nhaben sie nicht nur Angst um Jesus, sondern auch um ihr eigenes Leben.<br \/>\nDoch Thomas stellt sich auf die Seite Jesu und spricht zu den J\u00fcngern:<br \/>\n<em>Lasst uns mit ihm gehen, dass wir mit ihm sterben! <\/em>(Johannes<br \/>\n11,6-16)<\/p>\n<p>So mutig wie Thomas damals waren vielleicht auch seine jetzt<br \/>\nzweifelnden<br \/>\nZwillinge schon manchmal, haben damit ihre Geschwister gest\u00e4rkt,<br \/>\nwie Thomas die anderen J\u00fcnger. Die haben ja auf ihn geh\u00f6rt<br \/>\nund sind alle mit Jesus nach Bethanien und weiter nach Jerusalem gezogen.<\/p>\n<p>Noch einmal berichtet der Evangelist Johannes von Thomas. W\u00e4hrend<br \/>\nder Abschiedsgespr\u00e4che, die Jesus mit seinen J\u00fcngern f\u00fchrt,<br \/>\nsagt er ihnen: <em>Ich gehe hin, euch die St\u00e4tte zu bereiten. Und wo<br \/>\nich hingehe, den Weg wisst ihr.<\/em> Da wagt es Thomas, Jesus zu fragen, gesteht<br \/>\ndamit ein, dass er ihn nicht versteht: <em>Herr, wir wissen nicht, wo<br \/>\ndu hingehst, wie k\u00f6nnen wir den Weg wissen? <\/em>Und Jesus antwortet auf<br \/>\nsolche Fragen. Wir m\u00fcssen nicht fraglos alles begreifen, was er<br \/>\nuns sagt. Allerdings sind seine Antworten manchmal so, dass wir sie erst<br \/>\nsp\u00e4ter verstehen k\u00f6nnen. Auch Thomas hat die Antwort, die er<br \/>\nbekam, erst nach seinem Osterfest ganz verstanden:<em> Ich bin der Weg<br \/>\nund die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.<br \/>\nWenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen.<br \/>\nUnd von nun an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen. <\/em>(Johannes 14,1-7)<\/p>\n<p>Aber genau das ist ja das Problem des Thomas am Osterabend, er hat ja<br \/>\nnicht einmal den auferstandenen Jesus gesehen und an seinen N\u00e4gelmalen<br \/>\nals den Gekreuzigten erkannt, wie sollte er da den Vater sehen und erkennen<br \/>\nund so glauben?<\/p>\n<p>Und damit steht Thomas nicht allein da und auch seine zweifelnden Zwillinge<br \/>\nnicht. Die anderen J\u00fcnger hatten ja Maria Magdalena auch nicht geglaubt.<br \/>\nUnd selbst als sie der auferstandene Christus angeblasen hatte mit seinem<br \/>\nLebensodem, sie neu geschaffen hatte, da schlossen sie sich immer noch<br \/>\nein. So sind die un\u00f6sterlichen Thomaszwillinge in guter Gesellschaft<br \/>\nmit ihrem Zweifel und ihrer Mutlosigkeit.<\/p>\n<p>Aber in doppelt guter Gesellschaft<br \/>\nsind sie, seid ihr, die ihr jetzt vielleicht hier in der Kirche sitzt,<br \/>\nweil ihr wie Thomas in der Gemeinde<br \/>\nbleibt. Denn damit f\u00e4ngt die Neugeburt des Thomas schon an. Nach<br \/>\nacht Tagen waren seine J\u00fcnger abermals drinnen versammelt und Thomas<br \/>\nwar bei ihnen. Jesus hat ja versprochen: <em>Wo zwei oder drei versammelt<br \/>\nsind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. <\/em>So kommt Jesus,<br \/>\nals die T\u00fcren verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und<br \/>\nspricht: Friede sei mit euch!<\/p>\n<p>Wie sollte der sich von verschlossenen T\u00fcren und verschlossenen<br \/>\nHerzen abhalten lassen, der doch selbst die T\u00fcr ist. Wie sollte<br \/>\nsich der Herr abhalten lassen, wo sein J\u00fcnger ihn doch braucht in<br \/>\nseiner Schw\u00e4che und in seinem Unglauben.<\/p>\n<p>Und dann darf Thomas genau<br \/>\ndas sehen und f\u00fchlen, wonach ihn verlangt<br \/>\nhat, um glauben zu k\u00f6nnen: <em>Reiche deinen Finger her und sieh<br \/>\nmeine H\u00e4nde, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite.