{"id":9462,"date":"2003-06-07T19:49:54","date_gmt":"2003-06-07T17:49:54","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9462"},"modified":"2025-05-07T15:13:00","modified_gmt":"2025-05-07T13:13:00","slug":"pfingstpredigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/pfingstpredigt\/","title":{"rendered":"Johannes 14,22\u201331; Apostelgeschichte 2,1\u201318"},"content":{"rendered":"<h3>Pfingstsonntag | 8. Juni 2003 | Joh 14,22\u201331; Apg 2,1\u201318 | Erik H\u00f8egh-Andersen |<\/h3>\n<p>Von einem schwedischen Gutsbesitzer wird erz\u00e4hlt, da\u00df er<br \/>\nin den Besitz eines Gem\u00e4ldes kam, das ihn stark beeindruckte. Es<br \/>\nwar besonders die Lichtkraft, die aus dem Bilde strahlte, die ihn nicht<br \/>\nloslie\u00df.<\/p>\n<p>Das Motiv war ein Sonnenaufgang. Hinter einer Bergkette mit sch\u00f6nen<br \/>\nund feinen Formen stieg die Morgensonne wie eine leuchtende Feuerkugel<br \/>\nin das Blau des Himmels. Sie vergoldete die schneebedeckten Gipfel, w\u00e4hrend<br \/>\ndie gr\u00fcnen Abh\u00e4nge der Berge lange Schatten in dunkelblauen<br \/>\nund violetten Farben geworfen hatten. Auch das Dorf unten im Tal lag<br \/>\nin einem Schatten. Ganz im Vordergrund des Bildes stand eine Frau mit<br \/>\nzwei Kindern an der Hand. Sie waren dem Sonnenaufgang zugewandt, so da\u00df ihre<br \/>\nGestalten in einem hellen Gegenlicht erschienen. Alles in dem Bild schien<br \/>\nin einem strahlenden Lichtmeer, und die tiefen Schatten unterstrichen<br \/>\nnur die Kraft des Lichtes.<\/p>\n<p>Aber eines Tages mu\u00dfte der Gutsherr auf eine Auslandsreise, und<br \/>\nes stach ihm ins Herz, da\u00df er den Anblick des geliebten Bildes<br \/>\nso lange entbehren sollte. Er erwog, es mitzunehmen, aber dazu war das<br \/>\nBild zu gro\u00df und zu schwer. Pl\u00f6tzlich hatte er eine Idee.<br \/>\nEr nahm ein scharfes Messer und schnitt die runde Sonne aus der Leinwand.<br \/>\nEs war ja gerade diese runde Sonne, die er so sehr liebte, und dann konnte<br \/>\nman auf den Rest des Bildes verzichten. Aber zu seiner gro\u00dfen Entt\u00e4uschung<br \/>\nentdeckte der Gutsherr schnell, da\u00df die g\u00fcldne Sonne, aus<br \/>\nihrem Zusammenhang gerissen, zu einer toten gelben Fl\u00e4che wurde.<br \/>\nSie strahlte nicht mehr, sie gab kein Leben mehr von sich ohne die Welt,<br \/>\nauf die sie ihre Strahlen geworfen hatte.<\/p>\n<p>Mit dem Heiligen Geist ist es so wie mit dieser Sonne. Es ist genauso<br \/>\nunm\u00f6glich, den Geist zu isolieren und zu erkl\u00e4ren, wie es unm\u00f6glich<br \/>\nist, die Sonne aus ihrem Zusammenhang zu nehmen. Das bedeutet: Man kann<br \/>\nselbstverst\u00e4ndlich \u00fcber den Heiligen Geist an sich reden, und<br \/>\ndas haben sicher auch viele gelehrte Leute versucht, aber das, was in<br \/>\nder Regel daraus geworden ist, sind tote und abstrakte Begriffe, die<br \/>\ngar nicht das einfangen, was der heilige Geist ist.