{"id":9459,"date":"2003-06-07T19:49:51","date_gmt":"2003-06-07T17:49:51","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9459"},"modified":"2025-05-07T15:04:49","modified_gmt":"2025-05-07T13:04:49","slug":"johannes-14-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-14-26\/","title":{"rendered":"Johannes 14, 26"},"content":{"rendered":"<h3>Pfingstandacht | Pfingstsonntag | 8. Juni 2003 | Johannes 14, 26 |<strong> Georg Kretschmar |<\/strong><\/h3>\n<p>In den Abschiedsreden des Johannesevangeliums verhei\u00dft der scheidende Herr seinen J\u00fcngern:<\/p>\n<p>&#8222;Der Tr\u00f6ster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird\u00a0in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern,\u00a0was ich\u00a0euch gesagt habe (Joh. 14. 26).&#8220;<\/p>\n<p>Das Matth\u00e4usevangelium schlie\u00dft mit der Zusage des auferstandenen\u00a0Herrn Jesus Christus an seine J\u00fcnger: &#8222;Siehe, ich bin bei euch\u00a0alle Tage bis an der Welt Ende&#8220; (Mt 28,20). Aber Er ist anders bei\u00a0uns als in den Tagen seines Erdenwirkens in Galil\u00e4a und Jerusalem\u00a0bis zur Kreuzigung. Er ist bei uns im Heiligen Geist.<\/p>\n<p>Wenn Gottes Geist einen Propheten packt, dann kann es sein, da\u00df der\u00a0Mensch in Verz\u00fcckung ger\u00e4t und fremdartige Laute ausst\u00f6\u00dft.\u00a0So etwas wird schon im Alten Testament berichtet. Und auch im Neuen Testament\u00a0lesen wir vom Reden in &#8222;Zungen&#8220;. Der Apostel Paulus akzeptiert\u00a0das; aber er wei\u00df auch, da\u00df er einen anderen Auftrag hat.\u00a0Der Heilige Geist Gottes kann auch die Kraft zu wunderbaren Heilungen\u00a0verleihen.<\/p>\n<p>Aber darum geht es in dieser Zusage des Herrn nicht. Der uns verhei\u00dfene\u00a0Geist setzt die Verk\u00fcndigung, das Reden Jesu fort, durch Wort und\u00a0Schrift in der Kirche.An sich ist es doch eine normale menschliche Erfahrung,\u00a0da\u00df alles Reden seine Zeit hat und unsere Worte in die Vergangenheit\u00a0abgleiten. Ein junger Mensch l\u00f6st sich von seinem Elternhaus. Die\u00a0Worte auch uns ganz teurer Menschen, der Eltern, der Lehrer, von Freunden,\u00a0die nicht mehr leben, haften nur noch in unserer Erinnerung. Die Verhei\u00dfung\u00a0des Heiligen Geistes, des Tr\u00f6sters, sagt, da\u00df Jesu Wort lebendig\u00a0bleibt und seine Kraft immer wieder erneuert. Wenn der Heilige Geist\u00a0erinnert, ist das mehr, als wenn ich mich erinnere. Der Auferstandene\u00a0hat die Autorit\u00e4t seines Wortes an die J\u00fcnger weitergegeben: &#8222;Wer\u00a0euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich&#8220; (Lk.10,17), so hei\u00dft es schon\u00a0bei der Aussendung w\u00e4hrend seines Erdenwandels; erst recht gilt\u00a0das seit Ostern und Pfingsten (Joh.20,21-23). J\u00fcnger, Apostel, Apostelsch\u00fcler\u00a0haben die Evangelien verfa\u00dft, Briefe geschrieben, prophetische\u00a0Visionen zu Papier gebracht. So entstanden die Schriften des Neuen Testamentes\u00a0unter der Verhei\u00dfung des Geistes Gottes. Die Gemeinden haben gerade\u00a0diese Schriften als Stimme Gottes im Geist erkannt und anerkannt. So\u00a0entstand das Neue Testament. Auf dem langen Weg der Geschichte der Kirche\u00a0durch fast zwei Jahrtausende mu\u00dfte immer wieder die Wahrheit der\u00a0Worte Jesu, die Wahrheit Gottes im Streit gegen andere Meinungen verteidigt\u00a0und formuliert werden. So entstanden die altkirchlichen Lehrbekenntnisse\u00a0wie das Apostolische und das Niz\u00e4nische Symbol. Auch die Bekenntnisschriften\u00a0der Reformation und anderer Zeiten rechnen wir hierzu. Texte, die einen\u00a0festen Platz im Gottesdienst der Kirche haben, sind nicht nur Antwort\u00a0auf das Evangelium, sondern auch Mittel, durch die uns der Heilige Geist\u00a0an das erinnert, was der Herr f\u00fcr uns und zu uns gesagt hat.