<\/em> Und<br \/>\nThomas wird neu: Werde gl\u00e4ubig, so sagt ihm der Herr. Da hat auch<br \/>\nThomas teil an der Ostersch\u00f6pfung und an der Sendung der J\u00fcnger.<\/p>\n<p>Vielleicht m\u00fcssen wir Thomaszwillinge manchmal l\u00e4nger warten<br \/>\nals acht Tage, aber der Herr kommt auch zu uns, wenn wir ihn brauchen.<br \/>\nEr kommt zu uns in der Gemeinde der Geschwister, die versammelt sind<br \/>\nim Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, so wie er<br \/>\nes uns verhei\u00dfen hat und wie er auch zu den versammelten J\u00fcngern<br \/>\ngekommen ist.<\/p>\n<p>Wir empfangen seinen Friedensgru\u00df, wenn wir beim Abendmahl h\u00f6ren:<br \/>\nDer Friede des Herrn sei mit euch allen! Er l\u00e4sst sich sehen: Schmecket<br \/>\nund sehet, wie freundlich der Herr ist. Er l\u00e4sst sich anfassen in<br \/>\nseinem Mahl und wir reichen unsere Hand, um ihn zu ergreifen und zu begreifen.<\/p>\n<p>Und<br \/>\ndurch die Taufe sind wir alle wiedergeboren, geh\u00f6ren zu der<br \/>\nneuen, der Ostersch\u00f6pfung. Darum ist das Osterlied aus dem 1. Petrusbrief<br \/>\nzugleich ein Tauflied: <em>Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus<br \/>\nChristus, der uns nach seiner gro\u00dfen Barmherzigkeit wiedergeboren<br \/>\nhat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi<br \/>\nvon den Toten.<\/em><\/p>\n<p>Als Wiedergeborener antwortet Thomas und spricht zu Jesus: <em>Mein<br \/>\nHerr und mein Gott!<\/em> Damit sagt er mehr als Maria Magdalena, die den Auferstandenen<br \/>\nRabbuni, Meister, genannt hat. Er sagt mehr als die \u00fcbrigen J\u00fcnger,<br \/>\ndie wie Maria bekennen, dass sie den <em>Herrn<\/em> gesehen haben.<\/p>\n<p>Mein Herr und mein Gott! Thomas hat verstanden, was Jesus in seinen<br \/>\nAbschiedsreden sagte:<em> Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch<br \/>\nmeinen Vater erkennen.<br \/>\nUnd von nun an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen.<\/em> Nun hat Thomas<br \/>\nJesus gesehen und erkannt. Nun glaubt und bekennt er, dass Jesus und<br \/>\nder Vater<br \/>\neins sind, dass der Auferstandene Gott ist.<\/p>\n<p>Und wie Jesus dem ungl\u00e4ubigen Thomas erschienen ist und ihn neugeschaffen<br \/>\nhat zu einem gl\u00e4ubigen Bekenner, so wird er sich auch allen Thomaszwillingen<br \/>\nzeigen. Vielleicht geschieht das im Gottesdienst. Vielleicht dort, wo<br \/>\nmir beim Gebet Gottes N\u00e4he aufgeht. Vielleicht kommt er zu mir in<br \/>\neinem vertrauten Gespr\u00e4ch unter Geschwistern. Vielleicht da, wo<br \/>\nmir eines der alten Lieder auf einmal ganz neu wird, mich anr\u00fchrt.<br \/>\nVielleicht zeigt er sich auch auf eine noch andere Weise, mit der wir<br \/>\njetzt nicht rechnen. Jesus Christus l\u00e4sst sich nicht abhalten durch<br \/>\ndie verschlossenen T\u00fcren unseres Zweifels, sondern kommt zu uns,<br \/>\ndamit wir, die wir in der Taufe wiedergeboren sind, mit Thomas bekennen:<br \/>\nMein Herr und mein Gott.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>Liedvorschlag: In EG 110 (Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, bei deiner<br \/>\nUrst\u00e4nd fr\u00f6hlich ist) klingt im Bild der erwachenden Natur<br \/>\nder Gedanke der neuen Sch\u00f6pfung an Ostern an.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Irene Mildenberger<br \/>\nLiturgiewissenschaftliches Institut der VELKD<br \/>\nOtto-Schill-Str.<br \/>\n2, 04109 Leipzig<br \/>\n<a href=\"mailto:liturgie@uni-leipzig.de\">E-Mail:<br \/>\nliturgie@uni-leipzig.de<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quasimodogeniti | 27. 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