<\/p>\n<p>Was Geist ist, das verstehen wir erst in dem Zusammenhang, in dem der<br \/>\nGeist wirkt. So wie wir erst verstehen, was die Sonne f\u00fcr uns bedeutet,<br \/>\nwenn wir \u00fcber die Landschaft sehen, sehen, wie alles vor uns steht<br \/>\n&#8211; so wie nun im hellen und milden Licht der Pfingstsonne. Man kann nicht<br \/>\nsagen, da\u00df die Sonne etwas Neues hervorbringt. Aber sie \u00f6ffnet<br \/>\nund offenbart all die Herrlichkeit, die um uns ist, so da\u00df es das<br \/>\nHerz erfreut. Sie macht, da\u00df wir die Natur sehen in ihren Farben<br \/>\nund Nuancen, in einem Spiel zwischen Licht und Dunkel.<\/p>\n<p>Man kann durch einen Wald am Morgen gehen, wie es vielleicht einige<br \/>\nheute vor dem Gottesdienst getan haben, und man kann sehen, wie das Sonnenlicht<br \/>\nim neuentsprungenen Laub glitzert. Das f\u00e4ngt den Blick, das weckt<br \/>\nuns. Man kann dann denselben Weg wieder am Abend gehen, und dann sind<br \/>\nes andere Bl\u00e4tter und andere Aussichten, die unseren Blick fangen,<br \/>\nweil die Strahlen der Sonne aus einem anderen Winkel fangen. Es ist dieselbe<br \/>\nNatur, es sind dieselben B\u00e4ume, aber in dem wechselnden Licht erscheinen<br \/>\nsie ganz verschieden, und wie sehen immer wieder Nuancen, die wir vorher<br \/>\nnicht bemerkt hatten.<\/p>\n<p>Und wieder: So ist es auch mit dem Heiligen Geist. Der Heilige Geist<br \/>\nver\u00e4ndert nicht die Wirklichkeit um uns. Aber er zeigt sie uns in<br \/>\neinem neuen Winkel. Er bewegt uns, so da\u00df wir neu empfangen. Er<br \/>\nschenkt Einsicht in die Tiefen und Nuancen, die wir vorher nicht wahrgenommen<br \/>\nhaben.<\/p>\n<p>Das kann ein Mensch sein, den wir jahrelang gekannt haben, wir meinen<br \/>\nnur allzu gut zu wissen, wie dieser Mensch ist. Und dann eines Tages<br \/>\nzerbricht das feste Bild, das wir von diesem Menschen hatten, dennoch.<br \/>\nWir sehen etwas, was wir vorher nicht gesehen hatten. Wir empfinden eine<br \/>\nTiefe, die wir zuvor nicht gesehen haben, und es kann dann sein, als<br \/>\ntrete dieser Mensch sozusagen aus diesem Rahmen und werde lebendig f\u00fcr<br \/>\nuns, ohne da\u00df es zu erkl\u00e4ren w\u00e4re mit einem ver\u00e4nderten<br \/>\nVerhalten oder einem bestimmten Ereignis. Dieselbe Person, und dennoch<br \/>\netwas Neues.<\/p>\n<p>Oder es k\u00f6nnen einige Worte sein, die wir geh\u00f6rt oder gesungen<br \/>\nhaben, vielleicht hunderte Male. Wir haben sie verstanden, meinen wir.<br \/>\nWir haben vielleicht auch oft \u00fcber sie hinweggesungen. Wir wu\u00dften<br \/>\nja, was sie bedeuteten. Und dann h\u00f6ren wir sie pl\u00f6tzlich eines<br \/>\nTages aus einem anderen Winkel, und sie \u00f6ffnen f\u00fcr eine Bedeutung,<br \/>\nan die wir vorher nicht gedacht hatten. Sie formulieren vielleicht etwas,<br \/>\num das es in unserem Leben geht. Sie gehen uns an, setzen sich in uns,<br \/>\nLeben in uns, wie sie es vorher nicht getan hatten.