<\/p>\n<p>Zur Wirklichkeit des Heiligen Geistes heute geh\u00f6rt, da\u00df Jesu\u00a0Wort verk\u00fcndigt wird und da\u00df wir ihm Glauben schenken. Dazu\u00a0haben wir den Heiligen Geist in der hl. Taufe empfangen. Die Kirche ist\u00a0die Gemeinschaft derer, die dem Worte Jesu glauben und getauft sind.\u00a0Da\u00df die Verk\u00fcndigung des Evangeliums und damit der Worte Jesu\u00a0weitergeht, ist der Auftrag und die Verhei\u00dfung der Ordination zum\u00a0Amt der Kirche.<\/p>\n<p>Ich bin gerade von zwei Synoden in Mittelasien, in Kirgisien und Kasachstan,\u00a0zur\u00fcckgekommen. In Kasachstan habe ich eine kleinere, aber wachsende\u00a0Gemeinde besucht, deren Pfarrer vor zwei Jahren ordiniert wurde. Er ist\u00a0Bauer und lebt von seinem kleinen Hof. Das neuerworbene Gebetshaus d\u00fcrfte\u00a0bald zu klein sein, so viele Taufen stehen an. Der Auferstandene steht\u00a0zu seiner Verhei\u00dfung: Gottes Heiliger Geist ist am Werk und tr\u00f6stet,\u00a0das hei\u00dft: Er macht uns Mut.<\/p>\n<p>Gebet:<\/p>\n<p>Lieber himmlischer Vater, Vater unseres Herrn Jesus Christus und Geber\u00a0des Heiligen Geistes, wir danken Dir, dreieiniger Gott, da\u00df Du\u00a0bei uns bist und das Wort Jesu, das Evangelium, unter uns lebendig h\u00e4ltst\u00a0und wahr machst. Du sammelst Menschen in Deine Kirche aus allen V\u00f6lkern\u00a0und Sprachen. Du beauftragst Menschen, den Dienst der Apostel Deines\u00a0Sohnes weiterzuf\u00fchren. La\u00df uns als Deine Kinder dankbar und\u00a0fr\u00f6hlich leben und in der Kraft des Heiligen Geistes das Wort Jesu\u00a0festhalten und immer besser verstehen. Dein Name sei gelobt in Ewigkeit.<br \/>\nAmen.<\/p>\n<p><strong>Komm, allgewaltig, heilger Hauch * Veni, Creator Spiritus<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"venicreator.gif\" width=\"497\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>2. Den Betenden\u00a0Du nahe bist; \/ in Dir teilt Gott Sich selber mit. \/ Du dringst durch\u00a0unser ganzes Sein, \/ entfachst in uns des Lebens Glut.<br \/>\n3. Der Gaben Vielfalt teilst Du aus \/ und waltest schaffend fort und\u00a0fort; \/ Du kommst, wie uns verhei\u00dfen ist, \/ tust uns den Mund zum\u00a0Zeugnis auf.<br \/>\n4. Erleuchte unser blind Gesicht \/ und leeren Herzen Liebe gib. Wenn\u00a0Du nicht wirkst, vergehen wir; \/ Dein heilig&#8216; Wehen macht uns neu.<br \/>\n5. Nimm von uns, was von Dir uns trennt, \/ und gib uns, was zu Dir uns\u00a0f\u00fchrt; \/ so wird Dein Friede bei uns sein \/ und weit mu\u00df das\u00a0Verderben fliehn.<br \/>\n6. Da\u00df Gott dem Vater wir vertraun, \/ und lieben Seinen Sohn, den\u00a0Herrn, \/ und Dich erfahren, Gott, in uns, \/ dazu hilf uns, o Heilger\u00a0Geist. Amen.<br \/>\n\u00d6kumenische Fassung;\u00a0\u00dcbertragung: Markus Jenny 1971<\/p>\n<p>2. Qui diceris Paraclitus, \/ donum Dei altissimi, \/ fons vivus, ignis,\u00a0caritas \/ et spiritalis unctio.<br \/>\n3. Tu septiformis munere, \/ dexterae Dei tu digitus, \/ tu rite promissum<br \/>\nPatris \/ sermone ditans guttura.<br \/>\n4 \u00a0Accende lumen sensibus, \/ infund amorem cordibus, \/ infirma nostri\u00a0corporis, \/ virtute firmans perpeti.<br \/>\n5. Hostem repellas longius, \/ pacemque dones protinus; \/ ductore sic\u00a0te praevio \/ vitemus omne noxium.<br \/>\n6. Per te sciamus da Patrem \/ noscamus atque Filium, \/ te utrisque Spiritum\u00a0\/ credamus omni tempore. Amen.<\/p>\n<p>Hrabanus Maurus (9 Jh.)<br \/>\nMelodie: Kempten um 1000<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Erzbischof Prof. Dr. Georg Kretschmar<br \/>\nELKRAS (Ev.-luth. Kirche in Ru\u00dfland, der Ukraine,<br \/>\nin Kasachstan und Mittelasien)<br \/>\nSt. Petersburg<br \/>\n<a href=\"mailto:kanzlei@elkras.org\">E-Mail: kanzlei@elkras.org<\/a> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfingstandacht | Pfingstsonntag | 8. 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