<\/p>\n<p>So ist es mit dem Geist Gottes. Er nimmt uns sozusagen an die Hand<br \/>\nund f\u00fchrt uns herum, so da\u00df die Wirklichkeit weiter f\u00fcr<br \/>\nuns \u00f6ffnet, und wir bleiben nicht in dem h\u00e4ngen, was wir einmal<br \/>\ngeh\u00f6rt oder gesehen haben. Der Geist macht, da\u00df wir nicht<br \/>\nmit einander und mit den Tagen, zu denen wir aufstehen, fertig werden.<\/p>\n<p>Und wenn wir uns tief in der H\u00e4ngematte der Mutlosigkeit und uns<br \/>\nnicht frei machen k\u00f6nnen, dann ist es der Geist Gottes, der unbewu\u00dft<br \/>\nwie wir selbst mit uns insistiert, seufzt, uns festh\u00e4lt, bis sich<br \/>\neine \u00d6ffnung zeigt und der Aufstieg beginnen kann, so da\u00df wir<br \/>\nwieder uns wundern k\u00f6nnen und neue Dinge sehen.<\/p>\n<p>Ja, ohne den Heiligen geist Gottes w\u00fcrden wir an derselben Stelle<br \/>\nbleiben, wir w\u00fcrden festwachsen, wir w\u00fcrden die Welt immer<br \/>\nnur in einem Bilde sehen, und jeden Tag w\u00fcrde uns das Dasein mehr<br \/>\nvorhersehbar und banal erscheinen. Und wenn wir uns nicht mit einer allgemeinen<br \/>\nund zufriedenen Gleichg\u00fcltigkeit zufrieden geben w\u00fcrden, w\u00fcrden<br \/>\nwir schlie\u00dflich nicht meinen, da\u00df es sich \u00fcberhaupt<br \/>\nnoch lohnt.<\/p>\n<p>Von dem Unterschied, den der Geist macht, erz\u00e4hlt Kierkegaard<br \/>\nan einer Stelle sehr sch\u00f6n: Stell dir zwei Portraitmaler vor. Der<br \/>\neine sagt: Ich bin viel gereist, habe mich in der Welt umgesehen, aber<br \/>\nich habe keinen einzigen Menschen gefunden, der es wert war gemalt zu<br \/>\nwerden &#8211; in allen Gesichtern, denen ich begegnet bin, habe ich Fehler<br \/>\ngefunden &#8211; deshalb bin ich vergeblich gereist. Und der andere Portraitmaler<br \/>\nantwortete: Ich bin nirgendwo hingereist, aber ich habe nie ein Gesicht<br \/>\ngesehen, das nicht etwas hatte, was mich ansprach. Egal, wen ich gesehen<br \/>\nhabe, ich fand etwas in den Gesichtsz\u00fcgen, das mir das Malen zur<br \/>\nFreude machte. &#8211; Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden? S\u00f8ren<br \/>\nKierkegaard antwortet: Der Unterschied ist die Liebe, oder der Unterschied<br \/>\nzwischen ihnen ist der Geist.<\/p>\n<p>Und das Beispiel zeigt ja, wie wir durch das Leben wandern k\u00f6nnen,<br \/>\nohne bewegt zu werden, ohne wirklich zu sehen. Wir meinen, wir s\u00e4hen<br \/>\nnur Banales, nichts ist es in Wirklichkeit wert, da\u00df man sich daf\u00fcr<br \/>\ninteressiert. Ein Leben ohne Geist. Aber umgekehrt: Wo der Geist in uns<br \/>\nwirkt, der Geist der Liebe und der Wahrheit, dort verharren wir nicht<br \/>\nin der Oberfl\u00e4che der Selbstverst\u00e4ndlichkeiten und der Banalit\u00e4ten,<br \/>\nsondern kommen dazu, in einander die Tiefe zu sehen. Wir sp\u00fcren<br \/>\ndie Tiefe in unseren Worten. Wir leben in einer Welt, die uns ber\u00fchrt,<br \/>\ndie Bedeutung hat und Wert.<\/p>\n<p>Noch einmal: Die Welt ist dieselbe, der Heilige Geist f\u00fcgt nichts<br \/>\nhinzu und nimmt nichts weg. Dennoch macht es einen gro\u00dfen Unterschied,<br \/>\nob der Geist uns bewegt oder nicht.<\/p>\n<p>Uns so ist es auch mit dem Wort des Evangeliums. Wenn Jesus in dem<br \/>\nAnschnitt aus dem Johannesevangelium, den wir heute gelesen haben, sagt,<br \/>\nda\u00df der Tr\u00f6ster, der Heilige Geist, euch alles lehren wird<br \/>\nund euch an alles erinnern wird, was ich euch gesagt habe, dann geht<br \/>\nes ja nicht darum, da\u00df der Geist uns nur auf die Worte Jesu aufmerksam<br \/>\nmachen soll, damit wir wissen, was er gesagt hat. Der Tr\u00f6ster soll<br \/>\nsie uns vergegenw\u00e4rtigen, so da\u00df wir die Wahrheit und die<br \/>\nLiebe durch sie sp\u00fcren. Ja, der Heilige Geist soll uns zeigen, da\u00df das,<br \/>\nwovon das Evangelium spricht, mit uns zu tun hat. Gott will uns etwas<br \/>\nund wirkt in uns, ganz gleich wo wir sind.<\/p>\n<p>Und das geschah in einem gro\u00dfen Augenblick auch den J\u00fcngern<br \/>\nan dem Pfingstmorgen, von dem Lukas in der Apostelgeschichte erz\u00e4hlt.<br \/>\nDas wurde gegenw\u00e4rtig wie nie zuvor. Es war f\u00fcr sie ja in einer<br \/>\nWeise Vergangenheit geworden. Jesus hatte sie mit in das Reich Gottes<br \/>\ngenommen, aber jetzt war er nicht mehr da, jetzt war es aus. Was sollten<br \/>\nsie jetzt eigentlich noch? Sie sa\u00dfen da mit dem Gef\u00fchl der<br \/>\nUnwirklichkeit, Leere, und vielleicht mit einer unbestimmten Erwartung,<br \/>\ndas etwas geschehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es war fr\u00fch am Morgen vor dem Gottesdienst im Tempel. Da geschah<br \/>\nes, gewaltig und pl\u00f6tzlich. Es war, wird erz\u00e4hlt, als wenn<br \/>\nein gewaltiger Sturm vom Himmel das haus f\u00fcllte, wo sie sa\u00dfen,<br \/>\nund sie durchwehte, jeden einzelnen. So als ob der allm\u00e4chtige Gott<br \/>\nnun seine Luft durch sie holte. Es war wie ein Brand, der vom einen zum,<br \/>\nanderen \u00fcbersprang. All das, was sie zusammen mit Jesus gesehen<br \/>\nund geh\u00f6rt hatten, brannte nun in ihnen. Das war ein Geschehen so \u00fcberraschend<br \/>\nund unglaublich, da\u00df sie wohl nur ann\u00e4hernd Worte hatten,<br \/>\nes zu beschreiben.<\/p>\n<p>Aber man mu\u00df auf eines achten &#8211; etwas, was bei einem so aufsehenerregendem<br \/>\nEreignis eigentlich auff\u00e4llt: Es ist nicht so, da\u00df auf dieses<br \/>\nEreignis an anderen Stellen, sp\u00e4ter, hingewiesen wird. Es ist nicht<br \/>\nso, da\u00df es darum geht, solche Erlebnisse oder Auftritte zu inszenieren.<br \/>\nDas w\u00e4re an sich spannend. Die Gemeinde in Korinth hat es vielleicht<br \/>\nversucht, aber sie wird von Paulus gr\u00fcndlich zurechtgewiesen.<\/p>\n<p>Warum? Weil wir uns nicht f\u00fcr den geist an sich interessieren<br \/>\nsollen. Nicht die besonderen geistigen Erlebnisse sind interessant. Sondern<br \/>\nnur das, was der Geist uns zeigt. Also wieder ganz wie das Beispiel mit<br \/>\ndem Bild des Gutsherren: Isoliert, in sich selbst ist die Sonne ein gelber<br \/>\ntoter Klecks, aber die Bedeutung liegt in dem, was sie uns zeigt.<\/p>\n<p>Und deshalb tritt Peter auch auf nach dem Pfingstwunder, n\u00fcchtern<br \/>\nund klar erz\u00e4hlt er dem Volk, was dies bedeutet. Sie sind nicht<br \/>\nbetrunken, die J\u00fcnger, erkl\u00e4rt er, auch nicht im geistigen<br \/>\nSinne. Es ist ja fr\u00fch am Tage. Der Geist Gottes hat ihnen vielmehr<br \/>\neine Klarsicht verliehen. Er erz\u00e4hlt dann erst \u00fcber die alten<br \/>\nProphetien, dann die ganze Geschichte von Jesus von Nazareth, den Gottes<br \/>\ngesandt und zum Herren \u00fcber alle gemacht hat, und er erz\u00e4hlt<br \/>\nvon der Taufe und dem neuen Leben, das den erwartet, der sich bekehrt.<br \/>\nEr verweist auf das, was Bedeutung erhalten hat, auf den Sinn, die Aufgabe,<br \/>\ndie uns in unserem Leben erwartet.<\/p>\n<p>Das ist das Werk des Heiligen Geistes, nicht die besonderen, hinrei\u00dfenden<br \/>\noder berauschenden Erlebnisse, sondern da\u00df wir erneut den Sinn<br \/>\ndessen verstehen, das wir leben. Ja der Heilige Geist stellt uns eine<br \/>\nAufgabe, verweist uns auf einander, auf die Wirklichkeit, die sich aufdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Der Heilige Geist wirkt also in dieser sinnlichen, konkreten Welt,<br \/>\nin der wir mit einander zu tun haben. Und so entscheidend wie der Geist<br \/>\nf\u00fcr uns ist, so unm\u00f6glich ist es, ihn zu isolieren und in sich<br \/>\nselbst zu greifen. Ja, das f\u00fchrte schlie\u00dflich zu einer Pervertierung<br \/>\ndes Lebens, wenn wir das versuchen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Und ich kann nichts anderes sehen, als da\u00df eben dies geschieht<br \/>\nin manchen geistigen religi\u00f6sen Suchen, an dem unsere Zeit so reich<br \/>\nist. Ich habe einmal einige religi\u00f6s gesonnen, von &#8222;New Age&#8220; angeregte<br \/>\nleute davon sprechen h\u00f6ren, wie viel wichtiger es sei, sich hinzusetzen<br \/>\nund gute Gedanken zu denken, als den Nachbarn zu besuchen, der an seiner<br \/>\nEinsamkeit leidet. Es geht darum hie\u00df es, eins zu werden mit einem<br \/>\nallumfassenden liebenden Bewu\u00dftsein, aber also auf Kosten des konkreten<br \/>\nMenschen, mit dem wir es sonst eigentlich zu tun haben.<\/p>\n<p>Das ist eine ganz andere Form von Geistigkeit als die, mit der wir<br \/>\nes in der Bibel zu tun haben, wenn dort von Geist die Rede ist. Der Geist<br \/>\nist gerade nicht etwas in dem wir schwelgen sollen und das wir an sich<br \/>\npflegen sollen. Das wird zu Selbstgef\u00e4lligkeit. Das f\u00fchrt uns<br \/>\nin einen Raum, in dem wir schlie\u00dflich nichts anderes h\u00f6ren<br \/>\nals ein Echo von uns selbst. Und der Geist &#8211; der ist nat\u00fcrlich gar<br \/>\nnicht mein Diener in einem Projekt, wo es darum geht, mir selbst gut<br \/>\nzu sein.<\/p>\n<p>Ganz im Gegenteil: Der Geist Gottes bl\u00e4st durch uns hindurch,<br \/>\nso da\u00df sich die T\u00fcren \u00f6ffnen zu der Wirklichkeit, die<br \/>\nau\u00dferhalb von uns ist. Der Geist zeigt uns eine Welt, herrlich,<br \/>\ntief, anspruchsvoll, nicht da\u00df wir mit ihr fertig w\u00fcrden.<br \/>\nEine Welt, in der es genug gibt, an dem man sich freuen kann und genug,<br \/>\ndas man in Angriff nehmen kann. Eine Welt, wo in dem, was uns begegnet,<br \/>\nin dem, womit wir zu tun haben, genug Sinn ist, zu leben.<\/p>\n<p>Und das sp\u00fcren wir ja auch, wenn wir die herrlichen Pfingstlieder<br \/>\nsingen, die besser als alles andere uns ein Gef\u00fchl daf\u00fcr vermitteln,<br \/>\nwas Pfingsten ist.<\/p>\n<p>Es ist ja nicht so, da\u00df wir, wenn wir das Lied &#8222;In vollem<br \/>\nGlanz nun strahlt die Sonne&#8220; gesungen haben, denken: Nun m\u00fcssen<br \/>\nwir endlich auch au den Geist denken, das ist auch wichtig. Sondern das<br \/>\nLied, die Worte, die T\u00f6ne zusammen. bewirken, da\u00df wir uns<br \/>\ndieser Welt, die wir kennen, erneut ergeben. Sie ist himmlisch und Heimat<br \/>\nzugleich. Sie ist unsere Welt, so bekannt, wie der Bach, der zu unseren<br \/>\nF\u00fc\u00dfen l\u00e4uft. Und sie ist zugleich auch Gottes Paradies,<br \/>\ndas sich uns hier, wo wir sind, \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Es atmet himmlisch \u00fcberm Staube,<br \/>\nes fl\u00fcstert heimisch in dem<br \/>\nLaube,<br \/>\nes wehet lieblich hier uns an<br \/>\nvom Paradies, neu aufgetan,<br \/>\nund munter rinnt an unserm Fu\u00df<br \/>\nein B\u00e4chlein von des Lebens Flu\u00df.<\/p>\n<p>(Grundtvig, aus dem Pfingstlied &#8222;In vollem Glanz strahlt nun die<br \/>\nSonne&#8220;, d\u00e4n. Gesangbuch 247)<\/p>\n<p>Das macht der Geist, da\u00df wir das sp\u00fcren und sehen.<\/p>\n<p>Und es ist ja nur ein Gl\u00fcck, da\u00df der Geist uns aus uns selbst<br \/>\nherausbl\u00e4st, damit wir wieder bei einander ankommen, bei dieser<br \/>\nWirklichkeit, der Herrlichkeit Gottes. Frohe Pfingsten! Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrer Erik H\u00f8egh-Andersen<br \/>\nPrins Valdemarsvej 40<br \/>\nDK-2820 Gentofte<br \/>\nTel. ++ 45 &#8211; 39 65 43 87<br \/>\ne.mail: erha@km.dk<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfingstsonntag | 8. Juni 2003 | Joh 14,22\u201331; Apg 2,1\u201318 | Erik H\u00f8egh-Andersen | Von einem schwedischen Gutsbesitzer wird erz\u00e4hlt, da\u00df er in den Besitz eines Gem\u00e4ldes kam, das ihn stark beeindruckte. Es war besonders die Lichtkraft, die aus dem Bilde strahlte, die ihn nicht loslie\u00df. Das Motiv war ein Sonnenaufgang. 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